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Jedes Jahr wird am 12. Ordibehescht, dem 2. Mai, des iranischen Gelehrten und Märtyrer Mortesa Motahari gedacht.Schahid Motahari  war   ein Mystiker und großer Philosoph. Seine Werke sind  ein Fenster zur Erkenntnis und zur Weisheit für alle Wissensdurstige.

Motahari hat versucht, die Religion im Zusammenhang mit den zeitgenössischen Bedürfnissen darzustellen.   Schon mit 13 Jahren hat er ein großes Interesse hinsichtlich der Fragen, die Gott und die Religion betrafen, empfunden. In seinen verschiedenen Werken kommt der Wunsch nach dem Wohl der Menschen und dem richtigen Religionsverständnis ausgeprägt zum Ausdruck. Er möchte den Islam als das vorstellen was er ist: das ideale  Lebenskonzept.

An vielen Stellen im Koran wird darauf hingewiesen, dass diese Religion den Menschen wahres Leben spendet. Im Vers 24 der Sure Anfal lesen wir:  Ihr Gläubigen! Hört auf Gott und Seinen Gesandte, wenn er euch zu etwas aufruft, was euch Leben verleiht! Ihr müsst wissen, dass Gott zwischen den Menschen und sein Herz tritt, und dass ihr zu ihm versammelt werdet. Es bedeutet also Leben, auf Gott und Seinen Gesandten zu hören, d.h.  der Islam spendet   Leben. Etwas was Leben spendet, wird niemals vergehen. Motahari drückt es so aus: „Die Sonne der Religion geht nie unter!“ Er sagt: „Zur Wiederbelebung der Religion muss sie im Leben des Menschen gegenwärtig sein, aktiviert werden und Einfluss auf menschliches  Denken und Handeln  nehmen.“ In  Gedenken an diesen großen iranischen Gelehrten möchten wir einen Blick auf seinen  Essay: „Die Sonne der Religion geht nie unter“ bringen:

„Gesellschaftliche Phänomene müssen mit den Forderungen des Menschen übereinstimmen, damit sie Fortsetzung finden, das bedeutet,  dass entweder diese Phänomene selber eine Forderung der Menschheit sind, oder   auf eine bestimmte Weise zur Deckung der Forderungen der Menschheit beitragen. Die Bedürfnisse des Menschen sind zweierlei Art: naturbedingt oder nicht naturbedingt.  Die natürlichen Forderungen gehen auf die natürliche Eigenschaften des Menschen zurück. Zum Beispiel ist der Mensch an wissenschaftlicher Forschung interessiert oder er liebt das Schöne. Nicht naturbedingte Bedürfnisse  des Menschen sind Neigungen, die aufgrund von Gewohnheit entstanden. Zum Beispiel ist eine großer Prozentsatz der (iranischen) Bevölkerung das Teetrinken gewohnt oder aber bei einer großen Anzahl  ist das Rauchen Gewohnheitssache. Weil diese Forderungen und Wünsche nicht natürlicher Art sind, vermag  der Mensch von ihnen Abstand zu nehmen.

Aus der Sicht der Denker sind unnatürliche Dinge unbeständig und nicht von Dauer und nur die natürlichen Bewegungen können andauern. Wenn daher die Religion in dieser Welt bleiben will, muss sie im Menschen in Form einer Forderung und eines Wunsches auftreten oder sie muss die Bedürfnisse der Menschheit erwidern, und zwar auf eine Weise, dass sie sich durch nichts anderes ersetzen lässt. Während  des menschlichen Fortschrittes waren wir Zeuge, dass durch die Veränderung der Bedingungen , viele Dinge   anders wurden. Als Edison zum Beispiel den Strom erfand,  wurden Petroleumleuchten  und Kerzen rasch zur Seite gesellt, denn der Strom konnte auf angenehme Weise  die Menschen  mit Licht versorgen.  Aber einige Dinge sind unveränderlich. Zu diesen gehört die Religion.“

Aus der Sicht Schahid Motaharis entspricht die Religion den Wünschen und Forderungen, welche im seelischen Urgrund und in den Gefühlen des Menschen liegen. Außerdem kann nichts anderes so wie die Religion die Bedürfnisse der Menschen erwidern.  Im Vers 30 der Sure Rom, Sure 30, heißt es darüber, dass die Religion der Gott gegebenen Ur-Natur (Fitrah) des Menschen entspricht: Richte nun dein Antlitz auf die unversehrte  Religion des Herrn!…  Dies ist die natürliche Art, in der Gott die Menschen erschaffen hat…
Motahari schreibt:

„Einige haben die Entstehung der Religion auf die Angst und Unwissenheit des Menschen zurückgeführt. Andere denken dass der Mensch zur Religion neigt, weil er Ordnung und Gerechtigkeit liebt. Die Vertreter dieser Ansichten dachten, die Religion würde bei Weiterentwicklung der Wissenschaft verdrängt.  Aber das ist nicht der Fall gewesen. Der Mensch hat erkannt, dass die Religion nicht zugrunde gehen kann. Der westliche Psychologe Jung gibt zu, dass die Religion zu den Dingen gehört, die mit dem Unterbewusstsein des Menschen auf natürliche Weise verwebt ist und der amerikanische Psychologe William James meint in seinem Buch über Religionspsychologie: `Es trifft zwar zu, dass der Ursprung vieler unserer inneren Wünsche materielle natürliche Angelegenheiten sind, aber zahlreiche  von ihnen entspringen auch aus einer überirdischen Welt.`“ Motahari berichtet, William James sehe in den religiösen Dingen Freude, Freundschaft und Opferbereitschaft und sei der Ansicht,  dass  der religiös geprägte  psychische Zustand sich  mit keinem anderen Zustand im Menschen vergleichen lässt.

Alexis Carrel, französische Arzt und Autor, verweist laut Motahari auf die tiefe Verwurzelung der Religion in der Psyche des Menschen und schreibt in seinem Essay Das Gebet : `Im Gemüt des Menschen brennt eine Flamme die ihn ab und zu auf seine Fehler,  Irrtümer und falschen Gedanken aufmerksam macht. Diese brennende Flamme hält den Menschen vom falschen Weg ab.`

Ostad Motahari fährt fort: „Der Mensch braucht die Religion sowohl persönlich als auch gesellschaftlich. Deshalb antwortet  Tolstoi der russische Schriftsteller auf die Frage, was Glaube sei: `Glaube ist das, womit der Mensch lebt. Glauben ist das Lebenskapital des Menschen.`

Der Mensch besitzt viele Neigungen und Vorstellungen und denkt über die Ewigkeit nach. Dies erweckt in ihm den Wunsch nach ewigem Leben. Er möchte sich vor der Vernichtung retten. Sogar viele Kriege und Verbrechen  entstanden aus diesem Verlangen heraus. Die Religion ist das einzige, was die Gefühle des Menschen in ein Gleichgewicht bringt und lenkt. Victor Hugo ist der Ansicht: `Wenn der Mensch denkt, dass er zu nichts wird und diesem Leben das Nichts folgt, hat das Leben keinen Wert mehr für ihn. Was das Leben für den Menschen angenehm und erfreulich macht, ihn zur   Arbeit ermuntert  und seinen  Horizont  erweitert, ist das, was die Religion dem Menschen schenkt.`“

Schahid Motahari verweist auf die heutige Erkenntnis , dass die Moral  ohne die Religion keinen feste Grundlage hat . Er ist der Ansicht,   die hohen Werte  der menschlichen Gesellschaft wie Gerechtigkeit und Menschenliebe könnten ohne Religion praktisch  nicht verwirklicht werden. Dabei  führt er Alexis Carrel an, der gesagt hat  `Das Gehirn hat sich weiter entwickelt. Aber leider sind die Herzen noch schwach. Das Herz wird nur durch den Glauben gestärkt.`

Motahari fährt fort: „Der Islam lässt die natürlichen Gefühle im Menschen gedeihen und auch seine Lehren entsprechen der wahren Natur des Menschen.“ Er zitiert wie folgt den Historiker Will Durant: `Für alles gilt: Wenn es einmal gestorben ist, dann für immer, mit Ausnahme der Religion: Auch wenn sie hundert mal stirbt , so lebt sie wieder auf.“

Ostad Motahari  vergleicht  die Religion mit einer Sonne, die niemals untergeht. Er unterstreicht aber auch, dass die Religion  durch  Aberglauben und die Unterdrückung  rationaler Bedürfnisse des Menschen im Namen der Religion zum  Stillstand verurteilt ist.

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Koranverlesung:

Zu den besten Werken im Monat Ramadan, tagsüber und in der Nacht, gehört die Koranverlesung.  Das Lesen im Koran wird für das ganze Jahr  empfohlen und immer belohnt. Aber weil der Koran im Monat Ramadan geoffenbart wurde, ist die Koranlesung im Ramadan von besonderem Wert. Imam Baqir a.s. hat gesagt: Für alles gibt es einen Frühling und der Frühling des Korans ist Ramadan. Das Lesen im Koran und das Nachdenken über seinen Inhalt im Monat Ramadan sind wegen seiner ganzheitlichen Herabsendung in diesem Monat noch vorteilhafter als in den anderen Monaten. Der geehrte Prophet des Islams (s.a.a.s.) sagt darüber:

Wer in diesem Monat einen Vers aus dem Koran verliest, dessen Lohn ist so groß wie der für jemanden, der in der restlichen Zeit des Jahres den g a n z en Koran liest.
 

Bittgebete

Für den gesegneten Monat Ramadan werden zahlreiche, tiefsinnige Gebete überliefert. In den Gebeten steht uns  ein Meer von hohem göttlichem Wissen aus dem Munde des Propheten und der Reinen aus seinem Hause zur Verfügung. Wer spirituell weiterkommen will, der sollte zusätzlich zur Verlesung dieser Gebete auch auf ihren gemeinsamen hohen Sinn achten.

Einige Gebete für den Monat Ramadan sind kurz und für bestimmte Tageszeiten  bestimmt:  den Tag, die Nacht,  die Zeit vor dem ersten Morgengrauen (Sahar) und die Augenblicke des Fastenbrechens.

Es gibt  auch viele lange  Gebete, die für Ramadan  empfohlen wurden. Wir möchten einige davon kurz beschreiben.

Das Abu Hamzeh-Thumali-Gebet

Es ist ein mitreißendes Gebet mit hohem gnostischem und weisem Inhalt.  Dieses schöne Gebet entspringt dem himmlischen Herzen Imam Sadschads (a.s.), einem geehrten Nachkommen des Erhabenen Propheten (s.a.a.s.). Abu Hamzeh Thumali war einer der engen Vertrauten dieses Edlen. Da er dieses  Gebet von Imam Sadschad (a.s.) überliefert hat, wurde es   unter seinem Namen berühmt.

Das Abu Hamzeh-Thumali-Gebet fließt über von der Liebe zu Gott und spiegelt den Höhepunkt der Gott-Dienstbarkeit und Ergebenheit wieder. Im ersten Abschnitt erfolgen  Dank und Lobpreisungen Gottes und  es wird Seiner Einmaligkeit gedacht. Hier wird dem Betenden auch bewusst gemacht,  dass der Weg zu Gott  nahe ist und für alle offen steht.

Im zweiten Teil wird die Ehrfurcht und die Hoffnung des Gottesdieners gegenüber seinem großen gütigen Herrn beschrieben und im dritten Teil dieses Gebetes von  Imam Sadschad (a.s.)  sind die Bitten enthalten, die dieser Auserwählte hinsichtlich seiner Eltern, seiner Familie und Verwandtschaft und der Gläubigen und des Islams an Gott richtet.

An einer Stelle heißt es:

…O Gott! Vergib mir und meinem Vater und meiner Mutter, und schicke Erbarmen über sie, denn sie waren meine Erzieher und Lehrer als ich klein war. Belohne  ihnen ihre guten Werke an mir  und  gib ihnen dafür Gutes und vergib ihnen ihre Sünden. O Gott, schließ alle gläubigen Frauen und Männer, von den Lebenden bis zu den Verstorbenen, in Deine Vergebung ein…

Das Dschuschan-Kabir-Gebet

Dieses wertvolle Gebet enthält die Namen Gottes und es wird besonders für die Qadr-Nacht – die Nacht des Schicksals –  empfohlen:

Ein Ausschnitt :

 

Oh Jener, Dem sich alles unterwirft,
oh Jener, gegenüber Dem alles demütig ist,
oh Jener, für Den alles existiert,
oh Jener, durch Den alles existiert,
oh Jener, zu Dem alle Reue zeigen,
oh Jener, vor Dem sich alles fürchtet,
oh Jener, durch Den alles aufrecht ist,
oh Jener, zu Dem alles gelangt,
oh Jener, Den alles in Dankbarkeit lobpreist,
oh Jener, außer Dessen Antlitz alles untergeht…

 

In diesem Gebet wird  nach jeder Aufzählung der Eigenschaften Gottes andächtig wie folgt wiederholt:

 

Gepriesen bist Du, oh Du,  außer Dem es keinen Gott gibt.
Hilfe! Hilfe!
Befreie uns von dem Höllenfeuer, oh Herr.

