You are currently browsing the category archive for the ‘Vietnam’ category.

Vor 35 Jahren jagten die vietnamesischen Befreiungskämpfer in Saigon die US-amerikanischen Invasoren buchstäblich ins Meer. Der Sieg dieses nationalen Unabhängigkeitskampfes ist von höchst aktueller Bedeutung.

Am 30. April 1975 gegen 11.30 Uhr Ortszeit stieß die Vorausabteilung eines Panzerregiments der Befreiungsarmee in das Zentrum der südvietnamesischen Hauptstadt Saigon vor. Die T-54 donnerten an der US-Botschaft vorbei zum Doc-Lap-Palast, dem Sitz des Präsidenten des Regimes. Der Führungspanzer rammte das schmiedeeiserne Tor auf. Regimentskommandeur Oberst Bui Van Tung kletterte aus dem Geschützturm und ging mit einigen Offizieren die Treppen zum Palast hinauf. Es regte sich kein Widerstand. Als Tung den Sitzungssaal betrat, erhoben sich Duong Van Minh, dem man drei Tage zuvor das nunmehr verhaßte Amt aufgehalst hatte, und Vizepremier Vu Van Mau.

Big Minh kapituliert

»Big Minh«, wie der mit 1,80 Meter ungewöhnlich große Südvietnamese genannt wurde, hatte 1963 den Putsch gegen die US-Marionette Ngo Dinh Diem angeführt. Gelegentlich hatte er in den letzten Jahren allgemein zu einem »Friedensschluß« aufgerufen. So hatte ihn US-Botschafter Martin Graham für den Mann gehalten, der für die »Viet Cong« noch am ehesten akzeptabel für eine Übergabe sein könnte. Einige Stunden zuvor hatte Minh über den Rundfunk die Bereitschaft zur Kapitulation erklärt, sich dabei als erster Saigoner Politiker an die Regierung der Republik Südvietnam gewandt, zur Beendigung des Blutvergießens aufgerufen und angekündigt, »die Verwaltung ordnungsgemäß zu übergeben«. Im Präsidentensaal hatte er das Emblem der Marionettenrepublik entfernen und ein neues mit einer Blume, die Frieden und Einheit symbolisieren sollte, anbringen lassen. Nun stand der große Minh im dunkelblauen Anzug dem Panzerobersten gegenüber und sagte so entgegenkommend wie möglich: »Wir erwarten Sie, um Ihnen alles zu übergeben.« Der antwortete ihm knapp: »Sie haben hier nichts mehr zu übergeben. Es bleibt Ihnen nur noch die bedingungslose Kapitula­tion.« Die unterschrieb Minh dann auch, gab sie über den Rundfunk bekannt und forderte die Reste der Saigoner Armee auf, den Kampf einzustellen und die Waffen niederzulegen.

Auf dem Flugplatz Tan Son Nhut hatten Einheiten der Befreiungsarmee inzwischen den letzten Widerstand gebrochen, Ministerien und wichtige Dienststellen, den Generalstab, Rundfunk- und Fernsehstationen besetzt und die Verkehrsknotenpunkte unter ihre Kontrolle gebracht. Partisanen aus dem Saigoner Untergrund hatten sie unterstützt. Das Saigoner Regime war zusammengebrochen, der Ministerpräsident verschwunden. Es waren keine Minister mehr anzutreffen, und die meisten Generäle hatten ebenfalls das Weite gesucht. Ihre Familien hatten viele bereits Monate zuvor in Erwartung der Niederlage nach Bangkok evakuiert. Beamte und Offiziere plünderten die Läden der Geschäftsviertel. Fernsehgeräte, Fotoapparate, Radios, Duschen, Toiletten, Fensterrahmen, Lampen – alles wurde weggekarrt.

Letzter US-Befehl

Erst am 28. April hatte US-Präsident Gerald Ford seinen Botschafter angewiesen, mit der Evakuierung zu beginnen und sich selbst in Sicherheit zu bringen. Bis zuletzt war diese hinausgezögert worden, weil man nicht mit einer so raschen Einnahme Saigons gerechnet hatte. Während die Evakuierung begann, rauchten auf dem Botschaftsgelände die Verbrennungsöfen, in die CIA-Beamte ihre Geheimakten warfen. Wie später bekannt wurde, fielen aufschlußreiche Top-Secret-Dokumente in die Hand der Demokratischen Republik Vietnam (DRV), darunter auch Listen von Agenten der CIA. Das war umso prekärer, als auch der Saigoner Stationschef, Tom Polgar, es nicht geschafft hatte, viele seiner wichtigsten IM auszufliegen. Ihm selbst war es gerade noch gelungen, sich mit einem Hubschrauber zum Kommandantenschiff »Blue Ridge« abzusetzen. Dem verbliebenen Personal standen 81 »Avican«- Helikopter zur Verfügung. Sie starteten vom Dach der Botschaft und den Dächern einiger umliegender Gebäude zu den vor der Küste liegenden Kriegsschiffen. US-Marines sicherten im Botschaftsgebäude die Treppen, über die Vietnamesen nach oben drängten, um mitgenommen zu werden. Sie schwenkten ihre Pässe mit den US-Visa, die sich manche für 100000 US-Dollar in Hongkong besorgt hatten. Wütende Saigoner Soldaten schossen auf abfliegende Maschinen, US-Marines erwiderten das Feuer. Als der letzte Hubschrauber abhob, waren in den unteren Geschossen bereits Plünderer am Werk. Die zahlreichen Mitarbeiter des amerikanischen Konsulats flohen mit zwei Flußschiffen auf dem Mekong in Richtung Meer. Hubschrauber der Saigoner Luftwaffe beschossen sie mit MGs. Zurück blieben Tausende hoher Marionetten, denen Botschafter Graham ebenfalls die Evakuierung versprochen hatte. Insgesamt war geplant gewesen, 130000 Vietnamesen, enge Kollaborateure Wa­shingtons, in den USA aufzunehmen. Die noch in Südvietnam verbliebenen 25000 amerikanischen Militärberater waren in den vorangegangenen Tagen abtransportiert worden.

Als Minh die Saigoner Truppen aufforderte, das Feuer einzustellen, hatten diese bereits aufgehört zu kämpfen. Auf Straßen und Plätzen stapelten sich die von ihnen weggeworfenen Waffen zu großen Haufen. Vor öffentlichen Gebäuden und an Straßenkreuzungen standen bereits am Abend des 30. April Posten der Befreiungsarmee in ihren olivgrünen Uniformen. Die Plünderungen hörten schlagartig auf. Auf Straßen und Plätzen wurden die Befreier stürmisch begrüßt. Die Bevölkerung überzeugte sich bald durch die Realität, daß die von den USA und ihren Saigoner Marionetten betriebene Greuelpropaganda mitnichten der Wahrheit entsprach. Es gab keine Erschießungen, keine Gewalt, keine Plünderungen. Die Bo Doi, die Volkssoldaten, wie die Befreiungskämpfer genannt wurden, erwiesen sich tatsächlich als Menschen aus dem Volk. Es gab Situationen, da verhinderten sie, daß Saigoner Offiziere oder Beamte aus Angst vor ihnen Selbstmord begingen.

