Seit August führt die jemenitische Regierung von Ali Abdullah Saleh in der Region um Sadah einen Feldzug gegen antiamerikanische Freiheitskämpfer unter Führung von Abdul-Malik al-Houthi. Die jemenitische Regierung hat dem Feldzug, den sie unter anderem mit Mitteln wie der Bombardierung von Krankenhäusern und dem Versuch des Aushungers der Freiheitskämpfer durch die Blockade von Hilfsorganisationen führt, den bezeichnenden Namen “Operation Verbrannte Erde” gegeben. Der Name erklärt die simple Strategie: wenn alle Menschen in der Region von Sadah ausgerottet sind, dann gibt es auch keinen schiitischen Widerstand in Sadah mehr.

Wenn es irgendjemand in der westlichen Welt mit dem internationalen Recht ernst meinen würde, hätte es sofort internationale Verurteilungen hageln und ein Verfahren vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag geben müssen. Die Kriegstaktik Verbrannte Erde gehört zur Strategie eines Vernichtungskrieges und ist seit 1907 international als völkerrechtswidriges Verbrechen geächtet. Doch stattdessen passiert das Gegenteil.

Saudi-Arabien, Marokko und Jordanien unterstützen die jemenitische Regierung inzwischen mit ihren Armeen bei der Operation Verbrannte Erde. Unklar ist, ob die USA die Operation Verbrannte Erde nur durch die Blockade des nordjemenitischen Hafens in Midi unterstützen oder ob US-Spezialeinheiten wie die Killertruppe TF 88 und US-Kampfflugzeuge auch direkt an der Operation Verbrannte Erde beteiligt sind. Die saudische Beteiligung hat dazu geführt, dass der Krieg auch auf Saudi-Arabien übergegriffen hat. Nahezu täglich, und so auch heute, bombardieren die saudische und die jemenitische Armee die nordjemenitische Bevölkerung. Das Ergebnis, die Vernichtung der Dörfer und ihrer Bewohner in der Gegend von Sadah, kann man sich bei Youtube auf Video anschauen.

In den westlichen Medien ist von diesem brutalen Vernichtungskrieg fast nichts zu hören. Dabei geht es ums Öl. Ölimporteure und das saudische Königshaus befürchten, der Konflikt könne auf die ölreichen Ostprovinzen Saudi-Arabiens übergreifen, wo die schiitische Bevölkerungsmehrheit unzufrieden mit dem sunnitischen Feudalregime Riads ist, und die Ölförderung Saudi-Arabiens beeinträchtigen. Medienberichte würden die Gefahr erhöhen, also wird der Vernichtungskrieg nach Kräften verschwiegen. Auch im UN-Sicherheitsrat ist die Operation Verbrannte Erde kein Thema.

Das Signal, das von diesem dröhnenden Schweigen ausgeht, könnte deutlicher nicht sein: Vernichtungskrieg zu führen ist nicht mehr geächtet. Bill Burton, Sprecher des weißen Hauses in Washington, ließ heute beiläufig ausrichten, dass die USA die Operation Verbrannte Erde prima findet. Barack Obama persönlich gratulierte dem für die Operation Verbrannte Erde verantwortlichen Kriegsherren Ali Abdullah Saleh gerade zur Vernichtung von 14 jemenitischen Kindern. Sollte dieser Maßstab gelten, können auch Hitler und die SS rehabilitiert und die Urteile der Nürnberger Prozesse annuliert werden. Alles das basiert auf dem Völkerrecht. Und das gilt offensichtlich nicht mehr. Die Operation Verbrannte Erde zeigt es. Die Operation Verbrannte Erde wirbt schon im Namen damit, dass es darum geht, Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu begehen. Ganz offen und ohne jede Scham.

Und niemanden im UN-Sicherheitsrat interessiert das. So sieht das Ende des Völkerrechts aus.

Quelle

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