 

Das Iftitah-Gebet – Das Bittgebet zur Öffnung der Herzen

Dieses Gebet  wird für alle Ramadan-Nächte empfohlen.  Es ist ein vertrauliches Gespräch zu Gott mit der Bitte um Vergebung und mit der Bitte um baldiges Erscheinen des Imam der Zeit (a.dsch)

Ein Ausschnitt:

… Oh Gott, Du hast mir erlaubt, Dich zu bitten und mein Anliegen bei Dir zu äußern, so erhöre, Du Allerhörer, meinen Wunsch und erfülle, Du Gnädiger, mein Bittgebet, und fang mich auf, Du Vergeber, bei meinem Stolpern, denn wie oft hast Du, oh mein Gott, von einer Not erlöst, Sorgen aufgehoben, Stolpern aufgefangen, Gnade verbreitet und eine Fessel aus Unheil aufgelöst….

Das Sahar-Gebet

Wie der Name schon besagt, ist dieses Gebet für die Sahar-Zeit. Das sind die Stunden kurz vor  dem ersten Morgengrauen. Diese Zeit ist erfüllt mit  Spiritualität; ganz besonders im Monat Ramadan.  Das Sahar-Gebet hat uns Imam Mohammad Baqir (a.s.), ein Edler aus der Nachkommenschaft  des Propheten, hinterlassen.

Dieses Gebet beginnt mit:

Oh Gott, ich bitte Dich bei jener Glorie Deiner Herrlichkeit, die am meisten strahlt,  obgleich jede Glorie  Deiner   Herrlichkeit  strahlt!

Oh Gott, ich bitte Dich bei allen Glorien Deiner Herrlichkeit!… 

Die täglichen Bittgebete

Für jeden Tag im Monat Ramadan hat der Erhabene Prophet Mohammad (s)  ein kurzes aber inhaltreiches Gebet empfohlen. Das Gebet für den ersten Fastentag lautet zum Beispiel:

O Allah, mach mein Fasten an diesem Tag, wie das Fasten jener, die aufrichtig fasten,  und mein Aufstehen zum Gebet, wie das jener, die aus Gehorsamkeit aufstehen. Erwecke mich aus dem Schlaf der Unachtsamen und verzeih mir meine Sünden. O Herr der Welten. Vergib mir! O Du Einziger, der die Sünden verzeiht!

(Mehrheit der Gebetstexte entnommen bei eslam.de)

Bewirtung der Fastenden mit Iftari

Zu den Dingen, die besonders empfohlen wurden, zählt die Bewirtung der Muslime, insbesondere der Bedürftigen unter ihnen, mit einer Speise zum Fastenbrechen (Iftari). Der Erhabene Prophet (s.a.a.s.) hat darüber gesagt:  „Einen gläubigen Fastenden mit einem Iftari zum  Fastenbrechen zu bewirten, führt zur Vergebung der bisherigen Sünden.“

Die Bewirtung zum Fastenbrechen ist so wichtig im Monat Ramadan, dass der Erhabene Prophet des Islams gemäß einer weiteren Überlieferung sagt:

Haltet das Feuer des göttlichen Zornes von euch fern, und sei es mit einem Iftar für einen Fastenden durch eine halbe Dattel oder ein wenig Wasser.

Spenden (Sadaqa)

Das Spenden im Monat Ramadan wird um ein vielfaches mehr als in den anderen Monaten belohnt. In einer Überlieferung steht, dass Gott 70 Arten des Unheils von jemandem fortnimmt, der im Monat Ramadan etwas spendet.

Segensgrüße für Mohammad (s) und die Edlen aus seinem Hause

Für den Monat Ramadan sind viele Lobpreisverlesungen für Gott empfohlen worden. Aber auch die Segensgrüße für den Propheten sind von hohem Wert und es wird empfohlen am Tag mindestens hundertmal das kurze Segnungs-Bittgebet für  den Propheten und die Reinen aus seiner Familie zu entsenden:

Allah, unser! Segne Muhammad und die Familie Muhammads“
[Alahhumma salli ala muhammad wa aali muhammad]
اللَّهُمَّ صَلِّ عَلَى مُحَمَّدٍ وَ عَلَى مُحَمَّدٍ 

Istighfaar (reuevolle Umkehr)

Die Fastenden im Monat Ramadan sollen Gott um Vergebung bitten und sich reuevoll von Sünden abkehren. Ihre Reue wird in diesem Monat sehr schnell von Gott angenommen. Imam Ali (a.s.) hat hierüber gesagt:

Ihr sollt im Monat Ramadan oft um Vergebung bitten und viele Bittgebete sprechen. Die Bittgebete wehren Unheil von euch ab, und die Bitte um Vergebung vernichtet die Sünden.

Itikaaf (innere Zurückgezogenheit)

Die Tage und Nächte des Monats Ramadan sind für die innere Zurückgezogenheit gedacht, das heißt die besinnliche Zurückgezogenheit von dem materiellen Alltag. Dafür ziehen sich Muslime entweder in eine Moschee zurück oder praktizieren die Zurückgezogenheit im eigenen Haus.  Das Itikaaf verhilft ihnen zu einer größeren Spiritualität.  Diese Form des Gott-Dienens wird besonders für die letzten 10 Tage des Monats Ramadan empfohlen. Mit großer Wahrscheinlichkeit fällt die Nacht der Bestimmung (Lailat-ul Qadr) auf einen dieser letzten zehn Tage.  Der geehrte Prophet des Islams (s) hat gesagt:

Die innere Zurückgezogenheit in einer Dekade des gesegneten Monats Ramadan wird so hoch belohnt wie zwei große Hadsch (Hadsch-ut tamattu`)und zwei kleine Hadsch (Hadsch umra).

Das Fasten hat zahlreiche Vorzüge für den Körper und den Geist. Es wirkt sich heilend und stärkend aus. Es reinigt den Menschen von hässlichen tierischen Eigenschaften und läutert seine Seele. Das Fasten befreit den Menschen aus dem Alltag und der Stagnation und ordnet die Gesellschaft.  Der gesundheitliche Nutzen des Fastens verdient Beachtung. In den islamischen Überlieferungen wird auf einige dieser Vorteile hingewiesen. Der Prophet des Islams hat empfohlen: „Fastet, damit ihr gesund bleibt.“ Die heutige Medizin bestätigt, dass Fasten für den Körper gut ist. In einigen Ländern, in denen kein religiöses Fasten üblich ist, raten  Ärzte  ihren Patienten bei einigen Krankheiten eine Fastenkur und empfehlen ihnen einige Stunden am Tag nichts zu sich zu nehmen.  Das Fasten ist generell eine Ruhepause für den ganzen Körper. Es ist auch wie ein kleiner Hausputz und eine Reinigung und Entgiftung der Körperorgane.  Der Organismus des Menschen braucht   nach 11 Monaten ständigen Arbeitens in der Tat auch mal  eine kleine Erholpause.

Der Verdauungsapparat, insbesondere der Magen  gehören zu den ständig tätigen Bestandteilen des Körpers. Da der Mensch normalerweise mindestens drei Mahlzeiten am Tag einnimmt, ist der Verdauungsapparat fast rund um die Uhr damit beschäftigt, die aufgenommene Nahrung zu verarbeiten und für die Aufnahme von Nahrungsstoffe und die Trennung von überflüssigen Stoffen zu sorgen. Das Fasten lässt diese wichtigen Organe ein wenig ausruhen und bewahrt sie vor der Überlastung. So  können diese Organe  neue Kraft gewinnen.  Außerdem werden beim Fasten die gespeicherten Körperfette, die sehr schädlich sind, abgebaut.  In den Überlieferungen  der Großen Vorbilder des Islams steht:

Der Magen des Menschen ist das Haus der Krankheiten. Er wird durch den Verzicht auf Nahrung geheilt.“

Die Medizinwissenschaft hat heute nachgewiesen, dass das Fasten die überflüssigen Körperfette abbaut und  Korpulenz reduziert, die Belastung auf die Wirbelsäule und die unteren Gliedmaßen verringert und Herz und Blutgefässe sowie den Verdauungsapparat ins Gleichgewicht bringt. Ebenso wird das Immunsystem des Körpers gestärkt und geordnet  und in Bereitschaft versetzt.

Medizinische Untersuchungen zeigen, dass durch das Fasten vom Körper in viel höherem Ausmaße als sonst ein Stoff produziert wird, der eine wichtige Rolle bei der Verhütung von Bakterien- und Viruserkrankungen besitzt und sogar Krebszellen vernichtet.  Im Normalfall befinden sich  viele  Viren und Bakterien  im Körper versteckt und sind nur wenig aktiv, um dann bei  Schwächung des menschlichen Körpers hochaktiv zu werden. Während des Fastens nimmt der Stoff,  der diese Kleinstlebewesen vernichtet, zu und beginnt sie zu beseitigen.

In Wahrheit führt das Fasten also zur Reinigung des gesamten Körpers und macht den Menschen gegenüber vielen Gefahren für die Gesundheit widerstandsfähig-

Das Fasten hat auch eine positive Wirkung auf Geist und Seele des Menschen.  Die Einschränkungen, die der Fastende hinsichtlich der Nahrung akzeptiert, wirken sich sehr positiv auf seine geistigen und seelischen Kräfte aus. Dies gibt dem Menschen das Selbstvertrauen, gegenüber vielen Gefahren für Geist und Körper und unerwiderten Bedürfnissen standhaft zu bleiben. So entwickelt er eine stabile willensstarke Persönlichkeit und wird stark genug, um geistige und soziale Belastungen zu ertragen und sich falscher Verhaltensweisen zu enthalten.

Der gesegnete Monat Ramadan ist der beste Monat Gottes, Es ist der Monat der Herabsendung des Korans und der Heiligste Monat im Jahr. In diesem Monat stehen die Tore des Himmels und zum Paradiese weit offen und die Tore zur Hölle werden geschlossen. Einer der Nächte des Ramadan (in der Nacht der Bestimmung – Qadr) – ist laut Koran mehr wert als tausend Monate es sind. Und so wiegt das Gott-Dienen  in dieser Nacht   mehr als das Gott-Dienen in tausend Monaten. Der Prophet Gottes hat in seiner Ansprache im Vormonat Schaaban über die Größe des Monats Ramadan gesagt:

Ihr Diener Gottes!  Der Monat Gottes hat sich euch mit Segen und Barmherzigkeit und Vergebung zugewandt. Es ist der Monat, der für Gott der beste ist. Die Tage in diesem Monat sind die besten, seine Nächte sind die besten und seine Stunden sind die besten. Ihr seid zu dem Gästeempfang Gottes eingeladen und ihr seid nun in der Schar der Edelmütigen aufgenommen.  In diesem Monat ist euer Atem Gottespreisung und euer Schlafen  ist Gott-Dienen. Eure Werke werden angenommen und eure Gebete werden erhört. So betet mit der richtigen Absicht und mit gereinigtem Herzen zu eurem Herren und Schöpfer, damit Er euch den Erfolg beschert, zu fasten und den Koran zu verlesen. Schlimm ist es also um den bestellt, der auf die Vergebung Gottes in diesem gewaltigen Monat verzichten muss. Beim Durst und Hunger in diesem Monat denkt an den Durst und Hunger am Jüngsten Tag.“

Dann legte der Erhabene Prophet (s.a.a.s.) die Pflichten der Fastenden dar und sprach über den Segen und den göttlichen Lohn in diesem Monat  bei Spenden an die Armen,  Achtung der betagten Menschen,  Barmherzigkeit zu Kindern und Jüngeren,  Pflege der Verwandtschaftsbeziehungen,  Reinhaltung  der Zunge, des Auges und der Ohren von Verbotenem,  Freundlichkeit zu den Waisenkindern,   Beten und  langem Verharren in der  Niederwerfung vor Gott, beim Ritualgebet, der reuevollen Umkehr, den Segenswünsche für ihn und sein Haus, der Verlesung des Korans und der Bewirtung  der anderen.

