Die Islamische Revolution war eine bewusste Reaktion auf die Vernichtung der sozialen Werte und ein Widerstand gegenüber der kulturellen Auslöschung.

Die Kultur ist die Seele einer Zivilisation. Die Zivilisation entsteht, indem sich die Kultur und das Denken konkret in den Beziehungen und Einrichtungen in der Gesellschaft niederschlagen. Aber es ist nicht einfach einen klaren Trennstrich zwischen Kultur und Zivilisation zu ziehen. Viele Denker und Schriftsteller haben versucht zu definieren, was Kultur ist. Einige betrachten Kultur als Gesamtheit von Wissen, Überzeugungen, Künsten, Moral, guten Sitten und Bräuchen und jede Art von Fähigkeit, welche durch den Menschen erlangt werden. Andere betrachten alle menschlichen Erzeugnisse als Kultur im Gegensatz zu den natürlichen Erzeugnissen. In einer neuen Umschreibung des Begriffes ist Kultur die bewusste gewonnene soft ware einer Zivilisation.

Bei der Entstehung einiger Revolutionen hat die Kultur eine wichtige Bedeutung gehabt. Viele Analytiker, die sich mit den Gründen für den Sieg der Islamischen Revolution beschäftigt haben, halten kulturelle Faktoren, insbesondere das religiöse Denken der Bevölkerung für den wichtigsten Entstehungsgrund dieser Erhebung.

So weist Michael Fisher in seinem Buch „Iran von der Religionsdebatte zur Revolution“ darauf hin, dass, auch wenn politische und wirtschaftliche Ursachen bei der Entstehung der Revolution im Iran eine Rolle gespielt haben, dennoch Form und Ausgangspunkt dieser Revolution und ihr Entstehungsort in großem Ausmaß auf religiöser Protesttradition beruht. Er und andere Schriftsteller sind der Ansicht, dass sich zwar die Wirtschaftsmaßnahmen und Politik des Schahs auf die verschiedenen Bevölkerungsgruppen sehr negativ ausgewirkt hatte und intensiv der Mangel an Freiheit in der iranischen Gesellschaft verspürt wurde, aber die Wandlung in der Bevölkerung in Wahrheit auf die revolutionäre schiitische Kultur zurückzuführen ist. Diese ließ die Revolution entstehen und sie siegen.

Wie war es nun um die Kultur vor der iranischen Revolution bestellt?

Die kulturelle Entfremdung und das Streben nach Nachahmung der fremden Kulturen waren zwei wichtige Faktoren für den Sturz des Pahalvie-Regimes. Unter der Pahlavie-Dynastie war überall der Hang zum Westen zu verspüren insbesondere in Kultur und Kunstzentren. Das schlimmste Mitbringels des Bündnisses zwischen diesem Regime und dem Westen war die Westhörigkeit. Mohammad Ali Rahmatinia, Universitätsdozent und Experte für Kulturfragen sagt dazu:

„Die islamisch-iranische Kultur der Bevölkerung wurde zur Zeit der Pahlavis und besonders ab der 60iger Jahre nicht berücksichtigt und das Regime wollte die Fremdkulturen und Dekandenz aus dem Westen einflößen.“Dr. Rahmatinia verwies auf die Kulturpläne des Schahregimes und sagte: „Wenn wir das Ausmaß der Kulturstrategien des Pahlavieregimes in Musik, Kino, Theater, Büchern usw. untersuchen, stellen wir fest dass überall die Dekandenz und Zügellosigkeit angestrebt wurde und man sich nirgendwo auf die iranischen und islamischen Kulturmodelle stützte. Dies wuchs allmählich zu einem Motiv für den Ehrgeiz und die Initiative der Bevölkerung in Richtung Sturz dieses Regimes.

Das Schahregime verfolgte außerdem eine Politik der Islambekämpfung. In Kinofilmen wurden offen die islamischen Werte herabgesetzt und es wurde Musik primitivster Art verbreitet. Das Schahregime setzte, um die Bevölkerung von ihren religiösen Überzeugungsgrundlagen abzubringen, das Projekt eines radikalen Nationalismus und der Verehrung der Antike auf die Tagesordnung. Durch Hervorhebung der Antike Irans und Preisung der vorislamischen Werte und Bräuche wurde versucht, die hohen Begriffe des Islams an den Rand zu drängen und eine leere Hülle aus dem Islam zu machen. Feste wie das Schiraser Kunstfest, bei dem offen die Anständigkeit beiseite gestellt wurde, waren eine Beleidigung der Kultur des Volkes und entfachten Funken des Protestes unter den Massen.

Die Bevölkerung suchte bei der Geistlichkeit Schutz, um sich gegen die Schah-Regierung zu wehren. In den 60iger und 70ger Jahren eskalierten die Stellungnahmen Imam Chomeinis gegen die Verbreitung der fremden Kulturen im Iran: Die Menschen rückten zusammen und protestierten gegen den Status Quo.

