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Jedes Jahr wird am 12. Ordibehescht, dem 2. Mai, des iranischen Gelehrten und Märtyrer Mortesa Motahari gedacht.Schahid Motahari  war   ein Mystiker und großer Philosoph. Seine Werke sind  ein Fenster zur Erkenntnis und zur Weisheit für alle Wissensdurstige.

Motahari hat versucht, die Religion im Zusammenhang mit den zeitgenössischen Bedürfnissen darzustellen.   Schon mit 13 Jahren hat er ein großes Interesse hinsichtlich der Fragen, die Gott und die Religion betrafen, empfunden. In seinen verschiedenen Werken kommt der Wunsch nach dem Wohl der Menschen und dem richtigen Religionsverständnis ausgeprägt zum Ausdruck. Er möchte den Islam als das vorstellen was er ist: das ideale  Lebenskonzept.

An vielen Stellen im Koran wird darauf hingewiesen, dass diese Religion den Menschen wahres Leben spendet. Im Vers 24 der Sure Anfal lesen wir:  Ihr Gläubigen! Hört auf Gott und Seinen Gesandte, wenn er euch zu etwas aufruft, was euch Leben verleiht! Ihr müsst wissen, dass Gott zwischen den Menschen und sein Herz tritt, und dass ihr zu ihm versammelt werdet. Es bedeutet also Leben, auf Gott und Seinen Gesandten zu hören, d.h.  der Islam spendet   Leben. Etwas was Leben spendet, wird niemals vergehen. Motahari drückt es so aus: „Die Sonne der Religion geht nie unter!“ Er sagt: „Zur Wiederbelebung der Religion muss sie im Leben des Menschen gegenwärtig sein, aktiviert werden und Einfluss auf menschliches  Denken und Handeln  nehmen.“ In  Gedenken an diesen großen iranischen Gelehrten möchten wir einen Blick auf seinen  Essay: „Die Sonne der Religion geht nie unter“ bringen:

„Gesellschaftliche Phänomene müssen mit den Forderungen des Menschen übereinstimmen, damit sie Fortsetzung finden, das bedeutet,  dass entweder diese Phänomene selber eine Forderung der Menschheit sind, oder   auf eine bestimmte Weise zur Deckung der Forderungen der Menschheit beitragen. Die Bedürfnisse des Menschen sind zweierlei Art: naturbedingt oder nicht naturbedingt.  Die natürlichen Forderungen gehen auf die natürliche Eigenschaften des Menschen zurück. Zum Beispiel ist der Mensch an wissenschaftlicher Forschung interessiert oder er liebt das Schöne. Nicht naturbedingte Bedürfnisse  des Menschen sind Neigungen, die aufgrund von Gewohnheit entstanden. Zum Beispiel ist eine großer Prozentsatz der (iranischen) Bevölkerung das Teetrinken gewohnt oder aber bei einer großen Anzahl  ist das Rauchen Gewohnheitssache. Weil diese Forderungen und Wünsche nicht natürlicher Art sind, vermag  der Mensch von ihnen Abstand zu nehmen.

Aus der Sicht der Denker sind unnatürliche Dinge unbeständig und nicht von Dauer und nur die natürlichen Bewegungen können andauern. Wenn daher die Religion in dieser Welt bleiben will, muss sie im Menschen in Form einer Forderung und eines Wunsches auftreten oder sie muss die Bedürfnisse der Menschheit erwidern, und zwar auf eine Weise, dass sie sich durch nichts anderes ersetzen lässt. Während  des menschlichen Fortschrittes waren wir Zeuge, dass durch die Veränderung der Bedingungen , viele Dinge   anders wurden. Als Edison zum Beispiel den Strom erfand,  wurden Petroleumleuchten  und Kerzen rasch zur Seite gesellt, denn der Strom konnte auf angenehme Weise  die Menschen  mit Licht versorgen.  Aber einige Dinge sind unveränderlich. Zu diesen gehört die Religion.“

Aus der Sicht Schahid Motaharis entspricht die Religion den Wünschen und Forderungen, welche im seelischen Urgrund und in den Gefühlen des Menschen liegen. Außerdem kann nichts anderes so wie die Religion die Bedürfnisse der Menschen erwidern.  Im Vers 30 der Sure Rom, Sure 30, heißt es darüber, dass die Religion der Gott gegebenen Ur-Natur (Fitrah) des Menschen entspricht: Richte nun dein Antlitz auf die unversehrte  Religion des Herrn!…  Dies ist die natürliche Art, in der Gott die Menschen erschaffen hat…
Motahari schreibt:

„Einige haben die Entstehung der Religion auf die Angst und Unwissenheit des Menschen zurückgeführt. Andere denken dass der Mensch zur Religion neigt, weil er Ordnung und Gerechtigkeit liebt. Die Vertreter dieser Ansichten dachten, die Religion würde bei Weiterentwicklung der Wissenschaft verdrängt.  Aber das ist nicht der Fall gewesen. Der Mensch hat erkannt, dass die Religion nicht zugrunde gehen kann. Der westliche Psychologe Jung gibt zu, dass die Religion zu den Dingen gehört, die mit dem Unterbewusstsein des Menschen auf natürliche Weise verwebt ist und der amerikanische Psychologe William James meint in seinem Buch über Religionspsychologie: `Es trifft zwar zu, dass der Ursprung vieler unserer inneren Wünsche materielle natürliche Angelegenheiten sind, aber zahlreiche  von ihnen entspringen auch aus einer überirdischen Welt.`“ Motahari berichtet, William James sehe in den religiösen Dingen Freude, Freundschaft und Opferbereitschaft und sei der Ansicht,  dass  der religiös geprägte  psychische Zustand sich  mit keinem anderen Zustand im Menschen vergleichen lässt.

Alexis Carrel, französische Arzt und Autor, verweist laut Motahari auf die tiefe Verwurzelung der Religion in der Psyche des Menschen und schreibt in seinem Essay Das Gebet : `Im Gemüt des Menschen brennt eine Flamme die ihn ab und zu auf seine Fehler,  Irrtümer und falschen Gedanken aufmerksam macht. Diese brennende Flamme hält den Menschen vom falschen Weg ab.`

Ostad Motahari fährt fort: „Der Mensch braucht die Religion sowohl persönlich als auch gesellschaftlich. Deshalb antwortet  Tolstoi der russische Schriftsteller auf die Frage, was Glaube sei: `Glaube ist das, womit der Mensch lebt. Glauben ist das Lebenskapital des Menschen.`

Der Mensch besitzt viele Neigungen und Vorstellungen und denkt über die Ewigkeit nach. Dies erweckt in ihm den Wunsch nach ewigem Leben. Er möchte sich vor der Vernichtung retten. Sogar viele Kriege und Verbrechen  entstanden aus diesem Verlangen heraus. Die Religion ist das einzige, was die Gefühle des Menschen in ein Gleichgewicht bringt und lenkt. Victor Hugo ist der Ansicht: `Wenn der Mensch denkt, dass er zu nichts wird und diesem Leben das Nichts folgt, hat das Leben keinen Wert mehr für ihn. Was das Leben für den Menschen angenehm und erfreulich macht, ihn zur   Arbeit ermuntert  und seinen  Horizont  erweitert, ist das, was die Religion dem Menschen schenkt.`“

Schahid Motahari verweist auf die heutige Erkenntnis , dass die Moral  ohne die Religion keinen feste Grundlage hat . Er ist der Ansicht,   die hohen Werte  der menschlichen Gesellschaft wie Gerechtigkeit und Menschenliebe könnten ohne Religion praktisch  nicht verwirklicht werden. Dabei  führt er Alexis Carrel an, der gesagt hat  `Das Gehirn hat sich weiter entwickelt. Aber leider sind die Herzen noch schwach. Das Herz wird nur durch den Glauben gestärkt.`

Motahari fährt fort: „Der Islam lässt die natürlichen Gefühle im Menschen gedeihen und auch seine Lehren entsprechen der wahren Natur des Menschen.“ Er zitiert wie folgt den Historiker Will Durant: `Für alles gilt: Wenn es einmal gestorben ist, dann für immer, mit Ausnahme der Religion: Auch wenn sie hundert mal stirbt , so lebt sie wieder auf.“

Ostad Motahari  vergleicht  die Religion mit einer Sonne, die niemals untergeht. Er unterstreicht aber auch, dass die Religion  durch  Aberglauben und die Unterdrückung  rationaler Bedürfnisse des Menschen im Namen der Religion zum  Stillstand verurteilt ist.

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Während Anders Behrig Breivik nur noch mit billigen Mätzchen wie der Rücktrittsforderung an die norwegische Regierung bevor er weitere Aussagen machen will, oder mit seiner Forderung nach einem japanischen Psychater auffällt, hat sich eine ganz neue und sehr eigenartige Diskussion überall in Europa verselbständigt die fast täglich neue Gesichtpunkte bringt und die vor allem die Gefahren von Seiten der Rechten, Rassisten und Faschisten völlig neuen Bewertungen unterwirft.
Mit Anders Behrig Breivik ist in Europa der Typ des rassistischen, militanten Christen zum ersten Mal an das Licht der breiten Öffentlichkeit getreten. Für Fachleute ist diese Entwicklung allerdings nichts neues. Ulfkotte und Kewil weisen seit Jahren auf ihr Christentum hin. Thilo Sarrazin hat sogar ein besonderes jüdisches Gen gefunden, dass die Christen von den Juden und den Muslimen trennt. Allerdings ist Sarrazin außerhalb der NPD wohl der einzige, der es auch zum jetzigen Zeitpunkt schon wagt, die Juden gleich mit den Muslimen in einen Topf zu werden.

Anderen Rassisten wie PI, Kewil, und andere geben sich zur Zeit besonders proamerikanisch und proisraelisch. Das liegt vor allem daran, dass viel Geld aus den weißen, fundamentalistischen Christenkreisen fließt, die die endgültige Schlacht um Armageddon möglichst schnell herbeizwingen wollen:

Fest steht für diese Menschen das Endzeit herrscht. Dazu kommt als weiterer entscheidender Punkt, das sie die gesamte Bibel, also auch die Offenbarung wörtlich nehmen. Ohne wenn und aber. Unter Bezug auf den Bibeltext

 

1. Thessalonicher 4.17 Darnach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken, zur Begegnung mit dem Herrn, in die Luft, und also werden wir bei dem Herrn sein allezeit.

 

steht für diese Gläubigen fest, das sie in der Endzeit, nicht sterben müssen, sondern lebend entrückt werden. Der Zeitpunkt dieser Entrückung hängt aber eng mit der letzten großen Schlacht, mit der Schlacht um Armageddon zusammen.

Im allgemeinen Konsens der Evangelikalen wird der Berg Har Megiddô, ein südlicher Ausläufer des Karmelgebirges in Israel, als Ort dieser letzten aller Schlachten angesehen. Dort findet jene endgültig letzte Schlacht statt in der, der Antichrist geschlagen wird. Die Definition des Antichristen und seiner Truppen umfasst dabei alle Nichtchristen, wird aber in den USA und unter den Kreationisten zur Zeit praktisch mit dem Islam gleichgesetzt. Das Bild des Antichristen war schon immer Veränderungen unterworfen, weil es zumeist auf den aktuellen Gegner projektiert wird.

Am Ende dieses Kampfes gelten die Juden, die jetzt noch umhegt und umsorgt werden, dann aber als zu den Nationen zugehörig und werden selbstverständlich nicht errettet. Die Angst vor dem persönlichen Tod und die Möglichkeit einer Entrückung wird von diesen christlichen Fanatikern dazu benutzt, ihren rassistisch begründeten Feldzug gegen alle Andersgläubigen und vor allem gegen Muslime zu begründen. Teilweise werden wie bei Breivik auch die Kreuzzüge als Begründung für derartige Taten herangezogen.

Natürlich könnte man diese Leute leicht als Irre abtun, aber tatsächlich stellen sie unter den Christen in den USA die Mehrheit und vermutlich bestimmen sie die US-Politik weit umfassender als man sich allgemein vorstellen kann. Allerdings muss man auch immer wieder auf die katholische Kirche hinweisen, die zur Zeit zwar keine Progrome mehr gegen Juden veranstaltet, wie sie es durch ihre ganze Geschichte als Staatskriche hindurch getan hat und die aktuelle auch keine Kreuzzüge veranstalten. Aber mit dem Ratzingerpapst hat die Kirche zumindest die Judenmission wieder aufgenommen und macht damit deutlich, dass in ihr ein großes Rassismuspotential vorhanden ist.

In diesem Zusammenhang stellt sich dann die Frage, ob eine Religion überhaupt Terror fördern kann. Die Antworten der Betroffenen sind klar und deutlich. So sagt der Koordinierungsrat der Muslime in Deutschland (KRM):

„Die Ursachen des Terrors in Norwegen dürfen nicht in der Religion gesucht werden. Denn Terror und Gewalt, egal wo und in welcher Form, hat keine Religion“ sagte Mazyek, Sprecher des KRM. Deutschland (IGMG)- Anstatt sich auf die vermeintlich religiösen Ursachen der Anschläge zu konzentrieren, ist es notwendig, sich als gesamte Gesellschaft gegen jede Art von Rassismus und Feindschaft zu stellen.

So wird etwa die wachsende Islamfeindschaft in Deutschland und vielen anderen Staaten Europas unterschätzt. Vorurteile gegenüber Muslimen müssen abgebaut werden, um der Fremdenfeindlichkeit zu begegnen. Es müssen gemeinsame Wege gefunden werden, eine Kultur der Toleranz zu fördern.

Das ändert natürlich nichts daran, dass die christlichen Fanatiker und ihre Helfer den Islam insgesamt weiterhin als terroristische Religion empfinden und dies auch ohne Furcht vor Strafe als Propaganda verbreiten dürfen, wie das Beispiel Wilders in den Niederlanden und bei seinen Kundgebungen in Deutschland zeigt. Besonders simpel ist die Aussage des ewigen CSU Hoffnungsträgers Thomas Goppel der völlig an der Realität vorbei argumentiert:

Dass der Attentäter von Oslo und Utøya ein „fundamentalistische Christ“ gewesen sei, kann nur sagen, wer ein völlig falsches Bild vom christlichen Glauben hat.

..

Fundamentalistische Christen gibt es nicht, kann es nicht geben. Zu einer solchen Schlussfolgerung kann jemand nur kommen, wenn er ein völlig falsches Bild vom christlichen Glauben hat.“ Ausgangspunkt der „Frohen Botschaft“ und von daher des christlichen Lebensauftrags für den Menschen ist das Wohl des Nächsten, nicht seine Gängelung oder gar Vernichtung.

Der Mann spricht als katholischer Christ und hat wohl die Geschichte seiner Kirche nie vermittelt bekommen. Die katholische Kirche hat ihre Gegner immer vernichtet und dies meist im realsten Sinn, indem sie sie ermorden ließ. Die katholische Kirche gängelt die Menschen bis heute indem sie simple Schutzmechanismen vor ungewollten Kindern und Krankheiten wie Aids unmöglich macht, weil sie Kondome verbietet. Das die katholische Kirche dazu noch in einem riesigen Ausmaß Kinder durch ihre Priester missbrauchen lässt und nichts dagegen tut, kommt noch strafverschärfend hinzu. Der Historiker Althoff macht katholische Kirche für fundamentalistische Gewaltfantasien mitverantwortlich:

Der Historiker und Mittelalter-Experte Gerd Althoff schreibt der katholischen Kirche eine Mitverantwortung für fundamentalistische Gewaltfantasien zu.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Sie habe „durch Untätigkeit Raum gelassen für eine Legitimierung und Heiligung von Gewalt“, schreibt Althoff in der „Frankfurter Rundschau“ (Freitagausgabe). Der „verhängnisvolle Mythos der Kreuzzüge“, auf den sich auch der Attentäter von Oslo, Anders Breivik, bezog, hätte erst gar nicht entstehen müssen, wenn die Kirche „das Unchristliche am Tun der Kreuzfahrer mehr in den Vordergrund gestellt hätte“, so Althoff. Auch die von christlichen oder christlich geprägten Forschern dominierte Geschichtswissenschaft habe die distanzierte Behandlung „gerade der erschreckenden Seiten kirchlich legitimierter Gewalt“ vermissen lassen.