Als der Prophet Gottes (s.a.a.s.) den Neumond zu Beginn des gesegneten Ramadan erblickte, hob er beide Hände zum Himmel empor  und bat Gott um Gesundheit für diesen Monat und um ein ausreichendes tägliches Brot, um Befreiung von Schmerzen und Ungemach,   und fuhr fort: „Oh Herr mach das Fasten für dich,  deine Anbetung und die Koranlesung in diesem Monat zu unserem täglichen Unterhalt.“

In vielen muslimischen Ländern werden die Frauen unterdrückt und ihnen sind viele Rechte verwehrt. Die Unterdrückung der Frau widerspricht den Lehren des Islams und basiert in keiner Weise auf den Lehren des heiligen Propheten. Die Erniedrigung und Entehrung der Frauen entsteht durch die Ignorierung der Gesetze Allahs. Nehmen wir als Beispiel Afghanistan. Die Taliban unterdrückten sowohl die Menschen als auch die Religion. Die Frauen wurden als minderwertig eingestuft. Sie durften nicht mal das Haus verlassen und sich Bildung aneignen. Die Irrlehren der Taliban haben nichts mit dem Islam zu tun. Sie erinnern uns viel eher an die vorislamische Zeit. Damals begruben die unwissenden Araber ihre Töchter bei lebendigem Leib, weil sie sich für sie schämten. Die Männer verkauften, vermieteten und verschenkten ihre Frauen, nach Lust und Laune. Vor einigen Jahrhunderten betrachtete man in Europa die Frau ebenfalls als minderwertig. Die Frauen wurden mit Ausnahme von Maria (die Mutter des Propheten Isa) als halbmenschliche Wesen betrachtet, ohne eine ewige Seele. Sie besaßen kein Wahlrecht und lebten wie Haustiere.

 

Der heilige Prophet des Islams verkündete den Frauen ihre Rechte und verurteilte die Ungleichheit zwischen Mann und Frau. Der Prophet sagte:

– „Die besten Männer von Euch sind jene, die sich ihren Frauen und Töchtern gegenüber am besten verhalten.“

– „Die Welt ist nur ein Übergang zum Ewigen Leben, und die beste Voraussetzung dazu ist eine gütige Frau.“

– „Die Erde wird ihr Gesicht tragen, der Himmel wird einen Schatten auf sie werfen, und Gott wird ihr Unterhalt geben. Sie ist wie eine Blüte, der Segen Gottes wird mit jedem sein, der eine Tochter hat.“

Imam Jafar as-Sadiq hat gesagt: „Eine Tochter ist eine Wohltat, ein Sohn ist eine Gabe! Eine Wohltat findet Belohnung, eine Gabe ist rechenschaftspflichtig!“

Imam Jafar as-Sadiq sagte in einer anderen Überlieferung: „Und dem Mann obliegt Ähnliches wie diese Last und Qual, wenn er sie (immer wieder) kränkt. (Das Gebet und die guten Taten eines Mannes, der seine Frau kränkt, wird vor Gott keine Anerkennung finden! Er wird zu den ersten gehören, die dem Feuer der Hölle anheim fallen.)“

Imam Musa Kazim berichtet, dass der Prophet gesagt hat: „Je größer der Glauben eines Mannes wird, desto gütiger ist er zu seiner Frau.“

Imam Khomeini (ra) sagte in einer Ansprache zu diesem Thema: „Die Frau muss die gleichen Rechte haben wie der Mann. Der Islam betont die Gleichheit zwischen Mann und Frau. Er gibt beiden das Recht, über die Geschicke zu entscheiden und von sämtlichen Freiheiten Gebrauch machen zu können. Der Islam versah die Frauen mit Macht, er hat sie den Männern gleichgestellt, so dass diese gleichberechtigt sind wie diese. Allerdings betrifft eine Reihe von Anordnungen speziell die Frau, da sie für diese günstig sind und nicht etwa, weil der Islam zwischen Frau und Mann einen diskriminierenden Unterschied setzt. Hinsichtlich der menschlichen Rechte gibt es keinen Unterschied zwischen Mann und Frau, denn beide sind Menschen. Und die Frau hat, ebenso wie der Mann, das Recht, Einfluss auf ihr Geschick nehmen zu können.“

Imam Khomeini (ra) äußerte sich zur Stellung der Frau, während der Shah Zeit folgendermaßen: „Wir möchten, dass die Frauen den höchsten Status der Menschlichkeit erreichen. Sie müssen ihr eigenes Geschick selbst bestimmen können! In der (vergangenen) Epoche der Unterdrückung und des Jochs trachtete man danach, unsere kampfesmutigen Frauen umzuformen. Gott ließ dieses jedoch nicht zu.

Sie wollten damals unsere Frauen wie ‘Leckerbissen‘, wie Ware handhaben, jedoch der Islam gab den Frauen wie den Männern das Recht auf Einflussnahme in allen Bereichen, ebenso wie die Männer in allen Angelegenheiten Einfluss nehmen. Allein durch die Hand des Mannes wird der Iran nicht aufgebaut werden können, Männer und Frauen müssen gemeinsam diese Verwüstung beheben und das Land in ein blühendes verwandeln!“

Der heilige Quran erklärt die Stellung der Frau folgendermaßen:

„Wahrlich, die muslimischen Männer und die muslimischen Frauen, die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen, die gehorsamen Männer und die gehorsamen Frauen, die wahrhaftigen Männer und die wahrhaftigen Frauen, die geduldigen Männer und die geduldigen Frauen, die demütigen Männer und die demütigen Frauen, die Männer, die Almosen geben, und die Frauen, die Almosen geben, die Männer, die fasten, und die Frauen, die fasten, die Männer, die ihre Keuschheit wahren, und die Frauen, die ihre Keuschheit wahren, die Männer, die Allahs häufig gedenken, und die Frauen, die (Allahs häufig) gedenken – Allah hat ihnen (allen) Vergebung und großen Lohn bereitet (Sura 33 Vers 35).“

„Seht, Ich lasse kein Werk der Wirkenden unter euch verloren gehen, sei es von Mann oder Frau; die einen von euch sind von den anderen (Sura 3 Vers 195).“

„Die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen sind einer des anderen Freund. Sie gebieten das Gute und verwehren das Schlechte, verrichten das Gebet und entrichten die Zakat und gehorchen Gott und seinem Gesandten. Sie sind es, deren Gott sich erbarmen wird. Wahrlich, Gott ist allmächtig und allweise (Sura 9, Vers 71).“

Etymologisch gesehen bedeutet das Wort „Sunna“ gewohnte Handlungsweise, Brauch, oder überlieferte Norm bzw. die Praxis des Propheten Muhammad (saw). Im religiösen Kontext bezeichnet der Begriff Sunna die Gesamtheit der zu befolgenden Taten, Worte und Handlungen des Propheten. Der Plural von Sunna ist „Sunan“.

In der islamischen Rechtswissenschaft (Fikh) dient die Sunna, nach dem Koran, als zweitwichtigste Quelle des islamischen Rechts. Folgende Verse verdeutlichen dieses: „Und gehorcht Allah und gehorcht dem Gesandten und seid auf eurer Hut…“ (Sure Mâida, [5:92]) „Wer dem Gesandten gehorcht, der gehorcht Allah…“ (Sure Nisâ, [4:80]) „… Was euch der Gesandte aber gibt, das nehmt, und was er euch verwehrt, das lasst sein. Und fürchtet Allah. Allah straft fürwahr streng.“ (Sure Haschr, [59:7]) „Sprich: Wenn ihr Allah liebt, dann folgt mir. Dann wird euch Allah lieben und euch eure Sünden verzeihen; denn Allah ist verzeihend und barmherzig.“ (Sure Âli Imrân, [3:31])

Die Worte des Propheten Muhammad (saw), die er zu unterschiedlichen Anlässen gebrauchte, bilden die „verbale Sunna“:

„Die Taten entsprechen ihrer Absicht und jeder bekommt den Gegenwert seiner Absicht.“1 Hadithe wie „So betet, wie ihr mich beten gesehen habt.“ 2und „Haltet euch bei euren Gottesdiensten während der Hadsch an mich.“ 3deuten auf seine „praktische Sunna“ hin. Zeitweise griff der Prophet in Handlungen oder Geschehnisse nicht ein und ließ sie zu. Dies war in der Regel ein Zeichen seiner Akzeptanz. Denn wenn der Prophet sich zu einem Ereignis nicht äußerte und keine Reaktion zeigte, galt dies als Einverständnis. So gestatte der Prophet beispielsweise den Frauen, die er im Friedhof sah, den Besuch der Gräber, indem er sich nicht dazu äußerte. Dies ist ein Beispiel dafür, dass er Zeuge einer Handlung war, doch diese weder empfahl noch verbat.

Die Sunna hat uns in Form von Überlieferungen erreicht und wird in drei Kategorien unterteilt: „Mutawâtir“, „Maschhûr“ und „Ahad“. Die letztere Kategorie wird nochmals unterteilt, doch darauf soll hier nicht eingehen werden. Stattdessen soll im Folgenden auf die Anwendung und Bedeutung der Sunna eingegangen werden.

Propheten sind auserwählte Gesandte, die den Menschen die Botschaft des „Tawhîd“ (Monotheismus) vermitteln. Sie erfüllen zwei wichtige Funktionen. An erster Stelle ist es die Aufgabe der Propheten, die Offenbarung (Wahy) Allahs unter den Menschen zu verbreiten. An zweiter Stelle besteht ihre Aufgabe darin, die Offenbarung in ihrem eigenen Leben umzusetzen, diese zu befolgen. Propheten waren also die ersten Vorbilder, die die Worte Gottes in ihrem Leben umsetzten und weiterführten.

Die Sunna verstehen und ausleben bedeutet, die Religion (Dîn) zu verstehen und auszuleben. Denn die Sunna unterstützt und erklärt den Koran. Sie legt unverständliche Koranverse aus und ergänzt Angelegenheiten, die im Koran so nicht vorzufinden sind. Natürlich ist der Koran der Wegweiser des Islams. Wir entnehmen ihm die religiösen Aspekte unseres Lebens. Er ist die „gelebte Offenbarung“, ohne dessen Vorbild die „verbale Offenbarung“, der Koran, nicht verstanden werden kann.

Aus diesen Gründen müssen wir die Sunna erlernen, verstehen und leben. Denn der Islam, wie er unsere heutige Zeit erreicht hat, wurde durch die Sunna geformt. Der Gottesdienst (Ibâda) und die zwischenmenschliche Beziehungen, die im Koran verankert sind, haben uns allein durch die Sunna erreicht. Wenn wir die Sunna ausblenden würden, wären wir nicht im Stande, die Gottesdienste durchzuführen. Beispielsweise wären wir nicht in der Lage, das Gebet (Salah), das Fasten (Sawm), die Almosensteuer (Zakat) in umfassender Weise zu verrichten oder etwa Zinsverbot zu verstehen oder das Gesellschafts- und Stiftungswesen auszuüben. Also können wir unsere Religion nur durch die Sunna verstehen und in unserem Leben umsetzen.

Das Wissen über die Sunna erreicht uns über verschiedene Wege. Heutzutage haben wir Hadithwerke, die Tausende Überlieferungen des Propheten beinhalten. Es sind also schriftliche Quellen, die uns die Sunna näher bringen. In letzter Zeit werden wieder vermehrt Übersetzungen von Hadithwerken aus dem Arabischen herausgegeben, durch die das Verständnis der Sunna erleichtert wird. Dank dieser können wir unsere Probleme lösen und sie verstehen.

Im Übrigen spielen die Familie, das gesellschaftliche Umfeld oder etwa der Islamunterricht in der Moschee eine große Rolle beim Verständnis der Sunna. Vor allem in Familien, in denen der Islam praktiziert wird, wachsen Kinder in einer Umgebung auf, in der ihnen von klein auf die „praktische Sunna“ vermittelt wird. Die Sunna ist der Maßstab für das muslimische Leben im Allgemeinen und etwa Kleidung und Nahrung im Besonderen. Ein weiterer Maßstab der Sunna sind die Moscheen, da hier die alltagsgebundene Sunna praktiziert wird. Sicherlich sind der Unterricht an sich und die Art und Weise der Vermittlung der Sunna unseres Propheten wichtige Mittel, den kommenden Generationen ein angemessenes Verständnis des Islams nahe zu bringen. Daher ist es von großer Bedeutung, vor allem Jugendlichen in den Moscheen, die Notwendigkeit der Sunna im Alltagsleben näher zu bringen und sie mit diesen Werten zu erziehen.


