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Die Zahl dokumentierter Massaker, die im Krieg von 1948 von zionistischen und israelischen Kräften gegen Palästinenser verübt wurden, ist weit höher und folgenreicher als bisher angenommen. Darüber hinaus hat nicht nur die allgemeine Öffentlichkeit Größe und Bedeutung der Massaker falsch eingeschätzt, sondern auch Historiker, selbst palästinensische.

Für den Zeitraum zwischen dem Beginn des Krieges im Dezember 1947 und dem Ende des Krieges im Januar 1949 sind hier fast 70 Massaker dokumentiert. Diese relative hohe Zahl ist, wie aus den folgenden Ausführungen hervorgeht, eine vorsichtige Schätzung.

Die Zahl der hier untersuchten Massaker umfasst nicht die gesamte Kriegszeit. 1 Außerdem gibt es Gegenden, für die ich über keinerlei Daten verfüge, wie z.B. alle Beduinensiedlungen im Negev. Drittens gibt es Gebiete, für die ich nur über sehr wenige Informationen verfüge. Dies trifft v. a. auf die Dörfer in Südpalästina zu, wo, wie ich vermute, Kriegsverbrechen besonders häufig waren, weil das Gebiet – wie der Gazastreifen heute – im Vergleich mit anderen Teilen Palästinas weniger häufig von der Presse oder internationalen Beobachtern aufgesucht wurde. […] Viertens habe ich jene hunderte Kriegsverbrechen nicht aufgelistet, denen nur ein oder zwei Personen zum Opfer fielen. Fünftens gibt es noch Archive, die ich bisher noch nicht einsehen konnte, sowie Archive, deren Bestände noch nicht vollständig frei zugänglich sind (z.B. „heikle“ Dokumente in den Archiven der UNO und Israels) und arabische Archive, die bisher noch nicht zugänglich gemacht wurden.

Sechstens haben es die arabische Gesellschaften oft versäumt, Dokumente zu sammeln bzw. gesammelte Dokumente zu bewahren, die Massaker auch dann noch bezeugen könnten, wenn die letzten Augenzeugen verstorben sind. Siebentens werden einige Massaker noch untersucht; diese erscheinen ebenfalls nicht in meiner Auflistung. Und schließlich habe ich für diese Untersuchung all jene Terroranschläge im Rahmen des schmutzigen Krieges von 1948 nicht mitgezählt, die sich oft nicht gegen Menschengruppen richteten, die sich bereits ergeben hatten, was die Grundvoraussetzung für meine Definition von Massaker ist.

Beginn der Untersuchungen

[…] Bei Projektbeginn 2 konzentrierten wir uns am Birzeit University Research Center auf zehn Dörfer, v. a. in Mittelpalästina. Die Flüchtlinge kamen in die Westbank aus den folgenden Dörfern: Qaqun, Abu Shusha, Zir’ein, Teiret Haifa, Qissaria, Sheikh Muwanass, Beit Jibrin, Al-Dawayimah, Beit Nabala und Zarnuqa. Diese Dörfer wurden v. a. deswegen ausgewählt, weil deren Flüchtlinge in den Flüchtlingslagern der Westbank erreichbar waren. 3

Als wir am Birzeit Research Center unsere Arbeit begannen, wussten wir bereits, dass es in Al-Dawayima ein Massaker gegeben hatte. Aber zu meinem völligen Erstaunen entdeckten wir bald, dass es in drei weiteren Dörfern – Abu Shusha, Teiret Haifa und Zarnuqa – ebenfalls Massaker gegeben hatte, die Wissenschaftlern bis dahin unbekannt waren. Meine zweite Entdeckung bestand darin, dass drei Dörfer – Qissaria, Sheikh Muwanass und Zarnuqa – immer gute Beziehungen zu ihren jüdischen Nachbarn gehabt hatten. […] Dennoch wurde trotz dieser guten Beziehungen in einem der Dörfer, Zarnuqa, ein Massaker verübt und alle drei Dörfer wurden vollständig entvölkert. Einige Jahre später erfuhren wir aus israelischen Quellen, dass auch in Qissaria ein Massaker verübt worden war.