Religion scheint tatsächlich ein Nährboden für Terror und Gewalt zu sein. Um das zu verstehen und erfassen zu können, muss man Religion aber noch einmal aufspalten in den persönlichen Glauben und die organisierte Religion. Der persönliche Glaube lässt sich nicht wirklich bewerten. Oft scheint er wirklich das Beste aus einer Religion in einzelnen Menschen hervorzurufen und ist deshalb unbedingt schützenwert. Anders sieht es mit der organisierten Religion aus, die stets darum bemüht ist, ihren Einfluss auszubauen und andere Religionen zurückzudrängen. Dort bedeutet Religion immer Imperialismus.

Tatsächlich hat diese organisierte Religion auch wenig mit Glauben zu tun. Die Religion bietet nur eine zusätzliche Klammer für Leute die sich wahrscheinlich auch sonst verbünden würden und die durch die gleiche Religion werden derartige Bündnisse natürlich leichter, weil man ja angeblich gleiche Überzeugungen teilt. Tatsächlich haben sich die Orden in der katholischen Kirche aber stets gegenseitig bekämpft und nur gegen andere Religionen wirklich zusammengearbeitet und wer einen amerikanischen Pietisten aus den Amana Colonies über einen amerikansichen Christen aus der Herrenhuter Bewegung urteilen hört, der wird nur wenig gemeinsames finden. Aber wenn die beiden sich mit den Charismaten auseinandersetzen stehen sie wie eine Person zusammen und gemeinsam mit den Charismaten stehen sie gegen alle anderen die keine Fundamentalisten sind.

Das gleiche gilt natürlich auch für islamische Fundamentalisten die sich in Wirklichkeit häufig spinnefeind sind. Will man die institutionelle und organisierte Religion wirklich beschreiben, dann geht man am besten zurück zu Karl Marx und seiner treffenden Beschreibung des Problems:

Das Fundament der irreligiösen Kritik ist: Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen. Und zwar ist die Religion das Selbstbewusstsein und das Selbstgefühl des Menschen, der sich selbst entweder noch nicht erworben, oder schon wieder verloren hat. Aber der Mensch, das ist kein abstraktes, außer der Welt hockendes Wesen. Der Mensch, das ist die Welt des Menschen, Staat, Societät. Dieser Staat, diese Societät produzieren die Religion, ein verkehrtes Weltbewusstsein, weil sie eine verkehrte Welt sind. Die Religion ist die allgemeine Theorie dieser Welt, ihr enzyklopädisches Compendium, ihre Logik in populärer Form, ihr spiritualistischer Point-d’honneur (Ehrgefühl), ihr Enthusiasmus, ihre moralische Sanktion, ihre feierliche Ergänzung, ihr allgemeiner Trost- und Rechtfertigungsgrund. Sie ist die phantastische Verwirklichung des menschlichen Wesens, weil das menschliche Wesen keine wahre Wirklichkeit besitzt. Der Kampf gegen die Religion ist also mittelbar der Kampf gegen jene Welt, deren geistiges Aroma die Religion ist.

Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüth einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks.

Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks. Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist.

Unter diesem Aspekt ist es leicht, aus einer Religion eine Ideologie zu machen und das die Umkehrung auch funktioniert, beweist, die marxistisch-leninistische Ideologie, aus der spätestens Stalin eine Religion machte. Religion und Ideologie sind stets Gefängnisse, auch wenn man sich freiwillig in sie begibt. Beide formen einen unkritischen Geist der die von den jeweiligen Führern herausgegebenen Regeln willig befolgt auch wenn sie zum eigenen Schaden sind. Ein klassischer Fall sind die islamischen Selbstmordattentäter, die sich selbst töten obwohl sie wissen, dass damit nicht einmal ein wirksames Signal gesetzt wird.

Es macht übrigens keinen Sinn die Aufhebung der Religion oder der Ideologien zu fordern. Viele Menschen können ihr Leben nur im Glauben an ein besseres Leben nach dem Tod oder in der Hoffnung auf einen politischen Umsturz ertragen. Sie würden stets neue Religionen und Ideologien gründen die sich dann die miesesten Führer untertan machen würden um erneut da zu landen wo die Menschheit heute ist. Religion und Ideologie sind Krankheiten des Menschen, die man nicht vertreiben und nicht heilen kann, aber man kann sie durch ständige Aufklärung lindern.

Anders Behrig Breivik ist ein fundamentalistischer Christ und das ist eine Teilerklärung für seine Taten. Dazu kommt die Ideologie des Rassen- und Fremdenhasses die eine weitere Teilerklärung bilden, aber auch zusammen seine Taten nicht begründen. Egal welche Puzzleteile man noch hinzufügt, wie sein falsches Geschichtsbild oder die Lust an der tödlichen Waffe, man kann das Bild, das ihn wirklich zu seinen Taten veranlasste, nicht komplett bekommen, was aber nicht heißt, dass man die Teilaspekte nicht erwähnen darf. Man muss sie erwähnen um wenigstens teilweise verstehen zu können.

Es ist nicht der Schützenverein oder die Waffe die den Amokläufer macht, aber ohne den Verein und ohne die Waffe würde es ihn vielleicht nicht geben. Es ist nicht die Religion oder gar der Glaube und nicht die Ideologie die den Terroristen macht, aber ohne Religion und irregeleitetem Glauben und Ideologie würde es ihn vielleicht nicht geben. Je mehr man die Möglichkeiten für die Begründung solcher Taten begrenzt, je besser man aufklärt, desto eher lassen sich diese Taten verhindern. Aber man wird niemals alle Taten verhindern können.
Quelle

Auf der ganzen Welt und auch in Europa wird zur Zeit das Osterfest gefeiert. Es heißt Fröhliche Ostern! oder hier auf Zypern im griechischen Teil Kalo Paskha!. Es hat für Christen eine ganz besondere Bedeutung. Eine Tagesschausprecherin erklärte, beim Osterfest handele es sich um eines der höchsten Feste der Christenheit. Das ist nicht genau genug, denn es ist mehr, es ist das unbezweifelbar eindeutig höchste Fest im Kirchenjahr. Es ist das Fest der Auferstehung Jesu von den Toten, der zuvor nach einer Kreuzigung, wie man sagt, gestorben war. Am Sonntag wird der Heilige Vater, Papst Benedict, seinen berühmten Segen urbi et orbi spenden, und er wird kaum ein einziges der vielen Länder auf der Welt unerwähnt lassen, nicht selten wird er ein paar Worte in der betreffenden Landessprache hinzufügen. Es ist Ostern.

Und doch gibt es gute Gründe, die die Einsicht nahelegen, daß das höchste Fest der Christenheit nichts anderes als die bedauerliche Folge eines grundlegenden Irrtums ist. Und dieser besteht in der Annahme, Sayyiduna Isa, unser Herr Jesus, der Sohn Mariens, auf dem der Friede sei, hätte den Kreuzestod erlitten.

JESUS WURDE IN DEN DRITTEN HIMMEL ERHOBEN

Die Wahrheit ist: Jesus wurde, als die Häscher sich ihm näherten, auf Befehl des Herrn der Welten in den dritten Himmel erhoben, während Judas Ischariot, der Verräter, durch Gottes Befehl das Aussehen Jesu annahm, so daß die Soldaten und sogar seine eigenen Gefährten glaubten, Judas sei Jesus. Derjenige, der den in diesen Tagen vielbegangenen Leidensweg beschritt und schließlich gekreuzigt wurde, war nicht Jesus, auf dem der Friede sei, sondern der Verräter Judas gewesen.

So heißt es im Barnabas-Evangelium (1) im Kapitel 215: „Als die Soldaten und mit ihnen Judas sich dem Ort näherten, wo Jesus war, hörte Jesus, daß sich viele Menschen näherten, weshalb er sich voller Furcht in das Haus zurückzog. Und die Elf schliefen. Da befahl Gott angesichts der Gefahr seines Dieners seinen Sendboten Gabriel, Michael, Rafael und Uriel, Jesus von der Welt hinwegzunehmen. Die heiligen Engel kamen und trugen Jesus hinaus durch das Fenster, das nach Süden hin liegt. Sie trugen ihn und brachten ihn in den dritten Himmel, begleitet von Engeln, die Gott auf ewig preisen.“ (a. a. O., S. 298)

DIE VERWANDLUNG DES JUDAS

Die „Verwandlung des Judas“(Kap. 216) beschreibt der Apostel Barnabas mit folgenden Worten: „Judas drang ungestüm vor allen anderen in das Gemach ein, aus dem Jesus emporgehoben worden war. Und die Elf schliefen. Da tat der wunderbare Gott Wunderbares in solcher Weise, daß Judas in Sprache und Aussehen eine solche Ähnlichkeit mit Jesus annahm, daß wir glaubten, er sei Jesus. Und als er uns geweckt hatte, suchte er überall, wo der Herr war. Da verwunderten wir uns und erwiderten: „Du, Herr, bist unser Meister, hast du uns nun vergessen?“ Und lächelnd sagte er: „Nun seid ihr töricht, daß ihr nicht wißt, daß ich Judas Ischariot bin!“ Und indem er dies sagte, kamen die Soldaten herein und legten Hand an Judas, weil er genauso aussah wie Jesus. Als wir die Worte des Judas gehört und die große Schar der Soldaten gesehen hatten, flohen wir, als wären wir außer uns …“ (ebendort)

DER LEIDENSWEG DES JUDAS

Was dann folgt, ist den Christen im Prinzip im Sinne der vielen Kreuzwege, die gerade in diesen Tagen in feierlichen Prozessionen nachgegangen werden, noch heute lebendig, nur mit dem bedeutsamen Unterschied, daß alles, was Jesus Christus erlitten haben soll, in Wahrheit dem Judas widerfuhr. So heißt es im Zeugnis des Apostels Barnabas (Kap. 217): „Die Soldaten nahmen Judas und banden ihn, nicht ohne Spott. Denn er leugnete wahrheitsgemäß, Jesus zu sein; und die Soldaten verlachten ihn und sagten: „Herr, fürchte dich nicht, denn wir sind gekommen, um dich zum König von Israel zu machen, und wir haben dich gebunden, weil wir wissen, daß du die Königswürde verweigerst.“ Judas erwiderte: „Nun habt ihr euren Verstand verloren! Ihr seid gekommen, um Jesus von Nazareth festzunehmen wie einen Räuber mit Waffen und Lampen; und ihr habt mich, der euch geführt hat, gebunden, um mich zum König zu machen!“ Da verloren die Soldaten die Geduld, und mit Schlägen und Tritten begannen sie, Judas zu verhöhnen, und sie führten ihn voller Wut nach Jerusalem. Johannes und Petrus folgten den Soldaten aus der Ferne; und sie bestätigten dem, der dies schreibt, daß sie das ganze Verhör sahen, dem Judas durch den Hohenpriester und durch den Rat der Pharisäer ausgesetzt wurde, die zusammengekommen waren, um Jesus zu Tode zu bringen. Darauf sprach Judas viele Worte der Verrücktheit, so daß ein jeder von Lachen ergriffen wurde in dem Glauben, er sei wirklich Jesus und täusche aus Angst vor dem Tode Wahnsinn vor. Da verbanden ihm die Schriftgelehrten die Augen mit einer Binde und verspotteten ihn und sagten: „Jesus, Prophet der Nazarener“, denn so nannte man die, die an Jesus glaubten, „sag uns, wer war es, der dich schlug?“ Und sie schlugen ihn und spuckten ihm ins Gesicht …“(a. a. O., S. 299)

Doch nicht nur die Feinde Jesu glaubten, daß Judas Jesus wäre, auch seine Familie, seine Mutter und seine Freunde glaubten es. So schreibt der Apostel: „Als es Morgen war, versammelte sich der Hohe Rat der Schriftgelehrten und der Ältesten des Volkes; und der Hohepriester und mit ihm die Pharisäer suchten falsches Zeugnis gegen Judas in dem Glauben, er sei Jesus; und sie fanden nicht, was sie suchten. Und warum sage ich, daß die obersten Priester glaubten, Judas sei Jesus? Ja sogar alle Jünger glaubten es, und mit ihnen der, der dies schreibt; und mehr noch, die arme jungfräuliche Mutter Jesu glaubte es und mit ihr seine Verwandten und Freunde, und der Kummer eines jeden war unglaublich. So wahr Gott lebt: Der, der dies schreibt, vergaß alles, was Jesus gesagt hatte, nämlich daß er von der Welt hinweggenommen werden würde und daß er in einer dritten Person leiden werde und daß er nicht sterben werde, bis das Ende der Welt nahe sei. Darum ging er mit der Mutter Jesu und mit Johannes zum Kreuz.“ (a. a. O., S. 300)

Wir alle kennen mehr oder weniger den Ablauf der Leidensgeschichte des Judas, die es verdient hätte, daß man sie im Wortlaut des Berichtes des Apostels Barnabas einmal sorgfältig studiert. Bemerkenswert ist der Kommentar von Pilatus, des Statthalters von Jerusalem, der den Judas mit folgender Begründung auf freien Fuß hatte setzen wollen: „«Dieser Mann sagt», sprach der Statthalter, «daß er nicht Jesus sei, sondern ein gewisser Judas, der die Soldaten zu Jesus geführt habe, ihn festzunehmen, und er sagt, daß Jesus der Galiläer ihn durch seine Zauberkunst so verwandelt habe. Wenn dies also wahr wäre, wäre es ein großes Unrecht, ihn zu töten, da er ja unschuldig ist. Wenn er aber Jesus ist und leugnet, daß er es ist, dann hat er gewiß den Verstand verloren, und es wäre Sünde, einen Narren zu töten.»“ (a. a. O., S. 302)

WER ANDERN EINE GRUBE GRÄBT

Genau besehen hätten die Jünger Jesu schon bei ihrer letzten Zusammenkunft, bei ihrem Lamm-Festessen aus Anlaß des Pasha-Festes wissen oder zumindest ahnen können, was geschehen würde, heißt es doch im Bericht des Apostel, Jesus habe allen Jüngern die Füße gewaschen und dann gesagt: „Ich habe euch gewaschen, doch seid ihr nicht alle rein, da alles Wasser des Meeres den nicht waschen wird, der mir nicht glaubt.“ Dies sagte Jesus, weil er wußte, wer ihn verriet. Die Jünger waren betrübt über diese Worte, als Jesus von neuem sprach: „Wahrlich sage ich euch, daß einer von euch mich verraten wird, so daß man mich verkaufen wird wie ein Schaf; aber wehe ihm, denn er wird all das erfüllen, was unser Vater David von solch einem sagte, daß er in die Grube fallen wird, die er für andere gegraben hat.“ Da schauten die Jünger einander an und sagten bekümmert: „Wer wird der Verräter sein?“ Judas sagte darauf: „Werde ich es sein, o Herr?“ Jesus antwortete: „Du hast mir gesagt, wer es sein wird, der mich verraten wird.“ Und die elf Apostel hörten es nicht. Als das Lamm gegessen war, ging der Teufel in Judas hin-ein, und er ging aus dem Hause hinaus. Jesus sagte wiederum zu ihm: „Tu geschwind das, was du tun mußt.“ (a. a. O., S. 297)

Von Pilatus geht es zum König Herodes, von Herodes wieder zurück zu Pilatus, Geld spielt in der Sache auch eine wichtige Rolle. Schließlich erleidet Judas den Tod am Kreuz. Und die Geschichte ist mit Blick auf das, was wir christlich Erzogenen einmal gelernt haben, so unglaublich – der Tod des Jesus ein Riesenfake! -, daß wir es verstehen können, daß das Evangelium des Heiligen Apostels Barnabas, des ältesten der Jünger Jesu, von der Paulinischen Christenheit das sicher am meisten gefürchtete aller überlieferten Evangelien war und ist. Denn ohne Kreuzestod keine Auferstehung, ohne Auferstehung kein Osterfest. Und ohne Ostern bricht das System des Paulinischen Christentums in sich zusammen.

