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In diesem zweiten Teil der Artikelserie wird aufgezeigt, dass dadurch, dass die USA gerade heftige Finanzprobleme haben, jeder einzelne Mensch auf Erden die Möglichkeit hat, mit einem wirtschaftlichen Boykott der USA dazu beizutragen, dass der wünschenswerte Bankrott der USA tatsächlich möglichst bald eintritt.

Dieser Artikel ist der erste Artikel eines Zweiteilers, der das mögliche Ende der USA als Supermacht beleuchten wird. Im ersten Teil dieses Zweiteilers werden die mittelfristigen Prognosen des IWF für die Zukunft der Weltwirtschaft näher beleuchtet.

Der Feldzug gegen die Internet-Plattform WikiLeaks und ihren Herausgeber Julian Assange zeigt deutlich, wie sich die herrschenden Kreise in den USA und international über die grundlegendsten Vorstellungen von demokratischen Rechten, Bürgerrechten und Pressefreiheit hinwegsetzen………… WEITERLESEN!

Die Diktatur ist eine Herrschaftsform, die sich durch eine regierende Gruppe mit nahezu unbeschränkter Macht auszeichnet. Die perfideste Form einer derartigen Gewaltherrschaft ist diejenige, bei der die Bevölkerung nicht einmal ahnt, dass sie so beherrscht wird.

Gewöhnlicherweise stellt sich der Normalbürger unter einem Diktator eine Art König oder Sultan vor, der willkürlich nach eigenen Vorstellungen seine Gewalt über das Volk ausüben kann. Zum Begriff der Diktatur gehört stets, dass sie von niemandem hinreichend legitimiert ist. Zuweilen tritt der Diktator als Pharao, zuweilen sogar als Präsident auf. In allen Fällen aber regiert er scheinbar alleine. Diese Vorstellung von Diktator ist weder historisch noch aktuell haltbar. Kein Mensch kann alleine ein großes Land regieren. Es ist immer ein durchaus umfangreiches Interessengeflecht von viele “Fürsten“, die den Diktator mittragen. Ohne diese zuweilen sehr mächtigen Unterstützer könnte kein Diktator der Welt herrschen.

Im Zuge der der Weiterentwicklung des Menschen und der Hinterfragung der Legitimität eines Diktators und seiner Fürsten haben sich die Machthaber etwas Neues einfallen lassen. Das Volk soll “beteiligt“ werden. Durch “freie Wahlen“ soll ihm das Gefühl vermittelt werden, als wenn er in einem gewissen Sinn mitentscheidet und Mitverantwortung trägt. Seine Stimme zählt bei der Bestimmung der nächsten Regierung, die nur für eine bestimmte Zeit regieren kann und dann sich erneut zur Wahl stellen muss. An dieser Stelle sollen Schwachstellen innerhalb des Systems, dass z.B. nur eine begrenzte Zahl an Bürgern an der Wahl teilnehmen, oder Politiker grundsätzlich vor den Wahlen etwas anderes versprechen als sie hinterher einhalten, ausgeklammert werden.

Wer würde abstreiten wollen, dass die Mehrheit des an der letzten Bundestagswahl teilnehmenden Bürger die amtierende Bundesregierung gewählt hat? Es war eine freie Wahl, bei dem jeder Wahlberechtigte teilnehmen konnte, und jeder hatte die Wahl sich z.B. für oder gegen Frau Merkel als Bundeskanzlerin zu entscheiden. Ein Teil hat sich für sie entscheiden, ein anderer Teil gegen sie, und die einen haben gewonnen. Was aber beide Seiten nicht wissen, ist die Tatsache, dass sie gar nicht alle “Regierenden“ wählen können oder dürfen. Sie dürfen nur diejenigen wählen, die man Regierung und Opposition nennt. Diese beiden spielen ein Spiel im Parlament, das so heißt, dass aus Sicht der Regierung alles, was sie tut stets richtig und fehlerfrei ist (bis auf Ausnahmen), und aus Sicht der Opposition alles, was die Regierung tut falsch ist (bis auf Ausnahmen). Dass aber letztendlich beide Seiten gar nicht die eigentliche Macht in der Hand halten, soll an einigen exemplarischen Beispielen verdeutlicht werden:

Eine der Machtzentren im Land ist die so genannte “Öffentliche Meinung“. Mit solch einem Machtzentrum ist unweigerlich der Name Axel Springer verbunden, selbst wenn der Mann gar nicht mehr lebt. Wer heute den Konzern antreibt, wer ihn lenkt und welche Interessen dahinter stecken, ist dem Wahlvolk zumeist völlig unbekannt. Die Gebildeten haben einstmals gehört, dass jeder Mitarbeiter jenes Konzerns in seinen Arbeitsvertrag verklausuliert mit aufnehmen muss, dass er die USA und Israel unterstützen wird. Das wiederum aber hat sehr fatale Folgen für die Bundesrepublik Deutschland!

So sendet z.B. Deutschland Waffen höchster Qualität und Technik, darunter mit Atomwaffen bestückbare U-Boote, die zum Teil mit deutschen Steuergeldern gebaut werden, nach Israel, obwohl es den eigenen Grundsätzen widerspricht, Waffen in ein “Spannungsgebiet“ zu senden. Eine wirklich freie “Öffentliche Meinung“ würde diesen Sachverhalt so lange hinterfragen, bis der Skandal ans Tageslicht kommt. Eine vom Springer-Konzern (und deren Helfershelfern) dominierte “Öffentliche Meinung“ hingegen wird die Bundesregierung für den Bruch der eigenen Grundsätze sogar loben!

Noch drastischer wird es, wenn eine Regierung in Deutschland regiert, die im Koalitionsvertrag ganz offen und ohne jegliche Scham und Scheu das eigene Grundgesetz mit Füßen tritt. Im aktuell gültigen Koalitionsvertrag der amtierenden Regierungskoalition ist die Unterstützung Israels “als jüdischer Staat“ festgeschrieben. Im Artikel 3 (3) des eigenen Grundgesetzes hingegen heißt es unmissverständlich: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. …“

Normalerweise müsste ein solcher Grundgesetzbruch ein gefundenes Fressen für die Opposition sein, um sich dagegen aufzulehnen und die Öffentlichkeit darüber zu informieren. Übrigens hat noch nie eine Regierung zuvor solch eine Formulierung bezüglich Israel in einen Koalitionsvertrag mit aufgenommen. Aber die Opposition wird sich hüten, dagegen anzugehen, denn die “Öffentliche Meinung“ angeführt vom Springer-Konzern würde schon dafür sorgen, dass die Opposition schlecht dabei abschneidet. Ähnlich ergeht es z.B. jetzt Verteidigungsminister zu Gutenberg. Er hat es gewagt, die Strategie der USA in Afghanistan zu kritisieren und die eigenen Fehler eingeräumt. Er hat zugegeben, dass die Problematik Afghanistan militärisch nicht zu lösen ist, während der US-Präsident immer mehr Soldaten schickt. Die Folge ist, dass angetrieben von der “Öffentlichen Meinung“, zu Gutenberg jetzt “fertig gemacht“ wird, bis er wieder auf die Linie des Springer-Konzern schwenkt. Danach darf er bestimmt – allerdings etwas gestutzt – weiter regieren.

Niemand hat den Springer-Konzern jemals legitimiert! Niemand hat die “Macher“ der “Öffentliche Meinung“ jemals gewählt. Sie herrschen quasi als Diktatoren im Hintergrund. Dennoch kann man dem Volk eine gewissen Mitschuld an jener diktatorischen Macht nicht abstreiten, denn niemand ist verpflichtet, die Bild-Zeitung zu kaufen!

Es gibt aber noch viel dramatischere Eingriffe in das demokratische Staatswesen von undemokratischer Seite. Und jene Gewaltherrscher neuster Prägung werden von der “Öffentliche Meinung“ in Ruhe gelassen, da eine Komplizenschaft herrscht. Jene Seite heißt Ratingagenturen. Es handelt sich um rein private Unternehmen, welche die Kreditwürdigkeit von sogar Staaten bewerten. Niemand hat sie jemals legitimiert, das zu tun. Aber sie können damit “Druck“ auf ganze Staaten ausüben. So wurde jüngst das aufmüpfige Volk der Griechen von den Ratingagenturen “herabgestuft“. Das bedeutet faktisch, dass der Staat, der zu jenem Volk gehört, jetzt noch mehr Zinsen für seine Staatsverschuldung bezahlen muss, als andere Staaten in Europa. Und wenn die Regierung nicht bestimmte “Vorgaben“ der Ratingsagenturen erfüllt, wird das auch so bleiben oder noch schlimmer werden. Da kann das Volk in Griechenland wählen, wenn immer sie will, die Höhe der Zinsen für die Staatsverschuldung, und damit das Geld, das die Regierung zur Verfügung hat, bestimmt nicht das eigenen Volk sondern einige Ratingagenturen in den USA. Wie “sicher“ jenes Herrschaftssystem ist, kann man daran ersehen, dass zwei Ratingagenturen (Standard and Poor’s sowie Moody’s ) 80% und mit dem dritten (Fitch Ratings ) zusammen 95% des Weltmarktes beherrschen – ganz ohne Wahl!