Das brachte mich zu der Überzeugung, dass, wenn ich in zehn zufällig ausgewählten Dörfern auf fünf Massaker stieß, das Massaker von Deir Yassin nicht jene große Ausnahme darstellen konnte, wie immer wieder behauptet. 4 Es war vielmehr die Regel. […] Als ich diese Phase in meiner Forschung erreichte, kam ich zu zwei Schlussfolgerungen: Erstens, es hat viel mehr Massaker gegeben, als gemeinhin anerkannt; zweitens, jüdische Siedler vertrieben und massakrierten Palästinenser unabhängig von dem Verhältnis der Palästinenser zu ihren jüdischen Nachbarn. […]

Augenzeugenberichte, schriftliche Quellen, israelisches Archivmaterial

In dieser Phase meiner Forschung entschied ich mich für die Verwendung von Augenzeugenberichten zusammen mit dokumentarischen Quellen, um die Geschichte der palästinensischen Vertreibung zu schreiben. Am Beispiel des Dorfes Abu Shusha (Massaker am 14. Mai 1948) lässt sich die Entwicklung der zugrunde liegenden Argumentation und Methodologie gut darstellen. […] Flüchtlinge aus Abu Shusha, die wir befragten, berichteten uns über die komplexen Umstände der Vertreibung aus ihrem Dorf, die mit einer Besetzung begann und sich über eine Woche erstreckte. Wir erhielten 64 Namen von getöteten Personen; bis auf zwei Personen von dieser Liste waren alle an dem Tag getötet worden, an dem Abu Shusha besetzt wurde. Wir rekonstruierten das Massaker minutiös – Name für Name. Wir berücksichtigten Alter und familiären Hintergrund der Opfer und ermittelten, wo sie getötet worden waren. Wir befragten die Zeitzeugen zuerst in ihrem Zuhause und später unter Eid an der Universität Birzeit. […] Obwohl die zusammengetragenen Informationen konsistent und exakt waren, enthielt die Monographie, die vom Birzeit Research Center zu Abu Shusha publiziert wurde, nur 50 der 64 Namen, die sich in unseren Unterlagen fanden. Wir ließen Morde, für die wir keine Belege fanden, und auch jene Personen unberücksichtigt, deren Namen nicht mit Sicherheit ermittelt werden konnten. […] Die Arbeit zu Abu Shusha ist typisch für die aufwendige Detailrecherche, die notwendig ist, um ein Massaker zu rekonstruieren. Wir schickten die Monographie an einige israelische Experten zum 1948er Krieg, die diese nicht anerkannten, bis sie israelisches Archivmaterial „fanden“, das unsere Ergebnisse bestätigte. 5

Die beiden wichtigsten Erkenntnisse aus der Arbeit zu Abu Shusha und anderen Dörfern, die ich danach untersuchte, haben nach wie vor Gültigkeit: Erstens, wenn Augenzeugenberichte einer rigorosen wissenschaftlichen Prüfung unterzogen wurden, konnten aus ihnen exakte, stichhaltige und verlässliche Informationen gewonnen werden. 6 Solche Augenzeugenberichte erweisen ihre Verlässlichkeit, wenn sie sich oft Jahre später durch israelisches Archivmaterial, das inzwischen zugänglich war, bestätigten. […] Und zweitens zeigte sich, wenn wir die Überlebenden des 1948er Krieges systematisch zu der Gewalt befragten, deren Zeugen sie geworden waren, dass viele der Befragten Vorfälle erlebt hatten, die zutreffend als Massaker definiert werden können. […]

Gab es eine zentral gelenkte Politik der Vertreibung?

