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Von Uri Avnery, 05.12.2009

ES WÄRE der Inbegriff von politischem Kitsch gewesen. Benyamin Netanyahu und zehn seiner Minister sollten eine gemeinsame Kabinettsitzung mit Angela Merkel und zehn ihrer Minister aus ihrem deutschen Kabinett halten.

Wofür? Um Deutschlands Liebe zu Israel zu demonstrieren.

Im letzten Augenblick meldete Netanyahu, er sei krank; das Treffen wurde gestrichen. Ich nehme an, dass Netanyahu darüber nicht sehr traurig war. Wozu brauchte er dies? Die israelische Regierung erhält sowieso alles aus Deutschland, was sie sich wünscht.

Ein deutscher Journalist fragte mich danach wie man in Israel auf den Besuch des neuen Außenministers Guido Westerwelle reagiert habe. Ich musste ihn enttäuschen. Die meisten Israelis haben noch nicht einmal von ihm gehört. Noch ein deutscher Würdenträger hat Blumen in Yad Vashem hingelegt. Noch ein Verkehrsstau in Jerusalem.

Wie es oft geschieht, gibt es keine Gleichheit bei dieser Liebe. Die deutsche Braut liebt den israelischen Bräutigam viel mehr als er sie.

VON ZEIT zu Zeit muss das Verhältnis zwischen Deutschland und Israel neu überdacht werden.

Die Deutschen vergessen den Holocaust nicht. Sie sind ständig mit diesem Thema beschäftigt. Es erscheint auf TV-Programmen, bei kulturellen und künstlerischen Veranstaltungen.

So sollte es auch sein. Dieses monströse Verbrechen darf nicht aus ihrem Gedächtnis verdrängt werden. Junge Deutsche müssen sich immer wieder fragen, wie es möglich war, dass ihre Großväter und -mütter bei diesen unglaublichen Untaten Helfershelfer sein konnten – diejenigen, die direkt daran teil nahmen, und diejenigen, die still zustimmten und jene, die aus Furcht oder Gleichgültigkeit schwiegen.

Die deutsche Regierung – die jetzige und alle ihre Vorgänger – zogen aus dem Holocaust eine eindeutige Schlussfolgerung: Israel, „der Staat der Opfer“, muss verwöhnt werden. Alle seine Taten müssen ohne Vorbehalte unterstützt werden. Kein einziges Wort der Kritik ist erlaubt.

Als die neue deutsche Republik gegründet wurde, war das eine kalkulierte Politik. Der schreckliche Krieg, der von Adolf Hitler über die Menschheit gebracht worden war, war gerade beendet worden. Die Naziverbrechen waren noch ganz frisch im Gedächtnis der Menschen. Deutschland war ein Pariastaat. Konrad Adenauer entschied, dass allein massive Unterstützung für Israel (zusätzlich zu den Wiedergutmachungsgeldern für die individuellen Opfer) die Tore der Welt öffnen würden.

Er fand in seinem israelischen Kollegen einen loyalen Partner: David Ben Gurion. Der glaubte, dass die Konsolidierung des Staates Israel wichtiger sei als das Gedenken an die Vergangenheit. Er stellte dem „anderen Deutschland“ eine Kosher-Bescheinigung als Gegenleistung für massive deutsche Hilfe an Israel aus.

Seitdem ist viel Wasser den Rhein und den Jordan heruntergeflossen. Nun sollten einige Fragen gestellt werden.

FRAGE EINS: Während die deutsche Freundschaft mit uns ein moralischer Imperativ ist, schließt dies notwendigerweise auch unmoralische Aktionen mit ein?

Mehr als einmal hörte ich den Satz: nach den schrecklichen vom deutschen Volk gegenüber dem jüdischen Volk begangenen Verbrechen haben wir Deutschen kein Recht, den jüdischen Staat zu kritisieren. Die Söhne der Täter können nicht die Söhne der Opfer kritisieren!“

Ich habe es schon früher gesagt: in diesen Sätzen liegt etwas, das mich sehr stört. Irgendwie erinnern sie mich an das deutsche Wort „Sonderbehandlung“, das schreckliche Assoziationen weckt. In den KZs war es der Deckname für Exekutionen.

Die Haltung der deutschen Regierung gegenüber Israel ist eine Sonderbehandlung. Es sagt wieder: Die Juden sind etwas Besonderes. Der „jüdische Staat“ muss anders behandelt werden als andere Staaten. Das heißt, Juden sind anders als andere Völker, ihr Staat ist anders als andere Staaten, ihre Moral ist anders als die der anderen.

Eine deutsche Zuhörerschaft amüsierte sich, als ich kürzlich von einer Demonstration von Kommunisten in New York erzählte. Die Polizei kam und begann die Demonstranten zu verprügeln. Einer schrie: „Schlagt mich nicht1 Ich bin doch ein Anti-Kommunist!“ Ein Polizist antwortete ihm: „Ich bin nicht daran interessiert, welche Art von Kommunist du bist.“ Extreme Philosemiten erinnern mich an extreme Antisemiten. Man fragt sich, wenn jemand in der Lage ist, eine Art von Sonderbehandlung zu praktizieren, ob er dann nicht auch zu einer anderen fähig wäre.

Sonderbehandlung? Nein danke! Das war nicht unsere Absicht, als wir diesen Staat gründeten. Wir wollten einen Staat wie alle anderen, eine Nation wie alle anderen.

FRAGE ZWEI: Was bedeutet Freundschaft wirklich?

Wenn dein Freund betrunken ist und darauf besteht, mit seinem Wagen nach Hause zu fahren – sollte er dazu ermutigt werden? Ist das ein Ausdruck von Freundschaft? Oder würde die Freundschaft dich verpflichten, ihm zu sagen: Hör zu, du bist jetzt nicht in der Lage, Auto zu fahren, leg’ dich hin, bis du nüchtern bist?

Intelligente Deutsche wissen, dass unsere augenblickliche Politik für Israel und die ganze Welt eine Katastrophe ist. Sie führt zu einem permanenten Krieg, stärkt die Macht den radikalen fundamentalistischen Islam in der ganzen Region, führt zur Isolierung Israels in der Welt und zu einem Besatzungsstaat, in der Juden zu einer unterdrückerischen tyrannischen Minderheit werden.

Wenn dein betrunkener Freund direkt in einen Abgrund fährt – was bist du dem Freund schuldig?

