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Internet killed Israeli PR

Parody of Video Killed the Radio Star (the Buggles) by Minor Demographic Threat. Lyrics over the fold.

Lyrics

You had them on your wireless saying, ‘Death to Jews’
You sliced & diced & circumcised & claimed Fair Use
600 Turks were singing ‘Girl U Know It’s True’

YouTube & Reddit, Twitter, Facebook, bit.ly
You spammed them all & then you even posted 3
Casual Encounters on CraigsList NYC

IDF spokesmen
Who freakin’ trained them?

Bloggers came & broke your heart

Now you tweet your new surveillance video
Cyborg Al-Qaida from the future snorting blow
set to the theme music from Hawaii Five-O

He had a knife and
Wait a second: that’s Barbra Streisand

You couldn’t find my SD card
You’re in a bind says Michael Sfard

The Shin Bet mined my SD card
& played it back on NPR
Born & raised in Arkansas
I brought 6 nukes for the Hamas

We are the Mavi Marmara
You are the sloppy hasbara

One of the most striking trends following the flotilla attack has been how quickly Israeli hasbara has been exposed and discredited by internet journalists. Robert Mackey has a post on the Times Lede blog highlighting some examples today – Max Blumenthal’s reporting on the doctored IDF audio of the attack and Noam Sheizaf’s work on Turkish photos of the Mavi Marmara attack which contradict IDF claims. To these two I would add Lia Tarachansky and Blumenthal’s work disproving the IDF’s claim that the flotilla was linked to Al Qaeda, Jared Malsin’s work confirming the doctored audio, and Ali Abunimah, who has been in the lead on many of these stories and lately has been reconstructuing the path of the Mavi Marmara to show it was actually fleeing at the time of the Israeli attack. All of this has appeared on the internet and are helping to shape the story, despite the Israeli Foreign Ministry’s best efforts.

These efforts are helping to fill a crucial void around the narrative of the attack, as Israel still refuses to share the entirety of the video and still footage it confiscated from flotilla passengers. Israel has released snippets of the footage which they believe support their version of events, apparently believing that by limiting access to the footage they could control the story. This has clearly not been the case. Instead they are on the defensive, busy issuing clarifications and apologies. The one „success“ in their hasbara effort has been the racist „we are the world“ knock off which really only confirms how absolutely tone deaf many Israelis are right now to feelings around the world. The fact that this embarrassment is viewed as a success in Israeli circles has been termed „Hasbara Derangement Syndrome“ by Israeli blogger Didi Remez. They ended up having to apologize for that one as well even though Israeli spokesperson Mark Regev „thought it was funny.“

It seems that Israeli hasbara is getting a bit tougher in the age of the internet. I mean, who’s going to believe „a land without people, for a people without a land“ when there are ten YouTube videos to prove you wrong?

Quelle

Zum Jahreswechsel machte die Meldung die Runde, dass der islamische Gelehrte Yussuf al-Qaradawi Weihnachten verbieten wolle. Nach Ansicht von Tarafa Baghajati wird al-Qaradawi falsch zitiert. Er beklagt, dass negative Schlagzeilen zum Islam „sich von Medium zu Medium wie ein Lauffeuer verbreiten“.

Eingehend ist festzuhalten, dass jeder jeden kritisieren kann und soll. Das ist in einer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit. Muslimische Persönlichkeiten sind davon natürlich nicht ausgenommen. Allerdings sollte eine kritische Meldung, insbesondere wenn sie von Qualitätsmedien kolportiert wird, auf überprüften Quellen basieren.

Insbesondere was Islam und Muslime betrifft, gehören falsche Übersetzungen und aus dem Zusammenhang gerissene Zitate zu den beliebtesten Instrumenten, um Muslime und ihre Religion zu diffamieren. Der Übersetzungsdienst MEMRI ist in diesem Zusammenhang bereits auffällig geworden und kann nicht als seriöse und objektive Quelle angesehen werden. Darauf hat Brian Whitaker bereits im August 2002 in seinem im Guardian veröffentlichten Artikel „Selective MEMRI“ aufmerksam gemacht.

Ausgerechnet zur besinnlichen Weihnachtszeit haben nun zahlreiche Medien die Meldung verbreitet, dass der islamische Gelehrte Yussuf al-Qaradawi ein Verbot des Weihnachtsfestes fordere. Ursprungsquelle dieser Zeitungsente ist der Übersetzungsdienst MEMRI. WELT ONLINE beispielsweise schrieb: „Der einflussreiche islamische Gelehrte Yussuf al-Qaradawi hetzt gegen die Christen. In der islamischen Welt müsse das Weihnachtsfest verboten werden, fordert der 83-Jährige in einer Fatwa, einem islamischen Rechtsgutachten. Die Hassrede des Predigers ist in einem Video auf YouTube zu sehen.“
Jubel und Entsetzen über Schweizer Minarettverbot Die Agentur „APA“, der „Standard“ (inzwischen am 28.12.2009 korrigiert), das „ORF“ und viele andere Medien in Österreich und Deutschland haben ungefähr den gleichen Inhalt wiedergegeben. Der „Spiegel“ titelte mit „Heiligabend-Attacke“, „Bild“ wusste von einem „Angriff auf Heiligabend“ zu berichten.