1
Buchârî, Bad’ul-Wahy, I; Îmân, 41; Muslim, Imâra, 155
2 Buchârî, Azan, 18; Adab, 27; Ahad, I
3 Ahmad bin Hanbal, III, 318, 366

Prophet Mohammad (Friede sei mit ihm) ist in der Lage gewesen, eine Modellgesellschaft, die in Medina fußte, auf der festen Grundlage universal anerkannter moralischer Prinzipien zu gründen.

Von allen diesen Prinzipien wurde auf Gleichheit und Gerechtigkeit der meiste Wert gelegt; und dies wird im Leben und in dem Handeln des Propheten (Friede sei mit ihm) offensichtlich.

Die Verfassung Medinas, welche der Prophet mit der dortigen multireligiösen Gesellschaft aufstellte, wurde bald nach seiner Ankunft in dieser Stadt ein leuchtendes, bis zum heutigen Tag gültiges Beispiel für Gemeinden, die nach sozialer Gerechtigkeit streben.

Dieses Dokument versicherte allen religiösen Gemeinden die Ausübung des Gottesdienstes, und der Geist, welcher damals offenbart wurde, schien in die Herzen aller Gefährten des Propheten (Friede sein mit ihm) . Es war der Geist der Gleichheit, Toleranz und des Verstehens.

Dies entsprach in hohem Grade dem Vers im edlen Qur’an der besagt, dass Gott die Menschen in Nationen und Stämme gegliedert hat, damit sie einander kennen und miteinander in ausgeglichener Freundlichkeit und Großzügigkeit handeln können:

Oh ihr Menschen! Wir haben euch von einem männlichen und einem weiblichen Wesen geschaffen, und wir haben euch in Verbände und Stämme aufgeteilt, damit ihr liebevoll einander kennen mögt. Als der Vornehmste gilt bei Gott derjenige von euch, der am frömmsten ist. Gott weiß Bescheid und ist wohl unterrichtet. (Al-Hujurat, 49,13)

Im obigen Vers wird der Punkt betont, dass es im Islam keinen Platz für Intoleranz, Vorurteile und Blindgläubigkeit gibt, die auf Hautfarbe, Rasse, Nationalität und anderen solcher Erwägungen basieren. Diese allumfassende Toleranz des Islam findet sich in allen Aspekten des Lebens des Propheten (Friede sei mit ihm) und in den verschiedenen Lebensaspekten und Angelegenheiten seiner Gefährten.

Der Prophet (Friede sei mit ihm) kam nach einer Periode von dreizehn Jahren Verkündung des Islams unter den Quraisch nach Medina. Hier fand er viele, die dazu bereit waren, ihn zu empfangen und ihm bei seiner Mission zu helfen. Zu jener Zeit war Medina und seine Umgebung die Heimat für viele jüdische und arabische Stämme. Es gab auch viele Leute anderer Abstammung und anderen nationalen Ursprungs, wie zum Beispiel Römer, Perser und Äthiopier.

Prophet Mohammad (Friede sei mit ihm) schuf die Grundprinzipien einer pluralistischen Verfassung, indem er die Hoffnungen und Bestrebungen dieser Gemeinde mit einem multiethischen, multireligiösen Hintergrund in Betracht zog. Die neue Verfassung half die Einheit und Brüderlichkeit unter den Emigranten aus Mekka und ihren Helfern in Medina zu stärken. Zudem schuf sie vor dem Gesetz Rechte und Gleichheit für jeden Bürger, ungeachtet dessen Religionszugehörigkeit, sowie Religions-, Handels- und Redefreiheit für alle.

Und streitet mit den Leuten der Schrift nie anders als auf die best möglichst Art- mit Ausnahme derer von ihnen, die Frevler sind! (Al-Ankabut 29:46)

Der Prophet (Friede sei mit ihm) achtete unter allen Umständen darauf, keinen Streit, Ärger oder andere negative Gefühle zwischen anderen und ihm aufkommen zu lassen. In der Tat war die Essenz aus der Sicht des Qur’an folgende: Es lebt ein Prophet in eurer Mitte, der ein Beispiel für die Wahrheit aller vorangegangener Bücher ist. Dieses Buch und dieser Prophet sind gekommen, um die Wahrheit aller Offenbarungen, die vor ihnen gewesen sind und die Wahrheit aller enthüllten Religionen zu bestätigen.“

Der Prophet (Friede sei mit ihm) lehrte, dass die Bezeichnung kafir (ungläubig) sich nicht auf jemanden bezog, der zu Muslimen „Salam“ (Friede) sagt. Aus der Sicht des Qur’an sind Kafirun (Ungläubige) diejenigen, welche bewusst die Wahrheit in jeglicher Art oder Gemeinde von sich abweisen.

Oh ihr Gläubigen! Steht Gott gegenüber als Zeugen für die Gerechtigkeit ein! Und der Hass, den ihr gegen Leute hegt, soll euch ja nicht dazu bringen, dass ihr nicht gerecht seid. Seid gerecht! Das entspricht eher der Gottesfurcht. Und fürchtet Gott! Er ist wohl darüber unterrichtet, was ihr tut. (Al-Ma’ida, 5,8)

Islam ist streng gegen alle Formen der Ungerechtigkeit. Und der Prophet nahm alle Maßnahmen in Anspruch um zu versichern, dass in jedem Handel, den er mit Leuten betätigte, Gerechtigkeit waltete.

In der Tat lehrt uns der Islam, dass der Qur’an nicht nur für Muslime, sondern für alle Menschen, einschließlich Juden und Christen, enthüllt worden ist. Der Prophet Mohammad stand in der Linie der vorherigen Propheten Gottes, einschließlich Abrahams, Moses und Jesus (Friede sei mit ihnen allen).

Und die Essenz der Gerechtigkeit ist die Erkenntnis, dass alle Menschen gleich sind. Wenn wir einmal die Prinzipien der menschlichen Gleichheit akzeptieren, dann werden wir allen Rassismus, Chauvinismus und Ethnozentrismus von uns abweisen müssen. Es fällt einigen schwer, dies zu akzeptieren, aber es ist das einzige Mittel, welches uns zu Gerechtigkeit und Friede führt.

Der Prophet lehrte:

„Jener ist kein Gläubiger, der sich voll isst, wenn sein Nachbar nebenan Hunger hat“, und: „Derjenige ist nicht gläubig, deren Nachbarn vor seinem verletzenden Benehmen nicht sicher sind.“

Das bedeutet: Die Essenz eines kontinuierlichen Friedens ist das Erkennen der Brüderschaft mit allen Menschen, ungeachtet ihrer Hautfarbe, Sprache, Nationalität und dergleichen.

In dieser Ära der Apartheid und rassistischen Profile zeigen die Lehren über menschliche Brüderschaft und Gerechtigkeit, welche auf menschlicher Gleichheit basiert, wie ein glänzender Stern den Weg.

Viele große Männer der Geschichte verdanken ihren Erfolg ihrer Mutter und ihrer Ehefrau.

Daher darf die Rolle der Frauen im Hintergrund von Ereignissen oder auch ihre direkte Anwesenheit auf dem Schauplatz des Geschehens nie vergessen werden.


Zu den unvergesslichen Ereignissen in der Geschichte des Islams, welche eine grundlegende Wende für das Volk der Muslime mit sich brachte, gehört die Erhebung Imam Hussains a.s. Bei diesem Aufstand haben die Frauen bewiesen, dass sie bei der Verteidigung der Religion wie ihre muslimischen Brüder eine einflussreiche Aufgabe übernehmen können.

Die Teilnahme der Frauen an der Bewegung Imam Hussains (a.s.) war von ergänzender Bedeutung. Am 10. des Monats Muharram trat Imam Hussain mit einigen wenigen Verteidigern des Rechtes gegen Tausende feindliche Soldaten der Front des Unrechtes an. Natürlich kann in einer solchen Situation nur jemand standhaftig bleiben, der ausgesprochen gläubig und tapfer ist. Unter den Mitstreitern Imam Hussains a.s. gab es einige, die keine Spur von Zweifeln daran hegten, dass der Weg Imam Hussains richtig ist. Eine andere Gruppe war zu Beginn skeptisch wie Zohair Ibn Qain . Erst zog er sich von Imam Hussein zurück. Doch seine Ehefrau Delam, Tochter des Amru spornte ihn an, den Imam nicht alleine zu lassen .

Ein Freund Zohairs berichtet: „Im Jahre 60 waren wir zum Hadsch nach Mekka gereist. Wegen der Dinge, die wir über die gefährliche Reise Imam Husseins a.s. erfahren hatten, versuchten wir seiner Karawane aus dem Weg zu gehen. Wir hatten an einer Stelle Rast eingelegt, als auch der Imam mit seinen Gefährten dort eintraf. Als wir gerade beim Essen waren, kam plötzlich der Bote Hussain Ibn Alis a.s.. Er grüßte und sagte dann zu Zohair: „Der Imam möchte, dass du zu ihm kommst.“ Zohair war völlig fassungslos…. Da durchbrach plötzlich die Stimme der Gemahlin des Zohair die Stille. Sie sagte: „Gott ist rein und gepriesen. Der Nachkomme des Propheten Gottes möchte, dass du zu ihm gehst, und du weigerst dich? Wie wäre es wenn du ihn aufsuchst und ihm zuhörst?“

Diese Worte der Frau von Zohair kamen aus tiefstem Herzen und sie genügten, wie einen Funken das Herz Zohairs zu entfachen. Er ging zum Imam und schloss sich ihm an.“

Vielleicht wäre Zohair ohne seine Frau Delam nie zu der Ehre gelangt, Imam Hussan zur Seite gestanden zu haben und auf dem Wege Gottes zum Märtyrer geworden zu sein. Als sich die Frau Zohairs von ihm verabschiedete bat sie ihn, dass er am Jüngsten Tag Imam Hussain darum bittet, dass er für sie Fürsprache bei Gott einlegt.

Auch Umm Wahhab war eine tapfere Frau. Sie war zusammen mit ihrem Sohn Wahhab und dessen Braut der Karawane von Imam Hussein begegnet und hatte sich ihr angeschlossen. Am Tag des Aufstandes spornte sie ihren Sohn Wahhab an, in den Kampf zu ziehen. Wahhab kämpfte bis er den Märtyrertod fand. Seine Mutter eilte zu ihm, wischte ihm das Blut vom Gesicht und dankte Gott für die Ehre, dass ihr Sohn auf der Seite Imam Hussains den Märtyrertod gefunden hatte.

Da stürzte sich plötzlich einer der Soldaten aus dem feindlichen Lager auf Umm Wahhab und schlug ihr so heftig aufs Haupt, dass sie neben ihrem Sohn tot zu Boden sank. Sie war die erste Märtyrerin in Kerbela.

Auch die Mutter von Amar Ibn Dschunada blieb wegen ihrer Kühnheit und Opferbereitschaft unvergesslich. Als ihr Sohn Amar den Märtyrertod fand, schickte ihr der Feind das abgeschlagene Haupt ihres Kindes zu. Doch sie warf es auf den Kriegsschauplatz zurück und rief dem Feind zu: „Was ich auf dem Wege Gottes hergegeben habe, nehme ich nicht wieder zurück.“

Von dem Verhalten der Frauen, die an der Bewegung Imam Hussains teilnahmen, lässt sich auf ihre Treue zu den hohen Werte der Religion schließen. Sie nahmen das größte Leid auf sich aber und halfen wacker dem edlen Enkelsohn des Propheten Gottes bei der Verteidigung von Recht und Wahrheit.

An der Spitze dieser opferbereiten Frauen steht die Schwester Imam Hussains, die Edle Zeynab – gegrüßet sei sie., Tochter Imam Alis und der Fatimas – gegrüßet seien sie. Was über die Taten Zeynabs in Kerbela berichtet wird, zeigt die edlen Charakterzüge, mit der sie in der Kindheit geschmückt wurde. Zeynab stand auf hoher spiritueller Stufe und erkannte in dem Geschehen in Karbala und dem Märtyrertod ihres Bruders und ihrer Lieben eine göttliche Prüfung. Gegenüber dem spöttelnden Yazid sagte sie laut: „Ich habe in Kerbela nur Schönes erlebt.“

Zeynab zeigte eine einmalige Geduld. In wenigen Stunden wurden ihre Brüder, Söhne ihrer Brüder und zwei ihrer eigenen Söhne Märtyrer. Neben dem Leichnam ihres Bruder Imam Hussain betete sie zu Gott, dass er dieses Opfer des Prophetenhauses annehmen möge. Zeynab dachte an ihren großen Auftrag. Über diesen hatte ihr Bruder Hussein a.s. öfters zu ihr gesprochen. Imam Hussein a.s. hatte ihr und den anderen Frauen in Kerbela gesagt, dass sie bei der Trauer um ihn nicht ihre Gefühle über ihren Verstand siegen lassen sollen.