Michel Foucault, ein westlicher Theoretiker hat in seinem Buch über die Revolution im Iran diese als erste Revolution in moderner Form bezeichnet, die ohne Parteiorganisationen entstand und in ihrer Art einmalig war. Er betrachtet die Islamische Revolution als eine bewusste Reaktion auf die Vernichtung der sozialen Werte und und als Widerstand gegenüber der kulturellen Auslöschung.

Als die Islamische Revolution entstand, erlebten die dynamischen und starken Elemente in der Kultur und Identität der Iraner eine erstaunliche Wiederbelebung. In Wahrheit hat der Geist der Gerechtigkeitssuche und der Bekämpfung von Fremdherrschern, der in der Islamischen Revolution beinhaltet war und in den Losungen der Menschen in ihren Anti-Schah-Demonstrationen zum Ausdruck kamen, zur Folge gehabt, dass das Erbe der Zivilisation des Irans und Islams gegen die Herrschaft der Westhörigkeit eingesetzt wurde. Diese Rückkehr zur Kultur des Irans und Islams brachte gewaltige Errungenschaften in den verschiedenen Bereichen. Die Islamische Republik betrachtete Kultur und Kulturwandel als eine ihrer wichtigsten Fragen.

Die Zunahme der Studierenden, die Reduzierung der Analphabetenrate, die wissenschaftlichen Erfolge von Elitekräften, das Bündnis zwischen dem theologischen Zentrum und der Universität, der Hang zu einem einfachen Leben , die Förderung des Geistes zur Opferbereitschaft unter der jungen Generation und ihre Zuwendung zur Spiritualität sind alles wichtige kulturelle Errungenschaften nach dem Sieg der Islamischen Revolution.

Aber der wichtigste Erfolg im Bereich Kultur ist wahrscheinlich die Herstellung des kulturellen Selbstverstrauens. Wie Sie wissen, ist der erste Schritt für eine Reform und konstruktive Entwicklung, die Reform der Einstellung und Überzeugungen. Die Islamische Republik hat unter der Führung Imam Chomeinis den Menschen zu kulturellem Selbstvertrauen und Hinwendung zu den islamischen und iranischen Werten verholfen.

Diese Unabhängigkeit im Bereich der Kultur ließ die Bevölkerung auf ihre ureigenste Identität Wert legen und ihre Überzeugungen, Sitten und Bräuche, ihre Sprache und Schrift schätzen und um deren Wahrung bemüht sein. Die Beachtung der Gebote des Islams durch die iranische Bevölkerung hatte zur Folge, dass sich ihre Kultur im Privat- und Gesellschaftsleben wandelte und sie sich von inkorrekten Erscheinungen des Westens abwandten.

Das Oberhaupt der Revolution, Ajatollah Khamenei sagt über die Wichtigkeit dieser Errungenschaften:

„Die Islamische Republik hat die westliche Kultur abgelehnt und gesagt: „Wir haben eine unabhängige, islamische Kultur. Es liegt fest, wie sich die Muslimen im Umgang mit anderen, hinsichtlich seiner eigenen Kultur, beim Essen und beim Kleiden, beim Lernen, im Verhältnis zur Regierung, in der Beziehung zu den anderen und bei Handelsgeschäften verhalten sollen. Wir wollen dies nicht vom Westen übernehmen und ihn  nachahmen.“

Wichtig sind auch der Wertewandel im Privat – und Gesellschaftsleben gewesen. Einige Dinge, die vor der Revolution etwas zählten, wurden zu Anti-Werten, während die Gesellschaft neue hohe Werte dazu gewann. Zum Beispiel waren vorher einige Bevölkerungsteile stolz, wenn sie ein luxuriöses Leben besaßen und nach westlichem Muster lebten, aber dank der Islamischen Revolution und der neuen Dominanz der religiösen revolutionären Kultur und Denkweise wandte sich die Bevölkerung immateriellen Werten wie Wissenschaft, Gottesfurcht, Religiosität , Genügsamkeit und Wohltätigkeitssinn zu. Der Wertewandel ist also für die meisten Iraner die größte Errungenschaft der Islamischen Revolution. Besonders für die Jugend. Sie brachte die Spiritualität und die Opferbereitschaft in Erfahrung und erweckte sie zu neuem Leben. Wer sich während der Revolution änderte, und während der 8-jährigen Verteidigung gegenüber der Saddam-Armee die größten Heldentaten vollbrachte, sind vor allen Dingen diese jungen Menschen gewesen, die dank der Islamischen Revolution auch für andere Freiheitsliebende und Kämpfer gegen die Hegemonie zum Vorbild wurden. Lassen Sie uns daher aller Märtyrer der Revolution gedenken!

Advertisements