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Während Anders Behrig Breivik nur noch mit billigen Mätzchen wie der Rücktrittsforderung an die norwegische Regierung bevor er weitere Aussagen machen will, oder mit seiner Forderung nach einem japanischen Psychater auffällt, hat sich eine ganz neue und sehr eigenartige Diskussion überall in Europa verselbständigt die fast täglich neue Gesichtpunkte bringt und die vor allem die Gefahren von Seiten der Rechten, Rassisten und Faschisten völlig neuen Bewertungen unterwirft.
Mit Anders Behrig Breivik ist in Europa der Typ des rassistischen, militanten Christen zum ersten Mal an das Licht der breiten Öffentlichkeit getreten. Für Fachleute ist diese Entwicklung allerdings nichts neues. Ulfkotte und Kewil weisen seit Jahren auf ihr Christentum hin. Thilo Sarrazin hat sogar ein besonderes jüdisches Gen gefunden, dass die Christen von den Juden und den Muslimen trennt. Allerdings ist Sarrazin außerhalb der NPD wohl der einzige, der es auch zum jetzigen Zeitpunkt schon wagt, die Juden gleich mit den Muslimen in einen Topf zu werden.

Anderen Rassisten wie PI, Kewil, und andere geben sich zur Zeit besonders proamerikanisch und proisraelisch. Das liegt vor allem daran, dass viel Geld aus den weißen, fundamentalistischen Christenkreisen fließt, die die endgültige Schlacht um Armageddon möglichst schnell herbeizwingen wollen:

Fest steht für diese Menschen das Endzeit herrscht. Dazu kommt als weiterer entscheidender Punkt, das sie die gesamte Bibel, also auch die Offenbarung wörtlich nehmen. Ohne wenn und aber. Unter Bezug auf den Bibeltext

 

1. Thessalonicher 4.17 Darnach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken, zur Begegnung mit dem Herrn, in die Luft, und also werden wir bei dem Herrn sein allezeit.

 

steht für diese Gläubigen fest, das sie in der Endzeit, nicht sterben müssen, sondern lebend entrückt werden. Der Zeitpunkt dieser Entrückung hängt aber eng mit der letzten großen Schlacht, mit der Schlacht um Armageddon zusammen.

Im allgemeinen Konsens der Evangelikalen wird der Berg Har Megiddô, ein südlicher Ausläufer des Karmelgebirges in Israel, als Ort dieser letzten aller Schlachten angesehen. Dort findet jene endgültig letzte Schlacht statt in der, der Antichrist geschlagen wird. Die Definition des Antichristen und seiner Truppen umfasst dabei alle Nichtchristen, wird aber in den USA und unter den Kreationisten zur Zeit praktisch mit dem Islam gleichgesetzt. Das Bild des Antichristen war schon immer Veränderungen unterworfen, weil es zumeist auf den aktuellen Gegner projektiert wird.

Am Ende dieses Kampfes gelten die Juden, die jetzt noch umhegt und umsorgt werden, dann aber als zu den Nationen zugehörig und werden selbstverständlich nicht errettet. Die Angst vor dem persönlichen Tod und die Möglichkeit einer Entrückung wird von diesen christlichen Fanatikern dazu benutzt, ihren rassistisch begründeten Feldzug gegen alle Andersgläubigen und vor allem gegen Muslime zu begründen. Teilweise werden wie bei Breivik auch die Kreuzzüge als Begründung für derartige Taten herangezogen.

Natürlich könnte man diese Leute leicht als Irre abtun, aber tatsächlich stellen sie unter den Christen in den USA die Mehrheit und vermutlich bestimmen sie die US-Politik weit umfassender als man sich allgemein vorstellen kann. Allerdings muss man auch immer wieder auf die katholische Kirche hinweisen, die zur Zeit zwar keine Progrome mehr gegen Juden veranstaltet, wie sie es durch ihre ganze Geschichte als Staatskriche hindurch getan hat und die aktuelle auch keine Kreuzzüge veranstalten. Aber mit dem Ratzingerpapst hat die Kirche zumindest die Judenmission wieder aufgenommen und macht damit deutlich, dass in ihr ein großes Rassismuspotential vorhanden ist.

In diesem Zusammenhang stellt sich dann die Frage, ob eine Religion überhaupt Terror fördern kann. Die Antworten der Betroffenen sind klar und deutlich. So sagt der Koordinierungsrat der Muslime in Deutschland (KRM):

„Die Ursachen des Terrors in Norwegen dürfen nicht in der Religion gesucht werden. Denn Terror und Gewalt, egal wo und in welcher Form, hat keine Religion“ sagte Mazyek, Sprecher des KRM. Deutschland (IGMG)- Anstatt sich auf die vermeintlich religiösen Ursachen der Anschläge zu konzentrieren, ist es notwendig, sich als gesamte Gesellschaft gegen jede Art von Rassismus und Feindschaft zu stellen.

So wird etwa die wachsende Islamfeindschaft in Deutschland und vielen anderen Staaten Europas unterschätzt. Vorurteile gegenüber Muslimen müssen abgebaut werden, um der Fremdenfeindlichkeit zu begegnen. Es müssen gemeinsame Wege gefunden werden, eine Kultur der Toleranz zu fördern.

Das ändert natürlich nichts daran, dass die christlichen Fanatiker und ihre Helfer den Islam insgesamt weiterhin als terroristische Religion empfinden und dies auch ohne Furcht vor Strafe als Propaganda verbreiten dürfen, wie das Beispiel Wilders in den Niederlanden und bei seinen Kundgebungen in Deutschland zeigt. Besonders simpel ist die Aussage des ewigen CSU Hoffnungsträgers Thomas Goppel der völlig an der Realität vorbei argumentiert:

Dass der Attentäter von Oslo und Utøya ein „fundamentalistische Christ“ gewesen sei, kann nur sagen, wer ein völlig falsches Bild vom christlichen Glauben hat.

..

Fundamentalistische Christen gibt es nicht, kann es nicht geben. Zu einer solchen Schlussfolgerung kann jemand nur kommen, wenn er ein völlig falsches Bild vom christlichen Glauben hat.“ Ausgangspunkt der „Frohen Botschaft“ und von daher des christlichen Lebensauftrags für den Menschen ist das Wohl des Nächsten, nicht seine Gängelung oder gar Vernichtung.

Der Mann spricht als katholischer Christ und hat wohl die Geschichte seiner Kirche nie vermittelt bekommen. Die katholische Kirche hat ihre Gegner immer vernichtet und dies meist im realsten Sinn, indem sie sie ermorden ließ. Die katholische Kirche gängelt die Menschen bis heute indem sie simple Schutzmechanismen vor ungewollten Kindern und Krankheiten wie Aids unmöglich macht, weil sie Kondome verbietet. Das die katholische Kirche dazu noch in einem riesigen Ausmaß Kinder durch ihre Priester missbrauchen lässt und nichts dagegen tut, kommt noch strafverschärfend hinzu. Der Historiker Althoff macht katholische Kirche für fundamentalistische Gewaltfantasien mitverantwortlich:

Der Historiker und Mittelalter-Experte Gerd Althoff schreibt der katholischen Kirche eine Mitverantwortung für fundamentalistische Gewaltfantasien zu.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Sie habe „durch Untätigkeit Raum gelassen für eine Legitimierung und Heiligung von Gewalt“, schreibt Althoff in der „Frankfurter Rundschau“ (Freitagausgabe). Der „verhängnisvolle Mythos der Kreuzzüge“, auf den sich auch der Attentäter von Oslo, Anders Breivik, bezog, hätte erst gar nicht entstehen müssen, wenn die Kirche „das Unchristliche am Tun der Kreuzfahrer mehr in den Vordergrund gestellt hätte“, so Althoff. Auch die von christlichen oder christlich geprägten Forschern dominierte Geschichtswissenschaft habe die distanzierte Behandlung „gerade der erschreckenden Seiten kirchlich legitimierter Gewalt“ vermissen lassen.

Religion scheint tatsächlich ein Nährboden für Terror und Gewalt zu sein. Um das zu verstehen und erfassen zu können, muss man Religion aber noch einmal aufspalten in den persönlichen Glauben und die organisierte Religion. Der persönliche Glaube lässt sich nicht wirklich bewerten. Oft scheint er wirklich das Beste aus einer Religion in einzelnen Menschen hervorzurufen und ist deshalb unbedingt schützenwert. Anders sieht es mit der organisierten Religion aus, die stets darum bemüht ist, ihren Einfluss auszubauen und andere Religionen zurückzudrängen. Dort bedeutet Religion immer Imperialismus.

Tatsächlich hat diese organisierte Religion auch wenig mit Glauben zu tun. Die Religion bietet nur eine zusätzliche Klammer für Leute die sich wahrscheinlich auch sonst verbünden würden und die durch die gleiche Religion werden derartige Bündnisse natürlich leichter, weil man ja angeblich gleiche Überzeugungen teilt. Tatsächlich haben sich die Orden in der katholischen Kirche aber stets gegenseitig bekämpft und nur gegen andere Religionen wirklich zusammengearbeitet und wer einen amerikanischen Pietisten aus den Amana Colonies über einen amerikansichen Christen aus der Herrenhuter Bewegung urteilen hört, der wird nur wenig gemeinsames finden. Aber wenn die beiden sich mit den Charismaten auseinandersetzen stehen sie wie eine Person zusammen und gemeinsam mit den Charismaten stehen sie gegen alle anderen die keine Fundamentalisten sind.

Das gleiche gilt natürlich auch für islamische Fundamentalisten die sich in Wirklichkeit häufig spinnefeind sind. Will man die institutionelle und organisierte Religion wirklich beschreiben, dann geht man am besten zurück zu Karl Marx und seiner treffenden Beschreibung des Problems:

Das Fundament der irreligiösen Kritik ist: Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen. Und zwar ist die Religion das Selbstbewusstsein und das Selbstgefühl des Menschen, der sich selbst entweder noch nicht erworben, oder schon wieder verloren hat. Aber der Mensch, das ist kein abstraktes, außer der Welt hockendes Wesen. Der Mensch, das ist die Welt des Menschen, Staat, Societät. Dieser Staat, diese Societät produzieren die Religion, ein verkehrtes Weltbewusstsein, weil sie eine verkehrte Welt sind. Die Religion ist die allgemeine Theorie dieser Welt, ihr enzyklopädisches Compendium, ihre Logik in populärer Form, ihr spiritualistischer Point-d’honneur (Ehrgefühl), ihr Enthusiasmus, ihre moralische Sanktion, ihre feierliche Ergänzung, ihr allgemeiner Trost- und Rechtfertigungsgrund. Sie ist die phantastische Verwirklichung des menschlichen Wesens, weil das menschliche Wesen keine wahre Wirklichkeit besitzt. Der Kampf gegen die Religion ist also mittelbar der Kampf gegen jene Welt, deren geistiges Aroma die Religion ist.

Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüth einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks.

Die Aufhebung der Religion als des illusorischen Glücks des Volkes ist die Forderung seines wirklichen Glücks. Die Forderung, die Illusionen über seinen Zustand aufzugeben, ist die Forderung, einen Zustand aufzugeben, der der Illusionen bedarf. Die Kritik der Religion ist also im Keim die Kritik des Jammertales, dessen Heiligenschein die Religion ist.

Unter diesem Aspekt ist es leicht, aus einer Religion eine Ideologie zu machen und das die Umkehrung auch funktioniert, beweist, die marxistisch-leninistische Ideologie, aus der spätestens Stalin eine Religion machte. Religion und Ideologie sind stets Gefängnisse, auch wenn man sich freiwillig in sie begibt. Beide formen einen unkritischen Geist der die von den jeweiligen Führern herausgegebenen Regeln willig befolgt auch wenn sie zum eigenen Schaden sind. Ein klassischer Fall sind die islamischen Selbstmordattentäter, die sich selbst töten obwohl sie wissen, dass damit nicht einmal ein wirksames Signal gesetzt wird.

Es macht übrigens keinen Sinn die Aufhebung der Religion oder der Ideologien zu fordern. Viele Menschen können ihr Leben nur im Glauben an ein besseres Leben nach dem Tod oder in der Hoffnung auf einen politischen Umsturz ertragen. Sie würden stets neue Religionen und Ideologien gründen die sich dann die miesesten Führer untertan machen würden um erneut da zu landen wo die Menschheit heute ist. Religion und Ideologie sind Krankheiten des Menschen, die man nicht vertreiben und nicht heilen kann, aber man kann sie durch ständige Aufklärung lindern.

Anders Behrig Breivik ist ein fundamentalistischer Christ und das ist eine Teilerklärung für seine Taten. Dazu kommt die Ideologie des Rassen- und Fremdenhasses die eine weitere Teilerklärung bilden, aber auch zusammen seine Taten nicht begründen. Egal welche Puzzleteile man noch hinzufügt, wie sein falsches Geschichtsbild oder die Lust an der tödlichen Waffe, man kann das Bild, das ihn wirklich zu seinen Taten veranlasste, nicht komplett bekommen, was aber nicht heißt, dass man die Teilaspekte nicht erwähnen darf. Man muss sie erwähnen um wenigstens teilweise verstehen zu können.

