Beginnen wir mit Außenminister Westerwelle, der sich nicht schämte, das gezielte Töten von „Terroristen“ als legal zu verteidigen. Lieberman lässt grüßen! „Baron Münchhausen zu Guttenberg“ schweigt vornehm, und Kanzlerin Merkel wandert unterdessen – weit ab vom Geschehen – in den Süd-Tiroler Alpen bei den Gebirgsjägern. Man erschauert, wenn 65 Jahre nach Hiroshima und Nagasaki Kriegseinsätze und Angriffskriege „schöngeredet“ werden.

Haben wir unseren „Quantensprung“ (O-Ton Scharping als ehemaliger Verteidigungsminister) verinnerlicht, dass die deutsche Regierung gezielt Informationen an unsere Verbündeten weitergibt, die dann gezielte Tötungen vornehmen, ohne eine Festnahme auch nur zu versuchen? Ich kann es nur wiederholen: Von Israel und den USA zu lernen, heißt TÖTEN! Trat Bundespräsident Köhler noch zurück, weil er sich „missverstanden“ fühlte nach seinen Äußerungen zu unseren Auslandseinsätzen, nämlich dass wir Kriege nach Wirtschaftsinteressen führen, und dass es natürlich um die Rohstoffe geht, die wir nicht haben, die wir uns aber „aneignen“ müssen. Und wieder möchte ich einen ehemaligen SPD Verteidigungsminister zitieren – nämlich Struck -, der den Afghanistan-Einsatz mit unserer „Freiheit“ schön log, dass damit unsere „Freiheit“ am Hindukusch verteidigt würde.
Jetzt wird dieser Auftrag noch erweitert auf „Frauenrechte“. Anerkennenswert – wenn es denn wirklich um diese ginge. Propagandistisch das Titelbild der neuesten Ausgabe des Time Magazine: Eine Afghanin verstümmelt, mit abgeschnittener Nase und Ohren, natürlich von ihrem Mann, einem Taliban. Selbstverständlich ist das grausam und verachtenswert. Glücklicherweise wurde diese Frau gerettet von unseren westlichen Ärzten und lebt jetzt in den USA. Was will uns dieses schreckliche Bild zeigen? Taliban = Moslem, verstümmelte und entrechtete Frauen – dagegen kämpft das westlich-christlich-jüdische Abendland – also „die Guten“ – als Symbiose, also als Gegengewicht. So einfach ist also die neue – alte Weltordnung! Nicht etwa, dass ich die „verabscheuungswürdigen“ Gewaltexzesse an Frauen und Mädchen schönreden will. Aber in Wirklichkeit scheren „uns“ die Rechte der Frauen doch „einen Dreck“. Warum gibt es in westlichen „Demokratien“ so viele Frauenhäuser und Gewalttaten gegenüber Frauen? Sobald ein Bürger mit Migrationshintergrund in eine Straftat, eine Tötung oder Mord verwickelt ist, sind das „Ehrenmorde“. Bleiben solche Verbrechen „unter uns“, sind das „Beziehungstaten“ oder „Familiendramen“. Brauchen wir also hier etwa auch die Bundeswehr, um hier die „Frauenrechte“ zu verteidigen?
In das gleiche Klischee passt der am 30. Juli in der ARD ausgestrahlte Film „Die Frauen der Hamas“, der diese politisch hoch gebildeten Frauen im besetzten und von Israel immer noch blockierten Gaza-Streifen zu „Gebärmaschinen“ für Märtyrer reduzierte. Aber gerade anhand dieser Frauen – egal ob man sich mit ihrer Ideologie identifiziert oder diese ablehnt – konnte man feststellen, wie der Islam in Wirklichkeit mit den Frauen umgeht. Hier konnte man ein schreckliches Bild von einem israelischen Propagandafilm sehen, gezeichnet von einer israelischen Palästinenserin unter Mithilfe einer weiteren Palästinenserin, die aus Gaza stammt und jetzt in der Westbank lebt. Fatalerweise haben wir inzwischen das Leben der Muslimin auf Burka und Kopftuch reduziert. Sarkozy und Wilders lassen grüßen!

