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Hiroshima, Nagasaki, Fallujah …

Es stellt sich also heraus, dass es im Irak Waffen der Massenvernichtung gab, allerdings nicht bis wir kamen und begannen, diese einzusetzen.

Zusätzlich zu allem, was wir Fallujah noch antaten – Kollektivstrafe vollzogen an einer aufsässigen Stadt im November 2004 (ein Kriegsverbrechen), Tausende Zivilisten getötet, die Infrastruktur in Trümmer gelegt (fast sechs Jahre danach ist die Kanalisierung noch immer nicht repariert und Abwässer fließen durch die Straßen) – setzten wir offenbar auch Atomwaffen ein und hinterließen damit ein Erbe von Krebs, Leukämie, Kindersterblichkeit und genetischen Schäden.

Freiheit ist nicht frei. Erinnern Sie sich, welche Argumente die kriegslüsternen unter unseren Mitbürgern benutzten, ihr endgültiges Gegenargument, wenn die unter uns, die über diesen wahnsinnigen Krieg entsetzt waren, die Zahl der getöteten Zivilisten anführten? Ende der Debatte. Jetzt reicht´s.

Das ist die Macht der Sprache. Nenne es „KRIEG“ und damit einher kommen EHRE, PFLICHT, MUT, OPFER: eindeutig das Beste, was die Menschheit aufzuweisen hat. Das Wort ist unangreifbar; es setzt das Herz in Bewegung; Gott tritt auf, segnet die Truppen, segnet die Waffen. Operation „Freiheit für den Irak“: Sie werden uns mit offenen Armen begrüßen.

Wann kommen wir darauf, dass „KRIEG“ eine moralische Kloake von schrecklichen Konsequenzen ist, in erster Linie – und das beunruhigt ganz besonders – von nicht beabsichtigten?

So ersuchte im vergangenen November eine Gruppe von britischen und irakischen Ärzten die UNO, den alarmierenden Anstieg von angeborenen Defekten in den Spitälern von Fallujah zu untersuchen. „Die jungen Frauen in Fallujah,“ so schrieben sie, „fürchten sich davor, Kinder zu bekommen. Grund dafür ist die steigende Anzahl von Babies, die grotesk verformt, ohne Köpfe, mit zwei Köpfen, einem Auge auf der Stirn, schuppigen Körpern und fehlenden Gliedern auf die Welt kommen. Außerdem treten unter den kleinen Kindern in Fallujah scheußliche Formen von Krebs und Leukämie auf.“

Die offizielle Reaktion der Vereinigten Staaten von Amerika war, dass sich der Brief der Ärzte auf Einzelfälle bezog: Es gebe keine Studien, die bestätigten, dass etwas in Fallujah nicht stimme, abgesehen von der Zerstörung, die durch Truppen und Bomben der Vereinigten Staaten von Amerika verursacht wurde. Das hat sich jetzt geändert.

Das International Journal of Environmental Research and Public Health (internationale Zeitschrift für Umweltforschung und Öffentliche Gesundheit) hat gerade eine epidemiologische Untersuchung veröffentlicht, „Cancer, Infant Mortality and Birth Sex-Ratio in Fallujah, Iraq 2005-2009“ („Krebs, Kindersterblichkeit und Geburten-Geschlechts-Verhältnis in Fallujah, Irak 2005 – 2009“), nach der sich herausgestellt hat, dass nebst vielem anderem in Fallujah die Quoten von Krebs, Leukämie und Kindersterblichkeit höher sind als in Hiroshima und Nagasaki 1945.

Ein vielleicht besonders schauriges Ergebnis der Untersuchung, die ein aus elf Forschern bestehendes Team im vergangenen Januar und Februar in 711 Haushalten durchgeführt hat, ist die radikale Verschiebung des Verhältnisses zwischen Buben und Mädchen bei den Geburten. Unter normalen Umständen beträgt dieses ungefähr 1.050 Buben auf 1.000 Mädchen. Im Fallujah nach der Invasion wurden pro 1.000 Mädchen 860 Buben geboren – ähnlich der Verschiebung, die in Hiroshima nach dem Abwurf der Atombombe beobachtet wurde.

Dr. Chris Busby, einer der Autoren der Studie, sagte, dass nur „eine sehr schwerwiegende mutagene Einwirkung“ eine solche Abweichung verursachen konnte. Als Verursacher kommt am ehesten abgereichertes Uran (DU = depleted uranium) in Frage, sagte er, ein dichtes Metall mit außergewöhnlicher Durchschlagskraft, das für die Herstellung von Raketen, Granaten und Bomben verwendet wird. Beim Aufschlag explodiert DU zu extrem feinem radioaktivem Staub, der sich auf dem Boden ablagert oder vom Wind verblasen wird. Während das Militär der Vereinigten Staaten von Amerika weiterhin bestreitet, dass das Einatmen dieses Staubs die Gesundheit gefährdet, bleiben viele Wissenschafter dabei, dass DU hoch giftig ist und wahrscheinlich das Golfkriegssyndrom mit verursacht – dass es kurz gesagt eine nukleare Waffe ist, mit einem radioaktiven Niederschlag, der gleich gefährlich ist wie der einer Atombombe.

Von diesen Dingen zu erfahren macht einen zunehmend krank und lässt daran zweifeln, wer wir sind und was wir tun: noch immer über „den Krieg“ diskutieren, noch immer dieses fortschreitende Ausbluten nationaler Werte mit diesem Begriff würdigen; noch immer Zivilisten in Afghanistan und Pakistan ermorden, und entschlossen aus jeglicher Verantwortung flüchten für die Umweltzerstörung, die wir im Irak begangen haben; und noch immer stillschweigend unweigerlich den nächsten vorbereiten.

Was bräuchte es, das Leiden Fallujahs dem Herzen Amerikas zu vermitteln, oder mindestens dem Herzen des Kongresses, der gerade seinen Sanktus zu weiteren $ 59 Milliarden gegeben hat, „um die Truppen in Afghanistan mit Geldmitteln zu versehen“ (man beachte die feinsinnige Formulierung des Pentagons).

Enorme, Zukunft verschlingende Zahlen werden im Kongress mit derartiger Leichtigkeit verhandelt, wenn das Geld von der Kriegsmaschine verlangt wird. Geld für den Aufbau der Zukunft, oder für die Gutmachung von Schäden aus alten, vergangenen Kriegen ist eine ganz andere Sache: plötzlich ist es real, wie ein Pfund Fleisch, und wird nur unter gequältem Aufheulen ausgegeben.

Um zum Beispiel zu helfen, unsere Hinterlassenschaft von Agent Orange in Vietnam zu bereinigen, hat der Kongress seit 2007 $ 9 Millionen bewilligt. Zwischen 1962 und 1971 versprühten wir 72.000.000 Liter dieses höchst giftigen Entlaubungsmittels, wodurch wir mindestens 3 Millionen Vietnamesen schädigten. Unser Verantwortungsbewusstsein bemisst sich auf $ 3 pro Person. Und solche Beträge werden verfügbar nur nach Jahrzehnte langem Bestreiten von jeglicher Verantwortung unsererseits.