Ende der Besatzung

Mit der Einnahme Saigons am 30. April 1975 ist Südvietnam nach zwei Jahrzehnten amerikanischer Besatzungsherrschaft befreit, sind die Ketten eines fast ein Jahrhundert währenden Kolonialjochs, das einst Frankreich errichtet hatte, zerbrochen. Mit Saigon, mit Vietnam feiern am folgenden Tag Millionen in aller Welt, die an der Seite des Landes standen, den 1. Mai als Tag des Sieges. Der Oktoberklub der DDR widmet dem Ereignis ein Lied: »Alle auf die Straße, rot ist der Mai, Saigon ist frei«.

Von 1967 bis 1970 erlebten meine Frau Irene und ich als Journalisten in Nordvietnam, das damals Demokratische Republik Vietnam hieß, den Kampf des vietnamesischen Volks. Wir sahen das Land unter dem Hagel amerikanischer Bomben, kaum zu beschreibendes Leid, aber auch den unbeugsamen Willen von Menschen, die ihre unter unsagbaren Opfern errungene Freiheit und Unabhängigkeit verteidigten. Wir wurden Zeugen des Scheiterns der barbarischen US-Luftaggression und während des Tet-Festes im Frühjahr 1968 der strategischen Wende im Befreiungskampf in Südvietnam. Im Spätherbst 1970 nahmen wir in der Gewißheit Abschied, daß Vietnam siegen würde.

Vietnam siegte über die Militärmacht der USA, die stärkste der westlichen Welt. Als Nachfolger der französischen Kolonialisten hatten die Vereinigten Staaten seit 1955 Vietnam mit einem barbarischen Vernichtungskrieg überzogen, um das Land in sein Stützpunktsystem gegen die UdSSR und die VR China einzubeziehen. Die große Hilfe des damals existierenden sozialistischen Lagers, darunter Lieferungen modernster konventioneller Waffen aus Moskau und aus Peking, die weltweite Solidarität der Völker und ihrer Friedenskräfte, eingeschlossen die in den USA selbst, waren entscheidende Grundlagen dieses Sieges. Aber die letztlich ausschlaggebende Bedingung, daß diese Faktoren zur Geltung kommen konnten, war der nicht zu brechende Widerstandswille des Volkes, der in den Traditionen nationalen und antikolonialen Widerstandes wurzelte, den zu mobilisieren eine Kommunistische Partei verstand, die der legendäre Führer Ho Chi Minh gegründet hatte. Zu keinem Zeitpunkt kämpften ausländische Truppen an der Seite der vietnamesischen Patrioten. Entsprechende Angebote hatte die DRV stets abgelehnt. Das geschah auch unter dem Gesichtspunkt, den USA keinen Vorwand für ihren eigenen massiven Truppeneinsatz zu liefern. Wohl aber befanden sich in beträchtlicher Zahl militärische Berater und Ausbilder der UdSSR in Nordvietnam, die sich auch in den Raketen- und Artilleriestellungen aufhielten. Bis heute sind dazu die Archive nicht geöffnet worden. Wenn das einmal geschehen sollte, wird man erfahren, wie viele sowjetische Militärs in diesem Kampf ihr Leben gelassen haben.

Daraus die These abzuleiten, es habe sich um einen Stellvertreterkrieg gehandelt, entspricht nicht der tatsächlichen Entwicklung. Daran ändert auch die Tatsache nichts, daß natürlich die Militärs der UdSSR wie die der USA in Vietnam ihre Waffen, darunter ihre modernsten MiG-Jäger-Typen und Luftabwehrraketen erprobten und der Sieg in Saigon ohne die schweren sowjetischen Waffen (Panzer, Artillerie und zuletzt auch Luftabwehr) nicht möglich gewesen wäre. Pentagon-Militärs gaben übrigens mehrfach zu, daß die in Vietnam eingesetzten MiGs damals den entsprechenden US-Typen überlegen waren und die sowjetischen SAM-Luftabwehrraketen bei den Air-Force-Piloten, so Oberst Robin Olds, der über Nordvietnam im Einsatz war, als »furcht­erregende Raketen« galten.

537000 GIs

Obwohl ab 1965 neben einer halben Million Saigoner Söldner 537000 Mann Bodentruppen der USA in Südvietnam eingesetzt wurden, gelang es nicht, die Befreiungsbewegung zu zerschlagen. Dabei wurde jeder Widerstand grausam unterdrückt. In den Gefangenenlagern und Zuchthäusern schmachteten nach einem Bericht von Amnesty International 1972 zwischen 200000 und 300000 politische Gefangene. Das berüchtigtste Lager war die sogenannte Teufelsinsel auf Con Son, auf der 10000 Menschen eingekerkert waren. Dort gab es bereits die furchtbaren Tigerkäfige für Gefangene, die in den letzten Jahren von dem US-Gefängnis auf Guantánamo bekannt wurden.

Im Dezember 1960 schlossen sich in Südvietnam 23 Parteien, Organisationen und buddhistische Vereinigungen zur Befreiungsfront FLN zusammen. Am 15. Februar 1961 folgte die Zusammenfassung der regionalen Partisaneneinheiten zur nationalen Befreiungsarmee, die 1963 etwa 350000 Soldaten und Offiziere zählte. Die DRV hat nie geleugnet, den Befreiungskampf im Süden zu unterstützen. Daß man dabei keine Angaben über die dort kämpfenden Nordvietnamesen machte, ist verständlich. Gleiches galt für die Waffenlieferungen, die nach Süden gingen. Im Juni 1969 proklamierten die FLN und weitere Befreiungsorganisationen die Republik Südvietnam und bildeten eine provisorische Regierung. Zu dieser Zeit beherrschten die Befreiungskräfte bereits etwa zwei Drittel des Territoriums Südvietnams.

1968 mußten die USA unter dem Druck der Weltöffentlichkeit Friedensgesprächen in der französischen Hauptstadt zustimmen und in den 1972 geschlossenen Pariser Abkommen »die Unabhängigkeit, Souveränität, Einheit und territoriale Integrität Vietnams« anerkennen und in einem Waffenstillstand zustimmen, daß die Streitkräfte beider Seiten dort verblieben, wo sie sich befanden. Das schloß die Anerkennung ein, daß an der Seite der südvietnamesischen Befreiungsarmee auch Nordvietnamesen kämpften.

