Es ist nicht ein möglicherweise fehlender Eigentumsnachweis der jüdischen Siedler dem die Besatzungsverwaltung der Israelis sich im Stadtteil Sheikh Jarrah (Ostjerusalem) derzeit stellen muss. Das Haus der Farhan Familie z.B. soll zerstört werden, weil die Israelis dieses als „verlassen“ bezeichnen.

Die Farhans haben alle Steuern bezahlt, ihre Wasserrechnungen sind beglichen und ihre Pachtzahlungen an die Grundeigentümer ebenso. Trotz alledem erhielten sie den Ausweisungsbeschluss, erlassen nach einer juristischen Entscheidung des von Israel eingesetzten und kontrollierten Jerusalemer Magistratsgerichtes. Das Ziel ist, das Haus komplett leer zu bekommen. Möbel, Kücheneinrichtung, Kleidung und elektrische Einrichtungen sind zu entfernen!

Die Grundfläche des Hauses beträgt 26 qm, Wohnraum, Küche Badezimmer, Schlafzimmer und Flure. Ibrahim Farhan lebt dort mit seiner Frau und seiner Mutter.

Die palästinensische Verwaltung besorgte deswegen einen Anwalt. Der sagte, die israelische Entscheidung sei deswegen gefallen, weil das Haus „ohne besonderen Grund“ verlassen sei. Aber die Familie lebt dort und bezahlt weiter alle Abgaben.

Eine weitere Anhörung soll nächsten Monat in einem israelischen Gericht stattfinden.
Ibrahim Farhan erklärte PNN gegenüber, der Ausweisungsbefehl in Hebräischer Sprache wurde letzten Monat an der Tür übergeben. Alles begann mit ähnlichen Aktionen gegen seinen Bruder und dessen Frau Lubna, die in Beit Hanina – ebenfalls in Ost-Jerusalem – leben. Die israelische Verwaltung sagt nun, weil keiner im Haus war (Ibrahim und seine Familie waren gerade anwesend) ist das Gebäude „verlassen“.

Seit 1948 lebt die Familie in ihrem bescheidenen Haus, welches sie direkt vom damals für dieses Gebiet verantwortlichen Hashemitischen Königreich Jordanien anmietete. Nach der Besatzung 1967 wurde die Pacht seit 1990 an ein Komitee des Ostens in einem Büro in der Jaffa Straße bezahlt. Ibrahim Farhan belegt uns das mit allen aufbewahrten Rechnungen und Dokumenten.

Farhan’s Mutter sagte uns, dass sie in täglicher Angst lebt, von den Israelis angegriffen und verjagt zu werden.

Ein Verwandter der Familie wird ebenfalls vom Verlust seines Heimes bedroht. Khalil Farhan beantragte eine Genehmigung, um die E-Anlage des Hauses reparieren zu dürfen. Dieses Haus liegt nahe dem von Ibrahim Farhan! Die israelische Stadtverwaltung beschuldigte ihn daraufhin, er hätte ohne Genehmigung sein Haus erweitert** und drohten ihm nun das Gebäude abzureißen. 15 Personen leben dort.

(**eine seit Jahrzehnten übliche Begründung Israels, „Baufreiheit“ für eigene Objekte zu bekommen. Der Grund und Boden geht dann natürlich in israelischen Staatsbesitz über)