Mein Parteibuch hat vor ein paar Wochen einen längeren Artikel dazu veröffentlicht, warum der Iran keine Atomwaffen braucht. Dass der Iran keine Atomwaffen entwickelt, scheint sich allmählich herumzusprechen. Israel ist nun in Panik. Und so ist die Israel-Lobby nun verweifelt darum bemüht, neue Ideen zu entwickeln, wie sie die Weltöffentlichkeit davon ablenken kann, dass sie ein rassistisches Apartheid-Regime vertritt, dessen Ungerechtigkeit die Grundlage des Nahost-Konflikt bildet, und die Aufmerksamkeit wieder auf den Iran zu lenken.

Der israelische Staatspräsident Shimon Peres verbreitet deshalb auf das kurze Gedächtnis der Menschheit vertrauend wieder genau die gleichen plumpen Lügen zu iranischen Massenvernichtungswaffen, mit denen er vor ein paar Jahren auch schon den Irak überzogen hat. Der Chef des Atomwaffenstaates Israel spuckt Gift und Galle, weil der Iran es wagt, sich nicht israelischen Großmachtsphantasien unterwerfen zu wollen.

Ein Unbekannter – dass es sich dabei um Israels Top-Mann in der US-Regierung Dennis Ross handelt, ist pure Spekulation – hat nun der New York Times teilweise den Inhalt eines geheimen Berichtes von US-Kriegsminister Robert Gates gesteckt, in der dieser mangels echter Atomwaffenentwicklung vor der Gefahr warnt, dass der Iran ganz legal und unter Einhaltung des Atomwaffensperrvertrages “virtuelle Atomwaffen” baut. Im Ergebnis liest sich das so , dass die USA darüber jammern, dass sie den Iran nicht mit Atomwaffen einschüchtern und angreifen können, weil sie sich nicht sicher sein können, dass der Iran in diesem Falle nicht vielleicht doch irgendwann mal Atomwaffen baut.

Von virtuellen Atomwaffen geht, da sie nicht existieren, im Gegensatz zu den Atomwaffen der Atomwaffenstaaten auch keine unmittelbare Gefahr aus. Es gibt keinen Hitzkopf, der mit einer unüberlegten Aktion mal eben die Welt vernichten könnte, so wie das mit den ganz realen Atomwaffen der Atomwaffenstaaten schon mehrfach beinahe passiert wäre.

Mit “virtuellen Atomwaffen” ist nichts weiter gemeint, als dass der Iran als Unterzeichnerstaat des Atomwaffensperrvertrages keine Atomwaffen baut, sich damit im Gegensatz zu den Atomwaffenstaaten Israel, Pakistan und Indien, die den Atomwaffensperrvertrag nicht unterschrieben haben, vorbildlich verhält und sich dadurch, dass er die Atomtechnik vertragsgemäß zu friedlichen Zwecken entwickelt, die Kentnisse der Atomtechnik aneignet.

Das ist völlig legitim. Der Grundgedanke des Atomwaffensperrvertrages liegt darin, dass alle Staaten, die sich so vorbildlich verhalten, keine Atomwaffen zu entwickeln, vom Rest der Welt bei der Entwicklung der friedlichen Atomtechnik unterstützt werden und die Staaten, die bereits Atomwaffen entwickelt haben, sich ernsthaft darum bemühen müssen, die Atomwaffen abzurüsten. Es ist also die Verpflichtung, das die Atomwaffenmächte sich selbst zu Staaten machen, die keine realen Atomwaffen mehr, sondern lediglich virtuelle Atomwaffen haben.

Wie weit die Atomwaffenmächte bei ihrem Bemühen, Atomwaffen abzurüsten, fortgeschritten sind, kann jeder leicht erkennen. Sowohl die USA als auch Russland haben mehrere Tausend Sprengköpfe und entwickeln stetig neue verfeinerte Methoden, Atomwaffen einsetzen zu können. Anstatt den Iran als vertragstreuen Unterzeichnerstaat des Atomwaffensperrvertrages mit Atomtechnik zu unterstützen, sanktionieren die Atommächte den Iran und die USA drohen gar in ihrer jüngsten Militärdoktrin ganz offiziell mit dem Ersteinsatz von Atomwaffen gegen den Iran. Und obendrein pflegen die USA eine besonders enge nukleare Zusammenarbeit ausgerechnet mit Nichtunterzeichnerstaaten des Atomwaffensperrvertrages wie zum Beispiel Israel und Indien.

Doch der Iran wehrt sich, und das gar nicht schlecht. Zum einen verweist der Iran völlig zurecht darauf, dass er als Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrages ein verbrieftes Recht auf die Entwicklung von friedlicher Atomtechnologie habe, und zum anderen bemüht sich der Iran nun, die USA wegen Nichteinhaltung aus der zum Atomwaffensperrvertrag gehörenden Atomenergiebehörde IAEA rauswerfen zu lassen.

Sollte das gelingen, wird aus den USA in Fragen der atomaren Rüstung ganz offiziell ein Pariah-Staat wie Israel es ist. Die israelischen Atomwaffen erwartet derweil das Schicksal der südafrikanischen Atomwaffen. Südafrika haben seine Atomwaffen bei der Aufrechterhaltung des Apartheidregimes nichts genützt und nach dem Sturz des Apartheidregimes hat Südafrika seine unnützen Atomwaffen freiwillig verschrottet. Südafrika ist damit wie die Ukraine ein Staat geworden, der nur noch virtuelle Atomwaffen hat.

Dieser Weg ist richtig: eine Welt, in der es anstelle von realen Atomwaffen nur noch virtuelle Atomwaffen gibt, wäre definitiv eine bessere Welt.

Quelle

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