[Weitere] Interviews 7 bestätigten schrittweise mehr Massaker und gaben Aufschluss über die verschiedenen Formen von Massakern in Palästina. Einige, wie Erschießungskommandos, bestätigten weit verbreitete Vorstellungen und waren allgemein bekannt. Andere, wie Luftangriffe auf fliehende Zivilbevölkerung, sind bis heute wenig bekannt oder nur teilweise erforscht. 8

Die sich abzeichnenden Forschungsergebnisse ließen mich zu der Überzeugung gelangen, dass es eine zentral gelenkte Politik gab, die all diese einzelnen Massaker zu einer kohärenten Politik der ethnischen Säuberung zusammenführte. Unsere Interviews zeigten deutlich, dass die Massaker geordnet durchgeführt wurden und die Befehlskette klar war. Die Tötungen wurden auch mehr deswegen verübt, um ein Klima des Terrors zu schaffen und die Flucht der Bevölkerung zu provozieren, als die Zahl der Opfer zu maximieren.

Aufgrund dieser Absicht wurden die Massaker oft in einer Weise verübt, die über das eigentlich Ziel der Einnahme eines Dorfes hinauszugehen schien. Dörfer wurden eingekreist, bombardiert und die Bewohner durch offene Abschnitte in der Angriffslinie in arabische Gebiete gedrängt. Die Auswahl eines bestimmten Dorfes geschah dabei nicht zufällig. Oft bestand ein klarer Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt eines brutalen Massakers in einem abseits gelegenen Dorf und dem Angriff auf eine nahe gelegene Stadt. Das Massaker von Nasir al-Din wurde z. B. nur wenige Tage vor dem Beginn der Belagerung von Tiberias verübt. Auch die wiederholten Massaker in Ein Zaytoun dienten dazu, Safad unmittelbar vor dem entscheidenden Angriff auf die Stadt „mürbe zu machen“. 9

Die Brutalität in Deir Yassin muss im Zusammenhang mit dem Kampf um Jerusalem gesehen werden. Große Massaker, wie das im Dorf al-Dawayima, wo zwischen einhundert und zweihundert Personen mit äußerster Brutalität getötet bzw. vergewaltigt wurden, waren Teil von Ben Gurions Strategie, Kontrolle über das gesamte Gebiet um Hebron zu erlangen. 10 Die Intensität der Massaker in Zentralgaliläa am 29. und 30. Oktober 1948 während der Operation Hiram lässt sich als klare Lösung für Ben Gurions Bedenken verstehen, die er einen Monat vorher angesichts der verbliebenen Zivilbevölkerung in dieser Region geäußert hatte. Diese Bevölkerung war für Ben Gurion problematisch, weil sie vertriebene Flüchtlinge anzog, die aus dem Libanon zurückkehren wollten.11

Ein Fall von ethnischer Säuberung

[…] Ich stellte auch fest, dass die geographische Verteilung der Massaker auf eine zentralisierte Planung hindeutete, die Massaker über die gesamte Fläche Palästinas auszudehnen. Diese Einsicht habe ich bereits Ende 1997 in einer Vortragsreihe dargelegt.12 Ich argumentierte dort, dass die von mir ermittelten Daten es mir erstmals ermöglichten, die israelische Führung von 1948 als Kriegsverbrecher zu bezeichnen und die Einberufung eines internationalen Tribunals zur Beurteilung ihrer Verbrechen zu fordern. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung veröffentlichte die vollständigste Darstellung des damaligen Forschungsstandes Anfang 2001. 13 […]

Derzeit erachte ich die folgenden drei Punkte als die wichtigsten des Themas:

* –          Massaker sollten als weit verbreitetes Phänomen angesehen werden, verübt in fast allen palästinensischen Dörfern und Beduinensiedlungen, aus denen Menschen unfreiwillig flohen. […] Dokumente und Augenzeugenberichte zeigen, dass „… in jedem von der israelischen Armee besetzten Dorf wir den Gestank eines Massaker riechen konnten.“ 14 (Siehe Kasten).
* –          Dörfer waren nicht nur Massakern ausgesetzt. Um den Exodus zu verstehen, ist es notwendig, nicht nur die letzten Tage eines Flüchtlings in einem Dorf in Betracht zu ziehen, sondern auch den lang anhaltenden kumulativen Prozess von Bedrohungen und Terror. In vielen Dörfern hatte die Zivilbevölkerung vor dem endgültigen Angriff und der Besetzung unter wiederholten Angriffen zu leiden. Während solcher Angriffe wurden Menschen getötet, Häuser zerstört und Vieh getötet. Anschließend erfolgten Luftangriff und Artilleriebeschuss. Die Bewohner waren auch psychologischer Kriegsführung und Propaganda ausgesetzt. Nach der Besetzung hatten sie willkürliche Massaker zu erleiden und den Überlebenden wurde verboten, die Toten zu begraben. Außerdem fanden in Städten und Dörfern systematische Plünderungen statt. Jeder Versuch der Bewohner, Eigentum einzufordern, wurde mit dem Tode bestraft. Einige Dörfer wurden vermint und Leichen mit Sprengfallen versehen, z. B. in Beit Jibrin und al-Dawayima.
* –          Während junge Leute flohen, blieben die Alten aus verschiedenen Gründen in den Dörfern zurück. Sie konnten nicht gehen, waren zurückgelassen worden oder wollten ihre letzten Tage am Ort ihrer Geburt verbringen. In vielen Dörfern wurden die älteren Menschen exekutiert und in einigen Fällen verhungerten sie. Außerdem erhielten einige keine würdevolle Bestattung. In einigen Fällen wurden ihre sterblichen Überreste von wilden Tieren gefressen, in anderen Fällen wurden die Leichen an die Grenzen arabischer Länder gebracht und dort zurückgelassen

Weiter in inamo nr. 54, ٍSommer 2008, S. 10-19

Saleh Abdel Jawad lehrt Politikwissenschaft an der Universität Birzeit. Der vorliegende Text ist ein Ausschnitt eines größeren Aufsatzes: Saleh Abdel Jawad: Zionist Massacres: the Creation of the Palestinian Refugee Problem in the 1948 War, in: Eyal Benvenisti, Chaim Gans, Sari Hanafi (Hg.): Israel and the Palestinian Refugees (Beiträge zum ausländischen öffentlichen Recht und Völkerrecht Bd. 189), Berlin; New York: Springer, 2007, S. 59-127. Kürzung und Bearbeitung mit Zustimmung des Autors [sowie Übersetzung aus dem Englischen] von Anja Zückmantel.

Anmerkungen

1 Der Krieg begann im Dezember 1947 und endete 1949 mit der Unterzeichnung diverser Waffenstillstandsabkommen. Die Vertreibung der Palästinenser aus ihrem Land dauerte jedoch noch viele Jahre nach dem Krieg an. Die Bevölkerung der Stadt Majdal wurde 1950 vertrieben; die Vertreibung der Beduinenstämme dauerte bis 1953 an.

2 Die Arbeit an dieser Studie reicht bis 1993 zurück, als Saleh Abdel Jawad Direktor des Birzeit University Research Centers wurde und mit der Publikation der Monographiereihe von Studien über zerstörte palästinensische Dörfer betraut wurde, die seit 1985 erscheint. Saleh Abdel Jawad erweiterte die methodische Basis der Studien; Informationen wurden mehrfach gegengeprüft, die Anzahl der Interviews von Zeitzeugen wurde erhöht, Augenzeugenberichte wurden mit schriftlichen Zeugnissen, v. a. israelischem Archivmaterial und Sekundärliteratur, abgeglichen. [Anm. d. Red.]

3 Der palästinensische Exodus hatte ein geographisches Muster. Aus Angst und Panik gingen die Menschen aus Nordpalästina nach Syrien und in den Libanon. Menschen aus dem Süden gingen nach Gaza, und jene aus Mittelpalästina, v. a. aus den Ebenen nahe der Judäischen Berge, kamen in die Westbank. Zarnuqa ist ein Sonderfall, weil nur ein kleiner Teil seiner Flüchtlinge in die Westbank kam.

