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Gerechtigkeit ist eine feine Sache und wenn man dafür auch noch ein internationales Gericht hat um so besser.  Jetzt hat das internationale Strafgericht in Den Haag einen Haftbefehl ausgestellt und möchte Gadhaffi wegen “Verbrechen gegen die Menschlichkeit” anklagen.  Er soll Splitterbombem gegen Zivilisten eingesetzt haben. Streu- oder Splitterminution gegen Zivilisten dürfen aber nur die Gerechten einsetzten und die sitzen nicht in Tripolis sondern in Brüssel,  Washington oder Jerusalem.  Pech für Gaddaffi, dass er auf der falschen Seit steht. Auf der Sonnenseite der Gerechten gibt’s für die Entsendung weiterere Truppen nach Afghanistan und den Unterhalt von Foltergefängnissen den Friedensnobelpreis.

Abgesehen davon verweigern die USA dem Gericht in den Haag ohnehin die Anerkennung. Selbst wenn die Richter zu der Überzeugung gelangen sollten, dass Folter oder der Einsatz von Streu- oder Uranmunition (Kosovo, Irak, Afghanistan)  ein Kriegsverbrechen darstellten -mehr als ein mildes Lächeln würden die USA nicht dafür aufbringen.

Quelle

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Hiroshima, Nagasaki, Fallujah …

Es stellt sich also heraus, dass es im Irak Waffen der Massenvernichtung gab, allerdings nicht bis wir kamen und begannen, diese einzusetzen.

Zusätzlich zu allem, was wir Fallujah noch antaten – Kollektivstrafe vollzogen an einer aufsässigen Stadt im November 2004 (ein Kriegsverbrechen), Tausende Zivilisten getötet, die Infrastruktur in Trümmer gelegt (fast sechs Jahre danach ist die Kanalisierung noch immer nicht repariert und Abwässer fließen durch die Straßen) – setzten wir offenbar auch Atomwaffen ein und hinterließen damit ein Erbe von Krebs, Leukämie, Kindersterblichkeit und genetischen Schäden.

Freiheit ist nicht frei. Erinnern Sie sich, welche Argumente die kriegslüsternen unter unseren Mitbürgern benutzten, ihr endgültiges Gegenargument, wenn die unter uns, die über diesen wahnsinnigen Krieg entsetzt waren, die Zahl der getöteten Zivilisten anführten? Ende der Debatte. Jetzt reicht´s.

Das ist die Macht der Sprache. Nenne es „KRIEG“ und damit einher kommen EHRE, PFLICHT, MUT, OPFER: eindeutig das Beste, was die Menschheit aufzuweisen hat. Das Wort ist unangreifbar; es setzt das Herz in Bewegung; Gott tritt auf, segnet die Truppen, segnet die Waffen. Operation „Freiheit für den Irak“: Sie werden uns mit offenen Armen begrüßen.

Wann kommen wir darauf, dass „KRIEG“ eine moralische Kloake von schrecklichen Konsequenzen ist, in erster Linie – und das beunruhigt ganz besonders – von nicht beabsichtigten?

So ersuchte im vergangenen November eine Gruppe von britischen und irakischen Ärzten die UNO, den alarmierenden Anstieg von angeborenen Defekten in den Spitälern von Fallujah zu untersuchen. „Die jungen Frauen in Fallujah,“ so schrieben sie, „fürchten sich davor, Kinder zu bekommen. Grund dafür ist die steigende Anzahl von Babies, die grotesk verformt, ohne Köpfe, mit zwei Köpfen, einem Auge auf der Stirn, schuppigen Körpern und fehlenden Gliedern auf die Welt kommen. Außerdem treten unter den kleinen Kindern in Fallujah scheußliche Formen von Krebs und Leukämie auf.“

Die offizielle Reaktion der Vereinigten Staaten von Amerika war, dass sich der Brief der Ärzte auf Einzelfälle bezog: Es gebe keine Studien, die bestätigten, dass etwas in Fallujah nicht stimme, abgesehen von der Zerstörung, die durch Truppen und Bomben der Vereinigten Staaten von Amerika verursacht wurde. Das hat sich jetzt geändert.

Das International Journal of Environmental Research and Public Health (internationale Zeitschrift für Umweltforschung und Öffentliche Gesundheit) hat gerade eine epidemiologische Untersuchung veröffentlicht, „Cancer, Infant Mortality and Birth Sex-Ratio in Fallujah, Iraq 2005-2009“ („Krebs, Kindersterblichkeit und Geburten-Geschlechts-Verhältnis in Fallujah, Irak 2005 – 2009“), nach der sich herausgestellt hat, dass nebst vielem anderem in Fallujah die Quoten von Krebs, Leukämie und Kindersterblichkeit höher sind als in Hiroshima und Nagasaki 1945.

Ein vielleicht besonders schauriges Ergebnis der Untersuchung, die ein aus elf Forschern bestehendes Team im vergangenen Januar und Februar in 711 Haushalten durchgeführt hat, ist die radikale Verschiebung des Verhältnisses zwischen Buben und Mädchen bei den Geburten. Unter normalen Umständen beträgt dieses ungefähr 1.050 Buben auf 1.000 Mädchen. Im Fallujah nach der Invasion wurden pro 1.000 Mädchen 860 Buben geboren – ähnlich der Verschiebung, die in Hiroshima nach dem Abwurf der Atombombe beobachtet wurde.

Dr. Chris Busby, einer der Autoren der Studie, sagte, dass nur „eine sehr schwerwiegende mutagene Einwirkung“ eine solche Abweichung verursachen konnte. Als Verursacher kommt am ehesten abgereichertes Uran (DU = depleted uranium) in Frage, sagte er, ein dichtes Metall mit außergewöhnlicher Durchschlagskraft, das für die Herstellung von Raketen, Granaten und Bomben verwendet wird. Beim Aufschlag explodiert DU zu extrem feinem radioaktivem Staub, der sich auf dem Boden ablagert oder vom Wind verblasen wird. Während das Militär der Vereinigten Staaten von Amerika weiterhin bestreitet, dass das Einatmen dieses Staubs die Gesundheit gefährdet, bleiben viele Wissenschafter dabei, dass DU hoch giftig ist und wahrscheinlich das Golfkriegssyndrom mit verursacht – dass es kurz gesagt eine nukleare Waffe ist, mit einem radioaktiven Niederschlag, der gleich gefährlich ist wie der einer Atombombe.

Von diesen Dingen zu erfahren macht einen zunehmend krank und lässt daran zweifeln, wer wir sind und was wir tun: noch immer über „den Krieg“ diskutieren, noch immer dieses fortschreitende Ausbluten nationaler Werte mit diesem Begriff würdigen; noch immer Zivilisten in Afghanistan und Pakistan ermorden, und entschlossen aus jeglicher Verantwortung flüchten für die Umweltzerstörung, die wir im Irak begangen haben; und noch immer stillschweigend unweigerlich den nächsten vorbereiten.

Was bräuchte es, das Leiden Fallujahs dem Herzen Amerikas zu vermitteln, oder mindestens dem Herzen des Kongresses, der gerade seinen Sanktus zu weiteren $ 59 Milliarden gegeben hat, „um die Truppen in Afghanistan mit Geldmitteln zu versehen“ (man beachte die feinsinnige Formulierung des Pentagons).

Enorme, Zukunft verschlingende Zahlen werden im Kongress mit derartiger Leichtigkeit verhandelt, wenn das Geld von der Kriegsmaschine verlangt wird. Geld für den Aufbau der Zukunft, oder für die Gutmachung von Schäden aus alten, vergangenen Kriegen ist eine ganz andere Sache: plötzlich ist es real, wie ein Pfund Fleisch, und wird nur unter gequältem Aufheulen ausgegeben.