Wer die Originalrede auf Arabisch hört, findet allerdings keinerlei Hinweis darauf, dass Qaradawi Christen das Weihnachtsfest verbieten möchte. Scheich Qaradawi kritisiert in seiner Predigt die lokalen muslimischen Geschäftsleute, die „die Geburt Jesu, Friede sei mit ihm, genannt Christmas zelebrieren […] mit ihren vier bis fünf Meter hohen Weihnachtsbäumen“ nur um des Kommerzes willen („nur für den Gewinn, für Geld“). Dies sei für Muslime unstatthaft und unpassend („ein Fest einer Religion zu feiern, die nicht die Eure ist, währenddessen andernorts der Bau von Minaretten Muslimen verboten wird.“).

Der Zusammenhang von Minarettverbot in der Schweiz und der Kritik an der Verbreitung von kommerziellem Weihnachtskitsch in der muslimischen Gesellschaft, erschließt sich auch mir nicht recht. Von einer „Hasspredigt“ kann allerdings keine Rede sein, irgendwelche verbale Attacken gegen Christen fehlen gänzlich.
Qaradawis Kritik ähnelt der Kritik an Halloween oder Santa Clause (im Gegensatz zum Christkind), wie sie bei uns immer wieder laut werden. Interessant ist, dass in der MEMRI- Widergabe das Lob Jesus mit den Worten „Friede sei mit ihm“ durch Qaradawi zur Gänze fehlt, warum wohl?

Beim Nachrichtenmagazin „Spiegel“ ist einem Redakteur die Fantasie gänzlich durchgegangen. Dort heißt es: „Und auch jenseits von Weihnachten sähe der einflussreiche Prediger die Rechte der Christen gern beschnitten: `Kirchen dürfen keine Kreuze mehr tragen. Kirchenglocken dürfen auch nicht mehr läuten´, forderte er weiter.“Das ist eine reine Erfindung und findet sich nicht in der MEMRI-Übersetzung und schon gar nicht in der Originalrede (hier).

Es ist äußerst bedauerlich, immer wieder feststellen zu müssen, dass negative Schlagzeilen zum Islam sich von Medium zu Medium wie ein Lauffeuer verbreiten, ohne dass die vielen beteiligten verantwortlichen Redakteure auf die Idee kommen würden, ihrer journalistischen Sorgfaltspflicht nachzukommen. Stattdessen wird die Geschichte auch noch ausgeschmückt und angereichert.
 
Es gibt auch im deutschsprachigen Raum genügend arabischkundige Menschen und Experten ohne ideologische Mission, für die es ein Leichtes wäre, derartige Meldungen zu verifizieren bzw. zu falsifizieren. Aus Gründen der Fairness muss hier erwähnt werden, dass Scheich Qaradawi seit Jahren die Meinung vertritt, Muslime sollten keinerlei Hemmungen haben, Christen zu ihren Feiertagen zu gratulieren. Insbesondere Nachbarn, Arbeitskollegen und Freunde seien freundlich anzusprechen.

Diese Fatwa ist diametral entgegengesetzt zur herrschenden Meinung bei den saudi-arabischen Gelehrten der salafitischen Richtung. Qaradawi hat dies als Entgegnung zur Berichterstattung am 27. Dezember 2009 in seiner wöchentlichen Sendung auf Al Jazeera noch einmal ausdrücklich betont.

Zum Schluss möchte ich noch anmerken, dass ich Scheich Qaradawis Ansicht nicht teile. Der Islam wird durch ein paar Weihnachtsbäume nicht gefährdet. Im Gegenteil; die Länder mit muslimischer Mehrheitsgesellschaft können bei aller berechtigten Kritik an der Kommerzialisierung religiöser Anlässe stolz darauf sein, dass christliche Feste sich in ihrem Straßenbild widerspiegeln.

Das Fernsehprogramm vieler arabischer Sender liefert ein spezielles Weihnachtsprogramm. Es ist ein Zeichen dafür, dass religiöse Gruppen nicht nur friedlich nebeneinander existieren können, sondern darüber hinaus auch in der Lage sind, ein harmonisches Miteinander zu finden. So überflüssig die „Islamisierungsdebatte“ in Europa ist; so unnötig wäre es, vice versa eine „Christianisierungsdebatte“ in der muslimischen Welt vom Zaun zu brechen.