Es ist nicht der Schützenverein oder die Waffe die den Amokläufer macht, aber ohne den Verein und ohne die Waffe würde es ihn vielleicht nicht geben. Es ist nicht die Religion oder gar der Glaube und nicht die Ideologie die den Terroristen macht, aber ohne Religion und irregeleitetem Glauben und Ideologie würde es ihn vielleicht nicht geben. Je mehr man die Möglichkeiten für die Begründung solcher Taten begrenzt, je besser man aufklärt, desto eher lassen sich diese Taten verhindern. Aber man wird niemals alle Taten verhindern können.
Quelle

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Dies passiert mit Kindern in einem Staat mit dem Deutschland(!!!) in Afghanistan die westliche Demokratie verteidigt:

Und da gibt es Menschen die denken wir Muslime wären gefährlich. Sie denken weil diese nur eine Minderheit sind und nicht öffentlich auffallen sind Evangelikale keine Gefahr. Sie Glauben der Verfassungsschutz wird diese Naiven vor den Evangelikalen schützen. Das erwachen wird ein bitteres für diese sein!

Im Februar  1988  – zu Beginn der 1. Intifada – sagte der Verteidigungsminister Yitzjak Rabin diskret zur israelischen Armee, ‚brecht den Palästinensern  die Knochen’. Nach dem Zeugnis israelischer Soldaten leitete Oberst Eitan die Botschaft an seine Givati Brigade  weiter, die damals den Gazastreifen besetzte. Am 7. Februar befahl er vier Soldaten, die Knochen von zwei Brüdern im al-Bureij-Lager zu brechen. Sie fesselten sie, verbanden ihnen die Augen, schlugen sie eine Zeitlang in ihrer Wohnung, dann nahmen sie sie in einen abgeschlossenen  Olivenhain, wo sie sie 20 Minuten mit Stiefeln bearbeiteten und schlugen. Khalid überlebte, sein 21 jähriger Bruder Ayyad starb. 1990 verurteilte ein israelisches Kriegsgericht diese Soldaten wegen Überfall, gab dreien von ihnen einen niedrigeren Rang und verurteilte den vierten zu zwei Monaten Gefängnis ( Guardian, 2.11 1990 „Soldier jailed …“)Eitans Soldaten bezeugen, dass er den Befehl gegeben und sich am Schlagen der Givati beteiligt habe. Er gibt zu,  mit vier Schlagstöcken in seinem Jeep, einschließlich einer splitterfesten, unvorschriftsmäßigen Knute, die aus einem dicken Seil gemacht war, durch den Gazastreifen gefahren zu sein. Die Armeerichter fanden, dass Eitans gewalttätiges Verhalten zur Norm geworden war und zum Vorbild für die unter seinem Kommando stehenden (‚Soldier sentenced for Palestinian Beatings,’Associated Press 31.Oktober 1990) ; Givati commander denies telling Men to break bones’ The Jerusalem Post, 23 Febr.1990); ‚Givati 4 are convicted’, The Jerusalem Post, 2 Oct.1990) Er erhielt nach fast zwei Jahren keine Strafe. Als aber am 13. Juli 1992 Rabin  Ministerpräsident wurde, erhielt er einen Tadel und eine Empfehlung gegen eine Beförderung. Die Jerusalem Post zitiert Quellen, die andeuten, dass sein wahrscheinlicher Einspruch beim israelischen Obersten Gericht wegen einer Verurteilung Auswirkungen auf seine Beförderung hatte, einschließlich Rabin …(  19.Juli 1992)

Als Ehud Barak Rabins Generalstabschef wurde, beförderte dieser ihn trotz allem zum Brigadegeneral. Im Dezember 2000 nach Rabins Tod weigerte sich Baracks Nachfolger Shaul Mofaz, Eitam zum Generalstabchef zu befördern. Verärgert hielt er in der Bar-Ilan-Universität einen aufhetzenden Anti-Oslo-Vortrag. Er nannte den Chef der  palästinensischen Behörde Yasser Arafat ‚einen elenden Mörder’, griff die Regierung an, die die Kontrolle über Jerusalem teilen wolle und schlug eine neue Nakba  oder Enteignung vor: die israelische Armee könne morgen Judäa und Samaria und den Gazastreifen erobern und die Bevölkerung übernacht vertreiben, das sei kein Problem.  Wir haben  nur ein Problem mit dem Willen, dieses auszuführen. Als Nation seien wir gehemmt ( ‚Eitan  quits IDF’, The Jerusalem Post, 27.Dezember 2000)

Kurze Zeit danach zog er sich aus der Armee zurück, seine Karriere aber blühte. Im Februar 2003 in die Knesset gewählt, half er, die national-religiöse Partei  und die erneuerte religiöse national-zionistische Partei  zu gründen. 2002-04 hatte er in der Regierung von Ministerpräsident Sharon mehrere Ämter auf Kabinettebene, einschließlich  des Ministerposten für Wohnung und Bau, ein Posten, der dazu verwendet wurde, die Siedlungen auf dem Golan, in der Westbank und im Gazastreifen zu vergrößern.

In einem langen Interview mit der israelischen Tageszeitung nannte Eitan die palästinensischen Bürger Israels ‚eine tickende Bombe’ und ein ‚Krebsgeschwür’ (‚Dear God, this is Effi’ 20.März 2002) Abgesehen von Israel seien die anderen Nationen ‚Welten von Robotern ohne Seele’. In klassisch faschistischer Art,  stellte er fest, dass im Krieg die ‚unglaublichsten Dinge’ vorkommen würden. Er scheint zu glauben, der Messias zu sein, dessen Mission es sei, ‚das Volk und den Staat Israel zu retten’. ‚Solch ein Führer’, sagt Eitan, ‚führe das jüdische Volk. Er stünde nicht nur auf dem Platz, an dem Ben Gurion stand , sondern auch da, wo Moses und König David stand. Wie kann man da noch bescheiden bleiben? Wie soll man  sich da nicht zwischen Koalitionsabkommen und politischen Intrigen  verirren und in einem Prozess, in dem die Ordnung der Natur und die des Himmels und der Erde mit einander  verstrickt sind (‚Dear God, this is Effi’, Haaretz, 20.März 2002)

Aber dieser bescheidene Messiah hat keine Angst, sich die Hände schmutzig zu machen.

Durch das Töten von Aqel nicht zur Einsicht gekommen, fährt er  mit seiner rassistischen gewalttätigen Hetze fort. In einer Tel Aviver Synagoge regte er 2002 zum Mord an Yasser Arafat  samt seinen Kollegen an: ‚Wenn ich jetzt die Order herausgeben könnte, dann wäre er in 15 Minuten tot – zusammen mit seiner ganzen Bande’ Für den früheren al-Aqsa Märtyrer Brigadeführer Marwan Barghouti – damals von Israel angeklagt und für einen Prozess vorbereitet, schlug Eitan vor, man solle ihn nur in einen Olivenhain hinausnehmen und dort in den Kopf schießen (NRP-Führer Eitan: ‚Arafat, Barghouti sollten getötet werden’ Jerusalem Post, 5. Juli 2002)

In typisch kolonialer Weise hat er die Palästinenser  ‚Kreaturen’ genannt, die aus den Tiefen der Dunkelheit kommen’, ‚kollektiv schuldig sind’ und die   willkürlich nicht nur wegen des Bluts an ihren Händen getötet werden sollten , sondern wegen ‚des Bösen in ihren Köpfen.’  ‚Wir müssen sie alle töten,’ sagte er ( „A Reporter at Large: Among the settlers’, the New Yorker, 31.Mai 2004).

Eitan hat wiederholt zu  einer Vertreibung der Palästinenser im Bausch und Bogen aufgerufen z.B. 2002 bei einem israelischen Angriff auf die Westbank hätte es solch eine Möglichkeit gegeben, um sie nach Jordanien zu treiben. Das würde unser jüdisches Gewissen sauber lassen ( ‚Israelischer Nationalist hofft, das Land  zu überzeugen und die Palästinenser zu vertreiben, Associated Press, 7.April 2002)  „2006  sagte er: ‚Wir werden die große Mehrheit der Araber aus Judäa und Samaria vertreiben müssen’ ( ‚Leftist blast Eitan’s statement on Arabs, Haaretz, 11.September 2006)

2008 wandte er sich an die  arabischen Knessetmitglieder und sagte: ‚Der Tag wird kommen, an dem  wir euch aus diesem Haus verbannen werden und aus dem nationalen Heim … Ihr .. werdet nach Gaza vertrieben werden, wo euer Volk lebt, das gegen uns kämpft. Dorthin gehört ihr’. (‚Die Sicherheit wurde nach dieser antiarabischen Rede verstärkt’, Ynet, 15.April 2008) Während Israels Angriff auf den Gazastreifen im letzten Winter sprach sich Eitan auch für eine Massenvertreibung von Gazas Zivilisten aus und  für eine ‚freie Jagdzone’ …

 Die israelische Presse dokumentierte noch andere umwerfende Statements von Eitan: über die ‚Sehr moralische israelische Armee“, aber auch über die Anwendung menschlicher Schutzschilde, wobei ein Jeniner Teenager … zu Tode kam; seine Forderung, dass den palästinensischen Bürgern Israels im Negev, der Krieg erklärt werden solle ; dass sich  die Palästinenser nicht mehr an die  Nakba erinnern dürfen, dass israelische Politiker hingerichtet werden sollen, die die besetzten Gebiete zurückgeben wollen, dass die Hamas-Führer geköpft werden sollen . …etc. etc

Gegen Eitams Besuch  in  der Universität von Buffalo wurde protestiert. 40 Studenten standen  auf dem Campus und protestierten gegen seine Anwesenheit. Sie waren alarmiert worden von UB-Studenten für ‚Gerechtigkeit in Palästina’ und dem ‚Palästinensisch-Israelischen Komitee des Western New Yorker Friedenszentrum’. Ein paar Eitam-Unterstützer spuckten gegen die Demonstranten und schrien „Terroristen!“, aber mehr Passanten schlossen sich ihnen an …

Wie die kürzlichen Aktionen gegen den früheren israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert in New Orleans, der Universität in Kentucky, in der von Arkansas und Chicago und San Francisco zeigen, können israelische Kriegsverbrecher nicht länger mehr damit rechnen, respektvoll aus US-Campusforen auf Staatskosten Propagandatouren zu machen. Da liegt etwas in der Luft.

Quelle: Electronic Intifada„We will have to kill them all“: Effie Eitam, thug messiah

 
 
 
 

 

 

 

 
 

 

Von Uri Avnery, 14.11.2009

WENN DIE Tagesschau im Fernsehen mit einem Mord beginnt, atmen die Menschen hier erleichtert auf. Weil dann kein Krieg ausgebrochen ist, kein Selbstmordattentat stattfand und keine Qassamrakete nach Sderot abgefeuert worden ist. Ahmadinejad hatte keine neue Rakete getestet, die Tel Aviv erreichen kann. Es ist nur ein Mord.

Das heißt nicht, dass Israel die Hauptstadt des Mordes ist. Wir müssten uns viel mehr bemühen, die hohe Mordrate von New York oder Moskau zu erreichen, geschweige denn die von Johannisburg. Statistiken zeigen sogar, dass die Mordrate bei uns sinkt.

Aber in letzter Zeit ist Israel von einer Serie außergewöhnlich brutaler Morde geschockt worden. Ein Ehemann nahm Rache an seiner Frau, tötete seine kleine Tochter und begrub sie in einem Wald. Ein Mann, der mit der Frau seines Sohnes zusammenlebte, tötete ihre Tochter, seine eigene kleine Enkeltochter, legte ihren Körper in einen Koffer und warf diesen in Tel Avivs Yarkonfluss. Ein Sohn, der sich mit seiner Frau stritt, tötete sie und ihre Mutter, zerteilte die Leichen und entsorgte sie in Müllbehältern. Ein junger Mann, der mit seiner Mutter einen Streit hatte, tötete sie und ging dann hin, um auch seinen Bruder zu töten. Ein alter Mann tötete nachts mit einem Hammer seine Frau im Schlaf.

In den letzten Wochen gab es zwei Fälle, die sogar diese Scheußlichkeiten übertrafen.

Damian Karlik, ein Immigrant aus Russland, arbeitete als Oberkellner in einem russischen Lokal, wurde wegen Diebstahls entlassen und entschloss sich, sich an den Besitzern, russischen Immigranten wie er, zu rächen. Er ging zu ihrer Wohnung und erstach sechs Personen, eine nach der anderen, den Besitzer und seine Frau, ihren Sohn, seine Frau und ihre zwei kleinen Enkelkinder.