Um zum Beispiel zu helfen, unsere Hinterlassenschaft von Agent Orange in Vietnam zu bereinigen, hat der Kongress seit 2007 $ 9 Millionen bewilligt. Zwischen 1962 und 1971 versprühten wir 72.000.000 Liter dieses höchst giftigen Entlaubungsmittels, wodurch wir mindestens 3 Millionen Vietnamesen schädigten. Unser Verantwortungsbewusstsein bemisst sich auf $ 3 pro Person. Und solche Beträge werden verfügbar nur nach Jahrzehnte langem Bestreiten von jeglicher Verantwortung unsererseits.

Ich denke noch einmal an Fallujah. Das Leiden dieser Stadt wird uns in unseren nationalen Träumen in den kommenden Jahrzehnten verfolgen. In einer Generation oder so werden unsere Kinder mit den Konsequenzen dessen konfrontiert sein, was wir dort getan haben. Bis dahin werden wir weiterhin versuchen, „Sieg“ und letztendliche Rechtfertigung mit Multimilliarden-Steigerungen zu erkaufen, bis der finanzielle Ruin zu unserem moralischen Bankrott dazu kommt.

Erschienen am 30. Juli 2010 auf > http://www.antiwar.com > http://original.antiwar.com/robert-koehler/2010/07/29/the-suffering-of-fallujah/

Rücksichtlose Gewalt und mutwillige Zerstörung im Gaza-Krieg – so lauten die massiven Vorwürfe israelischer Soldaten gegen die eigene Armee. Die Organisation „Das Schweigen brechen“ hat ihre Aussagen nun veröffentlicht.

Der 112 Seiten lange Bericht der israelischen Organisation „Das Schweigen brechen“ wurde am Mittwoch (15.07.2009) vorgestellt. Er dokumentiert die Zeugenaussagen von 54 israelischen Soldaten und Offizieren, die seit Beginn des Jahres anonym interviewt wurden. Durch die hohe Anzahl an übereinstimmenden Aussagen der Soldaten scheint sich der Verdacht zu erhärten, dass die israelische Armee mehrfach die Grundregeln des Kriegsvölkerrechts missachtet hat: Es sei kaum zu einer Unterscheidung zwischen Kämpfern und Unbeteiligten gekommen, heißt es in dem Bericht. Die dreiwöchige Offensive sei mit rücksichtsloser Gewalt an Zivilisten geführt worden. Außerdem werfen die Soldaten ihrer Militärführung vor, sie zu mutwilliger Zerstörung angestachelt zu haben. Bei dem Einsatz, der am 18. Januar 2009 endete, waren mehr als 1400 Palästinenser getötet und 5000 weitere verletzt worden .

Mutwillige Zerstörung

In dem Bericht beschreiben die Soldaten die Zerstörung von Häusern und Moscheen ohne jeden militärstrategischen Nutzen. Diese Praktiken seien von der Armeeführung gebilligt worden. Außerdem seien Phosphorbomben in dicht besiedeltem Gebiet zum Einsatz gekommen. Einige Veteranen bestätigten in ihren Aussagen, dass die Armee Anwohner als menschliche Schutzschilde in Häuser vorgeschickt hat, in denen sich Hamas-Kämpfer versteckten. Diese als „Nachbar-Prozedere“ bekannte Methode ist in Israel verboten. Die israelische Regierung hatte der Hamas vorgeworfen, sich bewusst in Wohngebieten zu verstecken: Sollten die Vorwürfe stimmen, dann hätten sowohl die Hamas als auch Israel die Menschen aus Gaza als Schutzschilde benutzt.

Die Soldaten berichten von einer Atmosphäre, in der sie zu wildem, ziellosem Schießen ermutigt worden sein. So habe man grundlos auf Wassertanks, Computer und Fernseher geschossen. Das wichtigste sei gewesen, dass kein Israeli dabei ums Leben komme. Einer der Soldaten zitiert seinen Kommandeur: „Keinem meiner Soldaten soll ein Haar gekrümmt werden und ich bin nicht bereit, es einem Soldaten zu erlauben, sich selbst durch Zögern zu gefährden. Wenn du nicht sicher bist – schieße!“ Ein anderer berichtet von „Hass und Freude am Töten“ unter seinen Kameraden. „Oh ja, ich habe einen Terroristen getötet“, sollen diese gesagt haben.

Versagen der Politik

Tsafrir Cohen, Repräsentant der Organisation medico international in Palästina und Israel, führt diese veränderte Vorgehensweise der Armee auf die israelische Isolations- und Trennungspolitik zurück: „Seitdem der Gaza-Streifen eingezäunt und komplett isoliert ist, wird die dort lebende Bevölkerung nicht mehr als Nachbarn und Individuen, sondern nur noch als Sicherheitsrisiko wahrgenommen. Dies betrifft nicht nur die israelische Armee, sondern wirkt tief in die israelische Gesellschaft hinein.“ Michael Manekin von „Das Schweigen brechen“ sagte, dass  die unmoralische Art und Weise Krieg zu führen beweise, dass das System Schuld sei und nicht der individuelle Soldat selbst. Der Bericht sei „ein dringender Aufruf an die israelische Gesellschaft und Führung, einen unverschleierten Blick auf die Dummheit unserer Politik zu werfen“, so Manekin.

Wiederholte Vorwürfe

Menschenrechtler hatten schon mehrfach über brutales Vorgehen der israelischen Armee während des Feldzuges berichtet. Außerdem erschienen im Februar dieses Jahres Augenzeugenberichte von Soldaten der Militärakademie Izchak Rabin, die ebenfalls willkürliche Tötung und mutwillige Zerstörung dokumentieren.

Die israelische Armee teilte derweil mit, sie bedauere „dass eine weitere Menschenrechtsorganisation Israel und der Welt einen Bericht vorlegt, der auf anonymen und allgemeinen Zeugenaussagen basiert, ohne ihren Hintergrund zu prüfen“. Es handele sich dabei um „Diffamierung und Verleumdung der israelischen Armee und ihrer Kommandeure“.

Quelle

Wie gestern bekannt wurde, wird die israelische Regierung die Untersuchung des UN-Sicherheitsrates zu möglichen Kriegsverbrechen während der bis zum 18. Januar dauernden Operation „Cast Lead“ nicht unterstützen, sagte ein Beamter der Regierung, da die Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrats auf einer „voreingenommenen Resolution“ beruht ………………………. WEITERLESEN.

Von Dr. Muneer Deeb

Die Frankfurter Medien hatten es vorgezogen, lieber keine Journalisten zu dieser Veranstaltung mit einem Kasseler Arzt als Augenzeugen der israelischen Verbrechen in Gaza zu senden – dann mussten sie auch nicht berichten. Der Tod unschuldiger Menschen, die gezielte Bombardierung von Wohnhäusern, Krankenhäusern und Schulen, die Verwüstungen und das Elend der Zivilbevölkerung wurden von der „zivilisierten“ Welt geduldet. Hier der Bericht.

Der Gaza Streifen mit seinen 1,5 Mio. Einwohner auf einer Fläche von 37 km² das am dichtesten besiedeltes Gebiet der Erde. Als die israelische Militäroffensive am 28.12.2008 gestartet wurde, war das Gesundheitssystem durch den 18 Monaten andauernden Belagerungszustand bereits schwer angeschlagen. Es herrschte ein Mangel an wichtigen Medikamenten wie Antibiotika, Anästhetika, Antihypertensiva und Analgetika, neben einfachen Laborreagenzien zur Messung von Elektrolyten, Herz-, u. Leberenzymen. Viele medizinische Geräte, wie z.B. Hämodialysegeräte, waren wegen Mangel an Ersatzteilen außer Betrieb.
 