WAS SAGT DIE JÜDISCHE ÜBERLIEFERUNG?

Nach jüdischer Überlieferung bestand und besteht der wichtigste Grund, unseren Herrn Jesus nicht als von Gott gesandten Propheten anzuerkennen, darin, daß er den Kreuzestod erlitten haben soll. Und die Juden sagen, daß nach ihrer Überlieferung es undenkbar ist, daß Gott es zugelassen haben könnte, daß einer seiner geliebten Propheten auf solch unehrenhafte, schändliche Art, wie es die für Verbrecher vorgesehene Kreuzigung ist, zu Tode gebracht wird.

Anders herum gedacht, bedeutet dies, daß, wenn sich die Wahrheit verbreitet, daß nämlich Judas an der Stelle Jesu gekreuzigt wurde, Jesus also von solchem Makel frei ist, die Juden keinen Grund mehr hätten, Jesus die Anerkennung als Prophet zu verweigern.

WAS SAGT DIE MUSLIMISCHE ÜBERLIEFERUNG?

Nach muslimischer Überlieferung ist es völlig ausgeschlossen, daß Allâh subhânahu wa ta’âla es zugelassen haben könnte, daß Sayyiduna Jesus gekreuzigt wurde. Jesus galt und gilt den Muslimen als einer der wichtigsten Propheten, der, einem E-Werk vergleichbar, von seinem Herrn mit solcher Macht ausgestattet worden war, daß kein Soldat sich hätte trauen können, sich ihm auch nur zu nähern, ohne daß er in hohem Bogen hinweggeschleudert worden wäre.

Zur Frage der Kreuzigung und Ermordung sagt das letzte Testament, der Heilige Koran, folgendes: „Aber sie haben ihn weder getötet, noch gekreuzigt, sondern es erschien ihnen bloß so (wa lâkin schubbiha lahum).“ (Koran, 4:157)

Die Muslime glauben, daß Jesus, auf dem der Friede sei, in der Endzeit gemeinsam mit Sayyiduna Mahdi, alaihi salam, wieder auf die Erde zurückkehren und mit ihm gegen Dajjâl kämpfen und diesen töten wird.

Und die Muslime glauben, daß sie Sayyiduna ‚Îsâ, der Friede sei auf ihm, insgesamt näher stehen und ihn besser verstehen als die heutigen Christen, und ihnen wird aus berufenem Munde, vom Religionshistoriker H. J. Schoeps nämlich, recht gegeben, der die enge Verwandtschaft der ursprünglichen Lehre Jesu und seinen Nazarenern mit den heutigen Muslimen deutlich erkannte und sein richtungsweisendes Werk Das Judenchristentum mit dem bemerkenswerten Satz beschließt: «Und somit ergibt sich als Paradox wahrhaft weltgeschichtlichen Ausmaßes die Tatsache, daß das Judenchristentum zwar in der christlichen Kirche untergegangen ist, aber im Islam sich konserviert hat und dadurch in einigen seiner treibenden Impulse bis in unsere Tage hineinreicht.» (2)

Daß diesem Zeugnis nach die Muslime also die wahren Nachfolger Jesu und damit die besseren Christen als jene sind, die sich heute so nennen, muß von allen paulinisch verführten Christen der Gegenwart natürlich als eine bis ins Mark gehende Provokation empfunden werden. Entsprechend groß ist ihr Haß auf die Muslime, entsprechend groß ist ihre Furcht vor dem Barnabas-Evangelium.

„THEY FEAR THE TRUTH“

Viele Jahrhunderte lang hatte das Evangelium des Heiligen Barnabas – möge Gott ihn segnen – vor der Öffentlichkeit verborgen gehalten werden können, bis es im 16. Jahrhundert in einer italienischen Übersetzung aus den verschlossenen Bibliotheken des Vatikans herausgebracht wurde und nach einer abenteuerlichen Odyssee heute in der Wiener Staatsbibliothek (Cod. 2662 Eug.) seinen Platz hat.

Schon die Schriftgelehrten des Altertums hatten sich darüber gewundert, daß das Barnabas-Evangelium aus den alten Codices entfernt worden war. Und bis heute fragt man sich: Was mag der Grund dafür gewesen sein? Was war es und was ist es denn, was uns seit jener Zeit verheimlicht werden soll?

Daß es nicht Jesus war, der Gesalbte, der den Kreuzestod erlitt, sondern Judas Ischariot, der durch ein göttliches Wunder die Gestalt und das Aussehen Jesu erhalten hatte, wie der Apostel und engste Vertraute Jesu berichtet, war das der aufregende Grund für jene Ächtung? Tatsache ist, daß die Lehre des Barnabas-Evangeliums – keine Dreifaltigkeit, Jesus ein Mensch, Befolgung des jüdischen Ritualgesetzes – mit dem Glauben des nazaräischen Judenchristentums übereinstimmt, wie er von Clemens, dem zweiten Bischof Roms, in den Reisepredigten des Petrus bezeugt wurde.

Seit dem Erscheinen des Barnabas-Evangeliums in deutscher Sprache (1) war es zu heftigen Auseinandersetzungen der Exegeten um seine Bedeutung und die Geschichte seiner Entstehung gekommen, ein Streit, zu dem an dieser Stelle folgendes angemerkt sei.

Haben sich die von aufgeschreckten Christen gegen die Echtheit des Evangeliums ins Feld geführten Einwände im Rahmen neuer Forschungen zunehmend als Bumerang erwiesen, sofern gerade sie die Authentizität und den hohen Rang des Werkes in nur um so hellerem Licht erstrahlen ließen, zeigt sich die Brisanz dieser Heiligen Schrift darin, daß es das gegenwärtige (paulinische) Christentum als eine gravierende Verfälschung der ursprünglichen Lehre Jesu und allesentscheidender Momente seiner Lebensgeschichte erweist. Daß es dabei zugleich eine Nähe zu den alten Judenchristen und ebenso zur muslimischen Sicht Jesu, des Sohnes der Maria, erkennen läßt, auf dem der Friede sei, kommt aus paulinischer Sicht erschreckend hinzu.

Eine von Scharfmachern regelrecht inszenierte Kampagne zur Herabsetzung der Authentizität des Werkes hat inzwischen schon den Charakter verzweifelter Zwanghaftigkeit angenommen. So werden die Attacken Jan Slomps und Christine Schirrmachers beispielsweise, es handele sich bei der vorliegenden Schrift nur um die Rache eines zum Islam konvertierten Juden aus dem 16. Jahrhundert, in ungebrochener Stereotypie bis heute fortgesetzt, obwohl sie von Luigi Cirillo, einem Schüler Henry Corbins, schon längst als unhaltbar widerlegt worden waren, der im vorgelegten Werk deutlich Teile eines uralten judenchristlichen Evangeliums erkennt.

Als hintergründiges Motiv jener von guten Argumenten bislang unbeeindruckt gebliebenen Propaganda gegen das Barnabas-Evangelium zeigt sich indes nurmehr genau das, was ein weiser Mann angesichts eines dem Theologischen Seminar der Universität Freiburg entliehenen Exemplars jener Erstausgabe von Lonsdale and Laura Ragg von 1907 empfand, als er bemerkte, daß es nach fast einem Jahrhundert im Besitze der Theologen noch nicht einmal aufgeschnitten war: „They fear the truth!“

So kann man dem Werk nur eine weite Verbreitung unter all denen wünschen, die seine Weisheit schätzen, seine umwerfende Schönheit lieben und seine Wahrheit nicht fürchten.

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(1) Das Barnabas Evangelium. Wahres Evangelium Jesu, genannt Christus, von Gott der Welt gesandt gemäß dem Bericht des Barnabas, seines Apostels. Spohr Verlag Kandern 1994/2004.

(2) H. J. Schoeps: Das Judenchistentum. Untersuchungen über Gruppenbildungen und Parteikämpfe in der frühen Christenheit. Franckeverlag Bern 1964.

Quelle

Seit einiger Zeit sind unreine Hände am Werk, um unter der Islamischen Weltgemeinde, insbesondere zwischen Sunniten und Schiiten, die Saat der Zwietracht und der Feindschaft zu streuen.

Es trifft zu, dass es für die Schiiten und Sunniten trotz zahlreicher religiöser Gemeinsamkeiten auch einige Punkte gibt, in denen ihre Meinung auseinander geht und sie getrennt denken und handeln. Aber laut einer Überlieferung des geehrten Propheten des Islams sind die Unterschiede in den Ansichten im Islamischen Glaubensvolk ein Segen. Gemäß der Denkweise des Propheten Allahs (s.a.a.s.) dürfen Unterschiede im Denken und der Ansicht nicht nur keine Trennung, Spaltung und Feindschaft hervorrufen, sondern müssen sogar zur Belebung und zur Erhabenheit der religiösen Lehren und zum kulturellen Fortschritt in der Islamischen Welt führen.

Die Gründe und Ursachen, die sich für die Einheit und Solidarität in der Islamischen Welt und innerhalb der Islamischen Weltgemeinde aufzählen lassen, sind um ein Vielfaches zahlreicher und klarer als die Fälle, die zu Unterschieden führen. Der Eine Gott, die eine Kaaba, dieselbe Himmelsschrift, die gemeinsamen Gottgesandten, derselbe Prophet sowie eine ausgesprochen große Zahl derselben religiösen Geboten und Regeln sind nicht wenig! Dies alles lässt sich nicht wegen einer sehr geringfügigen Zahl von Meinungsunterschieden beiseite stellen!

Aber es gibt – und das ist überaus bedauerlich – , in der Islamischen Weltgemeinde Leute, die, angespornt von den Feinden des Islams, Spannungen und Krisen in der Islamischen Gesellschaft schüren, indem sie die Punkte, in denen sich die Islamischen Denkschulen unterscheiden, aufbauschen.

Müssen wir Muslime – Schiiten und Sunniten – in der heutigen Situation und unter Bedingungen, wo die Islamische Ummah von allen vier Seiten durch die amerikanischen und europäischen Mächte umzingelt wurde und kein Tag vergeht, ohne dass irgendwo auf der Welt ein neue Unheilstiftung und neue Boshaftigkeit gegen die Muslime und ihre Heiligkeiten Gestalt annimmt, nicht einander zur Seite stehen und gemäß den religiösen Lehren einander achten?

Unter den derzeitigen Umständen ist jetzt nicht der Zeitpunkt, dass Schiiten und Sunniten einander für unrechtmäßig erklären. In der heutigen Zeit ist es gemäß der politischen Rechtslehre beider Glaubensrichtungen religionsrechtlich verboten und falsch, Zwietracht hervorrufende Debatten zu entfachen, sei es nun seitens der Schiiten, sei es seitens der sunnitischen Brüder. Wer solche Debatten entfacht, zählt zu denen, die Verrat an der klaren Lehre des Islams begehen.

Zurzeit ist die Heranziehung von angeheuerten Religionsgelehrten, die für weltliche Belange ihre Religion verrieten, eine List, welche die Funktionäre der CIA-Spionagenetze geschickt einsetzen, um zerstörerisch und provozierend auf das Denken in der Islamischen Ummah, ob Schiiten oder Sunniten , einzuwirken.

Dafür das dies keine reine Behauptung ist, zeugt, dass diese Netzwerke Diskussionen, die sich gegen die Einheit und den Zusammenhalt der Islamischen Ummah richten, verbreiten. Dies auch noch unter den heutigen äußerst sensiblen und komplizierten Bedingungen auf der Welt, bei denen der Zusammenhalt und die Solidarität der Islamischen Gemeinschaften noch wichtiger und lebensnotwendiger ist als das Atmen.

Jedenfalls verurteilen wir entschieden und scharf, soweit es uns und unsere Ziele und heiligen Ideale betrifft, die Ausstrahlung bzw. Verbreitung eines jeglichen Programms von jeglichem Medium, ob Seh-, Hör- oder schriftliches Medium, welches zur Zerstörung der Einheit und Solidarität zwischen den schiitischen und sunnitischen Muslimen und mit dem Ziel, die Lehren der mehrfachen islamischen Glaubensrichtungen zu schmähen und herabzusetzen, entworfen und inszeniert wird. Wir erwarten von den anderen Brüdern und Schwestern der Sunniten und der Schiiten ebenso, die üblen und teuflischen Ansichten und Initiativen, die aus krankhaften und besudelten Hirnen einer Handvoll angeheuerter Legionäre der alten Feinde des Islams hervorgehen, zu verurteilen. Sie sollen den Verbreitern von Unsinn und Zwietrachtstiftern der Amerikaner und des Westens einen kräftigen Schlag auf den Mund verpassen, indem sie nicht auf solche teuflischen Töne hören und solche beleidigenden Programme nicht beachten.

Wir hoffen dass die sunnitischen und schiitischen Gläubigen mit offenen Augen und Ohren diesen verheerenden Sabotagen des Feindes auf die notwendige Weise und geeignet begegnen und den gemeinsamen Feinden der Religion und Lehre der Muslime alle falsche Hoffnungen nehmen. So Gott will!

Tag der Vollendung der Religion

Allen Muslimen sei zum Ghadir-Fest gratuliert.

Feste erinnern oft an einen entscheidenden Tag in der Geschichte. Am Ghadir-Tag hat der Prophet Gottes Ali a.s. zum Nachfolger erklärt. Danach bat er die anderen, sie sollten ihm , dem Propheten gratulieren. Sogar bei wichtigen Siegen über den Feind hatte er noch nie eine solche Bitte gestellt. Schon an diesem Tag feierten die Muslime die Bestimmung Imam Alis zum Nachfolger und danach hat jedes Jahr das Ghadir-Fest an diesen wichtigen Anlass erinnert.Imam Resa a.s. hat gesagt: „Wir danken Gott, dass er uns zu denen werden ließ, die bei der Statthalterschaft von Ali a.s. Halt suchen.“

Auch heute kann der Segen Gahdirs genutzt werden. Das Wort Eyd bedeutet eigentlich nicht nur „Fest“ sondern auch „Rückkehr“. Im Frühling, wenn das Eyd , das Neujahrsfest im Iran gefeiert wird, kehrt Leben in den kalten Leib der Natur zurück. Auch am Ghadir-Tag, das wir als Eyd feiern, ist wieder neues Leben in die Islamische Gemeinde zurückgekehrt, denn die Gläubigen wurden von der Sorge, wer sie nach dem Propheten führen sollte, befreit. Imam Hassan a.s., der erste Enkelsohn des Propheten, gab jedes Jahr zum Eyde-Ghadirfest in Kufeh ein großes Gastmahl und verteilte Geschenke unter den Menschen.

Die Lenkung der Menschen kann religiös gesehen in zwei Abschnitte gegliedert werden. Der erste Abschnitt beginnt mit dem ersten Propheten. Das war Adam- gegrüßet sei er. Nachdem die göttlichen Propheten einer nach dem anderen als Wegweiser der Menschen berufen worden waren, schloss dieser erste Führungsabschnitt mit der vollendeten Religion des Letzten Gesandten Gottes Mohammad Friede sei ihm. Der zweite Führungsabschnitt begann, als der Prophet am 18. Dhi Hadscha, Ali aleihe salam zu seinem Nachfolger wählte. Der Prophet stellte ihn auf Anweisung Gottes vor. Alle Gläubigen drückten Ali die Hand, gratulierten ihm und sagten: Bravo! Sohn des Abu Taleb. Du bist mein Herr und Führer und der Herr und Führer aller gläubigen Männer und Frauen geworden.

