In der ersten öffentlichen Rede nach seiner Rückkehr aus dem Exil hat der irakische Schiitenführer Muktada al-Sadr zum Widerstand gegen die US-Truppen aufgerufen.

„Wir werden uns immer dem Besatzer widersetzen, mit militärischem Widerstand und allen Mitteln“, sagte Sadr am Samstag vor Tausenden begeisterten Anhängern in der Stadt Nadschaf. Zugleich lehnte er Gewalt gegen Iraker entschieden ab: „Wir sind ein Volk und wir sind nicht einverstanden mit den Gruppen, die für Mörder verantwortlich sind.“
Al-Sadr gilt als entschiedener Gegner der US-Präsenz im Irak. Er unterstützt die neue irakische Regierung des Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki und konnte sich bei der Wahl 2010 mit seinem Wahlbündnis „Irakische Nationalallianz“ 70 Sitze im Parlament sichern.
Nun forderte al-Sadr seine Anhänger dazu auf, der neuen Regierung unter dem schiitischen Ministerpräsidenten eine Chance zu geben. Sie solle den Beweis erbringen können, dass sie dem Volk diene. Al-Sadr mahnte, die Autorität von Armee und Polizei zu achten. Waffen seien „nur für die bewaffneten Organe“ gedacht, sagte der Geistliche, rief den Anhängern aber auch zu: „Noch sind wir Kämpfer.“

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