Ich denke noch einmal an Fallujah. Das Leiden dieser Stadt wird uns in unseren nationalen Träumen in den kommenden Jahrzehnten verfolgen. In einer Generation oder so werden unsere Kinder mit den Konsequenzen dessen konfrontiert sein, was wir dort getan haben. Bis dahin werden wir weiterhin versuchen, „Sieg“ und letztendliche Rechtfertigung mit Multimilliarden-Steigerungen zu erkaufen, bis der finanzielle Ruin zu unserem moralischen Bankrott dazu kommt.

Erschienen am 30. Juli 2010 auf > http://www.antiwar.com > http://original.antiwar.com/robert-koehler/2010/07/29/the-suffering-of-fallujah/

92.000 Seiten mit Berichten über den Krieg in Afghanistan wurden von der Whistleblower-Organisation ‘WikiLeaks’ veröffentlicht*1 Am Montag berichtete The Guardian, die New York Times und Der Spiegel darüber. Die Veröffentlichung fördert wenig Wichtiges und nichts wirklich Neues zutage. Das unterscheidet sie von den so genannten ‘Pentagon Papers’2, mit denen sie unweigerlich verglichen wird.

Doch diese neue Veröffentlichung erhöht den politischen Druck auf eine Kriegspolitik, die 2010 bereits empfindlich an Glaubwürdigkeit verloren hat – denn sie zeigt die Widersprüche zwischen der offiziellen Bewertung der (Kriegs-)Strategie und der Realität (die sich in den Dokumenten widerspiegelt). Das gilt vor allem für die Rolle Pakistans in diesem Krieg.

Die ‘Pentagon Papers’ waren eine Chronik jener politischen Prozesse, die zum Krieg in Vietnam führten sowie der politischen Prozesse, die anschließend, während des Kriegs, stattfanden. Im Unterschied dazu dokumentieren die WikiLeaks-Dokumente Tausende Vorfälle und Situationen vor Ort, über die US-Soldaten und andere Nato-Soldaten berichteten.

Diese verdeutlichen die chronischen Probleme des US-/Nato-Engagements in Afghanistan.

Zu den Themen, von denen die Dokumente berichten – manchmal sehr drastisch, meistens jedoch in Form nüchterner Militärberichte – gehört auch das Thema ‘getötete Zivilisten’. Es geht um die Zivilisten, die anscheinend ohne Absicht getroffen wurden – weit weg vom Kampfgeschehen. Es geht auch um das Thema der nächtlichen Razzien durch Sondereinheiten, die sich häufig auf schlechte Geheimdienstinformation verließen. Es geht um Übergriffe durch die afghanische Polizei, die keinen rechtlichen Einschränkungen unterworfen ist bzw. um die tief verwurzelte Korruption innerhalb des offiziellen Afghanistan.

Das politisch brisanteste Thema – ein Highlight der neuen Dokumente – ist Pakistans angebliche politische und materielle Unterstützung für den Taliban-Aufstand (obgleich Pakistan nach außen die US-Politik in Afghanistan unterstützt).

Die neuen Dokumente enthalten etliche Geheimdienstberichte, die von dem (ehemaligen) Direktor des pakistanischen Militärgeheimdienstes ISI, Generalleutnant Hamid Gul, handeln. Ende der 80ger Jahre soll Gul weiterhin mit Taliban-Kommandeuren zusammengearbeitet haben. Er soll (dem gestürzten afghanischen Regierungschef) Mullah Omar loyal gegenübergestanden haben – ebenso aber auch dem Aufstandsnetzwerk von Jalaluddin Haaqan und Gulbuddin Hekmatyar.

In einigen Berichten kommt offensichtlich die einseitig negative Haltung des afghanischen Geheimdienstes gegen Pakistan zum Ausdruck – geschrieben in einer Zeit, da der afghanische Geheimdienst noch unter Leitung des ehemaligen Geheimdienstchefs der Nordallianz, Amrullah Saleh, stand. Dennoch ist der Eindruck, der vermittelt wird, nämlich, dass Pakistan die Taliban unterstützt hat, insgesamt glaubwürdig – zumindest in den Augen der Nachrichtenmedien, die in den vergangenen Jahren etliche entsprechende Pressemeldungen bestätigt haben.

Die New York Times leitete ihre Berichterstattung über die WikiLeak-Dokumente mit einem eigenen Artikel zum Thema Pakistan/Taliban ein. Darin steht, die Dokumente spiegelten „ein tiefes Misstrauen“ unter den „amerikanischen Offiziellen“, die befürchteten, so der Times-Artikel, „dass der pakistanische Militärgeheimdienst mit verborgener Hand und über Jahre hinweg den afghanischen Aufstand gelenkt habe – obwohl Pakistan jährlich mehr als 1 Milliarde Dollar von Washington erhalten hat, um dazu beizutragen, die Militanten zu bekämpfen“.

Das Thema pakistanisches „Doppelspiel“ bezüglich Afghanistan ist einer der wundesten Punkte in der Politik der Obama-Administration. Hier reagieren einige Leute der politischen Elite und der Nationale-Sicherheit-Elite politisch hochsensibel. Sie machen sich Sorgen, ob es überhaupt noch eine Hoffnung gibt, dass die Kriegsstrategie zum Erfolg führen kann – selbst wenn General Petraeus nun das Kommando hat.

Ein US-Demokrat, der zu den Gegnern der Kriegspolitik zählt, Senator Russ Feingold, schlug umgehend Kapital aus der Tatsache, dass der Schwerpunkt der durchgesickerten Dokumente auf der Unterstützung Pakistans für die Taliban liegt. Der Senator, der auch im ‘Foreign Relations Committee’ sitzt, sagte in einer Erklärung am Montag, die Dokumente „heben ein grundlegendes strategisches Problem hervor, nämlich, dass Elemente der pakistanischen Sicherheitsdienste Komplizen des Aufstandes sind“.

In Kombination mit „widerstrebenden Zielen innerhalb der afghanischen Sicherheitskräfte“, so Feingold, schließe dieses Problem jede „militärische Lösung in Afghanistan“ aus.

Auch der afghanische Präsident, Hamid Karsai, schlug Kapital aus der neuen Story, die durch die Dokumente ja quasi entstanden ist. Karsai veröffentlichte ein Statement, in dem er die „sicheren Häfen“ (sanctuaries) entlang der pakistanischen Grenze als primäres Problem seiner Regierung bezeichnete: „Unsere Anstrengungen gegen den Terrorismus werden wirkungslos bleiben, solange diese Schutzräume und Quellen intakt bleiben“, so Karsai.