Am Ghadir-Tag wurde jener großartige Mensch, der von Beginn an immer an der Seite des Propheten gestanden hatte, gewürdigt. In einem der Gefechte hatte das feindliche Heer die Muslime von zwei Flanken aus in die Zange genommen. Viele der Muslime waren geflohen. Der Prophet sah sich allein gelassen. Aber da fiel sein Blick auf Ali und er fragte ihn: „Ali warum bist du nicht auch geflohen?“ Ali rief: „O Prophet Gottes. Soll ich nach dem Islam zum Gott-Ungläubigen werden? Ich bin dein Anhänger!“

Da sagte der Prophet: „Lieber Ali! Wehre die Angriffe dieser Ungläubigen ab.“ Und Ali trat kühn gegen die Feinde, die herbeistürmten, um den Propheten zu vernichten, an. Da überbrachte der himmlische Bote Gabriel dem Propheten die Offenbarung: „O Mohammad! Dies ist es, was sich Selbstaufopferung (Ithar) nennt.“

Der Prophet erklärte: „Ali ist von mir und ich bin von ihm.“ Und Gabriel sagte: „Ich bin auch von euch.“

Am Ghadir-Tag wurde Imam Ali allen als das beste Vorbild vorgestellt.

Es war gegen Mittag des 18. Dhi Hadscha im Jahre 10 nach der Hidschra . Der Prophet befand sich mit einer riesigen Gruppe von Hadschpilgern, die von den Historikern mit 120 Tausend beziffert wird, auf dem Rückweg von Mekka. Während die Karawane unter der heißen Sonne weiter zog, schien der Prophet auf ein wichtiges Ereignis zu warten.

Plötzlich kam eine Offenbarung auf ihn herab. Der Prophet gebot, dass die Karawane in Ghadir Chum, einer kleinen Oase zwischen Mekka und Medina anhalten solle. Als alle Hadschpilger eingetroffen waren, wurde einige Kamelsättel aufeinandergetürmt. Der Prophet bestieg diese provisorische Kanzel und begann Gott zu danken und zu preisen. Dann sagte er:

„Ihr Menschen, wer kann besser als die Gläubigen erkennen, was für sie gut ist, und wer kann besser als sie ihre Angelegenheiten verwalten?“

Die Menge rief: „Gott und Sein Propheten wissen das besser!“

Der Prophet wieder: „Gehe ich euch nicht voran und bin ich nicht geeigneter?“

„Doch, das bist du, o Prophet Gottes!“

„Ihr Menschen, ich werde bald von euch weggehen und zu meinem Herrn zurückkehren. Wisset dass ich zwei Kostbarkeiten für euch hinterlasse. Das eine ist der Koran, die Schrift Gottes, und das andere ist mein Ahl-e Beit – ist meine Familie. Eilt ihnen nicht voraus und bleibt nicht hinter ihnen zurück!“

Dann hob der Prophet die Hand Alis hoch, so hoch, dass alle es sehen konnten und rief laut:

„Ihr Menschen! Ab nun, ist dieser Ali der Herr und Führer eines jeden, dessen Herr und Führer ich bin!“

Der Prophet wiederholte diesen Satz drei Mal und fuhr fort:

„O Herr: Liebe die Freunde Alis und sei seinen Feinden feind!“

Noch immer waren die Menschen in Ghadir Khum versammelt als eine weitere Offenbarung auf den Propheten herabkam. Es war der Satz, der in den Vers 3 der Sure Maedeh, der Sure 5, eingebettet ist und in dem es heißt: Heute habe ich euch eure Religion vervollständigt und meine Gnade an euch vollendet, und ich bin damit zufrieden, dass ihr den Islam als (ewige) Religion habt.

Der Prophet hat in seiner Rede in Ghadir Khum gesagt: Ich habe das mitgeteilt, was ich mitzuteilen beauftragt war, damit es als Beweis gilt für alle, die hier anwesend sind und für alle die nicht anwesend sind. Die Anwesenden sollen es also den Abwesenden mitteilen und die Väter sollen diese Botschaft an ihre Kinder weitergeben bis zum Tag des Jüngsten Gerichtes.

Diese Worte zeigen, dass auch wir und ebenso die Generationen nach uns mit der Botschaft von Ghadir angesprochen werden. Deshalb dürfen wir das, was im Jahre 10 nach der Hidschra an dem Ort Ghadir Khum geschah, nicht mehr als rein historisches Ereignis betrachten.

Es liegt an den Vorzügen und Werten, die Imam Ali besitzt, dass er zum Nachfolger des Propheten gewählt wurde. Wegen dieser hohen Eigenschaften hat Gott die Lenkung der Angelegenheiten der Islamischen Gesellschaft nach dem Propheten in Alis Hände gelegt. Ali a.s. war ein Führer, der völlig rein war von jeglichem Eigensinn und irgendeiner Begierde. Über das Regieren hat er zu einem seiner Helfer gesagt: „Das Regieren ist für mich so wenig wie ein wertloser Schuh.“

Eines der großen Probleme der heutigen Ära besteht in der Existenz unwürdiger Herrscher. Es führen viele eigensinnige Menschen, die in der Welt Krieg entfachen und alles in den Dienst ihrer Ziele und Profitsucht stellen, das Regiment. Aber rechtschaffene und zuverlässige Führer betrachten eine Regierung als ein Pfand seitens Gottes und denken vor allen Dingen an die Rettung der Menschen. Der Ghadir-Tag enthät die Botschaft, dass nur rechtschaffene und gottesfürchtige Menschen für die Führung würdig sind; solche, die die Gerechtigkeit und Sicherheit herstellen wollen und den Unterdrückten helfen.

Die Überlieferung über Gadir Khum ist eine der zuverlässigsten Überlieferungen von Worten des Propheten Gottes des Propheten Gottes. So bekannte sunnitische Gelehrte wie Tabari haben darüber geschrieben und Ibn Talhah Schafii bestätigte: „Dieser Tag wurde zu einem Festtag, weil der Prophet Gottes Ali in das hohe Amt der Verwaltung wählte. Unter all den Leuten hat er nur ihm diese Ehre zugeteilt!“

Gemäß dem Rabbiner wird das Leben von Nicht-Juden von der Göttlichkeit bewahrt, um Verlust unter den Juden zu vermeiden.

Der einzige Zweck für Nicht-Juden sei es, den Juden zu dienen, gemäß Rabbi Ovadia Yosef, dem Chef des Rats der Torah-Weisen von Shas und einem ranghohen sephardischen Schiedsrichter.
„Die Goyim/Nichtjuden sind nur geboren worden, um uns zu dienen. Ohne das haben sie keinen Platz in der Welt – nur um dem Volk von Israel zu dienen,“ sagte er in seiner wöchentlichen Samstagabendrede über die Gesetze hinsichtlich der Aktionen, die Nicht-Juden am Sabbat durchführen dürfen.
Laut Yosef werden die Leben von Nichtjuden in Israel von der Göttlichkeit bewahrt, um Verluste unter Juden zu vermeiden.
„In Israel hat der Tod keine Herrschaft über sie … Mit Einheimischen wird es wie mit jeder anderen Person sein – sie müssen sterben, aber Gott wird ihnen Langlebigkeit geben. Warum? Man stelle sich vor, dass jemandes Esel stirbt, sie würden dann ja ihr Geld verlieren.
Dies ist sein Diener … Deshalb bekommt er ein langes Leben, um gut für diesen Juden zu arbeiten,“ sagt Josef.
„Wozu sind Einheimische nötig? Sie werden arbeiten, sie werden pflügen, sie werden ernten.
Wir werden wie ein Effendi/ein Herr dasitzen und essen. Deshalb wurden Einheimische geschaffen,“ fügte er noch hinzu.
Yosefs Samstagabendpredigten haben aus vielen kontroversen Statements des 90Jährigen Rabbiners bestanden. Im August verursachte er einen diplomatischen Aufschrei, als er dem palästinensischen Volk und seinen Führern eine Seuche/ die Pest wünschte – ein Fluch, den er einige Wochen später zurückzog, als er sie mit allen anderen friedensuchenden Nachbarn segnete.

Danke Jerusalem Post

Quelle: http://www.jpost.com/JewishWorld/JewishNews/Article.aspx?id=191782

Das zionistische Kabinett hat ein Gesetz verabschiedet, das von jedem neuen Bürger eine Loyalitätserklärung gegenüber dem (wie die Zionisten es nennen) „Jüdischen Staat“ abverlangt. Darüber hinaus fordert Netanyahu schon seit seinem Amtsantritt, dass die Palästinenser „Israel“ als „jüdischen Staat“ als Voraussetzung für den Stopp weiterer Siedlungsbauten anerkennen sollen. Eine seiner gedanklichen Konstrukte für derlei absurde Forderungen ist, dass es ja sonst keinen anderen jüdischen Staat auf der Welt geben würde.

Dass es allerdings keinen anderen „jüdischen Staat“ gibt, ist der Tatsache geschuldet, dass es ganz und gar unjüdisch ist, überhaupt einen solchen Staat zu haben. Während der 2000-jährigen Exilgeschichte des jüdischen Volkes hatten Juden durchaus mehrere Möglichkeiten einen eigenen Staat zu realisieren. Doch man hat darauf immer deshalb verzichtet, weil man wusste, dass Gott aufgetragen hat, auf Seine durch Ihn getragene Erlösung zu warten.

Um das Jahr 132 n.d.Z. führte Bar Kochba eine jüdische Revolte gegen Rom an und etablierte ein jüdisches Königreich. Der Talmud erwähnt, dass Bar Kochba beanspruchte, der Messias zu sein. Die Weisen prüften ihn, und als sie feststellten, dass er nicht der erwartete Messias war, töteten sie ihn. Man kann nicht nur daran deutlich erkennen, dass unsere Weisen nach der Zerstörung des Tempels grundsätzlich gegen die Existenz eines jeglichen jüdischen Staates waren.

Samson Raphael Hirsch, der große deutsche Gelehrte des 19. Jahrhunderts, fasste die Bar-Kochba-Erfahrung und die Haltung unserer Weisen dazu, in folgende Worte: „Als der von Bar Kochba geleitete Aufstand unter Hadrian sich als eine unheilvolle Verirrung erwiesen hatte, galt es, dem jüdischen Bewusstsein für alle Zeiten die Warnung stets gegenwärtig zu halten, nie wieder durch eigene Macht die Wiederherstellung der nationalen Selbständigkeit zu versuchen, vielmehr diese nationale Zukunft ganz allein der göttlichen Waltung anheimzustellen.“

Im Jahre 1536, als die Juden Portugals unter schwerer Unterdrückung, Autodafés  und öffentlichen Verbrennungen auf dem Scheiterhaufen seitens der Inquisition zu leiden hatten, sahen die Juden Portugals durchaus auch die Möglichkeit, das Königreich zu übernehmem. Doch ein alter Weiser nutzte eine kabbalistische Methode, um zu erfahren, ob dies auch das sei, was Gott wollte. Gott antwortete mit dem Hohelied: „Ich beschwöre euch, Töchter Jeruschalajim’s, bei den Gazellen oder den Hindinnen der Flur, dass ihr nicht wecket noch aufreget die Liebe, bis sie begehrt.“ Genau dieser Vers ist es denn auch, den der Talmud als Quelle dafür angibt, dass das jüdische Volk nicht dazu berufen ist, das göttlich bestimmte Exil vor der Zeit und gewaltsam zu beenden. Das Resultat war, dass der angedachte Plan eines Aufstandes gegen den portugiesischen König fallen gelassen wurde.

Als Mordechai Noah im Jahre 1826 den Vorschlag machte, man solle einen jüdischen Staat oder eine Kolonie auf Grand Island in der Nähe von Buffalo, New York, gründen und diesbezüglich Briefe an die Rabbiner Europas verschickte, um sie zu ersuchen, sie mögen in diesem neuen Staat Führungsaufgaben übernehmen, gab Abraham de Cologna, der Oberrabbiner von Paris, dazu folgende Stellungnahme im Namen des europäischen Judentums ab:

„The venerable Messrs. Herschell and Mendola, Chief Rabbis at London, and myself, thank him, but positively refuse the appointments he has been pleased to confer upon us. We declare that according to our dogmas, God alone knows the epoch of the Israelitish restoration, that he alone will make it known to the whole universe by signs entirely unequivocal, and that every attempt on our part to reassemble with any politico-national design is forbidden, as an act of high treason against the Divine Majesty.“

Das war immer der jüdische Standpunkt gewesen und im Grunde wurde dieser von allen Juden immer und überall über 19 Jahrhunderte hinweg akzeptiert. Es waren ausschließlich Juden, die vom Judentum nichts verstanden – so wie Herzl und seine Nachfolger –, die so etwas wie einen „Jüdischen Staat“ konzipieren konnten.

Netanyahu hat nicht das geringste Recht dazu, auch nur von irgend jemandem – Jude oder Nichtjude – die Anerkennung seines Staates als „Jüdischen Staat“ einzufordern, denn die eigentliche Existenz dieses Staates verletzt die jüdische Religion und steht zu ihr im Widerspruch. Wir protestieren und verurteilen die missbräuchliche Verwendung unseres Namens für euren zionistischen Staat!

 

Im Iran leben 25.000 Juden. Es ist die größte jüdische Bevölkerungsgruppe im Nahen Osten außerhalb von Israel. Die iranischen Juden werden vom Staat nicht verfolgt oder misshandelt, sondern stehen unter dem Schutz der iranischen Verfassung. Sie genießen die Freiheit, ihre Religion ausüben zu können und sie haben das Wahlrecht. Sie werden nicht an Kontrollstellen angehalten und durchsucht, sie werden nicht von einer Besatzungsarmee misshandelt, und sie werden nicht in dichtbesiedelten Strafkolonien (Gaza) zusammengepfercht, wo ihnen die grundlegenden Dinge für das tägliche Überleben verweigert werden. Die iranischen Juden führen ein würdiges Leben und genießen die Vorzüge ihres Status als reguläre Bürger ihres Landes.
Irans Präsident Ahmadinejad wird in den westlichen Medien dämonisiert. Er wird als Antisemit und als „neuer Hitler“ bezeichnet. Aber wenn diese Behauptungen zutreffend sind, fragt sich, warum die Mehrheit der Juden im Iran bei den vergangenen Präsidentschaftswahlen für Ahmadinejad gestimmt hat. Könnte es sein, dass das meiste, was wir über Ahmadinejad wissen, haltlose Gerüchte und Propaganda sind?