Während also Länder, die sich nicht zu 100% dem Diktat der Herrschenden unterwerfen, mit höheren Zinsen bestraft werden, wurden im Jahr 2009 die Länder mit den höchsten Staatsschulden und den höchsten Zinseszinszahlungen (USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien) mit der besten Bewertung und damit niedrigen Zinszahlungen belohnt. Insbesondere bei den USA ist jene Bewertung aber selbst aus Sicht der Kapitalismusfanatiker ein Hohn! Die “Öffentliche Meinung“ aber schweigt, fragt nie nach der demokratischen Legitimität jener Agenturen, die über das Wohl ganzer Staaten entscheiden!

Genauso ließe sich die Geschichte des Geldes selbst verfolgen, die schon lange nicht mehr in der Hand der Staaten allein liegt (in den USA schon sehr lange nicht). Auch hier fragt sich der Bundesbürger, warum denn der EURO nicht in der Hand des Staates liegen soll. Dazu ist festzustellen, dass EURO nicht der einzige Besitz Deutschlands ist. Allein die Goldreserven wären ein Thema für sich, zumal ein Teil davon unter dem dritten WTC-Turm lagerte. Kein deutscher Politiker kann mit Sicherheit sagen, ob die deutschen Goldreserven faktisch noch existieren (und nicht nur auf dem Papier) und kein deutscher Politiker auf der Führungsetage wird sich wagen, die Frage aufzustellen, warum deutsches Gold in den USA gelagert sein muss. Die “Öffentliche Meinung“ würde schon dafür sorgen, dass er in Schwierigkeiten gerät.

Der einzige Staat, dem es gelungen ist, aus jenem Herrschaftssystem komplett auszusteigen, ist die Islamische Republik Iran. Das allein und nur das, ist der Grund dafür, dass jener Staat als schlimmster Feind aller Menschlichkeit dargestellt wird. Weder Springer noch Moodys haben eine Macht innerhalb des Iran! Und die Staatsverschuldung ist derart unbedeutend, dass niemand den Iran erpressen kann. Auch hat Iran keine Goldreserven im Ausland und sämtliche Rohstoffe (inklusive Uran) im eigenen Land. Zu allem Übel für den Kapitalismus bietet der Iran freundschaftliche Beziehungen zu allen Staaten an, die sich vom Kapitalismus befreien wollen. Völlig unabhängig davon, wie man zur Menschenrechtslage im Iran steht, gibt es keinen vernünftigen Menschen, der bestreiten würde, dass die Menschrechtslage z.B. in Saudi-Arabien sicherlich erheblich kritisierbarer ist. Aber Saudi-Arabien ist Diener des Kapitalismus und die “Öffentliche Meinung“ schont seine Diener! Während das kapitalistische Weltimperium tagtäglich zum Umsturz im Iran aufruft, schützen Westliche Soldaten mit Gewalt das lupenreine saudische Diktatoren-System vor der eigenen Bevölkerung.

Unsere Bundesdeutsche Regierung ist zwar demokratisch legitimiert, hat aber nicht die Macht, um den Staat unabhängig in eine Freiheit zu führen, die jeder Bevölkerung der Erde gebührt! Insofern werden wir von Menschen regiert, die zwar an kleinen Symptomen herumdoktern dürfen, nicht aber am großen Ganzen; der Unterwerfung der Menschheit unter das Diktat des Kapitals! Kapitalismus ist die Herrschaft des Kapitals, und das lässt sich von niemandem wählen! Insofern gibt es eine wahre Befreiung für jedes Volk nur dann, wenn es sich vom Kapital befreit. Da solch eine Befreiung nicht von “oben“ aus möglich ist, muss sie von “unten“ beginnen.

Befreiung vom Kapital bedeutet, dass wir allesamt gemeinsam wieder lernen müssen, bescheidener zu leben! Den Gedanken, etwas auf Pump oder in Raten zu kaufen (eine der häufigsten Werbungen unserer Zeit), müssen wir ausradieren, um uns befreien zu können! Wir müssen wieder auf der Basis leben, die wir uns leisten können. Nur dann werden wir von der Sklavenschaft vom Kapital befreit! Die besser Bemittelten müssen sich wieder um ihre schlechter Bemittelten Nachbarn kümmern lernen und Verantwortung übernehmen. Die Vorweihnachtszeit bietet hierzu eine hervorragende Gelegenheit! Das Fest der Liebe und der Passion wurde umgewandelt in ein Fest des Konsums. Wir selbst haben es in der Hand, es wieder in ein Fest der Liebe zu wandeln!

Die Kalenderkonstellation hat dieses Jahr dazu geführt, dass dieser Tage nicht nur an die Passion des Christentums, sondern auch an die Passion des Islam erinnert wird. Und das ist eine wunderbare Gelegenheit für Christen und Muslime gemeinsam gegen das Diktat des Kapitals aufzustehen. Dann werden beide Seiten auch besser verstehen, wer sie gegeneinander jagt, um lachender Dritter zu sein. Und auf die gemeinsame Befreiungsgeschichte können wir uns – so Gott will – die nächsten Tage konzentrieren, den Jesus und Imam Husain, oder Maria und Zainab in einem Atemzug zu nennen, ist sicherlich spannend. Der Friede sei mit ihnen allen.

Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazins Hasspredigt wird landauf landab diskutiert. Manche sehen in ihm einen verkappten Rassisten und andere freuen sich, dass er endlich Einiges ausgesprochen hat. Dass jene “Diskussion“ aber ausschließlich dazu dient, den Kapitalismus zu retten, das bedenken die Wenigsten.

Nach den Bundestagswahlen komm es, wie es viele erwartet haben. Die Unternehmen entledigen sich ihres “Kostenfaktors“ namens “Mitarbeiter“. Dem nunmehr Arbeitssuchenden wird auch noch sein Harz IV gekürzt aber mit einem schöneren Namen wie “Bürgergeld“ versehen, und mit diesem wenigeren Geld darf er dann bei den Krankenkassen zuzahlen. Obwohl der Bürger zunehmend geschröpft wird, muss der Staat einmal mehr eine Rekordverschuldung einkalkulieren. Und wer bekommt all das Geld? Es ist der unersättliche Kapitalismus, es ist das System, dass jenes Geld geradezu “auffrisst“. Es ist die Zinsenszinswirtschaft, die in unmenschlicher Weise die Ressourcen der eigenen wie auch zukünftiger Generationen in dunklen Kanälen der Banken verschwinden lässt.

Würde man das gesamte System – wenn es denn nicht das eigene wäre – mit einem neutralen sachlich-wissenschaftlichen Blick analysieren, müsste man zu dem Schluss kommen, dass es ein höchst verbrecherisches System geleitet von einer organisierten Kriminalität ist. Wie anders sollte man den Raub aller Ressourcen sowohl von der derzeitigen und noch mehr von zukünftigen Generationen, die noch nicht einmal geboren sind, nennen? Berücksichtigt man auch noch die Zusammenhänge mit der Armut in der Welt, den an Hunger und Durst Sterbenden, den Ressourcenkriegen und massenhaften Tötungen von unschuldigen Menschen, dann müsste man von einem Raubmord ungeahnten Ausmaßes sprechen. Sämtliche “normalen“ Verbrechen im Lande würden daneben verblassen, selbst wenn man sie zusammen zählen würde!

Spitzenfunktionen in jenem System der Unterdrückung und Ausbeutung der Menschheit haben Bankmanager. Und das konnten sie sehr lange kaschieren. Allerdings ist ihr System in den letzten Jahren – vorsichtig ausgedrückt – etwas in die Schieflage geraten. Und die Abneigung gegen jene Parallelgesellschaft von Bankmanagern zusammen mit ihren Duzfreunden unter Politikern und Hofjournalisten hat in der gesamten Bevölkerung drastisch zugenommen. Manch ein Politiker wähnte die Bankmanager mit einem Gehalt von 100 EUR in der Stunde (selbst wenn er schläft oder Freizeit hat) als “Verfolgte“ im Land. Was gibt es da besseres, als das Feindbild wieder in die “richtigen“ Kanäle zu leiten? Und fast alle spielen wieder mit.

Zunächst einmal war der Harz IV-Empfänger Angriffsziel jenes SPD-Millionär-Bankers (und da wundern sich einige, dass die SPD bald nicht mehr existieren wird). Mit 4 EUR sollte der Bürger am Tag auskommen, war der Vorschlag eines Menschen, der gar nicht wissen dürfte, wie so wenig Geld aussieht. Aber das reichte nicht aus, um das Feindbild hinreichend zu kanalisieren. Zu viele im Land hatten Bekannte und Verwandte, die Betroffen waren. Also musste das altbewährte Feindbild her: Der Muslim. Natürlich heißt der Muslim bei solch einer Hasspredigt nicht Muslim, sondern er heißt “Araber“ und “Türke“.

Um die Methode dieser Abneigungsumleitung vom reichen Bankmanager, der mit verantwortlich daran ist, das gesamte System zu zerstören, zum kleinen “Ausländer“ zu verstehen, muss man die Worte von Sarrazin nicht allein aus dem Blickwinkel der Volksverhetzung betrachten, sondern aus dem Blickwinkel des eiskalten unmenschlichen Goldene-Kalb-Ritters des Kapitalismus.

