In immer mehr Ländern der Welt gehen demokratische Wahlen anders aus, als es sich die westliche Welt wünscht. Es wird höchste Zeit darüber nachzudenken, woran das liegen könnte.
Die westliche Welt glaubt für „Freiheit und Demokratie“ zu stehen; Errungenschaften, die sie angeblich der ganzen Welt „zukommen“ lassen will. Doch merkwürdigerweise scheint sich der Rest der Welt zunehmend intensiv gegen die westlichen Vorstellungen zu wehren und drückt das auch in demokratischen Wahlen deutlich aus. Die westliche Welt hatte bisher immer das Argument, dass jene Wähler möglicherweise noch nicht reif für die Demokratie seien oder aber bedingt durch „islamische“ Traditionen die „Errungenschaften“ der Freiheit nicht richtig zu schätzen wüssten, aber es sind nicht nur muslimisch geprägte Länder, die sich gegen westliche Demokratien wehren. Und der Widerstand erfolgt zunehmend mit immer deutlicheren Hinweisen darauf, dass die so genannten westlichen Demokratien eine globalisierte Form des Faschismus seien! So absurd jener Vorwurf im ersten Moment für westliche Ohren klingen mag, so aufmerksam sollten vernünftige Menschen ihn zumindest analysieren und sich die Argumente der „Gegenseite“ einmal anhören.
Ursprünglich war es nur der Iran und die Hamas, die bei Wahlen nicht so gewählt haben, wie es sich die westliche Welt gewünscht hat. Der Vorwurf, es handele sich dabei nicht um freie Wahlen im westlichen Sinn ist eine Art Selbstbetrug, denn es gab ja eine Wahlmöglichkeit, welche die westliche Welt zumindest bevorzugt hätte, und jene ist sang- und klanglos untergegangen. Dass dann die Hizbullah im Libanon ebenfalls zunehmend das Vertrauen der eigenen Bevölkerung gewinnt – auch der christlichen – konnte man in der gleichen „islamistischen“ Kategorie abtun. Und über eines ist sich die Westliche Welt im klaren: Würde sie nicht die schlimmsten pro-westlichen Diktatoren der Region allesamt stützen – teilweise auch mit militärischer Gewalt – dann würden die Bevölkerungen jener Länder die westlichen Einflüsse ebenfalls aus dem Land verbannen. Dass hierbei die westlichen „Demokraten“ durch Stützung von verbrecherischen Tyrannen gegen ihre jeweiligen eigenen Regierungen „westliche Interessen“ schützen wollen, deutet bereits darauf hin, dass „Westliche Interessen“ wenig mit Freiheit und Demokratie zu tun haben.
Aber inzwischen kann man auch mit der „islamistischen“ Kategorie den Wunsch der Bevölkerungen in der Welt, sich gegen den Westen zu stellen, kam noch erklären. Bei Wahlen in Russland und Indien dominieren genau so antiwestliche Tendenzen, wie bei fast allen Wahlen in Asien, Afrika und Südamerika. Zwar kann die Westliche Welt, die faktisch nur noch aus den USA und einigen wenigen europäischen Lakeyen besteht, sich in die Festung „Wir sind die Guten“ verschanzen, aber ein sachlicher Blick auf die Situation in der Welt verdeutlicht immer klarer, dass jene Festung sehr brüchige Verteidigungswälle hat.
Tatsache ist, dass die USA die mit Abstand meisten gefangenen Bürger in eigenen Gefängnissen hat. Kein Staat der Erde, hat im Verhältnis zur Bevölkerungszahl so viele eigenen Bürger inhaftiert! Bei ausländischen Bürgern betreiben die USA das weltweit berühmteste Foltergefängnis Guantanamo und scheren sich einen Dreck um Völkerrecht oder Menschenrechte. Kein Staat der Erde hat so viele Soldaten auf fremden Boden stationiert. Kein Staat der Erde stützt so viele Diktatoren gegen die jeweils eigenen Bevölkerungen. Kein Staat der Erde ist so stark verschuldet und lebt so intensiv von der expodentiell zunehmenden Verschuldung. Kein Staat der Erde betreibt so exzessiv einen aggressiven Kulturexport angefangen vom Christophers-Street-Day über Halloween bis hin zu Cola und McDonalds Fast Food. Kein Staat der Erde hat in unserer Zeit so viele unschuldige Menschen in so vielen Ländern durch seine eigenen Soldaten umgebracht, wie die USA. Kein Staat unterstützt so massiv den zionistischen Rassismus, wie die USA. Die Finanzeinrichtungen keines Staates gefährden die Weltwirtschaft so sehr, wie es US-Unternehmen tun (Stichwort Heuschrecken). Kein Staat der Erde symbolisiert derart offensichtlich den Raubtierkapitalismus. Und kein Staat der Erde (nicht einmal die schlimmsten Diktatoren) hat so viel Geheimdienste, wie die USA.
