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Viele große Männer der Geschichte verdanken ihren Erfolg ihrer Mutter und ihrer Ehefrau.

Daher darf die Rolle der Frauen im Hintergrund von Ereignissen oder auch ihre direkte Anwesenheit auf dem Schauplatz des Geschehens nie vergessen werden.


Zu den unvergesslichen Ereignissen in der Geschichte des Islams, welche eine grundlegende Wende für das Volk der Muslime mit sich brachte, gehört die Erhebung Imam Hussains a.s. Bei diesem Aufstand haben die Frauen bewiesen, dass sie bei der Verteidigung der Religion wie ihre muslimischen Brüder eine einflussreiche Aufgabe übernehmen können.

Die Teilnahme der Frauen an der Bewegung Imam Hussains (a.s.) war von ergänzender Bedeutung. Am 10. des Monats Muharram trat Imam Hussain mit einigen wenigen Verteidigern des Rechtes gegen Tausende feindliche Soldaten der Front des Unrechtes an. Natürlich kann in einer solchen Situation nur jemand standhaftig bleiben, der ausgesprochen gläubig und tapfer ist. Unter den Mitstreitern Imam Hussains a.s. gab es einige, die keine Spur von Zweifeln daran hegten, dass der Weg Imam Hussains richtig ist. Eine andere Gruppe war zu Beginn skeptisch wie Zohair Ibn Qain . Erst zog er sich von Imam Hussein zurück. Doch seine Ehefrau Delam, Tochter des Amru spornte ihn an, den Imam nicht alleine zu lassen .

Ein Freund Zohairs berichtet: „Im Jahre 60 waren wir zum Hadsch nach Mekka gereist. Wegen der Dinge, die wir über die gefährliche Reise Imam Husseins a.s. erfahren hatten, versuchten wir seiner Karawane aus dem Weg zu gehen. Wir hatten an einer Stelle Rast eingelegt, als auch der Imam mit seinen Gefährten dort eintraf. Als wir gerade beim Essen waren, kam plötzlich der Bote Hussain Ibn Alis a.s.. Er grüßte und sagte dann zu Zohair: „Der Imam möchte, dass du zu ihm kommst.“ Zohair war völlig fassungslos…. Da durchbrach plötzlich die Stimme der Gemahlin des Zohair die Stille. Sie sagte: „Gott ist rein und gepriesen. Der Nachkomme des Propheten Gottes möchte, dass du zu ihm gehst, und du weigerst dich? Wie wäre es wenn du ihn aufsuchst und ihm zuhörst?“

Diese Worte der Frau von Zohair kamen aus tiefstem Herzen und sie genügten, wie einen Funken das Herz Zohairs zu entfachen. Er ging zum Imam und schloss sich ihm an.“

Vielleicht wäre Zohair ohne seine Frau Delam nie zu der Ehre gelangt, Imam Hussan zur Seite gestanden zu haben und auf dem Wege Gottes zum Märtyrer geworden zu sein. Als sich die Frau Zohairs von ihm verabschiedete bat sie ihn, dass er am Jüngsten Tag Imam Hussain darum bittet, dass er für sie Fürsprache bei Gott einlegt.

Auch Umm Wahhab war eine tapfere Frau. Sie war zusammen mit ihrem Sohn Wahhab und dessen Braut der Karawane von Imam Hussein begegnet und hatte sich ihr angeschlossen. Am Tag des Aufstandes spornte sie ihren Sohn Wahhab an, in den Kampf zu ziehen. Wahhab kämpfte bis er den Märtyrertod fand. Seine Mutter eilte zu ihm, wischte ihm das Blut vom Gesicht und dankte Gott für die Ehre, dass ihr Sohn auf der Seite Imam Hussains den Märtyrertod gefunden hatte.

Da stürzte sich plötzlich einer der Soldaten aus dem feindlichen Lager auf Umm Wahhab und schlug ihr so heftig aufs Haupt, dass sie neben ihrem Sohn tot zu Boden sank. Sie war die erste Märtyrerin in Kerbela.

Auch die Mutter von Amar Ibn Dschunada blieb wegen ihrer Kühnheit und Opferbereitschaft unvergesslich. Als ihr Sohn Amar den Märtyrertod fand, schickte ihr der Feind das abgeschlagene Haupt ihres Kindes zu. Doch sie warf es auf den Kriegsschauplatz zurück und rief dem Feind zu: „Was ich auf dem Wege Gottes hergegeben habe, nehme ich nicht wieder zurück.“

Von dem Verhalten der Frauen, die an der Bewegung Imam Hussains teilnahmen, lässt sich auf ihre Treue zu den hohen Werte der Religion schließen. Sie nahmen das größte Leid auf sich aber und halfen wacker dem edlen Enkelsohn des Propheten Gottes bei der Verteidigung von Recht und Wahrheit.

An der Spitze dieser opferbereiten Frauen steht die Schwester Imam Hussains, die Edle Zeynab – gegrüßet sei sie., Tochter Imam Alis und der Fatimas – gegrüßet seien sie. Was über die Taten Zeynabs in Kerbela berichtet wird, zeigt die edlen Charakterzüge, mit der sie in der Kindheit geschmückt wurde. Zeynab stand auf hoher spiritueller Stufe und erkannte in dem Geschehen in Karbala und dem Märtyrertod ihres Bruders und ihrer Lieben eine göttliche Prüfung. Gegenüber dem spöttelnden Yazid sagte sie laut: „Ich habe in Kerbela nur Schönes erlebt.“

Zeynab zeigte eine einmalige Geduld. In wenigen Stunden wurden ihre Brüder, Söhne ihrer Brüder und zwei ihrer eigenen Söhne Märtyrer. Neben dem Leichnam ihres Bruder Imam Hussain betete sie zu Gott, dass er dieses Opfer des Prophetenhauses annehmen möge. Zeynab dachte an ihren großen Auftrag. Über diesen hatte ihr Bruder Hussein a.s. öfters zu ihr gesprochen. Imam Hussein a.s. hatte ihr und den anderen Frauen in Kerbela gesagt, dass sie bei der Trauer um ihn nicht ihre Gefühle über ihren Verstand siegen lassen sollen.

Am Vorabend zum Aschuratag empfahl er Zeynab, Umm Kalthum, Fatima und Rubab, sich bei ihrer Trauer zu beherrschen und nichts zu sagen , was unwürdig ist.

Und er verabschiedete sich mit den Worten: „Bereitet euch auf das Unglück vor und wisset dass Gott der Höchsterhabene, euch unterstützt und beschützt und euch vor dem Übel der Feinde errettet. Er wird euch ein gutes Ende bereiten und eure Feinde mit allen möglichen Strafen heimsuchen. Gott wird euch anstelle dieser Missgeschicke und Härten, mit allen möglichen Segnungen belohnen. So beklagt euch nicht und sagt nichts, was euren Rang vermindert.“

Nachdem die Frauen die Helden von Kerbela auf ihrem Weg nicht verlassen hatten, begann ein weiterer Abschnitt ihres Auftrages. Sie sollten nach dem Märtyrertod Imam Hussains und seiner Gefährten die Botschaft über das Geschehen in Kerbela weitertragen. Die Frauen und Kinder wurden gefangen genommen und die Gefangenen wurde auf dem Weg nach Kufa an den Leichen der Märtyrer vorbeigeführt. Es kam zu erschütternden Szenen. In Kufa wandten sich die gefangenen Frauen an die Schaulustigen, die herbei gekommen waren. Nicht nur Zeynab sondern auch Fatima, die Tochter Imam Hussein und seine Schwester Umm Kulthum sprachen so beeindruckend zu den Menschen, dass diese zu weinen begannen. Die Frauen von Kufa begannen sich Erde aufs Haupt zu streuen und wünschten sich den Tod. Ihre Männer waren gegen Imam Hussain in den Krieg gezogen.

Mit ihren Berichten über das Geschehen zu Kerbela. berührten diese Frauen nicht nur die Gefühle der Bevölkerung sondern verhinderten auch verfälschte Berichte über dieses Ereignis. Sie haben nach ihrer Gefangennahme den Ummayadenherrschern die Maske vom Gesicht gerissen. Sie haben an drei wichtigen Punkten des damaligen Islamischen Reiches, nämlich Kufah, Schaam (Damaskus)und Medina die Menschen wachgerüttelt und sie für die Front des Rechtes gewonnen. Auf diese Weise haben sie– so wie es Imam Hussain gewollt hatte , tapfer und geduldig und überlegt, die Ereignisse nach dem Aufstand von Aschura in die richtigen Bahnen gelenkt.

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Die Bewegung Imam Husseins a.s. ist von so großer Inspiration, dass sie zu jeder Zeit die Volksmassen in Bewegung setzen kann.


Dies hat zweifelsohne mit dem festen Gedankengut zu tun, auf dessen Basis die Erhebung Imam Husseins Gestalt annahm.

Der elementarste Gedanke Imam Husseins a.s. bei seiner Bewegung war die Erfüllung der göttlichen Pflicht. Gott betrachtet es als Pflicht des Menschen das Gute anzustreben und Unheil zu verhüten. Ein Mensch der es als seine Ehre betrachtet, Gott zu dienen, denkt an nichts anderes als daran die göttliche Pflicht zu erfüllen und Gottes Zufriedenheit zu gewinnen. Was Imam Hussein sagte und tat, war die Erfüllung der Pflicht und das geeignete Handeln in jenem sensiblen Abschnitt der Geschichte. Kern seiner Anstrengungen war die Erfüllung des Gebotes, das Gute zu gebieten und

das Schlechte zu verwehren.

Eines der Ziele Imam Husseins war die Bekämpfung der Entwicklungen , welche die Grundlagen der Religion und der Islamischen Gemeinde bedrohten. Imam Hussein trat gegen eine Front an, die der Gesellschaft den tiefen Inhalt der Religion und deren hohen Werten rauben wollten. Diese Leute waren vom wahren Weg abgeraten und hatten sich von den authentischen Werten des islams entfernt, aber sie gaben sich ein religiöses Aussehen. Imam Hussein a.s. wusste: wenn das Übel der abtrünnigen, heuchlerischen Machthaber anhält, wird ein großer Teil des religiösen Wissens in Vergessenheit geraten und vom Islam nur eine äußere Hülle verbleiben.

Imam Hussein a.s. sagte, als er zu Beginn seiner Protestbewegung seine Heimatstadt Medina verließ: „Ich verlasse Medina um das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verwehren.“

In der Denkweise Imam Husseins a.s. ist der Aufstand gegen eine unterdrückerische frevelhafte Regierung und die Bemühung um die Gesundung der politischen Strukturen und Gründung einer Gesellschaft die auf Wahrheit und göttlicher Gerechtigkeit beruht eine Form der Erfüllung des eben genannten Gebotes, nämlich des Gebotes, das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verwehren. Der Denker Schahid Ostad Motahari sagt über die Bedeutung dieser Denkens:

„Der Gedanke das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verwehren hat die Bewegung Imam Husseins so wertvoll gemacht. Hussein Ibn Ali hat auf dem Weg der Durchführung dieses Gebotes, d.h. auf dem Wege des elementarsten Grundsatzes, welcher ein Garant für den Erhalt der islamischen Gesellschaft ist, sein Leben hergegeben und ist Märtyrer geworden. Es ist ein wichtiger Grundsatz, dessen Fehlen die Spaltung und Zerstörung des „Körpers“ der Gesellschaft zur Folge hat.“

Imam Hussein a.s. hat als ein wacher Reformer sich verpflichtet gefühlt nicht gegenüber Unrecht und Verdorbenheit zu schweigen. Die Umayyaden hatten durch Propaganda ein gutes Ansehen verschafft und die unwissenden in Schaam (Damaskus) glaubten, dass sie die treusten Anhänger des Propheten Gottes und am besten als dessen Nachfolger geeignet sind. Imam Hussein a.s. musste gegen dieses falsche Denken vorgehen und den Menschen klar machen, dass die Reinen aus dem Hause des Propheten berechtigt und geeignet waren, die Angelegenheiten der Islamischen Glauensgemeinde zu lenken. In diesem Zusammenhang erklärte er in einem Schreiben an die Bürger von Basreh auf welchen Gedanken sein Aufstand basierte und schrieb:

„Wir aus dem Hause des Propheten sind die würdigsten für die Nachfolgerschaft des Propheten gewesen. Aber sie haben uns dieses Recht geraubt und wir haben wegen des Wohls der Gesellschaft und um jeder Spaltung und jeder Aufruhr vorzubeugen an die Sicherheit in der Gesellschaft und an die Wiederbelebung der Religion Gottes gedacht. Aber nun rufe ich euch zum Koran und zu der Tradition des Propheten herbei. Denn ich befinde mich in einer Zeit, in der die Sunna (Tradition) des Propheten vernichtet wurde und an ihrer Stelle Ketzereien traten. Wenn ihr meinem Aufruf folgt, werde ich euch den Weg des Gedeihens und des Wohls zeigen.“

Die Gedanken, die Imam Hussein seiner Erhebung in Kerbela zugrunde legte, zeugen davon, dass der Islam auch ein hohes Potential für die Anliegen der Politik und Gesellschaft besitzt. Im Denken Imam Husseins sind Religion und Politik eng miteinander verknüpft. In Wahrheit ist sein Aufstand eine Revolution gegen die politische und religiöse Abweichungen der ungerechten Herrscher gewesen. Die Frage der Regierung und Führung und die Notwendigkeit der Mitbestimmung des Volkes ist im Islam von besonderer Bedeutung. Wenn an der Spitze eine ungeeigente unwürdige Person , welche die Lehren der Religion missachtet, steht, besteht keine Garantie mehr für die Ausführung der göttlichen Gebote und die religiösen Inhalte werden verfälscht werden. Imam Hussein dachte daran gegen solche Bedingungen vorzugehen und dieser Gedanke bewegte ihn zum Dschihad und zum Aufstand. Denn er erkannte die deutlichen Abweichungen von der Tradition des Propheten und der wahren Religion.

Aus der Sicht Imam Husseins a.s. ist eine Regierung die auf den menschlichen und göttlichen Wertmaßstäben beruht das beste Werkzeug und die beste Grundlage , um die Angelegenheiten der Gesellschaft in die richtigen Bahnen zu lenken. Unter solchen Bedingungen können die guten Gedanken der Religion in der Gesellschaft verbreitet und hehre Ziele wie die soziale Gerechtigkeit verwirklicht werden.