Zunächst einmal ist festzustellen, dass Sarrazin in keinster Weise für das “Christentum“ oder gegen Einwanderung spricht. So erzählt er von der Vertreibung der Juden aus Berlin mit folgenden Worten: „… Westberlin war von dynamischer Wirtschaft weitgehend entleert, es gab Ausnahmen wie Schering und den Siemens-Turbinenbau, doch die Schicht der Spitzenmanager war verschwunden, die Topentwickler der Unternehmen waren weg, es gab vor allem verlängerte Werkbänke, die von üppigen Subventionen lebten. Das hatte Folgen für die Bevölkerungsstruktur. (…) Auch der immense jüdische Aderlass konnte nie kompensiert werden. Die Vernichtung und Vertreibung der Juden aus dem deutschsprachigen Raum insgesamt betraf zu sechzig bis siebzig Prozent Berlin und Wien. …“

Würde man jene Sätze in einem sachlichen und vorurteilsfreien Kontext bewerten, müsste man zu dem Schluss kommen, dass Sarrazin möglicherweise ein Antisemit ist. Denn er erweckt den Eindruck, dass Juden zumeist zu der Schicht der Spitzenmanager und Topentwickler der Unternehmen gehören würden und Berlin und Wien mehr oder weniger beherrscht hätten. Jene Behauptung aber wird genau den Antisemiten zu Recht als undifferenzierte Weltverschwörungstheorie gegen Juden vorgeworfen! Merkwürdig nur, dass wenn jene Behauptungen in dem Sinn aufgestellt werden, dass ein “Bedarf“ danach existiere, niemand auf die Idee kommt, dem Bankmanager Antisemitismus vorzuwerfen!

Sarrazin stellt hier zudem ein sehr allgemeines Menschenbild vor, dass vom Herrenmenschendenken geprägt ist: Wichtig für das Volk sind die Spitzenmanager, wie er einer ist. Dass aber gerade die Spitzenmanager dieser Republik und der ganzen Welt das Finanzsystem des Kapitalismus ruiniert haben und bis heute nicht in der Lage sind, den Systemfehler zu erkennen, verdeutlicht genau das Gegenteil: Jene Spitzenverdiener sind der Ruin des Landes!

Als er von Berlin spricht sagt er: „Die Stadt hat einen produktiven Kreislauf von Menschen, die Arbeit haben und gebraucht werden, ob es Verwaltungsbeamte sind oder Ministerialbeamte. Daneben hat sie einen Teil von Menschen, etwa zwanzig Prozent der Bevölkerung, die nicht ökonomisch gebraucht werden, zwanzig Prozent leben von Hartz IV und Transfereinkommen; bundesweit sind es nur acht bis zehn Prozent.“

Wiederum sagt Sarrazin etwas Unglaubliches! Und es richtet sich nicht allein gegen Muslime! Er spricht von 20% der Bevölkerung, „die nicht ökonomisch gebraucht werden“! Das Menschenbild dieses Herrenmenschenmillionärs ist demnach offenbar aufgebaut nach der “ökonomischen Brauchbarkeit“ eines Menschen. Rentner, Schwache, Kranke, Behinderte und viele andere sind demnach nur nach ihrer “Produktivität“ zu beurteilen! Zudem zeigt er durch seinen unredlichen Vergleich, dass es ihm gar nicht um Sachlichkeit, sondern um Hetze geht! Denn er vergleicht einen Stadtstaat im Osten der Republik mit dem bundesdeutschen Durchschnitt! Aber er geht gleich einen Schritt weiter und versucht dann seine Hasspredigt auf das neue Feindbild zu kanalisieren:

„Eine große Zahl an Arabern und Türken in dieser Stadt, deren Anzahl durch falsche Politik zugenommen hat, hat keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel, und es wird sich vermutlich auch keine Perspektive entwickeln. Das gilt auch für einen Teil der deutschen Unterschicht, die einmal in den subventionierten Betrieben Spulen gedreht oder Zigarettenmaschinen bedient hat.“

Und warum entwickelt sich keine Perspektive? Weil Milliarden und Abermilliarden genau in jene Unternehmen fließen, die Leute wie Sarrazin ruiniert haben, und keine Gelder für Bildung und Entwicklung vorhanden ist! Leute wie Sarrazin unterscheiden sich von Harz IV Empfänger nur durch ihr Gehalt und ihre daran gekoppelte unvorstellbare Unverschämtheit. Denn beide werden vom Steuerzahler finanziert! Wäre der Steuerzahler nicht mit mehrstelligen Milliardensummen eingesprungen, gäbe es all jene Banken nicht mehr, die den Sarrazins so viel Geld geben, dass ein Normalsterblicher es gar nicht ausgeben könnte.

Sarrazin belässt es aber dann nicht allein bei den Muslimen. Die “Unterschicht“ – und wer wollt schon freiwillig dazu gezählt werden – eignet sich immer für eine Hasspredigt (zumal mit “Unterschicht“ oft auch der Muslim gemeint ist:

„Es gibt auch das Problem, dass vierzig Prozent aller Geburten in der Unterschicht stattfinden. (…) So dass das Niveau an den Schulen kontinuierlich sinkt, anstatt zu steigen. (…)“

In einer Gesellschaft, in der die Fürsorge und Opfer für den Nachwuchs eine Überlebensnotwendigkeit ist, und nur noch die “Unterschicht“ zu diesen Opfern bereit ist, aber die Oberschicht lieber die “Ich“-Gesellschaft bevorzugt, sind nicht etwa die “Reichen“ und “Mächtigen“ Schuld dran, dass sie weniger Kinder bekommen, sondern die Armen, weil sie überhaupt noch welche bekommen (was aber nicht reicht, um den Bestand des Wachstumswahns des Kapitalismus zu sichern). Es sei an dieser Stelle daran erinnert, dass Sarrazin nicht nur Spitzenbankmanager ist, sondern auch Jahre lang Finanzsenator der Stadt war und durch seine desaströse Politik maßgeblich mitverantwortlich ist für das Finanzdesaster der Bundeshauptstadt! Er wurde aber für sein Versagen hochgelobt, während die Opfer seiner Politik jetzt die Schuldinge seiner Hasspredigt sein sollen.

Ein Höhepunkt seiner pauschalen Hasspredigt mündet in die Aussage: „Unsere Bildungspopulation wird von Generation zu Generation dümmer.“ Es besteht bei diesem Satz die Gefahr, dass er übersieht, dass man jenen Satz auch auf ihn beziehen könnte.

Zwischendurch kommt ein Rundumschlag gegen “Deutsche“, ohne dass die Angesprochenen es merken: „Die Vietnamesen der zweiten Generation haben dann durchweg bessere Schulnoten und höhere Abiturientenquoten als die Deutschen. Die Osteuropäer, Ukrainer, Weißrussen, Polen, Russen weisen tendenziell dasselbe Ergebnis auf.“ Warum aber sollten all jene besser sein als “Deutsche“? In Fällen von Fragen, die den Herrenmenschencharakter des Autor entlarven würden, springt die Presse ein und thematisiert jene Passagen gar nicht, sondern konzentriert sich auf jene Passagen, die das beabsichtige Feindbild schüren sollen. Manche bestätigen sie, andere kritisieren sie, und alle schauen nur auf sie.

Nebenbei wird dann auch noch das gesamte bundesdeutsche Grundgesetz ausgehebelt: „Die Lösung dieses Problems kann nur heißen: Kein Zuzug mehr, und wer heiraten will, sollte dies im Ausland tun. Ständig werden Bräute nachgeliefert: Das türkische Mädchen hier wird mit einem Anatolen verheiratet, der türkische Junge hier bekommt eine Braut aus einem anatolischen Dorf. Bei den Arabern ist es noch schlimmer.“ Wie jene Schilderung noch “schlimmer“ sein kann, bleibt aber unklar. Gilt das auch für den Deutschstämmigen, der seine Braut aus Thailand holt? Der Mann ruft zur Verfassungsfeindlichkeit auf, aber als Bankmanager darf man das offenbar.

Der ganze rassistische Charakter seiner Denkweise mündet dann in den Satz: „Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert. … Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate.“

In wie weit die Kosovaren den Kosovo durch eine höhere Geburtenrate “erobert“ haben, sei einmal dahin gestellt. Aber das Feindbild, dass hier bedient werden soll, ist die Muslima, die Kopftuch trägt; selbst wenn sie studieren sollte! Es ist zu berücksichtigen, dass er von zumeist deutschen Staatsbürgern spricht, was angesichts seines Namens und dem daraus ableitbaren “Migrationshintergrund“ skurril wirkt.

