Zehntausende bejubeln radikalen Schiiten-Führer as-Sadr

Zehntausende Iraker sind am Samstag in Nadschaf auf die Straße gegangen, um den radikalen Schiiten-Politiker Muqtada as-Sadr zu begrüßen.

As-Sadr war am Donnerstag nach vier Jahren Exil im Iran in seine Heimat zurückgekehrt. Am Samstag berichtete er in der schiitischen Hochburg Nadschaf (160 km südlich von Bagdad) erstmals über sein politisches Programm.

Vor rund zwei Jahren besuchte US-Warlord George W. Bush den Irak zum Abschied. Und obwohl er sich nur mit handverlesenem Publikum umgab, flogen ihm dort Schuhe um die Ohren. Ganz anders ist die Rückkehr von Muktada al-Sadr verlaufen. Zehntausende jubelnde Iraker versammelten sich am  Freitag, um der Begrüßungsrede des schiitischen Geistlichen zu lauschen, der vor wenigen Tagen aus dem Iran in den Irak zurückgekehrt war.

Wie Angry Arab erklärt, hat Muktada al-Sadr seine Studienzeit in Qom offenbar auch dazu genutzt, an sich zu arbeiten. Wie er sagt, habe der früher häufig übellaunig wirkende Muktada al-Sadr in seine heutige Rede eloquente Scherze einfließen lassen und wusste die Menge geschickt in ihrem Protest gegen die Schurkenstaaten Israel und USA zu dirigieren. Er erinnerte in seinem Auftreten an Sayyed Hassan Nasrallah, der einer der beliebtesten Politiker im Nahen Osten ist. Laut Reuters rief der schiitische Prediger die Iraker zum weiteren Widerstand gegen die amerikanischen Besatzer auf.

Al-Sadrs Anhänger kontrollieren 40 der insgesamt 70 Sitze, die die von Schiiten dominierte Irakische Nationalallianz (NIA) im irakischen Parlament hat. Die NIA ist mit 70 Stimmen die drittstärkste Partei im 325-Sitze-Parlament des Landes.

Nach der Invasion der USA 2003 hatte as-Sadr als Chef der 60.000 Mann starken Mahdi-Miliz mehrere blutige Aufstände gegen die US-Truppen gestartet und setzte sich 2006 in den Iran ab. 2007 berichtete die Zeitung Independent, dass das US-Militär ein Attentat auf as-Sadr geplant habe.

Die Botschaft von Muktada al-Sadr ist klar: Versuche, die Stationierung von Truppen bis über das Jahresende hinaus auszudehnen können sich die US-Besatzer von der Backe putzen und an die Errichtung von permanenten Basen im Irak brauchen sie gar nicht zu denken. Die USA darf sich glücklich schätzen, wenn der Irak nach Jahresende die US-Botschaft in Bagdad nicht dicht macht. Die USA dürfen schon planen, Geschichtsbücher zu drucken, wo drin steht: 2003: USA haben einen verbrecherischen Angriffskrieg gegen den Irak gestartet. 2011: USA haben den Krieg verloren.

Quelle


 

 

 

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