You are currently browsing the category archive for the ‘Fatah’ category.

Ein Hamas-Verantwortlicher bezeichnete die Drohungen der USA und Israels nach der Unterzeichnung eines ersten Versöhnungsabkommens zwischen der Hamas und der Fatah als unbedeutend. Der Berater des gewählten Ministerpräsidenten Palästinas in Gaza, Ahmad Yussef, sagte: Washington und Tel Aviv wollen die Palästinenser auseinandertreiben. In diesem Sinne drohen sie nun die palästinensischen Gruppen, die zu einer ersten Einigung gelangt sind.
Das zionistische Regime habe am meisten von den Differenzen unter den Palästinensern profitiert, doch es sei nun die Zeit der Einheit der Palästinenser gekommen. Ursache für die Einigung waren die Volksaufstände in der Region, die gescheiterten Friedensverhandlungen, Hoffnungslosigkeit bei manchen palästinensischen Gruppen hinsichtlich des Weißen Hauses und die Unzufriedenheiten der jungen Palästinenser über die anhaltenden Differenzen, so Yussef.
Die Fatah und die Hamas haben am Mittwoch eine erste Einigung zur nationalen Versöhnung in Kairo unterzeichnet.
Sie umfasst die Gründung einer Regierung der nationalen Einheit bestehend aus unabhängigen Persönlichkeiten, Fortsetzung der Schlichtungsgespräche und gleichzeitige Wahlen für den Vorsitzenden der Autonomiebehörde und des gesetzgebenden Rates in Palästina.

Israel hetzt, bombardiert, tötet und spaltet seit Jahrzehnten diejenigen, die sich gegen seine Besetzung wehren.
Dies sind allen voran die Palästinenser. Angesichts dieser aggressiven Politik gibt es nicht wenige, die sagen

„Israel wolle eigentlich gar keinen Frieden“

Statt diese voreingenommene Meinung zu widerlegen hat die israelische Regierung dieses Urteil nun wieder einmal bestätigt und Kritiker haben es nun schwarz auf weiß.

„Die USA und Israel warnen Abbas vor Frieden.“

Während viele Organisationen versuchen den endlosen Konflikt zu lösen hat die Regierung Israels eigentlich gar kein Interesse an einem Frieden mit der Hamas und der Fatah unter Abbas.
Israel sieht scheinbar seine langjährige Arbeit der Spaltung in Gefahr und befürchtet, dass die vereinten Palästinenser Zugeständnisse und Rechte einfordern werden.

Israel und USA warnen Palästinenser
Fatah und Hamas versöhnen sich
http://www.n-tv.de/politik/Fatah-und-Hamas-versoehnen-sich-article3196956.html

Eine erfreuliche Nachricht aus dem Westjordanland: die Fatah hat Israels Liebling Mohammed Dahlan rausgeworfen, und nicht nur das, sondern dazu auch gleich seine Foltermilizen entmachtet…………….. WEITERLESEN!

Gut informierten palästinensischen Quellen zufolge hat am 11.11.2010 der berüchtigte Fatah-Führer und Chef von Meuterern einen Plan präsentiert, den Gaza-Streifen zu attackieren, die Hamas zu stürzen und seinen Ruf auf palästinensischem Gebiet wieder herzustellen.

Dem Palästinensischen Informationscenter (PIC) gelang es, eine Kopie von Dahlans Plan, der 70 Seiten umfasst, zu beschaffen und den es als „echt“ einstuft. Darin stellt Dahlan seine Vision für diese Invasion dar, welche ihm in der Westbank eine Position innerhalb des Palästinensischen Sicherheitsapparates verschaffen soll.
Ein enger Vertrauter von Dahlan seit ungefähr 2 Jahrzehnten hat sich dem PIC anvertraut und erklärt, dass der umstrittene Fatah-Führer diese Sicherheitsposition braucht, weil seiner Meinung nach nur er die Sicherheit auf der Westbank garantieren, die Hamas blockieren und den Islamischen Jihad davon abhalten könne, diese Region zu kontrollieren.
Gemäß den Quellen wäre es Dahlan gelungen, eine Reihe von europäischen und arabischen Ländern zu überzeugen, ihm seine Mission erfolgreich durchführen zu lassen.
Gemäß dem Plan, habe Dahlan behauptet, könne er die Hamas im Gaza-Streifen stürzen, falls er eine“ adäquate“ logistische, politische und finanzielle Unterstützung erhalte.
Darüber hinaus habe er seine Tätigkeit mit Geheimdienstexperten Ägyptens, Jordaniens, des Zionistengebildes, der USA und Großbritanniens koordiniert und Details für den Plan vorbereitet.
Der Plan sieht eine Attacke von Dahlans Untergebenen von Ägyptens Grenzen im Süden und von Israel kontrollierten Übergängen im Osten und Norden des Gaza-Streifens zusammen mit in Jordanien trainierten Einheiten vor, die von der See her angreifen würden.
Um seinen Plan umzusetzen, bat Dahlan um 3 Mrd. US-Dollar, die er, wie er behauptete, von Omar Suleiman, den Chef des Ägyptischen Geheimdienstes und Yuval Diskin, dem Chef des israelischen internen Geheimdienstes (Schabak oder Schin Bet ) erhalten soll. Er habe Kopien seines Planes an eine Reihe von Geheimdiensten „befreundeter“ arabischer Staaten weitergegeben.
Im Jahre 2007 hatte Dahlan einen Coup gegen die Palästinensische Legitimität vorbereitet, um die Hamas zu stürzen. Aber der Plan schlug fehl und die Generäle von Dahlan flohen nach Ägypten, wo er sie erwartete.
Die Meuterei führte zu einer politischen Spaltung im Palästinensergebiet, von der nur die israelischen Okkupanten profitierten, glauben die meisten Palästinenser.

Israels Armee erschießt drei Palästinenser bei einer Militäraktion in der Stadt Nablus. USA verlangen Erklärung. Auch im Gazastreifen werden drei Palästinenser getötet.

 Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat am Sonntag die Erschießung von drei Palästinensern in der Altstadt von Nablus im Westjordanland und drei weiteren an der Grenze zum Gazastreifen verteidigt. „Wir werden uns weiterhin aggressiv verteidigen und auf jeden Angriff oder Raketenbeschuss auf israelische Bürger reagieren“, sagte er in Jerusalem.