Es folgt wieder eine neue rassistische Äußerung mit Pauschalbeleidigung gegen das gesamte deutsche Volk bei seiner Wunschvorstellung der zukünftigen Einwanderer: „Das würde mir gefallen, wenn es osteuropäische Juden wären mit einem um 15 Prozent höheren IQ als dem der deutschen Bevölkerung.“ Erneut bedient Sarrazin antisemitische Klischees (selbst wenn es hier im Positiven erfolgt). Da seine Hasspredigt sich aber gegen Muslime richtet, wird dieser teil seine skandalösen Interviews gar nicht thematisiert. Die dahinter stehende Methode ist aber ganz einfach: Teile und Herrsche. In diesem Fall kann man das ausweiten in folgende These: Nur wenn die Bevölkerung mit sich selbst und dem jeweiligen Feindbild beschäftigt wird, wird sie solche Bankmanager widerspruchslos ertragen!

Der rassistische Gedanke geht weiter in der Aussage: „Wenn 1,3 Milliarden Chinesen genauso intelligent sind wie die Deutschen, aber fleißiger und in absehbarer Zeit besser ausgebildet, während wir Deutschen immer mehr eine türkische Mentalität annehmen, bekommen wir ein größeres Problem. (…)“ Aha: Türken haben also eine von Natur aus – möglicherweise genbedingte – Faulheit, die ansteckend auf Deutsche wirkt und der Chinese überholt uns. Würde man hingegen den Fleiß eines Menschen an der Bereitschaft, Arbeitsleistung für wenig Gehalt zu erbringen, messen, würde Sarrazin wohl zu den Faulsten im Land gehören. Sarrazins Forderung ist „Berlin müsste Stadt der Intellektuellen und der Elite sein“. Wie aber soll das möglich sein, so lange Leute wie er dort leben und das Sagen haben?

Sarrazin selbst hat sich heute für seine Äußerungen entschuldigt. Aus den Worten seiner Entschuldigung ist herauszulesen, dass er mehr den eigenen Jobverlust fürchtet als dass er die Inhalte seiner Äußerungen korrigieren wollte.

Eine Gesellschaft aber, die sich von solchen Leuten gegeneinander und gegen die Schwachen im Land aufhetzen lässt, hat es nicht besser verdient, als unterdrückt zu werden. Zweifelsohne gibt es sehr viele Probleme mit Migranten! Zweifelsohne ist die Integrationswilligkeit unter Muslimen in den letzten Jahren gesunken! Zweifelsohne stellen Muslime einen viel zu hohen Anteil an Ungebildeten im Land! Und zweifelsohne gibt es weitere wachsende Probleme. Doch eine der Hauptursachen all jener Probleme ist genau das Gedankengut eines Sarrazin; dieses so zerstörerische und hasserfüllte Herrenmenschendenken.

Es wird Zeit, die wachsenden Probleme im Land sachlich und ernsthaft anzugehen, und das wird nicht mit, sondern nur gegen Bankmanager jenes Kalibers möglich sein. So lange die Bevölkerung aber nicht die Hauptursache im System des Raubtierkapitalismus erkennt und dagegen vorgeht, so lange wird sie die Folgen tragen müssen.

Und einmal mehr gilt: Jeder fange bei sich selbst an! Wer dem Harz VI Empfänger Geld wegnehmen will, der zeige die Bereitschaft, sein eigenes Gehalt für Bildung im Land zu stiften und selbst ernsthafte Opfer auf sich zu nehmen, damit das Land voran kommt. Was wäre das für ein schönes Land ohne Bankmanager aber mit Menschlichkeit und ohne eine Bewertung der Menschen nach IQ und ökonomischer Brauchbarkeit? Jenes Land können gottesehrfürchtige Juden, Christen und Muslime gemeinsam erreichen.

In den USA wurden wegen der Krise fast 5000 Lokomotiven stillgelegt. Dennoch: Finanzakrobaten beherrschen die Szene. Wie Lügenbarone ein krankes System gesundrechnen. Die Lügen sind mittlerweile so eklatant, dass man keiner einzigen offiziellen Zahl mehr glauben kann………….. WEITERLESEN.

»Experten« fordern Lohnverzicht

Eines ist sicher: Nach der Bundestagswahl im September geht es zur Sache. Dann werden Unternehmer und Politiker – unabhängig von der Regierungskoalition – alles daransetzen, die Kosten der kapitalistischen Krise den Beschäftigten und Erwerbslosen aufzubürden. Bis dahin verbringt die Elite ihre Zeit mit Politclownerie à la Frank-Walter Steinmeier, der sich nicht entblödet, für das Jahr 2020 Vollbeschäftigung zu verkünden. Hin und wieder läßt man allerdings einen Testballon steigen, der andeutet, wohin die Reise gehen soll, nachdem sich der Volkssouverän wieder schlafengelegt hat. So gedeutet ist die am Montag via Bild verbreitete Forderung diverser »Experten« nach Lohnkürzungen durchaus ernst zu nehmen.

»Lohnverzicht sichert in Krisenzeiten ganz klar Arbeitsplätze und schützt vor Entlassungen«, behauptet Hagen Lesch vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW), das von den Unternehmerverbänden finanziert wird. Hilmar Schneider, Vertreter des von der Post AG gegründeten Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), sekundiert: »Um Jobs zu retten, machen Lohnkürzungen Sinn. Es wäre geradezu fahrlässig von Unternehmen, in einer Schieflage diesbezüglich nicht zu reagieren.«

Es ist schon erstaunlich, wie schnell sich diese neoliberalen »Ökonomen«, die einen Großteil Verantwortung für das aktuelle Desaster in der Weltwirtschaft tragen, wieder an die Öffentlichkeit wagen. Schließlich war es unter anderem die fehlende Massennachfrage, deren Stimula­tion all die Finanztricks dienten, die letztlich zum Auslöser der Krise wurden. Und wer jetzt wieder nach Lohnkürzungen ruft, gleicht dem Feuerwehrmann, in dessen Schläuchen Öl statt Wasser fließt.

Die historische Parallele hierzu zeigte der »Wirtschaftsweise« Peter Bofinger in der Passauer Neuen Presse vom Montag auf: die 1930er Jahre, als die Löhne für Facharbeiter um 20 Prozent sanken. »Das Ergebnis dieser Politik ist bekannt. Deutschland in den 30er Jahren ist ein eindrucksvolles Beispiel, wie man es nicht machen sollte«, so Bofinger.

In die gleiche Richtung wie IW und IZA – aber in ihrer Absurdität noch offensichtlicher – gehen die Forderungen von Mittelstandsvereinigungen nach Arbeitszeitverlängerung und Urlaubskürzung. In einer Situation, in der Hunderttausende Jobs nur durch Kurzarbeit erhalten bleiben, ist nur allzu klar, daß die Verlängerung der Arbeitszeiten Stellen kostet. Sinnvoll ist das genaue Gegenteil: Eine drastische Arbeitszeitverkürzung – und zwar bei vollem Lohnausgleich, damit Kaufkraft und Lebensstandard erhalten bleiben.

Doch es geht in dieser Debatte nicht allein um gute Argumente. Es geht auch nicht um die Überwindung der Krise, sondern darum, deren Folgen auf die Beschäftigten abzuwälzen, um die Profite zu erhalten. Deshalb sollten sich die Gewerkschaften darauf vorbereiten, dem nicht nur argumentativ, sondern vor allem durch Mobilisierungen in den Betrieben und auf der Straße zu begegnen.

Bei aller Sympathie für Demonstranten, stellen sich angesichts der Protestbewegung ein paar gravierende Fragen: Wieso sehen auch linke Iraner hier und zahlreiche linke westl. Experten ausgerechnet in Mussawi einen Hoffnungsträger für einen fortschrittlichen Wandel? Denn nach wie vor zielen die Kernforderungen auf Annullierung der Wahlen darauf, diesen ins Präsidentenamt zu hieven. Und warum sind sich alle so sicher, dass die USA & Co. ausgerechnet jetzt einmal nicht die Hände im Spiel haben?

 Zunächst gibt es nichts in der politischen Biographie Mussawis, das ihn als demokratischen Reformer glaubwürdig erscheinen ließe – im Gegenteil: er kommt aus dem Establishment und galt immer als Hardliner des Regimes. Während seiner Amtszeit als Regierungschef waren die Repressionen gegen politische Widersacher so stark wie nie. Bahman Nirumand charakterisiert ihn z.B. im Iran-Report der Böll-Stiftung v. April d.J. als „Ayatollah Chomeini im Kleintaschenformat“.

Seine aktuelle Nähe zum neoliberalen, völlig korrupten Teil des klerikalen Establishments (insbes. zum Milliardär Rafsandschani), wie auch seine neoliberale Haltung in der Wirtschaft- und Sozialpolitik, die während des Wahlkampfs deutlich wurde, sprechen ebenfalls eindeutig gegen ihn.

Hintermänner wie Rafsandschani verstärken auch den Verdacht, dass einflussreiche Kräfte hinter den Kulissen eine Politik verfolgen, die wenig mit den Zielen zu tun haben, für die Hunderttausende, wenn nicht Millionen in Teheran und anderen Großstädten auf die Straße gehen. Die Frage von Jasmin Ramsey in Alternet “Are the Protests in Iran Getting Hijacked?” ist berechtigt.

