Russland ist zu dem Schluss gekommen, dass das südkoreanische Kriegsschiff Cheonan nicht durch ein Torpedo aus Nordkorea versenkt wurde.

Während das Pentagon und die US-Außenministerin Hillary Clinton, weiterhin steif und felsenfest behaupten, es sei bewiesen, dass ein nordkoreanisches Torpedo das südkoreanische Kriegsschiff Cheonan versenkt habe, um ihre geopolitischen Expansionsbestrebungen nicht den Bach runter gehen zu sehen, wurden sie nun eines Besseren belehrt.

Mit ihren Behauptungen stützten sie sich unter anderem auf ihre international-westliche und “unabhängige” Expertenkommission.

Am vergangenen Montag kehrten vier U-Boot- und Torpedo-Spezialisten der russischen Marine nach Moskau zurück, nachdem sie eine eigene unabhängige Bewertung über den Untergang der südkoreanischen Korvette Cheonan vom 26. März diesen Jahres, bei dem 46 Seeleute getötet wurden, abgegeben hatten, berichtete am Mittwoch die indische Zeitung The Hindu.

Die südkoreanische Korea Times übernahm noch am gleichen Tag den Artikel und stellte ihn für ihre Landsleute online.

The Hindu zitierte eine russische Marine-Quelle, die der Interfax-AVN news wire am Dienstag unter Bedingung der Anonymität mitgeteilt hätte, dass die Sachverständigen keine überzeugenden Beweise für Nordkoreas Beteiligung gefunden hätten.

“Nach Prüfung der vorliegenden Beweise und des Schiffs-Wracks kamen die russischen Experten zu dem Schluss, dass eine Reihe von Argumenten, die Nordkorea eine Beteiligung bei dem Untergang der Korvette anheften, nicht genügend gewichtig sind.”

Der Generalstabschef der russischen Streitkräfte, Nikolai Makarow sagte am Dienstag nur, dass das russische Außenministerium eine offizielle Erklärung zu diesem Thema abgeben würde, nachdem die Experten ihren Bericht an die Regierung erstellt haben.

“Es ist zu früh, um eine definitive Aussage über die Ursachen der Tragödie zu machen.”

sagte der Chef der russischen Armee diplomatisch. Dass diese Erklärung schon einen Tag nach Heimkehr des Experten-Teams aus Südkorea unter der Hand für die Weltöffentlichkeit abgegeben wurde, zeigt ganz deutlich, dass die russische Armee sehr frustriert über den von den Vereinigten Staaten von Amerika und Südkorea unverzüglich in die Welt gesetzten Schwindel sein muss. Darauf deutet auch die Position der russischen Kriegsschiffe in der Nähe der koreanischen Halbinsel hin, die durchaus als Warnung an das US-Militär und Regierung in Washington zu verstehen waren.

Präsident Dmitri Medwedew hatte unmittelbar Ende März nach dem Unglück im Gelben Meer um Zurückhaltung bei der sofortigen Schuldzuweisung gegen Nordkorea als Verursacher aufgerufen, um “eine weiteren Eskalation der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zu vermeiden.”

Medwedew hatte die Einladung Seouls, ein Experten-Team nach Südkorea zu senden akzeptiert, weil er “glaubte, dass es von größter Bedeutung sei, die wahre Ursache für das Sinken des Schiffes festzulegen und zu bestimmen, wer die persönliche Verantwortung trägt.”

Dr. Konstantin Asmolov, ein führender Experte des russischen Korea-Zentrums am Institut für den Fernen Osten hat folgende Ansicht zu dem Vorfall: Asmolov meint, dass das Schiff wahrscheinlich durch “friendly fire” getroffen wurde.

“Ich glaube, es war ein tragischer Unfall während der Kriegsspiele und zynische Politiker versuchen, daraus den maximalen Vorteil zu nutzen.”

Diese Aussage ist tatsächlich sehr “freundlich” formuliert. Entweder war es ein Unfall, der sich bei dem bilateren Manöver zwischen den Marineverbänden der USA und Südkorea ereignet hatte oder es war ein beabsichtiger Abschuss – nur das kann Asmolov selbstverständlich so nicht öffentlich sagen sondern nur im vertrauten inneren Zirkel äußern, was durchaus nicht auszuschließen wäre, betrachtet man die vielen geheimdienstlichen Inszenierungen, die im Laufe der letzten Jahrzehnte auf der Welt durchgeführt wurden.

Auffällig ist, dass von den russischen Experten nicht festgestellt wurde, dass eine alte, noch im Meer treibende Mine aus dem Koreakrieg die Explosion an dem Schiff hervor gerufen hatte. Denn diese Möglichkeit wurde von den asiatischen Medien in den ersten beiden Tagen als Auslöser des Unglücks durchaus diskutiert – bis diese Variante schnell wieder aus den Blättern verschwunden war.

Die noch ausstehende offizielle Regierungserklärung Russlands hat mit dem vorab bekanntgegeben Ergebnis der Untersuchung durch den General augenblicklich einen großen Druck von ganz Asien genommen und die Debatte in der UN-Sicherheitsratssitzung, die die südkoreanische Regierung in einem Antrag zum Untergang der Cheonan gefordert hatte, dürfte nun schon wieder ganz anders verlaufen, als US-Außenministerin Hillary Clinton und Verteidigungsminister Robert Gates es sich vorgestellt hatten.

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