Israelische Sicherheitskräfte und Angehörige der Geheimdiensteinheit Dudevan hatten am frühen Samstagmorgen drei frühere Kämpfer der Al-Aksa-Brigaden in ihren Häusern in Nablus erschossen. Israel macht die Männer, von denen zwei lange Jahre in israelischen Gefängnissen einsaßen, für den tödlichen Anschlag auf den radikal-zionistischen Siedler Rabbi Meir Hai verantwortlich, der am Donnerstag am Eingang der illegalen Siedlung Shavei Shomron im Norden des Westjordanlands in seinem Auto erschossen worden war. Zu dem Anschlag hatte sich eine Abspaltung der Fatah-nahen Al-Aksa-Brigaden bekannt.

Der palästinensische Ministerpräsident Salam Fajad warnte vor einer Eskalation der Gewalt und verurteilte das Eindringen der israelischen Streitkräfte in das Autonomiegebiet. Angesichts dieser Beschwerden verlangten US-Behörden am Sonntag von Israel eine Erklärung für das Vorgehen in Nablus.

Nach Angaben von Familienangehörigen waren alle drei Getöteten unbewaffnet, als sie in der Nacht in ihren Häusern von Kugeln durchsiebt worden seien. Der 39-jährige Ghassan Abu Shark wurde laut Bericht seines Bruders zuerst von vermummten Verrätern identifiziert, bevor die Soldaten das Feuer auf ihn eröffneten. Bei dem 33-jährigen Anan Subhi handelte es sich um einen Exkämpfer, dem in einer israelisch-palästinensischen Vereinbarung volle Amnestie zugesagt worden war. Der 38-jährige Raed Sarakji starb nach Angaben seiner Frau in ihren Armen, als Soldaten durch Tür und Fenster schossen. Laut palästinensischer Polizei hätten alle drei festgenommen werden können.

Im Gazastreifen wurden am Samstag drei junge Palästinenser aus einem Militärflugzeug heraus erschossen, als diese sich dem Grenzzaun näherten. Ein Armeesprecher sagte, die drei hätten „feindselige Absichten“ gehabt. Nach palästinensischen Angaben kamen sie aus dem Beduinendorf Um an-Sasser und waren auf der Suche nach Baumaterial.

Quelle

Von Uri Avnery, 28.11.2009

THOMAS FRIEDMAN, Reporter der New York Times hat eine Idee. Das passiert ihm ziemlich oft, man könnte fast sagen zu oft.

Er schlägt folgendes vor: Die USA werden dem israelisch-palästinensischen Konflikt den Rücken zukehren. Die ganze Welt wird ihnen folgen. Denn jeder ist dieses Konfliktes längst überdrüssig. Lasst die Israelis und die Palästinenser doch ihre Probleme alleine lösen!

Das klingt ganz vernünftig. Warum soll sich die Welt weiter mit den zwei ungezogenen Kindern herumärgern. Sollen sie sich doch herumschlagen, soviel wie sie wollen. Die Erwachsenen sollten nicht dazwischen gehen.

In Wirklichkeit ist dies jedoch ein ungeheuerlicher Vorschlag. Weil diese beiden Kinder nicht gleich stark sind. Wenn ein Erwachsener einen 14-Jährigen sieht, wie er einen sechsjährigen gnadenlos misshandelt – kann er da denn nur zusehen?

Israel ist materiell hundertmal, ja eigentlich tausendmal stärker als die Palästinenser. Die viertstärkste Armee der Welt – nach seiner eigenen Schätzung – beherrscht das Leben eines hilflosen Volkes. Die israelische Wirtschaft beherrscht mit einigen der fortschrittlichsten Techniken der Welt ein Volk, dessen Ressourcen gleich Null sind. Eine 42 Jahre anhaltende Besatzung beherrscht jeden Winkel des besetzten Palästina.

Dies geschah nicht durch ein Wunder. Die große Kluft zwischen den Kräften der beiden Völker ist durch Unterstützung der USA für Israel geschaffen worden. Israel wäre heute nicht da, wo es jetzt ist, ohne diese politische, wirtschaftliche und militärische Unterstützung. Die Milliarden Dollars jährlicher Hilfe, der Zugang zur fortschrittlichsten Militärausrüstung der Welt, die politische Immunität durch das Veto der USA im Sicherheitsrat, und all die anderen Arten von Unterstützung haben Israels Regierungen sukzessive geholfen, die Besatzung aufrecht zu erhalten und zu intensivieren.

Friedman schlägt nicht vor, diese Unterstützung abzubrechen, die in diesem Konflikt an sich schon ein massiver Eingriff wäre und die stärkere Seite begünstigt. Wenn er vorschlägt, die USA möchten sich aus dem Konflikt herausziehen, sagt er tatsächlich: lasst die israelische Regierung tun, was sie tut – die Besatzung fortführen, neue Siedlungen bauen, das Land unter den Füßen der Palästinenser wegziehen, mit der mörderischen Blockade weitermachen, die 1,5 Millionen Palästinensern im Gazastreifen – Männern, Frauen und Kindern – fast alles zum Leben Notwendige verweigert.

Dies ist ein ungeheurer Vorschlag.

Der Prophet Jesaja (11,6) beschreibt eine Situation, wo der Wolf neben dem Lamm liegen soll (israelischer Humor kommentiert: Kein Problem, vorausgesetzt, jeden Tag wird ein neues Lamm gebracht). Nun schlägt der Prophet Thomas vor, der Wolf und das Lamm sollen ihre Probleme unter einander regeln.

BINJAMIN NETANJAHU hätte sich in seinen wildesten Träumen nichts Besseres wünschen können. Mittlerweile ist er mit weniger zufrieden: Präsident Obama akzeptiert seinen letzten Trick.

Mit gequältem Gesicht steht Netanyahu nun vor dem Volk und erzählt uns von der unmenschlich schwierigen Entscheidung, die Siedlungsbauaktivitäten zu suspendieren.

Die ganze Welt applaudiert. Wunderbar! Netanyahu opfert seine heiligsten Prinzipien auf dem Altar des Friedens. Er hat einen phantastischen Schritt gemacht. Nun ist es an den Palästinensern, mit einer großzügigen Geste zu reagieren.

Aber an diesem Bild ist etwas falsch und muss erklärt werden.

Kehren wir noch einmal zum großen Sherlock Holmes zurück, der über den seltsamen Vorfall mit dem Hund während der Nacht sprach: „Aber der Hund hat nachts doch gar nichts gemacht“, wurde ihm gesagt. „Genau das ist der seltsame Vorfall“, antwortete der Detektiv.

Man hätte vermuten können, dass nach einer so dramatischen Ankündigung des Likud-Führers, die Siedler ohrenbetäubenden Lärm gemacht hätten; Unruhen auf den Straßen in allen Städten ausgebrochen, die Straßen in den besetzten Gebieten blockiert worden wären und eine Rebellion der Siedler im Kabinett und in der Knesset stattgefunden hätte.