Es verwundert daher, wie wenig Augenmerk die begeisterten Unterstützer der „grünen Revolution“ hierzulande darauf verwenden, dass der Iran seit vielen Jahren im Visier der westlichen Mächte steht. Das Land hat bekanntlich neben Saudi Arabien und dem Irak die weltgrößten Ölreserven. Nach dem Ausschalten des Iraks als Regionalmacht ist Iran die stärkste Macht der Region, die von den imperialistischen Staaten zuvor geförderte „Balance of Powers“ ist dahin. Dies ist für die USA ein inakzeptabler Zustand, egal wer Präsident ist. Die bisherige Politik gegen den Iran bestand aber nicht nur aus Kriegsdrohungen und Sanktionen, sondern auch aus verdeckten Operationen und der Unterstützung iranischer Oppositionsgruppen.

Thomas Pany stellte daher schon vor zwei Jahren in einem Telepolis-Artikel die Frage, ob nicht bereits die nächste farbige Revolution in Vorbereitung sei. (Mit sanfter Gewalt – Iran-USA: Die nächste farbige Revolution in Vorbereitung? Telepolis, 20.02.2006, Anlass war die drastische Aufstockung des offiziellen Budgets für die Unterstützung von oppositionellen Fernseh- und Radiosendern, dissidenten Gruppen etc. von 10 auf 85 Millionen Dollar. (In Washington lief der „Ansatz, das iranische Regime von innen zu reformieren“ unter der Bezeichnung „Soft Power“).

 Die große Hoffnung dahinter werde nur angedeutet, so Pany: die nächste farbige Revolution. Immerhin habe die National Endowment for Democracy (NED), die in dem Zusammenhang erwähnt wird, hier schon einige Erfahrung gesammelt. „Gegründet im kalten Krieg gegen die Sowjetunion Anfang der achtziger Jahre … hatte die NED nicht nur in der Iran-Contra-Affäre ihre Finger im Spiel, sondern auch bei den friedlichen Revolutionen in Serbien, Georgien und der Ukraine.“

Den Rahmen für diese Interventionen bildet der im April 2006 verabschiedete „Iran Freedom Support Act“, in dem Kritiker wie der demokratische Abgeordnete Dennis Kucinich oder Jon Sawyer in der Los Angeles Times (Iran Sounds an Awful Lot Like Iraq) eine Neuauflage des „Iraq Liberation Act“ von 1998 sehen. Dieser markierte den Weg in den Krieg gegen den Irak. Selbst der Spiegel überschrieb seinen Artikel zum Thema mit „Irak, zum Zweiten“ (DER SPIEGEL 6/2007 v. 05.02.2007)

 Tom Barry vom International Relations Center nennt in einem Artikel v. 18.5.2006 auch die Namen einiger Personen und Organisationen, die involviert sind, darunter Foundation for Democracy in Iran, Foundation for the Defense of Democracies, Committee on the Present Danger, and the American Enterprise Institute.

Brisanter noch sind die Enthüllungen des berühmten US-Journalisten Seymour Hersh, wonach die USA seit einiger Zeit „verdeckte Operationen“ innerhalb des Iran durchführen. Laut Hersh hatte der Kongress 2007 hierfür 400 Millionen Dollar bewilligt. (Preparing the Battlefield – The Bush Administration steps up its secret moves against Iran. New Yorker’s, 7.8.2008)

Nach Ansicht von Justin Raimondo von Antiwar.com führen die USA ihre „covert action operations“ gegen Tehran auch nach Amtsantritt Obamas fort, wie seiner Meinung nach die jüngsten Bombenanchläge und Unruhen in den östlichen Provinzen zeigen. Für ihn wäre es daher keine Überraschung wenn die USA auch in den aktuellen Straßenkämpfen involviert wären. Immerhin habe der Kongress 400 Millionen für die Destabilisierung des iranischen Regimes bewilligt, „und wer kann sagen, dass das Programm keine Früchte trägt?“ (Iran’s Election: None of America’s Business, 14.6. 2009)

Auch der bekannte US-Publizist Paul Craig Roberts befürchtet, dass, die USA im Iran versuchen, eine weitere „‚Farbrevolution“ zu inszenieren (Are the Iranian Election Protests Another US Orchestrated ‘Color Revolution’?, Information Clearing House, 20.6. 2009). Auch er verweist auf die Enthüllungen von Hersh und zitiert zudem noch Meldungen von ABC News und dem London Telegraph vom Mai 2007, Präsident Bush habe die CIA zu verdeckten Operationen innerhalb des Irans ermächtigt, darunter gezielte Propaganda- und Desinformationskampagnen zur Destabilisierung der iranischen Regierung. Schließlich verweist er auf Äußerungen des Neokonservativen Kenneth Timmerman, der die „grüne Revolution“ schon einen Tag vor den Wahlen kommen sah, und der Ansicht ist, dass einige Millionen Dollar ihren Weg auch via NED zu Mussawis Anhängern gefunden haben. Er könnte es wissen, da er selbst die neokonservative „Foundation for Democracy“ betreibt, eine Stiftung, die mit Mitteln der NED seit 1995 sich um die „Förderung von Demokratie im Iran“ kümmert.

 Unterstützenswert ist daher die Erklärung der britischen Stop the War Coalition v. June 20, 2009 in der sie zwar ihre Solidarität mit den IranerInnen ausdrücken, die nach demokratischem Fortschritt streben, aber in erster Linie fordern, dass „die Krise, die sich gerade im Iran entwickelt, nicht zum Vorwand einer erneuten Intervention der USA oder GB in der Region genommen werden“ darf.

Quelle

Das „U.S. Army War College“ diskutiert Einsatz amerikanischer Truppen gegen eigene Bevölkerung bei inneren Unruhen wegen der Finanzkrise.

In den USA wird immer lauter über mögliche Unruhen im Zuge einer sich verschlimmernden Finanzkrise diskutiert. Ein neuer  Bericht des „U.S. Army War College“ erörtert den Einsatz amerikanischer Truppen gegen die eigene Bevölkerung für den Fall innerer Unruhen wegen der Wirtschaftskrise.

Der Report des „U.S. Army War College“ mahnt das Militär, vor möglichen inneren Unruhen gerüstet zu sein.  Es könne zu gewalttätigen, schweren Erschütterungen innerhalb der USA kommen, sollte sich die Finanzkrise weiter zuspitzen, warnt der Bericht. Dies könne auch zum Zusammenbruch politischer und rechtlicher Strukturen  führen.

Der Titel des Reports lautet: “Known Unknowns: Unconventional ‘Strategic Shocks’ in Defense Strategy Development,” und stammt aus der Feder von  Nathan Freier, einem ehemaligen Armee-Leutnant und jetztiger Professor am War College.

Wörtlich schreibt der Militärexperte: “In dem Maße, wie die Ereignisse organisierte Kriminalität gegen Staat und Behörden provozieren, könnte der Fall eintreten, dass diese überfordert seien und deshalb Recht und Ordnung nicht mehr herstellen können. In diesem Fall müsste das Verteidigungsministerium die Lücke schließen”.

Freier weiter:”Großflächige zivile Gewalt innerhalb der USA würden die Verteidigungsorgane zwingen, sich umzuorientieren und die Prioritäten im Extremfall auf die Widerherstellung der inneren Ruhe zu verändern. (…)

Die Verteidigungsorgane könnten unter Umständen gezwungen sein, ihre breite Einsatzfähigkeit den zivilen Behörden zur Verfügung zu stellen, um Gewalt Einhalt zu gebieten und Gewaltdrohungen zurückzuweisen, welche die innere Ruhe gefährden könnten. Im Extremfall bedeutet dies, dass das Militär auch gegen feindliche Gruppen innerhalt der Vereinigten Staaten eingesetzt werden müsste.“

IWF Direktor Strauss-Kahn warnte bereits letzte Woche, dass es im Rahmen der Wirtschaftskrise zu  Unruhen kommen könnte, wenn die Krise weiter ausufere. Insbesondere Haushalte mit niedrigem Einkommen, hohe Schuldenlast und  steigende Arbeitslosigkeit wären der Auslöser für zivile Tumulte und Unruhen.

Quelle: http://www.newsmax.com/headlines/military_domestic_use/2008/12/23/164765.html

Einstmals gab es in der westlichen Welt den Wettstreit der westlich-kapitalistischen Ideologie mit dem Kommunismus, der sowohl als Feindbild diente als auch argumentativ und politisch niedergerungen wurde. Betrachtete man die gar nicht so lange zurück liegenden Aspekte des einstmaligen Wettstreits, dann muss man zu dem Schluss kommen, dass der Kapitalismus bereits jetzt gegen den Islam verloren hat.

Die Westliche Welt hat einstmals auf nahezu allen Ebenen einen Krieg gegen den “Kommunismus“ geführt. Anhänger jener Ideologie wurden verfolgt und zuweilen sogar ermordet. Aber im damaligen Wettkampf gab es dennoch eine ideologische Überlegenheit des Westens, die sich in vielen Aspekten widerspiegelte, an die man sich erinnern muss, um die heutige Entwicklung besser verstehen zu können.

Tatsächlich wurde der damalige Kampf von beiden Seiten sehr unerbittlich und geradezu mörderisch geführt. Aber die Westliche Welt hatte eine Überlegenheit die zusammengefasst “Freiheit“ hieß und das Freiheitsstreben des Menschen unterstütze. Das Problem heutiger junger Generationen besteht zuweilen darin, dass Sie mit den Symbolen der vergleichsweise jungen Vergangenheit wenig anfangen können. Aber jene Symbole sind Ausdruck einer Lebensqualität einer Realität, die sich mit unterschiedlichen Darstellern wiederholen kann.