Der folgende Auszug stammt aus einem Artikel der BBC:

„Das Büro (von Ahmadinejad) spendete vor kurzem Geld für das jüdische Hospital von Teheran. Das Hospital ist eines von weltweit nur vier jüdischen Wohlfahrts-Krankenhäusern und wird von Geldern der jüdischen Diaspora finanziert – im Iran eine bemerkenswerte Sache, da hier sogar ortsansässige Hilfsorganisationen Schwierigkeiten haben, Gelder aus dem Ausland zu erhalten, ohne fürchten zu müssen, als Agenten des Auslands diffamiert zu werden.“
Wann hat Hitler je Geld für jüdische Krankenhäuser gespendet? Die Hitler-Analogie ist ein verzweifelter Versuch der Gehirnwäsche an den Amerikanern. Sie sagt nichts darüber, wie Ahmadinejad in Wirklichkeit ist.
Die Lügen über Ahmadinejad unterscheiden sich nicht von den Lügen über Saddam Hussein oder Hugo Chavez. Die USA und Israel versuchen, die Rechtfertigung für einen weiteren Krieg zu fabrizieren. Aus diesem Grund werden Ahmadinejad Dinge zugeschrieben, die er nie gesagt hat. Er hat nie gesagt, dass er „Israel von der Landkarte radieren“ wolle. Das ist nur eine weitere Fiktion. Der Autor Jonathan Cook erklärt, was der iranische Präsident tatsächlich gesagt hat:
„Dieser Mythos wurde immer wieder aufgegriffen, nachdem eine Rede, die Ahmadinejad vor annähernd zwei Jahren gehalten hatte, fehlerhaft übersetzt wurde. Experten für (die persische Landessprache) Farsi haben bestätigt, dass der iranische Präsident – weit entfernt davon, Israel mit Vernichtung zu drohen – eine Rede aus den letzten Jahren des Ayatollah Khomeini zitierte, in denen den Unterstützern der Palästinenser versichert wurde, dass „das zionistische Regime in Jerusalem“ vom Antlitz der Zeiten getilgt werden würde.“
Er drohte nicht damit, die Juden oder auch nur Israel auszulöschen. Er verglich die israelische Besatzung Palästinas mit anderen illegitimen Herrschaftssystemen, deren Zeit abgelaufen, und die verschwunden waren, darunter der Schah, der einst den Iran regierte, das Südafrika des Apartheid-Regimes und das sowjetische Imperium. Aber nichtsdestotrotz hielt sich die falsche Übersetzung und wurde weiter verbreitet, weil sie Israel und seinen Unterstützern für ihre Propagandazwecke hervorragende Dienste leistete. (Israel’s Jewish Problem in Teheran, Jonathan Cook, The Electronic Inifada)
Ahmadinejad stellt keine Bedrohung für Israel oder die Vereinigten Staaten dar. Wie jeder andere im Nahen Osten möchte er lediglich eine Atempause von US-amerikanischer und israelischer Aggression.

Synagoge in Teheran


Das folgende stammt aus Wikipedia:
„Das US-Außenministerium hat Behauptungen über die Diskriminierung von Juden im Iran aufgestellt. Einer Studie des Ministeriums zufolge dürfen Juden keine leitenden Regierungsposten übernehmen und nicht im Bereich der Rechtsprechung oder als Leiter öffentlicher Schulen arbeiten. Die Studie besagt, dass jüdische Bürger berechtigt sind, einen Reisepass zu erhalten und das Land zu verlassen, aber dass Ihnen häufig die Genehmigung zur mehrfachen Aus- und Einreise verweigert wird, die anderen Bürgern normalerweise gewährt wird. Diese Anschuldigungen durch das US-Außenministerium wurden von iranischen Juden verurteilt. Die Vereinigung der Juden von Teheran ließ in einer Erklärung verlautbaren: „Wir iranischen Juden verurteilen die durch das US-Außenministerium gemachten Behauptungen über religiöse Minderheiten im Iran und erklären, dass wir in unserer Religionsausübung vollständig frei sind und keinerlei Einschränkung bei der Ausübung unserer religiösen Riten erfahren.“
Wem sollen wir glauben: den Juden, die im Iran leben oder dem US-Außenministerium, das es offenbar darauf anlegt, Ärger zu verursachen?
In Teheran gibt es sechs koschere Schlachter, elf Synagogen und zahlreiche Schulen für Hebräisch. Weder Ahmadinejad noch irgendein anderer Regierungsbeamter haben zu irgendeinem Zeitpunkt einen Versuch unternommen, diese Einrichtungen zu schließen. Noch nie. Iranische Juden haben die Freiheit, nach Israel zu reisen oder umzusiedeln, wenn sie das wünschen. Sie werden nicht von einer Besatzungsarmee als Gefangene gehalten. Ihnen werden keine Nahrungsmittel und medizinische Versorgung vorenthalten. Ihre Kinder wachsen auf, ohne dass sie durch Gewaltakte traumatisiert werden. Ihre Familien werden nicht in die Luft gesprengt, weil Kampfhubschrauber Salven auf die Strände feuern. Die Leute, die sich für sie einsetzen, werden nicht von Bulldozern überrollt oder von Gummigeschossen am Kopf getroffen. Sie werden nicht mit Tränengas bekämpft und geprügelt, wenn sie friedlich für ihre Bürgerrechte demonstrieren. Ihre Führer werden nicht gejagt und bei gezielten Mordanschlägen getötet.
Roger Cohen schrieb in einem sehr nachdenklichen Essay zu diesem Thema in der New York Times:
„Vielleicht gebe ich Fakten den Vorzug vor Worten, aber ich sage, dass die Wirklichkeit des Respekts und der Höflichkeit der iranischen Gesellschaft gegenüber den Juden mehr über den Iran und das Niveau seiner Kultur sagt, als all die hetzerische Rhetorik von staatlicher Seite. Das mag daran liegen, dass ich Jude bin und selten so durchgängig voller Wärme aufgenommen wurde wie im Iran. Vielleicht war ich auch beeindruckt davon, dass der Zorn über die Situation in Gaza, der auf Plakaten und im iranischen Fernsehen überall kundgetan wird, sich kein einziges Mal in Beleidigungen oder Gewalttätigkeiten gegenüber Juden äußerte. Oder es liegt vielleicht daran, dass ich davon überzeugt bin, dass die Karikatur vom „Iran mit seinen wahnsinnigen Mullahs“ und das Abschmettern jeder Art von Kompromiss mit dem Hinweis auf München 1938 – in einigen jüdischen Kreisen in Amerika eine populäre Position – irreführend und gefährlich ist.“ („What Iran‘s Jews say“, Roger Cohen, New York Times)
Die Dinge sind nicht perfekt für die Juden im Iran, aber sie sind eindeutig besser als für die in Gaza lebenden Palästinenser. Viel besser.


Danke Information Clearing House
Quelle: http://www.informationclearinghouse.info/article26173.htm

Das zionistische Regime hat eine weitere provokative Maßnahme vor und will auf dem Grundstück eines Muslimfriedhofs  der Stadt Beyt-ul-Moqadas (Jerusalem)   seinen Justizpalast errichten.

Laut Bericht der palästinensischen Nachrichtenagentur beabsichtigen die Positionsträger des zionistischen Regimes eine völlige Zerstörung des Maman-Allah-Friedhofes in Beyt-ul-Moqadas zwecks Bau ihres Justizpalastes auf diesem Grundstück. Dieser Friedhof ist der älteste Friedhof der Muslime in Beyt-ul-Moqadas.  Das zionistische Regime hat 2006 einen großen Teil dieses Friedhofes an sich gerissen. Der Maman-Allah Friedhof liegt im westlichen Teil von Beyt-ul-Moqadas. Es ist der älteste islamische Friedhof in dieser Region. Dort liegen Gefährten des Propheten Mohammad s.a.a.s. und Märtyrer aus der Frühzeit des Islams ebenso begraben wie große Islamische Religionsgelehrte.

Unglaublich wenn man bedenkt welches Geschrei von Juden und ihren Hiwis veranstaltet wird wenn man auch nur einen einzigen Grabstein auf einen jüdischen Friedhof anrührt.

Die Erfindung des jüdischen Volkes

Israels Gründungsmythos auf dem Prüfstand

Mit der Gründung und Konsolidierung des Staates Israel ging eine unablässige Aneignung von Land und Ressourcen durch Vertreibung, Verdrängung und Unterwerfung der dort ansässigen palästinensischen Bevölkerung einher. Weit über diese unmittelbare Konfrontation hinausgehend harrt dieser Konflikt virulenter denn je einer Lösung. Da sich der zionistische Entwurf, dessen Vorgeschichte weit ins 19. Jahrhundert zurückreicht, unter heftigen Kontroversen entfaltet und in einem Zentrum internationaler Konfrontation durchgesetzt hat, bedurfte er angesichts seiner ausgeprägten Präsenz im Fokus der Mächte nicht nur der tragfähigen Garantie einflußreicher Bündnispartner, sondern stets auch eines hochentwickelten Fundaments seiner ideologischen Rechtfertigung. Die Drangsalierung des unterlegenen palästinensischen Kollektivs durch die aus vielen Quellen gespeiste israelische Übermacht ist so offensichtlich und inakzeptabel, daß eine wachsende Parteinahme für die schwächere Seite in dieser Auseinandersetzung aus moralischen, völkerrechtlichen oder allgemein politischen Gründen nur durch ein ausgefeiltes Konstrukt zur Begründung israelischer Suprematie aus dem Feld geschlagen werden kann.

Die Gründungsmythen Israels wurden bereits von einer Reihe kritischer Experten auf den Prüfstand gestellt und in erheblichen Teilen demontiert. Der Historiker Shlomo Sand fügt dem eine außerordentlich erhellende Arbeit über die Erfindung des jüdischen Volkes hinzu, die das Gebäude der zionistischen Ideologie in seinen Grundfesten erschüttert. Mutet der Titel des Buches zunächst wie ein unerhörter Affront an, so überzeugen gut 500 Seiten solider Beweisführung in ihrer wissenschaftlich fundierten und zugleich anregend konzipierten Präsentation den Leser, wie zutreffend die Kernthese des Autors ist. Läßt ein Werk dieses Umfangs von hohem wissenschaftlichen Anspruch für gewöhnlich eine schwer verdauliche Kost erwarten, so sieht man sich angenehm überrascht, wie ungern man dieses Buch aus der Hand legt, bevor man es zu Ende gelesen hat. Geschichte wird dabei nicht nur lebendig, sondern zugleich mit der Skepsis eines Forschers unter die Lupe genommen, der nur zu gut weiß, daß der Historiker stets Gefahr läuft, als Kind seiner Zeit die Vergangenheit nach seinen Wünschen und Absichten zu interpretieren.

Letzteres gilt in besonderem Maße für den Gründungsmythos des Staates Israel, dessen Bedarf an wirkmächtigen Deutungsmustern angesichts seiner Implantation in Palästina gewaltig ist. Dieses schwer zu definierende Staatswesen birgt den eklatanten Widerspruch in sich, als erklärtermaßen jüdischer Staat rund zwanzig Prozent seiner Bürger auszugrenzen, die anderer Identität sind. Damit wird eine beträchtliche und ihrem prozentualen Anteil nach weiter wachsende Minderheit zu Staatsbürgern zweiter Klasse erklärt und de facto auch gesetzlich benachteiligt. Wenngleich Israel mit seinen allgemeinen und (relativ) freien Wahlen wie auch anderen Bürgerrechten einer Demokratie ähnelt und dies auch vehement für sich reklamiert, kann man unter den genannten Umständen diese Auffassung doch nicht teilen. Auch die These, es handle sich um eine Theokratie, da die dominante Glaubensüberzeugung oder Religionszugehörigkeit über die vollwertige Staatsbürgerschaft bestimmt, vermag nicht zu überzeugen.

Shlomo Sand neigt nach ausgiebiger Erörterung dieser verwirrenden Konstellation dazu, von einer liberalen Ethnokratie zu sprechen. Liberal deshalb, weil solche Elemente in der Gesellschaft zweifellos vorhanden und in einigen Sektoren auf dem Vormarsch sind – Ethnokratie, weil „jüdisch“ keineswegs identisch mit einer religiösen Zugehörigkeit ist, sondern sich ihrer bedient, um eine säkulare Identität zu begründen. Dabei räumt der Autor durchaus ein, daß ein offenerer Umgang des Staates mit allen Bürgern und ein allgemeiner Trend zur israelischen Identität die Abgrenzung aufweichen und schließlich pluralistische und demokratische Verhältnisse herbeiführen könnte. Ein solcher historischer Trend zur Auflösung der ethnozentrischen Verhärtung sei jedoch nicht zu erkennen. Nach wie vor stehe die essentialistische Weltanschauung, auf der die Unterscheidung zwischen Juden und Nichtjuden gründet und über die der Staat definiert wird, einer Demokratie im Weg.

Israel definiert sich als Staat aller Juden, gleich wo sie zu Hause sind, und dies ungeachtet des Umstands, daß sehr viel mehr Juden weder in Israel leben noch sich dort dauerhaft aufhalten möchten. Wenngleich im zionistischen Sinn die „Rückkehr“ aller Juden zum wünschenswerten Ziel erklärt wurde, ist neben den mannigfachen Gründen, die Existenz in einem anderen Land vorzuziehen, die riesige Gemeinde der „Diaspora“ unverzichtbar für Israel. Sein Aufstieg zur atomar bewaffneten Regionalmacht wie auch sein wirtschaftlicher Fortbestand hängen unmittelbar von der ununterbrochenen milliardenschweren Subventionierung aus den USA und Europa ab. Um diese sicherzustellen, nehmen jüdische Lobbyorganisationen Einfluß auf die Politik der jeweiligen Länder und sorgen so dafür, daß Israels Bedeutung seine geographischen Ausmaße bei weitem übersteigt.

Der Gründungsmythos Israels macht glauben, ein altes Volk, das schon vor Jahrtausenden in dieser Region ansässig war und ein bedeutendes Reich besaß, sei vertrieben und in alle Welt verstreut worden, bis es nach diesem Exodus und einer ewig anmutenden Wanderschaft wieder in seine angestammte Heimat zurückkehren konnte, um die dort herrschende Ödnis erneut zum Blühen zu bringen. Shlomo Sand legt auf Grundlage einer sorgfältigen Recherche und stichhaltigen Analyse überzeugend dar, daß keines der maßgeblichen Bestimmungsstücke dieses Narrativs historisch nachzuweisen ist. Es handelt sich vielmehr um Erfindungen europäischer Zionisten im 19. Jahrhundert, die zur israelischen Staatsdoktrin geronnen sind und deren Anrecht auf „Erez Israel“ zu Lasten der Palästinenser begründen sollen.

Der aufblühende Nationalismus dieser Epoche korrespondierte mit dem Bestreben der europäischen Mächte, sich im Inneren zu konsolideren, ihre Nachbarn zu übertrumpfen und ihre kolonialistische Expansion zu forcieren. Die Einheit der Nation, die Überlegenheit der eigenen Identität und die ruhmreiche Inbesitznahme als rückständig eingestufter Regionen und ihrer Bewohner geriet angesichts entfesselter Produktivkräfte im Rahmen der kapitalistischen Gesellschaftsordnung zum unverzichtbaren Anspruch, galt es doch, die aufbrechenden inneren Widersprüche des Klassenkampfs ebenso zu bezwingen wie sich in der erbitterten Konkurrenz um Territorien, Landbesitz, Rohstoffe und nicht zuletzt Menschenmaterial zu behaupten.

Um diesen Drang ideologisch zu begründen und zugleich zu befördern, mußte die eigene Identität scharf herausgearbeitet und ausdrücklich von anderen abgegrenzt werden. Nationen definierten sich nicht wie in der Vergangenheit ausschließlich über ihre Eliten, sondern unter tendenziellem Einbezug aller Bürger, wobei freiheitlich motiviertes Nationalgefühl und Identität erzwingende Repression einander vor allem in den Anfängen oftmals feindlich gegenüberstanden. Da die Frage der Zugehörigkeit nur gewaltsam entschieden werden konnte und man zugleich einer alle Bürger subsumierenden Doktrin bedurfte, hatten Kontroversen um den nationalen Charakter Hochkonjunktur, die in Konstrukte wie Volk, Rasse, Ethnie oder Blut mündeten.

Nationalbewegungen machten sich auf die Suche nach einem goldenen Zeitalter, in das hinein sie ihre heroische Vergangenheit konstruierten. Das klassische Griechenland, die römische Republik, die gallischen oder germanischen Stämme mußten als vermeintlicher Beweis herhalten, daß man keineswegs aus dem Nichts aufgetaucht, sondern schon immer dagewesen sei. Für das in alle Welt verstreute Judentum bedurfte es besonderer Anstrengungen, ein jüdisches Volk mit einer durchgängigen Verbindung zu erfinden. Der jüdische Nationalismus badete sich im Glanz von König Davids mythischem Reich, wie er sich überhaupt zur Stiftung einer kollektiven Identität der biblischen Texte bediente. Diese lieferten die benötigte Teleologie und Mythologie, um die Vorstellung des auserwählten Volkes wiederauferstehen zu lassen, das dazu bestimmt sei, die Welt zu erlösen. Obgleich sich die jüdischen Gläubigen seit der Antike nicht sonderlich für die Bibel interessiert hatten, da die mündliche Auslegung der Thora im Mittelpunkt ihres Gottesdienstes stand, spielte der biblische Kosmos mit dem Aufstieg der pränationalen jüdischen Geschichtsschreibung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in säkularisierter Form zunehmend die Hauptrolle bei der Konstruktion eigener Identität als Kollektiv.