Die USA brachen wie schon nach 1954 die Genfer Indochina-Abkommen auch die Pariser Verträge. Sie zogen zwar ihre regulären Truppen aus Südvietnam ab, ließen aber 25000 Militärberater zurück, die faktisch die Saigoner Truppen führten. Die Marionettenarmee wurde auf über 1,2 Millionen Mann aufgestockt und mit modernsten konventionellen Waffen ausgerüstet (900 Kampfflugzeuge, 400 Kampfhubschrauber, 2 100 Panzer und Geschütze). Sie galt nach der Militärmacht der Volksrepublik China als zweitgrößte Streitmacht Asiens.

Daß die USA in Paris Verhandlungen zustimmten, ergab sich auch aus dem desolaten Zustand ihrer Truppen in Südvietnam. In den USA waren etwa 300 Gruppen oder Komitees unter Namen wie »GIs für den Frieden« und »GIs gegen den Krieg« aktiv. Sie trugen dazu bei, daß während des Krieges 206000 US-Amerikaner den Kriegsdienst verweigerten und 423422 GIs desertierten. Etwa 1000 Offiziere und Unteroffiziere wurden in Südvietnam von ihren eigenen Soldaten umgebracht. Das Armed Forces Journal befürchtete im Juni 1971 einen »Zusammenbruch« der in Südvietnam stehenden Truppen. Ähnlich war die Situation in der Saigoner Marionettenarmee, in der 1974/75 ganze Truppenteile zu den Befreiungskämpfern überliefen.

Bundesdeutsche Hilfe

Die Konfrontation, in der sich in Kalten-Kriegs-Zeiten DDR und BRD gegenüberstanden, spiegelte sich wie beispielsweise in Kuba, Chile oder Südafrika auch und in besonderem Maße in Vietnam wider. Während der sozialistische deutsche Staat solidarisch an der Seite des Unabhängigkeitskampfes Vietnams stand, unterstützte das offizielle Bonn die US-Aggressoren politisch und wirtschaftlich, personell und moralisch, aber verdeckt auch militärisch. IG-Farben-Nachfolger BASF und die Farbwerke Hoechst beteiligten sich an der Produktion und Lieferung von Giftgasen nach Saigon. 2500 westdeutsche Techniker, darunter 121 Piloten der Bundesluftwaffe, sammelten Kriegserfahrungen in Vietnam, Bundeswehroffiziere werteten sie in der Truppe aus. Angesichts anhaltender Niederlagen der US-Armee empfahl Die Welt am 11.August 1965, sich »an die grobe Faustregel des Panzergenerals Guderian (zu) halten: nicht kleckern, klotzen!« Bundespräsident Heinrich Lübke, während des Hitlerfaschismus am Bau von KZ beteiligt, wünschte Präsident Johnson nach dem Beginn der Luftangriffe auf Hanoi in einem offiziellen Staatstelegramm am 29. Juni 1966, der Luftterror möge »von Erfolg gekrönt sein«. Wirtschaftswunder-Kanzler Ludwig Erhard ließ am 1. Juli, als bereits Berichte über die zahlreichen zivilen Todesopfer der Terrorangriffe bekannt waren, »alle Maßnahmen der Amerikaner« gutheißen. Am gleichen Tag bejubelte die Westberliner Nachtdepesche die todbringenden Waffen als »Wunder der Präzision« und forderte, Washington müsse sich entschließen, »dichtbesiedelte Industriezentren zu bombardieren«. Springers Westberliner BZ schrieb am 18. Juli, notwendig sei »ein kompromißloser Krieg, der auch vor Fabriken, Häfen, Bewässerungsanlagen und Staudämmen nicht mehr halt macht.« Erhard-Nachfolger Kurt Georg Kiesinger, Mitglied der Hitlerpartei seit 1933 und stellvertretender Leiter der Rundfunkabteilung im Auswärtigen Amt Ribbentrops, versicherte Washington in seiner Regierungserklärung am 13. Dezember 1966, die Bundesrepublik werde »entschiedener als bisher Mitverantwortung in Vietnam übernehmen«. Wir wollen jedoch nicht vergessen, daß es damals auch eine andere Bundesrepublik gab, die eine machtvolle Protestbewegung gegen den US-Krieg und eine außerordentliche Solidarität mit dem Freiheitskampf Vietnams entwickelte.

Aktuelle Vergleiche

Die vietnamesische Befreiungsrevolution und insonderheit ihr Kampf gegen die US-Herrschaft fordern bis in die Gegenwart zu höchst aktuellen Vergleichen heraus. Sie besagen, daß sich am verbrecherischen Charakter des US-Imperialismus bei der Verfolgung seiner Weltherrschaftspläne nichts geändert hat. Das betrifft auch die verlogenen Vorwände zur Auslösung von Aggres­sionskriegen. Dieser Bogen spannt sich von der Provokation 1964 im Golf von Tongking als Vorwand für den Luftkrieg gegen die DRV über die Rolle der US-Geheimdienste bei den Anschlägen vom 11. September 2001 zur Anzettelung des sogenannten Krieges gegen den Terrorismus bis zu den Anschuldigungen, Irak besitze Massenvernichtungswaffen als Anlaß des Überfalls auf dieses Land und den aktuellen Behauptungen gegenüber Iran. Der Widerstand gegen diese von den Vereinigten Staaten angezettelten Kriege findet heute unter sehr unterschiedlichen Kräfteverhältnissen statt. Es ist keine Führerpersönlichkeit wie Ho Chi Minh, keine Befreiungsfront, wie sie die Patrioten Vietnams zustande brachten, in Sicht. Eine Hilfe, wie sie das sozialistische Lager leistete, gibt es nicht mehr, wenngleich hier partiell bereits die VR China in die Bresche springt. Eins jedoch steht unter dem Gesichtspunkt der Lehren Vietnams schon heute fest: Die USA und alle, die sich an ihre Seite stellen, werden am Widerstandswillen, am Freiheits- und Unabhängigkeitsdrang der Völker scheitern.

1976 wurde mit der Gründung der Sozialistischen Republik Vietnam die nationale und staatliche Einheit wiederhergestellt. Dadurch wurde nicht nur das Ziel des von der Mehrheit des Volkes unterstützten 30jährigen Nachkriegskampfes verwirklicht, sondern auch der Konterrevolution ihre staatliche Basis im Süden entzogen. Dieser Schritt trug entscheidend dazu bei, daß die SRV 1989/90 die Niederlage des Sozialismus in Europa überstand. Die KPV schlug nicht den liquidatorischen Weg der osteuropäischen »kommunistischen und Arbeiterparteien« ein. Die ungeheuren Schwierigkeiten der Fortsetzung des sozialistischen Weges wurzeln nicht primär im Entwicklungsmodell, sondern ergeben sich aus den Kriegsfolgen (allein drei Millionen Opfer des chemischen Kampfmittels Agent Orange), aus der Langzeitwirkung der kapitalistischen Überreste des Südens, aus dem abrupten Verlust der internationalen sozialistischen Kooperation, dem daraus resultierenden Zwang zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit der kapitalistischen Welt (der u. a. die Geißel der Arbeitslosigkeit beschert). Washington verhängte nach 1975 über Vietnam sofort einen totalen Wirtschaftsboykott. Ziel war, wie der in Manila lehrende Soziologe Walden Bello in seinem 1999 erschienenem Buch »Dark Victory. The United States, Structural Adjustment and Global Poverty« belegte, das Land in den ökonomischen Bankrott zu treiben. Wie in der militärischen Auseinandersetzung scheiterten die USA jedoch auch beim Versuch, Vietnam mit politischem und wirtschaftlichem Boykott in die Knie zu zwingen. Mit seit 2001 jährlich 7,5, 2005 sogar 8,4 Prozent wirtschaftlichen Zuwachsraten beschreitet Vietnam erfolgreich den Weg einer modernen industriellen Entwicklung. Ziel ist, wie der X. Kongreß der KPV 2006 festlegte, der Aufbau »eines unabhängigen, demokratischen, blühenden und starken Vietnam mit einer gerechten und modernen Gesellschaft, in welcher die Ausbeutung des Menschen abgeschafft« wird. Die Beschlüsse vermitteln die Gewißheit, daß dieser Prozeß unumkehrbar ist.