Wer erinnert sich z.B. noch an Nicola Sacco und Bart Vanzetti? Es waren zwei aus Italien in die USA eingewanderte Arbeiter und aktive Mitglieder der linken Gewerkschaftsbewegung. Wegen eines Mordes, mit dem sie nichts zu tun hatten, wurden sie im Jahre 1920 angeklagt und nach einem äußerst zweifelhaften Gerichtsverfahren zum Tode verurteilt sowie hingerichtet mit dem heutigen Vorwurf des “Extremismus“. So gingen beide Seiten des damaligen ideologischen Kampfes miteinander um. Aber nicht nur die Brutalität der Westlichen Welt spiegelt sich in jenen beiden Personen wieder, sondern eben auch die ideologische Überlegenheit! Denn es waren die Intellektuellen, Musiker, Sänger und viele andere mehr, die in der westlichen Welt gegen jenes Unrecht protestierten, noch Jahrzehnte danach! Kurz vor dem 50. Todestag wurde in den 70er Jahren in Hollywood ein Film über Sacco und Vazetti gedreht. Zur Filmmusik gehört dieser Titel „Here’s to you Nicola and Bart“, gesungen von Joan Baez. Die Musik war von Ennio Morricone: „Here’s to Nicola and Bart – Rest for ever live in our hearts …” Franz Josef Degenhardt schrieb und sang die Deutsche Version: „Euer Kampf Nicola und Bart brannte weit und wurde Fanal…“

Diese kleine symbolhafte Geschichte erinnert an eine Zeit, in der zwar Kommunisten nicht Lehrer werden durften, aber dennoch konnten Bürger der Westlichen Welt erheblich freier für den Kommunismus eintreten, als es umgekehrt der Fall war! Und diese Überlegenheit der “Freiheit“ des Menschen spiegelte sich in vielen andern Lebensbereichen wieder. Keinem Westbürger war es verboten, die Ostsender zu hören, selbst wenn darin solche Hetzsendungen wie der “Schwarze Kanal“ ausgestrahlt wurden. Es war der Osten, welcher Angst davor hatte, dass man Westsender hört und sieht. Jeder Westbürger durfte frei in die östliche Welt reisen und bedurfte dafür keiner gesonderten Genehmigung seiner Heimat. Die Mauer wurde nicht von der westlichen Welt gebaut, sonder von der östlichen, die einen “Antifaschistischen Schutzwall“ errichtete. Denn der Westen hatte zweifelsohne das attraktivere Programm, dass es gar nicht nötig war, den Osten zu verbieten! Zudem konnte man im Westen alles kaufen (wenn man über das Geld verfügte), was im Osten nicht einmal dann möglich war, wenn man das Geld hatte. Auch in der Forschung und Entwicklung hatte man das „menschlichere“ Programm: die besseren Medikamente und Krankenhäuser, die bessere Energieversorgung, den besseren Umweltschutz. Der real existierende Sozialismus bzw. Kommunismus war rückblickend betrachtet chancenlos, obwohl er sich so viele Jahrzehnte gut gehalten hat. Und so gibt es jenes Feindbild nicht mehr, weil jener Feind niedergerungen wurde und sich zumindest ideologisch dem Kapitalismus unterworfen hat. Die bestehenden politischen Auseinandersetzungen erfolgen innerhalb der mehr oder weniger gleichen Ideologie nicht zwischen gegensätzlichen Ideologien, und es geht “lediglich“ darum, wer Anführer jener Ideologie sein darf; nicht mehr aber darum, welche Ideologie überlegen ist.

In diesem Feindbildvakuum offenbarte sich plötzlich eine der bis dahin wenig bekannten Schwächen des westlich-materialistischen Menschen- und Wertemodells: Es konnte ohne Feindbild nicht existieren. Daher wurde sehr komplex und mit unglaublichem Einsatz von Geld- und Personalmitteln an einem neuen Feindbild gestrickt. Wer war da geeigneter als der Islam und die Muslime?

Waren nicht Muslime optimal geeignet für den Vorwurf des Extremismus? Mit der extrem hohen Zahl an ungebildeten Muslimen verfügte man über ein hinreichendes Potential an leicht beeinflussbaren Menschen, die durch Führungsoffiziere (ein Begriff, der damals dem Osten vorbehalten war) zu Extremismus bewegt werden konnten. Und solche Extremisten sollten auch nicht Lehrerin werden – wenn sie nicht bereit waren, ihr Kopftuch abzulegen (merkwürdig nur, dass selbst die Kommunisten die ins Auge springende Parallele nicht bemerken). Jeder Westbürger war frei alle muslimischen Sender zu hören, alle muslimischen Autoren zu lesen (falls er eine muslimische Sprache sprach). Die eigenen “Islamexperten“, die eigenen Filmemacher, die eigenen Intellektuellen würden schon dafür sorgen, dass das Feindbild aufrecht erhalten werden kann. Auf jedes von Muslimen geschriebenen Buch zu Frieden und Liebe, würden 100 “Islamexperten“ hinreichend Bücher zu Hass verfassen. Zudem verfügte man über das enorme Potential an hinreichenden hörigen Königen und Prinzen, die genau jenen “Islam“ verbreiten sollten, wie ihn die westliche Welt benötigte. Der hasserfüllte hirnlose Wahabismus, der dem kleinen Dieb gegen alle islamischen Regeln die Hand abhackt und die großen Verbrecher unterstützt wird ausgerechnet von jenen Königen und Prinzen am Leben erhalten, die keinen einzigen Tag ohne Schutz der US-Soldaten in ihrem eigenen Land verbleiben könnten, ohne das sich ihr Volk gegen sie richtet.

Die westliche Überlegenheit betraf aber auch alle anderen Lebensbereiche. Der Westbürger dürfte überall hin reisen, während der Muslim die Erlaubnis seiner eigenen Regierung benötigte. Man hatte die besseren Medikamente, die bessern Krankenhäuser, die besseren Konsumgüter, die besseren Waffen, das bessere Finanzsystem, die bessere Energieversorgung, den besseren Umweltschutz, die bessere Sozialhilfe; kurz: das “menschlichere“ Programm. Der real existierende Islam sollte genau so chancenlos sein, wie einstmals der Kommunismus.

Doch in dieser Auseinandersetzung ist für die Westliche Welt etwas “schief“ gelaufen. Man hatte zwar die Schwachpunkte der Muslime genauestens studiert, hatte aber keine Ahnung vom Islam! Und im Laufe der letzten drei Jahrzehnte nach der Islamischen Revolution im Iran trat ein Islam auf, mit dem man nicht gerechnet hatte: Die Putzfrau mit Kopftuch war erträglich gewesen, aber die Hochschulabsolventin mit Kopftuch konnte man sich nicht vorstellen. Daher musste sie verboten werden. Das westliche Finanzsystem beruht auf dem selbstzerstörerischen Zinssystem. Der wahre Islam konnte dem ein Wirtschaftssystem entgegen stellen, das eine echte Alternative darstellt und nicht nur den Reichen nützt. Die Westliche Welt baute auf die Überlegenheit der materiellen Starke und Waffen, aber die islamische Revolution gewann die Herzen der Menschen (trotz unglaublicher Propaganda dagegen).

Den einfachsten Argumenten von Muslimen hatte die Westliche Welt nur noch Gewalt entgegen zu setzen, da jene Argumente wahr und somit ideologisch unschlagbar waren! Der Aufforderung, dass Juden, Christen und Muslime gleichberechtigt in Palästina leben sollen, konnte man nur noch eine derartig gewaltige Mauer entgegen setzen, dass selbst die Berliner Mauer daneben wie ein kleiner Zaun wirken würde, wenn sie noch existierte. Dem Argument „glaubt nicht denjenigen, die Mauern bauen, sondern denjenigen, die dahinter eingesperrt werden sollen“, konnte nur noch mit Verboten entgegen getreten werden. Zunächst wurden Vereine in Deutschland verboten; alle (noch) nicht verbotenen wurden durch “Beobachten“ eingeschüchtert, und dann hat die Westliche Welt jetzt sogar einen muslimischen Fernsehsender verboten! Ein deutscher Innenminister verbot den Sender Al-Manar, der bei arabischsprachigen Muslimen sehr beliebt ist! Die Zensur greift um sich, und das in einer Zeit, in der z.B. im Iran zunehmend der Sattelitenempfang frei gegeben wird. Wer die stärkere Ideologie hat, braucht die Schwächere nicht zu fürchten! Und inzwischen ist die Einreise in so manch westliches Land schwieriger, als in manch muslimische Länder geworden (auch für Westbürger).

