Die unter Verletzung des Völkerrechts entstehenden jüdischen Siedlungen im Westjordanland umfassen zwölf Millionen Quadratmeter Wohnraum, Straßen und Betriebsgelände und haben Israel bisher 17 Milliarden US-Dollar gekostet.

Das geht aus einer Studie des israelischen Makrozentrums für politische Ökonomie hervor, die im Laufe eines Jahres anhand von Satellitenaufnahmen und unter Einsatz anderer technischer Mittel erstellt worden ist.

Die Autoren betrachten ihre Forschung als ersten Versuch, die Kosten für das Ansiedlungsprojekt zu ermitteln, dessen Schicksal im Rahmen von Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern bestimmt werden soll.

„Das ist kein Marktpreis, sondern das sind die berechneten Nettobaukosten“, schreibt die Zeitung Haaretz am Dienstag unter Berufung auf den Generaldirektor des Zentrums, Roby Nathanson.

Die jüdischen Siedlungen im Westjordanland umfassen 32 711 Wohnungen und 22 997 Privathäuser, 187 Kaufhäuser, 127 Synagogen, 321 Sportanlagen, 344 Kindergärten, 211 Schulen, 68 religiöse Hochschulen (Yeshivas), 21 Bibliotheken und 15 Festmahl-Hallen.

Die Präsenz der Israelis in den palästinensischen Territorien, die während des Krieges von 1967 besetzt worden waren, widerspricht dem Völkerrecht. Israel rechtfertigt die gegenwärtige Situation mit Sicherheitserwägungen und mit der veränderten demographischen Realität. Es behauptet, die Grenzen von vor 42 Jahren könnten nicht mehr wieder hergestellt werden, und erhebt Anspruch auf die weitere Kontrolle über die größten jüdischen Siedlungen im Westjordanland und in ganz Jerusalem.

Die Differenzen hinsichtlich der Ansiedlungstätigkeit stellen in den letzten Monaten das Haupthindernis für die Wiederaufnahme der palästinensisch-israelischen Friedensgespräche dar und sind der größte Reizfaktor in den Beziehungen zwischen Israel und den USA.

In den mehr als 100 jüdischen Siedlungen im Westjordanland leben mehr als 300 000 Israelis. Einschließlich der umstrittenen Bezirke von Jerusalem beträgt die Gesamtzahl der jüdischen Neuansiedler nahezu eine halbe Million.

Quelle

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