Ein Immigrant aus den USA mit Namen Jack Teitel, Bewohner einer der extremsten Siedlerkolonien in der Westbank, hat jetzt gestanden, dass er vor Jahren aufs Geratewohl zwei Palästinenser umgebracht hat. Er kehrte kurz in die USA zurück. Nachdem er zurückgekommen war, legte er Bomben in Polizeiwagen. Warum? Weil die Polizei Schwule und Lesben schütze. Er wird auch verdächtigt, aus demselben Grund zwei Verkehrspolizisten getötet zu haben. Er rühmte sich auch des Massenmordes an Homosexuellen in einem Tel Aviver Club (das mag aber nur Prahlerei gewesen sein). Er legte eine Bombe in die Wohnung von messianischen Juden (Juden, die Jesus als Messias ansehen) und verletzte dabei einen 15Jährigen schwer. Er versuchte, den linken Professor Ze’ev Sternhell mit einer weiteren Bombe umzubringen, und verletzte ihn.

DAS BESONDERE an diesen beiden Fällen ist, dass neue Immigranten, die nach Israel einwandern dürfen, darin verwickelt sind, obwohl gegen sie schon in ihrem Herkunftsland wegen Verbrechen ermittelt wurde.

Das Rückkehrgesetz gesteht jedem Juden das Recht der Einwanderung („Aliya machen“) nach Israel zu, wo sie automatisch bei der Ankunft die israelische Staatsbürgerschaft erhalten. Aber selbst nach diesem Gesetz könnte der Innenminister diese Leute zurückweisen, die schwerwiegender Verbrechen bezichtigt werden.

Dies macht den Fall Karlik so besonders interessant. Er war in Russland des bewaffneten Raubüberfalls verdächtigt worden, aber die Organisation, die in Russland Einwanderungs-genehmigungen vergibt, behauptete, sie hätte davon nichts gewusst.

Diese Organisation Nativ („Pfad“) war in der Vergangenheit in Sowjetrussland als eine der israelischen Geheimdienste tätig wie der Mossad und der Shin Beth. Ihr besonderer Job war es, die jüdischen Gemeinden zu unterwandern und Juden dazu zu überreden, nach Israel zu kommen.

Abgesehen davon, war Nativ natürlich auch mit Spionage befasst. Es ist kein Geheimnis, dass jahrzehntelang Immigranten aus der Sowjetunion bei ihrer Ankunft vom Shin Beth ausgefragt wurden, was sie über das Militär, die Wirtschaft und andere Einrichtungen in ihrer früheren Heimat wussten. Die so gesammelten wertvollen Informationen gaben Israel bei den westlichen Nachrichtendiensten einen hohen Rang.

Nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes sollte Nativ aufgelöst werden, aber wie jede bedrohte Organisation kämpfte sie um ihr Leben. Man entschied, sie intakt zu lassen und sie in allen früheren Sowjetrepubliken mit der Einwanderung nach Israel zu beauftragen. Sie sollten jetzt absichern, dass die Immigranten nach dem religiösen Gesetz koschere Juden seien.

Die religiösen Referenzen der Immigranten interessiert dagegen Nativ viel mehr als kriminelle Strafregister, über das sie womöglich selbst verfügen. Es scheint, dass Nativ keine Kontakte mit der russischen Polizei hat, die sie wahrscheinlich wiederum anderer Aktivitäten verdächtigt.

So geschieht es, dass man eine Person wie Karlik, jemand, gegen den wegen gewalttätigen Raubes ermittelt wurde, für die Einwanderung geeignet fand. Sein ethnischer Stammbaum war tadellos. Nach seiner Ankunft in Israel beantragten die russischen Behörden offiziell seine Auslieferung wegen Raubes; aber die Forderung wurde zurückgewiesen. Dem entkommenen Räuber wurde sogar eine Waffenlizenz erteilt und ihm erlaubt, als Wächter zu arbeiten.

Teitels Fall ist ähnlich. In den USA gibt es zwar keine Nativ, aber die Logik derer, die dort den Auftrag haben, zur Einwanderung nach Israel zu ermuntern, ist dieselbe: Immigranten zu bringen, ohne unnötige Fragen zu stellen. Nach dem religiösen Gesetz bleibt ein Jude ein Jude, auch wenn er sündigt.

DIESE AFFÄREN werfen ein Licht auf eines der leitenden Prinzipien des zionistischen Establishments: Juden nach Israel zu bringen – unter allen Umständen und zu jedem Preis. Die Statistiken müssen in diesem Jahr – wie in jedem anderen Jahr – eine Rekordzahl von Juden zeigen, die „Aliyah gemacht“ haben. In vielen Gemeinden wird der Bodensatz zusammen gekratzt, um noch mehr Juden zu bringen. Emissäre finden „verlorene Stämme“ von Juden in Peru und Äthiopien, in Indien und China.

In solch einer Situation besteht eine verständliche Versuchung, die kriminelle Vergangenheit von möglichen Immigranten zu übersehen. Was sollte also mit einem koscheren Juden geschehen, der eine Bank überfallen oder Kinder missbraucht hat? In Israel wird er seine Lebensweise vielleicht ändern. Oder wenn jemand im Ausland wegen illegalen Waffenhandels, wegen Geldwäsche oder Verkaufs von Blut befleckten Diamanten vor Gericht gestellt wurde – er wird willkommen geheißen. Und wenn er seine Millionen mitbringt, werden die Führer des Staates glücklich sein, sich in seiner Gesellschaft fotografieren zu lassen.

Das stimmt natürlich nur, wenn ein Immigrant Jude nach der Halacha (religiöses Gesetz) ist. Wenn er ein Goy ist, dann ist die Geschichte ganz anders. Das ist der Bereich des Führers der Shas- Partei Eli Yishai.

IN DER gegenwärtigen israelischen Regierung gibt es mehrere Kandidaten für den Titel Oberrassist. Eine objektive Jury hätte einige Schwierigkeiten, unter ihnen den richtigen auszuwählen.

Favorit ist der Außenminister Avigdor Lieberman, ein „beglaubigter“ Rassist, dessen ganze politische Karriere in Israel auf Hass gegen Araber und Ausländer aufgebaut ist. Er war es, der den Kipa tragenden Anwalt Ya’acov Ne’eman zum Justizminister ernannte, der jetzt eifrig damit beschäftigt ist, die außerordentlich wichtige Position des Rechtsberaters für die Regierung (was der Funktion eines Staatsanwaltes entspricht) abzusichern, einem Richter zu übertragen, der in einer Yeshiva (orthodoxe Schule) erzogen wurde, und in einer der extremsten Siedlungskolonien lebt und der wegen einiger rechtsradikaler Urteile berüchtigt wurde. Binyamin Netanyahu selbst ist natürlich auch ein exzellenter Kandidat.

Aber der König der Rassisten ist der Innenminister. Er ist gefährlicher als seine Kollegen, weil er die absolute Macht über den zivilen Status jeder Person in Israel hat, über die Ein- und Auswanderung, das Einwohnerregister und die Vertreibung von Ausländern. In dieser Position tut er gegenüber Ausländern genau das, was andere in andern Ländern gegenüber Juden praktiziert haben. Er ist unermüdlich beim Bewahren des wirklichen Israels – nicht des „jüdischen und demokratischen Staates“, wie er offiziell definiert wird, sondern des „jüdischen und demographischen Staates“. Für diesen Zweck hat er kürzlich eine spezielle Para-Polizeitruppe geschaffen, um Ausländer ausfindig zu machen und sie zu deportieren.

Es ist nicht einfach zu entscheiden, ob Yishai ein extremer Fanatiker oder ein kompletter Zyniker ist oder eine seltene Kombination von beidem. Als Shas noch eine moderate Partei war, als vor langer Zeit ihr Guru Rabbiner Ovadya Josef entschied, es sei erlaubt, die besetzten Gebiete zurückzugeben und ihr vorheriger Führer Aryieh Deri der Liebling der Linken war, erklärte auch Yishai sein „Ja zu Oslo, Ja zur Evakuierung (der Juden) aus Hebron, Ja zu Arafat!“ Aber seitdem ist viel schmutziges Wasser unsere verdreckten Flüsse hinabgeflossen. Shas ist eine radikale Partei des rechten Flügels geworden, und Yishai ist jetzt der extremste Rechte in der Regierung.

Seine unerschütterliche Neigung zur Reinheit der Rasse lässt fast Bewunderung hochkommen. Es vergeht kaum ein Tag ohne einige schockierende Nachrichten über seine Aktivitäten. Er kämpft wie ein Tiger für die Ausweisung von 1.500 Kindern ausländischer Arbeiter, die hier in Israel geboren wurden, Hebräisch sprechen, israelische Schulen besucht und die keine andere Heimat haben. Yishai ist bereit, sein Leben für ihre Ausweisung zu geben.

Der Innenminister verhindert die Einreise amerikanischer und europäischer Bürger mit einem arabischen Namen. Offizielle der UN und der EU, die die Verantwortung für palästinensische Projekte haben, können normalerweise nicht von Jordanien (oder anderswo) ins Land einreisen, und wenn sie dann irgendwie doch den Passierschein erhalten – ist es ihnen verboten, die Grüne Linie nach Israel zu überqueren. Ausländische Frauen, die mit Israelis verheiratet sind, werden gnadenlos ausgewiesen. Es gibt unzählige Beispiele dafür.

Nach Ansicht von Yishai ist jeder Sohn eines Thailänders ein Feind des jüdischen Staates, jede Tochter eines kolumbianischen Arbeiters eine Bedrohung für die Reinheit des jüdischen Volkes. Er erklärte, dass die ausländischen Arbeiter eine „Infektion“ seien und warnte davor, dass Tel Aviv „Afrika wird“. Er hat bekannt gegeben, dass Ausländer schreckliche Krankheiten mit sich bringen wie AIDs, Tuberkulose und Ähnliches. (Und in dieser Hinsicht gleichen sie Schwulen und Lesben, die nach Yishai „Kranke“ seien.)

Solch eine Person würde im Kabinett der USA oder in den meisten europäischen Ländern nicht Minister bleiben. Im Land der Nürnberger Gesetze würde sie nicht einmal in die Nähe einer Regierungsposition kommen.

Vor nicht langer Zeit – während der „Operation Cast Lead“ – verlangte Yishai, dass wir „Tausende von Häusern bombardieren, um Gaza auszuradieren“ – was ihn nicht daran hinderte, den Richter Richard Goldstone als abscheulichen Antisemiten zu denunzieren. Er selbst riskierte übrigens nie seine Haut als kämpfender Soldat – dieser Nationalheld diente als Unteroffizier für religiösen Dienst in einer Transporteinheit.

Vor 800 Jahren prägte Rabbi Moshe Ben-Nahman, Nahmanides genannt, den Ausdruck „Von der Tora genehmigte Schurken“ – gemeint war damit eine Person, die verabscheuungswürdige Dinge tut, die aber nicht ausdrücklich in der Bibel verboten sind. Ich bin mir nicht sicher, ob diese Bezeichnung für Yishai passt, da die Bibel mehr als einmal die Misshandlung von Fremden verbietet – “ … dass ihr keine Gewalt übt gegen Fremdlinge, Waisen und Witwen“ (Jer. 7,6), “ ..und hat die Fremdlinge lieb, dass er ihnen Speise und Kleider gibt“ (5.Mos. 18) und viele andere Gebote in diesem Sinne.

ABER NOCH wichtiger als Yishai selbst ist das Phänomen, das er vertritt: die Beschwörung des demographischen Dämon, der das Land heimsucht.

62 Jahre nach der Gründung lebt der Staat Israel noch immer in Furcht vor der „demographischen Gefahr“. Er hat Angst vor seinen arabischen Bürgern, und deshalb diskriminiert er sie auf jedem Gebiet. Er hat Angst vor den vierhunderttausend Russen, die mit ihren jüdischen Verwandten in Übereinstimmung mit dem Rückkehrgesetz ins Land kamen, deren Mütter aber nicht jüdisch waren. Hier gibt es einen inneren Widerspruch: während die Nativ-Agenten daran interessiert waren, die Anzahl der Immigranten zu erhöhen, verweigern Yishai und seine Leute genau diesen Immigranten das Recht, Juden zu heiraten oder auf einem jüdischen Friedhof beerdigt zu werden. Sie dienen in der Armee, aber wenn sie im Kampf gefallen sind, können sie nicht neben ihren Kameraden beerdigt werden.

Beinahe alle jüdischen Israelis wünschen einen Staat mit einer hebräischen Mehrheit, wo die hebräische Sprache, Kultur und Tradition gepflegt wird. Aber viele von uns wünschen keinen Männer-, Frauen- und Kinder-jagenden Staat, abgesperrt für Asylsuchende und wo ausländische Arbeiter, die die Gastfreundschaft länger in Anspruch nehmen, in ständiger Angst leben wie unsere Vorfahren in den Ghettos.

