Israel hat erneut den Tempelberg und die Al-Aqsa Moschee abgesperrt. Hunderte von israelischen Soldaten stürmten danach am Sonntag die Al-Aqsa Moschee. Dabei wurden vermutlich mehr als 15 Palästinenser verletzt. Die Soldaten sollen Tränengas eingesetzt haben. Die Kritik an Israel für deren Politik um die Al-Aqsa Moschee reißt nicht ab. Auch ranghohe Gelehrte melden sich jetzt zu Wort und verurteilen die Angriffe.

Offiziellen Angaben zufolge wurden mehr als 15 Palästinenser beim Sturm der israelischen Armee verletzt. Weitere 20 Palästinenser wurden festgenommen.

Die Lage bei der Moschee in Jerusalem gilt als angespannt. Der Gelehrte Scheich Muhammad Hussein warnte zudem vor einer Eskalation der Lage. Laut Islamonline.net sagte der Gelehrte auch, dass die israelischen Truppen alles und Jeden mit Schlagstöcken “bearbeitet” hätten, die ihnen untergekommen seien. So machten die Soldaten auch vor Frauen und Kindern keinen halt und hätten brutal zugeschlagen.

Die Muslime hatten sich am Sonntag in der Moschee versammelt um ihr Heiligtum vor einer angekündigten jüdischen Besatzung zu beschützen. Demnach soll eine Demo entstanden sein. Die protestierenden sollen laut Darstellung offizieller israelischer Stellen Steine geworfen haben, weshalb man den Tempelberg schließlich gestürmt habe. Von einer Absperrung wisse man nichts.

Die Al-Aqsa Moschee ist seit Wochen und Monaten Schauplatz eines kalten Krieges gewesen. Israel hatte noch vor kurzem Baumaßnahmen unter der Moschee vornehmen lassen, die von der Bevölkerung und durch ein unabhängiges Gutachten von türkischer Seite als geeignet eingestuft wurden, den Moscheekomplex zu zerstören. Die Bauarbeiten wurden zwar eingestellt, aber die israelische Administration betreibt eine Art “Judaisierung” von arabischen Vierteln. So werden Häuser und Flächen zwangsgeräumt und Juden quasi in arabische Viertel einquartiert.

Die Palästinenser werfen zudem der israelischen Administration vor, absichtlich bei der Moschee für Aufruhr zu sorgen und zu provozieren. Bereits beim Laubhüttenfest war es zu einer Eskalation gekommen, weil den Muslimen der Zutritt zur Moschee verweigert wurde.

Auch immer mehr Länder sowie die Organisation der Islamischen Konferenz äußerten ihren Unmut über das Vorgehen von Israel. Generalsekretär Ekmeleddin Ihsanoglu verurteilte die Stürmung des Tempelbergs.

Mit deutlicheren Worten wandte sich einzig der muslimische Gelehrte Qaradawi an die muslimische Weltgemeinschaft.

Qaradawi: Die islamische Welt muss die Al-Aqsa Moschee beschützen

Der berühmte islamische Gelehrte Scheich Yusuf al Qaradawi hat sich in einer Erklärung an die muslimische Welgemeinschaft gewandt und diese aufgefordert die Al-Aqsa Moschee in Jerusalem zu beschützen. Gleichzeitig erhob der islamische Gelehrte scharfe Kritik an Israel. Qaradawi sagte: “Die Juden versuchen die Muslime daran zu gewöhnen, dass die Al Aqsa Moschee zerstört wird.”

Die jüngsten Angriffe Israels spielten alle darauf ab, die Al-Aqsa Moschee in Jerusalem zu zerstören. Das ist die Kernbotschaft des Aufrufs an die muslimische Weltgemeinschaft des muslimischen Gelehrten und Theologen Scheich Yusuf Al Qaradawi.

Israel bereite die Muslime mit seinen Sticheleien auf eine baldige Zerstörung der für Muslime wichtigen heiligen Stätte vor. Qaradawi betont dabei die wichtige historische Rolle der Al-Aqsa Moschee für die Muslime, als erste Qibla (Gebetsrichtung und Ort). So bereite sich Israel einerseits auf eine Besatzung des Tempelbergs vor, andererseits treibe sie einen Keil zwischen die Muslime. Als Beispiel für diese Theorie nennt Qaradawi auch die Ibrahim Moschee in Al Halil, der dieses Schicksal schon widerfahren sei.

Man werde nicht hinnehmen, dass Israel versuche mehr als 140.000 m² Fläche zu besetzen und ein Heiligtum für Muslime zu zerstören. Es sei nicht ok, dass die Angriffe auf die Al-Aqsa Moschee zu einer Selbstverständlichkeit geworden seien. Gleichzeitig betonte der Gelehrte, dass es die Aufgabe der 2 Milliarden Muslime auf der ganzen Welt, ihrer Leader, ihrer Könige und ihrer Ministerpräsidenten sei, die Al-Aqsa Moschee zu beschützen.

Er betonte: “Palästina ist Bedeutungslos ohne die Al-Aqsa Moschee.”

Scheich Qaradawi ist Vorsitzender des European Council for Fatwa and Research (ECFR) sowie der International Association of Muslim Scholars (IAMS). Er wird zu den einflussreichsten sunnitischen Gelehrten gezählt.

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