4 Das Massaker von Deir Yassin wurde als Ausnahme hingestellt, das von „Dissidenten“ verübt worden war. Obwohl die Haganah teilweise in das Massaker involviert war, reagierte die Jewish Agency auf die Berichte aus Deir Yassin wie folgt: „Die Jewish Agency hat nun mehr Details über die Besetzung Deir Yassin durch dissidente Gruppen erfahren. Sie drückt hiermit ihren Schock und Abscheu angesichts dieses barbarischen Aktes aus. Dieses Vorgehen widerspricht grundlegend dem Geist des Yischuw … [und] den Bestimmungen der Genfer Konvention, die von der Agency ohne Vorbehalte angenommen worden sind.“ In: Y. Slotsky: Sefer Toldot HaHaganah [Die Geschichte der Haganah], Bd. 3, 1972, S. 1548. […]

5 Leider liegt die gesamte Publikationsreihe des Birzeit Research Center über die zerstörten Dörfer nur in Arabisch vor (außer der Arbeit zu Abu Shusha, die einen langen Abstract auf Englisch enthält); u. a. deswegen haben die Studien nur begrenzte Beachtung gefunden.

6 Zur Diskussion über die Verlässlichkeit Palästinensischer Augenzeugenberichte vgl.: Le Témoignage des Palestiniennes Entre l’Historiographie Israélienne et l’Historiographie Arabe: Le Cas de 1948, in: C. Coquio (Hg.): L’Histoire trouée, négation et témoignages. Travaux du Colloque à la Sorbonne, Septembre 2002, 2004, S. 627-60. Für eine detaillierte Darstellung vgl.: Saleh A. Jawad: The Arab and Palestinian Narratives of the 1948 War, in: R. Rotberg (Hg.): The Intertwined Narratives of Israel-Palestine. History’s Double Helix, Bloomington, Ind. 2006, S. 93-142.

7 Ermutigt durch die ersten Forschungsergebnisse, schlug Saleh A. Jawad 1995 ein Projekt mit dem Titel „Wettlauf gegen die Zeit“ vor, in dem so viele Überlebenden des 1948er Krieges wie möglich befragt werden sollten. Trotz fehlender finanzieller Förderung führte Jawad in einem Zeitraum von fünf Jahren mit Hilfe von Studierenden 300 Interviews durch. [Anm. der Red.]

8 Auf Grundlage der von mir geführten Interviews mit Überlebenden schätze ich, dass Luftangriffe seit Juli 1948 eine der tödlichsten Angriffsformen waren, v. a. in Südpalästina und in Galiläa im Norden. Die Interviews decken nur eine sehr begrenzte Zahl von Dörfern in diesen Gegenden ab, aber alle Angaben der Befragten stimmen darin überein, dass die Luftangriffe eine hohe Zahl von Opfern forderten.

9 Vgl. IDF Archives, Aktennr. 1226/922/75, 121/4.

10 D. Ben Gurion: Yumann Hamilhamah, 1947-1949 (Kriegstagebücher, 1947- 1949), hg v. G. Rivlin, E. Orren, 1984, arabisch Übers. S. Jabbour, 1993; vgl. Fußnote für 27.10.1948, S. 597 in arabischer Fassung (AF), S. 779 in hebräischer Fassung (HF).

11 Ebd., Einträge für 13.09.1948, S. 521 und für 26.09.1948, S. 556 (AF), S. 683 und 721 (HF).

12 Vortrag im Baladna Center, el-Bireh/Ramallah, 30.10.1997.

13 Saleh Abdel Jawad: „Ein Fall von ‚ethnischer Säuberung‘: Warum haben die Palästinenser 1948 ihre Heimstätten verlassen“, in: FAZ, 01.01.2001, S. 14f.