Um diesen Dämon auszutreiben, haben wir, meine Freunde und ich – eine Gruppe von Bürgern – vor dem Gerichtshof Anträge gestellt und darum gebeten, dass die Angabe unter „Nation: Jüdisch“ im Einwohnerregister des Ministeriums ersetzt werden möge durch „Nation: Israelisch“. Unsere Anträge wurden vom Richter Noam Solberg zurückgewiesen – also von genau jenem Richter für dessen Ernennung zum Generalstaatsanwalt der Justizminister Berge bewegen würde.

In seinem am Montag veröffentlichten Buch „Die Tora des Königs“ fordert der Rabbi Yitzhak Shapiro, jeden zu töten, der das Land Israel bedrohe.

Er behauptet sogar, dass auch Babys und Kinder getötet werden können, wenn sie eine Bedrohung für die Nation darstellen.

Rabbi Yitzhak ist der Vorsitzende einer Thoraschule in der Siedlung Yitzhar im Westjordanland.

Quelle

Es würde kein Problem sein, die Bewohner des Außenpostens von Amona als Radikale zu bezeichnen. Im Februar 2006 führten sie die Proteste der 4000 Siedleraktivisten, (von denen einige bewaffnet waren), gegen 3000 israelische Polizisten an, die  absichern sollten, dass  auf Befehl neun illegale „Siedler-Außenposten“ in der Westbank mit Bulldozern abgerissen werden.  Bei den  folgenden Zusammenstößen wurden 80 Sicherheitskräfte und 120 Siedler verletzt, mehr als beim sog. „ Disengagement“ (Rückzug) der Siedlungen im Gazastreifen. Diese  Kraftprobe (mit dem Militär) wurde  für die Westbanksiedler zum  Symbol der Entschlossenheit, um den Bemühungen des Staates,  nicht genehmigte Außenposten wie den ihrigen aufzulösen,  zu trotzen. „Wie erkläre ich meinen Kindern,  dass  die Armee, die uns eigentlich schützen soll, sich wie unser Feind benimmt“, klagt die Amona-Bewohnerin Irit Levinger.

Aber was über die Siedler in Amona  besonders beunruhigend ist, ist nicht, wie weit sie  sich von der übrigen israelischen Bevölkerung entfernt haben – ob geographisch oder  politisch –  sondern wie sehr sie mit ihr verbunden sind. Sie sind national-religiös d.h. sie sind fromme Juden, aber nicht wie andere  religiöse Juden  sind  sie auch eifrige Anhänger des säkularen zionistischen Projektes. Die National-Religiösen lassen israelische Flaggen von ihren Laternenpfosten flattern und dienen an vorderster Front in der Armee. Sechs Monate nach der Konfrontation in Amona folgte 2006 die Hälfte der Männer dieses Außenpostens der Einberufung zum Libanonkrieg, und einer der Bewohner war einer der neun israelischen Soldaten, die im Gazakrieg getötet wurden. Außer Offizieren gehören zu den Bewohnern Universitätsdozenten, ein Polizist, Angestellte und Anwälte. Levinger selbst ist Dozentin für Hebräisch an einer Staatsuniversität. Zwei der Verletzten vom Zusammenstoß mit der Polizei waren Knessetabgeordnete einer größeren Siedlung in der Nähe. Die national-religiösen Siedler mögen zwar gegen den Staat agitieren, aber sie sind  mit den Machthebeln des Staates  direkt verbunden und profitieren von seinem Schutz.

„Außenposten“ ist ein irreführender Begriff. Er assoziiert Bilder von Cowboys, die den Naturelementen trotzen und ihre Feinde nach Wildwest-Manier vertreiben. Die meisten Außenposten in der Westbank sind gut ausgestattete Wohnwagenplätze neben  Grundstücken, auf denen Häuser mit roten Dächern stehen, die auf Geheiß  und auf Kosten des Staates oder mit privatem Geld und mit Zustimmung des Staates gebaut wurden. Die meisten sind verbunden mit dem Wasser-, Strom- und Straßennetzwerk und können sich auf ihre Nachbarn verlassen, dass sie mit protestieren, wenn Agenten des Staates an die Türen ihres Caravan  klopfen. Sie sehen so aus, wie viele Siedlungen vor ein oder zwei Jahrzehnten aussahen, ja wie die Städte innerhalb Israels nach den Eroberungen 1948 aussahen. Sie sind Symbole für das  Vordringen des Zionismus.

Trotz internationaler Empörung und israelischer Zusicherung, die Außenposten, die nach der Road Map von 2003 errichtet wurden, aufzulösen, sorgen sich nur wenige Außenpostenbewohner um ihre  Zukunft. Vor kurzem bestimmte der Verteidigungsminister Ehud Barak 22 Außenposten für die Auflösung „ innerhalb von Wochen“. Das war im Mai. Noch stehen alle.

Die Siedlerbewegung scheint ähnlich nicht beunruhigt zu sein durch den zeitweiligen Siedlungsstop, den Ministerpräsident B. Netanyahu Ende August gegenüber Obamas US-Sondergesandten  George Mitchell als Beschwichtigung zur Sprache brachte, um „vertrauensbildende Maßnahmen“ Israels gegenüber seinen arabischen Nachbarn abzusichern. Die Durchführung vergangener Baustopps ist minimal gewesen und Netanyahus Angebot – einer neunmonatigen Unterbrechung – wurde mit genügend früheren Baugenehmigungen für ein volles Jahr verknüpft. Der Vorschlag des Baustopps war also weniger ein Damoklesschwert ( für die Siedler) als ein Beruhigen ausländischer Schreier. [Es ging noch ein Hick- Hack um einen Baustopp oder ein Weiterbauen von bestehenden Baustellen]  Nun ist es Bulldozern  vom Wohnungsministerium weiter erlaubt, die Hügelkuppen des Heiligen Landes  weiter für Siedlungen vorzubereiten.

Das demographische Gewicht

Auf den ersten Blick ist es gar nicht so einfach, den Erfolg der Westbanksiedler zu erklären. Zahlenmäßig stellen sie, einschließlich der 200 000 Siedler im illegal annektierten Ostjerusalem nur 4% der israelischen Bevölkerung dar. Diese ist dagegen oft über  den unverhältnismäßig hohen Verbrauch des nationalen Vermögens (durch Siedler) verärgert. Nur 1% lebt im Kernland des mutmaßlich zukünftigen palästinensischen Staates, also östlich der Trennungsmauer, die Israel in der Westbank gebaut hat. Von diesen haben Tausende, meistens Säkulare, ihr Interesse bekundet, für finanzielle Entschädigungen nach Westen – ins israelische Kernland zu ziehen. Einige  haben die Siedlungen schon verlassen, weil sie sich  geographisch isoliert nicht wohl fühlten oder weil sie die Gewalt der zunehmenden Religiosität der Siedler fürchten.

Den Rest umzusiedeln, scheint ein geringer Preis zu sein, der Israel die weltweite Schande ersparen würde, wenn es das Siedlungsprojekt weiter  aufrecht erhält und ausbaut.

Doch intern ist die Siedlungsbewegung – mit den Worten des früheren Westbank-Armeekommandeurs – Israels stärkste Lobby. Aus Angst vor weiteren Konfrontationen  wie in Amona  mit den führenden Ideologen des Zionismus, wagen nur wenige israelische Politiker, sich mit der Bewegung anzulegen. Sie wächst schnell: Der Abzug der Säkularen aus der Westbank (doch nicht aus Ost-Jerusalem) ist durch den expandierenden harten Kern der Bewegung der National-Religiösen   mehr als aufgeholt worden, die von Anfang an  die jüdische Besiedlung des biblischen Landes  als heilige Pflicht ansehen. Zusätzlich hat sich die Bewegung  mit Israels ultra-orthodoxen und traditionell nicht-zionistischen Gemeinden  wegen dringendem Platzmangel für ihre großen Familien verbunden. Damit haben die Siedler den am langsamsten wachsenden Sektor der israelischen Gesellschaft, die säkularen Juden,  aufgegeben und sich mit den beiden am schnellsten wachsenden verbunden. Die Bevölkerung der Westbanksiedler (außer der  des besetzten Ostjerusalems) hat sich verdreifacht: von 105 000 vor dem  Osloabkommens 1992 auf über 300 000  von heute.

Die Bevölkerungsexpansion hat der Siedlerbewegung einen stärkeren religiösen Anstrich gegeben. Maale Ephraim, eine Siedlung an den steilen Abhängen des Jordangrabens, deren säkulare Bevölkerung weitgehend von hier wegmöchte, hat eine Hesder Yeshiva gegründet, eine Schule, die religiöse Studien mit militärischem Training verbindet. Und im Tal unten hat eine national-religiöse Gemeinschaft  Yitav, eine  einst säkulare Gemeinschaft, vollkommen übernommen. Die Caravan-Orte, die inzwischen in der ganzen Westbank verstreut liegen, sind auch Kennzeichen für die wachsende national-religiöse Stärke des Siedlungsunternehmens; dazu kommt die Bereitschaft der National-Religiösen, der Ideologie eine größere Priorität als der Lebensqualität zu geben.  In der Nachbarschaft von Nokdim, nahe Bethlehem, z.B.  haben 30 Paare Wohnwagen auf eine Hügelkuppe gestellt. Der letzte Zustrom hat aus einer  Gemeinde, die zu gleichen Teilen aus säkularen und religiösen Familien bestand, nun eine vorherrschend religiöse Siedlung gemacht. Der Gush Etzion-Block, zu dem Nokdim gehört, hat keine säkulare Schule. Wie andere  lehrt sie, dass die Bibel ein von Gott gegebenes Grundbuch ist, wie einer der Lehrer es ausdrückt.

Auf Grund der billigen Wohnungen und subventionierten Hypotheken wächst die ultra-orthodoxe Bevölkerung viel stärker, besonders in den Trabantenstädten  Jerusalems. Beitar Illit, nahe Bethlehem, ist in etwas mehr als einer Dekade zu einer Stadt von 40 000 Bewohnern angewachsen. Auf Hügeln westlich von Jerusalem wurde 1996 Modiin Illit errichtet. Sie ist nun die größte  der Siedlungen, und man plant, dass bis 2020 150 000 Menschen dort wohnen werden. Das Bauen hält kaum Schritt mit der Nachfrage und bringt die Familien immer weiter in die Westbank hinein. Der Zustrom hat die  traditionelle Distanz der Ultra-Orthodoxie zum arabisch-israelischen Konflikt  durch Verbundenheit mit dem Land ersetzt, das jetzt „Heimat“  ist.

Ultra-orthodoxe Anwälte sind genau so lautstark wie die National-Religiösen beim Protest gegen das Einfrieren des Siedlungsbaus. Der stellvertretende Ministerpräsident Eli Yishai, Führer der Shas-Partei, hat dazu aufgerufen, vier  weit entfernte Westbank-Siedlungen wieder aufzubauen, die Israel 2005 aufgelöst hatte.

Das demographische Gewicht der frommen Juden ist innerhalb Israels wie auch in den Siedlungen angewachsen. Von den Rabbinern angespornt, sich zu vermehren, heiraten die Religiösen jünger und haben mehr Kinder als ihre säkularen Gegenüber und ziehen drei Generationen groß, während die säkularen Israelis nur zwei Generationen groß ziehen.

„Normalerweise solle man die Hochzeit nicht über das Alter von 20 Jahren verzögern“, rät Yaacov Yosef, Leiter der Hazon Yaakov Yeshiva und Sohn des geistigen Shasführers Rabbi Ovadia Yosef. Nach den Daten der Umfrage von 2007 schätzt das Israel-Demokratie-Institut dass 8 % von Israels jüdischer Bevölkerung von über 50 und 32 % der Bevölkerung zwischen 18 und 30  entweder ultra-orthodox oder national-religiös sind. Im Gegensatz dazu haben die säkularen jüdischen Israelis von 23% auf 17 % in der Bevölkerung in einem Jahrzehnt abgenommen, sagt das Institut.

Zahlenmäßig stellen die 1,5 Millionen religiösen Juden in Israel selbst  eine Basis für moralische und logistische Unterstützung  für die Vorhut in den Siedlungen dar und natürlich auch bei den Wahlen. „Wir haben mehr Anhänger in der Armee innerhalb der Grünen Linie als in der Westbank“, sagt Yisrael Ariel, ein Assistent von Rabbi Yitzhak Ginsburgh, dessen militante Reden die Ultra-Orthodoxen genau so anzieht wie die national-religiösen. „Sie helfen uns, Waffen zu bekommen.“

Die säkularen Juden versuchen, die religiöse Welle aufzuhalten, die über ihren Stadtteil, die Schulen ihrer Kinder und am Shabbat  sogar über die Straßen schwappt, wenn Fromme den Verkehr zu stören versuchen.  … Inzwischen haben Zehntausende von säkularen Jerusalemer Bürgern die Stadt verlassen und sich in der Küstenebene niedergelassen und so die Ultra-Orthodoxen nach einem Jahrhundert zionistischer Besiedlung allein gelassen. Sie sind nun  mit den national-religiösen die größte Gemeinde und die Drahtzieher im besetzten Ost- und West-Jerusalem.