Aber auch die Überlegenheit in den westlichen Domänen fing an zu wanken. Während die Pharmaindustrie im Westen immer öfter durch ihre Profitgier Schlagzeilen macht, versorgen immer mehr muslimische Länder ihre Bevölkerungen mit wirklich benötigten Medikamenten zu annehmbaren Preisen. Während das westliche Finanzsystem zusammenbricht und nur noch durch das grenzenlose Gelddrucken aufrecht erhalten werden kann, ist deren Auswirkung auf z.B. die Islamische Republik Iran unwesentlich! Und während die westliche Welt ihren Atommüll teilweise durch Uranmunition in muslimischen Ländern entsorgt, will sie es dem Iran verbieten, an der friedlichen Nutzung der Atomenergie zu forschen. Überall in der Westlichen Welt wurden Menschen für ein Verbrechen verurteilt, dass am 11.9.2001 in den USA stattfand, obwohl dessen Urheber bis heute noch gar nicht gerichtverwertbar bekannt sind! Und die USA selbst betreiben Foltergefängnisse speziell gegen Muslime, ohne dass es einen ernsthaften Aufschrei deutscher Politiker dazu gab, obwohl sie alle davon wissen! Ein Lied für die Folteropfer in Guantanmo gibt es nicht in der Westlichen Welt sondern nur noch in der arabischen Welt, deren Sender jetzt hier verboten werden.

Noch ist ein gewisser Vorsprung der Westlichen Welt vorhanden; daran gibt s keinen Zweifel. Aber die Entwicklung zeigt eindeutig, dass die materialistische Ideologie der Westlichen Welt am Ende ist und abbaut, während die auch die spirituell Dimension des Menschen berücksichtigen Ideologie des Islam zunehmend Anhänger gewinnt, zumal ihre Anhänger auch zu einer Selbstreinigung falscher Aspekte in der islamischen Welt beitragen.

Doch nicht alle westlichen Länder haben den gleichen Weg bestritten. So ist z.B. Spanien in den letzten Jahren einen Weg der Kooperation mit den Muslimen gegangen und hat (Zufall oder nicht) auch die eigenen Banken besser kontrolliert, was zu einer geringeren Auswirkung der Bankenkrise in Spanien geführt hat als z.B. in Deutschland. Und die nicht von den USA hörigen aber inzwischen auch kapitalistischen Länder, wie z.B. Russland, kaufen jetzt sogar westliche Unternehmen auf.

Der Islam ist keine Religion des Zwangs (wie ihn US-Wahabiten vorstellen) sondern der Kooperation mit Andersgläubigen. Muslime streben – so sie sich von falschen Traditionen befreit haben – stets die Selbsterziehung an, die im Resultat die Nächstenliebe zur Folge haben muss; auch die Nächstenliebe zum Nichtmuslim! Das islamische Wirtschaftsmodell unterstützt den Schwachen in der Gesellschaft, nicht den Reichen und Starken. Ein islamisches System baut auf dem “Fußvolk“ auf, nicht auf der “Elite“, denn es ist das “Fußvolk“, dass trotz seiner ohnehin schweren Lage zu noch mehr Entbehrungen bereit ist, wenn es aufrichtig und ehrlich behandelt wird, um das Land zu schützen. Die so genannte Elite hingegen ist i.d.R. nur darum bestrebt, ihren Reichtum auszubauen und zu keinerlei Opfern bereit. Der Islam berücksichtigt die spirituelle Dimension des Menschen und versklavt ihn nicht zu einem tierischen Triebebefriediger der möglichst viel zu konsumieren hat. Gleichzeitig verneint der Islam nicht die Bedürfnisse des Menschen sondern hebt sie auf die Stufe eines Gebets und Gottesdienstes. Er betrachtet den Menschen als ganzheitliches Wesen bestehend aus materieller und immaterieller Dimension, und alle System der Gesellschaft, sei es das Wirtschaftssystem oder das Gesundheitssystem, sind für den Menschen da und nicht umgekehrt.

Solch einer ganzheitlichen und vielen Aspekten bereits durchdachten Ideologie hat die Westliche Welt nichts mehr entgegen zu setzen außer Waffen, Mauern und Verbote, und in wenigen Jahrzehnten werden Historiker schreiben, dass der Untergang des Westens bereits heute absehbar gewesen ist, auch wenn die Honeckers von heute es nicht wahrhaben wollen. Dennoch stehen wir heute vor einer Wahl, welche die DDR-Bürger nicht hatten.

Wir können gemeinsam uns für ein menschenwürdiges System einsetzen, das als Vorbild für die westliche Welt wirken kann. Dazu müsste aber die heutige “Elite“ des Landes ihren sowohl das eigene Land als auch die Beziehungen zur muslimischen Welt gefährdenden, zuweilen sogar zerstörenden, Kurs aufgeben. Und die Aufforderung dazu muss vom Fußvolk kommen.

Fast alle Experten sagen die Märkte seien verrückt, irrational und ausser Rand und Bank, doch das stimmt nicht. Die Märkte sind äusserst rational. Die Dominosteine fallen in einer Präzision, wie es in einem Lehrbuch nicht besser beschrieben werden könnte.

Die Kredite purzeln, weil das Vertrauen weg ist und das Vertrauen ist weg, weil die Finanzmärkte orchestriert von Experten uns eine Scheinsicherheit vorgaukelten, die jeder Beschreibung spotten. Doch jetzt, wo auch die breite Oeffentlichkeit gewahr wird, worüber ich schon lange schreibe, nämlich dass  Finanzinstitute und zahlreiche Grosskonzerne genau so wie die Subprime-Immobilienkäufer mit einem unglaublich hohen Fremdkapitaleinsatz gearbeitet haben und nur so die gigantischen Eigenkapitalrenditen erwirtschaften konnten, jetzt ist das Vertrauen weg.

Die Hedge-Fonds-Industrie hat die Kredittürme noch weiter nach oben gebaut und wurde dabei von den Experten bejubelt. Sie tragen zur Stabilität des Finanzsystems bei, hiess es über all die Jahre. Das Gegenteil ist der Fall. Der Rückzug der Investorengelder führt zu einem massiven Abverkauf von Wertschriften, oft dem 20-30-fachen des jetzt zurück verlangten Kapitals. 

Hätten wir mehr Transparenz bei den Hedge-Fonds, dann könnten wir auch selbst beurteilen, ob ihre Anlagen nach unserer Einschätzung sicher sind. Wir wissen das aber nicht und die Investoren verkaufen deshalb ihre Anteile – völlig rational. Diese Verkäufe bedrängten zuerst die Banken und Versicherungen, welche genau so wie die Hedge-Fonds mit gigantischem Fremdkapitaleinsatz gearbeitet haben und deren Vermögenswerte nun in Mitleidenschaft gezogen werden. Auch hier haben neue Buchhaltungsregeln dazu geführt, dass ein Aussenstehender nicht mehr beurteilen kann, ob die Banken sicher sind. Am besten begriffen haben das die Banken selbst und zogen völlig rational die Gelder zurück.

All dies lief lange ausserhalb der öffentlichen Wahrnehmung ab, weil die Medien das Gegenteil geschrieben haben. Wie oft konnte man in den letzten Monaten lesen, die Banken seien sicher und gut kapitalisiert? Dabei haben die Journalisten selbst nicht verstanden, wie sie zu diesem Ergebnis gekommen sind. Sie haben sich einfach auf die Experten verlassen. Und so macht die Kreditkrise eine weitere Drehung in ihrem Lauf nach unten.

Jetzt kommen Unternehmen ins Wanken, welche auf liquide Mittel angewiesen sind und das sind vorallem die Grosskonzerne. Lange galt es als chic, den überschüssigen Cash Flow für Aktienrückkäufe statt Schuldenabbau zu nutzen, weil es die Eigenkapitalrendite erhöhte und den Bonuszahlungen den nötigen Dreh verlieh. Nachhaltig war das nicht, aber wen interessierte das damals schon – und nun fehlen plötzlich diese Gelder und die Investoren wollen die Kredite nicht mehr finanzieren. Als einziger scheint dies der französische Präsident Sarkozy begriffen zu haben. Ohne Vertrauen (ergo Kredit) muss der Staat jetzt auch  den verschuldeten Konzernen unter die Arme greifen, sonst ist der Ofen aus.

Die Frage, wie man diese Spirale, die nach den genau gleichen Kriterien nach oben drehte, jetzt auf ihrem Weg nach unten stoppen kann, ist leicht zu beantworten: Vertrauen schaffen! Solange aber die Oeffentlichkeit das Gefühl hat, die Eliten wollten nur ihre Vermögen mit unseren Steuergeldern sichern, solange wird die Spirale weiter drehen bis auch die letzten Vermögen verschwunden sind.

Quelle

In der dem Neoliberalismus nicht ganz fern stehenden Financial Times Deutschland (FTD) finden sich seit einigen Wochen unter der gemeinsamen Überschrift „Das Kapital“ angenehm zynische Kommentare zur aktuellen „Krise des Finanzkapitals“; angenehm, weil sie sich von der Rhetorik des Die-Krise-als-Chance, die sich in der politischen Klasse und den meisten Medien ausgebreitet hat, wohltuend abheben; zynisch, weil sie – in diesem redaktionellen Umfeld kein Wunder – die Leserinnen und Leser auf das System festnageln, dessen Ausweglosigkeit sie gerade analysieren. Das neoliberale TINA (there is no alternative) bekommt damit einen Hauch von Western-Romantik: Ein Mann geht seinen Weg, auch wenn er weiß, dass der nur in den Untergang führen kann.

