You are currently browsing the daily archive for August 13, 2011.

Tony Norman

Neben Dummheit und Arroganz kennzeichnet ein Mangel an Einfühlsamkeit jeden modernen Krieg. Afghanistan und Irak sind die Vorzeigefälle von sinnlosen auf Angstmacherei beruhenden Kriegen in dieser Zeit. Zufällig sind es gerade wir, die sie führen.

In der vergangenen Woche schossen die Taliban einen Chinook-Helikopter ab, als er nach einer Schießerei im Süden Afghanistans die Provinz Helmand verlassen wollte. Dreißig Amerikaner und acht Afghanen wurden getötet in dem Zwischenfall, von dem die Untersuchungsbeamten vermuten, dass es sich um einen Angriff auf den langsam fliegenden Helikopter mit einer von der Schulter abgefeuerten Rakete handelte. Es war der teuerste Tag für das amerikanische Militär seit Beginn des Krieges gegen Afghanistan. Betroffen war ein Trupp amerikanischer Elitekämpfer, aber das macht die Angelegenheit um nichts tragischer, als hätte es ein afghanisches Dorf erwischt, das durch einen Raketenangriff von einer Predator-Drohne dezimiert wurde, weil die militärische Aufklärung eine Hochzeitsfeier irrtümlich für eine Fete von al-Qaeda gehalten hat.

Gemessen auf der Skala des tödlichen, absurden Wahnwitzes kamen die Tode zumindest dem Elend nahe, mit dem Afghanistan von NATO-Kräften im Namen der Freiheit Tag für Tag heimgesucht wird. Der Talibankämpfer, der diesen Helikopter herunterholte, ist für seine Kameraden nicht weniger ein Held, als die SEALs, die Osama bin Laden geschnappt haben, für uns Helden sind. Die Ironie des Krieges besteht darin, dass er desto mehr „Helden“ auf beiden Seiten produziert, je primitiver er ist.

Das schlechte Gewissen des Käufers

Im kalten Kalkül des Krieges ist eine derartige moralische Gleichstellung einfach. Es ist verständlich, dass es uns in den Magen fährt, wenn so viele amerikanische Leben verloren gehen. Wir vergessen, dass die Menschen, die wir umzubringen versuchen, sich selbst und ihre Lebensweise in ihrem Land verteidigen.

Die „Berechtigung” unserer Sache interessiert die jungen Talibankämpfer nicht, die zur Zeit des 9/11 noch Kinder waren. Alles, was sie in ihrem bisherigen Leben mitbekommen haben, sind amerikanische Okkupation und Tod.

Wir verlieren diesen Krieg, weil die Taliban im Gegensatz zu uns kein Interesse daran haben, Geschichte zu machen. Sie wissen, dass die Geschichte auf ihrer Seite steht, es kümmert sie also nicht, was andere in ihren Büchern über sie schreiben.

Inzwischen erfinden unsere Führer neue Begründungen, um zu erklären, warum wir noch immer in Afghanistan sind. Jeder Tag, den wir länger dort sind, ist ein Zeugnis für kurzfristiges Denken an unsere nationale Ehre. Endlich beginnen immer mehr Amerikaner, sich gegen den Krieg zu stellen, aber nicht, weil er unmoralisch ist. Sie sind entsetzt darüber, dass Afghanistan Billionen Dollars aus unserer Wirtschaft abzieht.

Diese Art von Entrüstung hat mehr gemeinsam mit dem schlechten Gewissen des Käufers, der einen Spritsäufer in der Einfahrt stehen hat, als mit einem genuinen Ausbruch von moralischer Empörung über die menschlichen Kosten auf beiden Seiten.

Der „gute Krieg“

Afghanistan ist ein besonders trauriger Fall, weil sich unsere zivilen Führer auf Militärführer verlassen, die keine Ahnung haben, wie sie diesen Krieg gewinnen sollen. Sie reden davon, eine Vierte-Welt-Armee auszubilden, die gegen ein tausende Jahre altes Stammessystem kämpfen soll. Das ist unmöglich, dennoch bestehen wir – die quixotischste Supermacht der Welt – darauf, dass der Aufbau einer afghanischen Verteidigungsarmee nach unseren Vorstellungen ein gangbarer Weg ist.