Shlomo Sand nimmt den Leser mit auf eine Entdeckungsreise durch die jüdische Geschichte, auf der er die konstitutiven Elemente ihrer Erforschung unter Darstellung widersprüchlicher Auffassungen und Schlußfolgerungen dekonstruiert und auf ihren mythischen Kern zurückführt. Dabei schrumpfen überzogene zeitliche Dimensionen und glorifizierte biblische Königtümer auf ein bescheidenes Maß, während zum Judentum konvertierte Reiche wie jenes der Himjar im Gebiet des heutigen Jemen, der geheimnisvollen Berberkönigin Kahina in Nordafrika oder das Imperium der Chasaren in den Steppen entlang der Wolga und im nördlichen Kaukasus dem Vergessen enthoben werden. Alle Zeichen deuten darauf hin, daß sich die unterstellte ungebrochene Linie eines jüdischen Volkes keinesfalls halten läßt, welches daher als zweckdienliche Erfindung eingestuft werden muß.

Der zionistische Staat hat sich Privilegien verschafft, auf die zu verzichten in jedem Fall ein schmerzhafter Prozeß mit ungewissem Verlauf wäre. Andererseits steuert er unter Zuspitzung seiner Doktrin in eine neue Dimension des ungelösten Nahostkonflikts, wenn es zum Schulterschluß des palästinensischen Widerstands in den Autonomiegebieten mit dem absehbaren Aufbegehren des dauerhaft diskriminierten Teils der israelischen Gesellschaft kommt. Unter den zahlreichen Fragen, die sich am Ende dieses Buches stellen, hebt der Autor daher als letzte und vielleicht schwierigste jene hervor: Ist die jüdisch-israelische Gesellschaft bereit, sich von der alten Vorstellung zu verabschieden, die sie zum „auserwählten Volk“ macht, und aufzuhören, sich selbst abzugrenzen und andere auszustoßen? Wenngleich er die Aussicht, daß es dazu kommen könnte, pessimistisch einschätzt, will er doch einen möglichen Bruch mit diesem Vormachtstreben nicht gänzlich ausschließen. Wenn es möglich ist, die Vorstellung von der nationalen Vergangenheit auf radikale Weise zu verändern und festzustellen, daß diese zum Großteil ein bloßer Traum war, könnte man auch anfangen, eine neue Zukunft zu erträumen, ehe sie zum Alptraum wird.

Shlomo Sand
Die Erfindung des jüdischen Volkes
Israels Gründungsmythos auf dem Prüfstand
Propyläen Verlag, Berlin 2010
506 Seiten, 24,95 Euro
ISBN 978-3-549-07376-6

Der Herrgott hat es nicht gewollt!

Es wird beschrieben als ein Land, “darin Milch und Honig fließt”:
“Dieses Land zwischen Ugarit in Nordsyrien und der Grenze Ägyptens (im “Fruchtbaren Halbmond”, der alten Welt!), ist ein bedeutendes Kulturland in der alten Zeit gewesen. Es wurde Abraham von Gott verheißen (“gelobt”) – so trägt es den Namen “Gelobtes Land” oder “Verheißenes Land”.

So macht es auch die Bibel im Alten Testament. Das, in neuer textlicher Reihenfolge und mit einigen Veränderungen, aus der Hebräischen Bibel stammt, einer “Sammlung von Schriften, die nach Ansicht gläubiger Juden das Wort Gottes enthalten und als Heilige Schrift Urkunden ihres Glaubens sind.”

“Sie besteht aus den drei Hauptteilen Tora, Nevi’im und Ketuvim, und die Tora, (auch als Pentateuch bezeichnet, da sie aus den 5 Büchern Mose besteht (griech. pente = 5))”
so wird erklärt, “ist der Grundstein des jüdischen Glaubens.
Die Tora ist die Hauptquelle jüdischen Rechts, jüdischer Ethik und Wegweiser für Denken und Lebenswandel sowie für Beziehungen zwischen Menschen und Gott und Mensch und Mensch.”

Sie begründet auch Israels Anspruch auf das Heilige Land.
Ein Anspruch, der dem Staat Israel in 60 Jahren beträchtliches Ansehen und das Blut Tausender un- und mitschuldiger Israelis kostete und seine Nachbarn und ehemaligen, nun okkupierten Nachbarn, einen Holocaust bereitete. Über Jahrzehnte der Dreh- und Angel, wenn nicht sogar Ausgangspunkt war für über die Region hinausweisende Kriege und militärischer Auseinandersetzungen. Der “Konfliktherd Nahost” ist die Unfähigkeit der Nachbarn Israels, mit dessen Ansprüchen übereinzukommen.

Die Landverheißung in der Bibel “war neben dem Antisemitismus das entscheidende Motiv für die jüdische Siedlung in Palästina seit dem 19. Jahrhundert” (seit 1882 wanderten Juden ins britische Mandatsgebiet Palästina ein) “und (für) die Neugründung des Staates Israel 1948 auf der Grundlage des Zionismus.”(Zit. Wikiped.)

So werden die Grenzen dieses “Erblandes Israels in 4.Mose 34 beschrieben: Im Süden ist es die Wüste Zin; im Norden der Berg Hor. Das Land umfasst sowohl die Teile westlich des Jordan (zwischen dem Mittelmeer und dem Jordan; “Westjordanland”) als auch östlich des Jordan (zwischen dem Jordan und der jordanischen Wüste – “Ostjordanland”). (Zit.hier)

Nun – das Land “darin Milch und Honig fließt” war Israel keineswegs, als es 1948 zur Lösung des “arabisch-hebräischen Konflikt(s) auf dem Gebiet des Britischen Mandats Palästina” (wikiped.) gegründet wurde. Beinahe die Hälfte gehörte niemanden, und die Negev-Wüste machte etwa ein Drittel des Landes aus. Die zu der blühenden Landschaft umzugestalten, die sie heute stellenweise ist, kostete große Anstrengungen – und all unsere Grundwasserreserven, sagen die Palästinenser.

Für die Städte Jerusalem und Bethlehem empfahl die UN-Teilungsplan 1947 eine zukünftige internationale Verwaltung – wegen der wichtigen Stätten dort auch anderer Religionen. (wikiped.)
In Besitz waren damals etwa 47% des Landes, 41% gehörten Arabern, jüdischen Siedlern 6 Prozent.
Der “Teilungsplan für Palästina” der Vereinten Nationen hätte diese Verteilung bei der Aufteilung des Landes in einen jüdischen Staat und einen arabischen Teil – da bisher noch kein palästinensischer Staat besteht – berücksichtigt.

Palästina widersprach den angenommenen Zahlen und meinte, der Plan “verletzte die Rechte der Mehrheitsbevölkerung in Palästina, die zu diesem Zeitpunkt zu 67 Prozent nicht-jüdischen Religionen angehörten. Sie empfanden den Plan als Katastrophe. Kritisiert wurde die Menge und die Qualität des Landes, das den Juden zugeteilt wurde.” Einen Tag nach der Ausrufung des Staates Israels und mit durch David Ben Gurion am 14. Mai 1948, am Tag des Auslaufens des britischen Mandats, erklärte die Arabische Liga den Krieg .(wikiped.)

Später wurde bekannt: Von den Befürwortern des Plans war starker Druck ausgeübt worden, um die Vereinten Nationen zur Annahme des Plans zu bringen. (zit nach wikiped. und hier)
Er wurde von der UN-Generalversammlung (“Resolution 181″) am 29. November 1947 angenommen.

“Die meisten Juden akzeptierten den Plan, zu nennen ist hier vor allem die Jewish Agency, eine Art Vorgängerregierung des Staates Israel. () Die radikalen Nationalisten wie Menachem Begins Irgun oder Jitzhak Schamirs Lechi (auch unter dem Namen Stern Gang bekannt) lehnten den Plan ab – ihnen ging er nicht weit genug.” So kam es in der In der Folge im (bis Mai 48 noch unter britischem Mandat(s-) Gebiet zu “zahlreichen Überfällen und Anschlägen durch irreguläre jüdische und arabische Kräfte”, auch gegen die Briten, die es auch einem Tag nach der Ausrufung des Staates Israels im Mai 48 vorzogen, abzuziehen. (wikiped.)

“Die religiöse Metapher des verheißenen Landes wurde auch vom nicht-religiösen Zionismus zur ideologischen Rechtfertigung des jüdischen Anspruches auf das ganze Palästina verwendet.”, fasst wikipedia die folgenden Jahre zusammen und legt nahe: “Dieses Konzept steht aber in Widerspruch zur heutigen Realität”, wenn es auf einer Karte den “verheißenen” mit dem heutigen Grenzverlauf vergleicht, “da es nicht den weitgehend unbestrittenen israelischen Negev bis Eilat einschließt”, und auf der anderen Seite das Existenzrecht von Libanon antastet, “eines nie hauptsächlich von Juden besiedelten Gebietes”.  Quelle wikiped., grafik: emmanuelm.

Sehr anschaulich die folgende Karte: “Palästinensischer Landverlust zwischen 1946 und 2000″Der israelische Teil ist dabei der weiße, der grüne Teil zeigt palästinensische Gebiete. Quelle

“4. BAMIDBAR (Numeri) – das vierte Buch Mose, beginnt mit der Annahme, dass das Volk bereit sei, den Zug in das verheißene Land anzutreten. Eine Generation muss nun vierzig Jahre lang in der Wüste verweilen, bis die Sklavenseelen ausgestorben sind. Unter der Führung zweier glaubensstarker Männer darf eine neue Generation in das Land einziehen. Eine neue Ära zieht auf.” (Zit. hier)

Und diese neue Ära sollte 1948 die Gründung eines jüdischen Staates einleiten. Israel – das vom Schöpfer Seinem Volk verhießene Land, wie schon im “Buch der Bücher” prophezeit.

Dieser mittlerweile von der Weltgemeinschaft weitestgehend akzeptierte Fakt wird nun erneut nach seiner rechtmäßigkeit hinterfragt. Diesmal gehört der Zweifler zu des Herren höchsteigenem Volk:

Der israelische Historiker Shlomo Sand hat mit seinen Forschungen, wie er wohl weiß, dem Anspruch der Juden auf Israel (isreal hebr.= “Sein Land” Anm. d. V.)  jegliche Rechtsgrundlage erzogen. Der Professor für Geschichte an der Universität in Tel Aviv, bislang überwiegend mit europäischer Geschichte beschäftigt, wolle mit seinem Vorstoß in ein neues Terrain bewusst provozieren. Sand will darstellen, dass das jüdische Volk eine simple Erfindung ist. Eine Erfindung, die sich auf vieles berufen kann, nur nicht auf die Geschichte.”, so die Radiomoderatorin des Deutschlandfunks, die Prof. Sand vorige Woche interviewte: Er habe eine “politische Streitschrift” verfasst, untertreibt wohl die Moderatorin, und enthält sich auch eingangs: “Ob Sands These überzeugt, muss der Leser entscheiden. Denn der Historiker hat eine politische Streitschrift verfasst, die ihre Argumente aus den Ergebnissen von Tora- und Bibelstudien und aus den Forschungsergebnissen der Archäologie bezieht. Und da erklärt der Professor für Geschichte an der Universität Tel Aviv unmissverständlich, dass bislang kein einziger archäologischer Fund etwa die in der Bibel beschriebene Vertreibung der Juden aus dem so genannten Heiligen Land bezeugen könne.” (Deutschlandfunk 14.04.2010 09:53; Sendung: Tag für Tag “Wenn das “jüdische Gen” nicht aufspürbar ist”; Jutta Schwenksbür im Gespräch mit dem jüdischen Historikers Shlomo Sand) (anhören-(Sendung: “Tag für Tag” am 14. 4. 10, 9:53 h, Beitrag: “Wenn das “jüdische Gen” nicht aufspürbar ist – Jutta Schwenksbür im Gespräch mit dem jüdischen Historikers Shlomo Sand”
download-mp3-Format)

“So versuche ich etwa im zweiten Kapitel die Ansicht zu widerlegen, die Bibel sei ein historisches Buch. Das ist sie nicht! Sie ist eine sehr wichtige theologische Schrift, aber sie ist kein Geschichtsbuch”, so dann der Professor im Interview.

Ungläubige “wussten” das schon immer, aber dieser Ton aus dem Herzen – der Universität der Haupstadt – des biblischen Gottes eigenem Landes – hat wohl einiges an “Streit”potential.
“So haben die Archäologen entdeckt, dass das unter König Salomon vereinigte Königreich aus Israel und Utah nie existiert hat.”, nennt er ein Beispiel seiner Argumentation und gesteht für sich:
“Das war ein Schock!”

Ein weiteres Beispiel impliziere noch weiter reichendere Fragen:
“Jeder auf der Straße ist davon überzeugt, die Juden seien im Jahr 70 n. Chr. aus Palästina vertrieben worden. Das stimmt nicht! Die Bevölkerung blieb nach der Revolte dort, wo sie war.”

Er bekennt, selbst nie geglaubt zu haben an ein Recht der Juden auf Rückkehr nach 2000 Jahren. “Wenn Sie alles so organisieren wollten, wie es vor 2000 Jahren war – dann würde die Welt zu einem Irrenhaus”. Seine Schrift stelle nun aber generell “das Recht der Juden in Frage, nach Palästina zurückzukehren.”

Denn wo kein Exil, da keine “Rückkehr”? Wo nicht nachweislich der letzte Tempel, der Salomons – da nicht zwingend seine Neuerrichtung?
Und wenn nicht nachweislich der Einzug der Gotterwählten – dann keine Gott-Erwählten? Dann kein bevorzugtes, “Sein Volk”?

Prof. Shlomo Sand schließt aus seinen Forschungen: “Juden haben keine gemeinsame Geschichte oder eine gemeinsame säkulare Kultur. Wie kann man da beweisen, dass Juden ein Volk sind?”

Er schlägt vor, die Gründung Israels stattdessen wie eine Vergewaltigung zu begreifen; denn “Jedes Kind einer Vergewaltigung hat das Recht auf Leben.” und appeliert: “Israel hat heute das Recht, in den Grenzen von 1967 zu existieren. Jeder Versuch, daran etwas zu verändern, würde eine neue Tragödie auslösen. Aber das ist kein historisches Recht. Die arabische Welt muss den israelischen Staat akzeptieren, aber nicht als jüdischen Staat, sondern ganz einfach nur als Staat”.
Damit fordere er für Israel nicht weniger als eine strikte Trennung von Staat und Religion.

Unter besonders bedenklich geworden mit diesen neuen Erkenntnissen der Wissenschaft wertet er nun auch die israelische Staatsbürgerdefinition: Nur “Juden” können in Israel die Staatsbürgerschaft erwerben; nach jüdischem Glauben ist Jude, wer eine jüdische Mutter habe;

“Israel gehört eigentlich jenen Menschen, die gar nicht dort leben; und so können zwar Juden in Berlin Israel als ihren Staat bezeichnen, aber nicht einige meiner Studenten, die hier geboren sind: Es ist nicht ihr Staat, weil sie keine Juden sind! Israel ist ein jüdischer Staat, kein israelischer Staat! Damit haben alle in den USA, in Russland oder anderswo geborenen Juden automatisch das Recht, einen israelischen Pass zu bekommen, wenn sie nach Israel übersiedeln – niemals aber die in Israel geborenen und aufgewachsenen Palästinenser und Araber. Diese werden aufgrund der Abstammungspolitik gezielt und bewusst zu Fremden im eigenen Land gemacht.”, so der Professor
Für ihn zähle diese Regelung “zu den Hauptursachen dafür, dass der Nahostkonflikt nicht gelöst werden kann.”