Am Vorabend zum Aschuratag empfahl er Zeynab, Umm Kalthum, Fatima und Rubab, sich bei ihrer Trauer zu beherrschen und nichts zu sagen , was unwürdig ist.

Und er verabschiedete sich mit den Worten: „Bereitet euch auf das Unglück vor und wisset dass Gott der Höchsterhabene, euch unterstützt und beschützt und euch vor dem Übel der Feinde errettet. Er wird euch ein gutes Ende bereiten und eure Feinde mit allen möglichen Strafen heimsuchen. Gott wird euch anstelle dieser Missgeschicke und Härten, mit allen möglichen Segnungen belohnen. So beklagt euch nicht und sagt nichts, was euren Rang vermindert.“

Nachdem die Frauen die Helden von Kerbela auf ihrem Weg nicht verlassen hatten, begann ein weiterer Abschnitt ihres Auftrages. Sie sollten nach dem Märtyrertod Imam Hussains und seiner Gefährten die Botschaft über das Geschehen in Kerbela weitertragen. Die Frauen und Kinder wurden gefangen genommen und die Gefangenen wurde auf dem Weg nach Kufa an den Leichen der Märtyrer vorbeigeführt. Es kam zu erschütternden Szenen. In Kufa wandten sich die gefangenen Frauen an die Schaulustigen, die herbei gekommen waren. Nicht nur Zeynab sondern auch Fatima, die Tochter Imam Hussein und seine Schwester Umm Kulthum sprachen so beeindruckend zu den Menschen, dass diese zu weinen begannen. Die Frauen von Kufa begannen sich Erde aufs Haupt zu streuen und wünschten sich den Tod. Ihre Männer waren gegen Imam Hussain in den Krieg gezogen.

Mit ihren Berichten über das Geschehen zu Kerbela. berührten diese Frauen nicht nur die Gefühle der Bevölkerung sondern verhinderten auch verfälschte Berichte über dieses Ereignis. Sie haben nach ihrer Gefangennahme den Ummayadenherrschern die Maske vom Gesicht gerissen. Sie haben an drei wichtigen Punkten des damaligen Islamischen Reiches, nämlich Kufah, Schaam (Damaskus)und Medina die Menschen wachgerüttelt und sie für die Front des Rechtes gewonnen. Auf diese Weise haben sie– so wie es Imam Hussain gewollt hatte , tapfer und geduldig und überlegt, die Ereignisse nach dem Aufstand von Aschura in die richtigen Bahnen gelenkt.

Die Bewegung Imam Husseins a.s. ist von so großer Inspiration, dass sie zu jeder Zeit die Volksmassen in Bewegung setzen kann.


Dies hat zweifelsohne mit dem festen Gedankengut zu tun, auf dessen Basis die Erhebung Imam Husseins Gestalt annahm.

Der elementarste Gedanke Imam Husseins a.s. bei seiner Bewegung war die Erfüllung der göttlichen Pflicht. Gott betrachtet es als Pflicht des Menschen das Gute anzustreben und Unheil zu verhüten. Ein Mensch der es als seine Ehre betrachtet, Gott zu dienen, denkt an nichts anderes als daran die göttliche Pflicht zu erfüllen und Gottes Zufriedenheit zu gewinnen. Was Imam Hussein sagte und tat, war die Erfüllung der Pflicht und das geeignete Handeln in jenem sensiblen Abschnitt der Geschichte. Kern seiner Anstrengungen war die Erfüllung des Gebotes, das Gute zu gebieten und

das Schlechte zu verwehren.

Eines der Ziele Imam Husseins war die Bekämpfung der Entwicklungen , welche die Grundlagen der Religion und der Islamischen Gemeinde bedrohten. Imam Hussein trat gegen eine Front an, die der Gesellschaft den tiefen Inhalt der Religion und deren hohen Werten rauben wollten. Diese Leute waren vom wahren Weg abgeraten und hatten sich von den authentischen Werten des islams entfernt, aber sie gaben sich ein religiöses Aussehen. Imam Hussein a.s. wusste: wenn das Übel der abtrünnigen, heuchlerischen Machthaber anhält, wird ein großer Teil des religiösen Wissens in Vergessenheit geraten und vom Islam nur eine äußere Hülle verbleiben.

Imam Hussein a.s. sagte, als er zu Beginn seiner Protestbewegung seine Heimatstadt Medina verließ: „Ich verlasse Medina um das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verwehren.“

In der Denkweise Imam Husseins a.s. ist der Aufstand gegen eine unterdrückerische frevelhafte Regierung und die Bemühung um die Gesundung der politischen Strukturen und Gründung einer Gesellschaft die auf Wahrheit und göttlicher Gerechtigkeit beruht eine Form der Erfüllung des eben genannten Gebotes, nämlich des Gebotes, das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verwehren. Der Denker Schahid Ostad Motahari sagt über die Bedeutung dieser Denkens:

„Der Gedanke das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verwehren hat die Bewegung Imam Husseins so wertvoll gemacht. Hussein Ibn Ali hat auf dem Weg der Durchführung dieses Gebotes, d.h. auf dem Wege des elementarsten Grundsatzes, welcher ein Garant für den Erhalt der islamischen Gesellschaft ist, sein Leben hergegeben und ist Märtyrer geworden. Es ist ein wichtiger Grundsatz, dessen Fehlen die Spaltung und Zerstörung des „Körpers“ der Gesellschaft zur Folge hat.“

Imam Hussein a.s. hat als ein wacher Reformer sich verpflichtet gefühlt nicht gegenüber Unrecht und Verdorbenheit zu schweigen. Die Umayyaden hatten durch Propaganda ein gutes Ansehen verschafft und die unwissenden in Schaam (Damaskus) glaubten, dass sie die treusten Anhänger des Propheten Gottes und am besten als dessen Nachfolger geeignet sind. Imam Hussein a.s. musste gegen dieses falsche Denken vorgehen und den Menschen klar machen, dass die Reinen aus dem Hause des Propheten berechtigt und geeignet waren, die Angelegenheiten der Islamischen Glauensgemeinde zu lenken. In diesem Zusammenhang erklärte er in einem Schreiben an die Bürger von Basreh auf welchen Gedanken sein Aufstand basierte und schrieb:

„Wir aus dem Hause des Propheten sind die würdigsten für die Nachfolgerschaft des Propheten gewesen. Aber sie haben uns dieses Recht geraubt und wir haben wegen des Wohls der Gesellschaft und um jeder Spaltung und jeder Aufruhr vorzubeugen an die Sicherheit in der Gesellschaft und an die Wiederbelebung der Religion Gottes gedacht. Aber nun rufe ich euch zum Koran und zu der Tradition des Propheten herbei. Denn ich befinde mich in einer Zeit, in der die Sunna (Tradition) des Propheten vernichtet wurde und an ihrer Stelle Ketzereien traten. Wenn ihr meinem Aufruf folgt, werde ich euch den Weg des Gedeihens und des Wohls zeigen.“

Die Gedanken, die Imam Hussein seiner Erhebung in Kerbela zugrunde legte, zeugen davon, dass der Islam auch ein hohes Potential für die Anliegen der Politik und Gesellschaft besitzt. Im Denken Imam Husseins sind Religion und Politik eng miteinander verknüpft. In Wahrheit ist sein Aufstand eine Revolution gegen die politische und religiöse Abweichungen der ungerechten Herrscher gewesen. Die Frage der Regierung und Führung und die Notwendigkeit der Mitbestimmung des Volkes ist im Islam von besonderer Bedeutung. Wenn an der Spitze eine ungeeigente unwürdige Person , welche die Lehren der Religion missachtet, steht, besteht keine Garantie mehr für die Ausführung der göttlichen Gebote und die religiösen Inhalte werden verfälscht werden. Imam Hussein dachte daran gegen solche Bedingungen vorzugehen und dieser Gedanke bewegte ihn zum Dschihad und zum Aufstand. Denn er erkannte die deutlichen Abweichungen von der Tradition des Propheten und der wahren Religion.

Aus der Sicht Imam Husseins a.s. ist eine Regierung die auf den menschlichen und göttlichen Wertmaßstäben beruht das beste Werkzeug und die beste Grundlage , um die Angelegenheiten der Gesellschaft in die richtigen Bahnen zu lenken. Unter solchen Bedingungen können die guten Gedanken der Religion in der Gesellschaft verbreitet und hehre Ziele wie die soziale Gerechtigkeit verwirklicht werden.

Die Suche nach Gerechtigkeit und die Bekämpfung der Ungerechtigkeit waren weitere Grundgedanken Imam Husseins a.s. bei seinem historischen Aufstand zu Aschura. Die Gerechtigkeit gehört zu den offensichtlichen Geboten der Religion und sie betrifft alle Angelegenheiten des menschlichen Lebens. Zu dem deutlichsten Übel der Umayyadenherrscher gehörte das Unrecht, dass sie der Bevölkerung antaten und die Verletzung deren Rechte. Jemand wie Imam Hussein konnte angesichts dieser Frage nicht schweigen. Denn aus seiner Sicht war Schweigen eine Art Bestätigung des Unterdrückers und eine Zusammenarbeit mit ihm. Darüber hat Imam Hussein zu dem Heer des Horr, der erst auf der Seite des Yazid gestanden hatte und sich dann Imam Hussein anschloss, gesagt: „Ihr Leute! Der Prophet Gottes hat gesagt: „Wenn jemand einen unterdrückerischer Herrscher sieht, der das was Gott erlaubt hat, verbietet, das Bündnis mit Gott bricht, gegen die Tradition des Propheten Gottes ist und ungerecht handelt und wenn er durch sein Wort und sein Handeln sich nicht gegen ihn wehrt, so wird Gott ihn bei der Auferstehung zu diesem Unterdrücker stellen … Ihr Leute! Die Umayyaden haben Verdorbenheit und Unheil deutlich gemacht, sie haben die göttlichen Gebote beiseitegestellt und habe das Eigentum des Volkes für sich bestimmt.“

In der Denkweise Imam Husseins ist das Schweigen gegenüber einem Unrecht tuenden Herrscher eine große Sünde. Seine Denkweise ist von der Freiheitlichkeit und der Selbstachtung geprägt. Sein Ehrgefühl erlaubte ihm nicht, dem sündigen Herrscher Yazid den Treueid zu leisten. In den Augen Imam Hussein hat der Treueid mit einem Herrscher, der die göttlichen Gebote und die Rechte der Menschen nicht hütet, nur Erniedrigung zur Folge.

Deshalb wehrte er sich tapfer und bestimmt gegen den Treueid gegenüber Yazid, dem Sinnbild des Unrechts . Er wollte lieber sterben, als dass er die Erniedrigung auf sich nimmt. Imam Hussein misst der Würde des Menschen einen so großen Wert bei, dass er sagt, dass der Mensch zur Not sein Leben für seine Würde opfern soll.

Die Bewegung des Imam Husseins enthält also sehr faszinierende und lebendige Gedanken und dies ist ihr Vorzug gegenüber anderen geschichtlichen Bewegungen. Die inspirierende Wirkung der freiheitssuchenden Bewegung des Imam Husseins hat daher auch nach Jahrhunderten nicht nachgelassen.

Der Monat Moharam erinnert an eine große Erhebung in der Geschichte.

Der Name dieses Monats ist eng mit dem Namen Husseins Sohn des Ali (gegrüßet seien sie) verknüpft. Dieser großartige Mensch hat 61 nach der Hidschra, circa 680 nach Christus in Kerbala (heutiges Irak) zusammen mit 72 seiner treuen Gefährten den Opfertod gefunden. Es war ein entscheidendes großes Ereignis in der Islamischen Geschichte und hinterließ großartige Beispiele für Moral, Opferbereitschaft und Tapferkeit.


Das einmalige Merkmal der Bewegung des Imam Husseins besteht darin, dass sie nicht auf Ort und Zeit begrenzt blieb sondern sie hat die geografischen Grenzen und die Grenze der Geschichte überwunden und sich inspirierend auf alle Epochen ausgewirkt.