Wir wissen instinktiv, dass die meisten Kriege teuer und dumm sind. Wir wissen auch, dass es bei ungefähr 99,99% der Kriege weder um irgendetwas nützliches noch moralisches gegangen ist.

Einen „guten Krieg” gibt es nur einmal in tausend Jahren oder so. Sogar diejenigen, die im Zweiten Weltkrieg gekämpft haben – und Zeit hatten, Jahrzehnte lang darüber nachzudenken – zögern, diesen als einen „guten Krieg“ zu bezeichnen. Sie wissen genug über das Töten von Feinden, um nicht in die Romantisierung zu verfallen, wie es mit ihren Kindern und Enkeln im Laufe der Jahre geschehen ist. Krieg in einem solchen Ausmaß ist nichts anderes als ein Leichenhaus.

Noch immer hat Amerika keinen Sinn für nationale Zielsetzung, wenn es um Krieg geht, schon die ganze Zeit über, seit die Japaner und die Deutschen ihre imperialen Gelüste vor 66 Jahren aufgegeben haben.

Lasst uns in Ruhe damit

Weil in unseren Kriegen jetzt in erster Linie die Kinder der Arbeiterklasse kämpfen, wird von der Gesellschaft nicht erwartet, dass sie für die Sache irgendwelche Opfer bringt. Wir verlangen gerade noch, dass die Regierung eine Begründung für das Töten in unserem Namen vorlegt.

Die Tatsache, dass die meisten Amerikaner Afghanistan nicht auf einer Landkarte finden können, zeigt am besten, dass es keinen besonderen Stellenwert in unseren nationalen Vorstellungen einnimmt.

Alles, was die meisten Amerikaner verlangen, ist, dass die Regierung die verdammten Kriege gewinnt, die sie führen zu müssen meint, und uns in Ruhe lässt mit einer Wehrpflicht oder höheren Steuern, um sie zu finanzieren. Wir wollen auch keine Vorträge über die Kultur der Völker hören, die wir umzubringen versuchen. Und verschont uns mit Bildern von zurückkehrenden Särgen und Begräbnissen auf unseren Bildschirmen und Titelseiten.

Wenn wir im Krieg sind, sind wir nicht in der richtigen Stimmung für Einfühlsamkeit – nicht einmal wenn es um amerikanische Soldaten geht.

erschienen am 10. August auf > The Inquirer (Philadelphia)

Die FAZ kaut einige der der bekanntesten Falschdarstellungen im Nahostkonflikt wieder. Von der angeblichen Zurückweisung des israelischen Angebots in Taba 2001 durch Arafat bis hin zur Absprache des Existenzrechtes Israels. Doch stimmen die Fakten?

So dreht man sich die Geschichte und Realität zurecht. Robert B. Goldmann schreibt heute in der FAZ:

Seit Begin, der den Friedensvertrag mit Ägyptens Anwar al Sadat schloss, was die Räumung der Sinai-Halbinsel erforderte, sind unter Jitzhak Rabin und Schimon Peres, Ehud Barak und Ehud Olmert, die dank amerikanischer Vermittlung Jassir Arafat und Mahmud Abbas die Hand drückten, alle Friedensbemühungen gescheitert. Präsident Clinton kam einem Erfolg am nächsten, als er und Barak kurz vor Ablauf beider Amtszeiten im Jahr 2000 glaubten, mit Arafat den Schlüssel zum Frieden gefunden zu haben. Die große Enttäuschung war, dass, wie Clinton berichtete, Arafat schließlich “nein” sagte.1

Goldmann wiederholt hier eine oft gehört Unwahrheit: Israel wollte Frieden, aber Arafat konnte den Hals nicht voll genug bekommen und ließ die Verhandlungen von Taba scheitern. Wie sieht die Realität aus?

Man hatte sich 2000 in Camp David darauf geeinigt, dass 94-96% der Westbank mit weiteren 1-3% israelischen Territoriums als Ausgleich für die Siedlungen den zukünftigen palästinensischen Staat ausmachen sollten. Ost-Jerusalem  sollte anhand ethnischer Linien geteilt werden: die jüdischen Viertel und Heiligtümer sollten an Israel gehen, die arabischen Viertel und islamischen Heiligtümer sollten Teil des palästinensischen Staates werden. Dies war die Grundlage der Verhandlungen in Taba und beide Seiten akzeptierten diese.