In diesem Sinne ein schönes neues Jahr 2010, aber auch ein schönes Jahr 1431 nach Islamischem Kalender, das am 18.12.2009 begann.

Quelle

Der Internationale Strafgerichtshof Im Haag, Niederlande, hat am 3. April 2009 erstmalig seit seinem Bestehen gegen einen Regierungschef Haftbefehl erlassen, und zwar gegen den Präsidenten des Sudan, Omar al-Bashir. Der Präsident sei am Völkermord im Landesteil Darfur beteiligt.

Zwei Britinnen, die Journalistin Collette Valentine und die Medienberaterin Ali Gunn, besuchten in Al-Faschir, der Hauptstadt von Nord-Darfur, die „International Conference on the Challenge Facing Women in Darfur“ und suchten in ganz Darfur nach Anzeichen für einen Völkermord, so CounterPunch.

Sie fanden keine.

Stattdessen hörten sie von Sprecherinnen der 27 000 über ganz Sudan verteilten Ortskomitees des sudanesischen Frauenbundes aus 80 sudanesischen Sprachgruppen und Clans: al-Bashirs landesweite Popularität habe seit dem Haftbefehl noch erheblich zugenommen. Die Gelder aus den USA, Israel und dem Rest der westlichen Welt seien vor Ort nicht angekommen. Die Frauen hätten in Darfur auf lokaler Ebene Versöhnungsgespräche zwischen den verfeindeten Kämpfern moderiert, Selbsthilfe organisiert und würden die westlichen Nicht-Regierungsorganisationen verdächtigen, den Öl- und Wasserinteressen ihrer Staaten am Sudan Vorschub zu leisten. Die in Darfur stationierten UN-Soldaten wollten einfach ihre Jobs behalten und würden daher nichts zur Befriedung des Darfur beitragen.

Der Befund der beiden Frauen deckt sich mit dem Mahmood Mamdanis, deutsch von Tlaxcala (leider mit toten Links). 

Der Haftbefehl gegen den so populären Präsidenten, der seit Jahren offenbar zum Wohle des Sudan mit den staatlichen chinesischen Ölfirmen kooperiert, geht auf eine westwelt-weite Kampagne der Save Darfur Coalition zurück. Diese Coalition überschlug sich Jahr für Jahr mit Zahlenangaben über angeblich von Arabern ermordete Schwarze in Darfur. 

Tatsächlich kämpften weder Araber gegen Schwarze, noch Muslime gegen Christen oder Ungläubige, wie  von der zionistischen Agentur Memri ebenfalls zeitweilig kolportiert wurde, sondern sozio-ökonomisch konkurrierende Clans gegen Clans, Sprachgruppen gegen Sprachgruppen, und dies mit häufig wechselnden Parteiungen. Frühzeitig hat der Geo-Archäologe Stefan Kröpelin, seit über zwei Jahrzehnten in den Sahara-Staaten forschend zugange, auch die deutsche Öffentlichkeit zu unterrichten versucht, siehe auch Kein Rassenkampf.

Doch die Save Dafur Coalition hat sich mit ihren, den Konflikt zudem rassifizierenden Völkermord-Fantasien über Darfur in der westlichen veröffentlichten Meinung durchgesetzt. Gegründet wurde das Bündnis laut Jeffrey H. Birnbaum in der Washington Post vom 1. Juni 2007, .pdf-Datei, vom American Jewish World Service und dem U.S. Holocaust Memorial Museum, zwei zionistischen Organisationen. Ihnen haben sich mehr als 180 weitere Gruppen angeschlossen, darunter die National Association of Evangelicals, eine pro-zionistische, freilich gegen jedes religiöse Judentum gerichtete Dachorganisation US-amerikanischer Evangelikaler.

In Deutschland werben die gleichen Leute für die Save-Darfur-Kampagne, die auch für die Unterjochung der Iraker eingetreten sind, das Gaza-Massaker bejubelt haben und die Bombardierung des Iran herbeisehnen: die Zionisten und die Antideutschen. (1) Der Rüstung und dem Ressourcenraub den Weg zu bahnen ist ihr Geschäft. 

Quelle

 Die politische Biographie des MEMRI-Präsidenten und Gründers Yigal Carmon.

