„Auserwählt“ von Gott – behaupten so einige Völker – seien sie geradezu „berufen“ dem Übel und der Falschheit in der Welt zu begegnen, ja geradezu verpflichtet die Macht des Bösen a.k.a. Satan höchstselbst zu bekämpfen. Das dies aber eine Art Widerstand ist, die nicht nur das vermeindlich „Böse“ betrifft – was widerum Auslegungssache und Urteil wie Vorurteil zu gleich ist – wird auffällig, wenn Gott als Vater des Gedanken herhalten muß.

Es geht dabei nicht um Religion im eigentlichen Sinne, sondern um die Einstellung im Bezug auf den Wahrheitsgehalt der eigenen Religion. Was wäre ein Christ, dem der Gedanke widerstrebt seine Religion sei nicht die einzig wahre? Was wäre ein Muslim, der plötzlich den Glauben an den Koran verlieren würde? Was ein Jude, wenn er nicht gänzlich von seiner Religion überzeugt wäre?
Diese Fragen können wir für alle Religionen und Glaubensrichtungen beliebig fortführen, die Antwort jedoch ist immer gleich: Er wäre nicht mehr das wofür er sich bislang ausgab. Seine stützende Schulter, seine Kraft würde ihm – durch das Fehlen am Glauben – abhanden kommen.

Und hier greift genau die Wirkung des Exorzismus.
Ein Exorzist, dem der Glaube an Gott fehlt, ist kein Exorzist. Wenn Sie, lieber Leser, die Möglichkeit haben an einem Exorzisten-Lehrgang teilzunehmen – man höre und staune, solche werden hin und wieder angeboten – wird Ihnen genau das indirekt nahegelegt. Und so verhält es sich auch zb. im Katholizismus. Der „Teufel“ existiert und er wirkt, das muß ein Katholik glauben, sonst ist er kein „richtiger“ Katholik.
Ist man kein „richtiger“ Evangelikale, gibt es auch kein Seelenheil und leider darf man sich dann auch nicht mehr zu den Glücklichen zählen die einst zu den 144.000 gehören die ins Reich Gottes eingehen werden wenn der Tag des „Jüngsten Gerichts“ eingetroffen ist.

Wenn Religionen auch noch so unterschiedlich zu sein meinen; Sie sehen wie sich hier eine – durchaus legitime – Einheit bildet. Eine Gemeinsamkeit.

Es sind sogar zwei Gemeinsamkeiten:
– Der Glaube an die einzig wahre Religion
– Der Glaube an Erlösung

Jede Religion hat ihr entsprechendes Angebot was letzteres betrifft. Bei den Einen ist es das Himmelsreich Gottes, bei anderen das Nirvana und bei wieder Anderen das Paradis in dem die reinen, schönen und himmlischen Jungfrauen fürs Wohl sorgen (K 9:111 – [..] mit reinen schoenen himmlischen Jungfrauen vermaehlen) und man „wie Perlen nie altert“.
Je nachdem wie sehr ein Gläubiger glaubt, je nachdem wie fest sein Glaube an die eigene Religion ist, so richtet er sein Leben – sein handeln – danach aus. Und dabei können wir nicht von „Besessenheit“ sprechen. Denn jede Religion für sich ist eben die „wahre“ und somit „richtige“ Religion und alles was sich damit verbindet ist für den jeweiligen Gläubigen „richtig“ und „wahr“. Das mag vielen nicht bekommen, aber da beißt die Maus keinen Faden ab.
So wie ein Evangikale es für richtig hält die Worte Gottes ernst zu nehmen, so ist es für den gläubigen Muslim richtig an seine Version des Glaubens festzuhalten.

Nun könnten wir einerseits sagen „Es ist falsch zu behaupten es sei richtig für Allah in den Krieg zu ziehen.“, aber ist es denn nicht gleich auch falsch durch „Gott bevollmächtigt“ in den Krieg zu ziehen?
Dies ist keine Glaubensfrage – dies ist eine Frage der immer wieder, auch von hohen Politikern gern geforderten, Toleranz. Und zwar der Toleranz andere Religionen zu akzeptieren.

