Man hat es eilig neue Krisenherde zu befrieden. Im Augenblick ist der Jemen ins Visier der Guten und Gerechten geraten. Von dort sollen laut Angaben Sprengstoffpakete an zwei Synagogen in Chicago versandt worden sein, die aber mit Hilfe des Kreuziger-Staates-Saudi-Arabien ihre angeblichen Empfänger erst gar nicht erreichten. Donnerlittchen, so schnell stellt sich der Erfolg ein, wenn man für 60 Mrd. Dollar Jagflugzeuge, Hubschrauber und andere Kriegsgüter bei den USA ordert und Russland so ganz nebenbei auch noch mit sechs-Milliarden-Dollar-Aufträge für ähnliches Gedöns beglückt.

US-Militärbasen Mittlerer Osten

In Deutschland befleißigt sich der Gruselführer bunter Hofberichterstattungen unablässig damit, seinem Auftrag, die Leute auf Verblödungs-Kurs zu halten, in jeder Hinsicht gerecht zu werden. Osama beim Laden neuester Aufenthaltsort will man neuerdings ausgemacht haben. Die Quaida-Führung soll, von Einheimischen und Mitgliedern des pakistanischen Geheimdienstes geschützt, ein komfortabeles Dasein fristen. Dabei beruft man sich auf einen nicht genannten ranghohen Nato-Vertreter. So läuft das immer ab. Nicht genannte Quellen der Schlapphutindustrie lassen in der Regel aber nur den Schluss zu, sie ziehen ein inszeniertes Ding ab. Nicht, das Terroranschläge nicht stattfinden, aber wer dahinter steckt, wer die Truppen erfunden hat, wer sie sponsert und wem sie nutzen, das sollte zum Nachdenken anregen.

Die USA sind über Afrika hergefallen. US-Truppen sind in Somalia eingedrungen; sie haben die Front von Afghanistan über Pakistan und den Jemen jetzt bis ans Horn von Afrika ausgeweitet. Kriegführende westliche Staaten wurden weder von Taliban noch Quaida oder irgendwelchen anderen in entlegenen Gegenden angegriffen. Die Kriege sind, wenn überhaupt, durch die Antikriegshaltung der eigenen Bürger bedroht. Die muss man in Angst und Schrecken versetzen, um die eigenen Eroberungskriege aufrechterhalten zu können. Friedensaktivisten werden heute mit drakonischen Strafen drangsaliert und ernsthafter Widerstand gegen illegale Kriege ist in der westlichen Wertegemeinschaft zu einem schweren Verbrechen geworden.

Professor Michel Chossudovsky analysiert die eigentlichen Gründe für den „Globalen Krieg gegen den Terrorismus“ in seinem Buch „America’s War on Terrorism“ und kommt zu überraschenden Aussagen. Nicht nur, dass die Vereinigten Staaten Millionen Dollars dafür spendierten, um afghanische Schulkinder mit Lehrbüchern zu versorgen, die mit gewaltverherrlichenden Bildern und militanten islamistischen Sprüchen gespickt waren und diese Fibeln den Dschihad priesen und mit Zeichnungen von Gewehren, Geschossen, Soldaten und Sprengkörpern illustriert waren, und seitdem den Lehrplan des afghanischen Schulsystems bestimmten. Sogar die Taliban verwendeten die in den USA gedruckten Bücher:

  • Osama bin Laden, das von den USA aufgebaute Schreckgespenst, wurde zu Beginn des US-gesponserten Dschihad von der CIA rekrutiert. Er war damals 22 Jahre alt und wurde in einem von der CIA finanzierten Trainingscamp zum Guerillakämpfer ausgebildet.
  • Die Architekten der während der Reagan-Administration gestarteten verdeckten Operation zur Unterstützung des „islamistischen Fundamentalismus“ spielten nach den Anschlägen am 11.9.2001 auch eine Schlüsselrolle beim Anzetteln des „Globalen Krieges gegen den Terrorismus“.
  • Präsident Ronald Reagan traf 1985 im Weißen Haus mit den Anführern des islamischen Dschihad zusammen.
  • Unter der Reagan-Adminstration begann die US-Außenpolitik die „islamistischen Freiheitskämpfer“ vorbehaltlos und uneingeschränkt zu unterstützen. Heute werden die „Freiheitskämpfer“ als „islamistische Terroristen“ etikettiert.
  • In der Sprache der Paschtunen wird das Wort „Taliban“ als Bezeichnung für Studenten oder Absolventen der Madrasas – der Koranschulen – verwendet, die mit Unterstützung der CIA von wahhabitischen Missionaren aus Saudi-Arabien errichtet wurden.
  • In den Jahren vor dem Sowjetisch-Afghanischen Krieg war die schulische Erziehung größtenteils weltlich geprägt. Die verdeckte US-Operation zerstörte diese weltlich ausgerichtete Ausbildung. Die Anzahl der von der CIA finanzierten Koranschulen oder Madrasas wuchs von 2.500 im Jahr 1980 auf mehr als 39.000.

Als die USA 1991 den Krieg gegen Irak begannen, war eines der größeren Ziele, einer neuen unipolaren Welt zu zeigen, dass Washington seine Hand am globalen Ölhahn hatte. Dass es den Ölfluss aus dem Persischen Golf nach dem Norden und Westen Europas und nach Ostasien kontrollierte, insbesondere zu den vier Ländern, die das meiste Öl nach den Vereinigten Staaten importieren: Japan, China, Südkorea und Indien. Die ersten drei erhalten ihr Öl aus dem Persischen Golf hauptsächlich durch Tanker, die durch die Straße von Malakka laufen.

Seit Jahren schon arbeiten die USA daran wie sie den Nahen und Mittleren Osten neu ordnen wollen.


Naher und Mittlerer Osten heute

 


Naher und Mittlerer Osten danach

Um Zustimmung wird nicht geworben oder verhandelt – es wird gebombt. Die Sprache von politisch- militärischen Ignoranten, denen in ihrer Machtvollkommenheit der Sinn für Realitäten längst abhanden gekommen ist.

Ich habe noch niemanden gekannt, der sich zur Stillung seiner Geldgier auf Erhaltung und Förderung des Friedens geworfen hätte. Die beutegierige Canaille hat von eh und je auf Krieg spekuliert. (Carl von Ossietzky in der Weltbühne vom 8. Dezember 1931)

Quelle

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