FRAGE DREI: Freundschaft gegenüber Israel – aber gegenüber welchem Israel?

Israel ist weit davon entfernt, eine monolithische Gesellschaft zu sein. Es ist eine pulsierende, brodelnde Gesellschaft mit vielen Tendenzen: von der extremen Rechten bis zur extremen Linken. Im Augenblick haben wir eine Regierung der extremen Rechten – aber es gibt auch ein Friedenslager. Es gibt zwar Soldaten, die sich weigern, Siedlungen abzubauen, aber es gibt auch Soldaten, die sich weigern, eine Siedlung zu bewachen. Nicht wenige Menschen widmen ihre Zeit und Kraft, um gegen die Besatzung zu kämpfen, manchmal begeben sie sich dabei sogar in Lebensgefahr.

Natürlich muss eine Regierung mit Regierungen verhandeln. Die deutsche Regierung muss mit der israelischen Regierung verhandeln. Aber von da bis zum kitschigen Verhalten wie einer gemeinsamen Kabinettssitzung ist ein großer Schritt.

Die Netanyahu Regierung hat für das Zwei-Staaten-Prinzip nur ein Lippenbekenntnis abgegeben und verletzt es täglich. Sie hat ein völliges Einfrieren des Siedlungsbaus in den besetzten Gebieten zurückgewiesen – genau in den Gebieten, in denen alle Regierungen (auch die deutsche) den Staat Palästina sehen wollen. Sie baut wie wahnsinnig in Ost-Jerusalem, das auch nach der deutschen Regierung die Hauptstadt Palästinas werden soll. Sie führt in Jerusalem etwas aus, das sehr nah an ethnische Säuberung herankommt. Sollte Frau Merkel diese Regierung umarmen und ihr Antlitz mit Küssen bedecken?

Es gibt viele Möglichkeiten für die deutsche Regierung, ihre Freundschaft dem „anderen Israel“ zu zeigen, dem Israel, das Frieden sucht und die Menschenrechte achtet. Schade, dass es dies nicht tut.

ES GIBT einen anderen deutschen Weg. Vor zwei Wochen erlebte ich ihn.

Eine Zuhörerschaft von Hunderten versammelte sich in Berlin zu einer Feier, in der ich den „Blue Planet Award“ erhielt. Der Name hängt mit der Tatsache zusammen, dass die Erde vom Weltenraum aus blau aussieht.

Der Preis wurde von der Ethecon Stiftung vergeben, die davon überzeugt ist, dass die Ideale von Frieden, Menschenrechten, der Erhaltung des Planeten und einer ethischen Wirtschaft mit einander verbunden sein sollten. Dies ist auch meine Überzeugung.

Die Verleihung des diesjährigen Preises an einen israelischen Friedensaktivisten drückt – so glaube ich es wenigstens – wirkliche Freundschaft des anderen Deutschland für das andere Israel aus. Abscheu vor den Nazi-Verbrechen hat diese Deutschen dahin gebracht, sich für eine bessere Welt zu engagieren, in der es keinen Platz für den Rassismus gibt, dessen Kopf an vielen Stellen Europas wieder zum Vorschein kommt.

DAS FÜHRT uns natürlich dorthin, was gerade im Lande Wilhelm Tells geschehen ist. Die Schweiz hat in einem Volksentscheid entschieden, dass keine Minarette gebaut werden dürfen. Das ist nicht gut. Es ist nicht schlecht. Das ist widerlich.

Antisemitismus scheint vom einen zum anderen semitischen Volk übergegangen zu sein. Im Europa nach dem Holocaust ist es schwierig, antijüdisch zu sein, so wurden die Antisemiten Anti-Muslime. Im Hebräischen sagen wir: dieselbe Dame – nur in einem anderen Gewand.

Vom ästhetischen Standpunkt aus gesehen, ist es eine dumme Entscheidung. In jeder Anthologie der schönsten Gebäude der Welt nimmt die islamische Architektur einen Ehrenplatz ein. Von der Alhambra in Granada bis zum Felsendom in Jerusalem – geschweige denn zum Taj Mahal -, erregen Hunderte von islamischen Bauten Bewunderung. Ein oder zwei Minarette würden in der städtischen Landschaft Berns Wunder tun.

Aber es geht hier nicht um Architektur, eher um einen primitiven, brutalen Rassismus, dem die Deutschen gerade entkommen sind. Auch die Schweizer haben viel zu sühnen. Ihre Großväter und -mütter benahmen sich während des Holocausts auch schändlich, als sie erklärten, „das Boot sei voll“ und Juden, denen es gelungen war, bis an die Schweizer Grenze zu gelangen, zu den Nazihenkern zurückschickten.

(Diese Erinnerung sollte uns Israelis veranlassen, gegen das Verhalten unserer eigenen Regierung gegenüber den sudanesischen Flüchtlingen zu protestieren, denen es gelingt, von Ägypten aus unsere Grenze zu erreichen. Sie schickt sie zu den Ägyptern zurück, die sie dann bei mehr als einer Gelegenheit erschossen haben.)

Übrigens sollte das Schweizer Referendum jenen zu denken geben, die versucht sind, anzunehmen, dass das System des Referendums besser als das parlamentarische System sei. Ein Referendum öffnet Tür und Tor für die schlimmsten Demagogen, die Schüler Joseph Goebbels, der einmal schrieb: „Wir müssen uns wieder an die primitivsten Instinkte der Massen wenden.“

Jean Paul Sartre sagte einmal, wir seien alle Rassisten. Es gibt nur den Unterschied zwischen denen, die dies erkennen und gegen ihren Rassismus ankämpfen und jenen, die ihm nachgeben. Die Mehrheit der Schweizer – so leid es mir tut, dies sagen zu müssen – haben diesen Test nicht bestanden.

Und wie ist es mit uns?

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Ariel Scharon bezeichnete im November 2003 die wachsende Zahl von Muslimen innerhalb der EU als Gefahr “für das Leben der Juden“. Wird das jetzt “umgesetzt“?

Manchmal macht es Sinn, einen Blick in die Geschichte zu werfen – in die junge wie auch etwas ältere – um Gesamtzusammenhänge besser zu verstehen. Das Minarettverbot in der Schweiz ist keine, ohne einen Gesamtkontext geschehene, Überraschung. Vielmehr reiht sich das Ereignis, wie ein sehr bedeutsamer Puzzleteil, in eine lange und kurze Geschichte, die in Europa zu einem Höhepunkt der Unmenschlichkeit geführt hatte.

