Pakistans Präsident Asif Ali Zardari gibt den Krieg der USA und der NATO gegen die Aufständischen in Afghanistan verloren. Es werde den ausländischen Truppen nicht gelingen, die Islamisten am Hindukusch zu besiegen, sagte Zardari während eines zweitägigen Frankreich-Besuchs in einem Interview, das die Pariser Tageszeitung Le Monde in ihrer heutigen Ausgabe veröffentlicht. »Die internationale Gemeinschaft, zu der Pakistan gehört, verliert gerade den Krieg gegen die Taliban«, äußerte der Staatschef. »Das liegt vor allem daran, daß wir den Kampf um die Herzen und um die Köpfe verloren haben.« Die Zeit spiele für die Taliban, denn diese hätten gelernt abzuwarten. Die USA und die NATO hätten die Lage in Afghanistan »unterschätzt«.

Nach seinem Aufenthalt in Frankreich wurde Zardari gestern abend in London erwartet. Gegenüber Le ­Monde kündigte Zardari an, dem britischen Premierminister David Cameron ins Gewissen reden zu wollen: »Wir sollten den Krieg gegen den Terrorismus gemeinsam und nicht gegeneinander führen.« Cameron hatte Pakistan in der vergangenen Woche vorgeworfen, den Terrorismus im Nachbarland Afghanistan zu nähren. Nach Protesten aus Islamabad erklärte eine Regierungssprecherin in London, der Premier bleibe bei seiner Einschätzung. Er habe sich ausdrücklich auf »Teile« Pakistans bezogen, nicht auf die Regierung.

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