Wenn heute die Rede von dem Kampf gegen Unterdrückung und Verteidigung des Rechtes und der Gerechtigkeit die Rede ist, fällt sofort der Name Hussein Ibn Ali as. Zahlreiche Erhebungen und Bewegungen und zahllose Menschen gerieten im Laufe der Zeit in Vergessenheit, aber der Aufstand von Imam Hussein ist eine Sonne, die nicht untergeht , Finsternisse vertreibt und die Herzen wärmt, die des Unrechtes müde geworden sind. Wenn wir Hussein grüßen, grüßen wir einen Auserlesenen, dessen Wahrheit nie vergeht. Wir bitten Gott Hussein, der für die Wiederbelebung der Religion Gottes sein Leben geopfert hat, damit die Flagge des Islams aufrecht bleibt, unsere Friedensgrüße zukommen zu lassen.

Eine der schwerwiegenden Verantwortungen eines islamischen Führers besteht darin, die Menschen auf den klaren Weg der Rechtleitung zu bringen. Imam Hussein erhob sich zu seinem Aufstand gegen die Missstände seiner Zeit, weil das Regime und die Gesellschaft von den wahren Maßstäben der Religion abgeglitten waren. Diese Missstände waren eine bittere Wahrheit, die in den 50 Jahre nach dem Verscheiden des Propheten allmählich immer mehr Gestalt annahmen. Die letzten Empfehlungen des Propheten waren in Vergessenheit geraten und die Edlen aus seinem Haus, – die Ahle Bait, waren an den Rand gedrängt worden. Die Spiritualität war in der muslimischen Gemeinschaft zugrunde gegangen und die Mächtigen häuften Reichtum an und Ketzerei und Irrglauben hatten Verbreitung gefunden. Alle Bedingungen waren gegeben, um die Gesellschaft wieder in die Zeit der Unwissenheit vor den Islam zurückzuwerfen. Die Entwicklung in Richtung Untergang der Gesellschaft hatte eine Stufe erreicht, dass das Schicksal der islamischen Gemeinde in die Hand eines Herrschers wie Yazid geraten war, der gegen die göttlichen Gebote verstieß und frevelte. Das Ansehen und die Ehre der Muslime hatten großen Schaden erlitten.

Yazid war der Sohn des Moawiyeh. Nachdem er an die Macht gelangt war, verlangte er als erstes von Imam Hussein, a.s. dem Enkelsohn des Propheten, dass er ihm den Treueid schwört.

Für Yazid war es sehr wichtig, dass ihm jemand wie Imam Hussein, der von den Muslimen hoch geschätzt wurde, die Treue schwört. Aber Yazid war völlig unwürdig als Anführer der Muslime. Er war ein verdorbener zügelloser Mensch und natürlich hätte Imam Hussein a.s. ihm niemals seine Treue schwören können. Aus der Sicht des Imam waren die ummayadischen Herrscher von denen Yazid einer war, alles Leute, die nicht mehr die Gebote Gottes befolgten und beharrlich an der Verdorbenheit festhielten .

Imam Hussein verweigerte also Yazid den Treueid und zeigte damit, dass Yazid nicht berechtigt war, über die muslimische Gesellschaft zu regieren . Weil Imam Hussein as. nicht dem Yazid die Treue schwor, wurde der Verwalter von Medina beauftragt, Imam Hussein Schwierigkeiten zu bereiten. Der Imam entschloss sich Medina zu verlassen. Er suchte nach besseren Bedingungen, um seine Bewegung besser durchführen zu können. Er wählte Mekka. Mekka war ein geeigneter Ort für die Fortsetzung seines Widerstandes. Es war gerade kurz vor der Hadschzeit und viele Pilger hatten sich an der Kaaba versammelt.

Als Imam Hussein a.s. Medina verließ hat er gesagt: „Ich verlasse Medina zur Wiederherstellung und Wiederbelebung der Angelegenheit des Volkes meines Großvaters und möchte das Gute gebieten und das Schlechte verwehren „

In Mekka versuchte Imam Hussein a.s. weitgehend eine Widerstandsbewegung vorzubereiten.

In Kufa (jetziges Irak) hatten die Freunde des Prophetenhauses davon erfahren dass Imam Hussein dem Yazid den Treueid verweigert hatten. Auch sie waren die Ungerechtigkeit der Ummayaden leid und einige der großen Persönlichkeiten in dieser Stadt, die auf der Seite der Edlen Nachkommen des Propheten standen, schrieben einen Brief an Imam Hussein und luden ihn ein nach Kufeh zu kommen. Auch viele andere aus Kufeh fügten Briefe hinzu, in denen sie ihre Bereitschaft zu jeglicher Unterstützung für Imam Hussein erklärten. Daraufhin schickte Imam Hussein Muslim Ibn Aqil nach Kufa, damit er sich dort nach der Lage erkundigt. In den Chroniken heißt es dass Tausende der Einwohner von Kufa dem Muslim Ibn Aqil den Treueid schworen. Imam Hussein aleihe salam beendete daraufhin vorzeitig die Hadschreise und machte sich am 8. Dhi Hadscha des Jahres 61 nach der Hidschra auf den Weg nach Kufa.

Unterwegs erreichte ihn die Nachricht, dass sich die Lage in Kufa geändert hatte. Der vorherige Verwalter dieser Stadt war von Yazid abgesetzt worden und ein übler Mensch namens Ubaidullah Ibn Ziad hatte die Befehlsmacht übernommen. Er hatte den Protest der Kufaner erstickt und viele Kufaner waren aus Angst nicht mehr bereit, Imam Hussein zu unterstützen. Wer anderer Meinung war, wurde umgebracht oder eingesperrt und der Bote Imam Hussein Mulim Ibn Aqil wurde ermordet. Doch Imam Hussein setzte seinen Weg entschlossen fort. Aber er sagte zu seinen Gefährten!: „Die Kufaner haben uns allein gelassen, jeder von euch der möchte, kann umkehren.“

Einige verließen daraufhin die Karawane des Imams . Aber eine kleine Schar blieb an seiner Seite.

Imam Hussein war fest entschlossen gegen die Unterdrücker und Frevler anzutreten, obwohl seine Mitstreiter nur noch wenige waren. Imam Hussein hatte von seinem Vater Ali folgende Worte gehört: „“Auf dem Wege der Rechtleitung fürchtet euch nicht, auch wenn eure Helfer nur wenige sind!“

Imam Hussein wusste genau, dass er mit diesen wenigen Mitstreitern keinen militärischen Sieg erzielen konnte. Was für ihn von Bedeutung war, war die Erfüllung seiner Pflicht. Er dachte nur daran die Pflicht Gottes zu erfüllen, auch wenn er den Märtyrertod finden wird. In der Denkweise Imam Husseins waren die Maßstäbe für Sieg und Niederlage von den üblichen Maßstäben verschieden.

Die Karawane Imam Husseins wurde noch bevor sie Kufa erreichte in der Gegend Kerbela von dem 30-tausend-köpfigen Heer des Yazids eingekreist. Am 10. Tag des Monats Moharam, dem Aschura-Tag, 61 Jahre nach der Hidschra, kam es zum Gefecht der kleinen Zahl von Menschen mit unerschütterlichem Glauben und einer Unzahl von Leuten, deren Glauben ins Schwanken geraten war. Es ereignete sich etwas außergewöhnliches in der Geschichte der Menschheit. Der Aufstand Imam Husseins spiegelte die höchsten moralische und menschlichen Werte wieder, denn auf dem Schauplatz des Geschehens an jenem Tag stießen Glauben und Unglauben, Religiosität und Verdorbenheit aufeinander. Von jenen Menschen mit ihrem festen Glauben war nichts anderes als ein tapferer heldenhafter Kampf zu erwarten. Die bewusste und rechtzeitige Widerstandsbewegung des Imam Husseins ist als kostbarer Schatz in der Geschichte verblieben und seine Botschaft wurde von Generation zu Generation weiter vermittelt.

Der Aufstand Imam Husseins am Aschuratag war ein heroisches Ereignis, denn Imam Hussein a.s. hat mit einer kleinen Schar von treuen Gläubigen tapfer gegen ein riesiges Heer gekämpft.


Die Mitstreiter Imam Husseins zweifelten keinen Augenblick lang an ihrer heiligen Aufgabe, den wahren Islam zu retten . Ihr Vorbild war Hussein Sohn des Alis a.s und wie er zogen sie einen Tod in Ehren einem Leben in Erniedrigung vor. Dem Aufstand von Imam Hussein a.s. lagen erhabene Ziele zugrunde. Und die Gesinnung des Imams und seiner Helfer zeugte dafür dass diese Protesterhebung der Verteidigung der Ehre des Menschen und der religiösen Werte und der Beseitigung des Unrechts galt. Die Helden von Kerbela hinterließen die schönsten Beispiele für Geduld, Standhaftigkeit, Opferbereitschaft und Gottesliebe. Ihre Bewegung enthält eine hohe Kultur und die Kunst hat einen wichtigen Beitrag zu dem Erhalt dieser Kultur geleistet.

Ein Mittel welches Literaten wählten um die Erinnerung an den Kampf von Imam Hussein wach zu halten ist das sogenannte Maqtal. In einem Maqtal werden die Ereignisse von Aschura Augenblick für Augenblick beschrieben und die verschiedenen Seiten des Geschehens hinsichtlich Spiritualität, Moral, Politik und Gesellschaft beleuchtet. Dieser Literaturzweig nennt sich Maqtal-Negari oder Maqtal-newisi.

Nach den Ereignissen von Kerbela haben viele aus Liebe zu den Nachkommen der Propheten und in Zorn über die Umayyaden, die den edlen Enkelsohn des Propheten Gottes töten ließen, über das Unrecht, das Imam Hussein angetan worden war und über den üblen Charakter der Umayyaden geschrieben. Maqtal-Newisi war eine dieser Methoden und erforderte eine gewisse künstlerische Begabungen. Die Maqtal, die bis zum 5. Jahrhundert nach der Hidschra ( 11 Jahrhundert nach Christus) verfasst wurden, gelten als wichtige historische Belege über das Geschehen zu Aschura, und weisen die wenigsten Irrtümer auf. Das Maqtal des Abu Michnaf, welches in dem bekannten Geschichtswerk von Tabari und einigen anderen zuverlässigen Werken zitiert wird, gehört zu den zuverlässigen Beschreibungen des Geschehens in Kerbela. Es entstand zu Beginn des 2. Jahrhunderts nach der Hidschra.

Über Aschura sind auch viele Gedichte geschrieben worden. Die Poesie war ein guter Träger für die Botschaft dieser Bewegung .

Die Dichtung über Aschura wurde fast circa 3 Jahrhunderte heimlich von den Freunden der Prophetennachkommen gepflegt, denn die Literaten fürchteten sich vor der Verfolgung durch die tyrannischen Kalifen. Doch als Mu’izud Dowlah Dailami Mitte des 4. Jahrhunderts nach der Hidschra (ca. Mitte des 10. Jahrhundert nach Christus ) die Macht in einem Teil von Irak, Khuzistan und Fars übernahm ordnete er an, dass am Aschuratag getrauert werden soll.

Die Trauerzeremonien galten nicht mehr als Gesetzesverstoß sondern wurden als Staatstrauer eingeführt. So konnten nach all den Jahren überall die Trauerelegien für Imam Hussein öffentlich vorgetragen werden und niemand brauchte sich vor einer Bestrafung zu fürchten.

Kesai Marwazi war der erste Dichter, dessen Reime über Aschura schriftlich festgehalten wurden.

Besonders bekannt ist der Elegiendichter Mohtascham Kaschani geworden. Seine Gedichte haben auch zeitgenössische Aschuradichter angeregt.

Die Aschuradichtung muss unterschieden werden nach Werken, die das Geschehen von Kerbela nur emotional behandeln und solchen, die auch den hohen Wert und das Heroische dieses Aufstandes in Betracht ziehen.

Die Aschuradichtung dient also den Iranern also eine Quelle für Überzeugung und Kultur, für Politik und Sozialwesen.

Die Gedichte wurden auch in einer Art Passionsspiel genannt Taziyeh eingesetzt, bei der das Geschehen zu Kerbela für die Zuschauer rekonstruiert wird.

Unter den Safawiden erreichten die Elegiendichtung ihren Höhepunkt und in der späteren Qadscharenzeit wurde für die Trauerzeremonien und die dramaturigische Rekonstruktion des Geschehens von Kerbela besondere Stätten eingerichtet die sich Takiyeh nannten.

Das Passionsspiel Taziyeh geht von den schiitischen Überzeugungen aus. Es zieht iranische Dichtung und traditionelle iranische Musik heran. Taziyeh gilt als die älteste iranische Theaterform. Vielleicht lässt sich das Taziyeh mit einem Drama vergleichen aber es hat völlig iranische Züge. Es ist zugleich ein lebendiger religiöser Brauch. Einmalig ist auch, dass die Veranstalter es als eine Pflicht betrachten dieses Passionsspiel während der Trauerzeit um Imam Hussein a.s. aufzuführen um diesen großen Imam auf diese Weise zu würdigen. Vielleicht kann man das Taziyeh deshalb als eine weltweit einmalige Form dramaturgischer Darstellung bezeichnen.