14 Zitat von Aryeh Yitzhaki, Historiker, der zensierte Dokumente der IDF einsehen konnte, vgl. G. Ehrlich: Not only in Deir Yassin, in: Ha’ir, 06.05.1992, S. 22.

inamo Heft 54, Sommer 2008. Gekürzte Fassung.

www.inamo.de

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Von Gideon Levy, Haaretz, 15.10.2009

Diejenigen, denen die Schuld gegeben werden muss, sind gefunden worden: „Die Goldstoners“. Nicht die Besatzung, nicht die Siedlungen, nicht die israelische Aggressivität oder Brutalität: es ist nur Goldstone. Nach Ari Shavit (Haaretz, 8.10.2009) wird uns der Geist des Richters Richard Goldstone den nächsten Krieg bringen und er wird der Goldstone-Krieg genannt werden.

Ministerpräsident Benjamin Netanyahu wiederholte dieses Gefühl mit erstaunlich ähnlichem Terminus in dieser Woche in seiner Rede in der Knesset. Seit Golda Meir sagte, sie würde den Arabern nie vergeben, dass sie uns zwingen, ihre Kinder zu töten, gab es solche selbstgerechte, ärgerliche und schädliche Statements. Es ist ziemlich sicher, dass der nächste Krieg zu einer Zeit und an einem Ort ausbrechen wird, den Israel bestimmen wird. So ist es bei allen Kriegen seit 1973 gewesen. Wir haben drei unnötige Kriege auf Israels Initiative angefangen wegen „Goldas Geist“ von Ari Shafit und seinesgleichen, die den Krieg als ein legitimes Mittel und sogar als eine wünschenswerte Waffe ansehen.

Der nächste Krieg wird also auch ein „Golda-Krieg“ sein, wie jener verfluchte Krieg von 1973, der hätte vermieden werden können, wenn nicht Goldas Geist gewesen wäre. Shavit und die andern Goldas, mit Selbsttäuschung und moralischer Blindheit beschäftigt, die anstacheln, unterdrücken und lügen, die jede Möglichkeit einer gerechten Lösung zurückweisen – sie sind es, die ihn bringen, genau wie ihre Vorgänger.

Die Goldas tun alles Mögliche, um ein Friedensabkommen zu vermeiden. Sie jammern und spielen das Opfer.

„Israel erleidet unaufhörlich Terrorakte“, lamentiert Shavit. Der Terror hat seit langem fast aufgehört, doch das beendet die Behauptung nicht, dass er „unaufhörlich“ weitergeht.

David feuerte Qassams auf Goliath, Goliath reagierte wild. Man kann auch ein Boxen zwischen Mike Tyson und einem 5-Jährigen einen Wettkampf nennen – aber die Proportionen, oh die Proportionen!!

Sie, die Goldas, ignorieren auch die Belagerung von Gaza, als ob diese nicht die Hauptursache für die Qassams sind. Und sie sind selbstgerecht.

„Um zu verhindern, dass die sowieso schon schlimme Situation der Region im kompletten Chaos endet, muss Israel alle paar Jahre Gewalt anwenden“, schreibt Shavit, wobei er vorsätzlich die Tatsache verschweigt, dass diese Kriege für nichts anderes gut sind als zur Aufrechterhaltung der Besatzung, Kriege für Immobilien (Siedlungen). Ja, um dies aufrecht zu erhalten, muss man alle paar Jahre einen Krieg führen.

Operation Cast Lead hat die Hamas nicht geschwächt, wie Shavit überraschend feststellt, er stärkte sie. Die zeitweise Stabilität, die danach erreicht wurde, hätte durch ein Waffenstillstandsabkommen erreicht werden können – ohne das schreckliche Blutvergießen.
Aber die Herzen der Goldas sind hart, wenn es sich um Abkommen handelt. Sie wollen Blut, Feuer und Rauchschwaden, möglichst von Phosphorbomben.

Und wer schädigt die imaginären Errungenschaften von Cast Lead? Natürlich die Goldstoners. Er ist nur ein international anerkannter, geschätzter Richter, ein mutiger Liberaler und ein Kämpfer für die Menschenrechte, ein Mann mit Gewissen, der es wagte, hier das zu tun, was er in Ruanda und im früheren Jugoslawien getan hat.

