Die Berliner Gruppe »Israelis gegen die Besatzung« bekundete in einer am Dienstag abend verbreiteten Erklärung ihre Solidarität mit Firas Maraghy:

Seit mehr als zwei Wochen macht Firas Maraghy einen Hungerstreik vor der israelischen Botschaft in Berlin, weil er keinen anderen Weg sieht, sein unveräußerliches Aufenthaltsrecht in seiner Heimatstadt Jerusalem durch den Staat Israel anerkannt zu bekommen.

Wir sind israelische Bürgerinnen und Bürger, die in Berlin wohnen und auf die Dienste der konsularischen Abteilung der israelischen Botschaft angewiesen sind: Unsere Pässe werden dort verlängert, Kinderpässe ausgestellt usw. Kürzlich versuchte jemand, seine beiden israelisch-jüdischen Töchter auszubürgern, doch dieses Recht wurde den Beiden durch die israelische Botschaft in Berlin abgesprochen. Wir dürfen uns so lange in Deutschland aufhalten, wie es das deutsche Gesetz erlaubt; unsere Rechte als Israelis bleiben dabei unberührt.

Weil wir Juden sind.

Firas Maraghy, einem Palästinenser aus Ostjerusalem, wurde das Residenzrecht abgesprochen, obwohl seine Familie seit mehr als 150 Jahren in Ostjerusalem wohnt, während unsere Familien zum großen Teil Migrationshintergrund in Israel haben. Da das seit Juni 1967 von Israel besetzte und später durch Israel widerrechtlich annektierte Ostjerusalem unter israelischer Herrschaft steht, ist die israelische Botschaft für Herrn Maraghys Anliegen zuständig. Die israelische Botschaft aber entzieht sich ihrer Verantwortung und legt Herrn Maraghy nahe, er solle seiner Tochter einen deutschen Paß ausstellen lassen, da ihre Mutter – also Herrn Maraghys Frau – deutsche Staatsbürgerin sei.

Weil er Araber ist.

Die israelischen Behörden behandeln auch andere Palästinenserinnen und Palästinenser auf diese Art, um die ethnische Säuberung Palästinas fortzusetzen. Palästinenser in den besetzten Gebieten werden gedrängt, ihre Wohnorte zu verlassen: Mehr als 55000, die Hebron wegen der gegen sie gerichteten Gewalt der israelisch-jüdischen Siedler verlassen haben, oder auch zahlreiche Ostjerusalemer Palästinenser, denen ihr Residenzrecht aberkannt wurde, da sie aufgrund eines bürokratischen Formfehlers ihren langjährigen Aufenthalt in der Stadt nicht nachweisen können.

Weil sie Palästinenser sind. (…)

Wir rufen die israelische Botschaft auf, ihre diskriminierende Politik aufzugeben und Zaynab Maraghy ein »Laissez Passer« auszustellen, wie es das Völkerrecht vorschreibt. Ferner fordern wir, daß Herr Maraghy sein Recht auf ein Leben in Jerusalem garantiert bekommt und die Drohung, ihm seine Papiere zu entziehen, zurückgenommen wird. Er hat einen Anspruch darauf, jederzeit nach Jerusalem zurückzukehren, egal wie lange er und seine Familie in Deutschland bleiben.

Wir fordern die israelische Botschaft in Berlin auf, Firas Maraghy so zu behandeln, als ob er Jude wäre, weil er ein Mensch ist.

Quelle

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