Die Suche nach Gerechtigkeit und die Bekämpfung der Ungerechtigkeit waren weitere Grundgedanken Imam Husseins a.s. bei seinem historischen Aufstand zu Aschura. Die Gerechtigkeit gehört zu den offensichtlichen Geboten der Religion und sie betrifft alle Angelegenheiten des menschlichen Lebens. Zu dem deutlichsten Übel der Umayyadenherrscher gehörte das Unrecht, dass sie der Bevölkerung antaten und die Verletzung deren Rechte. Jemand wie Imam Hussein konnte angesichts dieser Frage nicht schweigen. Denn aus seiner Sicht war Schweigen eine Art Bestätigung des Unterdrückers und eine Zusammenarbeit mit ihm. Darüber hat Imam Hussein zu dem Heer des Horr, der erst auf der Seite des Yazid gestanden hatte und sich dann Imam Hussein anschloss, gesagt: „Ihr Leute! Der Prophet Gottes hat gesagt: „Wenn jemand einen unterdrückerischer Herrscher sieht, der das was Gott erlaubt hat, verbietet, das Bündnis mit Gott bricht, gegen die Tradition des Propheten Gottes ist und ungerecht handelt und wenn er durch sein Wort und sein Handeln sich nicht gegen ihn wehrt, so wird Gott ihn bei der Auferstehung zu diesem Unterdrücker stellen … Ihr Leute! Die Umayyaden haben Verdorbenheit und Unheil deutlich gemacht, sie haben die göttlichen Gebote beiseitegestellt und habe das Eigentum des Volkes für sich bestimmt.“

In der Denkweise Imam Husseins ist das Schweigen gegenüber einem Unrecht tuenden Herrscher eine große Sünde. Seine Denkweise ist von der Freiheitlichkeit und der Selbstachtung geprägt. Sein Ehrgefühl erlaubte ihm nicht, dem sündigen Herrscher Yazid den Treueid zu leisten. In den Augen Imam Hussein hat der Treueid mit einem Herrscher, der die göttlichen Gebote und die Rechte der Menschen nicht hütet, nur Erniedrigung zur Folge.

Deshalb wehrte er sich tapfer und bestimmt gegen den Treueid gegenüber Yazid, dem Sinnbild des Unrechts . Er wollte lieber sterben, als dass er die Erniedrigung auf sich nimmt. Imam Hussein misst der Würde des Menschen einen so großen Wert bei, dass er sagt, dass der Mensch zur Not sein Leben für seine Würde opfern soll.

Die Bewegung des Imam Husseins enthält also sehr faszinierende und lebendige Gedanken und dies ist ihr Vorzug gegenüber anderen geschichtlichen Bewegungen. Die inspirierende Wirkung der freiheitssuchenden Bewegung des Imam Husseins hat daher auch nach Jahrhunderten nicht nachgelassen.

Der Monat Moharam erinnert an eine große Erhebung in der Geschichte.

Der Name dieses Monats ist eng mit dem Namen Husseins Sohn des Ali (gegrüßet seien sie) verknüpft. Dieser großartige Mensch hat 61 nach der Hidschra, circa 680 nach Christus in Kerbala (heutiges Irak) zusammen mit 72 seiner treuen Gefährten den Opfertod gefunden. Es war ein entscheidendes großes Ereignis in der Islamischen Geschichte und hinterließ großartige Beispiele für Moral, Opferbereitschaft und Tapferkeit.


Das einmalige Merkmal der Bewegung des Imam Husseins besteht darin, dass sie nicht auf Ort und Zeit begrenzt blieb sondern sie hat die geografischen Grenzen und die Grenze der Geschichte überwunden und sich inspirierend auf alle Epochen ausgewirkt.

Wenn heute die Rede von dem Kampf gegen Unterdrückung und Verteidigung des Rechtes und der Gerechtigkeit die Rede ist, fällt sofort der Name Hussein Ibn Ali as. Zahlreiche Erhebungen und Bewegungen und zahllose Menschen gerieten im Laufe der Zeit in Vergessenheit, aber der Aufstand von Imam Hussein ist eine Sonne, die nicht untergeht , Finsternisse vertreibt und die Herzen wärmt, die des Unrechtes müde geworden sind. Wenn wir Hussein grüßen, grüßen wir einen Auserlesenen, dessen Wahrheit nie vergeht. Wir bitten Gott Hussein, der für die Wiederbelebung der Religion Gottes sein Leben geopfert hat, damit die Flagge des Islams aufrecht bleibt, unsere Friedensgrüße zukommen zu lassen.

Eine der schwerwiegenden Verantwortungen eines islamischen Führers besteht darin, die Menschen auf den klaren Weg der Rechtleitung zu bringen. Imam Hussein erhob sich zu seinem Aufstand gegen die Missstände seiner Zeit, weil das Regime und die Gesellschaft von den wahren Maßstäben der Religion abgeglitten waren. Diese Missstände waren eine bittere Wahrheit, die in den 50 Jahre nach dem Verscheiden des Propheten allmählich immer mehr Gestalt annahmen. Die letzten Empfehlungen des Propheten waren in Vergessenheit geraten und die Edlen aus seinem Haus, – die Ahle Bait, waren an den Rand gedrängt worden. Die Spiritualität war in der muslimischen Gemeinschaft zugrunde gegangen und die Mächtigen häuften Reichtum an und Ketzerei und Irrglauben hatten Verbreitung gefunden. Alle Bedingungen waren gegeben, um die Gesellschaft wieder in die Zeit der Unwissenheit vor den Islam zurückzuwerfen. Die Entwicklung in Richtung Untergang der Gesellschaft hatte eine Stufe erreicht, dass das Schicksal der islamischen Gemeinde in die Hand eines Herrschers wie Yazid geraten war, der gegen die göttlichen Gebote verstieß und frevelte. Das Ansehen und die Ehre der Muslime hatten großen Schaden erlitten.

Yazid war der Sohn des Moawiyeh. Nachdem er an die Macht gelangt war, verlangte er als erstes von Imam Hussein, a.s. dem Enkelsohn des Propheten, dass er ihm den Treueid schwört.

Für Yazid war es sehr wichtig, dass ihm jemand wie Imam Hussein, der von den Muslimen hoch geschätzt wurde, die Treue schwört. Aber Yazid war völlig unwürdig als Anführer der Muslime. Er war ein verdorbener zügelloser Mensch und natürlich hätte Imam Hussein a.s. ihm niemals seine Treue schwören können. Aus der Sicht des Imam waren die ummayadischen Herrscher von denen Yazid einer war, alles Leute, die nicht mehr die Gebote Gottes befolgten und beharrlich an der Verdorbenheit festhielten .

Imam Hussein verweigerte also Yazid den Treueid und zeigte damit, dass Yazid nicht berechtigt war, über die muslimische Gesellschaft zu regieren . Weil Imam Hussein as. nicht dem Yazid die Treue schwor, wurde der Verwalter von Medina beauftragt, Imam Hussein Schwierigkeiten zu bereiten. Der Imam entschloss sich Medina zu verlassen. Er suchte nach besseren Bedingungen, um seine Bewegung besser durchführen zu können. Er wählte Mekka. Mekka war ein geeigneter Ort für die Fortsetzung seines Widerstandes. Es war gerade kurz vor der Hadschzeit und viele Pilger hatten sich an der Kaaba versammelt.

Als Imam Hussein a.s. Medina verließ hat er gesagt: „Ich verlasse Medina zur Wiederherstellung und Wiederbelebung der Angelegenheit des Volkes meines Großvaters und möchte das Gute gebieten und das Schlechte verwehren „

In Mekka versuchte Imam Hussein a.s. weitgehend eine Widerstandsbewegung vorzubereiten.

In Kufa (jetziges Irak) hatten die Freunde des Prophetenhauses davon erfahren dass Imam Hussein dem Yazid den Treueid verweigert hatten. Auch sie waren die Ungerechtigkeit der Ummayaden leid und einige der großen Persönlichkeiten in dieser Stadt, die auf der Seite der Edlen Nachkommen des Propheten standen, schrieben einen Brief an Imam Hussein und luden ihn ein nach Kufeh zu kommen. Auch viele andere aus Kufeh fügten Briefe hinzu, in denen sie ihre Bereitschaft zu jeglicher Unterstützung für Imam Hussein erklärten. Daraufhin schickte Imam Hussein Muslim Ibn Aqil nach Kufa, damit er sich dort nach der Lage erkundigt. In den Chroniken heißt es dass Tausende der Einwohner von Kufa dem Muslim Ibn Aqil den Treueid schworen. Imam Hussein aleihe salam beendete daraufhin vorzeitig die Hadschreise und machte sich am 8. Dhi Hadscha des Jahres 61 nach der Hidschra auf den Weg nach Kufa.

Unterwegs erreichte ihn die Nachricht, dass sich die Lage in Kufa geändert hatte. Der vorherige Verwalter dieser Stadt war von Yazid abgesetzt worden und ein übler Mensch namens Ubaidullah Ibn Ziad hatte die Befehlsmacht übernommen. Er hatte den Protest der Kufaner erstickt und viele Kufaner waren aus Angst nicht mehr bereit, Imam Hussein zu unterstützen. Wer anderer Meinung war, wurde umgebracht oder eingesperrt und der Bote Imam Hussein Mulim Ibn Aqil wurde ermordet. Doch Imam Hussein setzte seinen Weg entschlossen fort. Aber er sagte zu seinen Gefährten!: „Die Kufaner haben uns allein gelassen, jeder von euch der möchte, kann umkehren.“

Einige verließen daraufhin die Karawane des Imams . Aber eine kleine Schar blieb an seiner Seite.

Imam Hussein war fest entschlossen gegen die Unterdrücker und Frevler anzutreten, obwohl seine Mitstreiter nur noch wenige waren. Imam Hussein hatte von seinem Vater Ali folgende Worte gehört: „“Auf dem Wege der Rechtleitung fürchtet euch nicht, auch wenn eure Helfer nur wenige sind!“

Imam Hussein wusste genau, dass er mit diesen wenigen Mitstreitern keinen militärischen Sieg erzielen konnte. Was für ihn von Bedeutung war, war die Erfüllung seiner Pflicht. Er dachte nur daran die Pflicht Gottes zu erfüllen, auch wenn er den Märtyrertod finden wird. In der Denkweise Imam Husseins waren die Maßstäbe für Sieg und Niederlage von den üblichen Maßstäben verschieden.

Die Karawane Imam Husseins wurde noch bevor sie Kufa erreichte in der Gegend Kerbela von dem 30-tausend-köpfigen Heer des Yazids eingekreist. Am 10. Tag des Monats Moharam, dem Aschura-Tag, 61 Jahre nach der Hidschra, kam es zum Gefecht der kleinen Zahl von Menschen mit unerschütterlichem Glauben und einer Unzahl von Leuten, deren Glauben ins Schwanken geraten war. Es ereignete sich etwas außergewöhnliches in der Geschichte der Menschheit. Der Aufstand Imam Husseins spiegelte die höchsten moralische und menschlichen Werte wieder, denn auf dem Schauplatz des Geschehens an jenem Tag stießen Glauben und Unglauben, Religiosität und Verdorbenheit aufeinander. Von jenen Menschen mit ihrem festen Glauben war nichts anderes als ein tapferer heldenhafter Kampf zu erwarten. Die bewusste und rechtzeitige Widerstandsbewegung des Imam Husseins ist als kostbarer Schatz in der Geschichte verblieben und seine Botschaft wurde von Generation zu Generation weiter vermittelt.

Der Aufstand Imam Husseins am Aschuratag war ein heroisches Ereignis, denn Imam Hussein a.s. hat mit einer kleinen Schar von treuen Gläubigen tapfer gegen ein riesiges Heer gekämpft.


Die Mitstreiter Imam Husseins zweifelten keinen Augenblick lang an ihrer heiligen Aufgabe, den wahren Islam zu retten . Ihr Vorbild war Hussein Sohn des Alis a.s und wie er zogen sie einen Tod in Ehren einem Leben in Erniedrigung vor. Dem Aufstand von Imam Hussein a.s. lagen erhabene Ziele zugrunde. Und die Gesinnung des Imams und seiner Helfer zeugte dafür dass diese Protesterhebung der Verteidigung der Ehre des Menschen und der religiösen Werte und der Beseitigung des Unrechts galt. Die Helden von Kerbela hinterließen die schönsten Beispiele für Geduld, Standhaftigkeit, Opferbereitschaft und Gottesliebe. Ihre Bewegung enthält eine hohe Kultur und die Kunst hat einen wichtigen Beitrag zu dem Erhalt dieser Kultur geleistet.

Ein Mittel welches Literaten wählten um die Erinnerung an den Kampf von Imam Hussein wach zu halten ist das sogenannte Maqtal. In einem Maqtal werden die Ereignisse von Aschura Augenblick für Augenblick beschrieben und die verschiedenen Seiten des Geschehens hinsichtlich Spiritualität, Moral, Politik und Gesellschaft beleuchtet. Dieser Literaturzweig nennt sich Maqtal-Negari oder Maqtal-newisi.

Nach den Ereignissen von Kerbela haben viele aus Liebe zu den Nachkommen der Propheten und in Zorn über die Umayyaden, die den edlen Enkelsohn des Propheten Gottes töten ließen, über das Unrecht, das Imam Hussein angetan worden war und über den üblen Charakter der Umayyaden geschrieben. Maqtal-Newisi war eine dieser Methoden und erforderte eine gewisse künstlerische Begabungen. Die Maqtal, die bis zum 5. Jahrhundert nach der Hidschra ( 11 Jahrhundert nach Christus) verfasst wurden, gelten als wichtige historische Belege über das Geschehen zu Aschura, und weisen die wenigsten Irrtümer auf. Das Maqtal des Abu Michnaf, welches in dem bekannten Geschichtswerk von Tabari und einigen anderen zuverlässigen Werken zitiert wird, gehört zu den zuverlässigen Beschreibungen des Geschehens in Kerbela. Es entstand zu Beginn des 2. Jahrhunderts nach der Hidschra.

Über Aschura sind auch viele Gedichte geschrieben worden. Die Poesie war ein guter Träger für die Botschaft dieser Bewegung .

Die Dichtung über Aschura wurde fast circa 3 Jahrhunderte heimlich von den Freunden der Prophetennachkommen gepflegt, denn die Literaten fürchteten sich vor der Verfolgung durch die tyrannischen Kalifen. Doch als Mu’izud Dowlah Dailami Mitte des 4. Jahrhunderts nach der Hidschra (ca. Mitte des 10. Jahrhundert nach Christus ) die Macht in einem Teil von Irak, Khuzistan und Fars übernahm ordnete er an, dass am Aschuratag getrauert werden soll.

