Die israelische Regierung hat seit ein paar Tagen ein Problem. Die amerikanischen Freunde wollen es sich nicht länger gefallen lassen, dass der Schwanz mit dem Hund wedelt.

Der radikalsiedlerische Innenminister Eli Yishai hat dem zionistischen US-Vizepräsidenten Joe Biden nahezu ins Gesicht gespuckt, indem er den von Bibi Netanjahu autorisierten Plan zur weiteren völkerrechtsbrüchigen Landnahme in Ostjerusalem während des Besuches des zionistischen US-Politikers in Israel öffentlich verkündete. Obendrein hat die israelische Regierung zur Verschärfung der Proteste noch eine neue Siedlersynagoge im besetzten Teil Jerusalems eröffnet und dabei zu verstehen gegeben, dass das ein Schritt auf dem Weg zur Zerstörung der Muslimen heiligen Al-Aksa-Moschee sei.

Der Kommandant der US-Truppen im Nahen und Mittleren Osten, General David Patraeus, hat ein paar deutliche Worte in Richtung Israel gerichtet. In israelischen Medien wurde bereits spekuliert, Barack Obama könnte den Kopf der zionistische Siedlerbande fordern: Benjamin Netanjahu. Und die EU-Außenpolitikerin Catherine Ashton ließ es sich nicht nehmen, nach Gaza zu reisen und sich selbst anzuschauen, wie dort in dem von Israel belagerten Ghetto 1,5 Millionen Menschen konzentriert leben.

Und just zu diesem Zeitpunkt schoss eine zuvor nie gekannte Gruppe, die sich Ansar al-Sunna nennt, von Gaza aus selbstgebaute Raketen auf Israel und ermordete damit einen Menschen in Israel. Der Schaden für die gewählte palästinenische Regierung der Hamas ist ebenso enorm wie der Nutzen, den Israel daraus zieht. Völlig unklar ist es jedoch, wer sich hinter der Bezeichnung Ansar al-Sunna wirklich verbirgt. Da Ansar al-Sunna in Anlehnung an Gruppen der “Al-Kaida” im Irak benutzt wurde, und das Label der saudi-arabischen Organisation Al Kaida lange schon im Verdacht steht, für False-Flag-Attacken genutzt zu werden, von denen Israel zu profitieren glaubt, sollte die Al-Kaida-nahe Bezeichnung jedoch hellhörig machen.

Der Inhalt der SMS, mit der sich die Täter unter der erfundenen Bezeichnung Ansar al-Sunna zu den Raketenanschlägen Medienberichten zufolge bekannt haben sollen, hilft bei der Tätersuche leider ebenso wenig weiter wie dass sich auch die dem palästinensischen Ex-Präsidenten Mahmud Abbas unterstehenden Al-Aksa-Märtyrerbrigaden später die Tat auch noch befürwortet haben sollen. Die gewählte Al-Kaida-nahe Gruppenbezeichnung sagt kaum mehr aus, als dass Todfeinde der Hamas die Raketen abgeschossen haben, gegen die die Hamas, wenn sie sie erwischt, bekanntlich mit aller Konsequenz vorgeht.

Ein kriminalistischer Weg zur Aufklärung des Verbrechens könnte am Ursprung der SMS ansetzen, doch da Israel das Telefonnetz betreibt und auch zur Aufklärung von Verbrechen nicht mit der Regierung von Gaza kooperiert, ist dieser Weg leider genauso versperrt wie der über eine Analyse des für den Bau der Rakete verwendeten Materials. Zur vorläufigen Analyse möglich bleibt also lediglich die Frage nach dem Cui Bono: wem nützt es?

Zur Frage, wem der Raketenbeschuss nützt, muss man sich bloß vergegenwärtigen, was damit vorhersehbar erreicht wurde. Das ist einfach. Die Raketen haben objektiv Israel zu einem sehr kritischen Zeitpunkt aus der Patsche geholfen. Anstelle dessen, dass die völkerrechtswidrige Besatzungspolitik Israels in der öffentlichen Diskussion steht, wird nun über Terrorismus diskutiert. Um die Diskussion anzuheizen, hat Israel in den letzten Tagen blutrünstige Rache genommen und mit Jagdflugzeugen Bombenangriffe auf Gaza geflogen, bei denen rund ein Dutzend Menschen, die überhaupt nichts mit den Raketenabschüssen zu tun hatten, verletzt wurden. Eine Schmiede, die Israel dabei zerbombt hat, bezeichnet Israel als “Waffenfabrik“, bleibt aber jeglichen Beleg dafür schuldig, dass die Schmiede irgendetwas mit den Raketenabschüssen zu tun hat. Die Raketen geben Israel einen Vorwand, um von Terrorismus zu reden und sich um Gespräche über Frieden, den Stopp des Siedlungsbaus und das Ende der Besatzung drücken zu können. Geschadet haben die Raketen der Hamas, die durch die Raketenabschüsse als unfähig hingestellt werden kann, Frieden zu wahren. Die Raketenabschüsse erfolgten zudem zu einem für die Hamas denkbar ungünstigen Zeitpunkt, denn sie werfen Schatten auf den Besuch der EU-Außenbeauftragten in Gaza und sabotieren damit einen wichtigen diplomatischen Erfolg für die Hamas.

Es lässt sich also konstatieren: Wer auch immer die Raketen unter dem Label Al Kaida aus Gaza auf Israel abgeschossen hat, hat das getan, um Israel zu helfen, die Hamas zu schwächen und den Friedensprozess zu sabotieren. Das sollte jedem Kriminalisten eigentlich einen deutlichen Hinweis darauf geben, wo die Drahtzieher zu suchen sind. Es muss nicht so sein, aber es stinkt nach einer Operation unter falscher Flagge. Da Israel die Grenzen nach Gaza nahezu allein kontrolliert und alle Palästinenser im Grenzgebiet beschießt, kann die Hamas die Grenzen zu Israel nicht sichern. Israel hatte also nicht nur ein Motiv, sondern auch die Gelegenheit, die Raketen nach Gaza zu schmuggeln.

Es ist nicht das erste Mal, dass Al Kaida Israel hilft. Es sollte jedem Menschen zu denken geben, dass diese “merkwürdige” Organisation “Al Kaida” Israel stets zu Diensten ist. Wann werden endlich die Spuren der Mörderbande nach Israel verfolgt?

Quelle

Advertisements