Der Iran ist ein Land, in das man besser  einmal  reisen sollte, als hundertmal die anderen darüber erzählen zu hören. So sagt die Chefredakteurin der Zeitung Prawda, Victoria Yasnapolskaya.  Sie hat in ihren Reisenotizen vorurteilsfrei alle Fortschritte der Islamischen Republik Iran  festgehalten und ihre Reise als „Entdeckung eines neuen Planten namens Irans“ bezeichnet. Ihre unparteiische Dokumentation über die Wirklichkeit Irans verdeutlicht die Tatsache, dass der heutige Iran nicht durch die Brille der Vorurteile gesehen werden darf. Der Iran hat   einen schwierigen Weg zurückgelegt und führt  diesen entschlossen weiter.

In dem Bericht von Frau Yasnapolskaya  heißt es:  Als erstes ist zu sagen, dass die Vorstellung, dass der Iran völlig politisch ist und die Bevölkerung in diesem Land nur mit Demonstrationen beschäftigt sind, die von Gewalt begleitet werden, völlig falsch ist.  In Wahrheit sind die Berichte, welche die westlichen Medien vom  Demonstrationsort anfertigen, nur begrenzte Kameraaufnahmen und zur gleichen Zeit nimmt in Teheran mit seinen 15 Millionen Einwohnern das Alltagsleben einen ruhigen Verlauf.  Vor der Islamischen Revolution war die iranische Regierung absoluter Befürworter des Westens. Zu der Zeit waren der Besuch von Kabaretts und das Trinken von Alkohol und das Tragen von kurzen Röcken erlaubt, aber nun verkehren die Frauen in der Öffentlichkeit mit dem Hidschab in Form des Kopftuchs oder des Ganzschleiers.  In den Autobussen Irans sitzen die Frauen und Männer zwar getrennt, aber die Regeln in der islamisch-iranischen Republik sind nicht so streng wie die Gesetze in einigen arabischen Ländern. Die Frauen im Iran bedecken ihr Gesicht nicht  und sind im Gesellschaftsleben aktiv.“

Der Chefredakteurin der Zeitung Prawda fügt hinzu:  In Wahrheit ist zu sagen, dass die Iraner  sich deutlich von  arabischen Völkern  unterscheiden. Im Restaurant eines 5-Sterne Hotels im Iran hatte ich ein interessantes Erlebnis. Ein saudischer Scheych  betrat mit drei schwarz verhüllten Frauen, von denen nur die Augenpartie zu sehen war,  das Restaurant. Der Scheych  zeigte mit dem Finger auf das Essen seiner Wahl und setzte sich dann an einen der Tisch. Dann setzten sich auch nacheinander die Frauen.  Für alle wurde das gleiche Gericht gebracht wie für den Mann. Erst nach dem der Mann gegessen hatte, kam die Reihe an die Frauen.

Ein solches Verhalten ist in der iranischen Gesellschaft nicht denkbar. Die Frau nimmt im Iran einen würdigen Platz ein. Es ist nicht zu leugnen, dass sie  ein Kopftuch tragen muss,  aber die iranische Frau ist niemals bereit, wie Frauen in Saudi Arabien die Rolle eines Dienstmädchens zu übernehmen.

Die Iranerin  nimmt einen Platz als ein Mensch mit Würde ein und betrachtet ihren Hidschab als Faktor für Sicherheit und Gesundheit der Gesellschaft.“

Wie diese russische Autorin schreibt, bedeutet die Beachtung der islamischen Kleidungssitte kein Hindernis für die gesellschaftliche Tätigkeit der Frauen. Im Gegenteil: Die Iranerinnen dehnen ihre Aktivitäten immer weiter aus. In dieser Beziehung genügt es schon zu wissen, dass fast 70 Prozent aller iranischen Studenten weiblich sind.

Frau Yasnapolskaya  hat auch die iranische Küche besonders  Tschelokebab – Reise mit gegrilltem Fleisch zugesagt. Aber  der bekannte russische Autor Alexander Prokhanov , Chefredakteur bei der Zeitung   Zaftra, hat, als er im Dezember 2010 im Iran war, auf die Frage nach dem iranischen Essen, gesagt:

„Ich möchte nicht über iranisches Essen und geringfügige Dinge sprechen. Ich möchte von einem Menschen sprechen, der von dem schönen Gefühl der göttlichen Welt fasziniert ist. Einem   Menschen, der mit der Kraft seines Glaubens zu Helden und Erschaffern von Werten wird, so dass er sich  an den Kampffronten seines Lebens opfert.  Ein Mensch der inmitten seiner Schwierigkeiten die Theorie von der Gerechtigkeit beachtet. Ich möchte von der iranischen Bevölkerung und ihrer Theokratie im Iran sprechen.  Menschen, die an die Ewigkeit glauben und bei denen obenan in ihrer transparenten Weltanschauung, die Gottesanbetung steht.   Dieses Gefühl hat  eine große Wirkung auf mich gehabt und ich habe begriffen, dass das ewige Leben auf sehr hoher Ebene  steht und erleuchtend wirkt…. Dies ist ein Gefühl, das wachrüttelt und den Menschen neu werden lässt.  Es ist ein Mensch mit Glauben, der sein Erdenleben dafür opfert um in einer höheren Welt  sein Dasein weiterzuführen. Dieser neue Mensch im Iran hat mich mehr als alles andere beeindruckt.“

Frau Yasnapolskaya  schreibt an einer anderen Stelle des Artikels: In Wahrheit stellte sich beim Eintreffen unserer Equipe im Iran heraus, dass alle meine vorherigen Vorstellungen über dieses Land falsch waren. Schon einer dieser Vorstellungen wurde während des Fluges in den Iran beseitigt. Vorher hatte man uns gewarnt, die iranischen Flugzeuge wären nach Männer und Frau getrennt und sobald jemand das Flugzeug besteigt, müsse er die Gesetze im Iran beachten.  Deshalb habe ich ein Kopftuch und ein sehr langes Kleid für diese Reise gewählt. Aber nachdem ich in das Flugzeug eingestiegen bin, habe ich sofort gemerkt, dass meine Befürchtungen unbegründet waren. Frauen und Männer saßen nebeneinander und alle weiblichen Fluggäste  im Flugzeug, waren normal gekleidet.“

Die russische Prawda-Redakteurin weiter:

Eine weitere falsche Vorstellung war die, dass Iran eine hermetisch abgeschlossene  Gesellschaft bildet. Diese Vorstellung verflog sofort beim Betreten des Landes. Die Reklameschilder auf den Straßen Teherans  zeigten die  Werbung von großen japanischen, chinesischen, türkischen, südkoreanischen, französischen und polnischen Unternehmen.  Auch weist Iran hinsichtlich der Verbreitung der Computernutzung  deutlich einen Fortschritt auf.  In Teheran gibt es zahlreiche  Internet-Kaffees, in denen sich junge Leute stundenlang aufhalten. Hinsichtlich der Benutzung des Internets gibt es kaum Einschränkungen.  Allerdings beschränken die Internet-Servicedienste den Zugang zu einigen primitiven Seiten, aber mit einem entsprechenden Programm können diese Einschränkungen aufgehoben werden.“

Die Chefredakteurin der Prawda schreibt über Kunst und Kino im Iran“ Das Kino ist Anzeiger für Veränderungen im Iran. Auch wenn die Filmemacher sich in den ersten Tagen nach der Revolution in dem Rahmen strenger Gesetze des Islams sich bewegen mussten, so hat das iranische Kino in den letzten Jahren einen grundlegenden Wandel erfahren. Auch sind  heute iranische Regisseurinnen sehr aktiv.  Es lässt sich sagen, dass es heute eine neue Generation von Regisseuren gibt, die eine neue Einstellung zum Leben und zur Kunst formen.“

Frau Yasnapolskaya   bezeichnet das Gefühl der Unabhängigkeit und des Selbstwertes unter den Iranern, welches sie dazu veranlasst,  keine Fremdeinmischung der Fremden in die internen Angelegenheiten des Irans zu akzeptieren, als auffallend. Sie schreibt, auch wenn es im Iran Proteste gibt, so sind sie rein interner Natur und das einzige was der Westen zustande bringt ist die Verdrehung der Tatsachen im Iran.

Über die iranische Regierung schreibt diese russischen Autorin schließlich: in der 30 Jahren der Geschichte der Islamischen Revolution, läuft im Iran ein einmaliger Versuch in Form der  religiösen Volksregierung, was die Weltpolitik  hinsichtlich der Erfahrungen, enorm bereichert.  Natürlich ist es noch zu früh ein Urteil über den Erfolg und die Treue zu diesem Regierungsmodell zu fällen. Die Islamische Regierung im Iran weist deutliche Unterschiede zu  nicht-religiösen, liberalistischen Regierungen auf. In den letzten 10 bis 15 Jahren, wurde im Iran eine moderne Demokratie aufgestellt. Sie ist zwar mit dem Islam vermischt ist, aber  sie passt sich den  zeitgenössischen Lebensbedingungen im Iran an. Allerdings kann ich nicht meine Beobachtungen im Iran alle in einem Artikel niederschreiben. Ich kann nur der Islamischen Republik Iran, Größe, Überwindung der Probleme und Wahrung ihrer besonderen  Identität wünschen.

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