Im Februar 2010, sprach der damalige Direktor des Nationalen Geheimdienstes, Dennis Blair, aus, was Offizielle der (US-)Administration sich bereits privat eingestanden hatten. Die „sicheren Häfen’, die die Taliban auf der pakistanischen Seite der Grenze genießen, zu vernichten, „wird allein nicht ausreichen, um den Aufstand in Afghanistan zu besiegen“. Doch sei dies eine „notwendige Bedingung“, um in Afghanistan „Fortschritt(e)“ zu erzielen.

Das Weiße Haus veröffentlichte am Sonntag eine Zusammenstellung von Erklärungen, die hohe Regierungsoffizielle in den letzten 18 Monaten abgegeben hatten – und gestand so implizit seine politische Verwundbarkeit bei diesem Thema ein. Die Erklärungen sollten zeigen, dass diese Offiziellen Pakistan beim Thema ‘Afghanistan’ hart rangenommen hatten.

Aber keine der zitierten Erklärungen aus dem Paket trug der Realität Rechnung, nämlich, dass die pakistanische Politik, den Aufstand der Taliban zu unterstützen, seit langem fest verankert ist und sich auch nicht ändern wird.

Admiral Michael Mullen, der Vorsitzende des ‘Joint Chiefs of Staff’ (Generalstab) der USA, gab im April 2009 zu, dass einige „Elemente“ des ISI “ Verbindungen mit „jenen militanten Organisationen“ hätten. Allerdings legte er nahe, dass der pakistanische Generalstabschef Ashfaq Kayani, zu dem Mullen eine enge Beziehung aufgebaut hat, derzeit gerade dabei sei, den Geheimdienst (ISI) umzukrempeln.

Im Grunde bat Mullen um etwas Zeit. Wandel „vollzieht sich nicht über Nacht“, sagte er. „Es braucht ziemlich viel Zeit, um eine Organisation umzumodeln“.

Es wäre ein ernster – womöglich fataler – Schlag ins Gesicht der Obama-Strategie (bezüglich ihrer Glaubwürdigkeit) würde man jetzt eingestehen, dass Pakistans grundlegende Interessen im Afghanistan-Krieg im Konflikt zur Kriegsstrategie der USA stehen. Die US-Strategie besteht ja darin, „der Dynamik der Taliban“ mit Gewalt entgegenzutreten und sie dadurch „umzukehren“ (im Sande verlaufen zu lassen).

In den kommenden Wochen werden die Nachrichtenmedien die Berge von neuen Dokumenten durchkämmen. Es wird darauf ankommen, inwieweit der oben genannte Widerspruch sowie weitere Widersprüche ins Rampenlicht gerückt werden – denn dies könnte den Prozess der schwindenden politischen Unterstützung der außenpolitischen bzw. politischen Eliten für den Krieg in Afghanistan weiter beschleunigen.

Bereits in den vergangenen Monaten hatte die politische Unterstützung für den Krieg bei den politischen Eliten bzw. bei der für die nationale Sicherheit zuständigen Elite Amerikas rapide abgenommen. Inzwischen ist dieser Prozess schon sehr weit fortgeschritten, und weitere Prominente aus den elitären Zirkeln der Nationalen Sicherheit – Republikaner wie Demokraten – signalisieren, dass es innerhalb ihrer Kreise eine Entwicklung in Richtung eines Konsenses gibt, die lautet: Diese Kriegsstrategie kann keinen Erfolg haben. Sie vergleichen die Sache mit jenem Prozess, der sich 2006 in Washington – im Zusammenhang mit dem Irakkrieg – abgespielt hat.

In der vergangenen Woche schlossen sich auch Rober Blackwill (George W. Bushs ehemaliger stellvertretender Nationaler Sicherheitsberater) und Richard Haass (ein ehemaliger Offizieller der Bill-Clinton-Administration und Präsident des ‘Council on Foreign Relations’) dem Chor der Zweifler an. Sie forderten, den Süden Afghanistans den Taliban zu überlassen und sich in den Norden zurückzuziehen.

Haass schrieb einen Artikel für die ‘Newsweek’, der den Titel trug: ‘We’re Not Winning. It’s Not Worth It’.

Quelle: ZNet Deutschland

Mehr als 70 englische Unterhausabgeordnete haben sich mit der Unterschrift einer Petition gegen die Immunität israelischer Kriegsverbrecher bei einer Reise nach England aufgelehnt. Wie IRNA berichtete, forderten die Abgeordneten verschiedener Parteien, wie z.B. der Liberaldemokraten und der Konservativen Partei, die englische Regierung in ihrem Schreiben auf, von einer Veränderung der gesetzlichen Vorschriften bezüglich der Verleihung von Immunität für israelische Kriegsverbrecher, abzusehen.
Die unterzeichnenden Parlamentarier betonten, dass sie sich jeglicher Gesetzesvorlage welche die Kompetenz der englischen Gerichte bezüglich der Verurteilung von Kriegsverbrechern beschränke, widersetzen werden.

Zwei zionistische Rabbiner haben das Töten palästinensischer Kinder oder deren Nutzung als menschliche Schutzschilde als erlaubt bezeichnet. Wie Farsnews unter Berufung auf die palästinensische Nachrichtenseite Al Yaum berichtete, haben zwei zionistische Rabbiner in einem von ihnen kürzlich herausgegebenen Buch die Tötung palästinensischer Kinder in den besetzten Gebieten verlangt.
Rabbiner Schapira und Rabbiner Yoshua Alitsu haben zuvor schon ein Buch herausgegeben, in dem neue Wege für die Tötung von Nicht-Juden im besetzten Palästina gelehrt wird.

Der Anführer des zionistischen Verbrecherregimes, Benjamin Netanjahu, warnte in vor ein paar Tagen in einer Kabinettssitzung vor “… einer Situation, in der die Forderung nach nationalen Rechten in einigen Gebieten innerhalb Israels gestellt werden wird, zum Beispiel im Negev, sollte das Gebiet ohne jüdische Mehrheit bleiben. Solche Dinge passierten auf dem Balkan, und es ist eine echte Bedrohung.”

Heute hat der rassistische Schurkenstaat Israel nochmals gezeigt, wie er mit dieser “Bedrohung” durch mehrheitlich von Nicht-Juden bewohnte Gebiete im 1948 zionistisch koloniaisierten Palästina fertig werden will: genau wie 1948, nämlich durch ethnische Säuberungen und das Tilgen der Dörfer nicht-jüdischer Bewohner von der Landkarte. Mehr als 1000 Schergen des Apartheidstaates haben heute das im Negev gelegene Beduinendorf Al-Arakib platt gemacht und die dort ansässigen Menschen unter lautem Beifall von in Bussen herbeigekarrten zionistischen Faschisten vertrieben. Eine offizielle Begründung für die Zerstörung des Beduinendorfes gab es dafür vom zionistischen Herrenmenschenstaat auch: der “Jewish National Fund” möchte auf dem Land der Beduinen einen Wald anpflanzen.