Yigal Carmon diente von 1977-1982 auf verschieden Posten in der Führung der israelischen Besatzungs-Verwaltung auf der Westbank[1]. Damit hatte er eine tragende Rolle im System der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern[2]. Er diente mehrere Jahre im israelischen Militärgeheimdienst und war dort einer der führenden Offiziere der „Unit 504“[3], welche für die Anwerbung von Informanten in arabischen Staaten zuständig ist und auch als „Mini-Mossad“ bezeichnet wird[4]. Sie war nach Aussage des Kommandeurs der UN-Truppen im Südlibanon, Timur Göksel, für die Führung der „Südlibanesischen Armee“, einer israelischen Hilfstruppe verantwortlich[5], der zahlreiche Menschenrechtsverstöße wie Folterungen oder Ermordung politischer Gegner zur last gelegt werden. Die angeworbenen Araber werden in der Regel mit Drogen bezahlt, welche die „Unit 504“ von der israelischen Polizei erhielt[6]. Murray Kahl, ein amerikanisch-israelischer Rechtsradikaler, beschreibt die Arbeitsweise der von „Unit 504“ trainierten Araber so: „Sie wurden für den Guerillakampf ausgebildet, für Mord, Infiltration und die Benutzung der modernsten Methoden beim Bau von Autobomben“.[7]

Spätestens seit dieser Zeit beim „Aman“, so das hebräische Akronym für den militärischen Geheimdienst Israels, unterhält Carmon gute Kontakte in die USA, zumeist zu Politikern und Journalisten vom äußersten rechten Rand. So unterhält er gute Kontakte zu Steven Emerson[8], einem Journalisten in Florida, der bereits vor acht Jahren durch aufhetzende Beiträge gegen Muslime in den USA („Bande von Mördern“) aufgefallen ist. Emerson, dem auch von anderer Seite gute Kontakte zu Geheimdiensten nachgesagt werden[9] betreibt eine Organisation namens „International Association of Counterterrorism and Security Professionals (IACSP)“ bei der Carmon  – so US-amerikanische Quellen – nicht nur Mitglied sein soll, sondern auch als „Mideast Regional Director“ geführt werden soll[10]. Er wird bereits in jener Zeit als „rechter als selbst noch die gegenwärtige Likud-Regierung“[11] bezeichnet.

In seiner Zeit beim „Aman“ verfasst Yigal Carmon seine Magisterarbeit an der Hebrew-University in Jerusalem. Thema seiner Arbeit ist die Person von Hajj Amin al-Husaini und dessen Zusammenarbeit mit Nazideutschland[12].

Eine weitere Publikation aus seiner Geheimdienstzeit ist eine Studie aus dem Jahr 1985, in der er sich mit der Frage beschäftigt, ob und wie eine totale Kontrolle über die palästinensische Bevölkerung ausgeübt werden könne[13]. Die Studie ist öffentlich nicht zugänglich.

Anti-Terrorberater

Von 1988 an ist er unter Yitzhak Shamir als „Berater für Terrorismusfragen“ dem Büro des Premierministers zugeordnet. Mit dieser Berufsbezeichnung wird er sich von nun an schmücken. In nahezu allen biographischen Bemerkungen von ihm und über ihn wird diese Bezeichnung benutzt. So z.B. auf einer Tagung des rechtsorientierten US-amerikanischen „Center for Security Policy“ in Washington am 17.9.1997, auf der er zusammen mit Martin Indyk, dem damaligen US-Sondergesandten für den Friedensprozess und späteren US-Botschafter in Israel und mit Daniel Pipes, einem pro-Likud-Lobbyisten, auftritt. Besonders die Kontakte zu Pipes wird Carmon weiter ausbauen[14].

Da unter der Regierung Shamir alle Kontakte zu Arabern als eine Frage der Terrorbekämpfung gesehen werden, ist der Aufgabenbereich des ehemaligen Geheimdienstmanns sehr umfangreich. Er ist Mitglied eines geheimen Verhandlungsteams, welches Gespräche mit Syrien führt[15] und er ist Teil der israelischen Delegation bei den Verhandlungen von Madrid.

Anfang 1993, nur wenige Monate nach dem Amtsantritt von Yitzhak Rabin und kurz vor den Geheimverhandlungen von Oslo, scheidet Yigal Carmon aus dem Dienst im Büro des Premierministers aus. Er betont aber immer, auch Berater von Rabin gewesen zu sein; vermutlich um von dessen Nimbus zu profitieren.