Quelle

Advertisements

Dr. Alexander von Paleske — Im Jahre 1966 schrieb der damalige Redakteur des politischen Ressorts der Wochenzeitung Die Zeit, Theo Sommer – heute fungiert er als Editor at large der ZEIT – zum Krieg in Vietnam:

„Bei aller Kritik an seinen Modalitäten halte ich dieses Engagement im Grundsatz für richtig und unvermeidlich. Als „Zwei-Ozeane-Staat“ müsse Amerika die Freiheit in Asien ebenso verteidigen wie in Europa, als Weltmacht habe es die Aufgabe, den chinesischen Kommunismus einzudämmen, nach der Dominotheorie würde eine Kapitulation in Vietnam nur Aggressionen in Südostasien auslösen. Er sehe keine Alternative zum Engagement.“ (Karl Heinz Janßen, Die Zeit in der ZEIT, 1996 S. 218)

Pressezar Axel Springer gab zur gleichen Zeit die Parole aus:

“ In Saigon wird Berlin verteidigt“.

Wenn man Saigon durch Kabul ersetzt und Südvietnam duch Afghanistan, dann sind wir in der Jetztzeit angekommen.

Und weiter heisst es bei Karl Heinz Janßen:

Als der damalige US Präsident Johnson seinen gescheiterten Oberkommandierenden, General Westmoreland zurückruft, tritt Redakteur Theo Sommer den Rückzug an und verkündet, dass der Krieg nur um einen unzumutbar hohen Preis gewonnen werden kann und das bisherige Ziel – ein unabhängiges, stabiles, nichtkommunistisches Südvietnam möglicherweise unerreichbar ist.“

Bei der Orientierungssuche zum Thema Afghanistan erwartet man von der ZEIT als führender liberaler Wochenzeitung Deutschlands „Meinungsführerschaft“ basierend auf tiefschürfenden substantiellen Analysen. Aber auch, dass sie aus ihren Fehlern gerade im Zusammenhang mit der Einschätzung des Vietnamkrieges gelernt habe.

Die verstorbene Herausgeberin Marion Gräfin Dönhoff, deren 100 Geburtstag gerade mit grossem Tam Tam in der Wochenzeitung gefeiert wurde, formulierte das einst so:

„Wir müssen die Emotionen rationalisieren, wir müssen gegenhalten, wenn die Leute sich zu viel aufregen, und wir müssen anfeuern, wenn sie stumpfsinnig dasitzen und immer noch nicht begriffen haben, dass etwas Unerhörtes vorgeht

In Afghanistan geht Unerhörtes vor sich

Eine der grössten Militäraktionen überzieht das Land. Ungezählte Opfer hat sie bereits unter der Zivilbevölkerung verursacht.

Das ursprüngliche Kriegsziel, die Vertreibung der Al Qaeda war bereits nach kurzem Einsatz im Jahre 2001 erreicht. Osama bin Laden und seine Terrorfreunde konnten aus dem Höhlenkomplex Tora Bora nach Pakistan entkommen, weil man „vergessen hatte“ die Fluchtrouten nach Pakistan, deren gab es zwei, komplett zu sperren.

Die Al Qaeda -Terroristen zogen in die Stammesgebiete Pakistans, die afghanischen Taliban verschwanden erst einmal von der Bildfläche, aber nur kurzfristig.

Neue Terroristenheimat

Al Qaeda fand aber nun neben den Stammesgebieten in Pakistan andere Länder als Basis und Nachahmer: In Yemen, in Somalia, in Mali.
Der Abzug der Nato-Truppen hätte deshalb längst auf der Tagesordnung stehen müssen. Aber mit Afghanistan hatte man Grosses vor. Im Eilgalopp sollte aus den zersplitterten Stammesstaat ein Zentralstaat gemacht werden, ohne die Bevölkerung, und die wird in erster Linie durch die Stammesältesten vertreten, zu konsultieren. Ihnen wurde statdessen von aussen ein Konzept übergestülpt.

Etwas Geld floss in einige Infrastrukturprojekte, wie Strassenbau Elektrizitätsversorgung. Milliarden flossen hingegen für das Militär. Kabul samt deren korrupter Regierung zweigten ordentlich Gelder für sich ab.

Alles ganz entsprechend der Maxime des seinerzeitigen US Präsidenten Bush, dass man nach Afghanistan gekommen sei, um Al Qaeda zu vertreiben, aber nicht, um den Wiederaufbau des Landes abzusichern.

Daneben folterte man und bombte kräftig in Gebieten, die abseits der Hauptstrassen und Städte lagen, oftmals traf man statt der Taliban die Zivilbevölkerung. Und neben den regulären Truppen bediente man sich zunehmend der Söldnerfirmen wie Blackwater (jetzt XE), Triple Canopy, Dyncorp und anderen. Söldner, die schon im Irak durch das Abknallen von Zivilisten sich einen zweifelhaften Ruf erworben hatten.

Das Resultat:

Die Taliban kamen zurück und fanden Unterstützung in der Bevölkerung. Denn mittlerweile stellten die Afghanen fest, dass die Nato Truppen als Besatzer sich dort eingerichtet hatten, dass an der miserablen Lage für die verarmte Bevölkerung sich nichts, aber auch gar nichts änderte, und dass die Zentralregierung vor allem die Taschen sich vollstopfte.

Anfänglich vereinzelte Aktionen der versprengten Taliban wurden zu einem organisierten Guerillakrieg.
.Dier Aehnlichkeit mit dem Krieg in Vietnam ist frappierend, die Kommentare in den Medien ebenfalls..

Und während Nato- Soldaten, auch Bundeswehrsoldaten, in Zinksärgen in die Heimat zurückkehren, kippte die Zustimmung zu dem Kriegsabenteuer in Afghanistan. Nicht nur in Deutschland, auch in den USA ist die Mehrheit der Bevölkerung mittlerweile gegen den Einsatz der eigenen Truppen dort.