Das Taziyeh steckt voller Symbolik. Die Texte, die meist in Gedichtsform sind werden zum Teil in Gesangsform vorgetragen. Dieses Passionsspiel ist landesweit im Monat Muharam üblich.

Eine weitere traditionelle Kunst im Zusammenhang mit den Trauerzeremonien zu Aschura ist das Pardeh-Chani. Es ist eine Art bebilderter Erzählvortrag. Der Erzähler schildert mit einem melodischen Vortrag anhand von Bildern die Leiden, die Imam Hussein a.s. opferbereit auf sich genommen hatten. Pardi-Chani ist eine sehr alte Volkskunst. Unter Pardeh ist ein großes Tuch zu verstehen auf dem verschiedene Ereignisse abgebildet sind. Das Kernthema sind dabei die Ereignisse in Kerbela, und nach dem Aschuratag . Die Bilder sind in volkstümlichem Stil gemalt. Und der Erzähler, der Pardehchan, zeigt entsprechend dem Inhalt seines beeindruckenden Erzählvortrags mit einem Stab auf das jeweilige Bild auf diesem „Pardeh“. Das wichtigste Moment der Pardechani ist der Vortrag des Pardechans und die Bilder dienen nur der Veranschaulichung.

Nach dem Sieg der Islamischen Revolution im Iran haben auch andere Kunstzweige wie die Theaterkunst, die Fotographie und die Filmkunst sich mit der Schilderung und der Veranschaulichung des Aschura-Geschehens beschäftigt und wertvolle Kunstwerke geschaffen. Diese im einzelnen zu beschreiben geht jedoch über den Rahmen unseres heutigen Beitrages hinaus.

Aschura ist eines der beeindruckendsten Ereignisse der Geschichte. Dort, wo sich große Männer fürchten, wo der Feind ein gnadenloses und unmenschliches Verhalten an den Tag legt, wo alle das Gefühl haben, wenn sie auf dem Schlachtfeld auftreten, werden sie mit großen Gefahren konfrontiert, dort wird die Wesensart der Menschen ans Tageslicht gebracht.


In der islamischen Welt damals – die eine große Welt war, und viele islamische Staaten, die heute unabhängig sind, ein Land mit einer großen Einwohnerzahl darstellten – konnte nur einer diesen Beschluss fassen und hatte den Mut, dem Feind Widerstand zu leisten: Hussain der Sohn von Ali (Hussain ibne Ali) (F. s. m. i.). Es lag auf der Hand, dass wenn eine Person wie Imam Hussein (F. s. m. i.) aufsteht, eine Anzahl von Menschen sich ihm anschließen werden, und das taten sie. Obwohl auch sie, als sich herausstellte, wie schwer diese Tat ist und wie viel Kraft sie ihnen abverlangt, Imam Hussain (F. s. m. i.) einer nach dem anderen verließen. Von über tausend Menschen, die sich mit Imam Hussain (F. s. m. i.) von Mekka auf den Weg gemacht hatten, oder sich ihm unterwegs angeschlossen hatten, blieben in der Nacht zu Aschura lediglich eine geringe Zahl übrig, die zusammen mit denen, die sich am Tag von Aschura Imam Hussain (F. s. m. i.) anschlossen, insgesamt nicht mehr als 72 waren! Imam Hussain (F. s. m. i.) ist der größte Kämpfer der islamischen Geschichte. Er blieb trotz widrigster Bedingungen auf dem Schlachtfeld standhaft und zeigte in jeder Situation Größe. Abgesehen davon fand er in der Fremde den Märtyrertod.

Es gibt einen Unterschied zwischen einem opferbereiten Soldaten oder einem opferbereiten Menschen, der sich auf das Schlachtfeld begibt mit dem Bewusstsein, dass man ihm angesichts einer Verletzung oder des Märtyrertodes sehr viel Ehre entgegenbringen wird und jenen die in der Fremde und ohne irgendeine Unterstützung den Märtyrertod finden. Die Soldaten von Imam Hussain (F. s. m. i.) waren weit entfernt von ihren Familien in der Fremde allein, ohne Hilfe und ohne jegliche Hoffnung auf Hilfe seitens anderer Menschen. Trotzdem blieben sie gegen die umfangreichen Aktionen des Feindes standhaft, kämpften und fügten sich dem Willen Gottes, um sich auf das Martyrium vorzubereiten. Die Größe der Märtyrer von Karbala besteht in diesem Punkt! Das heißt, sie fürchteten sich beim Erfüllen ihrer Pflicht nicht. Auf dem Wege Gottes zu kämpfen (arab. Dschihad) und seine Pflicht vor Gott zu erfüllen, hängt nicht davon ab, wie stark und zahlreich der Feind ist. Keiner von den Gefolgsleuten Imam Hussains (F. s. m. i.) betrachtete die geringe Zahl der eigenen Leute als Genehmigung, vor dem Feind zu flüchten. Dieses Beispiel verleiht einem Menschen, einem Führer ja einer ganzen Nation Größe und Furchtlosigkeit vor der schwächelnden Stärke des Feindes.

Imam Hussain, der Herr der Märtyrer (F. s. m. i.), wusste Bescheid, dass sich nach seinem Martyrium, der Feind, die ganze Gemeinschaft und die damalige Welt mit Schmähungen gegen ihn füllen wird. Imam Hussain (F. s. m. i.) hoffte auch darauf, dass sein Kampf gegen Unterdrückung in der Fremde letzten Endes auch den Feind besiegen würde. Genauso kam es. Es wäre ein Fehler, zu glauben, Imam Hussain (F. s. m. i.) habe eine Niederlage erlitten. Denn für Gott zu sterben, stellt keine Niederlage dar. Derjenige, der auf dem Schlachtfeld getötet wird, hat keine Niederlage erlitten, sondern der, der sein Ziel nicht erreicht, erleidet eine Niederlage.

Da dies nicht der Fall war, konnte Imam Hussain (F. s. m. i.) den Plan der Feinde des Islam, die die Gebote Gottes nach ihrem persönlichen Gutdünken und Nutzen geändert hatten oder dies bezweckten, vereiteln. Dadurch, dass er den Ruf des Kampfes gegen Unterdrückung und für die Einhaltung der Rechtschaffenheit überall verkündete, besiegte er, wenngleich auch nach dem Tod, letzten Endes den Feind des Islam und erreichte sein Ziel. Imam Hussain (F. s. m. i.) hat sowohl kurzfristig, als auch langfristig gesiegt. Kurzfristig erschütterten dieser Aufstand, dieses schuldlose Martyrium und die Gefangenschaft der Familie dieses großen Mannes, die Staatsordnung der Omajaden. Kurz nach diesem Kampf kam es in der islamischen Welt – in Medina und Mekka – zu weiteren Aufständen, was letztlich zum Untergang der Omaijadendynastie führte.

Wer hätte ahnen können, dass dieser Feind, der Imam Hussain (F. s. m. i.) unschuldig zum Märtyrer gemacht hatte, auf diese Weise durch die Rufe des Imam zugrunde geht, innerhalb von nicht mehr als drei, vier Jahren? Der Imam siegte auch langfristig. Werft nur einen Blick auf die Geschichte des Islam und seht, welchen Zuwachs die Religion auf der Welt hatte! Wie der Islam Wurzeln schlug! Wie die islamischen Völker entstanden und sich entwickelten! Die islamischen Wissenschaften machten Fortschritte, das islamische Rechtswesen entwickelte sich und letzten Endes wurde heute, nach Jahrhunderten die islamische Fahne auf den höchsten Dächern der Welt gehisst. Hätten Yazid und seine Familie zugelassen, dass der Islam auf diese Weise Tag für Tag Fortschritte macht? Sie wollten vielmehr den Islam entwurzeln, sie wollten, dass vom Koran und dem Propheten des Islam überhaupt keine Spur übrig bleibt. Aber wir sehen, dass genau das Gegenteil geschah. Also jener Kämpfer auf dem Wege Gottes, der für Gott gegen Unterdrückung und die Verfälschung der Religion Widerstand leistete, dessen Blut vergossen und dessen Familie gefangen genommen wurde, besiegte seinen Feind auf allen Linien.

Dies ist eine Lehre für alle Völker. Aus diesem Grund sagt man sogar von großen zeitgenössischen Führern – selbst von solchen, die keine Muslime sind, sie hätten gesagt: „Wir haben den Weg des Kampfes von Hussain ibn Ali (F. s. m. i.) eingeschlagen.“ Auch unsere Revolution hat sich an dem Kampf von Imam Hussain (F. s. m. i.) orientiert. Unser Volk hat verstanden, dass getötet zu werden, nicht besiegt zu werden, heißt. Es war ihnen klar, dass Rückzug und Flucht vor dem scheinbar starken Feind nur Schmach und Unheil bringt. Ungeachtet der Stärke des Feindes haben Imam Hussain (F. s. m. i.), seine Familie und Anhänger gekämpft bis allen das Märtyrertum zuteil wurde. Trotz der äußerlichen Niederlage haben sie gesiegt. Auch unser Volk hat diese Botschaft verstanden.

Aus Aschura zieht man die Lehre, dass man zur Wahrung der Religion Opfer bringen muss und dass man auf dem Weg des Koran bereit sein muss, auf alles zu verzichten. Bei der Verteidigung der Religion muss man scharfsinnig und intelligent agieren. Dummheit und Naivität werden bestraft und man wird betrogen. Dumme und Naive gehen zur Front des Unrechts über, ohne dies zu bemerken. Daher sehen wir unter den Kämpfern auf der Seite von Ibn Siad (dem Befehlshaber der Feinde von Imam Hussain (F. s. m. i.)) Menschen, die zwar nicht lasterhaft oder Sünder, aber dumm und naiv waren. Das sind die Lehren, die wir aus Aschura ziehen können. Diese Lehren reichen aus, um ein Volk aus der Erniedrigung und Knechtschaft zu führen und zu Ehre zu verhelfen. Diese Lehren können die Front des Unglaubens und des Imperialismus besiegen. Das liegt daran, dass sie lebendige und noch immer aktuelle Lehren sind.

Auszüge einer Rede bei einem Treffen mit verschiedenen Bevölkerungsgruppen aus Anlass des Monats Moharram am 1.Juli.1992.

Gewisse Lehren von Aschura haben warnenden Charakter. Was bedeutet das? Das heißt unaufhörlich die eigene Situation mit Aschura zu vergleichen, damit man versteht, wie es um einen selber steht. Diese Lehren muss man sehr ernst nehmen. Wenn ihr beim Befahren einer Straße einen Wagen seht, der umgekippt oder bei einem Unfall beschädigt wird und dessen Insassen sterben, so ist euch dieser Vorfall eine Mahnung. Wir sollten dies etwas ausführlicher betrachten. Die erste Mahnung, die uns im Zusammenhang mit dem Ereignis von Aschura bewusst werden soll, ist, dass wir uns fragen: Wie konnte 50 Jahre nach dem Tod des Propheten (F. s. m. i.), die islamische Gemeinde derart tief sinken, dass ein Mann wie Imam Hussain (F. s. m. i.) zur Rettung der islamischen Gemeinschaft ein solches Opfer bringen musste? Imam Hussain wurde im Zentrum des Islam, in Medina und Mekka – dem Zentrum der Offenbarung des Propheten – in eine Lage versetzt, wo ihm nichts anders übrig blieb, als sich selbst und seine Familie zu opfern, um den Islam zu bewahren. Was war geschehen, dass Imam Hussain (F. s. m. i.) sah, dass der Islam nur mehr durch sein Opfer gerettet werden könnte?! Hier gilt es sich ein warnendes Beispiel zu nehmen. Einst gab der Führer und Prophet der islamischen Gemeinschaft (F. s. m. i.), den Muslimen in Mekka und Medina die Fahnen und sie stießen bis weit in die arabische Halbinsel und bis an die Grenzen von Damaskus vor und bedrohten das römische Imperium. Diese ergriffen die Flucht und das islamische Heer kehrte siegreich zurück. Einst hörte man in der Moschee der islamischen Gemeinschaft den Klang der Koranrezitation und der Prophet rezitierte die göttlichen Verse für die Bevölkerung, predigte und leitete sie recht. Wie kam es so weit, dass eben diese Gemeinschaft, dieses Land und dieselben Städte sich so weit vom Islam trennten, dass ein Mann wie Yazid, über sie herrschen konnte?!

