Viele große Männer der Geschichte verdanken ihren Erfolg ihrer Mutter und ihrer Ehefrau.

Daher darf die Rolle der Frauen im Hintergrund von Ereignissen oder auch ihre direkte Anwesenheit auf dem Schauplatz des Geschehens nie vergessen werden.


Zu den unvergesslichen Ereignissen in der Geschichte des Islams, welche eine grundlegende Wende für das Volk der Muslime mit sich brachte, gehört die Erhebung Imam Hussains a.s. Bei diesem Aufstand haben die Frauen bewiesen, dass sie bei der Verteidigung der Religion wie ihre muslimischen Brüder eine einflussreiche Aufgabe übernehmen können.

Die Teilnahme der Frauen an der Bewegung Imam Hussains (a.s.) war von ergänzender Bedeutung. Am 10. des Monats Muharram trat Imam Hussain mit einigen wenigen Verteidigern des Rechtes gegen Tausende feindliche Soldaten der Front des Unrechtes an. Natürlich kann in einer solchen Situation nur jemand standhaftig bleiben, der ausgesprochen gläubig und tapfer ist. Unter den Mitstreitern Imam Hussains a.s. gab es einige, die keine Spur von Zweifeln daran hegten, dass der Weg Imam Hussains richtig ist. Eine andere Gruppe war zu Beginn skeptisch wie Zohair Ibn Qain . Erst zog er sich von Imam Hussein zurück. Doch seine Ehefrau Delam, Tochter des Amru spornte ihn an, den Imam nicht alleine zu lassen .

Ein Freund Zohairs berichtet: „Im Jahre 60 waren wir zum Hadsch nach Mekka gereist. Wegen der Dinge, die wir über die gefährliche Reise Imam Husseins a.s. erfahren hatten, versuchten wir seiner Karawane aus dem Weg zu gehen. Wir hatten an einer Stelle Rast eingelegt, als auch der Imam mit seinen Gefährten dort eintraf. Als wir gerade beim Essen waren, kam plötzlich der Bote Hussain Ibn Alis a.s.. Er grüßte und sagte dann zu Zohair: „Der Imam möchte, dass du zu ihm kommst.“ Zohair war völlig fassungslos…. Da durchbrach plötzlich die Stimme der Gemahlin des Zohair die Stille. Sie sagte: „Gott ist rein und gepriesen. Der Nachkomme des Propheten Gottes möchte, dass du zu ihm gehst, und du weigerst dich? Wie wäre es wenn du ihn aufsuchst und ihm zuhörst?“

Diese Worte der Frau von Zohair kamen aus tiefstem Herzen und sie genügten, wie einen Funken das Herz Zohairs zu entfachen. Er ging zum Imam und schloss sich ihm an.“

Vielleicht wäre Zohair ohne seine Frau Delam nie zu der Ehre gelangt, Imam Hussan zur Seite gestanden zu haben und auf dem Wege Gottes zum Märtyrer geworden zu sein. Als sich die Frau Zohairs von ihm verabschiedete bat sie ihn, dass er am Jüngsten Tag Imam Hussain darum bittet, dass er für sie Fürsprache bei Gott einlegt.

Auch Umm Wahhab war eine tapfere Frau. Sie war zusammen mit ihrem Sohn Wahhab und dessen Braut der Karawane von Imam Hussein begegnet und hatte sich ihr angeschlossen. Am Tag des Aufstandes spornte sie ihren Sohn Wahhab an, in den Kampf zu ziehen. Wahhab kämpfte bis er den Märtyrertod fand. Seine Mutter eilte zu ihm, wischte ihm das Blut vom Gesicht und dankte Gott für die Ehre, dass ihr Sohn auf der Seite Imam Hussains den Märtyrertod gefunden hatte.

Da stürzte sich plötzlich einer der Soldaten aus dem feindlichen Lager auf Umm Wahhab und schlug ihr so heftig aufs Haupt, dass sie neben ihrem Sohn tot zu Boden sank. Sie war die erste Märtyrerin in Kerbela.