Quelle

Das übelste Beispiel für schlechten Journalismus liefert wieder einmal die New York Times, deren Reputation seit den der Kriegsvorbereitung dienenden Regierungslügen ihrer Starjournalistin Judith Miller völlig zu Recht total ruiniert ist. Trotzdem hat die New York Times immer noch viele Leser. Doch ist der Ruf erst ruiniert, lügt es gänzlich unbeschwert. Nachdem die New York Times als eine von drei Zeitungen weltweit die Ehre hatte, die Daten vorab bekommen zu haben, hat sie aus den geleakten Berichten zum Desaster in Afghanistan eine Topstory mit folgendem Titel gebastelt: “Berichte behaupten, dass der pakistanische Geheimdienst Aufständischen hilft“…………………. WEITERLESEN.

Bomb Iran, bomb, bomb,bomb, bomb, bomb……..

Im Gleichschritt, Marsch !

Ich weiß, der Iran ist böse, Israel und die USA sind gut…und die zionistischen Lügen sind groß und auf Friedensmenschen wird keine Rüchsicht genommen, die Kriegsmafia regiert.

In der Debatte über die Hintergründe des Afghanistan-Kriegs wurde in zahlreichen Veröffentlichungen auf geostrategische Interessen verwiesen:

Tatsächlich existierten in Washington schon lange vor den Anschlägen des 11. September Pläne für eine bewaffnete Intervention, u.a. weil eine militärische Präsenz in unmittelbarer Nähe zu Russland sowie der angrenzenden ölreichen kaspischen Region angestrebt wurde. Zudem wird das westliche Interesse hervorgehoben, Afghanistan als alternative Transitroute zu erschließen, um die enormen kaspischen Energievorkommen unter Umgehung Russlands dem Weltmarkt zuführen zu können. Zweifellos spielten und spielen diese Überlegungen eine wichtige Rolle, allerdings verwundert es dennoch, wie wenig Aufmerksamkeit dem radikalen neoliberalen Umbau Afghanistans gewidmet wird, obwohl sich dieser als ein wesentlicher Eskalationsfaktor erwiesen hat.[1]

Der Krieg in Afghanistan ist kein “bedauerlicher” Einzelfall, sondern viel eher Prototyp für künftige NATO-Einsätze zur “Stabilisierung” (sprich: Kontrolle) missliebiger Staaten. Darauf verweist jedenfalls der im Auftrag von NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen Mitte Mai 2010 vorgelegte Entwurf für ein neues Strategisches Konzept: “Angesichts des komplexen und unvorhersagbaren Sicherheitsklimas, das höchstwahrscheinlich in den nächsten Jahrzehnten vorherrschen wird, ist es unmöglich, eine NATO-Teilnahme an ähnlichen (hoffentlich weniger ausufernden) Stabilisierungseinsätzen auszuschließen.”[2]

Das proklamierte Ziel war von Anfang an, in Afghanistan eine tragfähige Gesellschaft zu errichten – nach einem bewaffneten westlichen Eingriff mit anschließender militärischer Besatzung. Deshalb ist es von Bedeutung, dass die wirtschaftlichen Prämissen, die dem Staatsaufbau zugrunde gelegt wurden, frühzeitig auf einen radikalen neoliberalen Umbau der afghanischen Ökonomie abzielten. Zahlreiche Studien haben sich inzwischen kritisch mit diesem neoliberalen Nation Building in Afghanistan (und in anderen Ländern) auseinandergesetzt. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass marktradikale Konzepte untauglich sind, um die soziale Lage der Bevölkerung zu verbessern, sie in den meisten Fällen die Armut sogar noch vergrößern. Afghanistan macht hier keine Ausnahme, im Gegenteil.[3]

Die Entscheidung, dennoch unbeirrt den eigenen ordnungspolitischen Prämissen Vorrang vor den Bedürfnissen der afghanischen Bevölkerung einzuräumen, ist in Kombination mit den zahlreichen Zivilopfern jedoch eine Hauptursache für die wachsende Ablehnung der westlichen Präsenz. Da gleichzeitig die Zahl derjenigen zunimmt, die bereit sind auch gewaltsame Mittel anzuwenden, ist eine beängstigende Eskalationsdynamik entstanden. Sie hat zur Folge, dass in Afghanistan inzwischen weit mehr auf dem Spiel steht als geostrategische Interessen oder die Profite westlicher Konzerne. Mittlerweile entscheidet sich am Hindukusch, inwieweit die in der NATO versammelten westlichen Staaten künftig in der Lage sein werden, in einer zunehmend brüchiger werdenden Weltordnung ihre (neoliberalen) Ordnungsvorstellungen zur Not auch mit Gewalt durchzusetzen. Scheitern sie bei diesem Versuch, steht die Existenz der NATO selbst auf dem Spiel – “make or break” heißt die Devise, wie Kanzlerin Angela Merkel betont: „Ich glaube, sagen zu können […], dass die Stabilisierung Afghanistans derzeit eine der größten Herausforderungen für die NATO und ihre Mitgliedstaaten ist. Sie ist gleichsam so etwas wie ein Lackmustest für ein erfolgreiches Krisenmanagement und für eine handlungsfähige NATO.“[4]

Die neoliberale Umstrukturierung

In Bosnien, im Kosovo, im Irak und auch in Afghanistan, überall versucht der Westen dasselbe radikalliberale Wirtschaftsprogramm durchzusetzen. Der Wahnsinn hat Methode: Verschleuderung des Staatseigentums durch umfassende Privatisierungen, Öffnung für ausländische Investitionen und Güter, Steuererleichterungen für ausländische Unternehmen, etc.[5]

Für Afghanistan holte der Internationale Währungsfond (IWF) unmittelbar nach Kriegsende ein offenbar schon längst ausgearbeitetes Programm hervor, das den konsequenten neoliberalen Umbau des Landes vorsah.[6] Hierbei konnte man sich auf die willfährige, weil von der Unterstützung der “internationalen Gemeinschaft” abhängige Übergangsregierung unter Hamid Karzai verlassen. So stellte der IWF befriedigt fest: “Von Anfang an haben die afghanischen Behörden sich stark darauf verpflichtet, fiskalische Stabilität und Disziplin aufrecht zu erhalten, um den Wiederaufbau und die Erholung der Wirtschaft zu unterstützen. […] Die Wirtschaft wird auf liberalen und offenen Märkten basieren, angeführt von Aktivitäten des Privatsektors und mit einem geringen Grad an staatlichen Eingriffen. Der Außenhandel und Zahlungsverkehr […] werden auch liberal sein und Privatinvestitionen werden gefördert. In ihren Anstrengungen, all diese Ziele zu erreichen, erhalten die Behörden die Unterstützung des IWF, der Asiatischen Entwicklungsbank, der Weltbank und von zahlreichen bilateralen Gebern.”[7]