Dazu passt es, wenn die Nahost-Redakteurin von CNN, Octavia Nasu, nach dem Tod es libanesischen Großayatollahs Mohammed Hussein Fadlallah, per Handy ein Beileidstelegramm formulierte und danach – einen Tag später – nach 20 Jahren bei CNN arbeitslos war. Etwas besser erging es der englischen Botschafterin im Libanon, Frances Guy, die einen Nachruf im Internet veröffentlichte: „Die Welt braucht mehr Männer wie ihn“. Sie bekam dafür „nur“ eine Abmahnung vom Londoner Dienstherrn, und sie zog daraufhin den Fadlallah Blog zurück. Diese zwei Frauen hatten den Mut, den Verstorbenen nicht als „Terror-Scheich“ zu bezeichnen, wie es der Westen gerne gehabt hätte. Dieser Mann war alles andere als ein „Terror-Scheich“. Er war ein Mann, der den Mut hatte, über die Grenzen seines Glaubens zu sehen. Doch diese Tendenzen in der „Muslim-Welt“ durften die Frauen nicht aussprechen. Das passt nicht in die westlich gewollte politische Sicht des Islam. Warum sollte Fadlallah den Kampf der Hisbollah gegen Israel nicht befürworten – ein Land, das den Libanon über 18 Jahre besetzte und bombardierte? Warum sollen die Libanesen die Israelis denn mögen? Warum sollen die Libanesen nicht ihr Land gegen Israel verteidigen dürfen? Das zeigt auch der letzte tödliche Zwischenfall an der libanesischen Grenze, den Israel wieder gegen den Rat der Unifil provozierte.

Wünschenswert wäre es eher, wenn die ARD noch einmal den vor Jahren gedrehten israelischen Film „Kadosh“ zeigen würde, der in erschreckender Weise die Frauenunterdrückung im orthodoxen Judentum zeigt, und der mit dem Selbstmord der Hauptdarstellerin endet. Tatsächlich erfüllt mich ein Grausen, wenn ein Artikel vom 7. August in der FAZ über das neue Jüdische Leben in Hamburg berichtet. Dieses „neue deutsche Judentum“ besteht hauptsächlich aus Rabbinern aus den USA von der Chabad-Lubawitscher-Sekte und Frauen mit bis an die Knöchel reichenden Röcken und kleinen dazu gehörenden Jungs mit Schläfenlocken. In der dortigen Talmud-Tora-Schule lernen schon Fünfjährige den „Davidstern“ auszumalen und sich das Datum des 62. Geburtstages von Israel zu merken – also den 14. Mai. Der Überschrift des FAZ-Artikels ist nichts hinzuzufügen: „Rückkehr nach Klein-Jerusalem“.
Warum werden jüdische und muslimische Parallelgesellschaften mit zweierlei Maß gemessen?

Übrigens ist der sechszackige Stern kein uraltes jüdisches Zeichen, sondern ein Hexagramm und wurde erst im 19. Jahrhundert zum Symbol für das Judentum erhoben. Heute wird unseligerweise der Davidstern in der Flagge Israels als Symbol des Jüdischen Staates missbraucht, da es für Palästinenser und Araber unmöglich ist, unter dieser Flagge gemeinsame Werte zu sehen.

In das gleiche Schema des rechten Spektrums fügt sich auch die „Rejudaisierung“ Theodor Herzls. Nach einem jüngsten Beschluss der ministeriellen Kommission für Statussymbole und Zeremonien sind hochrangige ausländische Gäste künftig gehalten, noch vor ihrem obligaten Besuch von Yad Vaschem am Grab des Zionismus-Begründers auf dem benachbarten Herzl-Berg ein Bouquet niederzulegen. Dieses Symbol für den neu aufgeflackerten Zionismus = Rassismus ersetzt den Sderot Besuch. Die rechtsradikale israelische Regierung schreckt auch nicht davor zurück, Schulkinder mit dieser gut dosierten Ideologie vertraut zu machen und bildet extra zu diesem Zweck eine Kommission, der symptomatischerweise Vertraute der regierenden Likud Partei und noch bezeichnenderweise ein Vertreter der Erziehungsabteilung des israelischen Militärs angehören.

So ist es in der Tat auch nicht verwunderlich, wenn israelische Rabbiner der Siedlerbewegung – wie schon früher geschehen – zum Mord an Palästinensern, deren Kindern und Babys und zur Tötung ihres Viehs aufrufen. In diesem Zusammenhang möchte ich wieder auf das neu aufgelegte Buch von Israel Shahak verweisen: „Jüdische Geschichte – Jüdische Religion“.

Auch wenn der Nationalgedanke in Europa entstand und nicht in der arabischen Welt, und sich die palästinensische Staatsidee, natürlich ohne Ost-Jerusalem mit dem Felsendom und der Al-Aksa Moschee, vorstellen lassen, ist man deshalb kein „fanatischer Islamist“ und „Heiliger Krieger“. Damit vertritt man nur seinen berechtigten Anspruch auf einen gerecht geteilten lebensfähigen Staat für die Palästinenser. Aus diesem Grund kann ich es immer nur wiederholen: Israel will alles, nur keinen Frieden! Egal ob direkte oder indirekte Friedensgespräche – sie führen immer nur ins „Nirgendwo“.