Aber der Hund hat gar nicht gebellt. Kaum ein Jaulen – nicht einmal zum Schein. Die Kultusministerin Limor Livnat öffnete ihr großes Mundwerk und erklärte, die Obama-Regierung sei „schrecklich“. Das war mehr oder weniger alles. Der Siedlerminister Avigdor Lieberman stimmte sogar für die Entscheidung im Kabinett, so auch der extremistische Likud-Minister Benny Begin, Sohn des verstorbenen Ministerpräsidenten.

Begin erklärte sein seltsames Verhalten sogar im Fernsehen: er habe keinen Grund, dagegen zu stimmen. Schließlich sei es ja nur eine Geste zur Beruhigung von Obama. Sie habe keinen wirklichen Inhalt. Das Bauen „öffentlicher Gebäude“ würde weitergehen (etwa 300 neue Wohnungen sind allein in dieser Woche genehmigt worden). Das Bauen von Häusern, deren Fundamente schon gelegt seien, würde weitergehen (mindestens 3000 Wohnungen in der Westbank). Und was besonders wichtig ist: es gibt absolut keine Begrenzung bei der Bautätigkeit jüdischer Gebäude in Ostjerusalem, wo jetzt an einem halben Dutzend Örtlichkeiten mitten im arabischen Stadtteil rasant weitergebaut wird. Und abgesehen davon: die Baupause wird nur zehn Monate dauern. Begin versprach, das Bauen würde dann in vollem Schwung wieder aufgenommen.

Dies würde die Siedler nicht beruhigt haben, wenn sie nicht wüssten, was jeder Israeli weiß, dass dies alles Schwindel ist. Das Bauen wird überall im Stillen weitergehen im Einverständnis mit den Funktionären und den geschlossenen Augen der Armee. Man wird behaupten, dass es schon Baugenehmigungen gebe, dass die Grundmauern schon liegen (an vielen Orten liegen sie tatsächlich schon – nur für den Fall, dass …). So war es in der Vergangenheit unter den Regierungen von Labor genau wie unter Kadima, und so wird es weitergehen. In dieser Woche wurde bekannt, dass in der ganzen Westbank 14 (vierzehn!) Regierungsinspektoren Bauaktivitäten überwachen.

Im selben Fernsehprogramm saß Yossi Beilin neben Begin. Man hätte erwarten können, dass wenigstens er den Schwindel aufdeckt – aber nein. Beilin lobte Netanyahu für seine tapfere Tat und sah darin einen verheißungsvollen Neuanfang. Auf diese Weise half er die Weltmeinung zu gewinnen und die Gemüter der israelischen Naivlinge zu beruhigen. Man kann sich kaum ein traurigeres Exempel über den Kollaps der „zionistischen Linken“ vorstellen. Die Genfer Initiative ist zum Jerusalem Betrug geworden.

Auch die größte Oppositionspartei hat sich diesem Chor angeschlossen. Zipi Livni, die den beeindruckenden offiziellen Titel „Führerin der Opposition“ trägt, murmelte etwas Unverständliches und legte sich schlafen.

UND OBAMA? Er kapitulierte noch einmal. Nachdem er seine ursprüngliche Forderung eines völligen Einfrierens des Siedlungsbaus aufgegeben hatte, hatte er keine andere Wahl noch einmal nachzugeben. Er reagierte auf die schäbige Vorführung Netanyahus, als ob sie ein großes Drama wäre.

Obama benötigt ein Erfolgserlebnis. Es wird gesagt, er habe bis jetzt keinen einzigen Erfolg in der internationalen Arena gehabt. Hier endlich ist ein Erfolg. Netanyahus Einfrieren – pardon, Einschränkung – pardon, Suspendierung – der Siedlungsaktivitäten.

Mein Vater lehrte mich in meiner Jugend, dass man einem Erpresser nie nachgeben solle. Wenn man erst einmal nachgegeben hat, ist man verurteilt, immer wieder nachzugeben, obwohl die Forderungen des Erpressers immer größer werden. Wenn man einmal der Israel-Lobby nachgegeben hat, muss Obama ihr immer wieder nachgeben.

Man kann ihn und seine Mitarbeiter fast nur bemitleiden. Solch eine eindrucksvolle, zähe und so erfahrene Gruppe – sie kehrten aus Jerusalem zurück wie Napoleons Armee von Moskau.

Wir sahen, wie der arme George Mitchell, der Mann, der zwischen den mörderischen Fraktionen in Irland den Frieden erreichte, nach Jerusalem kam. Und kam und kam und kam. Er kam als Vertreter der verbliebenen einzigen Weltmacht, um den Israelis und den Palästinensern zu sagen, was sie tun müssten. Er war zäh. Er diktierte Termine.

Israels Regierungsvertreter lachten hinter seinem Rücken. Sie sind an solche Leute gewöhnt. Man hat sie schon zum Frühstück verspeist. Erinnert man sich an William Roger, Nixons Außenminister und seinen Friedensplan? Und an den große Henry Kissinger? Und sogar an James Baker, der versuchte, uns wirtschaftliche Sanktionen aufzuerlegen? Und an Bill Clintons „Richtlinien“? Und an die „Vision“ des George Bush? Der politische Friedhof ist voll mit amerikanischen Politikern, die versuchten, Israel in die Schranken zu weisen, ohne bereit zu sein, die nötige Macht auszuüben. Willkommen, George! Schön, dich noch mal zu sehen, Hillary.

Das Pathetische daran ist, dass Netanyahu Obama nicht einmal täuscht. Der amerikanische Präsident weiß genau, dass dies alles ein Spiel ist. Er ist sehr intelligent, aber er ist nicht mutig. Denn für die Linsensuppe eines angeblichen Erfolges hat er sein politisches Erstgeburtsrecht verkauft. Selbst George Bush erhielt von Ariel Sharon eine Zusicherung, dass alle Siedlungen aufgelöst würden, die nach März 2001 errichtet wurden (eine Zusicherung – unnötig zu sagen – die nicht gehalten wurde).

Dies ist ein großer Sieg für Netanyahu, schon der zweite über Obama. Noch nicht der entscheidende Sieg, aber ein Sieg, der ein schlechtes Zeichen für die Friedenschancen in naher Zukunft ist.

NETAYAHU VERSUCHTE nicht einmal, die Palästinenser zu täuschen. Er wusste, dies ist unmöglich. Jeder Palästinenser versteht Netanyahus Ankündigung nur zu gut. Er muss nur aus seinem Fenster schauen, um zu sehen, was dort geschieht. Schließlich wird Israel keine Milliarden in neue Gebäude investieren, wenn es beabsichtigt, die Siedlungen innerhalb von ein oder zwei Jahren um des Friedens willen wieder abzureißen.