Die Trauerzeremonien galten nicht mehr als Gesetzesverstoß sondern wurden als Staatstrauer eingeführt. So konnten nach all den Jahren überall die Trauerelegien für Imam Hussein öffentlich vorgetragen werden und niemand brauchte sich vor einer Bestrafung zu fürchten.

Kesai Marwazi war der erste Dichter, dessen Reime über Aschura schriftlich festgehalten wurden.

Besonders bekannt ist der Elegiendichter Mohtascham Kaschani geworden. Seine Gedichte haben auch zeitgenössische Aschuradichter angeregt.

Die Aschuradichtung muss unterschieden werden nach Werken, die das Geschehen von Kerbela nur emotional behandeln und solchen, die auch den hohen Wert und das Heroische dieses Aufstandes in Betracht ziehen.

Die Aschuradichtung dient also den Iranern also eine Quelle für Überzeugung und Kultur, für Politik und Sozialwesen.

Die Gedichte wurden auch in einer Art Passionsspiel genannt Taziyeh eingesetzt, bei der das Geschehen zu Kerbela für die Zuschauer rekonstruiert wird.

Unter den Safawiden erreichten die Elegiendichtung ihren Höhepunkt und in der späteren Qadscharenzeit wurde für die Trauerzeremonien und die dramaturigische Rekonstruktion des Geschehens von Kerbela besondere Stätten eingerichtet die sich Takiyeh nannten.

Das Passionsspiel Taziyeh geht von den schiitischen Überzeugungen aus. Es zieht iranische Dichtung und traditionelle iranische Musik heran. Taziyeh gilt als die älteste iranische Theaterform. Vielleicht lässt sich das Taziyeh mit einem Drama vergleichen aber es hat völlig iranische Züge. Es ist zugleich ein lebendiger religiöser Brauch. Einmalig ist auch, dass die Veranstalter es als eine Pflicht betrachten dieses Passionsspiel während der Trauerzeit um Imam Hussein a.s. aufzuführen um diesen großen Imam auf diese Weise zu würdigen. Vielleicht kann man das Taziyeh deshalb als eine weltweit einmalige Form dramaturgischer Darstellung bezeichnen.

Das Taziyeh steckt voller Symbolik. Die Texte, die meist in Gedichtsform sind werden zum Teil in Gesangsform vorgetragen. Dieses Passionsspiel ist landesweit im Monat Muharam üblich.

Eine weitere traditionelle Kunst im Zusammenhang mit den Trauerzeremonien zu Aschura ist das Pardeh-Chani. Es ist eine Art bebilderter Erzählvortrag. Der Erzähler schildert mit einem melodischen Vortrag anhand von Bildern die Leiden, die Imam Hussein a.s. opferbereit auf sich genommen hatten. Pardi-Chani ist eine sehr alte Volkskunst. Unter Pardeh ist ein großes Tuch zu verstehen auf dem verschiedene Ereignisse abgebildet sind. Das Kernthema sind dabei die Ereignisse in Kerbela, und nach dem Aschuratag . Die Bilder sind in volkstümlichem Stil gemalt. Und der Erzähler, der Pardehchan, zeigt entsprechend dem Inhalt seines beeindruckenden Erzählvortrags mit einem Stab auf das jeweilige Bild auf diesem „Pardeh“. Das wichtigste Moment der Pardechani ist der Vortrag des Pardechans und die Bilder dienen nur der Veranschaulichung.

Nach dem Sieg der Islamischen Revolution im Iran haben auch andere Kunstzweige wie die Theaterkunst, die Fotographie und die Filmkunst sich mit der Schilderung und der Veranschaulichung des Aschura-Geschehens beschäftigt und wertvolle Kunstwerke geschaffen. Diese im einzelnen zu beschreiben geht jedoch über den Rahmen unseres heutigen Beitrages hinaus.

Aschura ist eines der beeindruckendsten Ereignisse der Geschichte. Dort, wo sich große Männer fürchten, wo der Feind ein gnadenloses und unmenschliches Verhalten an den Tag legt, wo alle das Gefühl haben, wenn sie auf dem Schlachtfeld auftreten, werden sie mit großen Gefahren konfrontiert, dort wird die Wesensart der Menschen ans Tageslicht gebracht.


In der islamischen Welt damals – die eine große Welt war, und viele islamische Staaten, die heute unabhängig sind, ein Land mit einer großen Einwohnerzahl darstellten – konnte nur einer diesen Beschluss fassen und hatte den Mut, dem Feind Widerstand zu leisten: Hussain der Sohn von Ali (Hussain ibne Ali) (F. s. m. i.). Es lag auf der Hand, dass wenn eine Person wie Imam Hussein (F. s. m. i.) aufsteht, eine Anzahl von Menschen sich ihm anschließen werden, und das taten sie. Obwohl auch sie, als sich herausstellte, wie schwer diese Tat ist und wie viel Kraft sie ihnen abverlangt, Imam Hussain (F. s. m. i.) einer nach dem anderen verließen. Von über tausend Menschen, die sich mit Imam Hussain (F. s. m. i.) von Mekka auf den Weg gemacht hatten, oder sich ihm unterwegs angeschlossen hatten, blieben in der Nacht zu Aschura lediglich eine geringe Zahl übrig, die zusammen mit denen, die sich am Tag von Aschura Imam Hussain (F. s. m. i.) anschlossen, insgesamt nicht mehr als 72 waren! Imam Hussain (F. s. m. i.) ist der größte Kämpfer der islamischen Geschichte. Er blieb trotz widrigster Bedingungen auf dem Schlachtfeld standhaft und zeigte in jeder Situation Größe. Abgesehen davon fand er in der Fremde den Märtyrertod.

Es gibt einen Unterschied zwischen einem opferbereiten Soldaten oder einem opferbereiten Menschen, der sich auf das Schlachtfeld begibt mit dem Bewusstsein, dass man ihm angesichts einer Verletzung oder des Märtyrertodes sehr viel Ehre entgegenbringen wird und jenen die in der Fremde und ohne irgendeine Unterstützung den Märtyrertod finden. Die Soldaten von Imam Hussain (F. s. m. i.) waren weit entfernt von ihren Familien in der Fremde allein, ohne Hilfe und ohne jegliche Hoffnung auf Hilfe seitens anderer Menschen. Trotzdem blieben sie gegen die umfangreichen Aktionen des Feindes standhaft, kämpften und fügten sich dem Willen Gottes, um sich auf das Martyrium vorzubereiten. Die Größe der Märtyrer von Karbala besteht in diesem Punkt! Das heißt, sie fürchteten sich beim Erfüllen ihrer Pflicht nicht. Auf dem Wege Gottes zu kämpfen (arab. Dschihad) und seine Pflicht vor Gott zu erfüllen, hängt nicht davon ab, wie stark und zahlreich der Feind ist. Keiner von den Gefolgsleuten Imam Hussains (F. s. m. i.) betrachtete die geringe Zahl der eigenen Leute als Genehmigung, vor dem Feind zu flüchten. Dieses Beispiel verleiht einem Menschen, einem Führer ja einer ganzen Nation Größe und Furchtlosigkeit vor der schwächelnden Stärke des Feindes.

Imam Hussain, der Herr der Märtyrer (F. s. m. i.), wusste Bescheid, dass sich nach seinem Martyrium, der Feind, die ganze Gemeinschaft und die damalige Welt mit Schmähungen gegen ihn füllen wird. Imam Hussain (F. s. m. i.) hoffte auch darauf, dass sein Kampf gegen Unterdrückung in der Fremde letzten Endes auch den Feind besiegen würde. Genauso kam es. Es wäre ein Fehler, zu glauben, Imam Hussain (F. s. m. i.) habe eine Niederlage erlitten. Denn für Gott zu sterben, stellt keine Niederlage dar. Derjenige, der auf dem Schlachtfeld getötet wird, hat keine Niederlage erlitten, sondern der, der sein Ziel nicht erreicht, erleidet eine Niederlage.

Da dies nicht der Fall war, konnte Imam Hussain (F. s. m. i.) den Plan der Feinde des Islam, die die Gebote Gottes nach ihrem persönlichen Gutdünken und Nutzen geändert hatten oder dies bezweckten, vereiteln. Dadurch, dass er den Ruf des Kampfes gegen Unterdrückung und für die Einhaltung der Rechtschaffenheit überall verkündete, besiegte er, wenngleich auch nach dem Tod, letzten Endes den Feind des Islam und erreichte sein Ziel. Imam Hussain (F. s. m. i.) hat sowohl kurzfristig, als auch langfristig gesiegt. Kurzfristig erschütterten dieser Aufstand, dieses schuldlose Martyrium und die Gefangenschaft der Familie dieses großen Mannes, die Staatsordnung der Omajaden. Kurz nach diesem Kampf kam es in der islamischen Welt – in Medina und Mekka – zu weiteren Aufständen, was letztlich zum Untergang der Omaijadendynastie führte.

Wer hätte ahnen können, dass dieser Feind, der Imam Hussain (F. s. m. i.) unschuldig zum Märtyrer gemacht hatte, auf diese Weise durch die Rufe des Imam zugrunde geht, innerhalb von nicht mehr als drei, vier Jahren? Der Imam siegte auch langfristig. Werft nur einen Blick auf die Geschichte des Islam und seht, welchen Zuwachs die Religion auf der Welt hatte! Wie der Islam Wurzeln schlug! Wie die islamischen Völker entstanden und sich entwickelten! Die islamischen Wissenschaften machten Fortschritte, das islamische Rechtswesen entwickelte sich und letzten Endes wurde heute, nach Jahrhunderten die islamische Fahne auf den höchsten Dächern der Welt gehisst. Hätten Yazid und seine Familie zugelassen, dass der Islam auf diese Weise Tag für Tag Fortschritte macht? Sie wollten vielmehr den Islam entwurzeln, sie wollten, dass vom Koran und dem Propheten des Islam überhaupt keine Spur übrig bleibt. Aber wir sehen, dass genau das Gegenteil geschah. Also jener Kämpfer auf dem Wege Gottes, der für Gott gegen Unterdrückung und die Verfälschung der Religion Widerstand leistete, dessen Blut vergossen und dessen Familie gefangen genommen wurde, besiegte seinen Feind auf allen Linien.

Dies ist eine Lehre für alle Völker. Aus diesem Grund sagt man sogar von großen zeitgenössischen Führern – selbst von solchen, die keine Muslime sind, sie hätten gesagt: „Wir haben den Weg des Kampfes von Hussain ibn Ali (F. s. m. i.) eingeschlagen.“ Auch unsere Revolution hat sich an dem Kampf von Imam Hussain (F. s. m. i.) orientiert. Unser Volk hat verstanden, dass getötet zu werden, nicht besiegt zu werden, heißt. Es war ihnen klar, dass Rückzug und Flucht vor dem scheinbar starken Feind nur Schmach und Unheil bringt. Ungeachtet der Stärke des Feindes haben Imam Hussain (F. s. m. i.), seine Familie und Anhänger gekämpft bis allen das Märtyrertum zuteil wurde. Trotz der äußerlichen Niederlage haben sie gesiegt. Auch unser Volk hat diese Botschaft verstanden.

Aus Aschura zieht man die Lehre, dass man zur Wahrung der Religion Opfer bringen muss und dass man auf dem Weg des Koran bereit sein muss, auf alles zu verzichten. Bei der Verteidigung der Religion muss man scharfsinnig und intelligent agieren. Dummheit und Naivität werden bestraft und man wird betrogen. Dumme und Naive gehen zur Front des Unrechts über, ohne dies zu bemerken. Daher sehen wir unter den Kämpfern auf der Seite von Ibn Siad (dem Befehlshaber der Feinde von Imam Hussain (F. s. m. i.)) Menschen, die zwar nicht lasterhaft oder Sünder, aber dumm und naiv waren. Das sind die Lehren, die wir aus Aschura ziehen können. Diese Lehren reichen aus, um ein Volk aus der Erniedrigung und Knechtschaft zu führen und zu Ehre zu verhelfen. Diese Lehren können die Front des Unglaubens und des Imperialismus besiegen. Das liegt daran, dass sie lebendige und noch immer aktuelle Lehren sind.

Auszüge einer Rede bei einem Treffen mit verschiedenen Bevölkerungsgruppen aus Anlass des Monats Moharram am 1.Juli.1992.

Gewisse Lehren von Aschura haben warnenden Charakter. Was bedeutet das? Das heißt unaufhörlich die eigene Situation mit Aschura zu vergleichen, damit man versteht, wie es um einen selber steht. Diese Lehren muss man sehr ernst nehmen. Wenn ihr beim Befahren einer Straße einen Wagen seht, der umgekippt oder bei einem Unfall beschädigt wird und dessen Insassen sterben, so ist euch dieser Vorfall eine Mahnung. Wir sollten dies etwas ausführlicher betrachten. Die erste Mahnung, die uns im Zusammenhang mit dem Ereignis von Aschura bewusst werden soll, ist, dass wir uns fragen: Wie konnte 50 Jahre nach dem Tod des Propheten (F. s. m. i.), die islamische Gemeinde derart tief sinken, dass ein Mann wie Imam Hussain (F. s. m. i.) zur Rettung der islamischen Gemeinschaft ein solches Opfer bringen musste? Imam Hussain wurde im Zentrum des Islam, in Medina und Mekka – dem Zentrum der Offenbarung des Propheten – in eine Lage versetzt, wo ihm nichts anders übrig blieb, als sich selbst und seine Familie zu opfern, um den Islam zu bewahren. Was war geschehen, dass Imam Hussain (F. s. m. i.) sah, dass der Islam nur mehr durch sein Opfer gerettet werden könnte?! Hier gilt es sich ein warnendes Beispiel zu nehmen. Einst gab der Führer und Prophet der islamischen Gemeinschaft (F. s. m. i.), den Muslimen in Mekka und Medina die Fahnen und sie stießen bis weit in die arabische Halbinsel und bis an die Grenzen von Damaskus vor und bedrohten das römische Imperium. Diese ergriffen die Flucht und das islamische Heer kehrte siegreich zurück. Einst hörte man in der Moschee der islamischen Gemeinschaft den Klang der Koranrezitation und der Prophet rezitierte die göttlichen Verse für die Bevölkerung, predigte und leitete sie recht. Wie kam es so weit, dass eben diese Gemeinschaft, dieses Land und dieselben Städte sich so weit vom Islam trennten, dass ein Mann wie Yazid, über sie herrschen konnte?!