Sogar in der Küstenebene  wächst die Zahl der Frommen. Einige national-religiösen Juden haben ihre Außenposten verlassen und siedeln im Herzen Israels“, ein Prozess, der sich nach dem Herausholen der ideologischen Siedler aus dem Gazastreifen auf Befehl von Ariel Sharon beschleunigt. Angefeuert von dem Motto „Nie wieder!“ errichten die National-Religiösen Zellen in säkularen jüdischen Städten als auch in Städten palästinensischer Bürger, eröffnen Hesder Yeshivas und Synagogen und  stellen so eine  jüdische Vormachtstellung her. Während Israels säkulare Universitäten Abteilungen zusammenlegen müssen, weil zu wenig Studenten da sind, müssen die Hesder Yeshivas vergrößert werden.

Politische Einflüsse

Seit 1967 vom Staat verhätschelt, um Israels Einfluss  auf der Westbank zu zementieren, haben die Siedler eine institutionelle Schlagkraft, die ihre zahlenmäßige Stärke weit überschreitet. Sie sind in der Regierungsbürokratie etabliert, im Rechts- und Bildungssystem und vor allem  im Militär, der traditionelle Weg für soziale Aufstiegsmöglichkeiten und das Rückgrat der israelischen Gesellschaft.  Während die Armee früher ihre Elitesoldaten aus den säkularen Kibbuzen von Israels Gründungsvätern holte, so kommen ihre Elitegruppen jetzt aus den national-religiösen Reihen. Um National-Religiöse anzuziehen und die Rate der sich freiwillig zum Militär Meldenden zu erhöhen, was  nach dem Einfall in den Libanon 1982 geringer wurde, hat die Armee eine Reihe von Hesder Yeshivas eröffnet, wo Schulabgänger, außer dem Bibelstudium die Regeln des Heiligen Krieges lernen. Die Rekrutierungs-Statistiken sind nach Gruppen geordnet. Yigal Ley, ein militärischer Analytiker an Israels Offener Universität, schätzt, 40% der Leute in Kampfeinheiten und im Corps der Junior-Offiziere seien religiös. „ In den Militärrängen hat sich viel verändert,“ sagt ein Armeenachrichtendienstoffizier. „12 % der Bevölkerung beherrschen nun das Armeekommando. Innerhalb eines Jahrzehnts werden sie das Zentralkommando inne haben.“

Der Einfluss der Siedler auf die Armeestrategie und Führung ist ein Diskussionsthema. Während des Gazakrieges 2008/2009 verteilten die Militärrabbiner Flugblätter  und begleiteten die Soldaten in die Kampfgebiete, boten z.B. ihren Rat darüber an,  ob Sanitäter verletzte Palästinenser behandeln sollten. „ Es war normal, Rabbiner mitten in Kampfzonen zu sehen“, sagt einer der Soldaten, der im Gazastreifen kämpfte. „Sie, die Rabbiner bereiteten uns auf einen biblischen Kampf vor und stellte den Kampf nicht als eine Schlacht dar, um die Qassams zu stoppen, sondern als eine Heiligung des Heiligen Namens. Keiner sagte dies direkt, aber sie wollten, dass wir Sharons Rückzug  aus dem Gazastreifen rückgängig machen.“  Auf dem Schlachtfeld brüsteten sich die Rabbiner auch mit der nationalen Moral.  „Der Feldzug ist ein Krieg gegen Amalek“, sagte Shmuel Eliyahu, Safeds Chefrabbiner und Sohn des früheren sephardischen Chefrabbiners Israel Mordechai Eliyahu, bei einer Versammlung religiöser Jugendlicher.

Auch auf der Westbank behaupten National-Religiöse, dass sie den  Auftrag der Armee beeinflussen. Mit Drohungen des Verteidigungsministers Barak, einige der Außenposten aufzulösen, entschied ein Rabbinerrat der Siedler, der vom Kiryat Arba-Chefrabbiner Dov Lior geleitet wird, die Siedler sollten solchen Befehlen nicht nachkommen. Ein Armeekaplan wiederholte diesen Aufruf und warnte, gewisse militärische Befehle seien illegal, da sie das religiöse Gesetz verletzen. Während Sharons Rückzug aus Gaza  gab die Armeeführung Pläne auf, Kampfeinheiten einzusetzen, in denen religiöse Soldaten vorherrschend sind. Diese wurden also nicht eingesetzt, um die Siedler wegzuholen, sondern  nur an den äußersten Rand  um den Gazastreifen stationiert. Aus Sorge um eine Teilung innerhalb der Ränge hat Armeechef Gabi Ashkenasi wiederholt versucht, den Auftrag Siedlungen aufzulösen, der Polizei zuzuschieben. Auch wenn in Gaza die Mannschaften sich bemerkenswert ordentlich verhielten, haben Armeekommandeure vorgezogen, ihre Truppen  in den  größeren und unkontrollierbareren Siedlungen in der Westbank nicht  auf ihre Loyalität zu testen. „Ihre Verpflichtung gegenüber den IDF und ihrer Verpflichtung gegenüber einem speziellen Rabbiner könnte für die Soldaten und Offiziere zu einem großen Dilemma führen“, sagt ein Reservegeneral, der das Verteidigungsministerium über die Außenposten berät. „Es gibt einige Rabbiner, die sehr großen Einfluss haben.“ Sollte Barak den Befehl geben, einige Außenposten zu räumen, schreibt Israel Harel, ein früherer Yesha-Ratsführer in der Tageszeitung Haaretz,   dann könne er damit Armee und Polizei zu einem Kollaps bringen.“ [Yesha-Rat: Dachorganisation der Gemeinderäte der Siedlungen in der Westbank, Judäa und Samaria in der Sprache der Siedler, AdÜ]

Vor Ort haben Soldaten oft interveniert, um bewaffnete Siedler zu unterstützen, vielleicht weil anders als bei Soldaten anderer  Gegenden, die Siedler oft in ihrer lokalen Einheit ihren Militärdienst ableisten.. „Die Armee hilft uns, Synagogen bauen und schießt, um Steinewerfer zu vertreiben“, sagte ein national-religiöser Student, nachdem Siedler von Bat Ayin nahe Bethlehem einen benachbarten Hügel abgrenzten, indem sie ein Gebetshaus darauf bauten. Achtzehn Palästinenser wurden verletzt. Östlich von Bethlehem konfiszierten Soldaten die Werkzeuge von Arbeitern, die einen von der USAID finanzierten Park  aufbauten, nachdem Siedler Anspruch auf eine angrenzende frühere Armeebasis erhoben. „Wenn man die Armee kontrolliert, kontrolliert man auch das Land“, sagte der Rabbiner einer Synagoge im muslimischen Viertel der Jerusalemer Altstadt.

Nachdem es den Siedlern nicht gelungen war, den  Rückzug aus Gaza zu verhindern und  sie bei den Wahlen  2006 vernichtend geschlagen wurden, gewannen die religiösen und pro-Siedler-Politiker  bei den Wahlen 2009 wieder ihr Mandat. Von den 75 Parlamentariern in der Regierungskoalition sind 27 religiös; gemeinsam können sie ein Veto einlegen. Während andere Parteien ihnen den Rücken  zuwenden, buhlt Netanyahu um die Stimmen dieser schnellwachsenden Wählerschaft, macht vor der Wahl Verabredungen mit der Shas, der größten ultra-orthodoxen Partei, einschließlich der United Torah Judaism, der ashkenasischen ultraorthodoxen Partei in seiner Koalition und befördert national-religiöse Figuren in den Rängen seiner Partei. Unter Sharon war nur ein Likud-Parlamentarier national-religiös; unter Netanyahu  sind es sechs, fast so viele wie in den national-religiösen Parteien selbst. …In seiner programmatischen Rede vom 14. Juni in Israels nationalreligiöser Universität  Bar Ilan  ehrte Israels Premier die Siedler „als integralen Teil unseres Volkes, eine prinzipientreue, Pionierarbeit leistende und zionistische Gemeinschaft.“  Angesichts Israels Koalitions –Kuhhandel entscheiden  sich Politiker aus anderen  säkularen Main-Stream-Parteien, sich ruhig zu verhalten als diesen mächtigen Block  gegen sich aufzubringen. ….

Die religiöse Rechte hat auch einen großen Anteil in der Bürokratie.  National-religiöse Angestellte arbeiten vor allem in der Zivilverwaltung, der militärischen Körperschaft, die die Teile der Westbank beherrscht, die unter direkter israelischer  Kontrolle  steht, und  zu deren Aufgabengebiet es gehört, die Genehmigungen des Siedlungsbau zu erteilen und Staatsland den Siedlern zuzuteilen. In der Justiz wenden die ultra-orthodoxen Richter das religiöse Gesetz (Halacha)  in Angelegenheiten des persönlichen Status an. In anderen Gerichten, wo die Halacha nur eine Rechtsquelle ist, haben religiöse Fraktionen gegen die überwiegend Säkularen Kampagnen gestartet.  Nach der Intervention des national-religiösen Richters Minister Yaakov Neeman 2009 hat der Oberste Gerichtshof drei neue Richter, zwei von ihnen orthodox, ernannt.

Das Gesetz Gottes, das Gesetz zum Überleben

Die einzige uneinnehmbare Bastion der Regierung ist der Friedensprozess. Mit den Augen der religiösen Rechten gesehen, dienen die Verhandlungen als Plattform für ihre säkularen Kritiker, um ihre eigene internationale Legitimität zu untermauern,  eine  Kampagne  zu führen, um die religiösen Fraktionen  intern und international zu dämonisieren und ihre Ideologie und ihr Vermögen anzugreifen.  Die aus dem Gazastreifen  abgezogenen Siedler wurden z.B. auf  öde, abgelegene  Campingplätze abgeschoben. Externe  Vermittler haben wenig getan, um den Friedensprozess inklusiver zu machen. Die Genfer Initiative-Treffen, die von westlichen Botschaften finanziert wurden, haben die religiösen Teilnehmer ausgeschlossen. Kurz gesagt:  in der Dynamik des Friedensprozesses stehen die religiösen gegen die säkularen Fraktionen, heizen einen Gegenprozess an, in dem  die religiösen Gruppen mit beträchtlichem Erfolg als störende Elemente agieren. Jeder neue Versuch einer Vermittlung von außen macht Israels religiöse/säkulare Spaltung deutlicher.

Der letzte US-Versuch einer  Intervention macht deutlich, welche Seite die Oberhand  hat.

Staatliche religiöse Politiker, die weiter die jüdische Herrschaft über die besetzten Gebiete befürworten, bleiben gelassen, weil sie davon überzeugt sind,  das Pendel schlage zu ihren Gunsten aus. „Israels säkulare Führer benötigen jetzt ein Abkommen, weil sie wissen, dass  nach weiteren drei Jahrzehnten die ultra-orthodoxen und die national-religiösen Juden in der Mehrheit sind“, sagt Israel Zeira, ein national-religiöser Unternehmer, der Häuserblock auf beiden Seiten der Grünen Linie baut. „Die demographische Bedrohung, das Land zu teilen, ist nicht nur eine arabische; es ist auch eine jüdische.“

In der Folge des Rückzuges aus Gaza  haben einige religiöse Gruppen radikalere Ansichten angenommen. Sie sind  genau so wenig bereit, ihre  gepflegten Luxuswohnungen in der Westbank aufzugeben wie die Gründungseliten ihre Kibbuze innerhalb Israel. Eine Minderheit ist bereit, mit allen Mitteln einer  Auflösung der Siedlungen zu trotzen. Einige, die einst in den israelischen Staat investierten, um ihn zu „erlösen“, sehen jetzt, wie er  in Korruption  versinkt und sich vom biblischem Land zurückziehen will. Aus Angst noch einmal auf die israelische Regierung angewiesen zu sein, die sie verwirft, haben sie sich mit  autonomen Mechanismen  ausgestattet. Heute haben Siedlungen ihre eigenen paramilitärischen Gruppen, die unter einem Siedlungssicherheitsoffizier  mit weitgehender  nomineller Armeekontrolle arbeiten. Sie haben auch ihr eigenes Arsenal. „Ich muss mich  gegen Juden und Araber verteidigen“, sagt der Verantwortliche von Kfar Tapuach, einer national-religiösen Siedlung.“  „Wenn  jemand kommt und dein Haus angreift, dann töte ihn! Das einzige Gesetz hier ist das des Überlebens.“