Es gibt kaum einen Ort in der Westbank, von wo man nah oder fern auf einer Hügelkuppe nicht eine Siedlung sehen kann. An manchen Stellen kann man sogar zwei oder drei sehen. Kommt man näher, sieht man, wie die Bautätigkeit offen oder heimlich in vollem Schwung ist, die „legale“ wie die „illegale“.

Und was noch wichtiger ist: es gibt keinen palästinensischen Verantwortlichen, der mit dem anhaltenden Bauen in Ost-Jerusalem einverstanden sein kann. Der Bau von jüdischen Hausprojekten geht weiter, während palästinensische Häuser zerstört werden, das „archäologische“ Graben geht genau so weiter wie alle anderen Aktivitäten , um Jerusalem zu „judaisieren“ – gerade heraus gesagt: um Jerusalem „araberrein“ zu machen.

Wenn Obama gegenüber Netanyahu kapituliert, dann kann Mahmoud Abbas nichts tun. Wenn die Amerikaner von den Palästinensern verlangen, sie sollen auf Netanyahus „bedeutenden“ Schritt mit einem eigenen bedeutsamen Schritt reagieren, dann ist dies nichts als ein trauriger Witz. Die Amerikaner helfen Netanyahu den Ball in den palästinensischen Hof zu kicken und fragen mit frommem Augenaufschlag, warum die Palästinenser nach solch bedeutsamer Geste den „Friedensprozess“ nicht wieder aufnehmen.

Aber Abbas kann keine Verhandlungen beginnen, solange der Siedlungsbau nicht völlig eingefroren ist, besonders in Jerusalem. Der einzige Dialog zwischen Israelis und Palästinensern findet jetzt mit der Hamas statt. Der Gefangenenaustausch nähert sich seiner Entscheidung. Der letzte Zankapfel ist die Befreiung des Fatah-Führers Marwan Barghouti, der fünfmal lebenslang bekommen hatte.

Wenn der Handel perfekt gemacht und Barghouti befreit würde, würde dies eine zusätzliche Demütigung für Abbas sein. Man wird sagen, dass die Hamas und nicht er zur Befreiung des Fatah-Führers beigetragen habe. Der befreite Barghouti wird handeln, um die Spaltung zwischen der Fatah und der Hamas zu überwinden, und er wird ein glaubwürdiger Kandidat für die Präsidentschaft der palästinensischen Behörde sein. Dann wird ein neues Kapitel des Konfliktes beginnen.

ES LOHNT sich, den vollen Text aus der Jesaja-Prophetie zu lesen: „…da wird der Wolf bei den Lämmern wohnen, und der Panther bei den Böcken liegen. Ein kleiner Knabe wird Kälber und junge Löwen und Mastvieh miteinander treiben.“

Die Aufgabe des Knaben – so scheint es – fällt auf Obama. Wenn er – Gott bewahre – Friedmans Rat annimmt, und die Szene verlässt, dann wird die Vision zu einem Alptraum. Die israelische Regierung wird die Unterdrückung verstärken; die Palästinenser werden sich einem hemmungslosen Terrorismus zukehren; die ganze Welt wird in blutiges Chaos versinken.

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas hat, trotz eines UN-Berichts über Kriegsverbrechen der Hamas und Israels während der Gaza-Offensive, auf strafrechtliches Vorgehen verzichtet. Damit provoziert er den Zorn der Palästinensergruppen.

Mahmud Abbas zog es vor zu schweigen: Auch eine Woche nach seiner politisch für ihn verhängnisvollen Entscheidung, die Abstimmung im UN-Menschenrechtsrat über den sogenannten Goldstone-Report für ein halbes Jahr aussetzen zu lassen und damit den Bericht über mutmaßliche Kriegsverbrechen Israels und der Hamas während des Gaza-Krieges faktisch zu den Akten zu legen, hat der Palästinenserpräsident immer noch nicht seine Stimme wiedergefunden. Er sei von der Heftigkeit der Reaktionen in den Lagern aller palästinensischer Gruppierungen sowie aus der arabischen und muslimischen Welt überrascht worden, wie einige seiner Berater anschließend die Gemütswelt des 74-Jährigen zu erklären versuchten. Es sei ein Fehler gewesen, der nun korrigiert werden müsse, besserte Sa’eb Erekat nach, der palästinensische Chefunterhändler. Zuspät, winkt der palästinensische Parlamentarier Mustafa Barghouti ab, der bei den Präsidentschaftswahlen 2005 gegen Abbas angetreten war:

„Dieser Bericht hätte endlich das Gefühl der Straflosigkeit Israels im Angesicht des internationalen Rechts weggenommen und er hätte das israelische Establishment für die Kriegsverbrechen zur Rechenschaft ziehen können, die in Gaza stattgefunden haben.“

Protestkundgebungen gegen Abbas – in der von ihm beherrschten Westbank und im Gaza-Streifen. Das kollektive Gefühl, von Mahmud Abbas in der entscheidenden Frage der politischen und strafrechtlichen Aufarbeitung des Gaza-Krieges durch die internationale Gemeinschaft im Stich gelassen worden zu sein, beherrscht die Gemüter der Palästinenser in beiden Enklaven. Vor allem im abgeriegelten Küstenstreifen:

„Er hat das Blut der Märtyrer verkauft, all dieser Märtyrer, als ob sie nicht Teil seines Volkes wären oder sie nicht kümmert. Er hat ihr Blut weggeworfen und hat es vergeudet, statt zu seinem Volk zu stehen, zu stehen gegen die Israelis. Er hat den Israelis die Rechtfertigung gegeben, sogar noch mehr zu tun.“

Für die Hamas – deren Ansehen bei sehr vielen Palästinensern im Gaza-Streifen durch ihre uneingeschränkte Machtübung und ihr mangelndes Interesse an einer tatsächlichen Verbesserung der verheerenden Lebensbedingungen stark abgesunken ist – für die Hamas hätte es nicht besser kommen können: Abbas habe Verrat an eigenem Volk begangen und müsse sich öffentlich entschuldigen, verlangt die Hamas-Führung im Küstenstreifen. – Hamas Sprecher Ayman Taha:

„Die Zurücknahme dieses Berichts ist ein Verbrechen von nicht geringerem Ausmaß, als der Krieg selbst, den der zionistische Feind begangen hat, weil der zionistische Feind sich selber mit einer Armee von Anwälten bewaffnet hat, um sich zu verteidigen. Aber unglücklicherweise stellt sich heraus, dass die Palästinensische Autonomiebehörde der beste Anwalt ist, um den zionistischen Feind zu verteidigen, und dies konnte er als einen Erfolg für sich verbuchen.“