Diese Opferbereitschaft ist einmalig in der Geschichte. Was geschah, dass es zu einer solchen Phase kam? Dies ist das warnende Beispiel. Wir müssen diesen Tag genau in Betracht ziehen. Wir bilden heute eine islamische Gemeinschaft. Wir müssen verstehen, was in der damaligen islamischen Gemeinschaft geschah, dass Yazid die Herrschaft an sich reißen konnte? Was geschah, dass man 20 Jahre nach dem Märtyrertod des Herrn der Gläubigen Imam Ali (F. s. m. i.) in derselben Stadt, in der er herrschte die Köpfe seiner Söhne auf Lanzen in dieser Stadt zur Schau stellte?! Kufa war keine Stadt von Ungläubigen. Diese Stadt war derselbe Ort, in deren Basar Imam Ali (F. s. m. i.) hin und her ging und der Bevölkerung befahl, Gutes zu gebieten und Schlechtes zu verwehren. In den Moscheen dieser Stadt hörte man die Rezitation des Koran. In genau dieser Stadt und ihrem Basar stellte man die Töchter und Familie von Imam Ali (F. s. m. i.) als Gefangene zur Schau. Was geschah binnen 20 Jahren, dass es zu diesen Ereignissen kam? Welche Faktoren können eine Gemeinschaft, an deren Spitze Menschen wie der Prophet des Islam und Imam Ali (F. s. m. i.) standen, binnen einigen Jahrzehnten derart ändern. Diese Faktoren sind sehr gefährlich und auch wir müssen uns vor jenen in Acht nehmen.

Imam Khomeini war es eine große Ehre, sich als einer der Schüler des Propheten des Islam (F. s. m. i.) bezeichnen zu können. Imam Khomeini war es eine Ehre, die Gebote des Propheten (F. s. m. i.) in die Tat umzusetzen und sie zu verbreiten. Aber es gibt einen großen Unterschied zwischen unserem Imam und dem Propheten! Jene Gemeinschaft hatte der Prophet geformt, dennoch kam es dort nach einigen Jahren zu diesen furchtbaren Ereignissen. Also muss auch unsere Gemeinschaft sehr aufpassen, damit sie nicht auch an den erwähnten Faktoren erkrankt. Dies ist die Mahnung aus Aschura. Wir müssen diese Faktoren erkennen, sie als eine große Gefahr betrachten und von ihnen Abstand nehmen. Meiner Meinung nach ist diese Botschaft von Aschura für unsere Zeit wichtiger als die anderen Lehren und Botschaften. Auf die angesprochenen Fragen gibt uns der Koran die Antwort: Zwei Ursachen rufen laut Koran diese Verirrung und diesen allgemeinen Niedergang hervor.

Der erste Grund ist die Tatsache, dass die damalige Gesellschaft, die Anbetung Gottes nicht mehr ernst genommen und vom täglichen Pflichtgebet Abstand genommen hat. Sie hat im wahrsten Sinne des Wortes auf Gott vergessen und Spiritualität vom alltäglichen Leben getrennt.

Der zweite Grund war, dass dem Hang, sich Lüsten und Leidenschaften hinzugeben, immer mehr nachgegeben wurde. Das heißt nur an Anhäufung von Reichtümern und Leidenschaften zu denken, diese für die Hauptsache zu halten und die Ideale in Vergessenheit geraten zu lassen. Auch wir können in diesen Abgrund fallen.

Wenn in der islamischen Gemeinschaft dieser Zustand des Strebens nach Idealen verschwindet oder geschwächt wird, und jeder danach strebt, den anderen an Materiellem zu übertreffen, ist man diesem Abgrund sehr nahe.

Die islamische Staatsordnung wird durch das Festhalten an ihren Idealen und die Bemühungen zu deren Durchsetzung bewahrt und vorangebracht. Den Idealen der Revolution und den Grundsätzen des Islams gegenüber gleichgültig zu begegnen und alles von materiellen Berechnungen abhängig zu machen, wird die Gesellschaft dazu führen, dass ein solcher Zustand einsetzt.

Zu einer Zeit beschäftigte die Muslime nur der Fortschritt des Islams, die Zufriedenheit Gottes, die Lehren der Religion und ein tiefes Wissen über den Koran. Der Regierungsapparat und der Verwaltungsapparat des Landes war ein Apparat bei dem sich Gottesfurcht und Leidenschaftslosigkeit den Schmuckgegenständen und Schönheiten dieser Welt gegenüber und der individuelle Laster gegenüber standen. Das Ergebnis war eine starke Bewegung der Menschen auf Gott zu. In solch einer Situation wurde eine Persönlichkeit wie Imam Ali (F. s. m. i.) zum Führer der Gesellschaft.

Wenn Gott für die Menschen das Ziel ist, wenn es Gottesfurcht gibt, wenn einem die Verführungen dieser Welt gleichgültig sind und man sich auf dem Wege Gottes redlich bemüht, kommen Menschen, die diese Eigenschaften haben an die Macht, erledigen die Angelegenheiten der Gemeinschaft und es entsteht eine islamische Gesellschaft. Aber wenn die göttlichen Werte verändert werden, wird derjenige, der gieriger und zügelloser ist, der bei der Durchsetzung der eigenen Interessen schlauer ist, der den aufrichtigen Menschen gegenüber gleichgültiger ist, die Kontrolle der Gesellschaft übernehmen. Dann kommt es dazu, dass Menschen wie Omar ibn Saad, Schemr und Ubeidullah ibn Ziad die Leitung übernehmen und ein Mann wie Hussain ibn Ali (F. s. m. i.) auf das Schlachtfeld zieht und dort den Märtyrertod findet!

Jene, denen der Islam wahrhaftig am Herzen liegt, dürfen nicht zulassen, dass die göttlichen Werte in der Gesellschaft verändert werden. Wenn Gottesfurcht in der Gesellschaft keinen Wert mehr darstellt, dann ist klar, dass das Blut eines gottesfürchtigen Menschen wie Imam Hussain (F. s. m. i.) vergossen werden muss. Wenn Betrügerei, Irreführung und Gleichgültigkeit gegenüber den islamischen Werten die Oberhand gewinnen, dann ist es auf der Hand, dass ein Mann wie Yazid die Belange der Gesellschaft in die Hand nehmen wird, und ein Mann wie Ubeidullah die Vorzeigepersönlichkeit des Islam wird. Alles, was der Islam tun wollte, bestand darin, diese falschen Wertschätzungen zu ändern. Und auch das, was unsere Revolution tun wollte, bestand darin, die Nichtigkeit materieller Wertmaßstäbe aufzuzeigen und diese zu verändern.

Die heutige Welt ist eine Welt voll von Verlogenheit, Gewalt, Habgier und Bevorzugung der materiellen Werte vor den immateriellen. Dies gilt nicht nur für die Welt von heute. Schon seit Jahrhunderten nimmt die Bedeutung immaterieller Werte zunehmend ab. Alle Materialisten waren im Laufe der Geschichte stets bemüht, die Spiritualität abzuschaffen. Die Machthaber der heutigen Zeit haben eine materielle Staatsordnung auf der Welt errichtet. An deren Spitze herrscht eine Macht wie die USA, die verlogener, betrügerischer, den menschlichen Tugenden gegenüber gleichgültiger und unbarmherziger ist als alles, was wir aus der Geschichte bereits kennen.

Das ist der Zustand der Welt. Die islamische Revolution bedeutet die Wiederbelegung des Islam. Diese Revolution ist da, um diesem Zustand auf der Welt ein Ende zu bereiten und eine neue Ordnung in zu errichten. Wenn diese materielle Weltordnung bestehen bleibt, werden weiterhin verdorbene und unterdrückerische Menschen wie Mohammad Reza (Schah) herrschen und ein tugendhafter Mann wie Imam Khomeini muss im Gefängnis sitzen, oder im Exil leben. Bei solchen Zuständen gibt es keinen Platz für den Imam in der Gesellschaft. Denn, wenn Gewalt, Verdorbenheit und Lüge herrschen, muss derjenige, der tugendhaft, aufrichtig und gottergeben ist, im Gefängnis sitzen, oder auf dem Schlachtfeld den Märtyrertod finden. Aber wenn ein Imam die Führung übernimmt heißt das, dass sich alles geändert hat und Materialismus, Verdorbenheit und Hedonismus ein Ende gesetzt wurden. Dagegen werden Gottesfurcht, Frömmigkeit, Nächstenliebe, Brüderlichkeit und Hingabe herrschen. Jeder Imam versucht diese Werte zu bewahren und durchzusetzen. Was passiert, wenn wir diese verlieren, wenn wir anstatt an unsere Pflichten und göttlichen Ideale zu denken, uns mit unseren Luxusgegenständen befassen? Was passiert, wenn wir einen gläubigen und aufrichtigen Jugendlichen, der nichts anderes will, als auf dem Wege Gottes möglichst schnell voran zu kommen, isolieren und stattdessen, einen frechen, anspruchsvollen Menschen an die Macht bringen, der nichts von Spiritualität hält? Dann verändert sich alles.

Da zu Beginn des Islam der Abstand zwischen dem Tod des geehrten Propheten (F. s. m. i.) und Märtyrertod seines Enkels 50 Jahre war, könnte in unserer Zeit dieser Abstand noch viel kürzer sein und unsere tugendhaften Menschen noch viel früher gerichtet werden. Das sollten wir nicht zulassen. Wir müssen gegen jede Abweichung, die der Feind uns auferlegen will, Widerstand leisten. Demnach bedeutet eine warnende Lehre aus Aschura zu ziehen, dass wir nicht zulassen dürfen, dass der Geist der Revolution in der Gesellschaft abnimmt und verschwindet.

Konstruktives Denken und Kreativität waren die Eigenschaften von Imam Ali (F. s. m. i.), der vielleicht sogar in der Zeit seines Kalifats Dattelpalmenhaine kultivierte, Felder bestellte, Bäume anpflanzte, Brunnen grub und bewässerte. Das ist Kreativität und Konstruktivität und nicht materiellen Begierden zu folgen wie Yazid und Ubaidullah ibn Ziad.

Der gesandte Gottes Rasulallah Muhammed (s.a.a) sprach : „Husain ist von mir, und ich bin von Husain. ALLAH liebt denjenigen, der Husain liebt.“

Aschura wird der zehnte Tag des islamischen Monats Muharram genannt. Er bezeichnet das Ereignis des Martyriums Imam Husains (a.) in der Ebene von Kerbela 61 n.d.H..

Daran gekoppelt sind die an Aschura erinnernden, zehn Tage andauernden, Trauerzeremonien zu Muharram.

 

Vorgeschichte

Am 20. Radschab 60 n.d.H. starb Muawiya. Er hatte über 20 Jahre tyrannisch über die Muslime geherrscht. Nachdem Prophet Muhammad (s.) zu seinem Schöpfer zurückgekehrt war, schlug Muawiya sich auf die Seite der Feinde Imam Alis (a.). Als Imam Ali (a.) Kalif wurde, entließ er Muawiya als Gouverneur von Damaskus wegen dessen Korruption und Tyrannei. Muawiya weigerte sich, seine Stellung aufzugeben, was zur Schlacht von Siffin führte. Als Muawiya die Schlacht fast verloren hatte, bestach und trickste er Teile von Imam Alis (a.) Armee aus mit perfiden Methoden seines Feldherrn Amr ibn Aas und veranlasste sie darauf zu bestehen, den Disput durch einen Schiedsspruch zu schlichten. Mit derselben Methode gelang es ihm, dass die Schiedsmänner, darunter Abu Musa al-Aschari, beim Schiedsgericht von Adhruh ein Urteil zu seinen Gunsten fällten. Kurz nach dem Martyrium Imam Alis (a.) erlangte Muawiya gewaltsam das Kalifat. In einem Friedensvertrag mit Imam Hasan (a.) verpflichtete er sich dazu, seinen Nachfolger nicht zu bestimmen, woran er sich jedoch nicht hielt und seinen Sohn Yazid als seinem Nachfolger einsetzte, nachdem er Imam Hasan (a.) ermorden ließ.

Yazid war noch schlimmer als sein Vater. Zusätzlich zu all den üblen Eigenschaften seines Vaters machte er den Islam öffentlich lächerlich. Man sah ihn oft betrunken, Lieder singend, die sich über das Ritualgebet, den Prophet Muhammad (s.) und dessen Ahl-ul-Bait lustig machten. Muawiya missbrauchte den Islam, Yazid hingegen war dazu entschlossen, den Islam auszulöschen.

Verfolgung Imam Husseins (a.)

Sobald Yazid Kalif wurde, sandte er einen Brief an den damaligen Gouverneur von Medina, Walid bin Utba bin Abu Sufyan, in dem er ihn aufforderte, den Treueid von Imam Husain (a.), dem amtierenden Imam der Zwölf Imame einzufordern. Walid erhielt den Brief am 27. Radschab 60 n.d.H. und forderte Imam Husain (a.) unmittelbar auf, den Treueid zu leisten. Imam Husain (a.), der bereits erste Einladungsbriefe aus Kufa erhalten hatte, verließ die Stadt, um unnötiges Blutvergießen zu vermeiden, in Richtung Mekka zur Pilgerfahrt (nach anderen tauchten die Einladungsbriefe erstmalig in Mekka auf). Seine engsten Gefährten begleiteten ihn, darunter seine Schwester Zainab, seine Söhne und Töchter sowie zahlreiche weitere nahe Verwandte. Nur Fatima Sughra konnte aus Krankheitsgründen nicht mitkommen. Selbst der neugeborene Abdullah ibn Husain (Ali Asghar) kam mit auf die Reise, wie auch sein Sohn Imam Zain-ul-Abidin (a.) und dessen Sohn Imam Muhammad Baqir (a.), der noch keine vier Jahre alt war.

Aufbruch über Mekka nach Kufa

Imam Husains (a.) Karawane verließ Medina und erreichte Mekka. Ein spezieller Bote aus Kufa namens Qais ibn Muschir brachte ihm hunderte von Einladungsbriefen aus Kufa. Die dortige Bevölkerung wollte ihm den Treueid leisten. Da Imam Husain (a.) zudem von Plänen Yazids erfahren hatte, ihn in Mekka ermorden zu lassen, und jener heilige Ort geschützt werden musste, drehte er vor Mekka ab und wollte nach Kufa reisen. Nach manchen war er auch in Mekka und reiste dann unerwartet ab.