Ummittelbar nach Beginn der militärischen Operation waren die Krankenhäuser mit ihrem Personal schon nicht in der Lage die vielen Verletzten adäquat zu behandeln. Schnell waren die Ärzte durch den Dauereinsatz erschöpft und baten international tätige Ärzteorganisationen um Unterstützung. Wie viele andere Organisationen bildete die französische Ärzteorganisation “Help Doctors“ zusammen mit der europaweit vertretenen “PalMed Europe“-Organisation ein Chirurgenteam, bestehend aus einem Unfallchirurgen, zwei Handchirurgen, einem Viszeralchirurgen (der Autor), einem Anästhesisten sowie einem Katastrophenmediziner und einem Logistiker.
 
Sieben Stunden Verhandlungen an der Grenze
 
Mit einem Konvoi der französischen Botschaft in Kairo wurden wir zum Grenzübergang Rafah an der Grenze zum Gaza-Streifen gefahren. Nach langen sehr mühsamen und zähen siebenstündigen Verhandlungen gelangten wir endlich auf die palästinensische Seite der Grenze. Dort hat jeder eine Erklärung unterschrieben, auf eigene Gefahr in den Gaza-Streifen einzureisen. Der häufigste Satz, den ich immer wieder zu hören bekam war: „Niemand ist nirgendwo in Gaza sicher.“
 
Mittlerweile war es dunkel geworden. Unter den Palästinensern war allgemein bekannt, mit Einbruch der Dunkelheit verstärken sich die Angriffe und es wird besonders gefährlich. Als wir, zusammen mit anderen Ärzten aus verschiedenen Ländern, u.a. aus Griechenland, in die Krankenwagen (einziges und vermeintlich sicherstes Transportmittel) einsteigen wollten, detonierten zwei große Explosionen, die so laut waren, dass wir jetzt erst erkannten, wie ernst die Lage ist. Später wurde uns erzählt, dass der Grenzübergang selbst getroffen worden war. Wir fuhren in einer Kolonne von Rotlichtern zum Krankenhaus Alnajjar in der Stadt Rafah, von dort aus fuhr unser Team weiter zur Südstadt Khan Younis.
 
Katastrophale Lage mit überfüllten Betten
 
Da die israelischen Panzer mittlerweile die Verbindung zwischen dem Süden und der Mitte des Gaza-Streifens unter Ihrer Kontrolle brachten, durften wir erst nach Koordination mit dem internationalen Roten Kreuz einen Tag später nach Gaza Stadt passieren. Die Zeit in Khan Younis nutzten wir, um das Nasser-Krankenhaus zu besuchen. Dorthin wurden die meisten Verletzten aus dem Süden gebracht. Als wir dort ankamen, sahen wir, wie viele Menschen sich vor dem Kühlhaus versammelten. Unsere Begleiter erklärten uns, dass die Leute nach ihren verlorenen Angehörigen suchten. Nach einem kurzen Treffen mit dem Krankenhausdirektor, der uns über die katastrophale Lage mit überfüllten Betten und Operationssälen berichtete, machten wir einen Rundgang durch die Abteilungen. Auf der Dialysestation zeigte uns ein 60jähriger Pfleger die wegen fehlender Ersatzteile stillgelegten Dialysegeräte. Auf der Intensivstation mit neun Betten lagen die frisch Verletzten, einige kamen gerade vom Operationssaal, darunter ein elfjähriger Junge mit Kopfverletzungen.
 
Unseren Durchgang mussten wir abbrechen, da plötzlich eine Meldung über mehrere Verletzte nach einem Luftangriff östlich von Khan Younis durchkam. Wir eilten zur Notaufnahme, dort waren die ersten Verletzten zum Teil mit privaten Pkws angekommen. Neben subtotal amputierten unteren Extremitäten gab es Kopfverletzungen und einen Verletzten mit einem offenen abdominellen Explosionstrauma.
 
Als wir im Shefaa Krankenhaus ankamen, waren dort schon mehrere Chirurgenteams aus verschiedenen Ländern vor Ort und hatten ihre Arbeit aufgenommen. Zur Entlastung anderer Kollegen in den umliegenden Krankenhäusern wurden wir als Team ins Al-Quds Hospital; ein 200 Betten-Krankenhaus im südlichen Teil der Stadt Gaza geschickt. Nach unserer Ankunft führten wir mit den Dienst habenden Kollegen eine ausführliche Visite bei allen Patienten durch. Die meisten Verletzungen waren I.- bis III.-gradig offene Trümmerfrakturen, die mit Fixateur externe versorgt waren.
 
Nächtlicher Albtraum
 
Wir besichtigten die zwei Operationssäle, die Notaufnahme, und die Intensivstation und erstellten einen Plan über die weitere operative und nichtoperative Versorgung der Patienten. Es schien in den ersten drei Stunden bis auf hin und wieder zu hörende Detonationen oder Kampfflugzeuge ruhig zu zugehen. Wir freuten uns auf die erste ruhige Nacht. Auch die Mitarbeiter im Krankenhaus waren zuversichtlich, endlich eine Nacht zu schlafen.
 
Kaum war es Mitternacht, so begann ein schrecklicher Albtraum, nein es war Realität. Plötzlich waren alle möglichen Arten von Explosionen zu hören, diesmal ganz dicht, als ob sich das ganze unmittelbar um das Krankenhaus sich abspielte. Es war so heftig, dass wir uns auf den Fluren versammelten. Mit uns waren Familien mit Kindern aus den umliegenden Hochhäusern, die Zuflucht im Krankenhaus gesucht hatten. Wir warteten nur noch darauf, entweder von einer Granate getroffen zu werden, oder dass das Krankenhaus von den Soldaten gestürmt würde. Dieser Zustand dauerte die ganze Nacht und setzte sich am nächsten Tag fort. Die meiste Zeit verbrachten wir damit, Kinder und Frauen zu beruhigen und zu unterhalten. Doch die Angst war so groß, dass viele mit Sedativa versorgt werden mussten.
 
Granate in die Krankenhausapotheke
 
Am nächsten Tag wurde gegen 9 Uhr das Lagerhaus des aus drei Gebäuden bestehenden Krankenhauses offensichtlich von einer Granate und stand in Flammen. Eine zweite Granate schlug in die Krankenhausapotheke ein. In den Gängen des Krankenhauses verbreitete sich ein intensiver Gasgeruch, so dass wir Mundschutzmasken verteilt haben. Auf dem Hinterhof wurden viele verstreute brennende Körper mit starker weißer Rauchentwicklung gesichtet und von uns fotografiert.
 
Das Klinikgebäude war mit dem Lagerhaus über ein mittleres Gebäude verbunden. Da das Feuer nicht unter Kontrolle zu bringen war, die Feuerwehr und ICRC sich zu nähern weigerten und die Kämpfe draußen weitergingen, befürchteten wir ein Massaker im Krankenhaus. Nach der Evakuierung aller Patienten und Flüchtlinge ins Erdgeschoss  sicherten wir die Fluchtwege und appellierten über die Presse an die internationale Gemeinschaft, sich einzubringen, um ein Desaster zu verhindern.
 
Zum Glück gab es offensichtlich gegen Mittag eine Feuerpause, so dass die Einwohner in UNO-Fahrzeugen in die umliegenden UNO-Schulen evakuiert wurden, und die Feuerwehr das Feuer löschen konnte. Jetzt wurden auch die Verletzten ins Krankenhaus gebracht. Zusammen mit dem lokalen Ärzteteam konnten wir trotz des Mangels an Instrumenten und Medikamenten mehrere erfolgreiche Operationen durchführen.
 
Siebenjährige durch Granatsplitter gestorben
 
So verbrachten wir den ganzen Abend im Operationssaal. Unter den operierten Fällen war ein siebenjähriges Mädchen, das von zwei Granatsplittern erfasst wordeen war. Ein Splitter war in ihren Körper von der rechten Flanke eingedrungen, durch das Retroperitoneum, das kleine Becken gegangen, hatte das Rektum verletzt und war in den Beckenknochen stecken geblieben. Ein zweiter Splitter hatte sie am Unterkiefer getroffen, zu einer Trümmerfraktur der Mandibula geführt und die Unterkieferzähne zerstört. Während der Operation war das Geschrei der Mutter vor dem Operationssaal zu hören. Nach der Blutstillung im Bauchraum verlegten wir das Kind ins Zentralkrankenhaus zur Versorgung seiner Unterkieferfraktur. Am nächsten Tag hörten wir, das Kind sei dort 12 Stunden später auf der Intensivstation verstorben.
 