Auch die Mutter von Amar Ibn Dschunada blieb wegen ihrer Kühnheit und Opferbereitschaft unvergesslich. Als ihr Sohn Amar den Märtyrertod fand, schickte ihr der Feind das abgeschlagene Haupt ihres Kindes zu. Doch sie warf es auf den Kriegsschauplatz zurück und rief dem Feind zu: „Was ich auf dem Wege Gottes hergegeben habe, nehme ich nicht wieder zurück.“

Von dem Verhalten der Frauen, die an der Bewegung Imam Hussains teilnahmen, lässt sich auf ihre Treue zu den hohen Werte der Religion schließen. Sie nahmen das größte Leid auf sich aber und halfen wacker dem edlen Enkelsohn des Propheten Gottes bei der Verteidigung von Recht und Wahrheit.

An der Spitze dieser opferbereiten Frauen steht die Schwester Imam Hussains, die Edle Zeynab – gegrüßet sei sie., Tochter Imam Alis und der Fatimas – gegrüßet seien sie. Was über die Taten Zeynabs in Kerbela berichtet wird, zeigt die edlen Charakterzüge, mit der sie in der Kindheit geschmückt wurde. Zeynab stand auf hoher spiritueller Stufe und erkannte in dem Geschehen in Karbala und dem Märtyrertod ihres Bruders und ihrer Lieben eine göttliche Prüfung. Gegenüber dem spöttelnden Yazid sagte sie laut: „Ich habe in Kerbela nur Schönes erlebt.“

Zeynab zeigte eine einmalige Geduld. In wenigen Stunden wurden ihre Brüder, Söhne ihrer Brüder und zwei ihrer eigenen Söhne Märtyrer. Neben dem Leichnam ihres Bruder Imam Hussain betete sie zu Gott, dass er dieses Opfer des Prophetenhauses annehmen möge. Zeynab dachte an ihren großen Auftrag. Über diesen hatte ihr Bruder Hussein a.s. öfters zu ihr gesprochen. Imam Hussein a.s. hatte ihr und den anderen Frauen in Kerbela gesagt, dass sie bei der Trauer um ihn nicht ihre Gefühle über ihren Verstand siegen lassen sollen.

Am Vorabend zum Aschuratag empfahl er Zeynab, Umm Kalthum, Fatima und Rubab, sich bei ihrer Trauer zu beherrschen und nichts zu sagen , was unwürdig ist.

Und er verabschiedete sich mit den Worten: „Bereitet euch auf das Unglück vor und wisset dass Gott der Höchsterhabene, euch unterstützt und beschützt und euch vor dem Übel der Feinde errettet. Er wird euch ein gutes Ende bereiten und eure Feinde mit allen möglichen Strafen heimsuchen. Gott wird euch anstelle dieser Missgeschicke und Härten, mit allen möglichen Segnungen belohnen. So beklagt euch nicht und sagt nichts, was euren Rang vermindert.“

Nachdem die Frauen die Helden von Kerbela auf ihrem Weg nicht verlassen hatten, begann ein weiterer Abschnitt ihres Auftrages. Sie sollten nach dem Märtyrertod Imam Hussains und seiner Gefährten die Botschaft über das Geschehen in Kerbela weitertragen. Die Frauen und Kinder wurden gefangen genommen und die Gefangenen wurde auf dem Weg nach Kufa an den Leichen der Märtyrer vorbeigeführt. Es kam zu erschütternden Szenen. In Kufa wandten sich die gefangenen Frauen an die Schaulustigen, die herbei gekommen waren. Nicht nur Zeynab sondern auch Fatima, die Tochter Imam Hussein und seine Schwester Umm Kulthum sprachen so beeindruckend zu den Menschen, dass diese zu weinen begannen. Die Frauen von Kufa begannen sich Erde aufs Haupt zu streuen und wünschten sich den Tod. Ihre Männer waren gegen Imam Hussain in den Krieg gezogen.

Mit ihren Berichten über das Geschehen zu Kerbela. berührten diese Frauen nicht nur die Gefühle der Bevölkerung sondern verhinderten auch verfälschte Berichte über dieses Ereignis. Sie haben nach ihrer Gefangennahme den Ummayadenherrschern die Maske vom Gesicht gerissen. Sie haben an drei wichtigen Punkten des damaligen Islamischen Reiches, nämlich Kufah, Schaam (Damaskus)und Medina die Menschen wachgerüttelt und sie für die Front des Rechtes gewonnen. Auf diese Weise haben sie– so wie es Imam Hussain gewollt hatte , tapfer und geduldig und überlegt, die Ereignisse nach dem Aufstand von Aschura in die richtigen Bahnen gelenkt.

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