Imam Husain (a.) schrieb einen Brief an die Bürger Kufas und sandte diesen mit Muslim ibn Aqil als seinen Botschafter vorab, welcher dort auf grausame Art und Weise von den Schergen Yazids ermordet wurde.

Am 8. Dhul-Hidscha 60 n.d.H., dem Tag des Martyriums Muslim ibn Aqils in Kufa, verließ Imam Husains (a.) Karawane Mekka, ohne die Riten der Pilgerfahrt begonnen zu haben. In der kleinen Oase namens al-Thalabiya wurde Rast gemacht. Der Gefährte Qais ibn Muschir wurde losgeschickt, um die baldig bevorstehende Ankunft Imam Husains (a.) in Kufa anzukündigen. Derweil erfuhren sie von der Lage in Kufa und der Ermordung Muslim ibn Aqils. Auch dessen beiden Söhne Muhammad und Ibrahim wurden in Kufa ermordet.

Die Karawane wollte daraufhin abziehen. Aber ein Kommandant Yazids mit dem Namen Hur sollte das verhindern. Er gehörte zu denen, die später auf die Seite Imam Husains (a.) wechselten und sich für ihn aufopferten, als es am zehnten Tag des Monats Muharram zum Höhepunkt der Tragödie kam. Imam Husain (a.) und seine mindestens 72 Gefährten – wie es in vielen Quellen dargestellt wird – darunter Frauen, Kinder und Greise, stellten sich einigen Tausend bestausgerüsteten Soldaten Yazids. Das Ziel war die Verteidigung der Wahrheit durch Aufopferung des eigenen Lebens.

Aschura

Niemals Unterdrückung [hayhat-min-a-zhilla]

Die ausführliche Geschichte von Aschura ist voller Helden, wie die Geschichten von: Muslim bin Ausadscha, Habib ibn Mudhahir, John ibn Huwai, Zuhair ibn Qain, Aun und Muhammad ibn Dschafar, Burair Hamdani, Qasim ibn Hasan, Abbas ibn Ali, Ali Akbar, Abdullah ibn Ali und viele andere mehr. Der von Yazid eingesetzte Kommandeur der Feinde der Ahl-ul-Bait (a.) war sein Gouverneur Ibn Ziad und dessen Oberkommandierender in Kerbela war Umar ibn Saad.

Viele Muslime gedenken der Ereignisse in Trauerzeremonien zu Muharram.

Imam Husain (a.) selbst übergab die Verantwortung des Imamats kurz vor seinem eigenen Martyrium seinem wegen schwerer Krankheit im Zelt liegenden Sohn Imam Zain-ul-Abidien (a.). Vor seinem eigenen Martyrium war er allein mit seinem Pferd Dhul-Dschina auf dem Schlachtfeld und wurde nach manchen beim Ritualgebet, nach anderen unmittelbar im Anschluss von hinten ermordet. Der Kopf Imam Husains (a.) wurde verschleppt. Es war Zainab, welche die Ereignisse der Nachwelt weiter erzählte. In Folge der Ereignisse starb auch noch Imam Husains (a.) Tochter Sukaina bint Husain.

Tag der Vollendung der Religion

Allen Muslimen sei zum Ghadir-Fest gratuliert.

Feste erinnern oft an einen entscheidenden Tag in der Geschichte. Am Ghadir-Tag hat der Prophet Gottes Ali a.s. zum Nachfolger erklärt. Danach bat er die anderen, sie sollten ihm , dem Propheten gratulieren. Sogar bei wichtigen Siegen über den Feind hatte er noch nie eine solche Bitte gestellt. Schon an diesem Tag feierten die Muslime die Bestimmung Imam Alis zum Nachfolger und danach hat jedes Jahr das Ghadir-Fest an diesen wichtigen Anlass erinnert.Imam Resa a.s. hat gesagt: „Wir danken Gott, dass er uns zu denen werden ließ, die bei der Statthalterschaft von Ali a.s. Halt suchen.“

Auch heute kann der Segen Gahdirs genutzt werden. Das Wort Eyd bedeutet eigentlich nicht nur „Fest“ sondern auch „Rückkehr“. Im Frühling, wenn das Eyd , das Neujahrsfest im Iran gefeiert wird, kehrt Leben in den kalten Leib der Natur zurück. Auch am Ghadir-Tag, das wir als Eyd feiern, ist wieder neues Leben in die Islamische Gemeinde zurückgekehrt, denn die Gläubigen wurden von der Sorge, wer sie nach dem Propheten führen sollte, befreit. Imam Hassan a.s., der erste Enkelsohn des Propheten, gab jedes Jahr zum Eyde-Ghadirfest in Kufeh ein großes Gastmahl und verteilte Geschenke unter den Menschen.

Die Lenkung der Menschen kann religiös gesehen in zwei Abschnitte gegliedert werden. Der erste Abschnitt beginnt mit dem ersten Propheten. Das war Adam- gegrüßet sei er. Nachdem die göttlichen Propheten einer nach dem anderen als Wegweiser der Menschen berufen worden waren, schloss dieser erste Führungsabschnitt mit der vollendeten Religion des Letzten Gesandten Gottes Mohammad Friede sei ihm. Der zweite Führungsabschnitt begann, als der Prophet am 18. Dhi Hadscha, Ali aleihe salam zu seinem Nachfolger wählte. Der Prophet stellte ihn auf Anweisung Gottes vor. Alle Gläubigen drückten Ali die Hand, gratulierten ihm und sagten: Bravo! Sohn des Abu Taleb. Du bist mein Herr und Führer und der Herr und Führer aller gläubigen Männer und Frauen geworden.

Am Ghadir-Tag wurde jener großartige Mensch, der von Beginn an immer an der Seite des Propheten gestanden hatte, gewürdigt. In einem der Gefechte hatte das feindliche Heer die Muslime von zwei Flanken aus in die Zange genommen. Viele der Muslime waren geflohen. Der Prophet sah sich allein gelassen. Aber da fiel sein Blick auf Ali und er fragte ihn: „Ali warum bist du nicht auch geflohen?“ Ali rief: „O Prophet Gottes. Soll ich nach dem Islam zum Gott-Ungläubigen werden? Ich bin dein Anhänger!“

Da sagte der Prophet: „Lieber Ali! Wehre die Angriffe dieser Ungläubigen ab.“ Und Ali trat kühn gegen die Feinde, die herbeistürmten, um den Propheten zu vernichten, an. Da überbrachte der himmlische Bote Gabriel dem Propheten die Offenbarung: „O Mohammad! Dies ist es, was sich Selbstaufopferung (Ithar) nennt.“

Der Prophet erklärte: „Ali ist von mir und ich bin von ihm.“ Und Gabriel sagte: „Ich bin auch von euch.“

Am Ghadir-Tag wurde Imam Ali allen als das beste Vorbild vorgestellt.

Es war gegen Mittag des 18. Dhi Hadscha im Jahre 10 nach der Hidschra . Der Prophet befand sich mit einer riesigen Gruppe von Hadschpilgern, die von den Historikern mit 120 Tausend beziffert wird, auf dem Rückweg von Mekka. Während die Karawane unter der heißen Sonne weiter zog, schien der Prophet auf ein wichtiges Ereignis zu warten.

Plötzlich kam eine Offenbarung auf ihn herab. Der Prophet gebot, dass die Karawane in Ghadir Chum, einer kleinen Oase zwischen Mekka und Medina anhalten solle. Als alle Hadschpilger eingetroffen waren, wurde einige Kamelsättel aufeinandergetürmt. Der Prophet bestieg diese provisorische Kanzel und begann Gott zu danken und zu preisen. Dann sagte er:

„Ihr Menschen, wer kann besser als die Gläubigen erkennen, was für sie gut ist, und wer kann besser als sie ihre Angelegenheiten verwalten?“

Die Menge rief: „Gott und Sein Propheten wissen das besser!“

Der Prophet wieder: „Gehe ich euch nicht voran und bin ich nicht geeigneter?“

„Doch, das bist du, o Prophet Gottes!“

„Ihr Menschen, ich werde bald von euch weggehen und zu meinem Herrn zurückkehren. Wisset dass ich zwei Kostbarkeiten für euch hinterlasse. Das eine ist der Koran, die Schrift Gottes, und das andere ist mein Ahl-e Beit – ist meine Familie. Eilt ihnen nicht voraus und bleibt nicht hinter ihnen zurück!“

Dann hob der Prophet die Hand Alis hoch, so hoch, dass alle es sehen konnten und rief laut:

„Ihr Menschen! Ab nun, ist dieser Ali der Herr und Führer eines jeden, dessen Herr und Führer ich bin!“

Der Prophet wiederholte diesen Satz drei Mal und fuhr fort:

„O Herr: Liebe die Freunde Alis und sei seinen Feinden feind!“

Noch immer waren die Menschen in Ghadir Khum versammelt als eine weitere Offenbarung auf den Propheten herabkam. Es war der Satz, der in den Vers 3 der Sure Maedeh, der Sure 5, eingebettet ist und in dem es heißt: Heute habe ich euch eure Religion vervollständigt und meine Gnade an euch vollendet, und ich bin damit zufrieden, dass ihr den Islam als (ewige) Religion habt.

Der Prophet hat in seiner Rede in Ghadir Khum gesagt: Ich habe das mitgeteilt, was ich mitzuteilen beauftragt war, damit es als Beweis gilt für alle, die hier anwesend sind und für alle die nicht anwesend sind. Die Anwesenden sollen es also den Abwesenden mitteilen und die Väter sollen diese Botschaft an ihre Kinder weitergeben bis zum Tag des Jüngsten Gerichtes.

Diese Worte zeigen, dass auch wir und ebenso die Generationen nach uns mit der Botschaft von Ghadir angesprochen werden. Deshalb dürfen wir das, was im Jahre 10 nach der Hidschra an dem Ort Ghadir Khum geschah, nicht mehr als rein historisches Ereignis betrachten.

Es liegt an den Vorzügen und Werten, die Imam Ali besitzt, dass er zum Nachfolger des Propheten gewählt wurde. Wegen dieser hohen Eigenschaften hat Gott die Lenkung der Angelegenheiten der Islamischen Gesellschaft nach dem Propheten in Alis Hände gelegt. Ali a.s. war ein Führer, der völlig rein war von jeglichem Eigensinn und irgendeiner Begierde. Über das Regieren hat er zu einem seiner Helfer gesagt: „Das Regieren ist für mich so wenig wie ein wertloser Schuh.“

Eines der großen Probleme der heutigen Ära besteht in der Existenz unwürdiger Herrscher. Es führen viele eigensinnige Menschen, die in der Welt Krieg entfachen und alles in den Dienst ihrer Ziele und Profitsucht stellen, das Regiment. Aber rechtschaffene und zuverlässige Führer betrachten eine Regierung als ein Pfand seitens Gottes und denken vor allen Dingen an die Rettung der Menschen. Der Ghadir-Tag enthät die Botschaft, dass nur rechtschaffene und gottesfürchtige Menschen für die Führung würdig sind; solche, die die Gerechtigkeit und Sicherheit herstellen wollen und den Unterdrückten helfen.

Die Überlieferung über Gadir Khum ist eine der zuverlässigsten Überlieferungen von Worten des Propheten Gottes des Propheten Gottes. So bekannte sunnitische Gelehrte wie Tabari haben darüber geschrieben und Ibn Talhah Schafii bestätigte: „Dieser Tag wurde zu einem Festtag, weil der Prophet Gottes Ali in das hohe Amt der Verwaltung wählte. Unter all den Leuten hat er nur ihm diese Ehre zugeteilt!“

Die Schwägerin des früheren britischen Premierministers Tony Blair ist nach ihrer Pilgerreise in die Stadt Qom zum Islam übergetreten. Sie hofft, dass sie damit ein gutes Beispiel abgeben kann und zeigt sich überzeugt vom Islam.

Laut einem Bericht der Daily Mail, konvertierte die Rundfunksprecherin und Journalistin Lauren Booth nach einem Besuch in Iran und ihrer Bekanntschaft mit den islamischen Lehren vor sechs Wochen zum Islam. Die 43-Jährige Britin teilte Daily Mail mit, dass sie nun Hidschab trage und fünf Mal am Tag bete, sofern es möglich ist, besuche sie auch die Moschee ihres Wohnortes.

Konvertierung zum Islam

Lauren Booth beschrieb ihre Konvertierung in einem Gespräche mit der britischen Tageszeitung wie folgt:

An einem Dienstag in Iran war es, als ich fühlte, man habe mir eine starke spirituelle Injektion verabreicht, die mich mit Glückseligkeit erfüllte. Kurz nach meiner Rückkehr nach Großbritannien nahm ich dann den islamischen Glauben an.
Von diesem Zeitpunkt an, ass ich kein Schweinefleisch mehr und nahm auch keinen Alkohol mehr zu mir. Ich verspüre auch gar nicht das Verlangen nach alkoholischen Getränken, obwohl es in der Vergangenheit fast keinen Tag gab, an dem ich nicht irgendeine Form von Alkohol zu mir genommen habe.

Sie hatte sich schon länger mit dem Islam auseinandergesetzt. Das Interesse am Islam hatte begonnen, nachdem sie sich mit dem Konflikt im Nahen Osten auseinandergesetzt hatte und dadurch den Islam als Religion kennengelernt hatte. Sie hoffe, dass ihr Verhalten das von Tony Blairs beeinflusse und er dadurch die Welt aus einer anderen Perspektive sehen könne.

Quelle

In einer neuen Fatwa untersagt Imam Khamenei die Beleidigung sunnitischer Symbole.

Wie die Ahlul Bayt News Agency ABNA berichtet, hat der geehrte Revolutionsführer Ayatollah Seyyed Ali Khamenei in einer Fatwa die Beleidigung sunnitischer Symbole und der Ehefrauen des Propheten untersagt.

Demnach dürfen auch die engsten Gefährten des Propheten (SAWS) nicht beleidigt werden.

In einer ersten Stellungnahme hatte die ägyptische Al Azhar Universität die Fatwa begrüßt und seine Zustimmung gezeigt. Solche Beleidigungen hatten in der Vergangenheit zwischen Schiiten und Sunniten für Streitigkeiten gesorgt. Dadurch konnte ein Dialog nicht erreicht werden, und die zwei Religionsgruppen gerieten immer wieder aneinander, wobei der Feind weder der Sunnite noch der Schiite, sondern allein der Wahabite ist.

Ahmad Al Tayyib hatte in einer schriftlichen Stellungnahme die Wichtigkeit der Fatwa unterstrichen, und versichert dass die Fatwa dazu beitragen wird, Streitigkeiten zwischen den beiden Religionszugehörigkeiten beizulegen.