Dönhoffs Credo?

In solch einer Situiation erwartet man von einer liberalen Wochenzeitung das, was die seinerzeitige Herausgeberin Marion Dönhoff seinerzeit so formulierte:

Der legitime Platz des Liberalen ist zwischen allen Stühlen, Es darf ihn nicht kümmern, wenn er von allen Seiten beschimpft wird.

Was wir in den letzten Monaten in Sachen Afghanistan jedoch geboten bekamen, entsprach kaum diesem Credo. Im Gegenteil.
Mit-Herausgeber Josef Joffe, dessen Artikel im Zusammenghang mit dem Israel-Iran-Konflikt wir schon als kriegstreiberisch kritisiert hatten, meldete sich am 3. September vergangenen Jahres zu Wort: „Krieg als Vorsorgeprinzip“ Zitat:

Wir müssen in Afghanistan bleiben, zu unserem eigenen Schutz

Also: Berlin wird in Kabul verteidigt. Als Vorsorge sozusagen. Eine Analyse der Verhältnisse in Afghanistan fehlt völlig. Die soziale Basis der Taliban und die Gründe für deren Erstarken werden in oberflächlichster Weise abgehandelt. Und schliesslich das Resumee

„Der Machtkampf gegen die Taliban wird eher durch Kungeln als durch Kugeln entschieden. …Selbstverständlich muss diese (militärische) Herkulesarbeit von einem nationalen Versöhnungsprozess überwölbt werden, der auch diverse Taliban-Truppen einbezieht, denen Stammesinteressen näher sind, als der Koran.“

In die gleiche Kerbe hauen dann die Universalreporterin Andrea Böhm und Bernd Ulrich am 14 Januar 2010.
Titel: „So lange wie nötig“.

Wie in Joffes Artikel fehlt jegliche substantielle Analyse. Dafür wird pauschal als Klischee verdammt, aus der Vergangenheit zu lernen „Geschichte schreibt kein Diktat für die Zukunft“ . Da werden „Erfolge“ bei der Bekämpfung des Mohnanbaus berichtet, und gleichzeitig unterschlagen, wie katastrophal die militärische Lage durch den Zustrom, den die Taliban erhalten, mittlerweile geworden ist.

Dann wird dafür geworben, dass sich der Abzug der Bundeswehr nicht exakt bestimmen lässt, es könnten auch acht Jahre sein, das hänge von der Stabilität in Afghanistan ab. Und diese Stabilität hänge davon ab, ob die Afghanen einen Staat zu Gesicht bekommen, der, so hässlich er auch sein mag, eine minimale Grundversorgung sichern kann.

Auch der SPD-Fraktionschef Steinmeier darf sich verbreiten unter der Ueberschrift „Jetzt raus-nein“.

Erst jetzt – endlich –möchte man sagen, hat der ehemalige Kanzler und nun Herausgeber der ZEIT Helmut Schmidt, klare Worte gesprochen, nämlich dass der Krieg nicht zu gewinnen ist. Schmidt fordert Zurückhaltung bei der Bereitstellung weiterer Truppen.

Den Aufbau einer afghanischen Polizei und Armee sieht er mit grosser Skepsis, weil ein Zentralstaat in Afghanistan sowohl in der nahen als auch mittleren Zukunft eine Illusion bleiben dürfte.
Er schliesst:

„Ich muss vermuten, dass sich der Westen nur unter grossen Verlusten der Zivilbevölkerung, der Soldaten, Verlusten an Ansehen und politischem Prestige aus Afghanistan „herauswursteln“ kann – wenn überhaupt.

Und Helmut Schmidt stellt den Konflikt in Afghanistan zutreffend in einen grösseren Zusammenhang mit anderen Konflikten.

Palästinakonflikt als Treibsatz

Der Konflikt Israels mit den Palästinensern, anders ausgedrückt, die Weigerung Israels, den gerechten Forderungen der Palästinenser zu entsprechen, stattdessen deren tagtägliche Demütigung, hat Auswirkungen, die weit über das eigentliche Konfliktgebiet hinausreichen und werden weiter den Dschihadisten die Munition und die Truppen zuführen, ob in Pakistan, Yemen, Somalia oder in der Sahara.

Es ist schon bedauerlich, dass die führende Wochenzeitung Deutschlands erst mit der Stellungnahme Helmut Schmidts wieder etwas Meinungsführerschaft dank vernünftiger Analyse zurückgewinnen konnte, die sie durch die erbärmlichen Artikel von Böhm, Joffe und Co mittlerweile verloren hatte.

Und während heute ein Stammesführer in Deutschen Fernsehen (DW-World) darauf hinwies, dass nur bei einem Wiederaufbau, der den Namen verdient, die Unterstützung der Bevölkerung für die Taliban nachlassen werde, hat im Gegensatz dazu die Nato auf einer Konferenz in der Türkei gerade beschlossen, trotz mehr Truppen die Mittel zu kürzen.

Man braucht nicht viel Phantasie um zu erahnen, wieviel Mittel tatsächlich der verarmten und hungernden Bevölkerung Afghanistans letztlich zur Verfügung stehen werden.

Den Taliban dürfte das nur recht sein. Die Nato und die Zeit arbeiten für sie.

Quelle

In der Sonntagsausgabe der New York Times widmet der aussenpolitische Chefkommentator der Zeitung, Thomas L. Friedman, seine gesamte Kolumne einer grotesken Lobhudelei der Rolle des amerikanischen Militaers. Er stellt sie als humanitaere und befreiende Kraft dar, vor allem in Afghanistan und im Irak.

Aus Anlass des an Barack Obama verliehenen Friedensnobelpreises schlaegt er dem amerikanischen Praesidenten vor, im Dezember nach Oslo zu fahren, den Preis fuer sich selbst abzulehnen und zu erklaeren: „Ich werde ihn im Namen der wichtigsten Friedensmacht des vergangenen Jahrhunderts akzeptieren, der Maenner und Frauen der amerikanischen Armee, Marine, Air Force und des Marine Corps.“

Aufgezaehlt werden Einsaetze des amerikanischen Militaers, zum Beispiel die Landung in der Normandie im Juni 1944, die Luftbruecke nach Berlin 1948, die Stationierung amerikanischer Truppen in Europa im Kalten Krieg, die Truppenpraesenz in Suedkorea und die noch andauernden Operationen im Irak und in Afghanistan. Schon allein die Laenge der Liste sollte jedem Leser zu Denken geben. Kein zweites Land braucht eine ganze Zeitungsseite, um seine Militaereinsaetze der letzten siebzig Jahre aufzuzaehlen.