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas habe ursprünglich nicht vorgehabt, den Goldstone-Bericht politisch zu torpedieren, im Gegenteil, berichteten palästinensische Zeitungen übereinstimmend. Allerdings sei auf Abbas von israelischer und amerikanischer Seite massiver Druck ausgeübt worden, den Golstone-Bericht politisch fallen zu lassen. Nach dem missglückten Dreiergipfel am Rande der UN-Generalversammlung in New York zwischen US-Präsident Obama, Ministerpräsident Netanjahu und Abbas Ende September machte der israelische Regierungschef erneut deutlich, dass es für ihn keine Wiederaufnahme von Verhandlungen mit den Palästinensern geben könne, solange diese am Goldstone-Report festhalten würden. Benjamin Netanjahu vor seinen Kabinettsmitgliedern:

„Die Annahme der Entscheidung – das, was Goldstone Bericht genannt wird – wird dem Friedensprozess einen tödlichen Stoß versetzen. Weil Israel keine weiteren Schritte gehen und Risiken für den Frieden eingehen kann, wenn ihm das Recht auf Selbstverteidigung genommen wird. Die Entscheidung, diesen Report zu befördern, wird sowohl den Kampf gegen den Terror schädigen, als auch die Position der UNO und ganz erheblich auch den Friedensprozess.“

Zusätzlich zu den politischen Protesten Israels gegen den Goldstone-Bericht habe die Regierung Netanjahu auch massiven wirtschaftlichen Druck auf die Autonomiebehörde ausgeübt, meldete die israelische Tageszeitung „Ha’aretz“: Sollte Abbas für die Weiterleitung des Reports vom Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen zum Weltsicherheitsrat nach New York stimmen, würde Israel die Zusage zur Errichtung eines zweiten Mobilfunknetzes in der Westbank zurücknehmen. In diesem Falle müsste Abbas‘ ohnehin finanzschwache Verwaltung eine Konventionalstrafe in Höhe von 300 Millionen Dollar zahlen – der überwiegend aus EU-Geldern bestückte Etat der Autonomiebehörde stünde somit vor dem Kollaps.

Doch allein aus diesen materiellen Gründen dürfte Mahmud Abbas nicht eingelenkt haben. Unmittelbar vor der entscheidenden Abstimmung im UN-Menschenrechtsrat am 2. Oktober habe der amerikanische Generalkonsul in Jerusalem dem Palästinenserpräsidenten eine Botschaft von Außenministerin Hillary Clinton übermittelt, berichtete Amira Hass von der Tageszeitung „Ha’aretz“, die seit bald 20 Jahren als kenntnisreichste israelische Journalistin die Entwicklungen in den besetzten Gebieten verfolgt. Die Botschaft habe gelautet: Abbas solle den Goldstone-Bericht ruhen lassen. Washington hätte „massiven und anhaltenden Druck“ auf den Palästinenserpräsidenten ausgeübt. Das State Department in Washington reagierte auf den „Ha’aretz“-Bericht mit den Worten: Es komme darauf an, was man unter „Druck“ verstehe.

Quelle

Ein Gespräch über asymmetrische Kriege –

Mit Peter Scholl-Latour, 14. April 2009 –

HINTERGRUND: Ich möchte heute zwei Kriegsschauplätze mit Ihnen betrachten: Afghanistan und Gaza. Israel hat zum Jahreswechsel einen über drei Wochen dauernden Krieg gegen die Palästinenser in Gaza geführt. Damit sollte laut israelischer Führung der Beschuss durch Qassam-Raketen beantwortet werden. Die Frage ist, ob mit einer derartigen Offensive überhaupt politische Probleme gelöst werden können und wenn, dann welche?

PETER SCHOLL-LATOUR: Na, das ist eben die große Frage, die sich heute stellt. Wir haben heute eine neue Form des Krieges, mit der die Großmächte nicht fertig werden, aber auch sehr starke konventionelle Militärmächte wie Israel nicht fertig werden. Und zwar ist es das, was man den asymmetrischen Krieg nennt. Im Grunde ist es der Partisanenkrieg, den es schon immer gegeben hat, aber es gibt wenige Fälle, wo ein Partisanenkrieg in der Geschichte siegreich überwunden wurde.

Natürlich kann Israel in Gaza einmarschieren und rausmarschieren. Es ist ein winziges Gebiet. Die Hamaskämpfer sind kaum bewaffnet. Sie haben AK47, also die russischen Schnellfeuergewehre, sie haben RPG7 – Panzerfäuste, ein paar Mörser. Das ist alles. Sie haben damit nicht einmal die Kampftauglichkeit, die die Hisbollah im Libanon hat. Aber erreicht worden ist zu wenig, oder nichts. Und vor allem – und das sage ich immer den Israeli in aller Freundschaft – sie haben sehr viel Prestige dabei verloren. Militärisches Prestige nämlich. Ein Sieg war es nun wirklich nicht, natürlich auch durch die Tatsache, dass mehr als Tausend Menschen getötet worden sind, darunter sehr viele Zivilisten. Dadurch hat Israel natürlich weltweit an Prestige verloren, und offenbar ist man sich in Tel Aviv und Jerusalem dieser Tatsache noch gar nicht bewusst.

HINTERGRUND: Tatsache ist auch, dass Israel es bisher abgelehnt hat, mit der Hamas – schließlich einer demokratisch legitimierten Regierung – über jegliche Form von Frieden zu verhandeln.

PETER SCHOLL-LATOUR: Man redet immer von dem saudischen Plan, dem die Araber zugestimmt hatten. Aber der ist für Israel schwer erträglich, nämlich der Rückzug auf die Grenzen von 1967. Das würde die Preisgabe der Altstadt von Jerusalem bedeuten und das verlangt eben auch die Hamas. Das ist aus israelischer Sicht kaum akzeptabel. Zum Beispiel was die West Bank betrifft, die dann von israelischen Siedlern geräumt werden müsste: Da leben 250.000 Siedler. Wenn man Groß-Jerusalem dazu zählt, kommt man beinahe auf eine halbe Million Siedler. Darauf können sich die Israelis nicht einlassen. Aber andererseits wird sich natürlich auch die Hamas nicht auf die Anerkennung des jetzigen Status Quo einlassen, wo praktisch die West Bank – darum geht es ja –, das Westjordan-Ufer, als Staat gar nicht existiert. Das sind nur Landfetzen, die von israelischen Siedlungen und auch von Straßen, die nur durch Israeli benutzt werden können, mehrfach zerschnitten werden.