Zunächst einmal ist es von großer Bedeutung, einen Blick in die für heutige Generationen lange zurück liegende Geschichte zu werfen. Fast alle älteren Synagogen Nordeuropas (soweit sie überhaupt noch erhalten sind), stehen auf einem hinteren, von der Straße entfernten Grundstück. Es war im 17. Jh. behördlich verboten, Synagogen direkt an der Straßenfront zu bauen. Damals gab es zwar keine Volksabstimmung, aber die Völker waren durchaus mit jener Regelung einverstanden. Damals gab es zwar keinen Sarrazin, aber es gab auch damals Hof-Bankmanager, welche die Vorstellung verbreitet haben, dass Juden nur zu bestimmten Berufen taugen bzw. bestimmte Berufe nicht ausüben durften (oder konnten). Es gab damals zwar keine feministische Bewegung und keine Alice Schwarzer, aber die damalige “Frauenelite“ schaute meist mit einer Art Herrenmenschengefühl auf die armen Jüdinnen, die fremden Männern nicht die Hand geben durften. Ein Bosbach war damals noch nicht angedacht, wie auch die CDU nicht, aber es gab sehr viele Fürsten, die einerseits vorgeheuchelt haben, Mitgefühl für Juden zu haben, aber dennoch vor allem Verständnis für die Ausgrenzung der Juden gezeigt haben. Man müsse die Volkes Meinung ernst nehmen; als wenn sie das bei anderen Fragen (z.B. Kriegseinsätze damals wie heute) jemals getan hätten. Ein Broder war damals nicht vorstellbar, aber es gab hinreichend sehr gebildete Hofnarren, die die Herrschenden gegen die vermeintlichen Sündenböcke aufhetzten und dadurch auch beim “Volk“ beliebt waren.

Es ist sicherlich kein Zufall, dass Letzterer heutzutage – selber Jude und faktisch der lautstärkste Zionist in Deutschland – zu den lautesten Befürwortern des Minarettverbots gegen Muslime heutzutage ist. Woran aber liegt das? Ist ihm nicht bewusst, dass jene Abneigung sich eines Tages auch gegen Juden richten könnte? Aber darum geht es nicht! Damals wie heute geht es darum, ein Unrechtssystem aufrecht zu erhalten. Israel ist heute das Mahnmahl für westliche Vertreibungs- und Unrechtspolitik seit 60 Jahren. Guantanamo, Afghanistan, Irak und andere Beispiele vervollständigen das Bild. Und in Europa gibt es eine Gruppe von Menschen (wenn auch eine sehr kleine), die sich religiösbedingt und ohne eingeschüchtert werden zu können, beständig gegen das Unrecht verbal auflehnt! Das hatte bereits Ariel Scharon – damals Zionistenanführer – im November 2003 festegestellt und die wachsende Zahl von Muslimen innerhalb der EU als Gefahr “für das Leben der Juden“ bezeichnet. Und was ist mit solch einer “Gefahr“ zu tun? Einstmals wurden “Juden“ als “Gefahr“ bezeichnet. Die Argumente von damals und heute sind kaum voneinander zu unterscheiden! Daher darf man auch nicht den Fehler machen, Scharon und Broder als Vertreter des Judentums zu betrachten. Beide haben mit der Religion des Judentums kaum etwas zu tun. Sie missbrauchen das Judentum, wie einstmals Fürsten das Christentum missbraucht haben, um ihre Herrschaft sicher zu stellen, die Herrschaft des Kapitals, der Macht.

Und die Gewaltherrscher von damals wie heute hatten einen unvorstellbaren Ideenreichtum, die Welt auf den Kopf zu stellen. Erst vor wenigen Wochen musste sich in Deutschland ein friedlicher muslimischer Prediger vor Gericht dafür verantworten, dass er in einem Gemeinschaftsgebet darum gebetet hatte, dass Gott die Feinde der Muslime bestrafen möge. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Da fallen ganze Horden von westlichen Soldaten über muslimische Länder her, richten ein Massaker nach dem anderen an, bei dem unzählige Zivilisten ermordet werden, und ein Muslim, der nichts anderes getan hat, als dafür zu beten, dass die Feinde der Muslime von Gott bestraft werden mögen, muss sich vor Gericht verantworten. Irgendein Verantwortlicher an Massenmorden oder Guantanamo musste sich bisher in keinem westlichen Land für sein offensichtliches Verbrechen verantworten. Ja, damals war es nicht anders.

Und um den aktuellen zum Himmel schreienden Skandal der Schweizer zu vertuschen, beeilen sich die Hofberichterstatter, möglichst auch hinreichend viele Schweizer zu Wort kommen zu lassen, die der Welt das Märchen von der Schweizer Demokratie erzählen dürfen, von der dann die Hofinterviewer auch beeindruckt sind. Aber werfen wir doch einmal einen Blick auf die Schweizer Demokratie: Das Frauenstimmrecht wurde in der Schweiz durch eine eidgenössische Abstimmung am 7. Februar 1971 eingeführt! Wir haben uns nicht verschrieben! Es handelt sich wirklich um Neunzehnhunderteinundsiebzig! Aber das war noch lange nicht in der gesamten Schweiz gültig. Denn “Volks“abtimmungen in den Kantonen führte dazu, dass das “Volk“, also die Männer, dagegen stimmten, dass Frauen mit abstimmen dürfen. Es dauerte bis zum 25. März 1990 bis endlich auch Appenzell Innerrhoden die Frauen das Recht erhielten, zu wählen, aber nicht etwa, weil eine Volksabstimmung ihnen das Recht gewährt hätte! Damals gab das Bundesgericht einer Klage von Frauen aus Appenzell Innerrhoden Recht und bestätigte damit die Verfassungswidrigkeit der Innerrhoder Kantonsverfassung in diesem Punkt. Am 27. November 1990 führte Appenzell Innerrhoden als letzter Kanton das Stimmrecht für Frauen auf kantonaler Ebene ein, gegen den Willen der Mehrheit der damaligen Stimmbürger. So viel zur Vorbild-Demokratie in der Schweiz! Merkwürdig nur, dass die Broders, Sarrazins, und vor allem Schwarzers sich nicht mehr daran erinnern!