„Schmerz kommt und geht…“

Nach dem Ausscheiden aus seiner politischen Funktion widmet sich Carmon dem Artikel-Schreiben. Dabei scheint er einer Mission zu folgen: Alle seine Beiträge kreisen um die Ablehnung des Friedensprozesses und dessen vermeintliche Gefahr für die militärische Stärke Israels. Er präsentiert sich als ein Kritiker nicht nur von Rabin und Peres, sondern er wirft auch Netanyahu, der Blockade-Politik gegen den Frieden betreibt, vor, hierbei nicht konsequent genug zu sein[16].  … In seinen Artikeln geht es nicht um Frieden und Verhandlungen, sondern um eine Lösung des „Palästinenserproblems“[18]. Artikel von ihm erscheinen in „Yediot Ahronot“, der auflagenstärksten Zeitung Israels[19] und in der rechts-orientierten „Jerusalem Post“[20]. Aber es fällt auch auf, dass er sich radikalen politischen Positionen und Organisationen aus dem Umfeld der Nationalreligiösen annähert. Er ist in den Medien der extremen Rechten präsent, etwa in „Outpost“, einer Zeitschrift radikaler Siedler[21] oder im Sender der nationalreligiösen Siedler „Arutz Sheva“[22]. Er beginnt intensiv Kontakte zu westlichen Journalisten zu pflegen, zuerst in die USA, später mit deutschen Medienvertretern in Israel. So z.B. mit Martina Doering von der Berliner Zeitung, die ihn im März 1996 interviewt[23] und in diesem Jahr dann einen Lob-Artikel über das Berliner MEMRI-Büro verfasste[24].

Am deutlichsten in seinen Aussagen wird Carmon jedoch in den US-Medien. Hier bekennt er sich offen zur Anwendung von Folter an palästinensischen Gefangenen zum Zwecke der Informationsgewinnung. So wird er in der Washington Post zitiert: „Als Carmon gefragt wurde, ob er jemand Schmerzen zufügen würde, um Informationen zu erhalten, antwortete er: ´Schmerz nimmt dir nicht das Leben, Schmerz kommt und geht. Schmerz verschwindet…jeder hat diese Erfahrung schon gemacht…`“ Folter ist für ihn – ganz im Sinne der in Israel offiziell vertretenen Sprachreglung – „physischer Druck“.[25].

Yigal Carmon weiß offenbar wovon er spricht. Eine solche Aussage von einem hohen Ex-Offizier eines Dienstes, der erwiesenermaßen mit Folter arbeitet, ist mehr als die Verharmlosung der angewandten Methoden. Bei Carmon handelt es sich offenkundig um einen ausgesprochenen Befürworter von Folter. Inwieweit er selber in seiner Zeit bei den Besatzungsbehörden Folter angewandt oder angeordnet hat ist jedoch ungeklärt.

„Die Dreier-Bande“

In einem Beitrag in Ha´aretz über die Kontakte zwischen rechtsradikalen Israelis und christlich-fundamentalistischen Organisationen in den USA[26] findet auch Carmon und seine Seilschaft aus Geheimdienstzeiten unter der Bezeichnung „Gang of Three“ Erwähnung: Er arbeite seit langem an Kampagnen, welche die Vereitelung des Friedensprozesses zum Ziel hätten. Zu der `Dreier-Bande´ zählt Ha´aretz neben Carmon auch Yossi Ben Aharon und Yoram Ettinger. Diese mit allen Mitteln den Friedensprozess bekämpfende Gruppierung und ihre Verbindung zu Steven Emerson ist einige Jahre zuvor schon Robert Friedman in der US-Zeitschrift The Nation aufgefallen: „Yossi Ben-Aharon, Yoram Ettinger und Yigal Carmon sind ehemalige hochrangige Likud-Regierungsvertreter, denen Ministerpräsident Rabin – nachdem das Trio seine Lobbyarbeit gegen die Oslo-Vereinbarung im Capitol aufgenommen hatte –, den Spitznamen „Dreierbande“ gab.“[27]

Ettinger, Netanyahus Statthalter in der israelischen Botschaft in Washington, der Erfinder der Propaganda-Behauptung, die Palästinenser würden ihre Kinder als menschliche Schutzschilde benutzen[28], hat eine leitende Funktion am Ariel Center for Policy Research (ACPR), einer Einrichtung der israelischen extremen Rechten. Wie MEMRI  bezeichnet sich das ACPR als „non-profit, non-partisan organization“, tritt jedoch – anders als MEMRI, welches sich als gemäßigt verkauft – offen gegen einen Frieden mit den Palästinensern ein.