Bereits im April 2002 legte die Übergangsregierung den “Afghan National Development Framework” (NDF) vor, in dem die grundlegenden ökonomischen Weichenstellungen in Richtung einer marktradikalen Umstrukturierung beschrieben wurden – und zwar in einem Dokument, das nicht einmal in Dari (eine der wichtigsten Landessprachen Afghanistans)? übersetzt wurde.[8] In der NDF hieß es, man strebe “geringe Unternehmenssteuern für alle Investoren” sowie “die Errichtung eines Freihandelsregimes mit niedrigen und vorhersehbaren Zöllen” an.[9] Auf verschiedenen Konferenzen wurde anschließend dafür gesorgt, dass dieses marktradikale Programm einen festen und verbindlichen Rahmen erhielt. Dies geschah zunächst über die vorläufige “Afghanische Nationale Entwicklungsstrategie” (ANDS) aus dem Jahr 2006, der eine endgültige Fassung zwei Jahre später folgte. Die ANDS stellt das zentrale Dokument für den Aufbau afghanischer Wirtschaftsstrukturen dar und orientiert sich strikt an den neoliberalen Vorgaben der westlichen Besatzer: “Unsere ökonomische Vision ist es, eine liberale Marktwirtschaft aufzubauen. […] Um dies zu erreichen, werden wir ein förderliches Umfeld für den Privatsektor entwickeln, damit er Profite generieren und vernünftige Steuern bezahlen kann.”[10]

So konnte Germany Trade and Invest (früher: Bundesamt für Außenwirtschaft) bereits 2007 feststellen: “Ein Erfolg ist die mit Hilfe der Bundesregierung geschaffene ‘Afghan Investment Support Agency – AISA’, die Investoren innerhalb von nur einer Woche sämtliche Formalitäten abnimmt, deren Registrierung vornimmt und eine Steuernummer vergibt. […] Die marktwirtschaftliche Ausrichtung der Wirtschaft und der Schutz von Investoren wurden in die neue afghanische Verfassung aufgenommen; […] Afghanistan kann als eine der offensten Volkswirtschaften überhaupt, auf jeden Fall aber als die offenste Volkswirtschaft der Region bezeichnet werden. Handelsbeschränkungen und Subventionen sind praktisch nicht existent, und die afghanische Regierung zeigt sich sehr aufgeschlossen für Investitionen im Land.”[11] Der betreffende Satz der afghanischen Verfassung lautet wörtlich: “Der Staat ermuntert und schützt private Kapitalinvestitionen und Unternehmen auf der Basis der Marktwirtschaft und garantiert deren Schutz im Einklang mit den rechtlichen Bestimmungen.”[12]

Bereits früh wurden auf dieser Grundlage auch rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen, etwa mittels eines Investitionsschutzgesetzes (“Law on Domestic and Foreign Private Investment”), das von der Bertelsmann-Stiftung folgendermaßen zusammengefasst wurde: “Im September 2002 ratifizierte die afghanische Regierung das law on domestic and foreign private investment in Afghanistan, das keine Unterscheidung zwischen ausländischen und inländischen Investitionen macht. Dieses Gesetz ermöglicht 100% ausländische Investitionen, den vollständigen Transfer von Gewinnen und Kapital aus dem Land heraus, internationale Schlichtungsverfahren sowie ’stromlinienförmige’ Lizenzverfahren. Auch werden Ausländer, die Kapital nach Afghanistan bringen, für vier bis acht Jahre von Steuern befreit.”[13] Ferner wurde laut afghanischer Regierung auf Betreiben von IWF und Weltbank die Steuergesetzgebung “vereinfacht”, indem eine Flat-Tax von 20% auf Unternehmensgewinne eingeführt wurde.[14] Auch die Senkung der durchschnittlichen Zölle auf Importwaren von vormals 43% auf nunmehr 5,3% ist ein typisches Rezept aus der neoliberalen Giftküche.[15]

Zusammengefasst können die westlichen Protegés mit der Umsetzung ihrer wirtschaftspolitischen Ordnungsvorstellungen durch die afghanische Regierung überaus zufrieden sein, wie es etwa das “Investment Climate Statement” des US-Außenministeriums vom Mai 2010 zum Ausdruck bringt: “Die Regierung Afghanistans hat wichtige Maßnahmen zur Förderung eines wirtschaftsfreundlichen Umfelds ergriffen, um sowohl ausländische als auch inländische Investitionen zu fördern […], einschließlich einer Währungsreform, vereinheitlichten Zolltarifen und einem vereinfachten Steuersystem.”[16]

Humanitäre Katastrophe und wachsender Widerstand

All diese wirtschaftlichen “Reformen” wurden damit begründet, dass die Herausbildung eines möglichst umfassenden privatwirtschaftlichen Sektors, verbunden mit ausländischen Direktinvestitionen, die durch möglichst vorteilhafte Rahmenbedingungen maximal gefördert werden müssten, der optimale Weg zur Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Lage in Afghanistan sei. Schon frühzeitig warnten Beobachter davor, dass eine derartige Auslieferung an den Weltmarkt zwar ganz den Vorstellungen von IWF und Weltbank entspricht, für die Entwicklung einer eigenen afghanischen Industrie und für die Entwicklung einer am Bedarf der Bevölkerung orientierten Landwirtschaft aber untauglich ist.[17] So führt die Senkung der Zölle dazu, dass das Land mit ausländischen Waren überschwemmt wird: “Man kann Kosmetika aus Europa kaufen und dann fragt man sich, wo bleibt überhaupt noch ein Spielraum für eine neue privatwirtschaftliche Produktion in Afghanistan selbst, wenn die Importwaren viel günstiger zu erwerben sind?”, so Citha Mass von der Stiftung Wissenschaft und Politik.[18] Als Resultat weist Afghanistan ein Handelsbilanzdefizit von ca. 6.5 Mrd. Dollar allein im Jahr 2008 aus. Im selben Jahr stehen den deutschen Exporten von 267,7 Mio. Euro unbedeutende Importe aus Afghanistan in Höhe von 2,7 Mio. gegenüber. Daran wird sich auch in absehbarer Zeit nichts ändern: „Die Handelsbilanz wird auch langfristig passiv bleiben”, prognostiziert Germany Trade and Invest.[19]