HINTERGRUND: Kürzlich wurde in den Medien gemeldet, dass es nun die Al-Aksa-Brigaden seien, die von Gaza aus das brüchige Waffenstillstandsabkommen unterlaufen und mit Qassam-Raketen auf israelisches Gebiet feuern? Beschuldigt wird aber dann die Hamas.

PETER SCHOLL-LATOUR: Ja. Nun ist es natürlich so: Die Al-Aksa-Brigaden gehören zur Fatah und die Fatah ist nun durch die Hamas an die Leine genommen worden. Es kann aber sein, dass die Al-Aksa-Brigaden, die viel kämpferischer sind als die eigentliche politische al Fatah-Struktur, unterwandert sind durch den israelischen-amerikanischen Geheimdienst. Die Palästinenser nennen sie etwas verächtlich „Tunesier“, weil sie nach dem Libanonfeldzug der Israeli 1982 nach Tunesien geflohen waren und nun eine sehr korrupte Mannschaft sind. Der Repräsentant der Sicherheitsorgane der Fatah ist Mohammad Dahlan, der frühere Sicherheitschef in Gaza, und der hat in israelischen Gefängnissen gesteckt, aber er ist wohl umgedreht worden und ist anschließend für die CIA ausgebildet worden. Heute leitet er den Sicherheitsdienst der Fatah im Westjordanland.

HINTERGRUND: Wechseln wir den Kriegsschauplatz. Es sind weltweit viele Hoffnungen mit dem neuen amerikanischen Präsidenten Obama in Hinblick auf Afghanistan und Iran verknüpft. Wenn man sich nun aber anschaut, dass Obama die Truppenstärke in Afghanistan erhöht, die militärischen Operationen möglicherweise auch in die Grenzgebiete Pakistans und darüber hinaus auszuweiten will, bin ich da ein bisschen skeptisch.

PETER SCHOLL-LATOUR: Ja, das hat mich von Anfang an gewundert. Schon während des Wahlkampfes hat im Hinblick auf Irak und Afghanistan zwischen Obama und McCain kein fundamentaler Unterschied mehr bestanden. Es ging um die Räumungstermine im Irak, da gab es eine Differenz. Aber das ist auch heute noch nicht geregelt, trotzdem war man sich da beinahe einig. Aber auch die Verlagerung des Schwergewichtes nach Afghanistan war eine Idee von McCain gewesen, und ich habe schon während des Wahlkampfes gesagt, dass das der erste große Fehler von Obama ist. Denn der Krieg in Afghanistan ist natürlich nicht zu gewinnen und die Gefahr ist eben groß, dass der Krieg auf Pakistan übergreift, eines Tages ein Chaos in Pakistan schafft, und dann haben wir einen Staat mit 170 Millionen Einwohnern, die teilweise sehr fanatisch sein können, auch in Hysterie gelegentlich abgleiten können, mit einem starken schiitischen Bevölkerungsteil, also mit inneren Spannungen und vor allem einen Staat, der die Atombombe besitzt. Und das ist sehr viel gefährlicher, als zum Beispiel der immer zitierte Iran. Der Iran ist ein stabiles Gefüge, verglichen mit Pakistan. Und worauf sich der Obama da einlässt, das wundert mich auch. Nämlich mit dreißigtausend Soldaten mehr – so wie die heutigen logistischen Verhältnisse in den westlichen Armeen sind: auf zehn Soldaten kommen höchstens zwei kämpfende Soldaten – ist das im Grunde eine lächerlich schwache Truppe gegenüber den Tausenden von jungen Mudschahedin, die bereit sind, in den Kampf zu ziehen und gegen die fremden Ungläubigen zu kämpfen.

HINTERGRUND: Nun fällt auch auf – das ist zwar nur ein Nebenaspekt, aber der ist nicht unwichtig – dass seit der Präsenz der OEF- und ISAF-Truppen 2001 der Opiumanbau ganz immens zugenommen hat. In einem NATO-Beschluss von 2008 geht es genau darum, den Drogenanbau zu unterbinden und die Drogenbarone militärisch zu entmachten, aber die sitzen wohl fest und geschützt in der Regierung Karzai?

PETER SCHOLL-LATOUR: Ja, das ist Tatsache. Die Taliban, denen man Vieles vorwerfen kann, das waren teilweise ziemlich stupide Gesellen, aber die haben immerhin auch ein Land geschaffen, mit einer sehr strikten, für manche auch sehr grausamen Ordnung und auch einer puritanisch bornierten Ordnung. Aber sie haben die Ordnung geschaffen und vor allem die Opiumanpflanzung auf ein Minimum reduziert. Sie haben gerade so viel Opium gepflanzt, wie sie brauchten, um die notwendigen Waffen zu kaufen. Und seit der Westen dort ist, seit die freie Welt in Afghanistan vorhanden ist, vor allem die Truppen, ist also Afghanistan mit mehr als neunzig Prozent der Opium- und Heroin-Produzent der Welt geworden. Das ist natürlich ein Skandal.
Nun wird immer behauptet, damit finanzieren die Taliban ihren Krieg, was zum Teil stimmen mag. Aber in den Gebieten, die völlig ruhig sind, zum Beispiel in Badachschan, wo die Bundeswehr ist, wird auch massenhaft Opium gepflanzt und das kommt den Warlords zugute, Mitgliedern der jetzigen Regierung, den Verwandten des Präsidenten Karzai. Und, wie gesagt, also nicht nur die Taliban nutzen das aus, sondern gerade die korrupten Regierungsstellen bereichern sich daran und die Bauern leben davon. Das muss man auch sagen: Die können mit Getreide kein Geld mehr verdienen in Afghanistan.

Die Hilfsorganisationen schaffen so viel Nahrungsmittel rein, dass die Bauern ihr Getreide gar nicht mehr zu einem vernünftigen Preis verkaufen können. Und wenn jetzt gesagt wird, wir wollen gegen die Opiumbauern vorgehen, dann kann es sehr ärgerlich werden, auch im deutschen Sektor oben, der relativ ruhig ist. Nämlich dann, wenn man an – sagen wir mal die Privilegien, an die reichen Einkünfte der Warlords, die auch dort oben existieren – ran geht und denen das Opium wegnimmt. Dann wird es sehr ungemütlich, dann knallt es von allen Seiten und ich habe das beim letzten Besuch in Kundus schon erlebt. Da waren die Briten, die theoretisch mit der Bekämpfung des Opiumhandels beauftragt sind, als da so ein kleiner Trupp auftauchte, war man auf deutscher Seite gar nicht erfreut darüber. Man sagt vielmehr, das bringt nichts und die Leute, die das Opium pflanzen und die davon profitieren, können uns dann Ärger machen.