Der 1946 in Linz als Sohn polnischer Juden geborene Autor sieht hier Parallelen zur Rassenideologie der deutschen Nazis: “In israelischen Universitäten wird versucht, über DNA-Analysen gleichsam ein “jüdisches Gen” zu finden.
Es ist eine Ironie der Geschichte, dass die Opfer Hitlers heute versuchen, sich über biologische Kategorien zu definieren. Das ist sehr dumm und gefährlich”

Fühlen wir uns noch immer angesprochen, Herr Professor – danke! Unsere Kanzlerin wirds auch freuen – die Israel jüngst aller uneingeschränkten deutschen Unterstützung versicherte und wir fürchteten, sie meine: aller; uneingeschräkt;
aber wenn es nicht mal Gott befahl…

Everyday is Ashure and everywhere is Karbala

Über weite Strecken der letzten 100 Jahren bestanden in Europa und anderen Teilen der Welt – China sei hier nur als eines unter vielen Beispielen genannt – die vorherrschenden Ideologien zur Befreiung der Menschen von Diktatur, Ausbeutung und Unterdrückung aus verschiedenen Spielarten von Sozialismus und Kommunismus. Typische Merkmale der sozialistischen Befreiungsideologie sind Klassenkampf gegen das Kapital und als Teil dessen der Kampf gegen Religion. In Lateinamerika gelang mit dieser Ideologie die Revolution in Kuba, doch weitere nachhaltige Erfolge wurden durch brutale militärische und geheimdienstliche Interventionen der USA lange Zeit, praktisch bis zum Wahlsieg von Hugo Chavez in Venezuela, verhindert. Trotz aller Jahrzehnte währenden Bemühungen von Marxisten, Religion durch Aufklärung zu eleminieren, blieben jedoch die Religiosität und der Glaube vieler Menschen an Gott auch in strikt sozialistisch regierten Staaten eine nicht zu leugnende Tatsache.

Man kann sogar soweit gehen, und die Theorie vertreten, dass die unterschätzte Bindungskraft der Religion der entscheidende Faktor war, der das sozialistische Imperium der Sowjetunion zum Einsturz brachte: in Osteuropa spielte die Kirche beim Zusammenbruch des kommunistischen Blocks ebenso eine entscheidende Rolle wie in Afghanistan die von den USA unterstützten Mudjehedeen. Für im revolutionären Kampf befindliche marxitische oder auch nur soziale Befreiungsbewegungen erwies sich die starke emozionale Bindungskraft der vom Vatikan zentral geführten christlichen Lehre als ein wesentliches Hindernis auf dem Weg zum Sieg über Unterdrückung und Diktatur.

So ist es leicht nachvollziehbar, dass in den 60er Jahren insbesondere im katholisch geprägten Lateinamerika eine ideologische Synthese von christlicher Theologie und Klassenkampf entstand, die sich, wenn vielleicht auch nicht immer in erster Linie, so doch zwangsläufig auch gegen den US-Imperialismus richtete. Spätestens seit einem Anfang der 70er Jahre erschienenen gleichnamigen Buch von Gustavo Gutiérrez ist die ideologische Verbindung von sozialem Kampf mit christlicher Theologie unter der Bezeichnung “Befreiungstheologie” bekannt. Die christliche Befreiungstheologie ist meist, wenn auch längst nicht überall auf der Welt, ausgeprägt als eine wenig kämpferische Ideologie, die den sozialen Klassenkampf mit explizit gewaltlosem Widerstand über Themen wie Menschenrechte und dem christlichen Gebot der Nächsteliebe führt. Die Sinnhaftigkeit der Form des gewaltlosen Widerstandes lässt sich in der christlichen Befreiungstheologie leicht mit dem zentralen religiösen Motiv des Christentums, nämlich dem gewaltlosen Lebensweg Jesu Christi begründen und existiert inzwischen in zahlreichen christlich geprägten Teilen der Welt, beispielsweise in den USA und in Südafrika. Im Allgemeinen wird die christliche Befreiungstheologie auch von atheistischen Sozialisten als Verbreiterung der Basis im Klassenkampf begrüßt.

Die politischen Erfolge der christlichen Befreiungstheologie können sich durchaus sehen lassen. Die christliche Befreiungstheologie hat zahlreichen sozialen und politischen Befreiungs- und Widerstandsbewegungen in Lateinamerika zu Stärke verholfen und scheint, nachdem der Befreiungstheologe Jean-Bertrand Aristide als Präsident von Haiti zuerst von den USA inthronisiert und 2004 dann von den USA wieder weggeputscht wurde, mit der Wahl von Fernando Lugo zum Präsidenten von Paraguay 2008 nach Jahrzehnten des Widerstandes zumindest in einem südamerikanischen Land auch dauerhaft in der Staatsspitze angekommen zu sein. Über die christliche Befreiungstheologie gibt es umfangreiche Literatur und zahlreiche Versuche, einige Spielarten in den Mainstream der katholischen Kirche zu integrieren und sie so in die bestehenden Herrschaftsverhältnisse zu integrieren. Beachtung verdient dabei auch, dass nicht alle als christliche Befreiungsbewegungen angestrichene Bewegungen auch tatsächlich Befreiungsbewegungen im Sinne des Kampfes für sozialen Fortschritt und die Kolonialisierung durch die USA sind, sondern, wie Beispiele wie KNU und SPLA besonders deutlich ziegen, die USA militante Bewegungen mit christlicher Befreiungsideologie unterstützen, wenn das den geostrategischen Interessen ihres Imperiums dient.

Wenig thematisiert wurde in der westlichen Literatur bisher hingegen die Befreiungstheologie des Islam. Das ist insofern überraschend, als dass das US-Imperium und die mit ihm verbündeten Staaten gegen zahlreiche Länder Krieg führen, deren Bevölkerung durch den Islam geprägt ist. Statt des Begriffes “Befreiungstheologie des Islam” findet sich in der politischen Diskussion des Westens allerdings manchmal der Begriff “Politischer Islam”, was im Prinzip ein Synonym sein könnte, denn auch die christliche Befreiungstheologie ist natürlich ein “Politisches Christentum”.

Und wie es der Zufall so will, wird der politische Islam auch häufig als Gegner von Feldzügen des US-Imperiums genannt. Das ist eine augenfällige Gemeinsamkeit, denn natürlich ist auch die christliche Befreiungstheologie den Interessen des US-Imperiums und der von den USA unterstützten Diktaturen zuwidergelaufen. Es liegt also nahe, sich bei der Suche nach einer islamischen Befreiungstheologie mit dem Begriff “Politischer Islam” zu beschäftigen. Die Bundeszentrale für politische Desinformation will ihren Gläubigen in Deutschland weißmachen, die Wissenschaft des Westens nenne den politischen Islam Islamismus und dessen typischer Vertreter sei der von der israelischen Agententochter Rita Katz publizistisch nach Kräften geförderte ehemalige US-Agent Tim Osman sei. In der Wikipedia erfährt man vom US-Propagandist Samual Huntington und dem gesamten Migthy Wurlitzer propagierten “Kampf der Kulturen”, dass bereits Religionsstifter Mohammed im Jahre 622 der christlichen Zeitrechnung eine theokratische Herrschaft, womit wohl nichts anderes gemeint ist als die Herrschaft eines politischen Islams, begründet haben soll und eben jener zuvor bereits erwähnte US-Agent Tim Osman es nun als seine Pflicht als Muslem ansehe, die Welt zu erobern und zu islamisieren. Der zionistische Propagandist Daniel Goldhagen darf in einem ehemaligen deutschen Nachrichtenmagazin bei der antiislamischen Hetze noch einen draufsetzen und unwidersprochen groben Unfug behaupten wie dass der politische Islam an die Nazis anknüpfe. Insgesamt geht der Aussagegehalt solch groben Unfugs gegen Null. Was davon bleibt, ist nichts als die Erkenntnis, dass die westlichen Medien zum Begriff “Politischer Islam” massenhaft platte antiislamische Kriegspropaganda unter falscher Flagge aus Küchen in den USA und Israel verbreiten. Bei der Suche nach einer “Befreiungstheologie des Islam” ist die zusamengelogene Propaganda, die unter den Stichworten “Islamismus” und “Politischer Islam” läuft, offensichtlich wenig hilfreich und auch der Begriff “islamische Befreiungstheologie” findet sich praktisch in den gesamten staatsnahen westlichen Medien nicht, obwohl es eigentlich naheliegend wäre, dass dieser Begriff im Zusammenhang mit “dem politischen Islam” auftaucht.

Bei der deutschen Welle findet sich jedoch in einem Artikel vom 02.02.2009, mit dem die deutsche Welle Propaganda für “Regime Change” im Iran zu machen versucht, ein indirekter Hinweis auf eine islamische Befreiungstheologie und obendrein einen direkten Bezug zur christlichen Befreiungstheologie. Saeed Hajjarian, ein Revolutionär der islamischen Revolution von 1979 im Iran erklärt da zu seiner früheren Motivation: “Wir hingen einer Befreiungstheologie an, ähnlich wie damals Christen in Lateinamerika.” Sie hätten vor allem gegen die enomen Klassenunterschiede gekämpft, heißt es da weiter. Die Verbindung von Theologie mit Klassenkampf ist genau der Punkt, der in Südamerika die christliche Befreiungstheologie ausmacht.

So etwas wie eine islamische Befreiungstheologie hat also bei der angeblich überraschenden islamischen Revolution im Iran 1979 offenbar eine wichtige Rolle gespielt. Ob die USA von der islamischen Revolution wirklich so überrascht waren wie sie taten, mag man bezweifeln, denn die islamische Revolution im Iran hat jedenfalls sehr gut in Zbigniew Brzeziskis Strategie der Vernichtung der Sowjetunion durch das Ziehen eines islamischen Green Belt um die südasiatischen Grenzen der Sowjetunion gepasst, mit der er die Sowjetunion ja dann in Afghanistan 1980 auch tatsächlich in seine Bärenfalle gelockt hat. Und die zahlreichen islamischen Revolutionäre im Iran haben dann ja auch noch sehr schnell und mit aller Brutalität den Kommunismus im Iran ausgemerzt und kommunistische Mitrevolutionäre verfolgt und ermordet, was die kalten Krieger der USA sicher gern gesehen haben und gleichzeitig dazu geführt hat, dass die iranische Revolution schon bald bei sozialen Bewegungen in anderen Teilen der Welt wenig oder gar keine Sympathien mehr genoss. Die islamische Fraktion der Revolutionäre im Iran war dazu in der Lage, weil sie deutlich stärker war als die marxistisch geprägten Kräfte.

Es lohnt, sich die Ideologie näher anzuschauen, die die treibende Kraft hinter der islamischen Revolution war. Die Wikipedia beschreibt sie als populistisch, nationalistisch und vor allem schiitisch und benennt beispielsweise den zwei Jahre vor der Revolution verstorbenen Religionssoziologen Ali Shariati und den Demokratie-Aktivisten Mehdi Bazargan als einflussreiche Vordenker der islamischen Revolution. Deren Ansichten kann man durchaus als eine laienhafte Art islamischer Befreiungstheologie verstehen, denn beiden gemeinsam war das Vertreten einer Symbiose aus Islam und für erstrebenswert erachteten Werten aus dem Fundus westlicher und östlichtlicher Befreiungsideologie. Das erklärt aber längst nicht die große Unterstützung für die islamische Revolution in der Bevölkerung.

Der von der Bevölkerung gefeierte große Held der Revolution war der schiitische Kleriker, Führer der Hezbollah und Freund der Fadayan, Ruhollah Khomeini. Der hatte von seinem Exil aus auf in den Iran geschmuggelten Tonbandkassetten seine Ansprachen gegen die Diktatur des Schah verbreitet. Er bot als Alternative zu den Staatsmodellen “westlich dekadente Demokratie” und “östlich dekadenter Sozialismus” das Konzept eines islamischen Staates an und motivierte die Bevölkerung sehr erfolgreich zur Revolte gegen den Schah. Ruhollah Khomeini nutzte dazu das Vermächtnis der Vorfahren: die schiitische Religion.

Nun ist sicherlich jede Religion, die für den Widerstand einer Befreiungsbewegung eingesetzt wird, eine mächtige Kraft, doch nur, wer sich die schiitische Theologie anschaut, begreift, warum die islamische Revolution genau im schiitischen Iran stattgefunden hat, und nicht etwa in einem wie die Mehrheit der islamischen Länder sunnitisch geprägten Land, wo stattdessen trotz jahrzehntelanger Arbeit einer revolutionären islamischen Bewegung eher eine republikanische Revolution stattfand.

Die Besonderheit des schiitischen Glaubens innerhalb des Islam geht insbesondere auf die sogenannte “Schlacht von Kerbala” am 10. Oktober des Jahres 680 der christlichen Zeitrechnung zurück. In dieser Schlacht hat sich der Überlieferung zufolge der Prophetenenkel Hussein ibn Ali mit 71 seiner Getreuen in einer aussichtslosen Schlacht dem finsteren Tyrannen Yazid und 10.000 seiner Soldaten entgegengeworfen. Hussein und alle seine Gefolgsleute starben dabei im Kampf gegen den übermächtigen Tyrannen den sicheren Heldentod im islamischen Kampf um Freiheit und Gerechtigkeit. Die Schlacht von Kerbala ist ein zentraler Punkt der religiösen Identität von Schiiten und wird durch die zehntätige Trauerzeremonie der Passionsspiele, mit denen Schiiten den Tod von Imam Hussein beweinen sowie dem abschießenden Fest Aschura in lebendiger Erinnerung gehalten. Der Heldentod von Imam Hussein im Kampf gegen den üblen Diktator Yazid wird im Rahmen der Feierlichkeiten seit Jahrhunderten überall dort, wo Schiiten leben, in einer Art Volkstheater nachgespielt.

Insgesamt bedeutet das, dass die gesamte schiitische Glaubensrichtung des Islam eine sehr lebendige oder zumindest leicht zu revitalisierende Befreiungstheologie mit einer mehr als tausendjährigen Geschichte ist. Natürlich machte Khomeini den schiitischen Gläubigen im Iran deutlich, wer die moderne Version des Tyrannen Yazid verkörperte. Was das für den Schah bedeutete, wird in der Wikipedia mit einem kurzen Satz beschrieben: “Ayatollah Khomeinis Anhänger jagten den iranischen Schah 1979 mit lautem „Yazid!“-Geschrei aus dem Land.” Das ist weder Zufall noch ein Einzelfall. Wie ein Blick auf die “Länder des schiitischen Halbmondes” zeigt, sind schiitische Widerstandsbewegungen auch in anderen schiitisch geprägten Ländern recht erfolgreich.