Dann kam es zu den weiteren Verhandlungen in Taba 2001, wo die Details (!) ausgehandelt werden sollten. Das finale Angebot der israelischen Seite sah eine Annektion von 6% der Westbank vor und bot im Gegenzug 2-3% israelischen Landes von unbekannten Wert als Kompensation. Der palästinensische Gegenvorschlag sah 3.1% Landtausch vor, der Israel noch immer Kontrolle über die meisten größeren Siedlungsblöcke gab. In Bezug auf Ostjerusalem waren sich beide Seiten sehr einig. Die Verhandlungen wurden dann urplötzlich einseitig von Barak suspendiert, angeblich wegen der bevorstehenden Wahlen, die er dann verlor. Dies geht sogar von der Homepage des israelischen Staates hervor:

Prime Minister Ehud Barak has decided today (Sunday), Jan 28, 2001, not to continue the diplomatic contacts with Palestinian Authority Chairman Yasser Arafat and his people until after the elections in Israel.2

Aber selbst das entspricht nicht der vollständigen Wahrheit, sondern wurde nur als Vorwand genommen. Einer der Hauptverhandlungsführer Israels bei den Gesprächen von Taba, Amnon Lipkin-Shahak, sagte später, dass Barak in Taba niemals seriös gehandelt hatte, da er diese Verhandlungen immer nur dazu genutzt hatte, um seinen Wahlkampf voranzubringen:

“Taba was not aimed to reach an aggreement. Taba was aimed to convince the Israeli Arabs to vote”3

Aber hier nicht genug. Es kommt noch besser. Goldmann :

Es ging während jener drei Jahrzehnte um mehr als Siedlungen, Grenzprobleme, die Zukunft Jerusalems oder selbst die Rückkehr von palästinensischen Flüchtlingen. Es ging und geht bis heute um die Anerkennung des jüdischen Staates. Kein israelischer Regierungschef könnte sich erlauben, diese Forderung abzuschwächen.

Abermals bemüht Goldmann hier eine Unwahrheit. Denn getrennt davon, was es heißt plötzlich nach der Anerkennung als “jüdischer Staat” zu rufen: Weder bei den Verhandlungen und auch nicht in den Verträgen mit Ägypten oder Jordanien, noch bei den allen vorangegangen Verhandlungen mit der PLO wurde jemals verlangt, Israel als “jüdischen Staat” anzuerkennen. Nicht in Madrid (1991),  nicht in Oslo (1993), nicht in Camp David (2000) und auch nicht in Taba (2001). Die Anerkennung beschränkte sich auf Israel als Staat des jüdischen Volkes. Dies sind zwei verschiedene Konzeptionen. Denn erstere verneint eine Gleichberechtigung der palästinensischen Bevölkerung in Israel und richtet den Staat mehr und mehr religiös aus, während letztere das Recht des jüdischen Volkes auf einen Staat meint. Die Konsequenzen beider Konzepte sind fundamental.

Erst 2007 auf der Konferenz von Annapolis wurde unter Olmert  das erste mal nach der Anerkennung Israels als “jüdischer Staat” verlangt. Dagegen macht die jetzige Regierung die Anerkennung als “jüdischer Staat” schon zu Voraussetzungen irgendwelcher Verhandlungen. Das bedeutet also, Goldmann liegt hier absolut falsch, wenn er behauptet, dass kein israelischer Staatschef diese Forderung fallen lassen könnte. Denn es hat sie vor 2007 schlicht nie gegeben.

Aber Goldmann ist ja noch nicht fertig. Es wird gar frecher:

Das Hindernis bleibt die ideologisch und politisch motivierte Weigerung, Israel anzuerkennen und als Nachbarn zu behandeln.

[…]

Aber sollten die Palästinenser und ihre vielen Freunde in den UN darauf bestehen, kann sich Washington nicht erlauben, einen palästinensischen Staat anzuerkennen, solange dieser (und viele muslimische und “Dritte Welt”-Mitglieder der UN) Israels Existenzrecht bestreitet. Für Israels Nachbarn und die Mehrheit der muslimischen Welt gehört der jüdische Staat nicht in die Region; er ist ein “Fremdkörper”.

Wen meint Goldmann hier? Die Hamas? Die PLO jedenfalls, die die derzeitigen Verhandlungsführer stellt, kann es ja nicht sein. Die hatte schon im November 1988 in Algier die UN Resolution 181 und einige Zeit später die Resolution 242 und somit auch Israel anerkannt.