Diese Darstellung des „vergangenen Jahrhunderts“ ist ausserdem recht selektiv. Es werden mehr amerikanische Kriege ausgelassen, als aufgezaehlt. Auf der Liste fehlen der Koreakrieg, der Vietnamkrieg und der erste Golfkrieg. Nicht erwaehnt werden auch die Dutzenden militaerischen Interventionen der USA in Mittelamerika und der Karibik. Auch die Rolle des amerikanischen Militaers, paramilitaerischer Kraefte und Geheimdienste beim Sturz von Regierungen, der Unterdrueckung von Volksaufstaenden und der Errichtung von Diktaturen in aller Welt wird nicht erwahnt.
Eine (sicher unvollstaendige) Chronik der Verbrechen der USA-Aussenpolitik in der 2. Haelfte des 20. Jahrhunderts

Doch selbst bei den Kriegen, die Friedman aufzaehlt, ist seine Darstellung einseitig und falsch. Er schreibt ueber die Normandie und die Befreiung von Buchenwald, aber nicht ueber Hiroshima und Nagasaki, und auch nicht ueber die Bombenteppiche und Feuerstuerme von Tokio, Dresden und Hamburg. Er bezeichnet die heutigen amerikanischen Kraefte im Irak und in Afghanistan als „Friedenstruppen“, ohne die Blutbaeder zu erwaehnen, die die Invasion und Eroberung dieser Laender begleiteten.

In einer besonders zynischen Passage fordert er Obama auf, ein Loblied auf „die amerikanischen Soldaten zu singen, die jetzt an den Aussenposten der afghanischen Berge und Wuesten Wache stehen, um dem Land, und besonders seinen Frauen und Maedchen, ein anstaendiges Leben, frei vom religioesen Totalitarismus der Taliban, zu ermoeglichen“. Tausende afghanische Frauen und Kinder sind von amerikanischen Geschossen und Bomben verbrannt, zerrissen und verstuemmelt worden, aber das wird wahrscheinlich fuer ihre „Befreiung“ von religioeser Unterdrueckung als geringer Preis betrachtet.

Kissinger

Ausserdem ist doch nicht zu leugnen, dass das Taliban-Regime selbst das direkte Produkt einer frueheren amerikanischen Intervention ist. Damals wurden weltweit islamische Fundamentalisten, darunter Osama bin Laden, mit Hilfe der CIA mobilisiert, um gegen die sowjetische Armee in Afghanistan zu kaempfen. Unbeachtet und gaenzlich unerwaehnt bleibt die Unterdrueckung der Frauen, wenn es sich um Laender wie Saudi-Arabien handelt, die mit den USA verbuendet sind.

Es wird versucht, den amerikanischen Imperialismus in „demokratische und humanitaere“ Gewaender zu kleiden. Dabei ist die Unterschlagung von Vietnam besonders entlarvend. Vietnam war der Krieg der Liberalen, er wurde von den Demokratischen Regierungen Kennedys und Johnsons begonnen und im Namen der Verteidigung der „Freien Welt“ gegen „kommunistische Aggression“ gefuehrt. In Wirklichkeit loesten die USA Frankreich als Kolonialmacht ab und versuchten, den Widerstand des vietnamesischen Volkes gegen nationale Unterdrueckung und Semi-Kolonialismus zu brechen.

Die Graeueltaten des Vietnamkriegs – Bombenteppiche, Napalm und Agent Orange, „Feuer-frei-Zonen“, Massaker wie in My Lai, die Unterstuetzung einer ruecksichtslosen und korrupten Diktatur in Suedvietnam – diese Erfahrung diskreditierte die Politik des amerikanischen Liberalismus im Kalten Krieg und radikalisierte eine ganze Generation, nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern auf der ganzen Welt.

My Lai Massaker

Diese Kolumne ist ein Versuch, das „Vietnam-Syndrom“ zu ueberwinden und amerikanischen Militaeraktionen eine demokratische Fassade zu verpassen. Aber Vietnam war keine Ausnahme. Es war das Muster fuer die aktuellen Kriege im Irak und in Afghanistan. Die historische Bilanz fuehrt exakt zum Gegenteil der von Friedman praesentierten demokratischen und humanitaeren Rolle des amerikanischen Militaers. Vietnam, Korea, Irak, Lateinamerika – die Opfer gehen in die Millionen. In dem halben Jahrhundert seit Hitler und Stalin hat keine Institution mehr Menschen durch Krieg und Barbarei umgebracht als die Regierung der Vereinigten Staaten und ihr Militaer- und Geheimdienstapparat.

Die militärisch oktroyierte Stiftung von Frieden und Demokratie klappt seit Jahrzehnten nicht, wird aber wie in Afghanistan oder im Irak trotzdem fortgesetzt

Mit den letzten drei toten deutschen Soldaten in Afghanistan stieg die Gesamtzahl der Opfer auf 35. Und kaum überraschend reißt die Nebelwand der Phrasen, mit denen der Krieg zur „Mission“, zur „Militäroperation“ oder zum „Friedenseinsatz“ verklärt wird. Die sprachliche Kosmetik hat ausgedient. Der Kriegseinsatz soll – so das offiziell formulierte Ziel – den Afghanen Frieden und Demokratie bringen. Und das, obwohl die Bilanz vieler Versuche, sich diesen Zielen über militärische Strategien zu nähern, nicht sonderlich ermutigend aussieht. Tatsächlich erfolgreich war man damit seit 1945 genau genommen nur einmal, und das mit Abstrichen.

Der niederländisch-israelische Militärhistoriker Martin van Crefeld hat diese Bilanz in seinem neuesten Buch Gesichter des Krieges (Verlag Siedler) dargestellt. Die Liste des Scheiterns von Kriegseinsätzen beginnt 1947, als 100.000 britische Soldaten mit einigen hundert jüdischen Terroristen militärisch nicht fertig wurden, die Staatsgründung zulassen mussten und danach abzogen. Ähnliches wiederholte sich in Korea, Vietnam, China, Algerien, Kenia, Malaysia, Zypern und dem Südjemen, um nur einige Niederlagen zu nennen. Die USA hatten in Vietnam zeitweise 500.000 Mann im Feld. 58.000 aus diesem Interventionskorps und rund zwei Million Vietnamesen bezahlten diese Art von „Friedensstiftung“ mit ihrem Leben. Seinerzeit war natürlich auch von Belang, dass Südvietnam antikommunistisch bleiben sollte. Die damals von den USA vertretene Domino-Theorie ging davon aus, dass bei einem Verlust Südvietnams „für die freie Welt“ der Vormarsch des Kommunismus in Südostasien nicht mehr aufzuhalten sei.

Die Moral der Guerilla

Auch der Versuch der Franzosen in Algerien, das nordafrikanische Land an die demokratische Kultur des Kolonialherren zu binden, zu „pazifizieren“ und nicht den Unwägbarkeiten der Unabhängigkeit zu überlassen, endete nicht wesentlich anders als für die Amerikaner die Präsenz in Indochina. Oder der jüngste Krieg in Gaza vom Januar 2009 mit 1.300 toten Palästinensern ist „ein Beweis dafür,… dass selbst die fortschrittlichsten, am besten ausgerüsteten Streitkräfte gegenüber einem extrem schwachen Gegner scheitern können“ (van Crefeld). Für dieses Scheitern gibt es rein militärisch – zwar vereinfachend, aber nicht verfälschend – zwei Gründe: den Zeitfaktor und die Asymmetrie der Opferzahlen.