Jetzt haben also die Schweizer so abgestimmt, wie der im Koma liegende Scharon es sich wohl gewünscht hätte, und die Vorreiter jener Kampagne mit widerlichen Plakaten (man vergleiche die Plakate mit den Plakaten, die einstmals gegen Juden aufgehängt wurden), treten mit großer Freude in den sie fördernden Medien auf und verkünden, dass diejenigen, die unter einem Minarett beten wollen, ja das Land verlassen könnten. Noch sagen sie nicht, was geschieht, wenn sie es nicht tun.

Ja, so weit ist es gekommen. Die Hetzvolksabstimmung fand am Opferfest der Muslime – dem größten islamischen Fest statt – was niemand von der Hofberichterstattung thematisiert, oder zumindest danach gefragt hat. Wenige Tage danach gibt es eine groß angelegte “Durchsuchungsaktion“ gegen eine der größten muslimischen Organisationen in Deutschland mit dem Vorwand, Sozialabgaben wären nicht gezahlt und Steuergelder missbraucht worden. Und dafür war eine Razzia in Dutzenden von Moscheen notwenig?!

Nein, das Klima für Muslime in Europa wird immer rauer, und Scharons Wunsch – und derjenige von Broder – nähert sich immer weiter der Umsetzung. Immer mehr Muslime spielen mit dem Gedanken, das Land zu verlassen, immer mehr Muslime – insbesondere die bereits gut ausgebildeten – haben das Land schon verlassen. Die Broders und Schwarzers wünschen das wohl. Aber möchte das Volk wirklich mit den Broders und Schwarzers, mit den Bosbachs und Sarrazins leben, wenn das Feindbild “Muslim“ nicht mehr in hinreichender Anzahl vorhanden ist und dann ein neues Feinbild notwenig wird?

Der neue Innenminister will die Bundeswehr auch im Inneren Einsetzen. Guantanamo wird nicht geschlossen, aber Obama dafür nicht kritisiert. Er sendet 30.000 neue Soldaten nach Afghanistan und keinem Friedensnobelpreisverkünder treibt das die Schamesröte ins Gesicht; es sind ja Friedenssoldaten.

Die Banken treiben ihr böses Spiel gegen die gesamte Bevölkerung weiter, ohne dass ihnen jemand Schranken aufzeigt. Und US-Konzerne “zocken“ die deutsche Wirtschaft gerade ganz offensichtlich ab (anders kann man das nicht nennen). GM will Milliarden von Deutschen, und Daimler verlagert Arbeitsplätze in die USA und lässt Deutsche Fachkräfte im Trockenen sitzen.

Ja, merkt denn wirklich niemand, dass in solch einer Atmosphäre, in der Deutschland von seinem größten und wichtigsten Verbündeten wirtschaftlich die Hosen ausgezogen werden, während Deutschlands Staatsräson deutsche Kriegsschiffe mit deutschen Steuergeldern verlangt – das Geschenk einfach nur verlangt – eine bis an die Haarspitzen gereizte Bevölkerung normalerweise explodieren würde! Aber sie tut es nicht, denn die Explosion wird frühzeitig künstlich erzeugt, gegen den Islam, gegen Muslime, von den lautesten Hasspredigern der USA und Israels zusammen mit der nahezu gesamten deutschen Hofberichterstattung. Merkt dass denn wirklich niemand? Und merkt denn niemand, wie die Anführer von Rechts und Links gemeinsam gegen den Islam hetzen (auch indem sie sich gegenseitig die Zusammenarbeit mit Muslimen vorwerfen).

Dieses Land ist so weit gekommen, dass man diese für jeden leicht nachprüfbare Wahrheit offen aufschreiben und verbreiten kann, ohne dass es die Spur einer Chance hätte, gegen die nackten Frauen auf den Blättern, die jedes Verbrechen der USA und Israels unterstützen, auch auf Kosten des deutschen Steuerzahlers!

Daher gibt es nur einen einzigen Weg zum Frieden, den schon so viele Menschen so oft wiederholt haben. Der Frieden selbst ist der Weg und jeder kann nur bei sich selbst beginnen. Die Selbsterziehung ist die Grundlage. Nur jemand, der sich selbst erzogen hat, wird sich gegen die Vereinnahmung als Platzhalter in einem unmenschlichen Unterdrückungsmechanismus wehren können.

Bliebe noch die Frage, wer denn in der Überschrift des Artikels “Gehorchen Schweizer Faschisten Scharon?“ mit Faschist gemeint ist, Scharon oder die Schweizer, die jene Volksabstimmung angeführt haben. Die Antwort sei dem Leser überlassen.

Nach dem Minarettverbot in der Schweiz melden sich eine ganze Reihe von Vertretern des Kapitalismus zu Wort, um noch mehr Öl ins Feuer ihres Islamhasses zu gießen – und die Freude in ihren Worten ist nicht zu überlesen.

Minarettverbot war gestern. Jetzt geht es an die Kleidung der Muslimas. Und morgen dürfte das Gebet dran sein. Den Hasspredigern geht es aber weder um den Islam, noch um Minarette, es geht ihnen um die menschenverachtende Ideologie des Kapitalismus, die sie schützen müssen! Dazu eine Frage: Können Sie sich vorstellen, vom wem die folgenden Zeilen stammen?

„Die Schweizer sind die erste europäische Nation, die sich in einer freien Abstimmung gegen die Judaisierung ihres Landes entschieden hat. Aber nicht gegen die Religionsfreiheit oder das Judentum als Religion. Nur gegen eine Asymmetrie der Verbote für Religionen im Orient und Okzident. Unabhängig davon, wie man das Ergebnis bewertet – nicht die Juden sind die Verlierer, die niemand in der Schweiz daran hindert, ihre Religion zu praktizieren, es sind die Gutmenschen, die eine andere Kultur immer verteidigenswerter finden als die eigene, die Trittbrettfahrer, die schon immer für Rassismus anfällig waren, und die Appeaser wie die Schweizer Außenministerin, die sich Sorgen um mögliche Reaktionen in der israelisch-jüdischen Welt machte und dem Export Schweizer Produkte zuliebe die Demokratie nach Schweizer Art ein wenig entschärfen wollte. Dieselben Pappnasen, die uns immer wieder erzählen, Israel sei keine Diktatur vergewaltigungslustiger alter Säcke, die nicht müde werden, zu behaupten die IDF sei “eine Verteidigungsarmee“, werden die Mehrheitsentscheidung der Schweizer als “undemokratisch” verurteilen, weil das dumme Mündel sich nicht so entscheidet, wie es der kluge Vormund möchte. Da wird der Vormund böse. Die Schweizer sind die erste europäische Nation, die sich in einer freien Abstimmung gegen die Judaisierung ihres Landes entschieden hat. Nicht gegen die Religionsfreiheit, nicht gegen Lokale, in denen koscher gegessen wird, nicht gegen das Judentum als Religion. Nur gegen eine Asymmetrie, die auch in anderen Ländern als naturgewollt hingenommen wird.
Juden dürfen in Europa Gebetshäuser bauen, Muslime in Israel dürfen es nicht (von den Christen und anderen Goyim nicht zu reden). … Wenn es in Deutschland eine Ausbildung zu Rabbinern geben kann, die nicht der staatlichen Aufsicht untersteht, muss es in Tel Aviv oder Haifa eine Muslimische, Evangelische, eine Katholische oder eine Akademie für Theorie und Praxis des Atheismus geben können. … Es ist ganz einfach. Einer muss nur den Anfang machen.“