Dann gibt es da auch noch die Initiative des saudischen Kronprinzen Abdullah aus dem Jahre 2002, durch die einstimmige Annahme der Arabischen Liga – auch “Arabische Initiative” genannt – die genau die Vorschläge Baraks (inklusive dem Verzicht auf das praktisch ausgeübte Rückkehrrecht bei einem “gerechten” Ausgleich und einer Rückkehr von Flüchtlingen im zehntausend stelligen Bereich) wieder aufnahm. Im Gegenzug sollte Israel normale Beziehungen inklusive Handel und Tourismus zu allen Staaten der Arabischen Liga erhalten. Israel beachtete die Initiative nicht und schwieg zu dem Angebot.4

Das ganze Gejammer von Goldmann, die Welt würde Israel das Existenzrecht bestreiten, ist ein Hohn und könnte dreister nicht sein. So geht also Geschichtsunterricht für FAZ-Leser.

  1. “Es geht um das Existenzrecht Israels” – FAZ Printausgabe, 12 August 2011; Hervorhebnungen durch Schmok  []
  2. “PM Barak: Diplomatic contacts with Palestinians halted until after election” – 28. Januar 2001 []
  3. Swisher: “Truth about Camp David”, S. 403, zitiert bei Norman Finkelstein: “Beyond Chutzpah. On the Misuse of Anti-Semitism and the Abuse of History”, S. 311 []
  4. Zur saudischen Initiative siehe:“Arab League endorses Saudi peace plan” – The Guardian, 28. März 2002; zum praktischen Verzicht des Rückkehrrechtes siehe: “Arab leaders reach agreement by fudging refugee question” – The Guardian, 29. März 2002 []

Quelle

Islamische Bewegung-kein Monopol

Wir,die wir uns erhoben haben,taten dies für den Islam.Unsere Republik ist eine Islamische Republik.Die Islamische Bewegung kann nicht nur auf ein bestimmtes Land beschränkt sein.Auch nicht nur auf die islamische Welt.Eine Bewegung, die um des Islam willen erfolgt.ist die Bewegung der Propheten.Auch sie, die Bewegung der Propheten,war nicht auf ein Gebiet begrenzt.Der Prophet des Islam stammte aus Arabien,seine Einladung aber erging nicht nur an die arabische Bevölkerung,war nicht nur auf die arabische Halbinsel beschränkt,sondern meinte alle,die gesamte Welt.

Ihn überall verwirklichen

Schreitet auf dem Weg des Islam einher, und setzt euch für ihn ein.Damit das Schahadat auf seinem Wege zuteil wird.Und sollten wir - In Scha´Allah - obsiegen,zum Erstarken und Sieg des Islam beitragen und überall,wo auch immer, erhobenen Hauptes sein und in allen Ländern,in allen Teilen der Welt,den Islam verwirklichen und sein Banner aufrichten können.

Islam-Ein Recht aller

Ich hoffe,dass wir das Banner des Islam - das Banner der Islamischen Republik - in allen Teilen der Welt aufrichten können und sich alle dem Islam,der ein Recht aller ist, anschliessen werden. Imam Ayatollah Ruhollah Al Musavi Al Khomeini

Boycott Zionism

Smash Zionism

Widerstand gegen Zionismus,Zionisten und deren Unterstützern!

Boycott Israel

Widerstand macht Sinn

"Wenn die Zionisten die Waffen niederlegen und sich hinter die Grenzen von 1967 zurückziehen wird es Frieden geben. Wenn der palästinensische Widerstand die Waffen niederlegt wird es niemals ein freies, unabhängiges Palästina geben." Ahmed Ibn Fahdlan in Tehran.

Revolution I

"Without a revolutionary theory there cannot be a revolutionary movement"

Revolution II

Revolution! Revolution! Nicht vom Osten!! Nicht vom Westen!! ISLAMISCHE REVOLUTION!!!

Ideologie

"Also wenn wir den Krieg nicht gewinnen was haben wir dann von der Ideologie? Also ich meine, das ist doch nicht einfach irgendetwas aus einem Buch. Eine Ideologie ist doch etwas praktisches, muß doch etwas lebendiges, etwas für Menschen sein!"

Islam Inside

Smash Imperialism

Kategorien

August 2011
M D M D F S S
« Jul   Sep »
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031  

Paperblog