Erstens: „Den Krieg verlängern, ist der Schlüssel zum Sieg“, sagte Truong Chinh, in den achtziger Jahren Staatsratsvorsitzender in Nordvietnam und zuvor Ho Chi Minhs rechte Hand. Was damit gemeint ist: Die Zeit arbeitet für Guerillaformationen und gegen Interventionsarmeen. Erstere machen aus ihrer militärischen Schwäche eine politisch-moralische Stärke und gewinnen, je länger der Konflikt dauert, mehr Respekt bei der eigenen Bevölkerung, wodurch auch die Moral der Kämpfenden steigt. Bei den Interventionsarmeen ist es genau umgekehrt: Je länger sie „Frieden“ stiften wollen, aber nur Tod verbreiten, desto mehr schwinden Legitimation und Motivation bei den Soldaten wie an der Heimatfront.

Zweitens wird „Friedensstiftung“ mittels Krieg durch das Gefälle der Opferzahlen delegitimiert: 58.000 tote US-Soldaten stehen über zwei Millionen toten Vietnamesen gegenüber. Das verurteilt das Kriegsunternehmen politisch und moralisch als Verbrechen und ist allenfalls mit freiwilligen Soldaten, aber nicht mit Wehrpflichtigen lange durchzustehen. Im Gegensatz zur Praxis seinerzeit in Südvietnam besteht die US-Armee im Irak und in Afghanistan aus Freiwilligen.

Das Beispiel Nordirland

Interventionsarmeen gegen Aufständische haben seit 1945 nur einmal politisch und moralisch nicht verloren und zwar dort, wo sie – wie in Nordirland – „äußerste Selbstdisziplin“ (van Crefeld) übten. Die britische Armee ließ sich in Belfast oder Derry nicht zu harten Gegenschlägen provozieren, setzte weder Folter, noch Kollektivstrafen, noch schwere Waffen (Panzer, Kampfhubschrauber, Artillerie, Kampfflugzeuge) ein und überließ die Hauptlast der Verfolgung von Terroristen der Polizei und Justiz. Die Opferbilanz drückt das aus: in Nordirland starben 1.700 Zivilisten und etwa 750 britische Soldaten durch IRA-Anschläge. Auf der anderen Seite wurden 300 IRA-Terroristen erschossen. Auch dieser Krieg hatte einen hohen Preis, aber einen politisch und moralisch vermittelbaren. Ein Blick nach Palästina, in den Irak oder nach Afghanistan zeigt, dass es zur britischen Methode keine politisch-moralisch belastbare Alternative gibt.

Quelle: der FREITAG

Massaker der US-Armee jährt sich zum 40. Mal / Der Mörder Calley ist für viele ein Held geblieben 

Es dauerte weniger als drei Stunden. Dann war aus dem unbekannten Dorf My Lai das Symbol für den schmutzigen Vietnamkrieg geworden. Am 16. März 1968 setzten US-Hubschrauber um acht Uhr morgens einige Kompanien der Task Force Barker in My Lai ab. Als sie die Soldaten vor Mittag wieder abholten, gab es das Dorf nicht mehr, lebte keiner seiner Bewohner mehr. Der Tötungsorgie fielen – wie die US-Armee später angab – 347 unbewaffnete Männer, Frauen und Kinder zum Opfer. Wahrscheinlich waren es aber mehr als 500.

Die Täter schwiegen. Es dauerte mehr als ein Jahr, bis der Soldat Ron Ridenhour nach einer endlosen Reihe von Briefen, Eingaben und Appellen an Abgeordnete und Journalisten endlich Gehör fand, bis der Reporter Seymour Hersh die Nachricht über das Massaker von My Lai in der New York Times veröffentlichen konnte.

Der Fotograf Ronald Haeberle war für die Armeezeitung Stars and Stripes am Tatort. Eins der Schreckensbilder, die er dort aufgenommen hat, zeigt verzweifelt schreiende Frauen und Kinder, ein kleines Mädchen, das Schutz hinter Erwachsenen sucht. “Die Kerle waren dabei, sie alle zu erschießen”, gab der Fotograf später zu Protokoll. Als er sich abwandte, hörte er Maschinengewehrfeuer. Bewaffnete oder auch nur Waffen hatte die US-Armee in My Lai nicht finden können. Die Task Force Barker hatte ein Kriegsverbrechen an Unschuldigen begangen. Die Armee suchte das zu vertuschen. Drei Jahre nach dem Massaker erst wurde der Leutnant William Calley zu lebenslanger Haft verurteilt, die Strafe allerdings Tage später in Hausarrest umgewandelt. Präsident Richard Nixon begnadigte Calley 1974. Für viele, zumal Veteranen des Vietnamkriegs, an dem über acht Millionen US-Bürger in Uniform teilgenommen haben, ist Calley Kriegsheld geblieben. Einem internationalen Kriegsverbrechertribunal unterwerfen die USA sich bis heute nicht.

My Lai bedeutete den Wendepunkt im Bewusstsein der US-Öffentlichkeit. Die USA verloren weltweit ihren Ruf als demokratisches Vorbild. Und sie verloren schließlich den Krieg.

“Wenn wir Kriege schönreden, wenn wir Mythen ohne die Obszönität und Bösartigkeit der Tatsachen schaffen, dann verlieren wir sie. Und wenn wir einen Krieg auf diese Weise verlieren, ist es einfacher, den nächsten anzufangen”, kommentierte die Los Angeles Times jetzt am Donnerstag. Unter Hinweis auf die neuen Kriege in Afghanistan und Irak warnt die Zeitung vor der simplen Alternative, dass man “entweder Patriot oder Schurke, entweder ein Unterstützer der Truppe oder eine Gefahr für die Republik” sei.

Quelle: Frankfurter Rundschau

Richter spricht vietnamesischen Angehörigen 14 Billionen US-Dollar zu

Am Freitag sprach ein Richter am Obersten Gericht von Vietnam den Angehörigen von Opfern des Vietnam-Krieges Entschädigungen durch die USA zu.

Insgesamt sprach Richter Nguyen Pham den Hinterbliebenen der insgesamt über 1,3 Millionen vietnamesischen Todesopfer des von den USA mittels der Lüge des vorgeblichen Angriffs auf ein US-Schiff im Golf von Tonkin durch vietnamesische Truppen begonnenen Krieges 14 Billionen US-Dollar zu. Schon diese Forderung allein reicht zweifellos aus, die USA endgültig in den Bankrott zu treiben. Zum Vergleich: der gesamte Staatshaushalt der USA belief sich im Haushaltsjahr 2006 auf rund 2,6 Billionen US-Dollar und das Bruttoinlandsprodukt belief sich im gleichen Jahr auf 13,21 Billionen US-Dollar.