HINTERGRUND: Wie sieht denn Ihre Prognose für Afghanistan aus, und worin würden Sie eine Lösung sehen?

PETER SCHOLL-LATOUR: Ich sehe im Moment keine Lösung. Die Lösung ist immer: man muss mit dem Gegner sprechen. Es hat gar keinen Sinn, sich Marionetten oder schwache Leute hochzuziehen und die zu begünstigen. Ich habe Karzai persönlich kennen gelernt. Das ist kein besonders schlimmer Mann. Es gibt viel schlimmere. Aber er ist schwach, er hat keine Autorität, er ist nicht mal mehr – wie man sagt – der Bürgermeister von Kabul. Er sitzt in seinem Palast und ist geschützt durch amerikanische contract worker, also Leute, die tausendfünfhundert Dollar pro Tag bekommen. Das sind hohe Spezialisten, aber es sind Söldner, die ihn schützen. Also insofern muss man irgendwie mit den Führern – wie immer man sie nennen mag: Mudschahedin, Taliban und so weiter – verhandeln.
Die Afghanen sind den Krieg leid. Das muss man auch bedenken.

Quelle

Von Amira Hass, 04.03.2009 – Haaretz

Die Menge an finanzieller Hilfe, die der palästinensischen Behörde von den Geberländern versprochen wurde, zeigt das Ausmaß ihrer Unterstützung für Israel und dessen Politik. Der Beitrag der amerikanischen Steuerzahler an die Ramallah-Regierungsbank erscheint neben den großen Summen der US-Regierung klein, die Israel jedes Jahr zufließen. Es ist unmöglich, sich über das amerikanische Versprechen von $ 900 Millionen zu erregen (zwei Drittel davon zur Stärkung von Salam Fayyads Regierung und den Rest für Gazas Wiederaufbau). Man vergesse dabei die $ 30 Milliarden nicht, die die USA Israel als Verteidigungshilfe bis 2017 versprochen hat, wie der Amnesty International-Bericht letzte Woche feststellte.

Die $ 900 Millionen, die den Palästinensern in Sharm el-Sheich versprochen wurden, sollten als Teil der regulären amerikanischen Hilfe an Israel gesehen werden. Als Besatzungsmacht ist Israel nämlich verpflichtet, sich um die unter seiner Kontrolle lebende Bevölkerung zu kümmern. Aber stattdessen schädigt Israel diese Bevölkerung – und die USA wie andere Länder beeilen sich, den Schaden zu kompensieren.

Die Clinton- und Bush-Regierung – und Barack Obama scheint in ihren Fußstapfen zu wandeln – haben den Begriff „israelische Besatzung“ aus ihrem Wörterbuch gestrichen und arbeiten mit Israel zusammen und ignorieren dessen Verpflichtung, wie es das Völkerrecht vorschreibt. Die Milliarden, die Israel von den USA für Waffen und Verteidigung erhält, die eine bedeutende Rolle bei der Zerstörung des Gazastreifens spielte – sind ein Teil von Israels erfolgreicher Propaganda, die die Rafah-Tunnel und die Grad-Raketen als strategische Bedrohung und als einen Teil der islamischen Terroroffensive gegen fortschrittliche Länder darstellt.

Der Westen hat die Hamas-Bewegung völlig unverhältnismäßig dargestellt, seine militärische Macht hat es bis zum Punkt von Verlogenheit übertrieben. Dies erlaubt eine ausgedehnte Belagerung und drei Wochen israelischer militärischer Unnachgiebigkeit. In der palästinensischen und in der weitern arabischen Welt half dies der Hamas, sich selbst als reale patriotische Kraft darzustellen.

Die hundert Millionen Euros, die gegeben oder versprochen worden sind, um dem Gazastreifen zu helfen, als ob es von einer Naturkatastrophe heimgesucht worden sei, werden von Handelsbeziehungen zwischen Europa und Israel überschattet. Die westlichen Länder, denen humanitäre Hilfe für die Palästinenser am Herzen liegt, kaufen von Israel auch Waffen und Verteidigungskenntnisse, die unter Laborbedingungen der Besatzung entwickelt werden, die ja genau diese humanitäre Krise erst schafft.

Und die 1 Milliarde Petrodollars? Zunächst mal haben diese eine natürliche Quelle, und die sollten den arabischen Völkern zu gute kommen. Zweitens werden sie bei einer Konferenz versprochen, die den Gazastreifen boykottiert (weder die Hamas noch Geschäftsleute oder sozial arbeitende Aktivisten aus dem Gazastreifen nahmen an der Geberkonferenz teil). Auf diese Weise unterstützt Saudi Arabien das Veto der Amerikaner und Israel gegen eine interne palästinensische Versöhnung.

Jeder an die Palästinenser gezahlte Cent – ob für das Budget der Ramallah-Regierung oder für die medizinische Behandlung von durch israelische Piloten oder Soldaten -verletzten Kindern – lässt Israel wissen, dass es mit seinen Bemühungen fortfahren kann, um die palästinensische Elite zur Kapitulation zu bringen. Nur wenn man anerkennt, dass diese Kapitulation das Ziel ist, kann man verstehen, dass 16 Jahre nach Oslo noch immer kein palästinensischer Staat errichtet wurde. Wann begannen Shimon Peres, Ariel Sharon und Zipi Livni über „zwei Staaten“ zu sprechen? Erst nachdem ihre Bulldozer und Militärbürokraten die realistische und physische Basis für einen palästinensischen Staat zerstört hatten. Die Basis dafür wäre das Land innerhalb der Grenzen des 4. Juni 1967, einschließlich Ost-Jerusalems, und der Gazastreifen als untrennbarer Teil des Staates und Null Siedlungen (und das gilt auch für Gilo und Maale Adumim.)

Während der 90er-Jahre war es noch möglich, solche Geldgaben an Palästinenser als einen Ausdruck für Vertrauen und Hoffnung in Israels Bereitschaft zu bezeichnen, sich selbst vom Besatzungsregime zu befreien, das es selbst geschaffen hat. 2009 nicht mehr. Diese Geldgaben sind Unterstützung von Israels Politik. Allein so kann man die Tatsache verstehen, dass andere Länder weiter Hunderte von Millionen Dollars hineinschütten, um die von dieser Politik angezündeten Feuer zu löschen, ohne die Ursache dieser Feuer zu beheben.