Feuer auf dem Dach
 
Gegen Mitternacht wollten wir uns ein wenig ausruhen. Plötzlich brach erneut Panik aus. Ein neues Feuer erfasst diesmal das Dach des fünfstöckigen Klinikgebäudes, in dem wir uns in zweiten Stock befanden. Mitarbeiter und eine neue Gruppe Zuflucht suchender Familien wollten sich auf die Straße flüchten, wo neue Kämpfe entstanden waren. So waren wir gezwungen, trotz der unsicheren Lage auf der Straße, alle Patienten, auch die Bettlägerigen in ihren Betten auf die Straße zu tragen. Drei Frühgeborene in ihren Inkubatoren und drei künstlich beatmete Patienten aus der Intensivstation wurden ebenfalls evakuiert. 

So sind wir in einer Kolonne von ca. 400 Seelen mitten in der Nacht auf der Asphaltstraße in Richtung  Shefaa Krankenhaus marschiert. 

Angriff mit Phosphorwaffen

Darunter weinende Frauen, schreiende Kinder, hilflose alte Frauen und Männer, schmerzgeplagte bettlägerige Patienten, die auf unebener Straße geschoben wurden. Nach ca. 400 Metern kamen endlich mehrere Krankenwagen und evakuierten die hilfslosen Menschen. Zum Glück wurde kein Patient zurückgelassen. Eine erneute Katastrophe konnte zum Glück abgewendet werden.
 
Darstellung der Verletzungen
 
Wir nahmen unsere Arbeit in Shefaa-Krankenhaus am nächsten Morgen wieder auf. Dort behandelten wir, zusammen mit anderen Ärzteteams, viele Verletzungen. Unsere Beobachtungen ergaben folgende Arten von Verletzungen:
 
1. total oder subtotal amputierte untere Extremitäten, wobei die amputierte Extremität ausgedehnte tiefe Weichteildefekte von Haut, Subcutis und Muskulatur mit Verbrenungsnekrosen aufwies, die bis auf das Periost reichten. Die Knochen zeigten Mehretagentrümmerfrakturen. Die Weichteile proximal der Amputationsstelle wiesen ebenfalls weit verstreute unterschiedlich tiefe Verbrennungen der Weichteile mit ausgestanzten Defekten auf. Klinisch und radiologisch konnten keine Splitter nachgewiesen werden.
 
2. kreislaufinstabile Verletzte mit sehr hohem Transfusionsbedarf ohne äußerlich sichtbare großflächige Verletzungen. Wegen der rapiden Verschlechterung des Kreislaufs und der fehlenden diagnostischen Mittel wie Sonographie wurden diese Patienten einer explorativen Laparotomie und manchmal auch Thorakotomie unterzogen. Bei einigen Patienten wurden IV. gradige Leber- oder Milzrupturen festgestellt, bei vielen anderen konnten keine makroskopischen Blutungsquellen festgestellt werden. Bei diesen Patienten gab es Hinweise auf diffuse mikroskopische Gewebszerstörung mit Organeinblutungen, wie z.B. bei der Lunge. Das Lungenparenchym war eingeblutet, ohne Verletzung großer Pulmonalgefäße. Solche Verletzungen könnten auf sogenannte Blust Injuries hindeuten.
 
3. großflächige Verbrennungen, die z.T. tief bis zum Knochen reichten. Diese Patienten wurden, soweit sie keine weiteren Verletzungen hatten, direkt auf die Verbrennungsstation verlegt.
 
Andere Verletzungen wie Kopfverletzungen, Inhalationstraumata, Augenverletzungen, Frakturen und Verletzungen im Gesichtsbereich wurden von entsprechenden Spezialisten behandelt.
 
Auf den Rundgängen durch die überfüllten Stationen mussten wir erleben, wie das Leiden der Verletzten sich fortsetzte. Fehlendes Verbandsmaterial und katastrophale Hygiene prägten das Bild in den Patientenzimmern. Übelriechende nässende Wunden konnte man schon vor Abnahme der Verbände riechen. Schmerzgeplagte Patienten mussten ohne Schmerzmittel auskommen, auch aufwendige Verbände wie an offenen Amputationsstümpfen wurden ohne jegliche Analgesie durchgeführt.
 
Waffenstillstand
 
Nach einer ereignisreichen stressigen schlaflosen Woche waren wir total erschöpft. Unsere Erlebnisse trugen nicht gerade zur Beruhigung bei. Unheimlich erleichternd war dann die Erklärung des Waffenstillstands. Jetzt konnten wir ein wenig aufatmen und beginnen die liegen gebliebenen vernachlässigten Patienten zu versorgen. Wir stellten einen 24stündigen Operationsplan in zwei Schichten auf und verteilten entsprechend die freiwillig eingereisten Spezialisten in diese Schichten, um die ganzen Folgeoperationen und Revisionen durchzuführen.
 
Leider endete unsere Mission am 19.01.2009. Wir verließen den Gaza-Streifen mit schwerem Herzen, weil wir um die kaum zu bewältigende medizinische Herausforderung zur Aufarbeitung der Kriegsfolgen wissen. Mehr denn je ist uns bei diesem Einsatz unter extremen, z.T. lebensgefährlichen Bedingungen, unsere humanitäre Verpflichtung und Verantwortung gegenüber hilflosen unschuldigen zivilen Kriegsopfern klar geworden. Unser Team war wie andere am Schluss entschlossen, in den Gaza Streifen zurückzukehren und dort beim Wiederaufbau des Gesundheitssystems zu helfen. (PK)

 
Dr. med. Muneer Deeb ist Arzt für Chirurgie und Visceralchirurgie in Kassel, Vorsitzender PalMedDeutschland e.V., Stellvertr. Vorsitzender PalMedEurope, zu erreichen unter m.deeb@palmedeurope.net

Quelle

Menschenrechtsorganisationen klagen Israel der Kriegsverbrechen an

Von Wolfgang Kötter

Seit dem Ende des Gazakrieges Anfang des Jahres wenden sich Einzelpersonen und Nichtregierungsorganisationen an den Internationale Strafgerichtshof in Den Haag, um Israel wegen Verletzung des humanitären Völkerrechts zur Rechenschaft zu ziehen. Nun prüft IStGH-Chefankläger Luis Moreno-Ocampo, ob er Offiziere der israelischen Armee wegen Kriegsverbrechen anklagen kann, wenn sie beispielsweise militärische Angriffe in dicht besiedelten Gebieten befohlen haben.

Der dreiwöchige Gaza-Krieg hat einen hohen Opfertribut gefordert. Zwischen 27. Dezember und 18. Januar starben nach Angaben der palästinensischen Menschenrechtsorganisation PCHR 1.434 Palästinenser und 13 Israelis. Hinzu kamen 5.303 verletzte Palästinenser und etwa 50 verwundete israelische Soldaten. Nahezu die Hälfte der Opfer waren Kinder.

Kriegsverbrechen?

Mit den Angriffen von Land, Luft und Wasser aus sollte nach israelischen Angaben der Raketenbeschuss durch militante Palästinenser soweit wie möglich reduziert werden. Die Palästinenser wollten mit den Raketenangriffen auf Israel ein Ende der Blockade des Gazastreifens erreichen. Viele Anzeichen und auch Augenzeugen sprechen dafür, dass Israel bei seiner Operation „Gegossenes Blei“ verbotene Waffen angewendet hat. Das bedeutete einen Bruch des Völkerrechts und wäre als Kriegsverbrechen zu ahnden. Immer wieder werden in diesem Zusammenhang „Phosphor-Granaten“ genannt.