Viel beängstigender sind die ständigen Drohungen Israels gegenüber Iran, Libanon, Syrien und Gaza. Der Duft des Krieges liegt in der Luft! Von der AIPAC Gehirn-gewaschen bettelt der „Friedenspräsident“ Obama wegen der Kongresswahlen im November um jüdische Stimmen. Amerikanische Steuerzahler finanzieren einen großen Teil des israelischen Verteidigungshaushalts. Amerikanische Bürger können steuerabzugsfähige Spenden an Israel geben. Sowohl US-Bürgern als auch deutschen Juden ist es erlaubt, ungehemmt an Israel zu spenden, damit sich dieses immer mehr bis an die Zähne bewaffnen kann, um dann seine direkten und indirekten Nachbarn zu bedrohen und in Angst und Schrecken zu versetzen.

Wieder herrscht hier zweierlei Maß: Warum wird der Spendenverein IHH verboten, weil „palästinensische Geschwister nicht mit Taschengeld“ unterstützt werden dürfen; weil Milli Görus und die IHH als terroristisch eingestuft werden und Verbindungen zur demokratisch gewählten Hamas unterhalten? Die westliche Politik unterstützt durch ihre Willkür, die Menschrechte verachtenden Untaten des israelisch-jüdischen Staates. Wie lange kann und will die internationale Weltgemeinschaft diese Politik noch tolerieren? Durch diese Hilfestellung werden wir uns unweigerlich in einen Krieg der Kulturen stürzen, den wir Bürger ausbaden müssen – nicht etwa die Politiker, die ihn anrichten.

Pünktlich zum 60. Geburtstag hat der Sekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, ein Hetz-Pamphlet an den Bundestag in Gestalt der Kölnerin Kerstin Müller losgelassen. Nach diesem Brief an die Außenpolitische Sprecherin der grünen Bundestagsfraktion kann jeder sehen, wofür der Zentralrat und sein Sekretär stehen: nämlich für Tatsachenverdrehungen und ein Demokratieverständnis, das nicht auf dem deutschen Grundgesetz basiert, sondern auf einem, das der „einzigen Demokratie im Nahen Osten“ auf den Leib geschneidert ist.

Gehen wir den Brief kurz durch: Kramer bemängelt, dass es zum übergreifenden interfraktionellen Beschluss des Bundstages gegen die Gaza-Blockade kam. Sollte wirklich ein Paradigmenwechsel in der Politik der BRD gegenüber Israel stattgefunden haben? Das wäre wünschenswert. Ausgewogenheit ist gegenüber dieser Politik nicht mehr angebracht. Die Jüdische Gemeinschaft sollte im Gegenteil umdenken wie es schon die Jüdische Stimme und EJJP tun und nicht mehr in falscher Nibelungentreue die Politik Israels übernehmen,. Kramer dagegen erdreistet sich, die Friedensaktivisten der Gaza-Flotte in den Schmutz zu ziehen, genau wie die IHH und die Türkei.

Ein Skandal ist nicht der Antrag des Bundestages, sondern die Blockade des Gaza-Streifens und die Äußerungen Kramers in diesem Zusammenhang. Wenn Kramer von erfolgreicher Wirtschaftspolitik spricht, meint er Propagandaprojekte in Westjordanland, um die Abspaltung von Gaza zu zementieren und einen Palästinenserstaat für immer zur Makulatur werden zu lassen. Was ist das für eine Freundschaft zu einem Staat, der die Menschenrechte mit Füßen tritt? Kramer könnte von Freunden erwarten, die Wahrheit zu hören. Diese Freundschaft ist einseitig, will sie auf Druck basiert. Hoffentlich findet die Gaza-Reise des Bundestages unter Berücksichtigung der Hamas statt und nicht nur um von Liebermans Gnaden „herumgeführt“ zu werden. Herrn Kramers Israel befindet sich in einer schwierigen Situation, weil es sich durch seine ständigen Kriege und Drohungen und die Unterdrückung der Palästinenser selbst in diese katapultiert hat. Die jüdische Gemeinschaft in Deutschland wird durch diesen Zentralrat und durch diese einseitige Israelpolitik in eine missliche Lage gebracht, die sie selbst verschuldet, wenn sie sich nicht abwendet von besagter Politik. Mit Drohungen, Herr Kramer, können Sie nur (hoffentlich!) noch mehr Partei übergreifende Resolutionen bewirken! Nicht der Zentralrat hat die deutsche Regierung zu nötigen, sondern die deutsche Regierungspolitik sollte Druck auf den Zentralrat, dessen Sekretär und Israel ausüben, dass diese ihren Irrweg beenden. Hat Deutschland diesen Zentralrat und diesen Sekretär wirklich verdient?