Rabbiner haben ihre eigenen Schulen, Medien und eigengesetzliche Gerichte, wo höhere Heilige Befehle angewandt werden, die  für ihre Gemeinden über den Staatsgesetzen stehen. Einige Regeln betreffen das tägliche Leben, andere die nationalen Angelegenheiten. „Wir müssen das Land von Arabern reinigen und sie dort ansiedeln, wo sie herkamen, wenn nötig mit Geld. Wenn wir dies nicht tun, werden wir nie Frieden in unserm Land haben“, meint Dov Lior, der führende Rabbiner auf der Westbank.“ Immer  weniger der Siedler erkennen die Autorität der israelischen Regierung als höchste Instanz an“, sagt ein früherer Chef der Zivilverwaltung, der behauptet, dass während seiner Amtszeit sie seine Angestellten zu bestechen versuchte und ihn und seine Familie einschüchterte, nur  um mehr Land zu nehmen. „Wer ist Barak, der Order herausgibt, die dem Gesetz Gottes widersprechen?“

Da sich einige Siedler vom Staat zurückziehen, nähern sie sich der traditionellen ultra-orthodoxen Haltung, die sich darum bemüht, den Staat auf Abstand zu halten. Was sie betrifft, näherten sich die Ultra-Orthodoxen  in Bezug auf die Palästinenser der Position der National-Religiösen. Umfragen ergaben, dass die ultra-orthodoxen Juden die Wählerschaft in Israel sind, die am meisten gegen den Friedensprozess ist. In einer Umfrage im April 2008 unterstützten 82% der säkularen Israelis die Zweistaatenlösung und nur 36 %  der ultra-orthodoxen. 28% der ultra-orthodoxen Israelis unterstützten Verhandlungen mit der palästinensischen Behörde, verglichen mit 69% der säkularen. „Die Ultra-Orthodoxen  haben eine Wandlung durchgemacht von anti- bis ultra-nationalistisch, unterstützen einige den säkularen Zionismus wie z.B. den Besitz des jüdischen Landes, auch wenn sie dies gar nicht zugeben wollen“, sagt der Koordinator der Umfragen, Tamar Hermann. Die Schlagzeilen auf der 1. Seite der Jerusalem Post am 21. Juli 2009 beschreiben eine Allianz der Agenden. „Siedler verbrennen Bäume, blockieren Straßen, um gegen Zerstörungen (von Siedlungen) zu protestieren“, ist die eine Schlagzeile. Und darunter „Chefrabbiner Amar: „US-Politik über Siedlungen widerspricht einem Thora-Gebot.“ Ein ultra-orthodoxer Rabbiner, ein Aufwiegler, Shlomo Dov Wolpo, warnt vor einem religiösen Bürgerkrieg für den Fall, dass die Regierung kapituliert und dem US-Druck auf  Siedlungsbaustopp erneuert: „Dann wird es einen Krieg von Juden gegen Juden geben – wie beim Amona-Pogrom. Es wird nicht wie in Gush Katif im Gazastreifen sein, wo Juden ihre Gemeinden nicht verteidigen konnten. Unsere Kinder werden  mit ihrem letzten Blutstropfen ihr Leben riskieren.“

Es bleibt unklar, wie lange die Allianz zwischen den Ultra-orthodoxen und den National-Religiösen halten wird, sollte Israels Führung den Willen aufbringen, noch einen strategischen Rückzug zu beginnen. Auch wenn sie sich nicht wohl dabei fühlten, hielten sich die ultra-orthodoxen Rabbiner während der Gaza-Kampagne ruhig. „Sie waren mit mehr Yeshivas gekauft worden“, sagte ein Yeshiva-Dozent in Immanuel, einer ultra-orthodoxen Siedlung mitten in der Westbank.

Aber Gaza hatte keine ultra-orthodoxe Bevölkerung. In der Westbank, wo sie die größte einzelne Siedlergruppe darstellen, haben einige ultra-orthodoxe Sekten, – einschließlich ein paar  chassidische Bratzlav- und Lubavitch-Gruppen –  eine  wichtige Rolle  in militärischen Rängen gespielt. Einige haben sich den National-Religiösen angeschlossen, die  die „Preisschild-Politik“ vertreten: jeder staatliche Schritt, der die Siedlertätigkeit einschränkt, wird mit einem Angriff auf Palästinenser  -einer leichten Beute – beantwortet. Nach der Dezember-Vertreibung von 2008 aus einem Hebroner Haus, schlossen sich ultra-orthodoxe Studenten den Protesten an und warfen Steine auf die Palästinenser, und zündeten überall in der Westbank Moscheen an. Während des Rückzugs aus Gaza verhafteten die Behörden ultra-orthodoxe Studenten, die sich verschwört hatten, den Felsendom mit Raketen zu beschießen.

Präzedenzfälle senden verschiedene Signale. Seit 30 Jahren hatte der Staat jede Schlacht beim Rückzug gewonnen, vom Sinai bis Gaza. Aber  1995 feuerte ein Jurastudent von Bar Ilan eine Kugel auf Jitzhak Rabin ab, tötete ihn und half so  mit, dass der  Oslo-Prozess scheiterte. Anschließend  bekamen eine Reihe ranghoher Kommandeure und Politiker, die für den Rückzug waren, Morddrohungen, die von Rabbinern sanktioniert waren, die behaupten, dass jeder, der „jüdisches Land“ aufgibt, ein Verräter sei.  Die Wohnung von Stabschef Ashkenasi wurde  verwüstet und Kameras in der Wohnung eines anderen versteckt.  2008 riet ein Rabbiner in einer New Yorker Yeshiva-Universität seinen Studenten, die ein Jerusalemer Militärkolleg in der Altstadt besuchten, den israelischen Ministerpräsidenten zu erschießen, der  über einen Rückzug aus Jerusalem verhandelt ( Nachdem ein Bericht im Internet darüber erschien, hat er sich entschuldigt). Die Gewalt  wird zunehmend  ein normales Phänomen. Am Tag, als in der New York Times ein Artikel mit der Überschrift veröffentlicht wurde: „Siedler werden widerstehen, aber nicht kämpfen“ und  den Havat Gilad-Außenposten nannte, warf die „Hügeljugend“ des Außenpostens Molotow-Cocktails und Steine auf israelische Soldaten, machten ihr Militärfahrzeug fahrunfähig und zündeten ein palästinensisches Feld an. „Politische Führer, die für Konzessionen bereit sind, riskieren, ermordet zu werden“, sagt ein früherer Chef des allgemeinen Sicherheitsdienstes, Israels interner Nachrichtendienst  [Schabak, Schin Bet genannt].

Die Verantwortung abschieben

Das Muskelspiel innerhalb und außerhalb der Regierung hat  die Möglichkeiten der religiösen Rechte  nur  wachsen lassen. Trotz der seltenen externen Übereinstimmung einer scheinbar entschlossenen Obama-Regierung, einer unterstützenden palästinensischen Behörde, der Arabischen Liga und einer relativ ruhigen Hamas,  konnte  kein Siedlungsbaustopp erreicht, geschweige denn die Besatzung beendet werden.

Die Alternative, die augenblicklichen Verderber zu gewinnen, ist nicht verlockend. Kaum andere Gruppen haben so viel getan, um den politischen Prozess zu unterbrechen oder so offensichtlich  den Willen der internationalen Gemeinschaft  zu missachten. Es gibt keine Garantie, dass ein Sich-einlassen mit der Siedlerbewegung sie nicht einfach weiter ermächtigen,  ihr  sogar Legitimität verleihen würde  – ohne irgendetwas im Gegenzug zurück zu erhalten.

Aber eine Politik, die zuerst die Besatzung zurücknimmt und die Siedlungen zuletzt, könnte vielleicht mehr helfen als die augenblicklichen Bemühungen des Gegenteils.

Die palästinensischen Unterhändler haben wiederholt ihre Bereitschaft mitgeteilt, Juden zu schützen, die unter ihrer Herrschaft bleiben wollen. „Wenn sie in einem palästinensischen Staat leben wollen, dann sind sie willkommen, aber unter der Bedingung, dass wir einen unabhängigen Staat haben, dessen Hauptstadt Jerusalem ist“, sagte Ahmad Qurei, der Chefunterhändler des Präsidenten Mahmoud Abbas in einem Interview 2008. Sollte die Zeit kommen, dass beide Seiten sich  über die Festlegung der Grenzen einigen, liegt die Verantwortung bei den Siedlern: was ist ihnen mehr wert, der Staat oder das Land oder wollen sie lieber unter palästinensischer als unter israelischer Regierung leben.

Die Mehrheit wird wahrscheinlich nach Westen ziehen  – zum einen durch finanzielle Anreize angelockt, zum anderen wegen der gewohnten Sicherheit. Die militanteren Siedler könnten darum kämpfen, in ihren abgetrennten Enklaven zu bleiben. „Wenn die Armee geht, werden wir ein Königreich errichten“, sagt ein Rabbiner in Nahliel, einer ultra-orthodoxen Siedlung in der Nähe Ramallahs. Andere dagegen wollen sich einem Staat Palästina anpassen. „Hier waren immer Juden, auch vor Israel und wir werden danach  hier sein. Zionismus löst sich auf; das Judentum wächst“, sagt der Assistent des Rabbiners, der sich an das Gleichgewicht von Juden und Muslimen in besseren Zeiten erinnert. „Wir haben unter Türken und Briten gelebt. Warum nicht unter Arabern?“ sagt ein Bewohner von Bat Ayin, eine andere kompromisslose und vor allem ultra-orthodoxe Siedlung. Während der Verhandlungsperiode würden jene, die bleiben wollen, daran interessiert sein, die Aussichten für bessere Beziehungen mit ihren Nachbarn und der palästinensischen Behörde  zu erforschen, vielleicht Baugenehmigungen zu beschleunigen …Schon hier gibt es  Themen, bei denen Siedler und Palästinenser gemeinsame Sache machen könnten  z.B.  die Verkehrsstaus an militärischen Kontrollpunkten zu verringern. Nach der Errichtung eines eigenen Staates könnten die Siedler einem palästinensischen Staat als Garant dienen oder wenigstens als Fürsprecher für Zugang und mehr Bewegungsfreiheit über die Grenzen aus familiären Gründen, wegen Handel und internem Tourismus, sei es  zu den Heiligen Stätten oder zum Strand. Mit den Worten eines  Standbesitzers auf dem Markt in Nablus: „Das Hauptproblem ist nicht der  religiöse Jude, der an Josephs Grab (bei Nablus) beten  möchte. Es ist die Unterdrückung der militärischen Herrschaft.“

Sollten die Parteien wunderbarerweise zu einer Kehrtwendung kommen — einen effektiven Siedlungsbaustopp, der eine Starthilfe für einen erfolgreichen politischen Prozess  mit dem Ergebnis von Zweistaaten wäre, die in Frieden  und Sicherheit Seite an Seite leben, so könnte  dies  wie ein Miasma, wie eine ansteckende  Seuche  werden. Sollte Israels Armee den Verderbern trotzen und es ihr gelingen, Siedler en masse herauszuholen, könnte die Spannung zwischen  Säkularen und Religiösen  neu ausbrechen, und innerhalb Israels zusammengeschrumpften Grenzen noch intensiver werden. Einen Vorgeschmack bekam man an Yom Kippur 2008 in Akko als national-religiöse Juden, ehemalige Siedler, vor Rache schäumten und sich Israels Palästinenser zum Ziel nahmen und so  eine Gewaltspirale verursachten, die  in Demonstrationen der Rechten  mit Slogans endete: „Vertreibt den arabischen Feind!“.

Es könnte wohl zwei Staaten geben, aber sie würden wahrscheinlich  eine  streng ethnisch-sektiererische Einstellung haben, die Beschwerden und Groll nähren, sodass es  irgendwann später wieder zu  Auseinandersetzungen kommen würde.

Quelle

…von denen bei der „Achse des Bösen“, die alles durcheinanderbringen. Oder ?

Und nun diese Blamage ! — Israelische Soldaten kämpften den „heiligen Krieg“ – und auch noch in der Manier von vorvorgesten, gegen die schlimmen „Heiden“. Klamme Vermutungen einiger Blogger behielten also recht, wenn sie in dem grausamen Wüten und Abschlachten mehr wahrnahmen, als nur schlichten Krieg – als nur einen einfachen Angriff. Es war noch nicht einmal die pure Vergeltung, es mußte gleich der „heilige Krieg um heiliges Land“ sein.

Israels Armee stellte sich damit auf die selbe Stufe mit jenen, die sonst immer nur angegriffen und beschuldigt werden, dass sie das tun wollen – einen heiligen Krieg führen.

Zur Zeit arbeiten die Soldaten der israelischen Armee ihre Kriegserinnerungen und die Folgen für sie selber daraus offenbar mit eigener Methode auf: Sie berichten. Nun sind alle schockert. Warum immer erst danach?

