Frankreich führt seine Leaderrolle im Kampf gegen den libyschen Diktator Muammar Gaddafi offenbar weiter. Saif al Islam hat Verhandlungen mit den Franzosen bestätigt.

«Die Wahrheit ist, dass wir mit Frankreich verhandeln und nicht mit den Rebellen», sagte Saif al Islam Gaddafi, Sohn von Muammar Gaddafi, in einem Interview mit der algerischen Zeitung El Khabar.

«Unser Gesandter bei Sarkozy berichtete mir, dass der französische Präsident ihm sagte: ‹Wir haben den Rat der Rebellen erschaffen. Ohne unsere Hilfe, unser Geld und unsere Waffen hätte er nie existiert›», so Saif al Islam weiter. Ausserdem soll Sarkozy gesagt haben, wenn man sich mit Tripolis einige, könne ein Waffenstillstand erreicht werden.

Bombardierungen stoppen für Gespräche

Kurze Zeit vor der Veröffentlichung des Interviews hatte der französische Verteidigungsminister Gerard Longuet erklärt, die Rebellen sollten zu Gesprächen mit dem libyschen Machthaber Gaddafi zusammenkommen. Falls dies geschehe, werde die Nato ihre Bombardierungen einstellen.

Frankreich bestätigt von offizieller Seite die Gespräche mit dem Regime in Tripolis. Allerdings seien diese Kontakte indirekt und nicht direkt. «Frankreich hat immer gesagt, man strebe eine diplomatische Lösung an», sagt Regierungssprecher Bernard Valero. «Die Nachrichten sind simpel und ohne Mehrdeutigkeit. Jede politische Lösung muss mit Gaddafis Macht-Abgabe beginnen», so Valero weiter.

Offenbar verliert Frankreich langsam die Geduld mit den libyschen Rebellen. Deren Angriffsbemühungen sind seit Wochen kaum vorangekommen. Frankreich hatte in der internationalen Koalition gegen das Gaddafi-Regime eine Führungsrolle eingenommen und war massgeblich an den Nato-Beschlüssen gegen das Regime beteiligt.

Rebellen wollen weiter angreifen

Die Rebellen sammeln ihre Kräfte, um die Gaddafi-Truppen 50 Kilometer südlich von Tripolis bei Gharyan anzugreifen. Sie wollen die Versorgungsrouten für die libysche Hauptstadt kappen. Gegenüber dem TV-Sender Sky-News sagten sie, sie wollten bald angreifen.

Im Westen des Landes haben Gaddafis Streitkräfte die Rebellen schwer unter Beschuss genommen. Bei einem Angriff auf die Stadt Zliten wurden laut Egyptian Gazette vier Rebellen getötet und über 20 verletzt.

Quelle

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