18.000 Einsätze , darunter 7.000 Bombenangriffe. Im Durchschnitt sind das 60 Einsätze pro Tag. Die Zahlen sind gigantisch, doch der erhoffte Erfolg bleibt aus. Nichts ist es draus geworden aus dem Blitzkrieg. Seit nun mehr als fünf Monaten führt das NATO-Rebellen-Bündnis  Krieg gegen Gaddafi und seine Regierungsanhänger. Dem gemeinsamen NATO-Rebellen Ziel, die Regierung zu stürzen, sind sie nicht viel weiter gekommen – bis vor einigen Tagen.

Die Experten sind wieder einmal verblüfft. Keiner rechnte mit dem schnellen Vormarsch der NATO-Truppen nach Tripolis. Der Grund für den schnellen Durchbruch sind die intensivierten Bombardements. Derek Flood, ein US-Thinktank bezeichnete das Zerstören der umkämpften Städte als ”Aufweichung” der Angriffszielen der verbündeten Rebellen. Neben den Bombardierungen tötete die NATO-Bodenoffensive allein in Tripolis 1.300 Menschen.

Es gehörte zum Plan der NATO, dass sie in den ersten Tagen des Krieges sämtliche Nachrichtin und TV-Senderzentralen in Schall und Rauch aufgehen ließen. Erst so war es möglich, völlig übertriebene Erfolgsmeldungen zu veröffentlichen und das Lybische Volk zu in Angst und Schrecken zu versetzen. Es gibt nun keine neutralen Medien mehr, die die Publikationen und falschen Meldungen widerlegen können.

Tatsächlich sind nur wenige Städte von Rebellen und der NATO erobert worden. Die Medien jedoch berichten fast Täglich von neuen eroberten Städten.

 

Krieg noch lange nicht vorbei

Das Schicksal der Gadaffi-Militanten scheint besiegelt. Sie haben nichts mehr zu verlieren und stecken nun mitten im Tripolis-Häuserkampf. Wer denkt, dass der Krieg mit dem Sturz Gaddafis und dem Ausbluten seiner Verbündeten endet, ist wohl der Kategorie “Blauäugig” einzuordnen.

Die Mehrheit Westlybiens wird sich nicht den Rebellen unterordnen, sie werden sich nicht denjenigen unterordnen, die ganze Familien von Verwandten töteten. Ein langanhaltender Bürgerkrieg gilt als wahrscheinlich. Wie so oft kann und darf sich die NATO nach einem begonnen Krieg ihren Verpflichtungen nicht entziehen. Lybien wieder zu demokratisieren, muss das oberste Ziel sein, momentan jedoch gleicht dieses Ziel einer Utopie, ganze Stukturen wurden zerstört, das Land liegt in Schutt und Asche.

Die Anfänge des Libyen-Krieges

Trotz politischer Rückendeckung durch UNO und Internationalen Strafgerichtshof wird der Krieg vom überwiegenden Teil der Welt als <neokoloniale Intervention> verurteilt.

Die  Rebellen mussten in den letzten Wochen einige Verluste einstecken, während die  Zahl von Regierungs-Unterstützer steigt. Ein großes Problem des NATO-Rebellen Bündnisses ist die schwierige Unterscheidung von Allierten und Feinden. Die Einsatzwagen der Regierungsanhänger gleichen denen der Rebellen zu 100%.

Den wenigen zu verbuchenen Erfolge des Bündnisses und der Festgefahrenheit folgten offenbar Verzweiflungsangriffe. Hinter diesen intensiven Bombardements steckt eine Zermürbungstaktik, der Feind muss vernichtet werden – egal gegen Welche Resolututionen verstoßen wird.

Das Faktum, dass auch Nahrungsmitteldepots, Raffinerien, Kraftwerke, Trinkwasseranlagen und andere Einrichtungen bombardiert wurden, dramatisieren die ohnehin schon schlimme Lage des Landes. Das Zermürben der Bevölkerung ist ein klarer Fall eines Kriegsverbrechens, es regieren die grausamen Taten eines Staatsterrors. Ein hilflose Bevölkerung wird schlicht <zermürbt>.

Afrikanische Union verurteilt die Greueltaten der NATO

Die Afrikanische Union (AU) äußerte sich kritisch zu dem jüngst begonnen Krieg gegen Lybien und forderte die NATO eindringlich dazu auf, die Militäreinsätze gegen Mitglieder der libyschen Führung zu unterlassen.
“Niemand hat gewissen Staaten das Recht erteilt, den libyschen Staatschef Muammar Gadaffi hinzurichten.” Mit diesen in den Medien kaum wiedergegebenen Worten meldete sich auch Vladimir Putin zu Wort. Weiter sagte er:„Was ist das für eine Flugsperre, wenn jede Nacht Paläste bombardiert werden? Was bedeutet das, wenn die gesamte sogenannte zivilisierte Gemeinschaft mit ihrer gesamten Macht über ein kleines Land herfällt und seine über Generationen aufgebaute Infrastruktur zerstört?”

NATO bangt um Mitgliedsstaaten

Das NATO-Bündnis befindet sich in schwierigen Zeiten. Norwegen hat sich bereits aus Lybien zurückgezogen, der italienische Staatschef Berlusconi bezeichnete  den Krieg als einen Fehler. Scheidet Italien auch noch aus, so wären die Probleme der NATO noch größer, als sie ohnehin schon sind.

„Wir müssen uns nun an einen Tisch setzen. Wir werden die Bombardierungen stoppen, sobald die Libyer beginnen, miteinander zu reden, und das Militär beider Seiten sich in seine Basen zurückzieht.“ , so der französische Verteidigungsminister Gérard Longuet. Das sind Worte, die Bände sprechen. Der Satz offenbart die eigentlichen Interessen des Krieges: Die Kosten-Nutzen-Rechnung scheint nicht ganz aufzugehen. Die Milliardenkosten, die der Krieg Tag für Tag verursacht,  schmälert den Umsatz(Ressourcenansprüche) nach dem Krieg.  Der Verteidigungsminister hatte noch einen verblüffender Satz inpetto und brachte tatsächlich zu Wort, dass Gadaffi im Land bleiben könne und in einem anderen Raum des Palastes, mit einem anderen Titel weiter ko-existieren könnte.

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