Die jetzt veröffentlichte Studie „Feuerregen“ der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kommt genau zu dieser Schlussfolgerung: Der israelische Einsatz von Phosphormunition „verletzt das humanitäre Völkerrecht, dass verlangt, alle möglichen Vorkehrungen zu treffen, um zivile Opfer durch unterschiedslose Angriffe zu vermeiden“, so das Fazit. Fred Abrahams, einer der Koautoren stellt fest: „In Gaza hat das israelische Militär Phosphor nicht einfach in offenem Gelände als Nebelschleier für seine Soldaten eingesetzt … Es feuerte wiederholt Phosphor in dicht besiedelte Gebiete, sogar wenn seine Truppen gar nicht dort waren und sicherere Rauchgranaten verfügbar waren. Als Folge litten und starben Zivilisten völlig unnötig.“ Die Organisation fordert deshalb eine unabhängige Untersuchung sowohl von Israel als auch von der UNO.

Bei den eingesetzten Waffen handelt sich es um weißen Phosphor. Derartige Brandbomben kamen bereits im Zweiten Weltkrieg, in Korea, Vietnam und in Tschetschenien zum Einsatz. In jüngster Zeit sollen die Israel Defense Forces Phosphormunition auch im Libanonkrieg von 2006 und US-amerikanische wie auch britische Truppen in Irak eingesetzt haben.

Die Substanz wird in Brandbomben, Signalmitteln, Leuchtspurmunition und Rauchbomben verwendet. Sie zählt im militärischen Bereich nicht wie zuweilen angenommen zu den chemischen, sondern zu den konventionellen Waffen. Verboten ist der Einsatz also nicht durch die C-Waffenkonvention, die Israel übrigens auch nicht ratifiziert hat. Aber den Einsatz von Brandwaffen verbietet ein völkerrechtlicher Vertrag, nämlich Protokoll 3 der „Inhumane Waffen“-Konvention. Die Vereinbarung untersagt die Verwendung von Brandwaffen wie Flammenwerfern und Napalm einschließlich von Phosphorgeschossen gegen Zivilisten. Sie dürfen auch nicht gegen militärische Ziele eingesetzt werden, wenn diese nicht klar von zivilen Zielen abgegrenzt werden können. Israel hat das Protokoll jedoch nicht unterschrieben.

Verboten ist der Einsatz von unterschiedslos wirkenden Waffen aber auch durch das sogenannte humanitäre oder Völkerrecht, das Verhaltensregeln für die Kriegsführung aufstellt, um das Leid nicht direkt an den Kämpfen beteiligter Personen zu lindern. So verbietet die IV. Genfer Konvention zum Schutz von Zivilpersonen z.B. militärische Angriffe auf Zivilkrankenhäuser, Sanitätstransporte, Frauen und Kinder. Israel ist Mitglied der Genfer Abkommen des humanitären Völkerrechts. Nach Artikel 35 des ersten Zusatzprotokolls , ist es verboten, Waffen, Geschosse und Material sowie Methoden der Kriegführung zu verwenden, die überflüssige Verletzungen oder unnötige Leiden verursachen.

Grausame Verletzungen

Die Verletzungen durch Phosphorbomben sind grausam und äußerst schmerzhaft. Die Substanz brennt bereits, wenn sie mit Luft in Berührung kommt. Bei Menschen führt die Berührung mit weißem Phosphor zu schwersten Verbrennungen, die nur schwer heilen. Selbst kleinste Phosphorpartikel, die auf die Haut gelangen, erzeugen Verbrennungen zweiten oder dritten Grades. Zum Teil sind die Verletzungen sehr tief, da sich die fettlöslichen Phosphorpartikel bis zum Knochen fressen können. Die Reaktion kommt erst dann zum Erliegen, wenn der weiße Phosphor vollständig verbrannt ist oder wenn ihm der Luftsauerstoff entzogen wird.

Weißer Phosphor und seine Dämpfe sind gleichzeitig hochgiftig. Sie stören wichtige Stoffwechselprozesse und verursachen schwere Schäden an Lunge, Leber, Herz und Nieren. Schon geringe Mengen können nach einiger Zeit zum Tode führen.

Die Zeugen und Opfer klagen an und ihre Aussagen sind bestürzend. Ärzte und Ärztinnen berichten von ihnen bisher völlig unbekannten Verletzungen. So erklärte der Chirurg Dr. Muneer Deeb, Oberarzt am Kasseler Klinikum, der mit einem französischen Ärzteteam eine Woche in Gaza operiert hat: „Die Verletzungen, die wir behandelt haben, waren keine Verletzungen durch herkömmliche Splitterbomben. Es gab Verbrennungen bis auf die Knochen“. Dr. Nafez Abu Schaban, Spezialist für plastische Chirurgie und Brandverletzungen im Schifa-Hospital, dem größten palästinensichen Krankenhaus in Gaza, berichtete von einem 18-jährigen Patienten, der am 18. Januar 2009 mit Brandwunden übersät zu ihm ins Krankenhaus kam. Noch fünf Stunden nach dem erlittenen Angriff entwich weißer Rauch aus den Wunden.

Laut Mitverfasser der Studie Marc Garlasco, früherer Pentagonexperte und jetzt Militäraranalyst bei Human Rights Watch, seien diese Waffen überall in Gaza in dicht besiedelten Wohngebieten eingesetzt worden. Die Zahl der explodierten Phosphorgranaten sei viel größer als von der israelischen Armee zugegeben. „Wir haben überall im Gazastreifen Nachweise für weißen Phosphor gefunden“, bestätigt ebenfalls Chris Cobb-Smith, Ex-Offizier der britischen Armee und Militärexperte von Amnesty International. „Es ist unmöglich, dass dies versehentlich geschehen ist. Die Granaten wurden bewusst auf dicht besiedelte Wohngebiete abgefeuert.“

Willkürliche Angriffe verursachten unnötiges Leid in der Zivilbevölkerung

Der wiederholte Einsatz von Granaten mit weißem Phosphor in Gazas dicht besiedelten Gebieten während der jüngsten israelischen Offensive war willkürlich und stellt eindeutig ein Kriegsverbrechen dar, so Human Rights Watch in einem heute veröffentlichten Bericht.

Der 71-seitige Bericht „Rain of Fire: Israel’s Unlawful Use of White Phosphorus in Gaza“ dokumentiert Zeugenaussagen zu den verheerenden Auswirkungen weißer Phosphormunition auf Zivilisten und ihr Eigentum in Gaza. Researcher von Human Rights Watch in Gaza fanden unmittelbar nach Beendigung der Kampfhandlungen explodierte Granaten, Munitionsbehälter und Dutzende abgebrannte, mit weißem Phosphor getränkte Filz-Keile in den Straßen, auf Hausdächern, in privaten Innenhöfen und einer Schule der Vereinten Nationen. Der Bericht liefert außerdem ballistische Beweise, Fotografien und Satellitenbilder sowie Dokumente des israelischen Militärs und der Regierung.

 Das Militär verwendet weißen Phosphor in erster Linie zur Verschleierung von Bodenoperationen. Er erzeugt eine dichte Rauchwand, kann aber auch als Brandwaffe eingesetzt werden.

„Das israelische Militär hat weißen Phosphor nicht nur in offenem Gelände als Schutzschirm für seine Truppen verwendet, sondern wiederholt über dicht besiedelten Gebieten abgeschossen, auch wenn die Truppen dort nicht im Einsatz waren und obwohl weniger gefährliche Rauchgranaten verfügbar gewesen wären. Zivilisten hatten unnötig darunter zu leiden oder kamen ums Leben“, so Fred Abrahams, Senior Researcher in der Abteilung für Krisengebiete bei Human Rights Watch and Co-Autor des Berichts.