Dort jubelten sie ihm zu, während sie ihn hier anklagten, den nächsten Krieg zu verursachen. Slobodan Milosevic hätte es nicht besser sagen können als Shavit. Der Präsident von Serbien erkannte die Autorität des Den Haager Tribunals auch nicht an. Auch er hatte Sicherheits- und patriotische Rechtfertigungen, und auch er gab den Goldstoners die Schuld für alles. Aber die Goldstoners sind die wahren Patrioten und der Goldstone-Geist reflektiert jüdische Geschichte besser als der Golda-Geist.

Die Goldstoners erkennen die jüdische Tragödie an, und genau deshalb glauben sie, dass Israel einem moralischen Verhalten verpflichtet ist. Sie wollen Israel nicht isolieren, nicht denunzieren und unterwandern, eher seine Methode und seine Politik, die in den Abgrund führt.

Cast Lead ist es, das Israels Ansehen ruiniert, nicht die Berichte, die danach geschrieben wurden. Diejenigen, die einen neuen solchen Krieg verhindern wollen, in der Art, die die Goldas monströs als „Schaffung einer Infrastruktur der Stabilität“ nennen.

Etwa 1.400 Menschen wurden getötet und Zehntausende wurden verkrüppelt und obdachlos gemacht – für eine „Infrastruktur der Stabilität“, die weder eine Infrastruktur ist – noch stabil.

Den Goldas sagen wir: Jede Granate, die auf einem Haus im Gazastreifen landet, schadet uns mehr als ein Bericht. Diejenigen, die Israel isoliert haben, das ist die Regierung, die IDF und ihre demagogischen Cheerleaders.

Ja, wir Goldstoners wünschen uns ein anderes Israel. Eines für das ein Krieg die letzte Option ist, eines, das die Besatzung beendet, eines, das sich darum bemüht, der Stolz seiner Bürger zu sein und nicht eines, über das sich seine Bürger schämen müssen. Wenn es doch nur mehr Goldstoners hier gäbe und weniger Goldas, dann könnte dies möglich sein.

Islamische Bewegung-kein Monopol

Wir,die wir uns erhoben haben,taten dies für den Islam.Unsere Republik ist eine Islamische Republik.Die Islamische Bewegung kann nicht nur auf ein bestimmtes Land beschränkt sein.Auch nicht nur auf die islamische Welt.Eine Bewegung, die um des Islam willen erfolgt.ist die Bewegung der Propheten.Auch sie, die Bewegung der Propheten,war nicht auf ein Gebiet begrenzt.Der Prophet des Islam stammte aus Arabien,seine Einladung aber erging nicht nur an die arabische Bevölkerung,war nicht nur auf die arabische Halbinsel beschränkt,sondern meinte alle,die gesamte Welt.

Ihn überall verwirklichen

Schreitet auf dem Weg des Islam einher, und setzt euch für ihn ein.Damit das Schahadat auf seinem Wege zuteil wird.Und sollten wir - In Scha´Allah - obsiegen,zum Erstarken und Sieg des Islam beitragen und überall,wo auch immer, erhobenen Hauptes sein und in allen Ländern,in allen Teilen der Welt,den Islam verwirklichen und sein Banner aufrichten können.

Islam-Ein Recht aller

Ich hoffe,dass wir das Banner des Islam - das Banner der Islamischen Republik - in allen Teilen der Welt aufrichten können und sich alle dem Islam,der ein Recht aller ist, anschliessen werden. Imam Ayatollah Ruhollah Al Musavi Al Khomeini

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Widerstand macht Sinn

"Wenn die Zionisten die Waffen niederlegen und sich hinter die Grenzen von 1967 zurückziehen wird es Frieden geben. Wenn der palästinensische Widerstand die Waffen niederlegt wird es niemals ein freies, unabhängiges Palästina geben." Ahmed Ibn Fahdlan in Tehran.

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"Also wenn wir den Krieg nicht gewinnen was haben wir dann von der Ideologie? Also ich meine, das ist doch nicht einfach irgendetwas aus einem Buch. Eine Ideologie ist doch etwas praktisches, muß doch etwas lebendiges, etwas für Menschen sein!"

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