Der Monat Moharam erinnert an eine große Erhebung in der Geschichte.

Der Name dieses Monats ist eng mit dem Namen Husseins Sohn des Ali (gegrüßet seien sie) verknüpft. Dieser großartige Mensch hat 61 nach der Hidschra, circa 680 nach Christus in Kerbala (heutiges Irak) zusammen mit 72 seiner treuen Gefährten den Opfertod gefunden. Es war ein entscheidendes großes Ereignis in der Islamischen Geschichte und hinterließ großartige Beispiele für Moral, Opferbereitschaft und Tapferkeit.


Das einmalige Merkmal der Bewegung des Imam Husseins besteht darin, dass sie nicht auf Ort und Zeit begrenzt blieb sondern sie hat die geografischen Grenzen und die Grenze der Geschichte überwunden und sich inspirierend auf alle Epochen ausgewirkt.

Wenn heute die Rede von dem Kampf gegen Unterdrückung und Verteidigung des Rechtes und der Gerechtigkeit die Rede ist, fällt sofort der Name Hussein Ibn Ali as. Zahlreiche Erhebungen und Bewegungen und zahllose Menschen gerieten im Laufe der Zeit in Vergessenheit, aber der Aufstand von Imam Hussein ist eine Sonne, die nicht untergeht , Finsternisse vertreibt und die Herzen wärmt, die des Unrechtes müde geworden sind. Wenn wir Hussein grüßen, grüßen wir einen Auserlesenen, dessen Wahrheit nie vergeht. Wir bitten Gott Hussein, der für die Wiederbelebung der Religion Gottes sein Leben geopfert hat, damit die Flagge des Islams aufrecht bleibt, unsere Friedensgrüße zukommen zu lassen.

Eine der schwerwiegenden Verantwortungen eines islamischen Führers besteht darin, die Menschen auf den klaren Weg der Rechtleitung zu bringen. Imam Hussein erhob sich zu seinem Aufstand gegen die Missstände seiner Zeit, weil das Regime und die Gesellschaft von den wahren Maßstäben der Religion abgeglitten waren. Diese Missstände waren eine bittere Wahrheit, die in den 50 Jahre nach dem Verscheiden des Propheten allmählich immer mehr Gestalt annahmen. Die letzten Empfehlungen des Propheten waren in Vergessenheit geraten und die Edlen aus seinem Haus, – die Ahle Bait, waren an den Rand gedrängt worden. Die Spiritualität war in der muslimischen Gemeinschaft zugrunde gegangen und die Mächtigen häuften Reichtum an und Ketzerei und Irrglauben hatten Verbreitung gefunden. Alle Bedingungen waren gegeben, um die Gesellschaft wieder in die Zeit der Unwissenheit vor den Islam zurückzuwerfen. Die Entwicklung in Richtung Untergang der Gesellschaft hatte eine Stufe erreicht, dass das Schicksal der islamischen Gemeinde in die Hand eines Herrschers wie Yazid geraten war, der gegen die göttlichen Gebote verstieß und frevelte. Das Ansehen und die Ehre der Muslime hatten großen Schaden erlitten.

Yazid war der Sohn des Moawiyeh. Nachdem er an die Macht gelangt war, verlangte er als erstes von Imam Hussein, a.s. dem Enkelsohn des Propheten, dass er ihm den Treueid schwört.

Für Yazid war es sehr wichtig, dass ihm jemand wie Imam Hussein, der von den Muslimen hoch geschätzt wurde, die Treue schwört. Aber Yazid war völlig unwürdig als Anführer der Muslime. Er war ein verdorbener zügelloser Mensch und natürlich hätte Imam Hussein a.s. ihm niemals seine Treue schwören können. Aus der Sicht des Imam waren die ummayadischen Herrscher von denen Yazid einer war, alles Leute, die nicht mehr die Gebote Gottes befolgten und beharrlich an der Verdorbenheit festhielten .

Imam Hussein verweigerte also Yazid den Treueid und zeigte damit, dass Yazid nicht berechtigt war, über die muslimische Gesellschaft zu regieren . Weil Imam Hussein as. nicht dem Yazid die Treue schwor, wurde der Verwalter von Medina beauftragt, Imam Hussein Schwierigkeiten zu bereiten. Der Imam entschloss sich Medina zu verlassen. Er suchte nach besseren Bedingungen, um seine Bewegung besser durchführen zu können. Er wählte Mekka. Mekka war ein geeigneter Ort für die Fortsetzung seines Widerstandes. Es war gerade kurz vor der Hadschzeit und viele Pilger hatten sich an der Kaaba versammelt.