Ben-Aharon, ehemaliger Generaldirektor des Büros des Premierministers unter Shamir und von Friedman als ein Zealot eingestuft[29], hat den Likud verlassen, da dieser ihm unter Benjamin Netanyahu zu weit nach links gerückt sei[30]. Er gibt sich als Nationalreligiöser, für den jede Abgabe von besetzten Gebieten ein Verrat an „Eretz Yisroel“ und jeder Araber schlimmer als ein Nazi sei.[31]

Der „Ein-Personen-Geheimdienst“

Auch die Artikel, Interviews und Äußerungen von Carmon machen seine Einstellung zu einem Frieden mit den Palästinensern mehr als deutlich. Er beließ es jedoch nicht beim Publizieren. Bei Recherchen über den rechtsradikalen israelischen Politiker Benny Begin, Sohn des ehemaligen Ministerpräsidenten Menachem Begin und ehemals Führer der ultra-nationalistischen Herut-Partei, stieß Yossi Melman von der israelischen Zeitung Ha´aretz auf eine mehrere Jahre (1994-1996) währende Zusammenarbeit[32] von Begin mit Carmon. Die ideologische Nähe zwischen Benny Begin, der u.a. für eine „Groß-Israel-Lösung“ und in einer Koalition kleinerer rechtsradikaler Parteien arbeitet, welche für die Vertreibung der Palästinenser eintritt und Yigal Carmon, der zusammen mit MEMRI-Mitgründer Yotam Feldner einen ähnlichen Ansatz unter dem Deckmantel einer Möglichkeit oder Unmöglichkeit einer jordanisch-palästinensischen Konföderation und deren Akzeptanz in arabischen Kreisen diskutiert[33] hat durchaus nachvollziehbare Aspekte. Wer von den beiden, Begin oder Carmon, in dieser Zusammenarbeit wen benutzt hat, ist offen. So schien Carmon mit Begin über eine Stimme in der Knesset zu verfügen und konnte so weiter an einer Behinderung des Friedensprozesses arbeiten. Begin hingegen profitierte in jedem Fall von dem Material, das Carmon ihm lieferte und das er für Kampagnen in den israelischen Medien und für Anfragen in der Knesset nutzte. Dies bestand zu einem Teil aus Material, das Begin selber als Geheimdienstmaterial bezeichnete.

Den Großteil des Materials, das Carmon zur Verfügung stellte, kam jedoch aus dessen eigenen Quellen. Melman, der Carmon „auf einem privaten Kreuzzug“ sieht, beschreibt seine Aktivitäten als „Ein-Personen-Geheimdienst“. So sammelt Carmon, laut Melman, auf eigene Initiative und vor allem auf eigene Rechnung Informationen in den palästinensischen Autonomiegebieten: „Er betrieb im Gebiet der PA ein Netzwerk von Informanten und bezahlte jedem Dutzende oder Hunderte Schekel für ein einzige Kassette.“[34]

Neben Engagement und guten Kontakten scheint Carmon in jener Zeit über große Geldmittel zu verfügen.

Und mit einigen der Kampagnen, die er gemeinsam mit Begin inszeniert, erreicht er auch weltweites Aufsehen: Die Aufregung um eine Rede von Yassir Arafat in Johannesburg im Mai 1994, bei der jener die Oslo-Vereinbarungen mit dem Vertrag des Propheten Muhammad mit den Quraish in Hudayba vergleicht, geht auf Carmon und seine Netzwerke zurück. Auch über das geheime Treffen in Kairo zwischen Vertretern der Autonomiebehörde und der HAMAS-Bewegung im Dezember 1995, das zu einer Einbindung der HAMAS in den Friedensprozess führen sollte, gibt sich Carmon so genau informiert, als habe er mit am Tisch gesessen.

MEMRI, Pipes & Co.

1998 gründet Carmon dann MEMRI. Damit scheint er offenbar seiner politischen Arbeit gegen einen Frieden mit den Palästinensern einen institutionellen Rahmen geben zu wollen. Interessant ist hierbei, mit wem er zusammenarbeitet. Eine Mitgründerin von MEMRI ist Meyrav Wurmser, eine Anhängerin von Ze’ev Jabotinsky[35], einem der Väter der Idee einer vollständigen Vertreibung der Palästinenser und Vordenker eines ethnisch rein jüdischen Staates Israel[36]. Wurmser ist Leiterin der Nahostabteilung des „Hudson Institute“, dessen Führung auch Richard Perle angehört. Perle gilt als eine treibende Kraft hinter der Nahostpolitik der gegenwärtigen US-Regierung. Wurmser gehört auch einer weiteren Organisation an, dem „Middle East Forum“ von Daniel Pipes. Gemeinsam mit Pipes, der sich mit anderen von einer PR-Beraterin, Eleana Benador, erfolgreich vermarkten ließ [38], hat Carmon, dass er sich in den amerikanischen Medien als unabhängiger Experte zu Nahostpolitik darstellt [37].