In dem (anonymen) Kommentar Pest heute oder Cholera morgen heißt es am 14.10.2008 zu dem Billionen-Hilfsprogramm der EU-Staaten für ihre Finanzinstitute:

Also ist die Politik doch klug, nicht? Nun, aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Denn was wäre, wenn die Revitalisierungsversuche trotz aller Bedenken gelängen? Bei einer konsolidierten Bilanzsumme der Euro-Banken von jetzt schon 23.506 Mrd. Euro, privatwirtschaftlichen US-Schulden von 41.428 Mrd. $ oder einem Schulden-Einkommen-Verhältnis der britischen Verbraucher von 160 Prozent will man nicht daran denken, was auf die Staatshaushalte in jener Schuldenkrise zukäme, die dann in ein paar Jahren anrollte. Aber was soll man erwarten, wenn nur an Symptomen rumgedoktert wird, ja, wenn die Politik die Ursachen der Krise noch nicht mal wahrhaben will?“

FTD 14.10.08, http://forum.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/marktberichte/:
Das-Kapital-Pest-heute-oder-Cholera-morgen/425771.html?eid=313559

Was es allerdings mit den „Ursachen der Krise“ auf sich hat, die die nur an Symptomen rumdokternde Politik „noch nicht mal wahrhaben will“, wird im zitierten Text nicht gesagt. Sucht man danach, so findet man einen Tag vorher in dem Artikel Gelddrucken gegen das Gelddrucken Folgendes:

Das Problem liegt auf der Aktivseite, wo neben teils undurchsichtigen Anlagen auch die Kredite an Firmen und Verbraucher erfasst werden. Gewiss haben die Banken ihre Rücklagen vernachlässigt. Dahinzuschwinden droht das Kapital und damit die Sicherheit der Einlagen jedoch deshalb, weil (!) die Aktiva davonrinnen. Der Kern der Krise ist nämlich, dass die Bankausleihungen an den Privatsektor im Euro-Raum binnen zehn Jahren um 7368 Mrd. Euro respektive von 88 auf rund 139 Prozent des BIP gestiegen sind (in den angelsächsischen Ländern stärker).

Daher sind nun etliche Firmen und Verbraucher überschuldet. Können sie ihre Rechnungen nicht mehr begleichen, trifft das aber auch bislang gute Schuldner. …

Damit leidet die Aktivseite der Banken weiter, weil Pleiten, Arbeitslosigkeit und Zahlungsausfälle zunehmen. Vertrauensverlust, nächste Runde. Bei aller berechtigten Sorge um den Konsum ist es übrigens erstaunlich, wie wenig die Auswirkungen der Kreditklemme auf die Firmeninvestitionen beleuchtet werden, die einbrechen dürften. Und wie sehr man immer noch auf Länder wie China setzt, deren Geschäftsmodell – investieren, um zu exportieren – ausgehebelt werden dürfte. …

Kurzum: Die Politik wird kaum umhinkommen, an den Kern der Krise heranzugehen. Und da ist die Versuchung groß, Staatsausgaben mit frisch gedrucktem Geld zu finanzieren, auf dass in der Privatwirtschaft Umsätze und Löhne schneller als die Schulden steigen – und diese schließlich wieder tragbar werden.“

FTD 13.10.08, http://forum.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/marktberichte/:
Das-Kapital-Gelddrucken-gegen-das-Gelddrucken/425165.html?eid=313559

Und dann? Gibt es dann einen „Neuanfang“, an dem alles bloß wieder von vorne losgeht? Oder sollen wir uns auf eine dauerhafte Inflationsrate von 10 oder 20 Prozent einrichten, damit faule Kredite sich gar nicht erst aufhäufen können? Da die Banken allerdings nicht anders können, als Kredite zu Zinssätzen oberhalb der Inflationsrate zu vergeben, wäre das wohl keine besonders nachhaltige Option.

Es ist also die Frage zu stellen, warum seit zwei bis drei Jahrzehnten die Wirtschaftseinheiten (Firmen, private und öffentliche Haushalte) massenhaft „hochdefizitär“ sind, wie die FTD feststellt. Allein an der bloßen Lust, „über die eigenen Verhältnisse“ zu leben, kann es ja wohl nicht liegen. Wer einen Kredit aufnimmt, tut das regelhaft in der Erwartung, ihn mit späteren Einkünften (Gewinnen, Einkommen, Steuereinnahmen) zurückzahlen zu können. Offenbar ist diese Erwartung in den letzten Jahren immer wieder enttäuscht worden, anders ist die Überschuldung der „hochdefizitären Wirtschaftseinheiten“ nicht zu erklären.

Woran liegt es, dass die realen (also nicht spekulativen) Einkünfte so gering geworden sind, dass die aufgenommenen Kredite nicht mehr getilgt werden können? Ich versuche, diese Frage am Beispiel der Automobilindustrie zu beantworten, die in dieser Hinsicht paradigmatisch ist.1 Die aktuelle Situation wird in DIE ZEIT vom 16.10.08 in einem Artikel von D.H. Lamparter unter der Überschrift Notbremsungen recht gut beschrieben. Dort heißt es

Allgemeiner gesagt: Die kapitalistische Produktionsweise muss notwendig in die Krise geraten, wenn sie den Absatz ihrer Waren nicht im selben Maße wie ihre Produktivität steigern kann. Und das kann sie mit wachsender Produktivität und ohne Räume, in die sie noch expandieren könnte, immer weniger. Mit der Aufnahme von Krediten (z. B. indem neue Aktien ausgegeben wurden) und der Hoffnung auf späteres Wachstum ließ sich dieser säkulare Prozess eine Zeit lang verschleiern. Diese Phase scheint nun vorbei zu sein.

In den 1970er Jahren, als die Werke von Karl Marx an den Universitäten noch gelesen wurden, waren die gesellschaftlichen Folgen der Mikroelektronik zumindest an Informatik-Fachbereichen als Problem durchaus geläufig und wurden breit diskutiert: Wenn menschliche Arbeit zunehmend durch mikroelektronisch gesteuerte Maschinen ersetzt wird, dann ist das Ende der „Arbeitsgesellschaft“, damit aber auch einer Produktionsweise in Sicht, die auf der Ausbeutung der Arbeit beruht. 35 Jahre später, zu einem Zeitpunkt, in dem die absehbaren Folgen der damals neuen Technik tatsächlich eintreten, scheint das vergessen.

Jetzt werden die Marx-Bilder wieder aus den Archiven geholt und erscheinen auf den Titelseiten so mancher Zeitungen. Besser wäre es, Marx zu lesen:

Anmerkungen

Islamische Bewegung-kein Monopol

Wir,die wir uns erhoben haben,taten dies für den Islam.Unsere Republik ist eine Islamische Republik.Die Islamische Bewegung kann nicht nur auf ein bestimmtes Land beschränkt sein.Auch nicht nur auf die islamische Welt.Eine Bewegung, die um des Islam willen erfolgt.ist die Bewegung der Propheten.Auch sie, die Bewegung der Propheten,war nicht auf ein Gebiet begrenzt.Der Prophet des Islam stammte aus Arabien,seine Einladung aber erging nicht nur an die arabische Bevölkerung,war nicht nur auf die arabische Halbinsel beschränkt,sondern meinte alle,die gesamte Welt.

Ihn überall verwirklichen

Schreitet auf dem Weg des Islam einher, und setzt euch für ihn ein.Damit das Schahadat auf seinem Wege zuteil wird.Und sollten wir - In Scha´Allah - obsiegen,zum Erstarken und Sieg des Islam beitragen und überall,wo auch immer, erhobenen Hauptes sein und in allen Ländern,in allen Teilen der Welt,den Islam verwirklichen und sein Banner aufrichten können.

Islam-Ein Recht aller

Ich hoffe,dass wir das Banner des Islam - das Banner der Islamischen Republik - in allen Teilen der Welt aufrichten können und sich alle dem Islam,der ein Recht aller ist, anschliessen werden. Imam Ayatollah Ruhollah Al Musavi Al Khomeini

Boycott Zionism

Smash Zionism

Widerstand gegen Zionismus,Zionisten und deren Unterstützern!

Boycott Israel

Widerstand macht Sinn

"Wenn die Zionisten die Waffen niederlegen und sich hinter die Grenzen von 1967 zurückziehen wird es Frieden geben. Wenn der palästinensische Widerstand die Waffen niederlegt wird es niemals ein freies, unabhängiges Palästina geben." Ahmed Ibn Fahdlan in Tehran.

Revolution I

"Without a revolutionary theory there cannot be a revolutionary movement"

Revolution II

Revolution! Revolution! Nicht vom Osten!! Nicht vom Westen!! ISLAMISCHE REVOLUTION!!!

Ideologie

"Also wenn wir den Krieg nicht gewinnen was haben wir dann von der Ideologie? Also ich meine, das ist doch nicht einfach irgendetwas aus einem Buch. Eine Ideologie ist doch etwas praktisches, muß doch etwas lebendiges, etwas für Menschen sein!"

Islam Inside

Smash Imperialism

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