Einen Tyrannen zu verjagen ist eine Sache, aber danach ein komlett neues und besseres Gesellschaftssystem aufzubauen eine andere. Nachdem der Schah gestürzt war, wurden der Apartheidstaat Israel, die Ölkolonialmacht Großbritanien und das Imperium der USA zu den Personifizierungen des Tyrannen Yazid. In den Monaten nach der Revolution im Iran wurde es bei der Abrechnung mit innenpolitischen Kontrahenten erstmal sehr blutig. Und 1980 wurde es durch den von Saddam Hussein begonnenen und von den USA nach Kräften geförderten Irak-Iran-Krieg noch blutiger. Den Angriff des bezüglich der Rüstungsgüter weit überlegenen Iraks abzuwehren, ermöglichte der international weitgehend isolierten jungen islamischen Republik Iran wieder die schiitische Befreiungstheologie und die Jahrhunderte alte religiöse Verehrung des Heldentodes im Kampf gegen die Tyrannei, wobei der Tyrann nun natürlich auch Saddam Hussein hieß. Die Pasdaran und die zu Zehntausenden als lebendige Minenauslöser gestorbenen Jugendlichen der Basij bewahrten den Iran und seine Ölfelder vor der Eroberung durch den Diktator Saddam Hussein. 1988 war der Krieg um die Existenz der islamischen Republik Iran zu Ende, der Irak und der Iran zum Wohlgefallen der USA schwer kriegsgeschädigt und 1989 starb auch der oberste Religionsführer Khomeini. Ali Khamenei wurde sein Nachfolger und in den Folgejahren konnten die islamischen Revolutionäre sich nun endlich daran machen, eine islamischen Republik aufzubauen, wie sie 1979 angedacht war.

Erster Präsident unter Ali Khamenei war der Kleriker und Businessman Rafsanjani, der eine sittlich strenge Auslegung des politischen Islam mit einer typisch kapitalistischen Wirtschaftspolitik verband. Nach einigen Jahren als Präsident zeigte es sich, dass der Erfolg seiner Politik vor allem darin bestand, dass zwar seine eigene Familie große Macht in der Wirtschaft und ein Milliardenvermögen angehäuft hat, aber die Bevölkerung arm blieb und die auch für andere kapitalistische Länder typische dekadente Koruption blühte. Sein Nachfolger im Amt des Präsidenten, der Kleriker Mohammed Khatami, zeichnete sich dadurch aus, dass er eine an bürgerlichen Freiheitsrechten des Westens orientierte Auslegung des politischen Islam und einen außenpolitischen Annäherungskurs gen Westen mit der kapitalistisch-liberalen Wirtschaftspolitik seines Vorgängers verknüpfte.

Übrig geblieben war von der islamischen Revolution außer dem klarikalen islamischen Staatsaufbau wenig. Vom Ölreichtum des Iran kam beim ärmeren Teil der Bevölkerung wenig an und mit ihren Überfällen auf Aghanistan und vor allem den Irak konterkarierten die USA die Außenpolitik von Khatami. Dass “der große Satan”, der übermächtige Tyrann aus Washington, seine gigantische Militärmaschinerie bar jeder Vernunft dazu benutzte, um den Irak und die heiligen Stätten in Kerbala zu erobern, verhalf der Widerstandstheologie im Angedenken an die historische Schlacht von Kerbala natürlich erneut zu kräftigem Aufwind.

Bei der Präsidentschaftswahl 2005 bestand das Programm früheren Kommandeur der Pasdaran, Mahmud Ahmadinejad, im Wesentlichen aus der schiitischen Befreiungstheologie, mit der einst der Schah verjagt wurde sowie seiner recht erfolgreichen Arbeit als Provinzgouverneur und Bürgermeister von Teheran. Die menschenverachtende Kriegspolitik der USA war ein wichtiger Wahlhelfer von Mahmud Ahmadinejad, denn ohne einen großen Tyrannen kann die schiitische Widerstandstheologie längst nicht so große Bindungskraft entfalten. Mahmud Ahmadinejad, ein ebenso unauffälliger wie enger Vertrauter von Ali Khamenei, gewann die Wahl gegen den favorisierten Milliardär Rafsanjani, der auch den iranischen Staatsaufbau durch die Entmachtung des Revolutionsführers Khamenei gern noch nach westlichem Vorbild umgebaut hätte, in der Stichwahl haushoch. Mahmud Ahmadinejad freute sich nach der Wahl über die “zweite Revolution” im Iran.

Mahmud Ahmadinejad ist angetreten, den Ölreichtum des Landes auf die Tische der Armen zu bringen. In der Wirtschaftspolitik setzt Ahmadinejad anstelle auf eine freie Marktwirtschaft eher auf eine gezielte staatliche Förderung der Entwicklung der Provinzen und auf den Ausbau der Pasdaran als Dachorganisation für eine möglichst weitgehend staatlich gelenkte Wirtschaft. In der Außenpolitik setzt Mahmud Ahmadinejad darauf, sich von amerikanischen und israelischen Drohungen nicht einschüchtern zu lassen, auf das Aufbauen guter Beziehungen zu allen Nachbarländern und mit all denjenigen Ländern und gesellschaftlichen Bewegungen, die dem US-Imperialismus Widerstand leisten, besonders eng zusammenzuarbeiten.

Mit einer solchen Außenpolitik befindet Ahmadinejad sich völlig in Einklang mit Ali Khamenei. IRIB berichtete gerade, wie Revolutionsführer Ali Khamenei die iranische Außenpolitik sieht: “Das geehrte Oberhaupt der Islamischen Revolution sagte dann dazu weiter, alle Länder, die nicht unter dem Joch der Hegemonialmächte stehen wollen bzw. die keinen Hegemonialanspruch erheben, unabhängig davon, welcher Rasse sie angehören oder welche Sprache sie sprechen, sind Freunde der Islamischen Republik Iran.” Damit stehen Ali Khamenei und Mahmud Ahmadinejad inzwischen für geradezu klassische Positionen einer weltweit solidarischen Befreiungstheologie zur Verbesserung der sozialen Lage der Armen und Unterdrückten, wie sie seit Jahrzehnten für die christliche Befreiungstheologie und mit einigen Einschränkungen wie zum Beispiel dem Aspekt der Gottlosigkeit auch für die internationale Solidarität unter Sozialisten typisch ist. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass in Lateinamerika insbesondere Kuba, Venezuela und Bolivien gute Beziehungen mit dem Iran pflegen. Mit der Bekämpfung des iranischen Widerstands gegen ihre mit mehr als 700 Militärbasen weltweit praktizierten Tyrannei haben die USA allerdings ein ganz besonderes Problem, denn jeder Druck der USA hilft Ali Khamenei dabei, der Bevölkerung des Iran vor Augen zu führen, dass die USA heutzutage die Rolle des Despoten Yazid eingenommen haben, dem der heilige Widerstand der Schiiten zu gelten hat und stärkt dadurch den Widerstandswillen.

Und die heutige Außenpolitik der islamischen Republik Iran ist insgesamt eine verantwortungsbewusste und rationale Politik gegen die globale Hegemonie der USA. Der vermutlich wichtigste Partner der heutigen iranischen Außenpolitik ist die neue Weltmacht China. Mit China teilt der Iran nicht nur das Interesse, die Hegemonie der USA einzudämmen, sondern auch eine hervorragende Grundlage für den Handel: der Iran kann China strategisch wichtige Rohstoffe wie Erdöl liefern und China kann dem Iran die Technik liefern, die der Iran für die Modernisierung seiner Industrie braucht. Beispielhaft dafür sei hier erwähnt, dass der Iran gerade mit der chinesischen Ölcompany Sinopec einen Milliarden-Deal abgeschlossen hat, mit dem der Iran seine Raffineriekapazität nahezu verdoppeln wird. Da China Vetomacht ist, können sich die USA die ihnen von der AIPAC vorgeschriebene Idee im Sinne des Apartheidregimes von Tel-Aviv, den Iran mit einer Resolution des UN-Sicherheitsrates von der Benzinversorgung abzuschneiden, um das Land unter ihre Knute zu zwingen, also getrost von der Backe putzen. Dazu, um China ökonomisch unter Druck zu setzen, um auf diese Weise an die chinesische Stimme im UN-Sicherheitsrat zu kommen, sind die USA längst viel zu sehr abhängig von China. Und auch auf Waffenverkäufe der USA an Taiwan haben die Chinesen längst andere Reaktionsmöglichkeiten als sich ehrerbietungsvoll vor den USA in den Staub zu werfen.

Zu versuchen, den Iran mit einseitigen Sanktionen zu isolieren und in die Knie zu zwingen, ist erst recht keine erfolgversprechende Idee, denn der Iran unterhält inzwischen mit praktisch all seinen unmittelbaren und mittelbaren Nachbarstaaten gute bis hervorragende Beziehungen: angefangen vom Irak, wo schiitische Geistliche, eine von Khomeini mitaufgebaute Partei und Schüler der Pasdaran in der Politik ein gewaltiges Wörtchen mitzureden haben, über den langjährigen iranischen Verbündeten Syrien und dem von der Hizbollah mitregierten Libanon, über die Türkei, Aserbaidschan, Afghanistan und Pakistan bis hin zu Indien, würde vermutlich keines der iranischen Nachbarländer bei was auch immer für einseitig von den USA und der EU beschlossenen Sanktionen mitziehen. Rauskommen würde bei solchen Sanktionen wohl wieder nur, dass Ali Khamenei der Bevölkerung des Iran besser verdeutlichen kann, welche einzige arrogante Supermacht in der heutigen Welt die Rolle des Tyrannen Yazid innehat.

Einige ganz schlaue Strategen der psychologischen Kriegsführung in Tel-Aviv, London und Washington haben das Problem, dass die schiitische Befreiungstheologie durch mehr Druck eine größere Bindungswirkung entfaltet, schon vor einiger Zeit erkannt und eine Gegenstrategie entwickelt. Sie haben sich mit den korruptesten einflussreichen Leuten des Iran verbündet und versuchen, die westliche Propaganda dazu zu nutzen, Mahmud Ahmadinejad als Diktator hinzustellen und eine von der schiitischen Befreiungstheologie getragene grüne Bewegung gegen Ali Khamenei und Mahmud Ahmadinejad einzusetzen. Mit typischen Mitteln der psychologischen Kriegsführung wie aus den Fingern gesogenen Wahlbetrugsvorwürfen, Demonstrationen in der traditionell grünen Farbe des Islam, Snuff-Videos unter falscher Flagge, gegen die iranische Regierung gerichteten Parole “Tod dem Diktator” und jüngstens sogar Randale zu Aschura, dem am Tag des schiitisches Widerstandes, versuchen sie eine Stimmung zu erzeugen, die geeignet ist, die schiitische Befreiungstheologie gegen den Revolutionsführer Ali Khamenei und den Präsidenten Mahmud Ahmadinejad richten zu können. Doch da die USA in den letzten Jahren in vielen anderen Staaten bereits bunte Revolutionen zum “Regime Change” angeleiert haben, war dieser Versuch der Okkupation der schiitischen Befreiungstheologie leicht zu durchschauen. Und natürlich haben die Pasdaran als Wächter der islamischen Revolution schon viel schwierigere Zeiten erlebt als die von den USA gesteuerte Randale der grünen Bewegung. Und darauf, dass die Pasdaran ihre Jugendorganisation Basij sich auf die Seite des grünen Mummenschanzes stellen, brauchen die USA gar nicht zu hoffen, denn Mahmud Ahmadinejad ist einer von ihnen und macht Politik ganz nach dem Geschmack der Pasdaran. Das Ergebnis des grünen Mummenschanzes ist wieder mal kein anderes, als dass Ali Khamenei der Bevölkerung besser verdeutlichen kann, wer der wahrhaftige Yazid der Gegenwart ist.

Dass Richard Haass, Präsident des die außenpolitischen Geschicke der USA maßgeblich bestimmenden Council on Foreign Relations, nun öffentlich vorschlägt, dass die US-Politik die grüne Bewegung nun offen mit dem Ziel des “Regime Change” unterstützen mögen, weil die USA gegen den Iran keine anderen Mittel mehr haben, obwohl ihm bewusst ist, dass sie damit eingestehen, dass die grüne Bewegung des Iran Lakaien der USA sind, gleicht einer Kapitulationserklärung. Für die USA ist die Kapitulation, den Regime-Change im Iran nicht hinzubekommen, zu verschmerzen, solange ihre Marionetten-Diktatoren sich in den ölreichen Ländern der arabischen Halbinsel an der Macht halten können. Solange diese Bedingung gegeben ist, sind auch de guten Beziehungen des Iran nach Eritrea und darüber indirekt zu den Shabaab-Milizen in Somalia, zum Sudan und selbst ihre Sympathie für die schiitischen Houthis im Nordjemen, wodurch der Iran inzwischen auch eine Macht am roten Meer geworden ist, keine Gefahr für das US-Imperium. Schließlich haben die USA in Dschibuti eine Militärbasis, mit der sie die Transportwege für ihr Öl sichern können. Da könnte man sicher ein politisches Arrangement finden, denn den USA dürfte es vermutlich wichtig sein, dass der Iran sie nicht ewig im Schlamm von Afghanistan und Irak, in den sie sich selbst auf verbrecherische Art hineinbegeben haben, stecken lässt, sondern trotz der US-Okkupation seiner Nachbarländer eine konstruktive Rolle für die Stabilität des mittleren Ostens spielt.

Schlechter sieht es dagegen für das zionistische Apartheidsregime von Tel-Aviv aus. Der Iran ist inzwischen auch eine veritable Medienmacht, die sich nicht scheut, dem rechtsextremen Kolonialregime immer wieder ihre Verbrechen vorzuhalten und den Widerstand gegen das Besatzungsregime zu unterstützen. Die seit dreißig Jahren an den Tag gelegte Hartnäckigkeit zahlt sich allmählich aus. Mit der Regierung der Türkei macht nun auch schon ein mächtiger NATO-Staat auf das schon Jahrzehnte währende Unrecht in Palästina aufmerksam. Und so langsam steigt auch in Europa und Amerika das Bewusstsein dafür, dass Israel ein Unrechtsstaat ist. Wenn Israel der Schleier der Hasbara entrissen ist, dann wird das wahre Antlitz des Terrorstaates Israel zu Tage treten und das Unrecht beendet werden müssen. So, wie sich Israel inzwischen selbst einzäunt, darf man hoffen, dass der Tag nicht mehr weit ist, an dem das Besatzungsregime von Tel-Aviv zerfällt und die islamische Befreiungstheologie der Schiiten Palästina damit befreit haben wird.

Quelle

Islamische Bewegung-kein Monopol

Wir,die wir uns erhoben haben,taten dies für den Islam.Unsere Republik ist eine Islamische Republik.Die Islamische Bewegung kann nicht nur auf ein bestimmtes Land beschränkt sein.Auch nicht nur auf die islamische Welt.Eine Bewegung, die um des Islam willen erfolgt.ist die Bewegung der Propheten.Auch sie, die Bewegung der Propheten,war nicht auf ein Gebiet begrenzt.Der Prophet des Islam stammte aus Arabien,seine Einladung aber erging nicht nur an die arabische Bevölkerung,war nicht nur auf die arabische Halbinsel beschränkt,sondern meinte alle,die gesamte Welt.

Ihn überall verwirklichen

Schreitet auf dem Weg des Islam einher, und setzt euch für ihn ein.Damit das Schahadat auf seinem Wege zuteil wird.Und sollten wir - In Scha´Allah - obsiegen,zum Erstarken und Sieg des Islam beitragen und überall,wo auch immer, erhobenen Hauptes sein und in allen Ländern,in allen Teilen der Welt,den Islam verwirklichen und sein Banner aufrichten können.

Islam-Ein Recht aller

Ich hoffe,dass wir das Banner des Islam - das Banner der Islamischen Republik - in allen Teilen der Welt aufrichten können und sich alle dem Islam,der ein Recht aller ist, anschliessen werden. Imam Ayatollah Ruhollah Al Musavi Al Khomeini

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"Wenn die Zionisten die Waffen niederlegen und sich hinter die Grenzen von 1967 zurückziehen wird es Frieden geben. Wenn der palästinensische Widerstand die Waffen niederlegt wird es niemals ein freies, unabhängiges Palästina geben." Ahmed Ibn Fahdlan in Tehran.

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"Also wenn wir den Krieg nicht gewinnen was haben wir dann von der Ideologie? Also ich meine, das ist doch nicht einfach irgendetwas aus einem Buch. Eine Ideologie ist doch etwas praktisches, muß doch etwas lebendiges, etwas für Menschen sein!"

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