„Von der gesegneten Fatwa habe ich mit Zustimmung erfahren.“

Es sei für alle Muslime nötig den interreligiösen Dialog zu pflegen, und die islamische Ummah beizubehalten.

Eine Menschenrechtsorganisation in Kairo hat den neuen Plan der saudischen Regierung gegen die Schiiten in diesem Land als rassistisch und unterdrückerisch bezeichnet und diesen heftig kritisiert. Dschamal Eyd, Leiter des arabischen Informationsnetzes für Menschenrechte in Kairo zeigte sich entrüstet über die Regierung in Riad, die die Schiiten im Land zwingt, eine Verpflichtungserklärung zu unterzeichnen, die äußert rassistisch und unterdrückerisch ist, und wonach die Schiiten kein Gemeinschaftsgebet in ihren Häusern verrichten dürfen.
Auf Grund des großen Einflusses von Wahabiten in der Regierung der Saud-Familie und besonders im Innenministerium sind den Schiiten in diesem Land sehr strenge Auflagen gemacht worden, die rechtlichen und religiösen Grundlagen entbehren; Folge ist die Unzufriedenheit der Schiiten.
Laut letzten Volkszählungen sind 10 – 15 % der 22 Millionen Bürger von Saudi Arabien Schiiten. Die meisten davon sind im östlichen Teil des Landes am Rande des Persischen Golfes, von Katar bis Kuwait angesiedelt.
Dieser schiitische Streifen zieht sich durch die Provinzen Ehsaa bis Ghatif.

Everyday is Ashure and everywhere is Karbala

Über weite Strecken der letzten 100 Jahren bestanden in Europa und anderen Teilen der Welt – China sei hier nur als eines unter vielen Beispielen genannt – die vorherrschenden Ideologien zur Befreiung der Menschen von Diktatur, Ausbeutung und Unterdrückung aus verschiedenen Spielarten von Sozialismus und Kommunismus. Typische Merkmale der sozialistischen Befreiungsideologie sind Klassenkampf gegen das Kapital und als Teil dessen der Kampf gegen Religion. In Lateinamerika gelang mit dieser Ideologie die Revolution in Kuba, doch weitere nachhaltige Erfolge wurden durch brutale militärische und geheimdienstliche Interventionen der USA lange Zeit, praktisch bis zum Wahlsieg von Hugo Chavez in Venezuela, verhindert. Trotz aller Jahrzehnte währenden Bemühungen von Marxisten, Religion durch Aufklärung zu eleminieren, blieben jedoch die Religiosität und der Glaube vieler Menschen an Gott auch in strikt sozialistisch regierten Staaten eine nicht zu leugnende Tatsache.

Man kann sogar soweit gehen, und die Theorie vertreten, dass die unterschätzte Bindungskraft der Religion der entscheidende Faktor war, der das sozialistische Imperium der Sowjetunion zum Einsturz brachte: in Osteuropa spielte die Kirche beim Zusammenbruch des kommunistischen Blocks ebenso eine entscheidende Rolle wie in Afghanistan die von den USA unterstützten Mudjehedeen. Für im revolutionären Kampf befindliche marxitische oder auch nur soziale Befreiungsbewegungen erwies sich die starke emozionale Bindungskraft der vom Vatikan zentral geführten christlichen Lehre als ein wesentliches Hindernis auf dem Weg zum Sieg über Unterdrückung und Diktatur.

So ist es leicht nachvollziehbar, dass in den 60er Jahren insbesondere im katholisch geprägten Lateinamerika eine ideologische Synthese von christlicher Theologie und Klassenkampf entstand, die sich, wenn vielleicht auch nicht immer in erster Linie, so doch zwangsläufig auch gegen den US-Imperialismus richtete. Spätestens seit einem Anfang der 70er Jahre erschienenen gleichnamigen Buch von Gustavo Gutiérrez ist die ideologische Verbindung von sozialem Kampf mit christlicher Theologie unter der Bezeichnung “Befreiungstheologie” bekannt. Die christliche Befreiungstheologie ist meist, wenn auch längst nicht überall auf der Welt, ausgeprägt als eine wenig kämpferische Ideologie, die den sozialen Klassenkampf mit explizit gewaltlosem Widerstand über Themen wie Menschenrechte und dem christlichen Gebot der Nächsteliebe führt. Die Sinnhaftigkeit der Form des gewaltlosen Widerstandes lässt sich in der christlichen Befreiungstheologie leicht mit dem zentralen religiösen Motiv des Christentums, nämlich dem gewaltlosen Lebensweg Jesu Christi begründen und existiert inzwischen in zahlreichen christlich geprägten Teilen der Welt, beispielsweise in den USA und in Südafrika. Im Allgemeinen wird die christliche Befreiungstheologie auch von atheistischen Sozialisten als Verbreiterung der Basis im Klassenkampf begrüßt.

Die politischen Erfolge der christlichen Befreiungstheologie können sich durchaus sehen lassen. Die christliche Befreiungstheologie hat zahlreichen sozialen und politischen Befreiungs- und Widerstandsbewegungen in Lateinamerika zu Stärke verholfen und scheint, nachdem der Befreiungstheologe Jean-Bertrand Aristide als Präsident von Haiti zuerst von den USA inthronisiert und 2004 dann von den USA wieder weggeputscht wurde, mit der Wahl von Fernando Lugo zum Präsidenten von Paraguay 2008 nach Jahrzehnten des Widerstandes zumindest in einem südamerikanischen Land auch dauerhaft in der Staatsspitze angekommen zu sein. Über die christliche Befreiungstheologie gibt es umfangreiche Literatur und zahlreiche Versuche, einige Spielarten in den Mainstream der katholischen Kirche zu integrieren und sie so in die bestehenden Herrschaftsverhältnisse zu integrieren. Beachtung verdient dabei auch, dass nicht alle als christliche Befreiungsbewegungen angestrichene Bewegungen auch tatsächlich Befreiungsbewegungen im Sinne des Kampfes für sozialen Fortschritt und die Kolonialisierung durch die USA sind, sondern, wie Beispiele wie KNU und SPLA besonders deutlich ziegen, die USA militante Bewegungen mit christlicher Befreiungsideologie unterstützen, wenn das den geostrategischen Interessen ihres Imperiums dient.

Wenig thematisiert wurde in der westlichen Literatur bisher hingegen die Befreiungstheologie des Islam. Das ist insofern überraschend, als dass das US-Imperium und die mit ihm verbündeten Staaten gegen zahlreiche Länder Krieg führen, deren Bevölkerung durch den Islam geprägt ist. Statt des Begriffes “Befreiungstheologie des Islam” findet sich in der politischen Diskussion des Westens allerdings manchmal der Begriff “Politischer Islam”, was im Prinzip ein Synonym sein könnte, denn auch die christliche Befreiungstheologie ist natürlich ein “Politisches Christentum”.

Und wie es der Zufall so will, wird der politische Islam auch häufig als Gegner von Feldzügen des US-Imperiums genannt. Das ist eine augenfällige Gemeinsamkeit, denn natürlich ist auch die christliche Befreiungstheologie den Interessen des US-Imperiums und der von den USA unterstützten Diktaturen zuwidergelaufen. Es liegt also nahe, sich bei der Suche nach einer islamischen Befreiungstheologie mit dem Begriff “Politischer Islam” zu beschäftigen. Die Bundeszentrale für politische Desinformation will ihren Gläubigen in Deutschland weißmachen, die Wissenschaft des Westens nenne den politischen Islam Islamismus und dessen typischer Vertreter sei der von der israelischen Agententochter Rita Katz publizistisch nach Kräften geförderte ehemalige US-Agent Tim Osman sei. In der Wikipedia erfährt man vom US-Propagandist Samual Huntington und dem gesamten Migthy Wurlitzer propagierten “Kampf der Kulturen”, dass bereits Religionsstifter Mohammed im Jahre 622 der christlichen Zeitrechnung eine theokratische Herrschaft, womit wohl nichts anderes gemeint ist als die Herrschaft eines politischen Islams, begründet haben soll und eben jener zuvor bereits erwähnte US-Agent Tim Osman es nun als seine Pflicht als Muslem ansehe, die Welt zu erobern und zu islamisieren. Der zionistische Propagandist Daniel Goldhagen darf in einem ehemaligen deutschen Nachrichtenmagazin bei der antiislamischen Hetze noch einen draufsetzen und unwidersprochen groben Unfug behaupten wie dass der politische Islam an die Nazis anknüpfe. Insgesamt geht der Aussagegehalt solch groben Unfugs gegen Null. Was davon bleibt, ist nichts als die Erkenntnis, dass die westlichen Medien zum Begriff “Politischer Islam” massenhaft platte antiislamische Kriegspropaganda unter falscher Flagge aus Küchen in den USA und Israel verbreiten. Bei der Suche nach einer “Befreiungstheologie des Islam” ist die zusamengelogene Propaganda, die unter den Stichworten “Islamismus” und “Politischer Islam” läuft, offensichtlich wenig hilfreich und auch der Begriff “islamische Befreiungstheologie” findet sich praktisch in den gesamten staatsnahen westlichen Medien nicht, obwohl es eigentlich naheliegend wäre, dass dieser Begriff im Zusammenhang mit “dem politischen Islam” auftaucht.

Bei der deutschen Welle findet sich jedoch in einem Artikel vom 02.02.2009, mit dem die deutsche Welle Propaganda für “Regime Change” im Iran zu machen versucht, ein indirekter Hinweis auf eine islamische Befreiungstheologie und obendrein einen direkten Bezug zur christlichen Befreiungstheologie. Saeed Hajjarian, ein Revolutionär der islamischen Revolution von 1979 im Iran erklärt da zu seiner früheren Motivation: “Wir hingen einer Befreiungstheologie an, ähnlich wie damals Christen in Lateinamerika.” Sie hätten vor allem gegen die enomen Klassenunterschiede gekämpft, heißt es da weiter. Die Verbindung von Theologie mit Klassenkampf ist genau der Punkt, der in Südamerika die christliche Befreiungstheologie ausmacht.

So etwas wie eine islamische Befreiungstheologie hat also bei der angeblich überraschenden islamischen Revolution im Iran 1979 offenbar eine wichtige Rolle gespielt. Ob die USA von der islamischen Revolution wirklich so überrascht waren wie sie taten, mag man bezweifeln, denn die islamische Revolution im Iran hat jedenfalls sehr gut in Zbigniew Brzeziskis Strategie der Vernichtung der Sowjetunion durch das Ziehen eines islamischen Green Belt um die südasiatischen Grenzen der Sowjetunion gepasst, mit der er die Sowjetunion ja dann in Afghanistan 1980 auch tatsächlich in seine Bärenfalle gelockt hat. Und die zahlreichen islamischen Revolutionäre im Iran haben dann ja auch noch sehr schnell und mit aller Brutalität den Kommunismus im Iran ausgemerzt und kommunistische Mitrevolutionäre verfolgt und ermordet, was die kalten Krieger der USA sicher gern gesehen haben und gleichzeitig dazu geführt hat, dass die iranische Revolution schon bald bei sozialen Bewegungen in anderen Teilen der Welt wenig oder gar keine Sympathien mehr genoss. Die islamische Fraktion der Revolutionäre im Iran war dazu in der Lage, weil sie deutlich stärker war als die marxistisch geprägten Kräfte.

Es lohnt, sich die Ideologie näher anzuschauen, die die treibende Kraft hinter der islamischen Revolution war. Die Wikipedia beschreibt sie als populistisch, nationalistisch und vor allem schiitisch und benennt beispielsweise den zwei Jahre vor der Revolution verstorbenen Religionssoziologen Ali Shariati und den Demokratie-Aktivisten Mehdi Bazargan als einflussreiche Vordenker der islamischen Revolution. Deren Ansichten kann man durchaus als eine laienhafte Art islamischer Befreiungstheologie verstehen, denn beiden gemeinsam war das Vertreten einer Symbiose aus Islam und für erstrebenswert erachteten Werten aus dem Fundus westlicher und östlichtlicher Befreiungsideologie. Das erklärt aber längst nicht die große Unterstützung für die islamische Revolution in der Bevölkerung.

Der von der Bevölkerung gefeierte große Held der Revolution war der schiitische Kleriker, Führer der Hezbollah und Freund der Fadayan, Ruhollah Khomeini. Der hatte von seinem Exil aus auf in den Iran geschmuggelten Tonbandkassetten seine Ansprachen gegen die Diktatur des Schah verbreitet. Er bot als Alternative zu den Staatsmodellen “westlich dekadente Demokratie” und “östlich dekadenter Sozialismus” das Konzept eines islamischen Staates an und motivierte die Bevölkerung sehr erfolgreich zur Revolte gegen den Schah. Ruhollah Khomeini nutzte dazu das Vermächtnis der Vorfahren: die schiitische Religion.

Nun ist sicherlich jede Religion, die für den Widerstand einer Befreiungsbewegung eingesetzt wird, eine mächtige Kraft, doch nur, wer sich die schiitische Theologie anschaut, begreift, warum die islamische Revolution genau im schiitischen Iran stattgefunden hat, und nicht etwa in einem wie die Mehrheit der islamischen Länder sunnitisch geprägten Land, wo stattdessen trotz jahrzehntelanger Arbeit einer revolutionären islamischen Bewegung eher eine republikanische Revolution stattfand.

Die Besonderheit des schiitischen Glaubens innerhalb des Islam geht insbesondere auf die sogenannte “Schlacht von Kerbala” am 10. Oktober des Jahres 680 der christlichen Zeitrechnung zurück. In dieser Schlacht hat sich der Überlieferung zufolge der Prophetenenkel Hussein ibn Ali mit 71 seiner Getreuen in einer aussichtslosen Schlacht dem finsteren Tyrannen Yazid und 10.000 seiner Soldaten entgegengeworfen. Hussein und alle seine Gefolgsleute starben dabei im Kampf gegen den übermächtigen Tyrannen den sicheren Heldentod im islamischen Kampf um Freiheit und Gerechtigkeit. Die Schlacht von Kerbala ist ein zentraler Punkt der religiösen Identität von Schiiten und wird durch die zehntätige Trauerzeremonie der Passionsspiele, mit denen Schiiten den Tod von Imam Hussein beweinen sowie dem abschießenden Fest Aschura in lebendiger Erinnerung gehalten. Der Heldentod von Imam Hussein im Kampf gegen den üblen Diktator Yazid wird im Rahmen der Feierlichkeiten seit Jahrhunderten überall dort, wo Schiiten leben, in einer Art Volkstheater nachgespielt.