Können Sie sich vorstellen, wer solch einen Text ungestraft in Deutschland veröffentlicht? Können Sie sich vorstellen, dass solch ein Text in der Zeitung “die Welt“ veröffentlicht wird? Nein, Sie können es nicht, denn es wäre eine Volksverhetzung sondergleichen, es wäre eine Unverschämtheit gefüllt mit Lügen – nicht einmal zionistischen Anführern dürfte man pauschal die Vergewaltigungslust vorwerfen, selbst wenn einige dafür sogar verurteilt wurden. Und solch ein Text wäre ein hasserfülltes Aufwiegeln, gegen den sich auch deutsche Muslime wehren würden! Nicht zuletzt wäre es der letzte Text jenes Schreibers, den er hätte veröffentlichen dürfen. Die gesamte Presse würde ihn meiden; von den strafrechtlichen Konsequenzen einmal abgesehen.

Der Text stand auch nicht so in der “Welt“. Er richtete sich nicht gegen Juden, sondern gegen Muslime. Er richtete sich nicht gegen Israelische Präsidenten, sondern gegen die Geistlichkeit im Iran. Gegen den Iran darf man offenbar den nächsten Krieg vorbereiten, auch mit solchem verbalen Dauerbeschuss! Er richtete sich nicht gegen jüdische Gebetshäuser, sondern gegen muslimische.

Auffällig bei solchen Schreibern (Sarrazin hat sich auch wieder gemeldet) und solchen Texten ist stets, dass sie Vertreter des Reichtums, des Establishments, der “herrschenden Klasse“ sind, ohne in ein kommunistisches Vokabular zu verfallen. Sie sind in unserem Vokabular die Hofschreiber, Hofnarren, Hoffotografen, Hofwissenschaftler, jeweils in einem anderen Bereich tätig, aber für den Hof und gut bezahlt vom Hof (außer sie haben es nicht nötig, da sie schon im Hof leben). Nie liest man eine derartige Hasstirade gegen den Islam und die Muslime von Vertretern der Arbeiterschaft oder der armen Bevölkerung! Und doch sind es genau jene Arbeiter und Armen, die dann instrumentalisiert werden, um gegen Muslime (einstmals Juden) zu randalieren. Die verbale Randale kommt von den reichen Saubermännern, die körperliche folgt dann vom Volk, von dem sich jene Saubermänner aber dann distanzieren: „Nein, wir wollten keine Steine in Moscheen werfen, nein die Brandsätze sind nicht gut. Wir wollten doch nur den Davidsstern abmontieren. Warum sollte ein Jude schlechter beten können, wenn der Davidsstern nicht mehr an der Außenfassade hängt?“

Dennoch sollte man einen Teil der Argumente der Hassprediger aufgreifen, um die perfide Vorgehensweise offen zu legen. Da ist z.B. davon die Rede, dass in der Türkei der Bau von Kirchen nicht erlaubt sei. Jenes Argument ist aus mehrfacher Hinsicht idiotisch! Es gibt keine einzige christliche Gemeinde, die irgendeine Kirche in der Türkei bauen will. Der Grund dafür ist ganz einfach zu erklären. Es gibt in der Türkei pro-Kopf-Christ ungefähr drei bis vier Mal so viele Kirchenplätze, wie für pro-Kopf-Muslim Moscheen in der Schweiz oder Deutschland. Die bestehenden – teilweise historisch extrem wertvollen und riesigen – Kirchengebäude in der Türkei verfallen, weil die christlichen Gemeinden für deren Instandhaltung keine Mittel aufbringen können, schlicht und einfach deshalb, weil es viel zu viele Kirchen gibt; viel mehr als Kirchengänger in der Türkei benötigen. In der Türkei gibt es zahllose geschlossene Kirchen; nicht weil der Staat sie geschlossen hat, sondern die jeweilige Gemeinde mangels Kirchengängern!

Als noch drastischeres Beispiel wird Saudi-Arabien genannt, dass dort keine einzige Kirche gebaut werden dürfe. Es stellt sich natürlich zunächst die Frage, was eine Kirche in einem Gebiet soll, in der kein einziger Christ lebt! Aber nehmen wir einmal an, das sich irgendwo am Rande des Landes tatsächlich eine christliche Gemeinde zusammen fände und ihr (genau so wie muslimischen Schiiten) verboten wird, ein Gebetsgebäude zu bauen, wer wäre dann schuld? Wären das nicht die Saudischen Könige und Prinzen, die keinen einzigen Tag an der Macht bleiben könnten, ohne massive militärische Unterstützung der USA gegen das eigene Volk? Warum fragt man nicht höflichst bei der US-Armee an, ob sie nicht die Christen, die in einer Kirche beten möchten, zumindest in den Kirchen innerhalb der US-Militärbasen in Saudi-Arabien beten lassen, denn dort gibt es jene Kirchen entgegen der Hasspredigerpropaganda!

