Tag der Vollendung der Religion

Allen Muslimen sei zum Ghadir-Fest gratuliert.

Feste erinnern oft an einen entscheidenden Tag in der Geschichte. Am Ghadir-Tag hat der Prophet Gottes Ali a.s. zum Nachfolger erklärt. Danach bat er die anderen, sie sollten ihm , dem Propheten gratulieren. Sogar bei wichtigen Siegen über den Feind hatte er noch nie eine solche Bitte gestellt. Schon an diesem Tag feierten die Muslime die Bestimmung Imam Alis zum Nachfolger und danach hat jedes Jahr das Ghadir-Fest an diesen wichtigen Anlass erinnert.Imam Resa a.s. hat gesagt: „Wir danken Gott, dass er uns zu denen werden ließ, die bei der Statthalterschaft von Ali a.s. Halt suchen.“

Auch heute kann der Segen Gahdirs genutzt werden. Das Wort Eyd bedeutet eigentlich nicht nur „Fest“ sondern auch „Rückkehr“. Im Frühling, wenn das Eyd , das Neujahrsfest im Iran gefeiert wird, kehrt Leben in den kalten Leib der Natur zurück. Auch am Ghadir-Tag, das wir als Eyd feiern, ist wieder neues Leben in die Islamische Gemeinde zurückgekehrt, denn die Gläubigen wurden von der Sorge, wer sie nach dem Propheten führen sollte, befreit. Imam Hassan a.s., der erste Enkelsohn des Propheten, gab jedes Jahr zum Eyde-Ghadirfest in Kufeh ein großes Gastmahl und verteilte Geschenke unter den Menschen.

Die Lenkung der Menschen kann religiös gesehen in zwei Abschnitte gegliedert werden. Der erste Abschnitt beginnt mit dem ersten Propheten. Das war Adam- gegrüßet sei er. Nachdem die göttlichen Propheten einer nach dem anderen als Wegweiser der Menschen berufen worden waren, schloss dieser erste Führungsabschnitt mit der vollendeten Religion des Letzten Gesandten Gottes Mohammad Friede sei ihm. Der zweite Führungsabschnitt begann, als der Prophet am 18. Dhi Hadscha, Ali aleihe salam zu seinem Nachfolger wählte. Der Prophet stellte ihn auf Anweisung Gottes vor. Alle Gläubigen drückten Ali die Hand, gratulierten ihm und sagten: Bravo! Sohn des Abu Taleb. Du bist mein Herr und Führer und der Herr und Führer aller gläubigen Männer und Frauen geworden.

Am Ghadir-Tag wurde jener großartige Mensch, der von Beginn an immer an der Seite des Propheten gestanden hatte, gewürdigt. In einem der Gefechte hatte das feindliche Heer die Muslime von zwei Flanken aus in die Zange genommen. Viele der Muslime waren geflohen. Der Prophet sah sich allein gelassen. Aber da fiel sein Blick auf Ali und er fragte ihn: „Ali warum bist du nicht auch geflohen?“ Ali rief: „O Prophet Gottes. Soll ich nach dem Islam zum Gott-Ungläubigen werden? Ich bin dein Anhänger!“

Da sagte der Prophet: „Lieber Ali! Wehre die Angriffe dieser Ungläubigen ab.“ Und Ali trat kühn gegen die Feinde, die herbeistürmten, um den Propheten zu vernichten, an. Da überbrachte der himmlische Bote Gabriel dem Propheten die Offenbarung: „O Mohammad! Dies ist es, was sich Selbstaufopferung (Ithar) nennt.“

Der Prophet erklärte: „Ali ist von mir und ich bin von ihm.“ Und Gabriel sagte: „Ich bin auch von euch.“

Am Ghadir-Tag wurde Imam Ali allen als das beste Vorbild vorgestellt.

Es war gegen Mittag des 18. Dhi Hadscha im Jahre 10 nach der Hidschra . Der Prophet befand sich mit einer riesigen Gruppe von Hadschpilgern, die von den Historikern mit 120 Tausend beziffert wird, auf dem Rückweg von Mekka. Während die Karawane unter der heißen Sonne weiter zog, schien der Prophet auf ein wichtiges Ereignis zu warten.