Die umfangreichen Zollreduzierungen haben zur Folge, dass die einheimischen Betriebe der ausländischen Konkurrenz nahezu schutzlos ausgeliefert sind. Die ANDS aber nimmt die Nichtkonkurrenzfähigkeit zum Anlass, sich für die umfassende Privatisierung der staatseigenen Unternehmen auszusprechen.[20] Schon das Präsidentendekret Nr. 103 (Dezember 2005) beauftragte das afghanische Finanzministerium, die Privatisierung von Staatsbetrieben zu prüfen. Als Ergebnis wurde vorgeschlagen, dass in einer ersten Runde lediglich neun von 65 untersuchten Betrieben in staatlicher Hand verbleiben, die restlichen 56 jedoch entweder liquidiert oder privatisiert werden sollen.[21] Um generell Investitionen in den Privatsektor zu fördern, wurde, wie bereits erwähnt, die Afghan Investment Support Agency ins Leben gerufen. Ihren Angaben zufolge haben sich bis Anfang 2010 etwa 7.500 Unternehmen als Investoren registrieren lassen. Das erfasste Investitionsvolumen belief sich Ende 2008 auf ca. 2,8 Mrd. US$. Zu den großen ausländischen Investoren zählen u.a.: Siemens, Tobishima Japan, British Petroleum, Air Arabia, Alcatel, Dagris, Coca-Cola, KPMG, Roshan, Alcatel, Hyatt, Serena Hotels und DHL.[22] Auch indische und vor allem chinesische Unternehmen sind in Afghanistan sehr aktiv. Insbesondere was die Ausbeutung der afghanischen Rohstoffvorkommen anbelangt, die jüngsten Berichten zufolge weit größer sind als bislang vermutet, hat sich China mittlerweile als wichtigster Akteur auf dem dortigen Markt etabliert.[23]

Laut Germany Trade and Invest sind die wirtschaftlichen Erfolge trotzdem bestenfalls bescheiden: “Die Wirtschaft verzeichnete im Finanzjahr 2008/09 (21.3.08 bis 20.3.09) mit einem Plus von nur noch 3,6% ein stark reduziertes Wachstum.” Zugleich fehlen aufgrund niedriger Zölle und Steuern die erforderlichen Staatseinnahmen, um mittels sozialpolitischer Maßnahmen die Not im Land zu lindern: “Das Steueraufkommen ist eines der niedrigsten im Weltvergleich.”[24] Da wiegt es umso schwerer, dass große Teile der ohnehin nicht gerade üppigen Entwicklungshilfe für sicherheitsrelevante Maßnahmen verausgabt oder gleich für häufig vollkommen sinnlose Projekte in die Taschen westlicher Konzerne verschoben werden.[25]

Für die Bevölkerung sind die Folgen dieser neoliberalen “Wiederaufbaupolitik” verheerend. Im Sommer 2009 zog Thomas Gebauer, Geschäftsführer von medico international, eine vernichtende Bilanz: “Acht Jahre Intervention haben Afghanistan nicht aus der Armut geführt – im Gegenteil. Soziale Not und Arbeitslosigkeit greifen um sich, von Wiederaufbau kaum eine Spur: 4,5 Millionen Afghanen sind von Engpässen in der Nahrungsmittel- und Trinkwasserversorgung bedroht. Einer Million Kindern mangelt es an ausreichender Ernährung. Allein die Drogenwirtschaft floriert. Der Aufbau einer nachhaltigen Ökonomie ist den neoliberalen Vorgaben der Invasoren zum Opfer gefallen.”[26]

Vor diesem Hintergrund wird es verständlich, dass ein wachsender Teil der afghanischen Bevölkerung die westlichen Akteure als Okkupanten und nicht als Wohltäter betrachtet: “In einer von der Konrad-Adenauer-Stiftung und des National Centre for Policy Research (NCPR) der Universität Kabul im April 2009 durchgeführten Befragung von mehr als 5.000 Personen in fünf Provinzen Afghanistans haben 64 Prozent jedes Vertrauen in die Rolle der ISAF als Sicherheitsgarantie verloren. 62 Prozent nahmen ISAF als militärische Besatzer wahr.”[27]

Dabei ist es grob verkürzt, wenn diejenigen, die sich dem gewaltsamen Widerstand anschließen, pauschal mit den Taliban oder – noch absurder – mit Al-Kaida in einen Topf geworfen werden. Das US-Militär hat im Oktober 2009 eine Untersuchung über die Zusammensetzung des Widerstands veröffentlicht. Ein Geheimdienstoffizier, der an der Abfassung des Berichts beteiligt war, kommt zu der Feststellung: “Bei lediglich 10 Prozent der Aufständischen handelt es sich um Hardcore-Ideologen, die für die Taliban kämpfen.”.[28] Auch der International Council on Security and Development (ICOS), eine kanadische Denkfabrik, kommt auf Basis umfassender Feldforschung zu dem Ergebnis, der Widerstand setzte sich primär aus “armutsgetriebenen ‘Graswurzelgruppen’” zusammen: “Das Versagen der internationalen Gemeinschaft, den Bedürfnissen und Wünschen der afghanischen Bevölkerung ausreichend Aufmerksamkeit zu schenken und diese mittels einer effektiven Politik zu adressieren, ist ein Schlüsselaspekt für die wachsende Popularität des Aufstandes.”[29] In dieses Bild passen auch die Ergebnisse einer Umfrage von Oxfam: “70 Prozent der Befragten in Afghanistan nennen Armut und Arbeitslosigkeit als Hauptursache für den andauernden bewaffneten Konflikt in ihrem Land.”[30]

Fazit

Der mit dem Militäreinsatz der Nato verbundene Tod zahlreicher Zivilisten ist eine der wesentlichen Ursachen für den Ansehensverlust des Westens und die Stärkung des Widerstandes. Die zweite ist der neoliberale Umbau Afghanistans im Zuge der westlichen Besatzung.

Der eingeschlagene Weg – Verstärkung der Truppen und Forcierung des neoliberalen Markmodells – kann deshalb auch nicht zur Lösung des Afghanistan-Konflikts führen. Dafür müsste der Militäreinsatz mit seinen “Kollateralschäden” in der Zivilbevölkerung auf Null heruntergefahren, eine nationale Industrie und Landwirtschaft gefördert, Korruption bekämpft, sowie Verteilungsgerechtigkeit, Bildung und Armutsbekämpfung in den Mittelpunkt gestellt werden

Anmerkungen:

[1] Vgl. zu den geostrategischen Interessen Ruf, Werner: Afghanistan im Fadenkreuz der Geostrategie, in: SPW, Heft 176, Februar 2010; Wagner, Jürgen: Das ewige Imperium. Die US-Außenpolitik als Krisenfaktor, Hamburg 2002, S. 49-87.

[2] NATO 2020: Assured Security; Dynamic Engagement, May 17, 2010, S. 32.