Yigal Carmons größter Auftritt hierbei war mit Sicherheit seine Stellungnahme vor dem US-Kongress am 18. April 2002. Hierbei vertrat er eine Position, die sich fast ausschließlich auf den vermeintlich dominierenden arabischen Antisemitismus bezieht und diesen mit Anti-Amerikanismus gleichsetzt. Die Konzentration auf dieses in der arabischen Presse vorhandene, aber keineswegs tonangebende Phänomen ist etwas, das Carmon auch mit dem Kundenkreis von Frau Benador verbindet. Während Pipes daran arbeitet, jede Kritik am israelischen Vorgehen gegen die palästinensische Zivilbevölkerung als antisemitisch an den Pranger zustellen, scheint es Carmons Aufgabe zu sein, anhand einer selektiven Auswahl aus der arabischen Presse die öffentliche und veröffentlichte Meinung der arabischen Welt als antisemitisch darzustellen. Offenkundiges Ziel ist es, ein Bedrohungsszenario für Israel zu behaupten, das keineswegs der Realität entspricht. Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Konfrontation scheinen die Palästinenser als antisemitisch, fanatisch, irrational und zum Dialog unfähig dargestellt werden sollen.

Das Projekt MEMRI fügt sich nahtlos in die Biographie von Oberst Yigal Carmon ein. Er ist in seiner Haltung der Prototyp eines Kolonialoffiziers, wie es sie in anderen Besatzungsarmeen wie der britischen oder französischen gegeben hat; ein – nach übereinstimmender Meinung zahlreicher europäischer, israelischer und amerikanischer Beobachter – weit Rechtsaußen stehender Aktivist sowie ein öffentlicher Befürworter von Folter. Sein gesamtes politisches Leben zeigen ihn im Auge des Betrachters als den, der er ist: Ein Feind des Friedens zwischen Israelis und Palästinensern, den er als „historisches Desaster“ bezeichnet.


[1] Royer, Ismail: The Futility of Apology, ismailroyer.blogspot.com (21.10.02)

[2] November Axe, Palestine Report 11-2002 (www.jmcc.org/media/reportonline/axe.htm, 5.11.02)

[3] Melman, Yossi: Don´t confuse us with facts, Ha´aretz, 16.8.2002

[4] Shahak, Israel: The Real Israeli Interest in Lebanon“, Washington Report on Middle East Affairs, Juli 1996 (www.washington-report.org/backissues/0796/9607019.htm, 15.11.02)

[5] Interview with Timor Goksel, Future TV (www.futuretvnetwork.com/justice/back_unifil.htm, 15.11.02)

[6] An Israeli spies-and-drugs story, Foreign Report 1.7.1993 (www.foreignreport.com, 19.11.02)

[7] Murray Kahl: Wake up Beirut, Sharon is Coming. LFP, 6.3.2001

[8] US Newswire: Florida Editor responds to supporters of `Jihad´-Journalist, 5.6.1998

[9] u.a. in der Jerusalem Post vom 17.9.1994: „.. having close ties to Israeli Intelligence

[10] Sugg, John: US Governments Secret Evidence against Mazan Al-Najjar has yet to produce indictments, Washington Report on Middle East Affairs, Juli 1998 (www.washington-report.org/backissues/0798/9807028.html, 6.11.02)

[11] US Newswire: Florida Editor responds to supporters of `Jihad´-Journalist, 5.6.1998

[12] Carmon, Yigal: The Mufti of Jerusalem, Haj Amin al-Huasyni and Nazi-Germany during the Second World War. M.A. Thesis – Hebrew University of Jerusalem 1987.

[13] Cockburn, Patrick: Arafat police hold 150 in hunt for bombers; The Independent, 11.4.1995.

[14] Pipes betreibt zur Zeit unter http://www.campus-watch.org eine Website, mit der zur Denunziation von Äußerungen von Universitäts-Dozenten aufgerufen wird, die sich kritisch über die Besatzungspolitik äußern. Die Betroffenen werden in einer bislang beispiellosen Kampagne als vermeintliche Antisemiten im Internet an den Pranger gestellt.

[15] Tatro, Nicolas: Israels Lebanon policy under attack from left and right, AP, 8.9.1997.

[16] Carmon, Yigal: Same Policy – Same Results. Israel Resource Review, 4.8.97 (www.israelbehindthenews.com/Aug-04.htm, 5.11.02)

[18] so z.B. in einem Beitrag für die Jewishpost of New York vom 5.6.1999

[19] Carmon, Yigal: A Unilateral Concession. Yediot Ahronot, 16.1.1997

[20] Carmon, Yigal: There is another way. Jerusalem Post, 13.6.2001. Hier entwirft Carmon bereits das Szenario einer politischen Entmachtung der PLO und ihre Ausschaltung aus zukünftigen Verhandlungen  wie dies knapp ein Jahr später von Sharon praktiziert wird.