Hier ein Bericht in englischer Sprache:

http://www.presstv.ir/detail.aspx?id=89220&sectionid=351020202

Die Bedrohung unserer Gesellschaft durch religiöse Fanatiker nimmt immer weiter zu. Keine Angst lieber Leser, die Rede ist nicht von bärtigen Muselmanen, die mit Srengstoffgürtel und Krummsäbel bewaffnet in unseren Kulturkreis einfallen, hier geht es um die andere Seite, um fanatische Christen, die ihre oberste Existenzberechtigung offenbar darin sehen, alles und jeden in den Genuss ihrer unbändigen Missionierungswut kommen zu lassen. Denn in enger Zusammenarbeit mit der der Evangelischen Kirche und dem pädagogischen Institut der Evangelischen Kirche von Westfalen (bezeichnender Weise pflegt man dort die Abkürzung PI), will man künftig, im Rahmen eines zunächst auf zwei Jahre angelegten Projekts „religiöse Bildung“, in die Gelsenkirchener Kindertageseinrichtungen tragen. Insbesondere die WAZ, die Westfälische Allgemeine Zeitung, versucht sich wohl, ob dieser unglaublichen Mißachtung der Religionsfreiheit direkt in das Herz des lieben Gottes zu schreiben.

“Das Ziel: Bei der Vermittlung von Werten sollen in den städtischen Einrichtungen nun auch religiöse Fragestellungen thematisiert werden. Elf der 46 Einrichtungen beteiligen sich an dem Modell, die Mitarbeiter werden eigens geschult.” […] “Die Stadt beschreitet einen innovativen Weg, will Kindern auch in ihren Einrichtungen religiöses Rüstzeug geben. Das ist gut so, denn wer Werte vermitteln will (und soll), der kommt ohne Religion nicht aus.“

Ob sich der Verfasser dieses intellektuellen Kahlschlages, Michael Muscheid, davon im Himmel ein goldenes Fleißkärtchen, übergeben vom Jesuskindlein persönlich, erhofft, konnten wir noch nicht klären, eins dagegen ist ganz klar: Das ist ein Schlag in die Gesichter großartiger Humanisten und Philosophen, die zum großen Teil gegen den Widerstand der Kirche neue Werte der Aufklärung schufen. Mehr noch, belehrt man in bester Selbstgerechtigkeit Erzieher, Pädagogen und nicht zuletzt Eltern, daß die Vermittlung demokratischer, humanistischer und moderner Werte im Sinne einer nachvollziehbaren, säkularen Ethik nichts als Mummpitz waren.
Beängstigend auch die Aussagen von Heike Kostarellis, der Leiterin einer Kita im Stadtteil Gelsenkirchen Horst, die gar für Kinder ein „Recht auf religiöse Bildung“ fordert.
Woher genau sich dieses Recht konstruiert, und warum nun gerade die, an eigene Interessen gebundene Evangelische Kirche „die Richtige“ für die Aufgabe der Vermittlung von Werten ist, bleibt wohl ein ebenso unergründliches Geheimnis wie das Märchen vom Heiligen Gral.
Sicher ist das Kennen religiöser Werte wichtig für die Entwicklung unserer Kinder, insbesondere um die Struktur unserer Gesellschaft und die Grundlagen des menschlichen Miteinander zu verstehen. Es stört nur ein wenig die Einseitigkeit, mit der man hier vorgeht, denn für die Werte einer multikulturellen Gesellschaft, mit zahlreichen religiösen Angeboten auf dem Jahrmarkt der Heiligkeiten, ist diese Form der religiösen Bildung nicht gerade der Weg, mit dem man erfolgreich freidenkende und mündige Menschen schafft.
Aber vielleicht ist ja gerade dies auch gar nicht beabsichtigt. Es erscheint zumindest als offensichtlich, daß man konfessionslosen Eltern jede Möglichkeit nehmen will, ihre Kinder einer gezielten religiösen Beeinflussung zu entziehen, sollten sie Ihre Kinder ganz bewußt in konfessionslose städtische Tageseinrichtungen schicken.
Eine Entwicklung, wie in Gelsenkirchen nun zu beobachten, kann man also durchaus auch als die schleichende Entwicklung eines christlichen Fundamentalismus in unserer Gesellschaft bezeichnen. In welch hohle Gasse das fanatische Vertreten einzelner ausgesuchter religiöser Wahn- oder Wertvorstellungen führt, zeigen uns, wieder einmal, die USA, in denen der religiöse Fanatismus bereits Ausmaße angenommen hat, die uns nur noch staunend den Kopf schütteln lassen. [Quelle]

Die Welt ist schlecht und ungerecht? Ein Tummelplatz brutaler Interessenskämpfe und Bühne für blutige Fehden? Atomare Waffen, Napalm und Agent Orange weisen diesen Planeten als vitales Totenreich aus? Ozeane gefüllt mit Fluten aus Blut und Hochgebirge aus menschlichen Kadavern sind ein Anzeichen für eine Welt, in der kein Gott mehr zuhause sein kann? – Weit gefehlt! Der Philosoph Pangloß, jener Denker aus Voltaires berühmter Satire „Candide oder der Optimismus“ – eine Leibnitz-Karikatur -, lehrt uns, dass wir die Grausamkeiten, Ungerechtigkeiten, Nöte und Gewalttätigkeiten innerhalb dieser Welt nicht nur durch unsere subjektive Wahrnehmung moralisch bewerten dürfen – auch wenn man sich zunächst fragt, wie man sonst wahrnehmen und bewerten soll -, sondern uns immer wieder bewußt machen müssen, dass wir in der „besten aller möglichen Welten“ leben. Und gerade in einer Welt, die so offenbar die Theodizee heraufbeschwört, die so ungestüm Fragen aufwirft, die sich bereits der Kirchenvater Laktanz in der Antike stellte – nämlich jene, woher die Übel kommen, wenn nicht von Gott -, ist die Sichtweise eines Pangloß geradezu prädestiniert, zur neuen Moralität aufgewertet zu werden. Nach dieser ist die Welt gar nicht schlecht, wenn man sie richtig zu deuten vermag.

In Voltaires satirischen Roman bereisen die Hauptprotagonisten, darunter der besagte Philosoph, die gesamte damalige Welt und erleben allerlei auswegslose Situationen, können sich aber immer wieder aus den oft hoffnungslosen und verstrickten Gegebenheiten winden. Dass sich alles zum Besten, zumindest aber zum Besseren wende, nährt sich für Pangloß aber nicht aus seinen Erfahrungen, sind also nicht Ausdruck seiner eigenen Empirie, sondern er wußte es schon vorher, schon als er nur Schreibtischgelehrter war – in seinen Erlebnissen sieht er nur die Bestätigung seiner vorherigen Einsichten, quasi die praktische Anwendung der vormaligen Theorie. Diese besagt: Gott sorgt dafür, dass die „beste aller möglichen Welten“ einen gerechten Gang gehe – so gerecht es eben möglich ist! -, auch wenn es zunächst nicht immer offensichtlich scheint, dass gerecht ist, was ungerecht wirkt. Selbst Verstümmelungen am eigenen Leib läßt Pangloß nicht gelten um der Ungerechtigkeit zu jammern, denn man dürfe in einer solchen individuellen Tragik nicht nur das Beklagenswerte erblicken, sondern auch den hehren Umstand der göttlichen Gerechtigkeit. Mit der Einsicht, nur ein Bein, nicht aber alle beide verloren zu haben, läßt sich der für uns oft untragbare Zustand der Welt aushalten. Es ist jener Optimismus, der sich uns alltäglich in der Allegorie des halbvollen oder eben halbleeren Glases äußert.

Und wie unser berühmter Philosoph aus der Gedankenwelt des Voltaire, so reist auch die republikanische Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin um die Welt – freilich zunächst nur verbal, quasi im kurzen Abriss ihrer Gedanken oder jenem, was sie für Gedanken hält. Nicht nur das – auch sie deutet die Greuel der Welt, den sich abzeichnenden Irrsinn, der Menschen verstümmelt, verletzt und tötet, die Gewalt, die Unterdrückung und das Leid von Milliarden von Menschen nicht als Jammerszenario, sondern als Umsetzung der „besten aller möglichen Welten“. Anders: Wenn die Armeen der Vereinigten Staaten von Amerika einen Angriffskrieg ins Leben rufen, wenn sie offenen Terror gegen Zivilisten betreiben, wenn sie die Kinder ihrer eigenen Unterschichten dem täglich lauernden Tod überantworten, dann hadert Palin nicht – nein, sie ruft zu einem Gebet für „unsere Soldaten und Soldatinnen“ auf, „die sich bemühen, das Richtige für unser Land zu tun“, die von den Führern des Landes mit „einer von Gott gegebenen Aufgabe“ betraut wurden. Sie wird dabei nicht müde zu erwähnen, dass es sich bei diesem Angriffskrieg nicht um einen Plan aus den Büros irgendwelcher Öl-Konzerne handelt, sondern um „den“ Plan – den Plan Gottes eben! Kurzum: Nicht ob der Grausamkeit jammern, denn auch wenn es noch nicht sichtbar ist, alles Blut das heute fließt, fließt für den Plan Gottes.

Der noch amtierende Präsident der Vereinigten Staaten, so mußte man schon vor Jahren lesen, hat sich zu den immer noch schwelenden Kampfeinsätzen im Nahen Osten verleiten lassen, weil scheinbar das Rote Telefon nicht mehr nach Moskau, sondern geradewegs ins Vorzimmer seines Gottes verbinden läßt. Der Optimismus der US-Administration, die Weltsicht Pangloß‘ also, ist eine kalkulierte Konstante im Politbetrieb der USA. Eine Konstante, die mit und durch Palin im Weißen Haus erhalten bleibt. Wenn sie dann erst ihr Amt antritt, wenn sie irgendwann vor die Presse treten muß, um die obdachlosen irakischen Kinder, verstümmelte Moslems und Berge von toten Zivilisten zu erklären, dann wird der Optimismus aus ihren Augen glühen, während sie verkündet, was sie schon kürzlich einmal in die „beste aller möglichen Welten“ hinausposaunte: „Ich glaube, Gottes Wille muss geschehen, die Menschen und die Firmen müssen zusammengebracht werden, damit die Pipeline entsteht.“ Wir dürfen an dieser Stelle nicht kleinlich sein, dürfen uns hier nicht fragen, wozu deren Gott eine Pipeline braucht, ob er Cadillac oder Ford fährt, Normal oder Super plus, und wieso dieser Gott dazu bereit ist, Blut als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Solche Fragen böten nur Antworten, die der menschliche Geist nicht erfassen kann, weswegen man es mit Pangloß halten sollte und quasi als Vorschußleistung für das eigene Seelenheil, ein wenig Vertrauen zu Gott an den Tag legen sollte.

Kleinlich derjenige, der dies nicht einsehen will und in den Blutbädern des Nahen Ostens den Teufel, nicht aber Gott erkennen will; dumm derjenige, der sich von abgerissenen Gliedmaßen irritieren läßt und daher von Gottlosigkeit fabuliert; blind derjenige, der nicht erkennen will, dass hinter jeder napalmbasierenden Zerstörung die Wunderbarkeiten eines Wiederaufbaus lauern – eines Wiederaufbaus einer diesmal freien Wirtschaft, denn nur jene bringt den Plan Gottes in die Welt. Es ist folglich kein Übel in der Welt, sondern das Übel ist der Beginn göttlichen Wirkungs- und Schaffenskreises. Palin – Sarah Scholastika – hat, ob Zufall oder Kalkulation ihres Schöpfers, enormes Glück erfahren, innerhalb der christlichen Welt so ein Dogma vertreten zu dürfen – wäre sie Muslima, würde man sie mit Bin Ladin in einen Topf werfen und sie als fanatische Extremistin verunglimpfen, die man dingfest zu machen habe. Es würde dann keine Rolle spielen, ob sie lebendig eingefangen oder als erschossener Korpus den Medien präsentiert würde. Man würde ob ihres humorlosen und aggressiven Gottes spotten, würde sie als unaufgeklärte Gestalt aus dem Mittelalter verlachen und mit dem Finger auf ihre naiv-devote Glaubensauffassung deuten. Aber, Gott sei Dank, leben wir im zivilisierten Teil der Erde, in dem man solche Ansichten ohne Angst hegen darf, ohne gleich mißverstanden zu werden. Immer wieder Gott sei Dank, dass wir in dieser Freiheit leben dürfen, die uns erlaubt, dem Anders- und Ungläubigen eine Emanzipation von seinem Gott nahezulegen, während wir dem einzigen und wahren Gott dabei behilflich sind, die „beste aller möglichen Welten“ zu erhalten.