Dieses Urteil dürfte angesichts seiner Signalwirkung allerdings nur das erste einer ganzen Reihe ähnlicher Verfahren in zahlreichen Ländern von Kuba über die Länder des ehemaligen Yugoslawiens, praktisch ganz Mittel- und Südamerika, zahlreiche Länder in Afrika, Rußland und Korea bis hin zu Afghanistan und dem Irak sein. Die angesichts der Zahl von durch die USA geführten Kriege, die Unterstützung von Rebellen und Terroristen und bei Attentaten getöteten Menschen hierdurch zusammenkommenden Summen dürften sich letztlich auf geradezu unvorstellbare Summen belaufen.

Natürlich hat kein vietnamesischer Richter ein solches Urteil gesprochen und es gibt weder dort noch anderswo ein entsprechendes Verfahren. Zweifellos würden die USA ein solches Urteil aber ohnehin mit dem Verweis auf die fehlende Zuständigkeit des vietnamesischen Gerichts in dieser Sache zurückweisen. Und selbst wenn sich die USA schließlich – „ohne Anerkennung einer Schuld“ wie im Falle des Abschusses des iranischen Passagierflugzeugs Iran Air 655 am 3. Juli 1988 durch den US-Kreuzer USS Vincennes doch zu Entschädigungszahlungen durchringen, so fallen diese dramatisch niedriger aus. Durch den „irrtümlichen“ Abschuß waren alle an Bord befindlichen 290 Menschen, darunter 66 Kinder, getötet worden. Erst im Mai 1996 einigte sich die US-Regierung mit dem Iran schließlich auf Entschädigungszahlungen von 300.000 US-Dollar für jedes Erwerbstätige und 150.000 US-Dollar für alle anderen Opfer – insgesamt 61 Millionen US-Dollar.

Tatsächlich hat aber ein US-Bundesrichter am Freitag den Iran zur Zahlung von 2,65 Milliarden US-Dollar an 1.000 Familienangehörige und einige wenige Überlebende des Angriffs auf eine Kaserne der US-Marineinfanterie in Beirut im Jahr 1983 verurteilt – mehr als das 43.000-fache dessen, was für die Opfer des Iran Air-Abschusses gezahlt wurde. Grundlage für das Urteil ist ein vorangegangenes Urteil aus dem Jahr 2003, demzufolge der Iran der libanesischen Hizb Allah, die den Bombenangriff durchführte, finanzielle und logistische Unterstützung gewährt hatte.

Am 23. Oktober 1983 hatte ein mit 19 Tonnen Sprengstoff beladener Lastwagen Absperrungen durchbrochen und war von dem Fahrer direkt vor der Kaserne zur Explosion gebracht worden. Hierbei waren 241 US-Soldaten getötet worden.

In seiner Urteilsverkündung sprach Richter Royce Lamberth nun seine „Bewunderung“ für die getöteten Soldaten und sein Mitgefühl für ihre Familien aus. „Das Gericht hofft, daß dieses außerordentlich große Urteil dazu dienen wird, im Heilungsprozeß der Kläger zu helfen und gleichzeitig den Angeklagten eine Warnung ist, daß ihre ungesetzlichen Angriffe auf unsere Bürger nicht toleriert werden werden“, so Lamberth in seinem Urteil.

Tatsächlich waren die US-Soldaten zu jenem Zeitpunkt keineswegs so völlig unbeteiligt. Am 19. September 1983 hatten US-Kriegsschiffe, darunter auch das Schlachtschiff USS New Jersey mit seinen 1.200 Kilogramm schweren Projektilen, Stellungen der Drusen in den Bergen der Region Jebel ash-Shouf mit ihren Bordgeschützen unter Feuer genommen. Damit ergriffen die USA eindeutg Partei für die christlichen Phalangisten, die ebenfalls durch Israel, das zuvor im Libanon einmarschiert war, unterstützt wurden. Jene Phalangisten waren es auch, die unter den Augen des israelischen Militärs im September 1982 in den Flüchtlingslagern Sabra und Shatila tagelang tausende der Flüchtlinge massakriert hatten.

Es kann also kaum verwundern, daß die Hizb Allah die US-Kaserne als legitimes militärisches Ziel betrachtete.

Quelle: http://www.freace.de/

Islamische Bewegung-kein Monopol

Wir,die wir uns erhoben haben,taten dies für den Islam.Unsere Republik ist eine Islamische Republik.Die Islamische Bewegung kann nicht nur auf ein bestimmtes Land beschränkt sein.Auch nicht nur auf die islamische Welt.Eine Bewegung, die um des Islam willen erfolgt.ist die Bewegung der Propheten.Auch sie, die Bewegung der Propheten,war nicht auf ein Gebiet begrenzt.Der Prophet des Islam stammte aus Arabien,seine Einladung aber erging nicht nur an die arabische Bevölkerung,war nicht nur auf die arabische Halbinsel beschränkt,sondern meinte alle,die gesamte Welt.

Ihn überall verwirklichen

Schreitet auf dem Weg des Islam einher, und setzt euch für ihn ein.Damit das Schahadat auf seinem Wege zuteil wird.Und sollten wir - In Scha´Allah - obsiegen,zum Erstarken und Sieg des Islam beitragen und überall,wo auch immer, erhobenen Hauptes sein und in allen Ländern,in allen Teilen der Welt,den Islam verwirklichen und sein Banner aufrichten können.

Islam-Ein Recht aller

Ich hoffe,dass wir das Banner des Islam - das Banner der Islamischen Republik - in allen Teilen der Welt aufrichten können und sich alle dem Islam,der ein Recht aller ist, anschliessen werden. Imam Ayatollah Ruhollah Al Musavi Al Khomeini

Boycott Zionism

Smash Zionism

Widerstand gegen Zionismus,Zionisten und deren Unterstützern!

Boycott Israel

Widerstand macht Sinn

"Wenn die Zionisten die Waffen niederlegen und sich hinter die Grenzen von 1967 zurückziehen wird es Frieden geben. Wenn der palästinensische Widerstand die Waffen niederlegt wird es niemals ein freies, unabhängiges Palästina geben." Ahmed Ibn Fahdlan in Tehran.

Revolution I

"Without a revolutionary theory there cannot be a revolutionary movement"

Revolution II

Revolution! Revolution! Nicht vom Osten!! Nicht vom Westen!! ISLAMISCHE REVOLUTION!!!

Ideologie

"Also wenn wir den Krieg nicht gewinnen was haben wir dann von der Ideologie? Also ich meine, das ist doch nicht einfach irgendetwas aus einem Buch. Eine Ideologie ist doch etwas praktisches, muß doch etwas lebendiges, etwas für Menschen sein!"

Islam Inside

Smash Imperialism

Kategorien

Oktober 2017
M D M D F S S
« Sep    
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031  

Paperblog