Ich will Ihnen ein Beispiel als Crash-Exkurs bringen:
Immer wieder hörten wir im Verbund des „Kampf gegen den Terror“ das Wort „Dschihad“, was immer wieder gern mit „Heiliger Krieg“ übersetzt wird und dann – für einen Nicht-Muslim unverständliche – Koranverse als „Beweis“ für die Aggressivität des Islams herangezogen wurden.
Ich sage deshalb „unverständliche Koranverse“, da wir zum großen Teil nicht mal fähig sind unsere eigenen Verse richtig zu interpretieren. Wer sagt er hätte aber alle verstanden, der lügt schlicht und ergreifend. Denn bei der Interpretation scheiden sich noch immer die Geister; jeder hält seine eigene Interpretation für richtig – er „glaubt“, mehr ist es nicht.
Zurück zum „bösen“ Wort „Dschihad“ was so böse gar nicht ist. Rein sprachlich abgeleitet bedeutet es erst einmal nicht mehr als „sich bemühen“. Das „sich bemühen“ zielt darauf ab sich von unrechtmäßigem Tun und Denken zu befreien bzw. sich davon „rein“ zu machen. Im islamischen Rechtssystem gibt es zwei Begrifflichkeiten des „Dschihad“.
Zum einen den „große Dschihad“: Der „innere“ Kampf um Moral sozusagen, den jeder von uns beinahe täglich führt. Im christlichen Sinne entspricht dieser in etwa der „Nächstenliebe“.
Zum anderen den „kleinen Dschihad“: Dieser Kampf kann am ehesten mit dem „Widerstandsrecht“ vergleichen. Welches im übrigen auch Deutschen, Amerikanern, oder anderen zusteht.
Der „kleine Dschihad“ ist die legitime Selbstverteidigung zum Schutz vor Tyrannei, Angriffen und Ungerechtfertigkeiten jeder Art. Es ist ein Akt des Versuches zur Selbstbefreiung und ist keineswegs mit den Vorstellungen einiger „Attentäter“. Der „Widerstand“ der Attentäter richtet sich ausschließlich gegen westliche Hegemonien und stellt sich in die Nähe der Vorstellung eines „Lebens nach dem Tod“ ohne Rücksicht auf begleitende Verluste. [Quelle]

Und nun die andere Seite:
Moral spielt in jedem Land eine wichtige Rolle und leitet sich oftmals verstärkt aus der Religion ab bis hin in die Politik.

„Einerseits stehen“ zb. „die Amerikaner zwar hinter der Trennung von Staat und Religion, andererseits aber soll Religion in moralischer Hinsicht Leitlinie für Politik und soziales Leben sein“ ()
So ist es nicht verwunderlich, das selbstverständlich auch der Antichrist seinen Einzug bereits in die Politik gefunden hat. Der Antichrist steht für „das Böse“ welches bekämpft werden muss. Relativ praktisch ist hier, das der Antichrist oder seine Helfer sowieso nicht den gleichen Glauben hat wie man selbst. Logisch: Er/sie hat/haben etwas gegen das was man im Auftrage Gottes bereit ist zu tun. Und man „muß“ etwas tun, sonst darf man nicht ins göttliche Himmelsreich.

Da, wie ich im Anfang schon beschrieben habe, „das Böse“ je nach Auffassung immer etwas oder jemand anders sein kann, berechtigt dies die entsprechend Gläubigen sich in die jeweils gewünschte Position zu bringen.
Nur so kann man verstehen, warum ein Herr Bush, Ashcroft, Frau
Palin oder auch andere immer wieder heranziehen „von Gott dazu berufen“ zu sein.
So läßt sich das auch auf die letzten Konflikte beziehen:

„Unsere Nation ist von Gott auserwählt und von der Geschichte beauftragt, ein Modell für die Welt zu sein“

Zum besseren Verständnis:
„Unsere Religion ist die Bibel und durch ihre Geschichte sind wir beauftragt die Welt zu vereinen“

Man kann es auch Missionsarbeit nennen, denn nur so kann es funktionieren. Wer sich nicht missionieren lässt ist nicht nur ein Amerika-Religionsfeind, sondern gegen das „einzig wahre Wort Gottes“.

Zum großen Erstaunen mancher, hat sich diese Art der Missionsarbeit auch bereits in Europa etablieren können. Man denke nur an die Euphorie mit der der neuste Präsident angepriesen wird: Man vergleicht ihn mit dem Messias. Im Bezug zu dem von mir geschriebenem Artikel klingen die Worte Ashcrofts „[..] dass die Vereinigten Staaten Gottes auserwählte Nation sind, die sich in einem gerechten Krieg gegen das Böse befinden. Genau aus dem Buch der Offenbarung ist zu entnehmen, dass die Agonie, die wir ertragen müssen die Geburtswehen sind, die das Kommen des Messias ankündigen“ sehr beunruhigend.

. Moral und religiös geprägte Weltsicht seien für 70 Prozent der US-Bürger identisch.

Es ist nicht Amerika als Land, welches sich auszubreiten scheint – es ist Amerika… als „Religion“. Es ist der Masterplan.
„The New World Order“ – Apokalypse inklusive.
Quelle