Am späten Abend des 11. März wurde in der mitten in der Westbak gelegenen illegalen Besatzersiedllung Itamar der IDF-Offizier Rabbi Udi Fogel, seine Frau sowie drei ihrer Kinder im Alter zwischen drei Monaten und elf Jahren mit Hilfe eines Messers im Schlaf brutal ermordet.

Während es bei den weit mehr als einem Dutzend Palästinsern, die Israelis allein in diesem Jahr brutal ermordet haben, keine nennenswerte mediale und politische Reaktion gab, berichteten die Medien weltweit über dieses Verbrechen als barbarischen palästinensischen Terrorakt und Politiker von Mahmud Abbas über Hillary Clinton bis hin zu Guido Westerwelle verurteilten das Verbrechen als barbarische Tat.

Während alle bekannten palästinensischen Fraktionen einschließlich der Hamas erklärten, zu dem Verbrechen in keinerlei Beziehung zu stehen, berichteten Medien weltweit über das Verbrechen, alls sei es ein politischer Terrorakt der Palästinser gewesen. Weiterhin wurde berichtet, dass Benjamin Netanjahu als Reaktion auf den Fünffachmord den Bau 500 neuer Wohneinheiten für Besatzer in illegal auf palästensischem Gebiet errichteten Siedlungen genehmigt hat. Darüber, dass zionistische Siedler nach dem Verbrechen außerdem im Westjordanland beschützt unter tatkräftiger Mithilfe israelischer Soldaten einen mehrere Tage andauernden Progrom gegen Palästinenser begingen, berichteten die meisten Medien hingegen genausowenig, wie das die Siedler von Itamar als Reaktion auf das Verbrechen mit dem Errichten eines neuen Outposts zum weiteren Landraub begonnen haben und als Reaktion auf das Verbrechen Hunderte von Palästinsern verhaftet haben.

Zum Tathergang berichtete die israelische Polizei und darauf aufbauend praktisch alle Medien der Welt, dass die Täter über den drei Meter hohen mit Y-Stacheldrahtkronen bestückten Zaun der Siedlung gesprungen seien, den NATO-Draht davor überwunden hätten, dann durch das offene Panorama-Fenster des Wohnzimmers unerkannt von dem dort schlafenden Kind ins Haus der Opfer eingedrungen seien, dort das Panoramafenster geschlossen und die fünf grausamen Messermorde verübt haben und dann durch die Tür und schließlich wieder ohne ihn sichtbar zu beschädigen über den drei Meter hohen Zaun der Siedlung springend geflüchtet seien. Der Zaun der Siedlung sei mit einer Alarmanlage verbunden, die Wachpersonal in der Siedlung die Berührung des Zaunes sowie die Stelle, an der der Zaun berüht wurde, anzeigt, aber der Wachmann, der sofort nach den Alarm zu der Stelle der Berührung eilte, hätte niemanden gesehen, die Alarme jeweils für einen der häufigen durch ein Tier verursachten Fehlalarm gehalten und es deshalb vorschriftsmäßig unterlassen, Hilfe von einem etwa einen Kilometer entfernten Posten der IDF zu holen.

Die Zaunanlage der Siedlung ist auch Videoüberwacht, aber die Täter hätten einen Teil des Zaunes überquert, der von den Überwachungskameras wegen eines Fehlers nicht eingesehen werden konnte, wobei offen ist, ob der Fehler konzeptioneller oder technischer  Natur sein soll. Deshalb gebe es von den Tätern keine Bilder und die Identität der Täter sei so schwer festzustellen. Obwohl die Täter unbekannt sind, und offenbar auch nicht definitiv geklärt ist, ob das Verbrechen durch einen oder mehrere Täter verübt wurde, behaupten Polizei, Medien und Politiker mit großer Überzeugung, dass völlig klar ist, dass die Täter Palästinenser waren und die Tat ein Terrorakt war. Wütende israelische Politiker haben von einem westlichen Nachrichtensender, der die Täterbezeichnung Terrorist in Anführungszeichen gesetzt hatte, eine Entschuldigung gefordert.

Die Behauptung, dass die Täter Palästinenser waren, wird insbesondere mit dem mutmaßlichen Motiv der Täter, nämlich Rache, begründet. Dabei geht es nicht nur darum, dass die Siedler der illegalen Siedlung Itamar weit und breit für ihre ganz besondere Menschenverachtung bekannt sind. Vor etwa einem Jahr haben israelische Soldaten in der Nähe der Siedlung zwei palästinensische Jugendliche eines nahen Palästinenser-Dorfes beim Abfall sammeln erschossen. Der Tod der Jugendlichen wurde von der isralelischen Armee untersucht, dabei kam man zu dem Ergebnis, dass das Erschießen der Palästinenser unnötig war, die Soldaten jedoch wurden freigesprochen, weil sie auf Befehl handelten, und die Vorgesetzten nur mit einer Ermahnung bestraft.

Des weiteren ist bekannt, dass der Chef der Siedlung Itamar bis vor einem Jahr Brigadegeneral und Chefrabbiner der israelischen Armee war. Vor der Operation Cast Lead in Gaza vor zwei Jahren hat er an die Soldaten eine religiöse Broschüre verteilt, in denen den Soldaten erklärt wurde, das es Sünde sei, wenn israelische Soldaten im Krieg Gnade gegenüber Opfern zeigen würde, denn Krieg sei nun mal Krieg. Die israelischen Soldaten begingen in Gaza anschließend Massaker, bei denen sie mehrere Hundert palästinensische Kinder umbrachten, noch mehr Erwachsene und viele davon starben sinnlos, absichtlich und grausam.

Darauf, dass einige Tatumstände, wie das unbemerkte und praktisch spurenlose Überqueren des Zaunes an der richtigen, unbeobachteten Stelle und das spurenlose Eindringen in das Haus der Opfer eher für eine Tat eines Täters sprechen, der von innerhalb der Siedlung kommt, ging nicht ein einziges Medium, geschweige denn Politiker und Polizei, ein.

Nun hat die palästinensische Nachrichtenagentur Maan unter Berufung auf notorisch mit Israel kollaboriende Sicherheitskräfte erklärt, Israel hätte einige Thailänder mitgenommen, die in der Siedlung Itamar als Gastarbeiter gearbeitet hätten. Wie andere Quellen weiter erklären, bestehe der Verdacht, einer der von Siedlern notorisch schlecht behandelten thailändischer Gastarbeiter sollte vom Opfer um seinen Lohn für seine Zeit als Gastarbeiter in Israel geprellt werden und dafür hätte er sich durch den Mord gerächt.

Eine Entschuldigung Israels für die kollektive und voreilige Beschuldigung von Palästinensern, die an das Verbrechen anschließenden anti-palästinensischen Progrome und die Aussetzung der Genehmigung der aus Rache genehmigten neuen Siedlungseinheiten gab es von Seiten Israels nicht. Israel hat stattdessen seitdem über die Ermittlungen zu dem Fünffachmord in der Siedlung Itamar eine Nachrichtensperre verhängt. Offiziell heißt es nun, die Täter seien nach wie vor unbekannt und nach ihnen werde mit Hochdruck gefahndet. Auch westliche Medien, die mit einseitiger und voreingenommener Berichterstattung am Schüren der anti-palästinensischen Pogrome mitgewirkt haben, haben ihre voreilige Behauptung, Palästinenser seien die Täter, bisher weder korrigiert noch sich dafür entschuldigt.

Quelle

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