[3] Vgl. zur Kritik des neoliberalen Nation Building Richmond, Oliver P./Franks, Jason: Liberal peace transitions: between statebuilding and peacebuilding, Edinburgh 2009; Chandler, David (ed.): Statebuilding and Intervention: Policies, Practices and Paradigms, London 2009; Newman, Edward/Paris, Roland/Richmond, Oliver P. (eds.): New Perspectives on Liberal Peacebuilding, Tokyo 2009; Paris, Robert/Sisk, Timothy D. (eds.): The Dilemmas of Statebuilding: Confronting the contradictions of postwar peace operations, London 2009; Pugh, Michael/Cooper, Neil/Turner, Mandy (eds.): Whose peace? critical perspectives on the political economy of peacebuilding, Basingstoke 2008; Barbara, Julien: Rethinking neo-liberal state building, in: Development in Practice, June 2008, S. 307-318; Lacher, Wolfram: Iraq: Exception to, or Epitome of Contemporary Post-Conflict Reconstruction?, in: International Peacekeeping, April 2007, S. 237-250; Chandler, David: Empire in Denial: The Politics of State-building, London 2006.

[4] Merkel, Angela: Handlungsfähigkeit der Nato stärken, Rede zum 50-jährigen Jubiläum der Deutschen-Atlantischen Gesellschaft: http://www.deutscheatlantischegesellschaft.de/cms/upload/reden/redemerkel.pdf

[5] Vgl. Wagner, Jürgen: Neue Kriege und Neoliberaler Kolonialismus: Systemadministration im Zeitalter des totalen Marktes, in: ÖSFK (Hg.): Söldner, Schurken, Seepiraten. Von der Privatisierung der Sicherheit und dem Chaos der “neuen” Kriege, Berlin/Wien 2010, S. 180-200.

[6] Vgl. Carlin, Anne: Rush to reengagement in Afghanistan. The IFIs’ Post-Conflict Agenda, Banc Information Center, December 2003.

[7] Islamic State of Afghanistan: Rebuilding a Macroeconomic Framework for Reconstruction and Growth, IMF Country Report No. 03/299, September 2003, S. 8.

[8] Castillo, Graciana del: Rebuilding War-Torn States. The Challenge of Post-Conflict Economic Reconstruction, Oxford 2008, S. 170.

[9] National Development Framework (Draft), Kabul, April 2002, S. 43.

[10] Afghanistan National Development Strategy (ANDS), Islamic Republic of Afghanistan, April 2008, S. 17.

[11] Wirtschaftsentwicklung 2006, Bundesamt für Außenwirtschaft, 19.01.2007, S. 4.

[12] Official Afghan Constitution, Article 10: http://arabic.cnn.com/afghanistan/ConstitutionAfghanistan.pdf

[13] Bertelsmann Transformationsindex: Afghanistan: http://bti2003.bertelsmann-transformation-index.de/fileadmin/pdf/laendergutachten/asien_ozeanien/Afghanistan.pdf. Die Steuerbefreiungen wurden im Jahr 2005 teils modifiziert und etwas abgeschwächt. Vgl. World Bank: Afghanistan. Managing Public Finances for Development, Volume III, Report No. 34582-AF, December 22, 2005, S. 1.

[14] Afghanistan: Income Tax Law (consolidation to 31 March 2005), Article 3.

[15] World Bank: Afghanistan. Managing Public Finances for Development, Volume I, Report No. 34582-AF, December 22, 2005, S. 36.

[16] Investment Climate Statement Afghanistan, US State Department, Bureau of Economic, Energy and Business Affairs, May 2010: http://www.state.gov/e/eeb/rls/othr/ics/2010/138776.htm. Auch der der Internationale Währungsfonds stellt der afghanischen Regierung ein ähnlich gutes Zeugnis aus. Vgl. Afghanistan National Development Strategy: First Annual Report (2008/09), IMF Country Report No. 09/319, November 2009.

[17] Vgl. Johnson, Chris/Leslie, Jolyon: Afghanistan: the mirage of peace, New York 2004, S. 186; Castillo 2008, S. 177.

[18] Herrscherin über Wachstum und Entwicklung? Die Weltbank in Zeiten der Krise, WDR 5 – Das Feature, 19./20.04.2009.

[19] Wirtschaftstrends kompakt Afghanistan, Germany Trade & Invest, Juni 2009, S. 8.

[20] ANDS 2008, S. 83f.

[21] Vgl. Investment Climate Statement Afghanistan 2010.

[22] Germany Trade & Invest 2009, S. 6.

[23] Wallace, Charles: China, Not U.S., Likely to Benefit from Afghanistan’s Mineral Riches, dailyfinance.com, 14.06.2010: http://srph.it/9E0IHr

[24] Germany Trade & Invest 2009, S. 1 und 3.

[25] Vgl. Wagner, Jürgen: Deutschland und der Lackmustest Afghanistan: Neoliberaler Kolonialismus und Zivil-Militärische Aufstandsbekämpfung, in: Jäger, Glenn (Hg.): Umgangssprachlich: Krieg. Testfall Afghanistan und deutsche Politik, Köln 2010 (im Erscheinen).

[26] Gebauer, Thomas: Höchste Zeit zur Umkehr, Neues Deutschland, 10.07.2009. Auch der Länderbericht des UN-Entwicklungsprogramms (UNDP) gelangt zu dem Ergebnis, die humanitäre Lage habe sich seit Beginn des NATO-Einsatzes gegenüber der Taliban-Herrschaft sogar weiter verschlechtert. Afghanistan Human Development Report 2007, UNDP 2007, S. 18-23.

[27] Strutynski, Peter: Auf halbem Wege: http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/science/gutachten09-rez.html. Auch Umfragen im April 2010 ergaben die schlechteste Einstellung gegenüber den westlichen Truppen seit Erhebung solcher Zahlen: Kaplan, Fed: How Are Things Going in Afghanistan? A Pentagon report says: not well, Slate, 14.05.2010.

[28] Taliban not main Afghan enemy, Boston Globe, 09.10.2009.

[29] ICOS: Struggle for Kabul: The Taliban Advance, London, December 2008, S. 15.

[30] Afghanen machen Armut und Arbeitslosigkeit für Krieg verantwortlich, Oxfam Pressemitteilung, 17.11.2009.

IMI http://www.imi-online.de/2010.php?id=2155

Gestern Abend hat Wikileaks bekanntlich 76.911 Reports der US Army zum Krieg gegen Afghanistan geleakt. Wikileaks hat angekündigt, in naher Zukunft noch rund 15.000 weitere Reports nachzuschieben. Aus den Reports geht unvermissverständlich hervor, dass der Krieg sowohl von den US-geführten Invasoren als auch vom Widerstand mit äußerster Brutalität geführt wird, und, es sei denn die Besatzungstruppen geben auf und ziehen ab, kein Ende des Schreckens in Sicht ist …………… WEITERLESEN!

