Die dreiköpfige Justizdelegation hat in ihrem Bericht über die Ereignisse und Unruhen nach den Präsidentschaftswahlen die Behauptungen von Mahdi Karubi hinsichtlich von sexuellem Missbrauch der Festgenommenen zurückgewiesen. In dem Bericht, der am Samstag dem Vorsitzenden der Judikative Ayatollah Sadegh Amoli Laridschani vorgelegt wurde, heißt es, man habe keinerlei Beweise für eine Vergewaltigung von Personen, die angegeben wurden, gefunden, und daher entsprechen die Behauptungen nicht der Wahrheit, sie sind erdacht und sollen die öffentliche Meinung manipulieren.
In dem Bericht der Untersuchungskommission an Ayatollah Laridschani heißt es: Nach Eingang des Schreibens von Herrn Karubi wurde er unverzüglich ins Büro der Staatsanwaltschaft in Teheran bestellt, um dort seine Beweise über die vorgebrachten Behauptungen im Beisein der dreiköpfigen Kommission vorzulegen. Er traf am vereinbarten Termin ein und wies auf die Wahlen und die Zeit danach hin und antwortete auf eine Frage bezüglich der Beweise für seine Behauptungen über sexuellen Missbrauch von einigen Verhafteten bei den Unruhen und darüber wer diese Personen sein könnten: 1- Ich habe zunächst über Mitglieder der Partei Etemad Melli gehört, dass diese Person Herr A. Sch. angab, auf der Jordan-Straße von drei Personen gezwungen worden zu sein, in ein Auto zu steigen. Er sei an einen Ort gebracht worden. Da habe es auch andere Personen gegeben. Ihm waren die Augen verbunden und er habe niemanden gesehen und gekannt. Man hat ihn geschlagen und während er mit gefesselten Händen dastand, wurde er an einen Haken gehängt, so dass seine Füße fast den Boden nicht mehr berührten. Dann wurde er vergewaltigt. Ich habe diese Person zu mir gerufen und seine Äußerungen gehört, anschließend hat ein Mitglied der Etemad Melli-Partei diese Äußerungen auf CD aufgenommen; hiermit übergebe ich Ihnen eine CD dieser Äußerungen.
Von Herrn Karubi wurde gefragt: An welchem Tag und bei welchen Unruhen auf welcher Straße Herr A. Sch. verhaftet wurde? Herr Karubi antwortete: Ich weiß es nicht, ich habe nicht danach gefragt, es war aber bei keiner Demonstration oder Auseinandersetzung. Er sagt, er sei auf der Jordan-Straße alleine unterwegs gewesen, drei Personen haben ihn in ein Fahrzeug gezwungen und mitgenommen. Herr Karubi nennt eine andere Person mit dem Namen S. P, die sich als das Kind eines Märtyrers vorstellte und gesagt haben soll, einige Familienmitglieder seien den Märtyrertod gestorben und sie sei Anhängerin von Herrn Mussawi, und habe abends mit ihrer Mutter Allah o Akbar gerufen. Sie sei in ihrem Haus verhaftet und anschließend geprügelt worden. Nach einigen Tagen wurde die Leiche, die zum Teil von Säure zerfressen war, heimlich beerdigt. Leute von Herrn Mussawi haben dieses Haus aufgesucht; Herr Mussawi habe an einer Gedenkfeier für diese Person teilgenommen. Ich sollte auch dahin gehen und dieses Haus besuchen, was aber nicht möglich war und deshalb sei mein Sohn dahin gegangen.
Herr Karubi wurde gefragt: Sind die Personen bei den Unruhen nach den Wahlen verhaftet und dann misshandelt und vergewaltigt worden? Herr Karubi antwortete: Nein, ich bin nicht sicher und das ist nur etwas was ich gehört habe. Jeden, der eine Beschwerde hatte, haben wir aufgesucht oder eingeladen und mit ihm gesprochen.
Über die genannte Person wurden Untersuchungen angestellt. Es stellte sich heraus: 1- Der Vater war kein Märtyrer, er starb vor einigen Jahren und die Person S. P. war kein Einzelkind und nicht die Tochter eines Märtyrers. 2- Die Person habe Differenzen mit der Mutter gehabt und in den letzten zwei Jahren sei sie sechs Mal von Zuhause weggelaufen, jedes Mal hat die Mutter bei der Polizei um Hilfe gebeten. In einigen Fällen ist die Tochter nach einigen Tagen nach Hause zurück gekehrt, in anderen Fällen wurde sie mit anderen Jungen und Mädchen von der Polizei verhaftet, ins Gefängnis gebracht oder der Mutter ausgeliefert. Der ausführliche Bericht liegt bei.
Herr Karubi gestand, dass dem Anschein nach S. P. nicht die Tochter eines Märtyrers ist und da ein Fehler unterlaufen sei. Die Justizkommission legte am Ende des Berichtes einige Vorschläge vor: 1- Die Ergebnisse der Untersuchung sollen durch Medien den Bürgern mitgeteilt werden.
2- Der Bericht soll an das Gericht weitergegeben werden, damit die Helfer und Mitbeteiligten und jene, die nach den zehnten Präsidentschaftswahlen gegen die Sicherheit des Landes vorgehen wollten, damit Lügen verbreitet und Verleumdungen angestellt haben und die öffentliche Meinung zu manipulieren versuchten sowie die Würde des Systems und manche Staatsbehörden in Frage stellten, eine gerechte und konsequente Strafe bekommen.
Das dreiköpfige Komitee besteht aus Ebrahim Raissi, Vizepräsident der Judikative, Ali Khalafi, Büroleiter der Judikative und Gholamhussein Mohseni Ejehi, Oberstaatsanwalt Irans. Sie sind mit der Untersuchung der Behauptungen und Beweise beauftragt worden.

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