 Der Bericht dokumentiert eine gewisse Strategie beim Einsatz von weißem Phosphor, für die Human Rights Watch zufolge die Zustimmung von leitenden Offizieren notwendig gewesen sein muss.

 „Die leitenden Kommandeure sollen für den unnötigen Tod von Zivilisten durch den Einsatz von weißem Phosphor zur Rechenschaft gezogen werden“, sagt Abrahams.

Am 1. Februar legte Human Rights Watch den israelischen Streitkräften einen detaillierten Fragenkatalog bezüglich des Einsatzes von weißem Phosphor in Gaza vor. Die Streitkräfte antworteten nicht darauf, sondern verwiesen auf interne Ermittlungen durch das Südkommando.

Bei den jüngsten Operationen im Gazastreifen haben die israelischen Streitkräfte häufig weißen Phosphor in 155 mm-Artilleriegranaten über besiedelten Gebieten oder in deren Nähe in der Luft explodieren lassen. Jede dieser Granaten streut 116 brennende Keile aus weißem Phosphor in einem Umkreis von bis zu 125 Metern vom Ort der Detonation entfernt. Weißer Phosphor entzündet sich durch den Kontakt mit Sauerstoff und brennt bei Temperaturen von bis zu 816 Grad Celsius solange weiter, bis entweder nichts mehr übrig ist oder die Sauerstoffzufuhr unterbunden wird. Weißer Phosphor führt bei Hautkontakt zu schwersten Verbrennungen.

Der ordnungsgemäße Einsatz von Phosphorwaffen in offenem Gelände ist erlaubt. Der Human Rights Watch-Bericht kommt jedoch zu dem Schluss, dass die israelischen Streitkräfte wiederholt Phosphor-Granaten rechtswidrig über Wohngegenden detonieren ließen. Dabei sind Zivilisten getötet und verwundet sowie zivile Einrichtungen, darunter eine Schule, ein Markt, eine Lagerhalle der humanitären Hilfe und ein Krankenhaus, zerstört worden.

Israel bestritt anfänglich den Einsatz von weißem Phosphor in Gaza, ließ aber angesichts sich verdichtender Beweise verlauten, der Einsatz sämtlicher Waffen stehe in Einklang mit dem Völkerrecht. Später kündigte Israel interne Ermittlungen zu einem möglicherweise missbräuchlichen Einsatz von weißem Phosphor an.

„Früheren Ermittlungen der israelischen Streitkräfte zu Vorwürfen über Fehlverhalten nach zu urteilen wird diese Untersuchung weder gründlich noch unparteiisch vonstatten gehen“, meint Abrahams. „Deshalb ist eine internationale Untersuchung von schwerwiegenden Verstößen seitens aller Parteien gegen das Kriegsrecht erforderlich.“

Die israelischen Streitkräfte wussten, dass weißer Phosphor eine lebensbedrohliche Gefahr für die Zivilbevölkerung darstellt. In einem medizinischen Bericht, den das israelische Gesundheitsministerium während der jüngsten Kampfhandlungen vorbereitet hat, heißt es, dass weißer Phosphor „zu ernsthaften Verletzungen und zum Tod führen kann, wenn er mit Haut in Kontakt kommt, inhaliert oder geschluckt wird.“ Verbrennungen von bereits weniger als zehn Prozent des Körpers können tödlich sein, da sie zur Schädigung von Leber, Nieren und Herz führen, so der Bericht des Ministeriums. Häufig kommt es zu Infektionen, die chemische Substanz kann zu einer ernsthaften Schädigung der inneren Organe und zum Tod führen.

Wenn die israelischen Streitkräfte weißen Phosphor lediglich als Rauchwand für ihre Truppen einsetzen hätten wollen, so die Schlussfolgerung von Human Rights Watch in dem Bericht, dann hätten sie auf eine jederzeit verfügbare, nicht tödliche Alternative zurückgreifen können, nämlich auf Rauchgranaten, die von einer israelischen Firma hergestellt werden.
 
Sämtliche von Human Rights Watch entdeckten Phosphorgranaten sind 1989 vom US-Hersteller Thiokol Aerospace produziert worden, damals Betreiber der Louisiana Army Ammunition Plant. Am 4. Januar fotografierte Reuters Artillerie-Einheiten der israelischen Streitkräfte mit Projektilen, deren Aufschrift darauf hindeutet, dass sie im September 1991 in der US-Waffenfabrik Pine Bluff Arsenal hergestellt worden sind.
 
Um die hohe Zahl ziviler Opfer in Gaza zu rechtfertigen, machten israelische Regierungsvertreter immer wieder die Hamas verantwortlich, die Zivilisten als „menschliche Schutzschilde“ benutze und von zivilen Orten aus Angriffe unternehme. Die im vorliegenden Bericht dokumentierten Fälle lieferten jedoch keine Anhaltspunkte dafür, dass die Hamas zum Zeitpunkt der Angriffe Menschen als Schutzschilde benutzt hätte. In einigen Gebieten waren offensichtlich palästinensische Kämpfer anwesend, dies rechtfertigt jedoch nicht den willkürlichen Einsatz von weißem Phosphor in besiedelten Gebieten.

Human Rights Watch zufolge gibt es zahlreiche Gründe für die Schlussfolgerung, dass die israelischen Streitkräfte vorsätzlich oder grob fahrlässig Phosphorwaffen eingesetzt und gegen das Kriegsrecht verstoßen haben. Erstens lässt der wiederholte Einsatz von weißem Phosphor in besiedelten Gebieten bis zum Ende der Operation eher ein strategisches Verhalten erkennen als einen zufälligen Einsatz dieser Waffen. Zweitens waren sich die israelischen Streitkräfte sehr wohl über die Folgen von weißem Phosphor und den damit verbundenen Gefahren für die Zivilbevölkerung bewusst. Drittens versäumten die israelischen Streitkräfte, verfügbare und weniger gefährliche Alternativen zur Erzeugung von Rauchwänden einzusetzen.

Das Kriegsrecht verpflichtet Staaten zu einer unabhängigen Untersuchung möglicher Kriegsverbrechen. Aufgrund der vorhandenen Indizien soll Israel Ermittlungen einleiten und, soweit erforderlich, diejenigen strafrechtlich verfolgen, die die rechtswidrigen Angriffe unter Einsatz von weißem Phosphor angeordnet oder ausgeführt haben, so Human Rights Watch.

Auch die Regierung der Vereinigten Staaten, die Israel mit Phosphorwaffen beliefert hat, soll Ermittlungen einleiten, um zu entscheiden, ob der Einsatz dieser Waffen gegen das Kriegsrecht verstoße.

Während der Sperrfrist finden Sie den Human Rights Watch-Bericht „Rain of Fire: Israel’s Unlawful Use of White Phosphorus in Gaza“ unter:
http://hrw.org/en/embargo/node/81726?signature=7b38a7765d793a4d43f5eb4369c349d5&suid=6

Zeugenberichte und weitere Untersuchungen zum Einsatz von weißem Phosphor durch die israelischen Streitkräfte

Human Rights Watch konnte im Rahmen der Untersuchungen feststellen, dass die israelischen Streitkräfte weißen Phosphor auf mindestens drei Arten eingesetzt haben. Erstens haben die israelischen Streitkräfte weißen Phosphor mindestens drei Mal über dicht besiedelten Gebieten abgefeuert. Am 15. Januar wurde weißer Phosphor beispielsweise über Wohngegenden des dicht besiedelten Stadtteils Tel al-Hawa in Gaza-Stadt abgefeuert, dabei wurden mindestens vier Menschen getötet. Am gleichen Tag wurde ein Krankenhaus von Phosphorgranaten getroffen.