Diese Opferbereitschaft ist einmalig in der Geschichte. Was geschah, dass es zu einer solchen Phase kam? Dies ist das warnende Beispiel. Wir müssen diesen Tag genau in Betracht ziehen. Wir bilden heute eine islamische Gemeinschaft. Wir müssen verstehen, was in der damaligen islamischen Gemeinschaft geschah, dass Yazid die Herrschaft an sich reißen konnte? Was geschah, dass man 20 Jahre nach dem Märtyrertod des Herrn der Gläubigen Imam Ali (F. s. m. i.) in derselben Stadt, in der er herrschte die Köpfe seiner Söhne auf Lanzen in dieser Stadt zur Schau stellte?! Kufa war keine Stadt von Ungläubigen. Diese Stadt war derselbe Ort, in deren Basar Imam Ali (F. s. m. i.) hin und her ging und der Bevölkerung befahl, Gutes zu gebieten und Schlechtes zu verwehren. In den Moscheen dieser Stadt hörte man die Rezitation des Koran. In genau dieser Stadt und ihrem Basar stellte man die Töchter und Familie von Imam Ali (F. s. m. i.) als Gefangene zur Schau. Was geschah binnen 20 Jahren, dass es zu diesen Ereignissen kam? Welche Faktoren können eine Gemeinschaft, an deren Spitze Menschen wie der Prophet des Islam und Imam Ali (F. s. m. i.) standen, binnen einigen Jahrzehnten derart ändern. Diese Faktoren sind sehr gefährlich und auch wir müssen uns vor jenen in Acht nehmen.

Imam Khomeini war es eine große Ehre, sich als einer der Schüler des Propheten des Islam (F. s. m. i.) bezeichnen zu können. Imam Khomeini war es eine Ehre, die Gebote des Propheten (F. s. m. i.) in die Tat umzusetzen und sie zu verbreiten. Aber es gibt einen großen Unterschied zwischen unserem Imam und dem Propheten! Jene Gemeinschaft hatte der Prophet geformt, dennoch kam es dort nach einigen Jahren zu diesen furchtbaren Ereignissen. Also muss auch unsere Gemeinschaft sehr aufpassen, damit sie nicht auch an den erwähnten Faktoren erkrankt. Dies ist die Mahnung aus Aschura. Wir müssen diese Faktoren erkennen, sie als eine große Gefahr betrachten und von ihnen Abstand nehmen. Meiner Meinung nach ist diese Botschaft von Aschura für unsere Zeit wichtiger als die anderen Lehren und Botschaften. Auf die angesprochenen Fragen gibt uns der Koran die Antwort: Zwei Ursachen rufen laut Koran diese Verirrung und diesen allgemeinen Niedergang hervor.

Der erste Grund ist die Tatsache, dass die damalige Gesellschaft, die Anbetung Gottes nicht mehr ernst genommen und vom täglichen Pflichtgebet Abstand genommen hat. Sie hat im wahrsten Sinne des Wortes auf Gott vergessen und Spiritualität vom alltäglichen Leben getrennt.

Der zweite Grund war, dass dem Hang, sich Lüsten und Leidenschaften hinzugeben, immer mehr nachgegeben wurde. Das heißt nur an Anhäufung von Reichtümern und Leidenschaften zu denken, diese für die Hauptsache zu halten und die Ideale in Vergessenheit geraten zu lassen. Auch wir können in diesen Abgrund fallen.

Wenn in der islamischen Gemeinschaft dieser Zustand des Strebens nach Idealen verschwindet oder geschwächt wird, und jeder danach strebt, den anderen an Materiellem zu übertreffen, ist man diesem Abgrund sehr nahe.

Die islamische Staatsordnung wird durch das Festhalten an ihren Idealen und die Bemühungen zu deren Durchsetzung bewahrt und vorangebracht. Den Idealen der Revolution und den Grundsätzen des Islams gegenüber gleichgültig zu begegnen und alles von materiellen Berechnungen abhängig zu machen, wird die Gesellschaft dazu führen, dass ein solcher Zustand einsetzt.

Zu einer Zeit beschäftigte die Muslime nur der Fortschritt des Islams, die Zufriedenheit Gottes, die Lehren der Religion und ein tiefes Wissen über den Koran. Der Regierungsapparat und der Verwaltungsapparat des Landes war ein Apparat bei dem sich Gottesfurcht und Leidenschaftslosigkeit den Schmuckgegenständen und Schönheiten dieser Welt gegenüber und der individuelle Laster gegenüber standen. Das Ergebnis war eine starke Bewegung der Menschen auf Gott zu. In solch einer Situation wurde eine Persönlichkeit wie Imam Ali (F. s. m. i.) zum Führer der Gesellschaft.

Wenn Gott für die Menschen das Ziel ist, wenn es Gottesfurcht gibt, wenn einem die Verführungen dieser Welt gleichgültig sind und man sich auf dem Wege Gottes redlich bemüht, kommen Menschen, die diese Eigenschaften haben an die Macht, erledigen die Angelegenheiten der Gemeinschaft und es entsteht eine islamische Gesellschaft. Aber wenn die göttlichen Werte verändert werden, wird derjenige, der gieriger und zügelloser ist, der bei der Durchsetzung der eigenen Interessen schlauer ist, der den aufrichtigen Menschen gegenüber gleichgültiger ist, die Kontrolle der Gesellschaft übernehmen. Dann kommt es dazu, dass Menschen wie Omar ibn Saad, Schemr und Ubeidullah ibn Ziad die Leitung übernehmen und ein Mann wie Hussain ibn Ali (F. s. m. i.) auf das Schlachtfeld zieht und dort den Märtyrertod findet!

Jene, denen der Islam wahrhaftig am Herzen liegt, dürfen nicht zulassen, dass die göttlichen Werte in der Gesellschaft verändert werden. Wenn Gottesfurcht in der Gesellschaft keinen Wert mehr darstellt, dann ist klar, dass das Blut eines gottesfürchtigen Menschen wie Imam Hussain (F. s. m. i.) vergossen werden muss. Wenn Betrügerei, Irreführung und Gleichgültigkeit gegenüber den islamischen Werten die Oberhand gewinnen, dann ist es auf der Hand, dass ein Mann wie Yazid die Belange der Gesellschaft in die Hand nehmen wird, und ein Mann wie Ubeidullah die Vorzeigepersönlichkeit des Islam wird. Alles, was der Islam tun wollte, bestand darin, diese falschen Wertschätzungen zu ändern. Und auch das, was unsere Revolution tun wollte, bestand darin, die Nichtigkeit materieller Wertmaßstäbe aufzuzeigen und diese zu verändern.

Die heutige Welt ist eine Welt voll von Verlogenheit, Gewalt, Habgier und Bevorzugung der materiellen Werte vor den immateriellen. Dies gilt nicht nur für die Welt von heute. Schon seit Jahrhunderten nimmt die Bedeutung immaterieller Werte zunehmend ab. Alle Materialisten waren im Laufe der Geschichte stets bemüht, die Spiritualität abzuschaffen. Die Machthaber der heutigen Zeit haben eine materielle Staatsordnung auf der Welt errichtet. An deren Spitze herrscht eine Macht wie die USA, die verlogener, betrügerischer, den menschlichen Tugenden gegenüber gleichgültiger und unbarmherziger ist als alles, was wir aus der Geschichte bereits kennen.

Das ist der Zustand der Welt. Die islamische Revolution bedeutet die Wiederbelegung des Islam. Diese Revolution ist da, um diesem Zustand auf der Welt ein Ende zu bereiten und eine neue Ordnung in zu errichten. Wenn diese materielle Weltordnung bestehen bleibt, werden weiterhin verdorbene und unterdrückerische Menschen wie Mohammad Reza (Schah) herrschen und ein tugendhafter Mann wie Imam Khomeini muss im Gefängnis sitzen, oder im Exil leben. Bei solchen Zuständen gibt es keinen Platz für den Imam in der Gesellschaft. Denn, wenn Gewalt, Verdorbenheit und Lüge herrschen, muss derjenige, der tugendhaft, aufrichtig und gottergeben ist, im Gefängnis sitzen, oder auf dem Schlachtfeld den Märtyrertod finden. Aber wenn ein Imam die Führung übernimmt heißt das, dass sich alles geändert hat und Materialismus, Verdorbenheit und Hedonismus ein Ende gesetzt wurden. Dagegen werden Gottesfurcht, Frömmigkeit, Nächstenliebe, Brüderlichkeit und Hingabe herrschen. Jeder Imam versucht diese Werte zu bewahren und durchzusetzen. Was passiert, wenn wir diese verlieren, wenn wir anstatt an unsere Pflichten und göttlichen Ideale zu denken, uns mit unseren Luxusgegenständen befassen? Was passiert, wenn wir einen gläubigen und aufrichtigen Jugendlichen, der nichts anderes will, als auf dem Wege Gottes möglichst schnell voran zu kommen, isolieren und stattdessen, einen frechen, anspruchsvollen Menschen an die Macht bringen, der nichts von Spiritualität hält? Dann verändert sich alles.

Da zu Beginn des Islam der Abstand zwischen dem Tod des geehrten Propheten (F. s. m. i.) und Märtyrertod seines Enkels 50 Jahre war, könnte in unserer Zeit dieser Abstand noch viel kürzer sein und unsere tugendhaften Menschen noch viel früher gerichtet werden. Das sollten wir nicht zulassen. Wir müssen gegen jede Abweichung, die der Feind uns auferlegen will, Widerstand leisten. Demnach bedeutet eine warnende Lehre aus Aschura zu ziehen, dass wir nicht zulassen dürfen, dass der Geist der Revolution in der Gesellschaft abnimmt und verschwindet.

Konstruktives Denken und Kreativität waren die Eigenschaften von Imam Ali (F. s. m. i.), der vielleicht sogar in der Zeit seines Kalifats Dattelpalmenhaine kultivierte, Felder bestellte, Bäume anpflanzte, Brunnen grub und bewässerte. Das ist Kreativität und Konstruktivität und nicht materiellen Begierden zu folgen wie Yazid und Ubaidullah ibn Ziad.

Islamische Bewegung-kein Monopol

Wir,die wir uns erhoben haben,taten dies für den Islam.Unsere Republik ist eine Islamische Republik.Die Islamische Bewegung kann nicht nur auf ein bestimmtes Land beschränkt sein.Auch nicht nur auf die islamische Welt.Eine Bewegung, die um des Islam willen erfolgt.ist die Bewegung der Propheten.Auch sie, die Bewegung der Propheten,war nicht auf ein Gebiet begrenzt.Der Prophet des Islam stammte aus Arabien,seine Einladung aber erging nicht nur an die arabische Bevölkerung,war nicht nur auf die arabische Halbinsel beschränkt,sondern meinte alle,die gesamte Welt.

Ihn überall verwirklichen

Schreitet auf dem Weg des Islam einher, und setzt euch für ihn ein.Damit das Schahadat auf seinem Wege zuteil wird.Und sollten wir - In Scha´Allah - obsiegen,zum Erstarken und Sieg des Islam beitragen und überall,wo auch immer, erhobenen Hauptes sein und in allen Ländern,in allen Teilen der Welt,den Islam verwirklichen und sein Banner aufrichten können.

Islam-Ein Recht aller

Ich hoffe,dass wir das Banner des Islam - das Banner der Islamischen Republik - in allen Teilen der Welt aufrichten können und sich alle dem Islam,der ein Recht aller ist, anschliessen werden. Imam Ayatollah Ruhollah Al Musavi Al Khomeini

Boycott Zionism

Smash Zionism

Widerstand gegen Zionismus,Zionisten und deren Unterstützern!

Boycott Israel

Widerstand macht Sinn

"Wenn die Zionisten die Waffen niederlegen und sich hinter die Grenzen von 1967 zurückziehen wird es Frieden geben. Wenn der palästinensische Widerstand die Waffen niederlegt wird es niemals ein freies, unabhängiges Palästina geben." Ahmed Ibn Fahdlan in Tehran.

Revolution I

"Without a revolutionary theory there cannot be a revolutionary movement"

Revolution II

Revolution! Revolution! Nicht vom Osten!! Nicht vom Westen!! ISLAMISCHE REVOLUTION!!!

Ideologie

"Also wenn wir den Krieg nicht gewinnen was haben wir dann von der Ideologie? Also ich meine, das ist doch nicht einfach irgendetwas aus einem Buch. Eine Ideologie ist doch etwas praktisches, muß doch etwas lebendiges, etwas für Menschen sein!"

Islam Inside

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