Insgesamt bedeutet das, dass die gesamte schiitische Glaubensrichtung des Islam eine sehr lebendige oder zumindest leicht zu revitalisierende Befreiungstheologie mit einer mehr als tausendjährigen Geschichte ist. Natürlich machte Khomeini den schiitischen Gläubigen im Iran deutlich, wer die moderne Version des Tyrannen Yazid verkörperte. Was das für den Schah bedeutete, wird in der Wikipedia mit einem kurzen Satz beschrieben: “Ayatollah Khomeinis Anhänger jagten den iranischen Schah 1979 mit lautem „Yazid!“-Geschrei aus dem Land.” Das ist weder Zufall noch ein Einzelfall. Wie ein Blick auf die “Länder des schiitischen Halbmondes” zeigt, sind schiitische Widerstandsbewegungen auch in anderen schiitisch geprägten Ländern recht erfolgreich.

Einen Tyrannen zu verjagen ist eine Sache, aber danach ein komlett neues und besseres Gesellschaftssystem aufzubauen eine andere. Nachdem der Schah gestürzt war, wurden der Apartheidstaat Israel, die Ölkolonialmacht Großbritanien und das Imperium der USA zu den Personifizierungen des Tyrannen Yazid. In den Monaten nach der Revolution im Iran wurde es bei der Abrechnung mit innenpolitischen Kontrahenten erstmal sehr blutig. Und 1980 wurde es durch den von Saddam Hussein begonnenen und von den USA nach Kräften geförderten Irak-Iran-Krieg noch blutiger. Den Angriff des bezüglich der Rüstungsgüter weit überlegenen Iraks abzuwehren, ermöglichte der international weitgehend isolierten jungen islamischen Republik Iran wieder die schiitische Befreiungstheologie und die Jahrhunderte alte religiöse Verehrung des Heldentodes im Kampf gegen die Tyrannei, wobei der Tyrann nun natürlich auch Saddam Hussein hieß. Die Pasdaran und die zu Zehntausenden als lebendige Minenauslöser gestorbenen Jugendlichen der Basij bewahrten den Iran und seine Ölfelder vor der Eroberung durch den Diktator Saddam Hussein. 1988 war der Krieg um die Existenz der islamischen Republik Iran zu Ende, der Irak und der Iran zum Wohlgefallen der USA schwer kriegsgeschädigt und 1989 starb auch der oberste Religionsführer Khomeini. Ali Khamenei wurde sein Nachfolger und in den Folgejahren konnten die islamischen Revolutionäre sich nun endlich daran machen, eine islamischen Republik aufzubauen, wie sie 1979 angedacht war.

Erster Präsident unter Ali Khamenei war der Kleriker und Businessman Rafsanjani, der eine sittlich strenge Auslegung des politischen Islam mit einer typisch kapitalistischen Wirtschaftspolitik verband. Nach einigen Jahren als Präsident zeigte es sich, dass der Erfolg seiner Politik vor allem darin bestand, dass zwar seine eigene Familie große Macht in der Wirtschaft und ein Milliardenvermögen angehäuft hat, aber die Bevölkerung arm blieb und die auch für andere kapitalistische Länder typische dekadente Koruption blühte. Sein Nachfolger im Amt des Präsidenten, der Kleriker Mohammed Khatami, zeichnete sich dadurch aus, dass er eine an bürgerlichen Freiheitsrechten des Westens orientierte Auslegung des politischen Islam und einen außenpolitischen Annäherungskurs gen Westen mit der kapitalistisch-liberalen Wirtschaftspolitik seines Vorgängers verknüpfte.

Übrig geblieben war von der islamischen Revolution außer dem klarikalen islamischen Staatsaufbau wenig. Vom Ölreichtum des Iran kam beim ärmeren Teil der Bevölkerung wenig an und mit ihren Überfällen auf Aghanistan und vor allem den Irak konterkarierten die USA die Außenpolitik von Khatami. Dass “der große Satan”, der übermächtige Tyrann aus Washington, seine gigantische Militärmaschinerie bar jeder Vernunft dazu benutzte, um den Irak und die heiligen Stätten in Kerbala zu erobern, verhalf der Widerstandstheologie im Angedenken an die historische Schlacht von Kerbala natürlich erneut zu kräftigem Aufwind.

Bei der Präsidentschaftswahl 2005 bestand das Programm früheren Kommandeur der Pasdaran, Mahmud Ahmadinejad, im Wesentlichen aus der schiitischen Befreiungstheologie, mit der einst der Schah verjagt wurde sowie seiner recht erfolgreichen Arbeit als Provinzgouverneur und Bürgermeister von Teheran. Die menschenverachtende Kriegspolitik der USA war ein wichtiger Wahlhelfer von Mahmud Ahmadinejad, denn ohne einen großen Tyrannen kann die schiitische Widerstandstheologie längst nicht so große Bindungskraft entfalten. Mahmud Ahmadinejad, ein ebenso unauffälliger wie enger Vertrauter von Ali Khamenei, gewann die Wahl gegen den favorisierten Milliardär Rafsanjani, der auch den iranischen Staatsaufbau durch die Entmachtung des Revolutionsführers Khamenei gern noch nach westlichem Vorbild umgebaut hätte, in der Stichwahl haushoch. Mahmud Ahmadinejad freute sich nach der Wahl über die “zweite Revolution” im Iran.

Mahmud Ahmadinejad ist angetreten, den Ölreichtum des Landes auf die Tische der Armen zu bringen. In der Wirtschaftspolitik setzt Ahmadinejad anstelle auf eine freie Marktwirtschaft eher auf eine gezielte staatliche Förderung der Entwicklung der Provinzen und auf den Ausbau der Pasdaran als Dachorganisation für eine möglichst weitgehend staatlich gelenkte Wirtschaft. In der Außenpolitik setzt Mahmud Ahmadinejad darauf, sich von amerikanischen und israelischen Drohungen nicht einschüchtern zu lassen, auf das Aufbauen guter Beziehungen zu allen Nachbarländern und mit all denjenigen Ländern und gesellschaftlichen Bewegungen, die dem US-Imperialismus Widerstand leisten, besonders eng zusammenzuarbeiten.

Mit einer solchen Außenpolitik befindet Ahmadinejad sich völlig in Einklang mit Ali Khamenei. IRIB berichtete gerade, wie Revolutionsführer Ali Khamenei die iranische Außenpolitik sieht: “Das geehrte Oberhaupt der Islamischen Revolution sagte dann dazu weiter, alle Länder, die nicht unter dem Joch der Hegemonialmächte stehen wollen bzw. die keinen Hegemonialanspruch erheben, unabhängig davon, welcher Rasse sie angehören oder welche Sprache sie sprechen, sind Freunde der Islamischen Republik Iran.” Damit stehen Ali Khamenei und Mahmud Ahmadinejad inzwischen für geradezu klassische Positionen einer weltweit solidarischen Befreiungstheologie zur Verbesserung der sozialen Lage der Armen und Unterdrückten, wie sie seit Jahrzehnten für die christliche Befreiungstheologie und mit einigen Einschränkungen wie zum Beispiel dem Aspekt der Gottlosigkeit auch für die internationale Solidarität unter Sozialisten typisch ist. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass in Lateinamerika insbesondere Kuba, Venezuela und Bolivien gute Beziehungen mit dem Iran pflegen. Mit der Bekämpfung des iranischen Widerstands gegen ihre mit mehr als 700 Militärbasen weltweit praktizierten Tyrannei haben die USA allerdings ein ganz besonderes Problem, denn jeder Druck der USA hilft Ali Khamenei dabei, der Bevölkerung des Iran vor Augen zu führen, dass die USA heutzutage die Rolle des Despoten Yazid eingenommen haben, dem der heilige Widerstand der Schiiten zu gelten hat und stärkt dadurch den Widerstandswillen.

Und die heutige Außenpolitik der islamischen Republik Iran ist insgesamt eine verantwortungsbewusste und rationale Politik gegen die globale Hegemonie der USA. Der vermutlich wichtigste Partner der heutigen iranischen Außenpolitik ist die neue Weltmacht China. Mit China teilt der Iran nicht nur das Interesse, die Hegemonie der USA einzudämmen, sondern auch eine hervorragende Grundlage für den Handel: der Iran kann China strategisch wichtige Rohstoffe wie Erdöl liefern und China kann dem Iran die Technik liefern, die der Iran für die Modernisierung seiner Industrie braucht. Beispielhaft dafür sei hier erwähnt, dass der Iran gerade mit der chinesischen Ölcompany Sinopec einen Milliarden-Deal abgeschlossen hat, mit dem der Iran seine Raffineriekapazität nahezu verdoppeln wird. Da China Vetomacht ist, können sich die USA die ihnen von der AIPAC vorgeschriebene Idee im Sinne des Apartheidregimes von Tel-Aviv, den Iran mit einer Resolution des UN-Sicherheitsrates von der Benzinversorgung abzuschneiden, um das Land unter ihre Knute zu zwingen, also getrost von der Backe putzen. Dazu, um China ökonomisch unter Druck zu setzen, um auf diese Weise an die chinesische Stimme im UN-Sicherheitsrat zu kommen, sind die USA längst viel zu sehr abhängig von China. Und auch auf Waffenverkäufe der USA an Taiwan haben die Chinesen längst andere Reaktionsmöglichkeiten als sich ehrerbietungsvoll vor den USA in den Staub zu werfen.

Zu versuchen, den Iran mit einseitigen Sanktionen zu isolieren und in die Knie zu zwingen, ist erst recht keine erfolgversprechende Idee, denn der Iran unterhält inzwischen mit praktisch all seinen unmittelbaren und mittelbaren Nachbarstaaten gute bis hervorragende Beziehungen: angefangen vom Irak, wo schiitische Geistliche, eine von Khomeini mitaufgebaute Partei und Schüler der Pasdaran in der Politik ein gewaltiges Wörtchen mitzureden haben, über den langjährigen iranischen Verbündeten Syrien und dem von der Hizbollah mitregierten Libanon, über die Türkei, Aserbaidschan, Afghanistan und Pakistan bis hin zu Indien, würde vermutlich keines der iranischen Nachbarländer bei was auch immer für einseitig von den USA und der EU beschlossenen Sanktionen mitziehen. Rauskommen würde bei solchen Sanktionen wohl wieder nur, dass Ali Khamenei der Bevölkerung des Iran besser verdeutlichen kann, welche einzige arrogante Supermacht in der heutigen Welt die Rolle des Tyrannen Yazid innehat.

Einige ganz schlaue Strategen der psychologischen Kriegsführung in Tel-Aviv, London und Washington haben das Problem, dass die schiitische Befreiungstheologie durch mehr Druck eine größere Bindungswirkung entfaltet, schon vor einiger Zeit erkannt und eine Gegenstrategie entwickelt. Sie haben sich mit den korruptesten einflussreichen Leuten des Iran verbündet und versuchen, die westliche Propaganda dazu zu nutzen, Mahmud Ahmadinejad als Diktator hinzustellen und eine von der schiitischen Befreiungstheologie getragene grüne Bewegung gegen Ali Khamenei und Mahmud Ahmadinejad einzusetzen. Mit typischen Mitteln der psychologischen Kriegsführung wie aus den Fingern gesogenen Wahlbetrugsvorwürfen, Demonstrationen in der traditionell grünen Farbe des Islam, Snuff-Videos unter falscher Flagge, gegen die iranische Regierung gerichteten Parole “Tod dem Diktator” und jüngstens sogar Randale zu Aschura, dem am Tag des schiitisches Widerstandes, versuchen sie eine Stimmung zu erzeugen, die geeignet ist, die schiitische Befreiungstheologie gegen den Revolutionsführer Ali Khamenei und den Präsidenten Mahmud Ahmadinejad richten zu können. Doch da die USA in den letzten Jahren in vielen anderen Staaten bereits bunte Revolutionen zum “Regime Change” angeleiert haben, war dieser Versuch der Okkupation der schiitischen Befreiungstheologie leicht zu durchschauen. Und natürlich haben die Pasdaran als Wächter der islamischen Revolution schon viel schwierigere Zeiten erlebt als die von den USA gesteuerte Randale der grünen Bewegung. Und darauf, dass die Pasdaran ihre Jugendorganisation Basij sich auf die Seite des grünen Mummenschanzes stellen, brauchen die USA gar nicht zu hoffen, denn Mahmud Ahmadinejad ist einer von ihnen und macht Politik ganz nach dem Geschmack der Pasdaran. Das Ergebnis des grünen Mummenschanzes ist wieder mal kein anderes, als dass Ali Khamenei der Bevölkerung besser verdeutlichen kann, wer der wahrhaftige Yazid der Gegenwart ist.

Dass Richard Haass, Präsident des die außenpolitischen Geschicke der USA maßgeblich bestimmenden Council on Foreign Relations, nun öffentlich vorschlägt, dass die US-Politik die grüne Bewegung nun offen mit dem Ziel des “Regime Change” unterstützen mögen, weil die USA gegen den Iran keine anderen Mittel mehr haben, obwohl ihm bewusst ist, dass sie damit eingestehen, dass die grüne Bewegung des Iran Lakaien der USA sind, gleicht einer Kapitulationserklärung. Für die USA ist die Kapitulation, den Regime-Change im Iran nicht hinzubekommen, zu verschmerzen, solange ihre Marionetten-Diktatoren sich in den ölreichen Ländern der arabischen Halbinsel an der Macht halten können. Solange diese Bedingung gegeben ist, sind auch de guten Beziehungen des Iran nach Eritrea und darüber indirekt zu den Shabaab-Milizen in Somalia, zum Sudan und selbst ihre Sympathie für die schiitischen Houthis im Nordjemen, wodurch der Iran inzwischen auch eine Macht am roten Meer geworden ist, keine Gefahr für das US-Imperium. Schließlich haben die USA in Dschibuti eine Militärbasis, mit der sie die Transportwege für ihr Öl sichern können. Da könnte man sicher ein politisches Arrangement finden, denn den USA dürfte es vermutlich wichtig sein, dass der Iran sie nicht ewig im Schlamm von Afghanistan und Irak, in den sie sich selbst auf verbrecherische Art hineinbegeben haben, stecken lässt, sondern trotz der US-Okkupation seiner Nachbarländer eine konstruktive Rolle für die Stabilität des mittleren Ostens spielt.