Ebenfalls am 15. Januar schlugen mindestens drei Phosphorgranaten im Hauptquartier des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästinaflüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) im Zentrum von Gaza-Stadt ein, drei Menschen wurden verletzt. Die Granaten verursachten einen Brand, bei dem vier Gebäude und medizinische Hilfsgüter im Wert von mehr als 3,7 Millionen US-Dollar zerstört wurden. Vertreter des UN-Hilfswerks berichteten Human Rights Watch, sie hätten mit Offizieren der israelischen Armee gesprochen und darum gebeten, die Angriffe einzustellen. UN-Angaben zufolge hatten zum Zeitpunkt der Angriffe rund 700 Zivilisten auf dem UNRWA-Gelände Schutz gesucht.

Bei den Angriffen auf das UNRWA-Gelände sowie auf die UN-Schule in Beit Lahiya, in der 1.600 Zivilisten Zuflucht gesucht hatten, gab es den Ermittlungen von Human Rights Watch zufolge keinen ersichtlichen Grund für den Einsatz von weißem Phosphor, da sich zu jenem Zeitpunkt keine israelischen Truppen in der Gegend befanden.

Zweitens setzten die israelischen Streitkräfte weißen Phosphor in der Nähe besiedelter Gebiete ein, wahrscheinlich um das Vordringen ihrer Truppen zu verschleiern. Bei einigen dieser Einsätze – beispielsweise am 4. Januar in Siyafa, einem Dorf im Norden des Gazastreifens, und am 10. und 13. Januar in Khuza’a im Süden – gingen beträchtliche Mengen von weißem Phosphor innerhalb von Wohngegenden nieder. Mindestens sechs Zivilisten wurden getötet, Dutzende wurden verletzt. Der Einsatz von weißem Phosphor in der Nähe von Wohngebieten stellt einen Verstoß gegen die Verpflichtungen des Kriegsrechts dar, wonach bei militärischen Operationen sämtliche Vorkehrungen zur Minimierung ziviler Schäden ergriffen werden müssen.

Drittens setzten die israelischen Streitkräfte weißen Phosphor im offenen Gelände entlang der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen ein. Human Rights Watch konnte nicht nachprüfen, inwieweit die Zerstörung ziviler Objekte im Verhältnis zu dem erhofften militärischen Vorteil stand, da der Zugang zu diesem Gebiet aus Sicherheitsgründen verboten war.

Zeugenaussagen aus dem Bericht „Rain of Fire“

 Ahmad Abu Halima, 22, aus Siyafa im Norden des Gazastreifens verlor seinen Vater, drei Brüder und eine Schwester, als eine Artillerie-Granate mit weißem Phosphor am 4. Januar direkt in seinem Haus explodierte:

„Ich unterhielt mich gerade mit meinem Vater, als die Granate einschlug. Sie traf meinen Vater und trennte ihm den Kopf ab. Es war eine gewaltige Explosion, der Geruch war unerträglich. Die Detonation verursachte ein großes Feuer. Die einzelnen Teile [der Granate] brannten und wir konnten sie nicht löschen.“

Majidal-Najjar aus Khuza’a im Süden des Gazastreifens verlor seine Frau Hanan und seine Kinder erlitten Verletzungen, als eine Granate mit weißem Phosphor am 10. Januar in seinem Haus einschlug:

„Zuerst gingen Stücke mit weißem Phosphor nieder. Wir haben die Alten evakuiert und dann schlug die Granate im Haus ein… Ich habe die Granate gesehen und gehört, also lief ich zurück. Ich sah, wie die Kinder und einige Männer aus dem Haus kamen, einige waren verletzt. Meine kleine Tochter Aya hatte Brandverletzungen und ihr rechter Arm war gebrochen. Mein Sohn Ahmad hatte Verbrennungen am rechten Fuß und mein Sohn Moaz kratzte sich am Handgelenk und am Kopf – er ist 12 Jahre alt.“

Ismail Khadr, ein 50-jähriger Landwirt, beschrieb, was am 13. Januar während eines Angriffs der Israelis auf Khuza’a passiert ist:

„Als der Phosphor niederging, befanden wir uns auf einer Insel aus Rauch. Überall war Feuer, es erreichte Hüfthöhe. Die Teile waren wie Schaum. Mein Hof ist zum Teil niedergebrannt.“

Scott Anderson, leitender Angestellter beim UN-Hilfswerk in Gaza und ehemaliger US-Offizier, erzählte, wie er Kontakt zur israelischen Armee aufnahm, als die Granaten am 15. Januar immer näher am UNRWA-Hauptquartier niedergingen:

„Ich bin mir nicht sicher, wann genau die erste Granate bei uns einschlug, aber gegen 8:00 Uhr schlugen die Granaten bereits in der Nähe ein. Ich rief die Koordinierungseinheit der IDF in Erez an, damit sie den Beschuss einstellen. Er begann über dem Gaza Training College, im Westteil des UNRWA-Geländes, und verlagerte sich dann nach Westen und über das ganze Gelände. Das Gelände selbst war rund eine Stunde lang unter Beschuss.“

Verantwortlicher Pressekontakt:
Human Rights Watch
350 Fifth Avenue,
34th floor
New York,
NY 10118-3299 USA
Tel: 1-(212) 290-4700,
Fax: 1-(212) 736-1300
hrwnyc@hrw.org

Amira Hass, 23.02.2009

Mehr als 20 Länder verkauften Israel Waffen und Munition, deren Anwendung in der Operation „Geschmolzenes Blei“ Kriegsverbrechen und ernsthafte Verstöße gegen das Völkerrecht darstellen könnten, nach dem Bericht von Amnesty International am Montag.

Die USA stehen an der Spitze der Liste der Waffenexporteure nach Israel, aber auch Frankreich, Rumänien, Bosnien und Serbien stehen auf der Liste. Amnestys Bericht mit dem Titel „Konflikte anheizen: Ausländische Waffen versorgen Israel/Gaza“1 bringt im Einzelnen die Waffenkäufe an Israel zwischen 2004 und 2007 und veröffentlicht auch einige der Ergebnisse über die Anwendung solcher Waffen gegen Zivilisten und zivile Ziele.

„Direkte Angriffe auf Zivilisten und zivile Objekte, unverhältnismäßige Angriffe und willkürliche Angriffe sind Kriegsverbrechen“, stellt der Bericht fest und beschreibt solche Angriffe während des Gaza-Krieges. Die Organisation empfiehlt, dass alle Waffenverkäufe nach Israel eingefroren werden, solange das Risiko besteht, dass solche Ausrüstung zu schwerwiegenden Verletzungen des internationalen humanitären Rechts und der Menschenrechte benützt werden.

Der Bericht bemerkt außerdem, dass die Hamas und andere palästinensische Gruppen auch willkürlich Waffen gegen Zivilisten benützt haben. Obwohl amnesty nicht die direkten Lieferanten der nicht selbstgemachten Waffen feststellen konnte (die wohl im Iran und Russland fabriziert wurden), so ruft es auch für einen Stopp des Waffenverkaufs an die Palästinenser auf. Der Bericht erwähnt auch, dass die Typen und die Menge der Waffen in den Händen der Hamas sehr viel kleiner sind als die, die in Israels Besitz sind.

„Selbst vor dem drei Wochen langen Konflikt müsste denen, die beide Seiten bewaffnet haben, der wiederholte Missbrauch der Waffen bewusst gewesen sein. Sie müssen einige Verantwortung für die Verstöße übernehmen, die mit den von ihnen gelieferten Waffen getätigt wurden. Sie sollten die weitere Lieferung sofort einstellen“, so der Bericht.

Seit 2001 waren – laut Bericht – die USA der Hauptlieferant für Israels konventionelle Waffen. Die Zahlen, die ai erhalten hat, zeigen, dass von 2004 – 2007 der gesamte Wert der von den USA gelieferten Waffen an Israel etwa bei $ 8,3 Milliarden liegen.