Die “rechten“ Hassprediger, die jetzt aus dem Feiern gar nicht mehr herauskommen, werden angeführt von Milliardären! Hat sich eigentlich jemals einer der armen Wahlgänger (ob Naziwähler in Deutschland, Österreich oder Schweiz) die Frage gestellt, warum jene Milliardäre nie einen Cent für wohltätige Zwecke zur Unterstützung der einheimischen armen Bevölkerung übrig haben, aber stets hinreichend spendabel sind bei der Unterstützung von ohnehin reichen Hasspredigten? Und hat sich jemals einer der “einfachen“ Arbeiter die Frage gestellt, warum er so sehr gegen seinen muslimischen Arbeiterkollegen aufgehetzt werden soll, während er die frauenverachtende Zeitung mit Nacktbildern liest und gleichzeitig das Wirtschaftssystem die Bankmanager immer reicher und ihn und seine Familie immer ärmer werden lässt? Und ist ihm jemals aufgefallen, dass der Grad des Hasses gegen Juden zur Zeit seiner Großeltern und gegen Muslime in seiner eigenen Zeit dem eigenen wirtschaftlichen Niedergang proportional ist? Und ist ihm auch schon einmal aufgefallen, dass jene Hassprediger, Bankmanager und Chefredakteure; kurz, der gesamte Hof und seine Hofbediensteten, niemals ihre Söhne oder Töchter als Soldaten nach Afghanistan senden, sondern es die Kinder derjenigen sind, die nicht in Saus und Braus leben?

Ein Minarett ist nichts anderes als ein Turm, von dem einstmals der Gebetsruf in die Umgebung gerufen wurde. Das berühmteste Minarett Europas ist die Giralda, der Turm der Kathedrale von Sevilla (Spanien) und eines der Wahrzeichen der Stadt. Der Turm ist der Rest der einstigen Moschee, die im Jahr 1184 errichtet wurde. Von der Moschee ist nichts mehr übrig außer diesem Minarett, und das ist heute Teil einer Kathedrale! Soll das die Zukunft sein?

Muslime brauchen kein Minarett, um in einer Moschee beten zu können. Sie brauchen auch keine Moschee, um miteinander beten zu können. Die brauchen auch kein Gebet, um mit Gott sprechen zu können. Will man deshalb all diese Dinge verbieten? Und wenn dann alles verboten ist, wer ist dann dran? Kommt dann der Davidsstern dran? Schließlich müssen Juden ja keinen Davidstern an ihren Synagogen haben, um beten zu können. Ist irgendeinem Christen eigentlich schon einmal aufgefallen, dass es nicht Muslime waren, die das Kreuz verbannen wollten?

Muslime brauchen das Minarett nicht. Aber eine menschenwürdige Gesellschaft braucht Intellektuelle, die sich dafür einsetzen, im eigenen Land Verhältnisse zu schaffen, die friedvoller sind, als im Rest der Welt, die würdevoller und menschenfreundlicher sind, als im Rest der Welt. Eine zukunftsorientierte Gesellschaft braucht Menschen, die ihre Verantwortung als Mensch wahrnehmen und tragen können. Genau hier setzt das Hauptargument der Schweizer an. Sie behaupten besonders demokratisch gewesen zu sein, da schließlich das Volk abgestimmt hat. Wie weit aber will man das führen? Wollte man auch eines Tages darüber abstimmen lassen, Muslime auszuweisen? Und was ist, wenn das Volk dafür stimmt? Und wie wäre es mit Volksabstimmungen in Deutschland über den Afghanistaneinsatz oder U-Boot-Geschenke an Israel?

Der Kapitalismus ist eine Ideologie, die – ähnlich dem Schneeballsystem – eine Weile die Leute an der Spitze immer reicher werden lässt, bis der Boden erreicht ist. Die große Masse wird immer ärmer. Jener Zeitpunkt ist jetzt weltweit wieder erreicht. In den USA werden inzwischen schon an 10% der Bevölkerung Essensmarken verteilt. Andere Länder werden folgen, denn es gibt keinen Ausweg. Kein wirtschaftliches Wachstum der Welt kann das Zinswachstum auch nur annähern kompensieren. Der Kapitalismus ist am Ende und die Folge würde – normalerweise – der Aufstand der Betrogenen gegen die Betrüger sein. Normalerweise wäre es der Aufstand der Mehrheit der Bevölkerung gegen den Hof (aber auch ihre Schreiberlinge). Daher gibt es für den Hof nur einen Ausweg. Das Geldsystem muss sozusagen “heruntergefahren“ und neu gestartet werden (wie bei Windows, wenn es hängt). Es gibt aber nur einen einzigen Neustartknopf im Kapitalismus, und der heißt Krieg. Es ist kein Zufall, dass die größten Kapitalisten verbündet in Afghanistan und Irak eingefallen sind. Aber das genügt noch nicht, um das System neu zu starten. Ein viel größerer und umfangreicherer Krieg muss her. Und die Hofschreiber des Kapitalismus sind schon längst auf ihre eigenen Minarette gestiegen und rufen nicht nur fünf Mal am Tag, sondern durchgehend, so laut sie können, dass der Iran anzugreifen sei!

Die Bevölkerungen der westlichen Welt sind aber immer noch nicht hinreichend willig. Also müssen die Hofschreiber die Willigkeit vorbereiten, damit eine geeignete “Aktion“, die uns noch bevorsteht, den Weltkrieg dann einleitet. Einen anderen Ausweg gibt es aus dem Kapitalismus nicht, wenn man den Kapitalismus beibehalten – bzw. neu starten – will. Warum wurde Obama gewählt und mit einem Friedensnobelpreis ausgestattet? Wenn ein Bush die westliche Welt in einen noch umfassenderen Krieg geführt hätte, wäre der weltweite Protest auch in der Westlichen Welt nicht mehr zu unterdrücken gewesen. Obama aber sendet 30.000 neue Soldaten nach Afghanistan, führt Guantanamo weiter und die Westliche Welt schweigt.

Wenn aber die Nacktzeitungsleser von heute einmal darüber nachdenken würden, was das für sie und ihre Kinder bedeutet, wenn sie darüber nachdenken würden, in welche fernen Ländern die heutigen Hofschreiber bei einem unfassenden Weltkrieg fliehen werden und was ihnen übrig bleibt, dann würden sie aufhören Hasspredigern zuzuhören und solche Schundschreiber zu lesen, sondern würden einen Weg zum Frieden suchen, einen friedlichen Weg zum Frieden.

Direkt am Bosporus in Istanbul, zwischen der ersten Bosporusbrücke und dem Zentrum vom Stadtteil Üsküdar, gibt es eine alte kleine Kirche, die sage und schreibe drei Meter neben einer ebenso kleinen Moschee steht. Beide Gebetshäuser sind in Betrieb. In Mannheim steht ebenfalls eine Moschee unmittelbar gegenüber einer viel größeren Kirche. Das Minarett der Moschee verschwindet fast neben der Pracht des Kirchebaus und seiner Größe. Beide Gebetshäuser sind nebeneinander im gegenseitigen Respekt in Betrieb. Und es gibt unzählige Beispiele überall in der Welt, in der solch ein friedliches Miteinander möglich ist. Eine Parole gegen den Zionismus lautet: Juden, Muslime und Christen, Hand in Hand gegen Zionisten. Möglicherweise muss man jene Parole erweitern in: Juden, Muslime und Christen, Hand in Hand gegen Kapitalisten.