Als Imam Hussein a.s. Medina verließ hat er gesagt: „Ich verlasse Medina zur Wiederherstellung und Wiederbelebung der Angelegenheit des Volkes meines Großvaters und möchte das Gute gebieten und das Schlechte verwehren „

In Mekka versuchte Imam Hussein a.s. weitgehend eine Widerstandsbewegung vorzubereiten.

In Kufa (jetziges Irak) hatten die Freunde des Prophetenhauses davon erfahren dass Imam Hussein dem Yazid den Treueid verweigert hatten. Auch sie waren die Ungerechtigkeit der Ummayaden leid und einige der großen Persönlichkeiten in dieser Stadt, die auf der Seite der Edlen Nachkommen des Propheten standen, schrieben einen Brief an Imam Hussein und luden ihn ein nach Kufeh zu kommen. Auch viele andere aus Kufeh fügten Briefe hinzu, in denen sie ihre Bereitschaft zu jeglicher Unterstützung für Imam Hussein erklärten. Daraufhin schickte Imam Hussein Muslim Ibn Aqil nach Kufa, damit er sich dort nach der Lage erkundigt. In den Chroniken heißt es dass Tausende der Einwohner von Kufa dem Muslim Ibn Aqil den Treueid schworen. Imam Hussein aleihe salam beendete daraufhin vorzeitig die Hadschreise und machte sich am 8. Dhi Hadscha des Jahres 61 nach der Hidschra auf den Weg nach Kufa.

Unterwegs erreichte ihn die Nachricht, dass sich die Lage in Kufa geändert hatte. Der vorherige Verwalter dieser Stadt war von Yazid abgesetzt worden und ein übler Mensch namens Ubaidullah Ibn Ziad hatte die Befehlsmacht übernommen. Er hatte den Protest der Kufaner erstickt und viele Kufaner waren aus Angst nicht mehr bereit, Imam Hussein zu unterstützen. Wer anderer Meinung war, wurde umgebracht oder eingesperrt und der Bote Imam Hussein Mulim Ibn Aqil wurde ermordet. Doch Imam Hussein setzte seinen Weg entschlossen fort. Aber er sagte zu seinen Gefährten!: „Die Kufaner haben uns allein gelassen, jeder von euch der möchte, kann umkehren.“

Einige verließen daraufhin die Karawane des Imams . Aber eine kleine Schar blieb an seiner Seite.

Imam Hussein war fest entschlossen gegen die Unterdrücker und Frevler anzutreten, obwohl seine Mitstreiter nur noch wenige waren. Imam Hussein hatte von seinem Vater Ali folgende Worte gehört: „“Auf dem Wege der Rechtleitung fürchtet euch nicht, auch wenn eure Helfer nur wenige sind!“

Imam Hussein wusste genau, dass er mit diesen wenigen Mitstreitern keinen militärischen Sieg erzielen konnte. Was für ihn von Bedeutung war, war die Erfüllung seiner Pflicht. Er dachte nur daran die Pflicht Gottes zu erfüllen, auch wenn er den Märtyrertod finden wird. In der Denkweise Imam Husseins waren die Maßstäbe für Sieg und Niederlage von den üblichen Maßstäben verschieden.

Die Karawane Imam Husseins wurde noch bevor sie Kufa erreichte in der Gegend Kerbela von dem 30-tausend-köpfigen Heer des Yazids eingekreist. Am 10. Tag des Monats Moharam, dem Aschura-Tag, 61 Jahre nach der Hidschra, kam es zum Gefecht der kleinen Zahl von Menschen mit unerschütterlichem Glauben und einer Unzahl von Leuten, deren Glauben ins Schwanken geraten war. Es ereignete sich etwas außergewöhnliches in der Geschichte der Menschheit. Der Aufstand Imam Husseins spiegelte die höchsten moralische und menschlichen Werte wieder, denn auf dem Schauplatz des Geschehens an jenem Tag stießen Glauben und Unglauben, Religiosität und Verdorbenheit aufeinander. Von jenen Menschen mit ihrem festen Glauben war nichts anderes als ein tapferer heldenhafter Kampf zu erwarten. Die bewusste und rechtzeitige Widerstandsbewegung des Imam Husseins ist als kostbarer Schatz in der Geschichte verblieben und seine Botschaft wurde von Generation zu Generation weiter vermittelt.

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