Amira Hass ist die einzige israelische Journalistin, die einzige Journalistin weltweit, die den Alltag der Palästinenser lebt, über den sie schreibt. Amira Hass arbeitet für die linksliberale Tageszeitung Haaretz
Laut einer Meldung von AP soll am kommenden Donnerstag das U-Boot U34 aus Eckernförde in Richtung Mittelmeer auslaufen. Dort wird es für 5 ½ Monate im Rahmen der NATO-Mission Active Endavour patrouillieren. Die Mission erstreckt sich auf das gesamte Mittelmeer, und soll auch auswertbare Daten für UNIFIL vor der libanesischen Küste liefern. Warum das U-Boot ausgerechnet Gaza umfahren sollte und ausgerechnet an das israelische Militär keine Informationen liefern sollte, scheint schwer nachvollziehbar…………….WEITERLESEN.

Der Staatschef der Fatah-gestellten -Autonomiebehörde, Diab Ali, hat der im Gaza-Streifen regierenden Hamas offen mit einem Angriff unter Hilfe der israelischen Armee gedroht. Das sagte er der israelischen Zeitung „Haaretz“.

Der Autonomiebehörde, deren Macht praktisch auf einen Teil des Westjordanlandes beschränkt ist, bleibe nicht anderes übrig, als anzugreifen, sofern die Hamas im Gaza-Streifen weiter den Aufstand probt, so der Fatah-Vertreter gegenüber der Zeitung. Dafür benötige man jedoch die Zustimmung Ägyptens, Jordaniens und Israels.

Bislang sei in dieser Frage noch nichts entschieden, so Diab Ali. Klar sei jedoch: „Wenn man Truppen nach Gaza transportieren will, braucht man andere Waffen und Geräte als die, die derzeit verfügbar sind“. Von Israel erwarte die Fatah dabei mehr, als eine lediglich politische Unterstützung.

Die Hamas äußerte sich bisher noch nicht zu der Drohung. Sie dürfte der Organisation, welche der Fatah Kollaboration mit den Israelis vorwirft, jedoch gelegen kommen.

In verschiedenen Städten des Westjordanlandes gingen Sicherheitskräfte der palästinensischen Autonomiebehörde am Mittwoch gegen Anhänger der Hamas vor. Wie das Hamas nahestehenden Palestinian Information Center berichtet, wurden in den letzten 24 Stunden mehrere soziale Einrichtungen gestürmt und 23 Palästinenser verhaftet.

Im Ort Yatta drangen Fatah-Sicherheitskräfte unter anderem in zwei Schulen und einen Kindergarten ein, verhafteten den Generalsekräter einer islamischen Einrichtung und kündigten die Einsetzung einer neuen Fatah-loyalen Verwaltung in den Einrichtungen an.

In Jericho wurde der Hauptsitz der Wohlfahrtsorganisation Al-Islah gestürmt und zwei Mitarbeiter sowie der Direktor festgenommen. Sicherheitskräfte drangen außerdem in mehrere Wohnhäuser ein und verhafteten zahlreiche Bewohner unter dem Vorwand, dass diese der Hamas nahe stünden.

In Qalqiliya sollen Fatah-Sicherheitskräfte einen Supermarkt gestürmt und dessen Einrichtung verwüstet haben. Ohne weitere Erklärungen seien sie anschließend wieder verschwunden. Aus Qalqiliya wurde außerdem berichtet, dass Sicherheitskräfte Bilder von Widerstandskämpfern der Al-Qassam Brigaden, dem bewaffneten Flügel der Hamas, verteilten und Bewohner der Stadt aufforderten, Informationen über deren Aufenthaltsort preiszugeben.

Israel und die palästinensische Autonomiebehörde beschuldigen zahlreiche soziale Einrichtungen im Westjordanland im Kontakt zur Hamas zu stehen. In den vergangenen Wochen und Monaten stürmten israelische Truppen sowie Sicherheitskräfte der Mahmud Abbas unterstehenden Autonomiebehörde Dutzende Schulen, Waisenhäuser und medizinische Einrichtungen, nahmen zahlreiche Mitarbeiter gefangenen, wechselten wichtige Positionen aus oder schlossen die Einrichtungen dauerhaft.

Quelle

Islamische Bewegung-kein Monopol

Wir,die wir uns erhoben haben,taten dies für den Islam.Unsere Republik ist eine Islamische Republik.Die Islamische Bewegung kann nicht nur auf ein bestimmtes Land beschränkt sein.Auch nicht nur auf die islamische Welt.Eine Bewegung, die um des Islam willen erfolgt.ist die Bewegung der Propheten.Auch sie, die Bewegung der Propheten,war nicht auf ein Gebiet begrenzt.Der Prophet des Islam stammte aus Arabien,seine Einladung aber erging nicht nur an die arabische Bevölkerung,war nicht nur auf die arabische Halbinsel beschränkt,sondern meinte alle,die gesamte Welt.

Ihn überall verwirklichen

Schreitet auf dem Weg des Islam einher, und setzt euch für ihn ein.Damit das Schahadat auf seinem Wege zuteil wird.Und sollten wir - In Scha´Allah - obsiegen,zum Erstarken und Sieg des Islam beitragen und überall,wo auch immer, erhobenen Hauptes sein und in allen Ländern,in allen Teilen der Welt,den Islam verwirklichen und sein Banner aufrichten können.

Islam-Ein Recht aller

Ich hoffe,dass wir das Banner des Islam - das Banner der Islamischen Republik - in allen Teilen der Welt aufrichten können und sich alle dem Islam,der ein Recht aller ist, anschliessen werden. Imam Ayatollah Ruhollah Al Musavi Al Khomeini

Boycott Zionism

Smash Zionism

Widerstand gegen Zionismus,Zionisten und deren Unterstützern!

Boycott Israel

Widerstand macht Sinn

"Wenn die Zionisten die Waffen niederlegen und sich hinter die Grenzen von 1967 zurückziehen wird es Frieden geben. Wenn der palästinensische Widerstand die Waffen niederlegt wird es niemals ein freies, unabhängiges Palästina geben." Ahmed Ibn Fahdlan in Tehran.

Revolution I

"Without a revolutionary theory there cannot be a revolutionary movement"

Revolution II

Revolution! Revolution! Nicht vom Osten!! Nicht vom Westen!! ISLAMISCHE REVOLUTION!!!

Ideologie

"Also wenn wir den Krieg nicht gewinnen was haben wir dann von der Ideologie? Also ich meine, das ist doch nicht einfach irgendetwas aus einem Buch. Eine Ideologie ist doch etwas praktisches, muß doch etwas lebendiges, etwas für Menschen sein!"

Islam Inside

Smash Imperialism

Kategorien

August 2017
M D M D F S S
« Sep    
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  

Paperblog