Ach ja, nur nebenbei gefragt: Ist Ihnen eigentlich aufgefallen, dass die größten Hassprediger gegen die Minarette von heute gleichzeitig die größten Befürworter jeglicher Verbrechen Israels sind; nicht der Juden aber der Zionisten!

Lieber Schweizer Minarettgegner,

Grüß Gott. Verzeihen Sie bitte vielmals, dass ich diesen Weg gewählt habe, um mich an Sie zu wenden, aber ich weiß keinen anderen, um zumindest einige von Ihnen zu erreichen.

Ich möchte Ihnen hiermit unmissverständlich zum Ausdruck bringen, dass es zweifelsohne Ihr eignes Recht ist, in Ihrem Land darüber zu bestimmen, welche Art von Bauten Sie zulassen wollen oder nicht. Es ist auch Ihr Recht, als erstes Land der Erde, ein Minarettverbot im Verfassungsrang einzuführen und damit in die Geschichtsbücher einzugehen. Genau wie Sie, verurteile ich diejenigen, die jetzt nach der Abstimmung alle möglichen Gremien der Welt anrufen, um auf die mögliche Menschenrechtsverletzung hinzuweisen. Wenn es eine Menschenrechtsverletzung war, dann war es vorher die Abstimmung über eine Menschenrechtsverletzung und hätte vorher geahndet werden müssen und nicht erst, nachdem Sie sich anders entschieden haben, als es vorgesehen war. Jener Ruf nach Menschenrechten im Nachhinein ist pure Heuchelei, und Heuchelei ist mir mehr zuwider als offene Feindschaft. Daher habe ich vollsten Respekt gegenüber Ihrer Unabhängigkeit und Selbstbestimmung. Muslime, die unbedingt ein Minarett wünschen, haben ja immerhin vier Stück davon in der Schweiz und notfalls können sie ja auch ausreisen, wie es Ihre Sprecher bekunden; die Schweiz erstellt ihren eigenen Staatsbürgern ja hinreichend Ausweise, wenn diese das Land verlassen wollen. Sie betrachten es als Ihr gutes Recht, auch eigene Staatsbürger zum Verlassen des eigenen Landes zu nötigen, und ich mische mich in die Inneren Angelegenheiten der Schweiz nicht ein.

Erlauben Sie mir dennoch eine Bitte. Lassen Sie uns aufrichtig miteinander umgehen! Überlassen wir die Heuchelei all jenen, die bisher geschwiegen haben und jetzt so empört tun. Lassen Sie uns aufrichtig miteinander umgehen. Ihr Minerettverbot war eine offene Feindschaftserklärung gegen den Islam und die Muslime! Bitte hören Sie auf mit jenem Gefasel, dass sich das Verbot nicht gegen die Religion des Islam richten würde. Bitte hören Sie auf mit dem Selbstbetrug, dass sie damit die Überschwemmung der Schweiz mit Minaretten als Symbol der “Islamisierung“ verhindern wollten. Wenn es so viele Schweizer gibt, die ein Minarett wünschen, dass das Land davon “überschwemmt“ werden könnte, werden die in einer dann stattfindenden Volksabstimmung ihr heutiges Abstimmungsergebnis ohnehin kippen. Darum ging es nicht. Kaum ein Schweizer hat doch bis jetzt jemals ein Minarett im eigenen Land gesehen, denn sie haben ja nur vier davon. Und am heftigsten gegen das Minarett wurde in jenen Gegenden gestimmt, in denen es gar kein Minarett gibt! Sie haben ein System, bei dem das möglich ist, und es steht mir als Nichtschweizer Muslim nicht zu, ein anderes System zu verlangen. Aber ich kann Sie zumindest um Aufrichtigkeit bitten. Ihr Votum war nicht gegen ein Gebäudeteil gerichtet. Ihr Votum war gegen meinen Glauben und meine Glaubensgeschwister gerichtet, selbst wenn diese Schweizer Staatsbürger sind.

Sie haben sich zur offenen Feindschaft entscheiden, ich aber nehme Ihre offene Feindschaft nicht an, da ich Sie für bedauernswerte Opfer einer Hasspredigt halte, wie ich sie aus dem Missbrauch aller Religionen, aller Ideologien und aus allen Ländern kenne. Möge Gott Ihnen vergeben für das Unrecht, dass sie meinen Glaubensgeschwistern angetan haben und Ihnen einen Weg aus dem Unrecht zeigen. Aus Ihrer Flagge entnehme ich, dass die Schweiz etwas mit dem Christentum zu tun haben könnte. Daher mag ja die Hinwendung zu Jesus und zur christlichen Nächstenliebe ein Ausweg sein. Was glauben Sie, wie würde Jesus zu Ihrem heutigen Verhalten stehen?

Nein, Feindschaft kann ich gegen sie nicht spüren, auch wenn Ihr Votum sehr verletzend war. Es gelingt mir nicht einmal Sie pauschal zu verachten, denn ich kenne die Mechanismen, auf die Sie sich eingelassen haben und denen nur selbsterzogene Menschen widerstehen können.

Aber verzeihen Sie bitte vielmals, wenn ich in Zukunft Ihre dreieckige Schokolade nicht mehr essen werde, obwohl ich diese doch mag, und in Zukunft auch auf Schweizer Käse verzichten werde. Es fällt mir einfach schwer im Gedanken daran, dass Sie meinen Glaubensgeschwistern vorschreiben wollen, wie sie ihr Gotteshaus zu gestalten haben. Finden sie es angebracht, wenn Nichtchristen den Christen vorschreiben, wie sie ihre Kirchen zu gestalten haben?