Die neue Skandalnudel von Gottes Gnaden, die kürzlich von Präsidentschaftsbewerber McCain nominierte Anwärterin auf das Amt des Vize-Präsidenten, Sarah Palin, hatte am 8. Juni dieses Jahres eine äußerst erstaunliche Einlassung, als sie ihren Sohn Track in den Krieg im Irak verabschiedete:

„Betet alle für unsere Männer und Frauen in Uniform, die sich so mühen zu erfüllen, was auch für das ganze Land richtig ist; unsere Führung, unsere nationale Führung schickt sie dort hinaus für ein Ziel, das Gott gesetzt hat.“

„Deshalb müssen wir für unsere Soldaten beten; es gibt ganz sicher einen Plan, und der Plan ist Gottes Plan. Behütet sie also mit euren Gebeten, die Gebete schützen sie.“

Das muss ihr ihr hauseigener Pastor Ed Kalnins in die Wiege gelegt haben. Der hatte sich in einer Predigt wie folgt geäußert:

Kritiker Präsident George W. Bushs kämen in die Hölle. Kalnins habe auch bezweifelt, dass Wähler, die 2004 für den Demokraten John Kerry stimmten, eine Chance hätten, in den Himmel zu kommen. Die Angriffe des 11.September und der Sturz Saddam Husseins seien Bestandteile eines „Krieges um Euren Glauben“, und Jesus habe seine Botschaft „als Krieger“ verkündet. (Quelle: Berliner Morgenpost)

Kommentar: Fragt sich nur, wer jetzt recht hat: diese Kriegsnutte oder der Fürst der Finsternis, Osam Bin Laden? Die „Vernünftigen“ jedenfalls nicht, die greifen – wenn überhaupt – nur dann ein. wenn schon alles in Schutt und Asche liegt. Und in Europa sieht es nicht besser aus. Dort gibt sich derzeit alles was Rang und Namen hat, beim georgischen Kriegsverbrecher Saakashvili die Klinke in die Hand. Gott hat einen Namen: „Geostrategie“.

Quelle

Unerwünschte Missionstätigkeit in Israel

Kritik gegen islamische Länder – hier natürlich an vorderster Stelle der Iran – behauptet häufig, andere Religionen würden dort nicht zugelassen, unterdrückt und verfolgt. Nicht nur, daß dies so pauschal keineswegs den Tatsachen entspricht, dies trifft außerdem auf ein weiteres Land der Region zu, das nur zu gern als „einzige Demokratie des Mittleren Ostens“ bezeichnet wird: Israel.

Wie beispielsweise die Jerusalem Post am Dienstag berichtete, sind in der vergangenen Woche in der israelischen Stadt Or Yehuda mehrere hundert Neue Testamente von orthodoxen Talmudschülern eingesammelt und anschließend aufgeschichtet und verbrannt worden. Die Bücher waren einige Tage zuvor von Messianischen Juden, einer Glaubensrichtung, die Jesus als den den Juden versprochenen Messias betrachtet und von allen anderen jüdischen Glaubensrichtungen als christlich angesehen wird, in dem Ort verteilt worden.

Uzi Aharon, der stellvertretende Bürgermeister von Or Yehuda, war Donnerstag der vergangenen Woche durch den Stadtteil Neveh Rabin gefahren und hatte die Anwohner über einen Lautsprecher aufgefordert, die an sie verteilten Neuen Testamente zu sammeln. Anschließend waren die Talmudschüler auf seine Anweisung hin von Haus zu Haus gegangen und hatten sie eingesammelt. Aharon sagte, mehrere Anwohner hätten sich zuvor bei ihm über die Verteilung der Bücher beschwert. „Sie riefen mich an, weil sie wissen, daß ich seit Jahren gegen Missionare kämpfe“, so Aharon. Anfangs verteidigte Aharon das Vorgehen noch. Im israelischen Militärfunk sagte er am Dienstagmorgen, so sei „das Böse aus unserer Mitte eliminiert“ worden. Eine gute Stunde später sagte er in einer Sendung von Channel 2, die äthiopischen Einwanderer in Or Yehuda würden von den Messianischen Juden ermuntert, sich gegen das Judentum zu wenden. „Wir müssen aufhören, uns für unser Judensein zu schämen und jene bekämpfen, die das Gesetz brechen, indem sie gegen uns missionieren.“

Nachdem zunehmend auch internationale Medien auf die Vorgänge aufmerksam wurden, begann er langsam zurückzurudern. Am Nachmittag sagte er dann, er habe nicht gewollt, daß die Bibeln verbrannt würden, wollte dies aber nicht verurteilen, sondern bezeichnete die Verbrennung gegenüber der Nachrichtenagentur AP als „Gebot“. Gegenüber der Jerusalem Post sagte er dann schließlich, er bedaure die Verbrennung der Bibeln zutiefst und daß sie nicht geplant gewesen sei. Auch sei ihm bewußt, daß der Vorfall möglicherweise die Beziehungen zwischen Juden und Christen beschädigt haben könne.

„Ich war nicht einmal vor Ort, als die Jungs all die Bibeln einsammelten und sie an einen Ort [nahe der Synagoge in Neveh Rabin] brachten. Sie begannen sie zu verbrennen, bevor ich dorthin kam“, so Aharon weiter. Er habe nur noch eine einzelne der Bibeln aus den Flammen ziehen können, die sich jetzt in seinem Auto befinde. „Die Bücherverbrennung tut mir wirklich leid, aber ich habe sie nicht organisiert, es war eine spontane Sache der Talmudschüler. Wir respektieren alle Religionen, wie wir von anderen erwarten, unsere zu respektieren. Es tut mir sehr leid, daß das Neue Testament verbrannt wurde, wir wollen ihm nichts böses und es tut mir leid, daß wir die Gefühle von Leuten verletzt haben.“ Trotzdem könne es Israel Messianischen Juden nicht gestatten, „in unsere Häuser zu kommen und gegen unsere Religion aufzuwiegeln und unsere Kinder vom Judentum abzuwenden. Das ist gegen das Gesetz“, sagte er.

Es kann kaum verwundern, daß ein Fall von Bücherverbrennung – noch dazu von Bibeln – in Israel zu scharfer Kritik führt. So sagte der Leiter der Bibelgesellschaft in Israel, Victor Kalisher, die auch einen Teil der verbrannten Neuen Testamente veröffentlicht hatte: „Als Juden wurde uns beigebracht, daß dort, wo Bücher verbrannt werden, auch schlimmere Dinge geschehen können. Das ist es, was ich denke, wenn ich die Bilder aus Or Yehuda sehe. Was mir Sorge macht ist, daß sich dem niemand entgegengestellt hat. Es scheint einen Krieg gegen Messianische Juden in Israel zu geben. Niemand schert sich um die vielen, wie ich denke, Sekten in Israel. Diese Sekten, deren Grundlage nicht die Bibel ist, stellen keine Gefahr für das Establishment dar. Aber Gott bewahre, daß ein Jude von dem Messias in der Bibel erfährt.“ Und weiter: „Die Bibeln werden niemanden aufgezwungen und in kein Haus gezwungen. Das Buch hat nie jemanden verletzt, man kann sich entscheiden, es zu lesen oder es nicht zu lesen. Wenn dies mit jüdischen Büchern in Übersee geschehen wäre, würden wir Antisemitismus schreien. Diese Art von Dingen passieren in einigen Regimes um uns herum, die wir nicht mögen.“

Tatsächlich ist in Israel die Missionierung von Juden durch andere Religionen verboten. So wurden im August des vergangenen Jahres ein evangelischer Pastor und seine Ehefrau aus Israel ausgewiesen, weil vermutet wurde, daß er missionarisch tätig war. Zwar ist auch im Iran Missionstätigkeit gegenüber Muslimen untersagt, während Israel sich aber nach wie vor der „unbegrenzten Solidarität“ Deutschlands sicher sein kann, stellte der frühere deutsche Außenminister Joseph „Joschka“ Fischer erst kürzlich in einem Kommentar erneut klar, daß der Iran zur „Achse des Bösen“ gehöre.

Quelle: http://www.freace.de/

Chaim Ben Pesach hat einiges auf dem Kerbholz. Seine erste Gefängnisstrafe verbüßte er von 1978 bis 1983, weil er Bombenattentate auf ägyptische Ziele in den USA verübte. Nur vier Jahre später musste er wieder hinter Gitter, dieses Mal wegen Bombenanschlägen auf sowjetische Einrichtungen in den Vereinigten Staaten. Er wurde zu zehn Jahren Haft verurteilt, kam aber schon nach fünfeinhalb Jahren Haft auf Bewährung wieder frei. Nach seiner Entlassung gründete er die Jewish Task Force (JTF). Unter dem Namen Victor Tancier ist er heute Stefan Niggemeier zufolge deren Sprecher. Niggemeier weiter:

Die JTF folgt den Lehren von Rabbi Meir Kahane und will einen jüdischen Gottesstaat Großisrael (weit über die heutigen Grenzen Israels hinaus) frei von Nichtgläubigen errichten, auch mit Gewalt. Rabbi Meir Kahanes Partei Kach war 1986 als rassistische Partei von der Knesset ausgeschlossen worden. Nach einem Massaker an 29 Palästinensern durch einen Kahanisten wurde die Organisation in Israel insgesamt verboten. Kahane wurde 1990 in New York erschossen.

Sowohl die amerikanische Regierung als auch die Europäische Union führen Kach und die Schwesterorganisation Kahane Chai auf ihren Listen von terroristischen Organisationen (pdf). Und auf Kahane beruft sich ausdrücklich die ‘Jewish Task Force’.

Und haGalil schreibt über Tancier:

[…] Victor Vancier, ein stämmiger junger Mann, dessen hauptsächliche Arbeit darin bestand, Sprengsätze und Molotowcocktails zu basteln. Seinen Dutzenden von gewalttätigen Attacken auf Schwarze, Mitarbeiter sowjetischer Einrichtungen und Araber verdankte er die Aufnahme in die ‘Terroristen’-Kartei des FBI.

Und nun darfst du dreimal raten, wer für die JTF wirbt. Du ahnst es sicher schon – die politisch inkorrekten (PI) Terroristenfreunde:

Das bislang letzte Terrorattentat, das auf das Konto der Kach-Bewegung geht, ist übrigens erst drei Jahre her: Der 19-jährige Eden Natan Zada erschoss in einem Bus in Schfaram fünf Araber und verletzte 12 schwer. Allerdings überlebte Zada den Anschlag nicht:

Er wurde von einer aufgebrachten Menschenmenge anschließend gelyncht.

 

Islamische Bewegung-kein Monopol

Wir,die wir uns erhoben haben,taten dies für den Islam.Unsere Republik ist eine Islamische Republik.Die Islamische Bewegung kann nicht nur auf ein bestimmtes Land beschränkt sein.Auch nicht nur auf die islamische Welt.Eine Bewegung, die um des Islam willen erfolgt.ist die Bewegung der Propheten.Auch sie, die Bewegung der Propheten,war nicht auf ein Gebiet begrenzt.Der Prophet des Islam stammte aus Arabien,seine Einladung aber erging nicht nur an die arabische Bevölkerung,war nicht nur auf die arabische Halbinsel beschränkt,sondern meinte alle,die gesamte Welt.

Ihn überall verwirklichen

Schreitet auf dem Weg des Islam einher, und setzt euch für ihn ein.Damit das Schahadat auf seinem Wege zuteil wird.Und sollten wir - In Scha´Allah - obsiegen,zum Erstarken und Sieg des Islam beitragen und überall,wo auch immer, erhobenen Hauptes sein und in allen Ländern,in allen Teilen der Welt,den Islam verwirklichen und sein Banner aufrichten können.

Islam-Ein Recht aller

Ich hoffe,dass wir das Banner des Islam - das Banner der Islamischen Republik - in allen Teilen der Welt aufrichten können und sich alle dem Islam,der ein Recht aller ist, anschliessen werden. Imam Ayatollah Ruhollah Al Musavi Al Khomeini

Boycott Zionism

Smash Zionism

Widerstand gegen Zionismus,Zionisten und deren Unterstützern!

Boycott Israel

Widerstand macht Sinn

"Wenn die Zionisten die Waffen niederlegen und sich hinter die Grenzen von 1967 zurückziehen wird es Frieden geben. Wenn der palästinensische Widerstand die Waffen niederlegt wird es niemals ein freies, unabhängiges Palästina geben." Ahmed Ibn Fahdlan in Tehran.

Revolution I

"Without a revolutionary theory there cannot be a revolutionary movement"

Revolution II

Revolution! Revolution! Nicht vom Osten!! Nicht vom Westen!! ISLAMISCHE REVOLUTION!!!

Ideologie

"Also wenn wir den Krieg nicht gewinnen was haben wir dann von der Ideologie? Also ich meine, das ist doch nicht einfach irgendetwas aus einem Buch. Eine Ideologie ist doch etwas praktisches, muß doch etwas lebendiges, etwas für Menschen sein!"

Islam Inside

Smash Imperialism

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