Plötzlich kam eine Offenbarung auf ihn herab. Der Prophet gebot, dass die Karawane in Ghadir Chum, einer kleinen Oase zwischen Mekka und Medina anhalten solle. Als alle Hadschpilger eingetroffen waren, wurde einige Kamelsättel aufeinandergetürmt. Der Prophet bestieg diese provisorische Kanzel und begann Gott zu danken und zu preisen. Dann sagte er:

„Ihr Menschen, wer kann besser als die Gläubigen erkennen, was für sie gut ist, und wer kann besser als sie ihre Angelegenheiten verwalten?“

Die Menge rief: „Gott und Sein Propheten wissen das besser!“

Der Prophet wieder: „Gehe ich euch nicht voran und bin ich nicht geeigneter?“

„Doch, das bist du, o Prophet Gottes!“

„Ihr Menschen, ich werde bald von euch weggehen und zu meinem Herrn zurückkehren. Wisset dass ich zwei Kostbarkeiten für euch hinterlasse. Das eine ist der Koran, die Schrift Gottes, und das andere ist mein Ahl-e Beit – ist meine Familie. Eilt ihnen nicht voraus und bleibt nicht hinter ihnen zurück!“

Dann hob der Prophet die Hand Alis hoch, so hoch, dass alle es sehen konnten und rief laut:

„Ihr Menschen! Ab nun, ist dieser Ali der Herr und Führer eines jeden, dessen Herr und Führer ich bin!“

Der Prophet wiederholte diesen Satz drei Mal und fuhr fort:

„O Herr: Liebe die Freunde Alis und sei seinen Feinden feind!“

Noch immer waren die Menschen in Ghadir Khum versammelt als eine weitere Offenbarung auf den Propheten herabkam. Es war der Satz, der in den Vers 3 der Sure Maedeh, der Sure 5, eingebettet ist und in dem es heißt: Heute habe ich euch eure Religion vervollständigt und meine Gnade an euch vollendet, und ich bin damit zufrieden, dass ihr den Islam als (ewige) Religion habt.

Der Prophet hat in seiner Rede in Ghadir Khum gesagt: Ich habe das mitgeteilt, was ich mitzuteilen beauftragt war, damit es als Beweis gilt für alle, die hier anwesend sind und für alle die nicht anwesend sind. Die Anwesenden sollen es also den Abwesenden mitteilen und die Väter sollen diese Botschaft an ihre Kinder weitergeben bis zum Tag des Jüngsten Gerichtes.

Diese Worte zeigen, dass auch wir und ebenso die Generationen nach uns mit der Botschaft von Ghadir angesprochen werden. Deshalb dürfen wir das, was im Jahre 10 nach der Hidschra an dem Ort Ghadir Khum geschah, nicht mehr als rein historisches Ereignis betrachten.

Es liegt an den Vorzügen und Werten, die Imam Ali besitzt, dass er zum Nachfolger des Propheten gewählt wurde. Wegen dieser hohen Eigenschaften hat Gott die Lenkung der Angelegenheiten der Islamischen Gesellschaft nach dem Propheten in Alis Hände gelegt. Ali a.s. war ein Führer, der völlig rein war von jeglichem Eigensinn und irgendeiner Begierde. Über das Regieren hat er zu einem seiner Helfer gesagt: „Das Regieren ist für mich so wenig wie ein wertloser Schuh.“

Eines der großen Probleme der heutigen Ära besteht in der Existenz unwürdiger Herrscher. Es führen viele eigensinnige Menschen, die in der Welt Krieg entfachen und alles in den Dienst ihrer Ziele und Profitsucht stellen, das Regiment. Aber rechtschaffene und zuverlässige Führer betrachten eine Regierung als ein Pfand seitens Gottes und denken vor allen Dingen an die Rettung der Menschen. Der Ghadir-Tag enthät die Botschaft, dass nur rechtschaffene und gottesfürchtige Menschen für die Führung würdig sind; solche, die die Gerechtigkeit und Sicherheit herstellen wollen und den Unterdrückten helfen.

Die Überlieferung über Gadir Khum ist eine der zuverlässigsten Überlieferungen von Worten des Propheten Gottes des Propheten Gottes. So bekannte sunnitische Gelehrte wie Tabari haben darüber geschrieben und Ibn Talhah Schafii bestätigte: „Dieser Tag wurde zu einem Festtag, weil der Prophet Gottes Ali in das hohe Amt der Verwaltung wählte. Unter all den Leuten hat er nur ihm diese Ehre zugeteilt!“

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