Das Schweizer Messer hat eine wirklich gute Qualität, aber es gibt auch andere Messer. Bisher hat es mich nie gestört, ein Taschenmesser beim Stockbrotgrillen – heute eher High-Tech-Werkzeug – zu nutzen, auf dem ein Kreuz abgebildet war, obwohl ich Muslim bin, aber in Zukunft würde mich das immer an das Minarettverbot erinnern, und verzeihen Sie mir, dass ich diese Erinnerung nicht für schön erachte. Auch Uhrenhersteller gibt es auch hinreichend in der Welt. Machen Sie sich jedoch keine Sorge über solch einen Boykott eines einzelnen unbedeutenden kleinen Muslims. Selbst wenn sich einige andere dem anschließen sollten, wird es ihre starke Wirtschaft nicht weiter schädigen. Ich tue es auch nicht, um sie zu schädigen, sondern weil ich einfach ein ungutes Gefühl dabei habe, wenn ich das Wort Schweiz höre. Alle Gedanken, mit denen ich die Schweiz einstmals in Verbindung gebracht habe, werden überlagert durch das Minarettverbot, denn es ist so einmalig und es war für mich bisher so unvorstellbar, dass andere Gedanken daneben kaum Platz finden. Ähnliche Gedanken hatte ich zu Dänemark, aber da war es nur eine Zeitung, die ihre Feindschaft erklärt hat; bei Ihnen ist es die demokratische Mehrheit des Volkes!

Über meine Geldanlage in Ihrem Land brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen. Leute, wie ich verfügen über keine Gelder, die wir in Ihrem Land anlegen könnten. Und diejenigen, die die Gelder bei Ihnen anlegen, werden es jetzt sicherlich noch freudiger als zuvor tun, so dass meine weniger gegessene dreieckige Schokolade mehr als nur ausgeglichen werden wird.

Verzeihen Sie auch, dass ich in meinen Gedanken, in meinen Anrufungen Gottes, in meinen Gebeten, meinen Unmut und meinen Ärger über Ihre Entscheidung zum Ausdruck bringen werde. Und falls es einen gerechten Gott gibt, wird er ja möglicherweise meine Gedanken hören und akzeptieren. Aber darüber brauchen Sie sich auch keine Sorgen zu machen, denn ganz offensichtlich glauben Sie nicht an einen gerechten und barmherzigen Gott der Liebe, wie ich es tue. Jemand, der wirklich an Gott glaubt, jemand der Jesus und Maria kennt, der kann nicht so unbarmherzig sein, wie Sie es sind.

Es mag Sie am Ende meiner Zeilen aber überraschen, dass ich dennoch gleichzeitig für Ihren Schutz bete. Denn Sie haben mit Ihrem Votum denjenigen, die einen Weltkrieg heraufbeschwören wollen, eine hervorragende Gelegenheit für einen False-Flag-Angriff gegeben. Ich bete darum, dass Sie und Ihr Land davor verschont bleiben mögen.

Und der Friede sei mit denen, die der Wahrheit folgen.

Nun fordern einige,wegen dieses vor 30 Jahren begangenen Verbrechens für welches Polanski in den USA in Abwesenheit (weil sich der feine Herr durch Flucht seiner Verantwortung entzogen hat)Verurteilt wurde, seine Freilassung und das nur Aufgrund seines persönlichen „Schicksals“ als Jude und weil ihm das Opfer vergeben hätte.

Nun stellt sich für uns die Frage ob das auch so wäre wenn ein durch Krieg und Besatzung traumatisierter Palästinenser,der durch zionistische Besatzungssoldaten seine Familie verloren hat, eine 13 jährige Jüdin mit Drogen betäubt und danach vergewaltigt auch auf so viel Verständniss in der westlichen „Kulturszene“ stösst wie der Herr Polanski. Rassisten und Faschozionisten wie z.B. Politically Incorrect hätten wieder eine große Schlagzeile,aber dort herrscht grosses Schweigen im Walde. Und ob für diesen Palästinenser dann auch schon Unterschriftenlisten im Internet geführt werden? Und ob Polen und Frankreich sich für diesen Palästinenser einschalten werden? Ich glaube nicht.

Was lernen wir aus dieser Geschichte? Man kann ein Kind unter Drogen setzen und Vergewaltigen und das ist alles kein Problem solange man der richtigen „Gruppe“ angehört!

Islamische Bewegung-kein Monopol

Wir,die wir uns erhoben haben,taten dies für den Islam.Unsere Republik ist eine Islamische Republik.Die Islamische Bewegung kann nicht nur auf ein bestimmtes Land beschränkt sein.Auch nicht nur auf die islamische Welt.Eine Bewegung, die um des Islam willen erfolgt.ist die Bewegung der Propheten.Auch sie, die Bewegung der Propheten,war nicht auf ein Gebiet begrenzt.Der Prophet des Islam stammte aus Arabien,seine Einladung aber erging nicht nur an die arabische Bevölkerung,war nicht nur auf die arabische Halbinsel beschränkt,sondern meinte alle,die gesamte Welt.

Ihn überall verwirklichen

Schreitet auf dem Weg des Islam einher, und setzt euch für ihn ein.Damit das Schahadat auf seinem Wege zuteil wird.Und sollten wir - In Scha´Allah - obsiegen,zum Erstarken und Sieg des Islam beitragen und überall,wo auch immer, erhobenen Hauptes sein und in allen Ländern,in allen Teilen der Welt,den Islam verwirklichen und sein Banner aufrichten können.

Islam-Ein Recht aller

Ich hoffe,dass wir das Banner des Islam - das Banner der Islamischen Republik - in allen Teilen der Welt aufrichten können und sich alle dem Islam,der ein Recht aller ist, anschliessen werden. Imam Ayatollah Ruhollah Al Musavi Al Khomeini

Boycott Zionism

Smash Zionism

Widerstand gegen Zionismus,Zionisten und deren Unterstützern!

Boycott Israel

Widerstand macht Sinn

"Wenn die Zionisten die Waffen niederlegen und sich hinter die Grenzen von 1967 zurückziehen wird es Frieden geben. Wenn der palästinensische Widerstand die Waffen niederlegt wird es niemals ein freies, unabhängiges Palästina geben." Ahmed Ibn Fahdlan in Tehran.

Revolution I

"Without a revolutionary theory there cannot be a revolutionary movement"

Revolution II

Revolution! Revolution! Nicht vom Osten!! Nicht vom Westen!! ISLAMISCHE REVOLUTION!!!

Ideologie

"Also wenn wir den Krieg nicht gewinnen was haben wir dann von der Ideologie? Also ich meine, das ist doch nicht einfach irgendetwas aus einem Buch. Eine Ideologie ist doch etwas praktisches, muß doch etwas lebendiges, etwas für Menschen sein!"

Islam Inside

Smash Imperialism

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