Schlechter sieht es dagegen für das zionistische Apartheidsregime von Tel-Aviv aus. Der Iran ist inzwischen auch eine veritable Medienmacht, die sich nicht scheut, dem rechtsextremen Kolonialregime immer wieder ihre Verbrechen vorzuhalten und den Widerstand gegen das Besatzungsregime zu unterstützen. Die seit dreißig Jahren an den Tag gelegte Hartnäckigkeit zahlt sich allmählich aus. Mit der Regierung der Türkei macht nun auch schon ein mächtiger NATO-Staat auf das schon Jahrzehnte währende Unrecht in Palästina aufmerksam. Und so langsam steigt auch in Europa und Amerika das Bewusstsein dafür, dass Israel ein Unrechtsstaat ist. Wenn Israel der Schleier der Hasbara entrissen ist, dann wird das wahre Antlitz des Terrorstaates Israel zu Tage treten und das Unrecht beendet werden müssen. So, wie sich Israel inzwischen selbst einzäunt, darf man hoffen, dass der Tag nicht mehr weit ist, an dem das Besatzungsregime von Tel-Aviv zerfällt und die islamische Befreiungstheologie der Schiiten Palästina damit befreit haben wird.

Quelle

Nach dem Ableben von Montazeri steht der Westen nun mit geistig leeren Händen da, da er niemanden mehr aufweisen kann, der den Bekanntheitsgrad eines Großayatollah zumindest angedichtete bekommen könnte.

Inzwischen hat die westliche Propaganda verstanden, dass sie die Herzen der islamischen Revolutionäre nicht ohne geistliche bzw. spirituelle Führung irritieren kann. Man ist sich im Klaren darüber, dass nach über 30 Jahren Islamische Revolution, die Mehrheit der Menschen in der Region ohne zumindest vorgetäuschten Islam nicht von ihrer Liebe zu der Familie des Propheten abzubringen ist. Umso bedeutender war es für die westliche Hofberichterstattung immer wieder, einen Großayatollah oder zumindest jemanden, den sie so nannten, in Interviews und Fernsehauftritten zeigen zu können, welcher die westliche Vorstellung von Weltbeherrschung und Imperialmacht unterstützte. Dafür war man sogar heuchlerisch bereit, Dinge ein Kauf zu nehmen, die sonst nicht zur Diskussion stehen.

Den Höhepunkt der Heuchelei in Deutschland veröffentlichte der Vorstand der Partei der Grünen in ihrem Lobgesang auf Ayatollah Montazeri nach dessen Ableben. Wenn die Grünen ihren eigenen Mitgliedern erklärt hätte, wie Ayatollah Montazeri z.B. zu Homosexuellen stand oder welche Ansichten er bezüglich Israel vertrat, dann wären jene Mitglieder sicherlich vor Schreck vom Stuhl gefallen, wie es denn sein kann, dass ausgerechnet die Grünen jetzt über den Mann trauern. Aber Heuchelei kennt keine Grenzen, wenn man die Schamgrenze des öffentlichen Tabubruchs einmal überschritten hat, und das haben die Grünen bereits beim Thema Afghanistan getan.

Nun ist also der posthume Lieblingsayatollah des Westens tot und – wie in der Schia üblich – muss man auf die Suche nach einem neuen lebenden großen Geistlichen gehen. Während die religiösen Anhänger Montazeris sich jetzt an islamisch-religiösen Maßstäben orientiert ein neues “Vorbild der Nachahmung“ suchen werden, muss die westliche Propaganda für die Hofberichterstattung einen neuen “westlich“ orientierten Ayatollah finden. In den letzten Jahren gab es immer wieder den Versuch, einen Möchtegernayatollah aus London oder New York, ja selbst aus Deutschland zu etablieren. Aber das haben nicht einmal die Hofberichterstatter glauben können, so dass jene Versuche hoffnungslos gescheitert sind.
Im vom Westen besetzten Irak gibt es nur einige Geistliche der großen Gelehrtenfamilie Hakim, die aber sicherlich nicht für die westliche Welt zu gewinnen sind und selbstverständlich Großayatollah Sistani, den man – trotz umfangreicher Bemühungen der Westpropaganda – nie auch nur ein leises Wort gegen die Islamische Republik Iran entlocken konnte. Im Libanon ist neben dem Anführer der Hizbullah, Sayyid Nasrullah, der ja mit an erster Stelle der westlichen Feindbilder steht (kaum jemand im Westen weiß, dass Sayyid Nasrullah auch ein großer Gelehrter ist und vor allem geistig-spirituelle Vorträge hält), nur noch Allama Fadhulullah zu nennen. Dessen aus islamischer Sicht teils durchaus überraschende religiöse Rechtsurteile haben die Westliche Propaganda oft dazu verleitet, ihn als “Gegenpol“ gegen Imam Chamene’i, dem religiösen Oberhaupt in der Islamischen Republik Iran, aufzubauen. Aber das ist ebenfalls kläglich gescheitert, da Sayyid Fadhlullah sich immer wieder zweifelsfrei zur Islamischen Revolution und gegen das westliche Imperialdenken gestellt hat.

Die schiitischen Anführer im Jemen kommen derzeit auch nicht in Frage, da diese ja mit US-Hilfe von den Saudis bombardiert werden (teils von den USA selbst). Von jenen Massakern an der jemenitischen Zivilbevölkerung dürfen aber die Bürger der westlichen Welt nichts erfahren, denn sonst könnte der eine oder andere auf die Frage kommen, warum die westliche Welt eine lupenreine Diktatur mit einem verschwenderischen Königshaus, welche das eigene Volk – vor allem die eigenen Frauen – unterdrückt, derart massiv gegen die nach Freiheit strebende Bevölkerung des Jemen unterstützt. Der Fall ist im Rahmen der Sachlage derart klar und die Position der Westlichen Welt derart offensichtlich unmenschlich, dass man die Nachrichten über jenen Krieg der eigenen Bevölkerung nicht zumuten kann. Schiiten in Pakistan und Afghanistan kommen auch nicht in Frage, da diese nicht besonders gut auf die Westliche Welt zu sprechen sind, zumal ihre Frauen und Kinder im westlichen Kugelhagel sterben.

Woher aber soll man einen Großayatollah nehmen und nicht stehlen, wenn sich niemand brauchbares anbietet? Die Antwortet lautet: Dann “bauet“ man sich einen West-Ayatollah im Iran. Bereits am 22.12.2009, am Tage des Begräbnisses von Ayatollah Montazeri gibt die englische “Times“ die Parole für die westliche Propaganda aus, wer der “Nachfolger“ werden soll. Einer unbedeutenden Person wird in den Mund gelegt:

“ … that Grand Ayatollah Yousef Sanei was likely to replace Montazeri as the leading clerical scourge of the regime .. “ (Großayatollah Yousef Sanei ist geeignet, um Montazeri als führende geistliche Plage des Regimes abzulösen). Siehe:
http://www.timesonline.co.uk/tol/news/world/middle_east/article6964563.ece

In wie weit jene Person diese westliche “Ehrung“ überhaupt annehmen will, wird zunächst nicht gefragt. Ohnehin, welchen “Posten“ hatte denn Montazeri vor seinem Ableben, dass jener Posten jetzt neu besetzt werden müsste? Aber das Zahnrad jener Propagandamaschinerie dreht sich unerbittlich weiter. Bereits am nächsten Tag vermelden westliche Agenturen, inzwischen auch in Deutsch: „Führender oppositioneller Ajatollah im Iran angegriffen“. Der Geistliche hatte nicht einmal einen Tag Zeit, seine neue Ehrung zu begutachten, da ist er auch schon zum “Führenden oppositionellen Ajatollah“ aufgestiegen, und das, obwohl er sich seit 1988 aus der Politik zurückgezogen hat und im Alter von 72 Jahren wohl kaum damit gerechnet hat, auf jene Bühne zurück zu kehren. Aber die westliche Propaganda fragt nicht danach, ob ein Großayatollah mitspielen will oder nicht. Zunächst braucht man auf die Schnelle einen “Übergangsayatollah“, und den “macht“ man sich dann eben.

Also heißt es dann: „… nach Angaben aus dem Lager der Reformer ist er in seinem Haus in der heiligen Stadt Ghom angegriffen worden. Danach beschimpften die in Zivil gekleideten Angreifer den Geistlichen und schlugen einige seiner Mitarbeiter.“ Während jene Meldung artig von allen “Seriösen“ abgeschrieben wird, merkt die Westpropaganda natürlich, dass es mit jener Meldung allein nicht getan sein kann. Also wird nachgekarrt. Inzwischen meldet selbst die Tagessschau, dass es bei jenen “zivil gekleideten Personen“ um “hunderte Anhänger von Präsident Ahmadinedschad“ gehandelt haben soll. Das ist wirklich erstaunlich. Denn nicht nur die gewachsene Zahl der Angreifer fällt auf, sondern auch deren nachgewiesene Mitgliedschaft. Woher wissen die Medien bei “zivil gekleideten Personen“, dass es sich nicht um Mitarbeiter der Westpropaganda handelt, die den Befehl der Londoner Times in die Tat umsetzen, um einen bisher in der Westlichen Welt völlig unbekannten Gelehrten “berühmt“ zu machen?

Jene Anhänger mutieren in anderen Nachrichten zu “Anhängern der Basidsch-Milizen“. Aber was bitteschön sind “Anhängern der Basidsch-Milizen“? Der Iran hat eine Freiwilligen-Reserve von ca. 10 Millionen Basidsch, die sich vor allem im Aufbau des Landes engagiert. Fast jede Familie im Iran (bis auf diejenigen, mit denen westliche Hofberichterstatter sprechen) hat mindestens einen Basidsch in der Familie. Was also ist dann im Iran ein “Anhänger der Basidsch-Milizen“ und woran erkennt man ihn? Sind jene “zivil gekleideten Personen“ (eine Kleidung, die öfters in einem Land vorkommen soll – selbst im Iran) in das Haus eingetreten und haben ihren Ausweis als “Anhänger der Basidsch-Milizen“ gezückt oder sich sonst in irgendeiner Form zu erkennen gegeben? Dis Aussage der westlichen Hofberichterstattung ist genau so absurd, wie wenn jemand in Deutschland berichten würde „Anhänger der deutschen Feuerwehr haben dies und jenes getan …“. Aber dem Westbürger ist inzwischen bezüglich Iran ja alles zuzumuten. Was wäre ein „Anhänger der deutschen Feuerwehr“ und was wäre ein „Gegner der deutschen Feuerwehr“?

Die Westliche Welt hat ohnehin erhebliche Probleme damit, die Großayatollahs der Schiiten zu identifizieren. Am 24.8.2004 vermeldete die Frankfurter Rundschau, dass es damals ganze fünf Großayatollahs gab. Am 12.2.2006 vermeldet die Springer-Welt ganze vier Großayatollahs (im arabischen Raum – was immer das heißt). Wikipaeida hingegen kennt inzwischen im Deutschen gleich 19 davon, die am Leben sind, aber Imam Chamene’i ist nicht dabei, dafür aber der von ihm einstmals ernannte Oberste Richter Mohammad Shahroudi! Im englischen Wikipaedia gibt es gleich 33 davon und immerhin auch Imam Chamene’is dabei. Es kann zwar nie genug Großayatollahs geben, aber möglicherweise wird ja irgendwer in der Westlichen Welt einmal verstehen, dass nicht die Hofberichterstattung in der Westlichen Welt festzulegen, hat, wer ein Großayatollah ist und wer nicht, nicht einmal die “oppositionellen“ Großayatollahs kann die Westliche Welt festlegen, selbst wenn sie dafür spezielle Akademien gründen sollte.

Und so schliddern wir auf Weihnachten zu mit einer westlichen Propagandalüge auf die nächste. Die Hofberichterstattung des einstmals römischen Imperiums hatte keinerlei Scheu eine Lüge nach der anderen zu Weichnachten zu verbreiten. Da scheint sich seit 2000 Jahren nicht viel verändert zu haben, nicht einmal die Form der Säulen jenes Imperiums. Nur der Name ist moderner. Sie heißen heute nicht mehr “Römer“, sondern “Westliche Welt“. Was würde wohl Jesus dazu sagen?

Islamische Bewegung-kein Monopol

Wir,die wir uns erhoben haben,taten dies für den Islam.Unsere Republik ist eine Islamische Republik.Die Islamische Bewegung kann nicht nur auf ein bestimmtes Land beschränkt sein.Auch nicht nur auf die islamische Welt.Eine Bewegung, die um des Islam willen erfolgt.ist die Bewegung der Propheten.Auch sie, die Bewegung der Propheten,war nicht auf ein Gebiet begrenzt.Der Prophet des Islam stammte aus Arabien,seine Einladung aber erging nicht nur an die arabische Bevölkerung,war nicht nur auf die arabische Halbinsel beschränkt,sondern meinte alle,die gesamte Welt.

Ihn überall verwirklichen

Schreitet auf dem Weg des Islam einher, und setzt euch für ihn ein.Damit das Schahadat auf seinem Wege zuteil wird.Und sollten wir - In Scha´Allah - obsiegen,zum Erstarken und Sieg des Islam beitragen und überall,wo auch immer, erhobenen Hauptes sein und in allen Ländern,in allen Teilen der Welt,den Islam verwirklichen und sein Banner aufrichten können.

Islam-Ein Recht aller

Ich hoffe,dass wir das Banner des Islam - das Banner der Islamischen Republik - in allen Teilen der Welt aufrichten können und sich alle dem Islam,der ein Recht aller ist, anschliessen werden. Imam Ayatollah Ruhollah Al Musavi Al Khomeini

Boycott Zionism

Smash Zionism

Widerstand gegen Zionismus,Zionisten und deren Unterstützern!

Boycott Israel

Widerstand macht Sinn

"Wenn die Zionisten die Waffen niederlegen und sich hinter die Grenzen von 1967 zurückziehen wird es Frieden geben. Wenn der palästinensische Widerstand die Waffen niederlegt wird es niemals ein freies, unabhängiges Palästina geben." Ahmed Ibn Fahdlan in Tehran.

Revolution I

"Without a revolutionary theory there cannot be a revolutionary movement"

Revolution II

Revolution! Revolution! Nicht vom Osten!! Nicht vom Westen!! ISLAMISCHE REVOLUTION!!!

Ideologie

"Also wenn wir den Krieg nicht gewinnen was haben wir dann von der Ideologie? Also ich meine, das ist doch nicht einfach irgendetwas aus einem Buch. Eine Ideologie ist doch etwas praktisches, muß doch etwas lebendiges, etwas für Menschen sein!"

Islam Inside

Smash Imperialism

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