Der Bericht stellt auch fest, dass Israel seit 2002 für militärische und Sicherheitsbelange in Höhe von $ 21 Milliarden erhalten hat. Davon waren $ 19 Milliarden direkte militärische Hilfe. Einfach ausgedrückt: Israels Militärintervention im Gazastreifen war zum größten Teil durch aus den USA gelieferte Waffen, Munition und militärische Ausrüstung vom USA-Steuerzahler ausgestattet worden.

Ein zehnjähriges Abkommen – bis 2017 in Kraft – macht es den USA zur Auflage, dass es Israel mit militärischer Hilfe um weitere $ 30 Milliarden ausstattet.

„Die Obama-Regierung sollte die US-Militärhilfe sofort suspendieren“, sagt Malcolm Smart, der Direktor von ai -Nahost nach der Veröffentlichung des Berichtes.

Zwischen 2004 und 2007 exportierte Frankreich militärische Ausrüstung nach Israel in Höhe von 59 Millionen Euros; Rumänien annähernd im Wert von 20 Millionen Euros, während Großbritannien etwa im Wert von 10 Millionen Sterling Pfund zur Verfügung stellte. Serbien verkaufte an Israel Waffen und Munition etwa im Wert von $ 15 Millionen und Deutschland lieferte militärische Hilfe im Wert von $ 1,5 Millionen.

Der Bericht erwähnt auch zivile Ziele, einschließlich der amerikanischen Schule in Bei Lahia, Gaza, die von F-16 Militärflugzeugen zerstört wurde. Der ai-Bericht bestätigt weiter, dass drei Mitglieder und ein Junge, der ihnen den Weg zu einer Gruppe Verletzter zeigte, am 4. Januar von einer israelischen gelenkten Rakete getötet wurden, die eine gemeinsame Produktion von Hellfire-System und Lockheed Martin Boeing hergestellt wurde als Teil eines US-Militärvertrags.

Die Amnesty-Vertreter im Gazastreifen fanden auch offensichtlichen Gebrauch von in US fabrizierten Phosphorbomben gegen die Zivilbevölkerung in dicht bevölkerten Gebieten.

Flechettes sind tödliche kleine Pfeile, die zu Hunderten von Panzern aus abgeschossen werden und schreckliche Wunden reissen. Neue Fotos zeigen, dass Israel sie gegen Palästinenser eingesetzt hat.

Flechettes in einem Haus in Mughraka im Gazastreifen auf einer Aufnahme vom 21. Januar 2009.

Flechette-Pfeil.

Sie sehen aus wie Dart-Pfeile und stecken in der Wand eines Hauses in der Ortschaft Mughraka im Gaza-Streifen – das zeigen Bilder der Nachrichtenagentur AP vom Januar 2009. Diese Pfeile heissen in der Fachsprache Flechettes und reissen fürchterliche Wunden.

Zwischen 5000 und 8000 solcher pfeilförmigen Projektile werden in eine 120-Millimeter-Granate gepackt, die von Panzern verschossen werden. Die Geschosse explodieren in der Luft und streuen die Pfeile mit Hochgeschwindigkeit über ein 300 mal 100 Meter grosses Gebiet.

Fürchterliche Verletzungen

Auf der Waffen-Fachhomepage «Waffenhq.de» steht darüber: «Im menschlichen Körper führen diese Geschosse zu fürchterlichen Verletzungen, welche Anlass waren, sie international zu ächten und auf Kriegsschauplätzen zu verbieten. Denn im Zielmedium wird das Flechette instabil und verformt sich. So verbog sich die Spitze bei den Nato-Tests angelhakenförmig oder das gesamte Geschoss nahm eine U-Form an. Das Flechette neigt aber auch dazu sich im Ziel um 90 bis 180 Grad zu drehen. Durch diese Verformungen und Querbewegungen gibt das Projektil einen Grossteil seiner Energie ab und reisst eine vergleichsweise grosse Wundhöhle.»

Und weiter heisst es da: «Alle gängigen Schutzwesten, Gefechtshelme und Stahlhelme wurden bei den Nato-Tests erfolgreich überwunden. Dabei zog das Geschoss oftmals Teile dieses Schutzes wie auch Teile normaler Kleidung mit in den Wundkanal, welche dort ebenfalls Verletzungen hervorrufen können. Insbesondere Schutzwestenteile, die sich im Bereich um die Wunde herum ausbreiten, führen zu Sekundärverletzungen.»

Verboten oder nicht?

Für Amnesty International ist klar, dass Israel diese Waffe nicht nur seit Jahren sondern auch im jüngsten Gaza-Krieg eingesetzt hat. Laut AI seien Flechettes aber entwickelt worden, um dichte Vegetation zu durchdringen und dürften nie in eng besiedelten Gebieten eingesetzt werden.

Unklar ist, ob die kleinen Todespfeile auf Kriegsschauplätzen verboten sind oder nicht. Laut «BBC» und dem «Independent» behauptet das israelische Militär seit längerem, dass sie es nicht sind.

Mehrere tödliche Angriffe gemeldet

Laut Amnesty wurden am 5. Januar südwestlich von Beit Hanoun zwei Personen auf einer Hauptstrasse durch Flechettes getötet und mehrere verletzt.

Als eines von mehreren weiteren Beispielen wird der Tod von drei Personen in Mughraka genannt. Dort seien am 7. Januar Flechettes abgeschossen worden.

(Tagesanzeiger.ch/Newsnetz

 

Islamische Bewegung-kein Monopol

Wir,die wir uns erhoben haben,taten dies für den Islam.Unsere Republik ist eine Islamische Republik.Die Islamische Bewegung kann nicht nur auf ein bestimmtes Land beschränkt sein.Auch nicht nur auf die islamische Welt.Eine Bewegung, die um des Islam willen erfolgt.ist die Bewegung der Propheten.Auch sie, die Bewegung der Propheten,war nicht auf ein Gebiet begrenzt.Der Prophet des Islam stammte aus Arabien,seine Einladung aber erging nicht nur an die arabische Bevölkerung,war nicht nur auf die arabische Halbinsel beschränkt,sondern meinte alle,die gesamte Welt.

Ihn überall verwirklichen

Schreitet auf dem Weg des Islam einher, und setzt euch für ihn ein.Damit das Schahadat auf seinem Wege zuteil wird.Und sollten wir - In Scha´Allah - obsiegen,zum Erstarken und Sieg des Islam beitragen und überall,wo auch immer, erhobenen Hauptes sein und in allen Ländern,in allen Teilen der Welt,den Islam verwirklichen und sein Banner aufrichten können.

Islam-Ein Recht aller

Ich hoffe,dass wir das Banner des Islam - das Banner der Islamischen Republik - in allen Teilen der Welt aufrichten können und sich alle dem Islam,der ein Recht aller ist, anschliessen werden. Imam Ayatollah Ruhollah Al Musavi Al Khomeini

Boycott Zionism

Smash Zionism

Widerstand gegen Zionismus,Zionisten und deren Unterstützern!

Boycott Israel

Widerstand macht Sinn

"Wenn die Zionisten die Waffen niederlegen und sich hinter die Grenzen von 1967 zurückziehen wird es Frieden geben. Wenn der palästinensische Widerstand die Waffen niederlegt wird es niemals ein freies, unabhängiges Palästina geben." Ahmed Ibn Fahdlan in Tehran.

Revolution I

"Without a revolutionary theory there cannot be a revolutionary movement"

Revolution II

Revolution! Revolution! Nicht vom Osten!! Nicht vom Westen!! ISLAMISCHE REVOLUTION!!!

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"Also wenn wir den Krieg nicht gewinnen was haben wir dann von der Ideologie? Also ich meine, das ist doch nicht einfach irgendetwas aus einem Buch. Eine Ideologie ist doch etwas praktisches, muß doch etwas lebendiges, etwas für Menschen sein!"

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