[21] Ein Interview mit Yigal Carmon erscheint hier ohne Titel am 16.4.1997

[22] Interview with Yigal Carmon, 7.3.1996

[23] Doering, Martina: Nimm keinen Bus“. Berliner Zeitung, 13.3.1996

[24] Doering, Martina: Sprudelnde Quellen. Berliner Zeitung, 2.10.2002

[25] Gellman, Barton: Tatality puts Focus on Israeli Methods. Washington Post, 4.5.1995

[26] AIPAC lobby comes out of the closet and challenges rightist opponents of Wye aid, Ha´aretz, 21.10.1999

[27] Friedman, Robert: One Man´s Jihad. The Nation 656, 15.5.1995

[28] Ettinger, Yoram: Exploiting Children as a Human Shield – An Endemic PLO Norm! Jerusalem Cloakroom #92, 2.11.2000

[29] Friedman, Robert: Zealots for Zion: Inside Israel’s West Bank Settlement Movement. New York 1992

[30] Arutz-7 News, 16.3.1999

[31] Gefen, Shai: If Only We Had Listened To The Rebbe. Beis Moshiach (http://www.beismoshiach.org/Shleimus%20HaAretz/shleimus_haaretz271.htm, 22.11.02)

[32] Melman, Yossi: Don´t confuse us with facts. Ha´aretz, 16.8.2002

[33] Carmon, Yigal und Yoram Feldner: Jordanian Policies on the Palestinian Problem. Jewish Post of New York, 5.6.1999

[34] Melman, Yossi: Don´t confuse us with facts. Ha´aretz, 16.8.2002; MI meint hier den Militärgeheimdienst, dem auch Carmon angehörte.

[35] Meyrav Wurmser: Can Israel Survive Post-Zionism? Middle East Quarterly, hrsg. Von Martin Kramer (http://www.allenpress.com/mieq/issues/vol06/ftr-0601.html, 21.10.02)

[36] Eine weitere Schilderung der Gedanken von Jabotinsky findet sich auch in den „80 Thesen für ein neues Fridenslager“ von Uri Avnery.

[37] Zu dem exklusiven und einflussreichen Kreis, der sich immer auf eine gegenseitige Expertise beruft, gehören neben Pipes, Carmon und Wurmser noch Michael Rubin und Martin Kramer.

[38] Whitaker, Brian: US thinktanks give lessons in foreign policy. The Guardian, 19.8.2002 

Quelle: http://www.henner-kirchner.de/

Islamische Bewegung-kein Monopol

Wir,die wir uns erhoben haben,taten dies für den Islam.Unsere Republik ist eine Islamische Republik.Die Islamische Bewegung kann nicht nur auf ein bestimmtes Land beschränkt sein.Auch nicht nur auf die islamische Welt.Eine Bewegung, die um des Islam willen erfolgt.ist die Bewegung der Propheten.Auch sie, die Bewegung der Propheten,war nicht auf ein Gebiet begrenzt.Der Prophet des Islam stammte aus Arabien,seine Einladung aber erging nicht nur an die arabische Bevölkerung,war nicht nur auf die arabische Halbinsel beschränkt,sondern meinte alle,die gesamte Welt.

Ihn überall verwirklichen

Schreitet auf dem Weg des Islam einher, und setzt euch für ihn ein.Damit das Schahadat auf seinem Wege zuteil wird.Und sollten wir - In Scha´Allah - obsiegen,zum Erstarken und Sieg des Islam beitragen und überall,wo auch immer, erhobenen Hauptes sein und in allen Ländern,in allen Teilen der Welt,den Islam verwirklichen und sein Banner aufrichten können.

Islam-Ein Recht aller

Ich hoffe,dass wir das Banner des Islam - das Banner der Islamischen Republik - in allen Teilen der Welt aufrichten können und sich alle dem Islam,der ein Recht aller ist, anschliessen werden. Imam Ayatollah Ruhollah Al Musavi Al Khomeini

Boycott Zionism

Smash Zionism

Widerstand gegen Zionismus,Zionisten und deren Unterstützern!

Boycott Israel

Widerstand macht Sinn

"Wenn die Zionisten die Waffen niederlegen und sich hinter die Grenzen von 1967 zurückziehen wird es Frieden geben. Wenn der palästinensische Widerstand die Waffen niederlegt wird es niemals ein freies, unabhängiges Palästina geben." Ahmed Ibn Fahdlan in Tehran.

Revolution I

"Without a revolutionary theory there cannot be a revolutionary movement"

Revolution II

Revolution! Revolution! Nicht vom Osten!! Nicht vom Westen!! ISLAMISCHE REVOLUTION!!!

Ideologie

"Also wenn wir den Krieg nicht gewinnen was haben wir dann von der Ideologie? Also ich meine, das ist doch nicht einfach irgendetwas aus einem Buch. Eine Ideologie ist doch etwas praktisches, muß doch etwas lebendiges, etwas für Menschen sein!"

Islam Inside

Smash Imperialism

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