Hatte der Zentralrat jemals großes Ansehen, wie zu den Gründungszeiten, wo er die Belange der Überlebenden und der neu gegründeten Gemeinden vertrat, so hat er das längst verspielt mit seiner unerträglich anmaßenden Vorgehensweise heute. Die Palästinenser sind also laut Kramer abhängig von Israels und der Gnade des Zentralrats. Leider fehlt es dem heutigen Zentralrat an Zivilcourage. Mein Vater wehrte sich noch gegen den massiven Druck aus Israel, dass alle Juden nur nach Israel zu gehen hätten – im Gegensatz zu heute, wo Shimon Peres diese Forderung wieder unkritisiert stellen kann. Herr Kramer, dieser, Ihr Brief hat Sie entlarvt und sollte die deutsche Politik wachrütteln. Danke!

Da lobe ich mir den Brief der Abgeordneten der Linken, Heike Hänsel, Sevim Dagdelen und Annette Groth, die an den UN Generalsekretär, Ban Ki Moon, wegen der Einsetzung Alvaro Uribes, des ausgeschiedenen kolumbianischen Präsidenten in eine internationale Untersuchungskommission zur Untersuchung und Aufklärung der Vorfälle der Gaza Flotte. Uribe, ein „Freund Israels“ – da wurde der Bock zum Gärtner gemacht. Spielten nicht israelische Söldner eine Rolle als Ausbilder der Schlächter des kolumbianischen Drogenkartells? Oder in Georgien und Rumänien als Ersatz für die Türkei, ebenso in Griechenland und anderswo in der Welt? Danke, Heike Hänsel, dieser Brief war überfällig im Gegensatz zu Stephan Kramers Brief, der einfach nur unnötig war.
Wichtig wäre es, wie das ehemalige Mitglied des Zentralrats, Prof. Verleger, an den Botschafter des Staates Israel, Yoram Ben-Zeev schreibt, etwas Empathie für den mit einer Deutschen verheirateten Firas Maraghy zu zeigen, dessen Familie seit vielen Generationen in Jerusalem lebt, aber als „Staatenloser“ mit Israels Gnaden auf israelische Aufenthalts- und Reiseerlaubnis angewiesen ist und sich vor der Israelischen Botschaft in Berlin in einem Hungerstreik befindet, bis Israel ihm seine Papiere ausstellt. (1)

Herr Kramer, wie wäre es, wenn Sie ihren Einfluss bei Ihren israelischen Freunden spielen ließen? Es sollte doch auch in Ihrem und im Interesse des Zentralrates liegen, wenn der Staat Israel nicht das friedliche Zusammenleben von Juden und Palästinensern durch dieses Verhalten zerstört. In diesem Fall sind Sie ganz persönlich angesprochen, zumal sich dieser Vorgang in Berlin, ganz in Ihrer Nähe abspielt. Es dürfte doch ganz in Ihrem Sinne sein, wenn auch das friedliche Zusammenleben der Völker in Israel und Jerusalem gefördert wird, und die gesamte Familie Maraghy eine dauerhafte, ihr zustehende Aufenthaltsgenehmigung für Jerusalem bekommt. Machen Sie Ihren „freundschaftlichen Einfluss“ geltend! Zeigen Sie Mitgefühl!!

Üben Sie Solidarität mit Firas Maraghy, und sollten Sie sich in Berlin befinden, setzen sich zu ihm. Bestärken Sie damit symbolisch sein Anliegen, zumal er sich auf „Wunsch“ der israelischen Botschaft und unter ausführender Mithilfe der Berliner Polizei nochmals zwanzig Meter von der Israelischen Botschaft entfernen musste, um einen Abstand von 50 Metern zur Botschaft zu erzielen und deren „Würde“ nicht zu stören. An diesem neuen Standort laufen so gut wie keine Passanten mehr vorbei. Ich frage mich, welche Würde will diese Israelische Botschaft eigentlich verteidigen? Die Würde der (palästinensischen) Menschen hat Israel längst in die Wüste geschickt!

(1) http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=15491

Quelle

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