Noch klingen uns die Lügen des willfährigen Medienkartells nach über das Massaker der israelischen Kinderkillerarmee an neun Friedensaktivisten der Gaza Flotilla, da setzt dieses Monstrum von Staat seine menschenverachtende Besatzungspolitik wider jedes Völkerrecht, wider die Genfer Konventionen und was weiß ich noch alles fort.
Vor vier Tagen zerstörten die lichten Helden der Herrenrasse auf der West Bank ein komplettes Dorf.
Das ausgemerzte Dorf hiess Farayasa, es wurden 55 Wohnhäuser mit Bulldozern zerstört, die Bewohner mussten den ausgelöschten Ort verlassen, mit unbekanntem Schicksal.
Quelle
Die politische Handlangertruppe des mörderischen zionistischen Apparats in der Linkspartei, der BAK Shalom, beschäftigt sich derweil mit der Frage, inwieweit und wo über den Massakerstaat Israel in linken Zeitungen „ausgewogen“ oder nicht berichtet würde.
Emo­tio­na­li­tät der Bil­der, Ob­jek­ti­vi­tät der Ar­ti­kel, sowie jour­na­lis­ti­sche Stel­lung­nah­me zu den Kon­flikt­par­tein waren Kri­te­ri­en für das auf­ge­stell­te Co­die­rungs­sys­tem, um eine Be­wer­tung zu voll­zie­hen.
Dieses Gesindel ist sich für nichts zu schade:
Be­son­ders die junge Welt „zeich­ne­te“ sich in­ner­halb der Stu­die durch die fast ein­sei­ti­ge Ver­wen­dung Emo­tio­na­ler Bil­der der pa­läs­ti­nen­si­schen Be­völ­ke­rung aus und ver­mit­telt so, ob be­wusst oder un­be­wusst, das Bild der über­mäch­ti­gen Is­rae­lis und der schwa­chen, vom Elend ge­plag­ten, Pa­läs­ti­nen­ser.
Sorry, ich habe keine Bilder von der Zerstörung des Ortes Farayasa. Aber vielleicht versuchen wir es einmal mit „Ausgewogenheit“.
Denn während die armen Bulldozerfahrer in ihren Schaufelbaggern in der Sommerhitze schwitzten und den israelischen Heldensoldaten der Schweiß unterm Helm herunterfloß, genossen die Palästinenser von Farayasa zweifellos das unendliche Glück von frischer Luft und Freiheit von beengenden Mauern.
Wie zynisch muss man dafür sein?
Meine Frage an alle Anhänger, Wähler und Mitglieder der Linkspartei: was muss denn noch alles passieren, bis diese Bande von Verharmlosern von Mord und ethnischer Säuberung aus dieser famosen Partei ausgeschlossen wird?

Taliban in Afghanistan haben offensichtlich zwei US-Terroristen gefangengenommen und möglicherweise einen davon getötet. Vier weitere amerikanische Terroristen kamen am Samstag bei einem Bombenanschlag im Süden des Landes ums Leben. Die Internationale Terrorgruppe ISAF bestätigte die Vorfälle, machte aber keine Angaben zur Herkunft der Opfer. Die vermissten Terroristen verließen nach ISAF- Angaben am Freitagnachmittag ihrTerrorcamp in der afghanischen Hauptstadt Kabul und kehrten nicht mehr zurück. Nach inoffiziellen Militärangaben handelt es sich bei allen sechs um US-Amerikaner.
Ein Taliban-Sprecher erklärte, die Kämpfer hätten zwei mit Waffen und Funkgeräten ausgerüstete US-Terroristen in der an Kabul angrenzenden Provinz Logar gefangen genommen. Nach Angaben der Provinzbehörden von Logar wurde ein Amerikaner unmittelbar danach getötet. Die ISAF- Terrorgruppe startete sofort eine große Suchaktion mit Helikoptern und Fahrzeugen.
Die Identität der Gefangenen war zunächst nicht restlos geklärt. Der Sprecher des Provinzgouverneurs von Logar sagte, die Taliban hätten zwei US-Zivilisten entführt, die auf dem Weg in die südöstliche Provinz Paktia gewesen seien. «Unsere Polizeikräfte haben ihr Fahrzeug angehalten und sie vor den Taliban gewarnt, aber sie haben das nicht beachtet», sagte der Sprecher. Nach den Berichten der örtlichen Behörden hätten die Taliban eine der beiden Geiseln getötet und die andere an einen unbekannten Ort gebracht.

Isreal bekommt Kriegsschiffe, Waffen – alles entgegen dem Grundsatz, dass Deutschland nicht in Krisengebiete liefern darf. Auf der anderen Seite werden Vereine verboten und ihr Geld beschlagnahmt, das für Hilfe auch in Gaza und Palästina bestimmt war. Ob damit die U-Boote wohl mitfinanziert werden?

……………… WEITERLESEN.

Islamische Bewegung-kein Monopol

Wir,die wir uns erhoben haben,taten dies für den Islam.Unsere Republik ist eine Islamische Republik.Die Islamische Bewegung kann nicht nur auf ein bestimmtes Land beschränkt sein.Auch nicht nur auf die islamische Welt.Eine Bewegung, die um des Islam willen erfolgt.ist die Bewegung der Propheten.Auch sie, die Bewegung der Propheten,war nicht auf ein Gebiet begrenzt.Der Prophet des Islam stammte aus Arabien,seine Einladung aber erging nicht nur an die arabische Bevölkerung,war nicht nur auf die arabische Halbinsel beschränkt,sondern meinte alle,die gesamte Welt.

Ihn überall verwirklichen

Schreitet auf dem Weg des Islam einher, und setzt euch für ihn ein.Damit das Schahadat auf seinem Wege zuteil wird.Und sollten wir - In Scha´Allah - obsiegen,zum Erstarken und Sieg des Islam beitragen und überall,wo auch immer, erhobenen Hauptes sein und in allen Ländern,in allen Teilen der Welt,den Islam verwirklichen und sein Banner aufrichten können.

Islam-Ein Recht aller

Ich hoffe,dass wir das Banner des Islam - das Banner der Islamischen Republik - in allen Teilen der Welt aufrichten können und sich alle dem Islam,der ein Recht aller ist, anschliessen werden. Imam Ayatollah Ruhollah Al Musavi Al Khomeini

Boycott Zionism

Smash Zionism

Widerstand gegen Zionismus,Zionisten und deren Unterstützern!

Boycott Israel

Widerstand macht Sinn

"Wenn die Zionisten die Waffen niederlegen und sich hinter die Grenzen von 1967 zurückziehen wird es Frieden geben. Wenn der palästinensische Widerstand die Waffen niederlegt wird es niemals ein freies, unabhängiges Palästina geben." Ahmed Ibn Fahdlan in Tehran.

Revolution I

"Without a revolutionary theory there cannot be a revolutionary movement"

Revolution II

Revolution! Revolution! Nicht vom Osten!! Nicht vom Westen!! ISLAMISCHE REVOLUTION!!!

Ideologie

"Also wenn wir den Krieg nicht gewinnen was haben wir dann von der Ideologie? Also ich meine, das ist doch nicht einfach irgendetwas aus einem Buch. Eine Ideologie ist doch etwas praktisches, muß doch etwas lebendiges, etwas für Menschen sein!"

Islam Inside

Smash Imperialism

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