Allein der letztgenannte Aspekt, dass die USA über 16 (in Worten sechzehn) Geheimdienste verfügt, würde bei jedem anderen Staat dazu führen, dass es als Zeichen für eine faschistische Ausrichtung gedeutet wird. Aber genau hier wird ein weiteres Problem „Westlicher Demokratien“ deutlich. Die mehr und mehr gleichgeschaltete Presse – durch welche Mechanismen auch immer – hinterfragt nicht einmal mehr die offensichtlichsten Missstände. Berühmte (deutsche!) Fernsehjournalisten glänzen dadurch, das sie beim erklingen der US-Nationalhymne die rechte Hand auf das Herz legen und ihren Kollegen mannsgroße Pappfiguren von Bush schenken. Die Beschenkten stellen sich jene Figuren ins Büro und andere berichten darüber, als wenn es die normalste Sache der Welt sei, das mannsgroße Abbild eines Völkerrechtsverbrechers in seinem Zimmer stehen zu haben. Die Journalisten der größten Presseanstalt Deutschlands müssen in Ihrem Arbeitsvertrag faktisch die Unterstützung der USA und Israels mit unterschreiben. Und obwohl bereits so viele Lügen des US-Regimes allein in den letzten Jahren die Welt erschüttert haben, steht jene Presse so offensichtlich zu ihnen, wie es sich berühmte Faschisten der Geschichte nur gewünscht hätten. Die Situation ist derart eskaliert, dass ein deutscher Innenminister Kritiker von Guantanamo nach Alternativen fragt, und die watteweiche Presse ihn dafür bestenfalls liebevoll verbal streichelt.
Diese Art der globalen Gleichschaltung auf so viele Ebenen hat zur Folge, dass die Wahrnehmung der Westlichen Welt auch sehr getrübt ist. Fast gewinnt man den Eindruck, als wenn sowohl die Bundeskanzlerin als auch der französische Präsident bis heute noch nicht wahrgenommen haben, dass die USA z.Z. über das weltweit am meisten verhasste Regime verfügt.
Die Bevölkerungen der Welt wollen die Art von „Freiheit und Demokratie“ nicht, die die Westliche Welt zu verbreiten vorgibt. Putin hatte das bei einer öffentlichen Pressekonferenz mit Bush dadurch zum Ausdruck gebracht, dass sein Land sich eben nicht eine „Demokratisierung“ wünsche, wie die USA den Irak „demokratisiert“. Das Gelächter der Journalisten war schnell verflogen, als sie darüber zu schreiben hatten und sie sich ihrer Arbeitsverträge erinnerten. Die Menschen in Moskau wünschen eben keine Christophers-Street-Day, selbst wenn diverse westliche Vorkämpfer für diese Art von Freiheit Moskau zu diesem Zweck immer wieder aufsuchen und mit den blauen Flecken prahlen, die sie sich bei gewaltsamen Ausschreitungen mit den Ordnungskräften geholt haben, wie Mitglieder schlagender Verbindungen mit einem Schmiss prahlen. Indien wünscht keine Bevormundung der USA, mit wem sie welchen Handeln betreiben darf und mit wem nicht. Afrika will nicht zum Schrottplatz des westlichen Kapitalismus werden, indem durch „Öffnung“ der Märkte, die eigenen Wirtschaften zerstört werden. Asien will nicht dadurch in die Schlagzeilen westlicher Medien geraten, dass ein weiteres Land den Playboy, ein typisches Symbol westlichen Freiheitsverständnisses, in der Landessprache zugelassen hat.
Beispiele dieser Art ließen sich zu Hunderten, wenn nicht gar Tausenden auflisten, im Kleinen wie im Großen. Alle liefen auf die gleiche Erkenntnis hinaus. Die Bevölkerungen der Welt hungern nach Frieden und Freiheit. Und die gleichen Bevölkerung haben das fest verankerte Gefühl, dass die Westliche Welt ihnen genau jene beiden Wünsche nicht nur nicht erfüllt, sondern Ursache und Antrieb für genau das Gegenteil ist.
Es kann hier ruhig noch einmal wiederholt werden. Das derzeitige Regime der USA ist das mit Abstand verhassteste Regime dieser heutigen Welt! Und das Problem eines jeden Bundesbürgers müsste darin bestehen, dass die Bundesregierung in den letzten Jahren nie so eng mit den USA verknüpft war, wie heute, politisch, moralisch und ideologisch.
Die Welt wird weiterhin Antiwestlich wählen und sich zunehmend emanzipieren, denn niemand wählt gerne und freiwillig Imperialisten, außer er selbst profitiert davon und ist käuflich. Es ist traurig für jedes Land, wenn weite Teile der Main-Stream-Presse ihre eigene Seele verkauft und glaubt, mit dieser Methode ein Unrechtssystem aufrecht erhalten zu können. Aber kein Unrechtssystem der Welt hat ewig existiert. Nur ein Narr kann glauben, dass sein System eine Ausnahme der Geschichte sein wird.
Was die Bevölkerungen angeht, so unterscheidet sich die deutsche Bevölkerung, oder andere europäische Bevölkerungen nicht wesentlich vom Rest der Welt in ihrer Freiheits- und Friedensliebe. Es ist bezeichnend, dass die selbsternannte demokratischen Vorreiter immer mehr politische Entscheidungen durchsetzen müssen, welche von der absoluten Mehrheit des Volkes nicht mitgetragen werden. Aber die Bevölkerungen können sich nicht von der Verantwortung stehlen. Sie haben die Wahl im wahrsten Sinn des Wortes. Und wer jene wählt, die Deutschland and die Völkerrechtsverbrechen der USA koppelt, der trägt seinen Anteil der Mitverantwortung für seine Wahl.
„Und wenn ihnen gesagt wird: Stiftet kein Unheil auf der Erde, so sagen sie: Wir sind doch die, die Gutes tun. Wahrlich sind sie diejenigen, die Unheil stiften, aber sie empfinden es nicht.“ (Heiliger Qur’an 2:11-12).
Dabei gibt es einen Weg zum Gemeinsamen Frieden und zur Freiheit: Jener Weg aber setzt Konsequenz und Aufrichtigkeit voraus. Vergleichbare Verbrechen sind gleichermaßen zu ahnden, ob in Simbabwe oder in den USA. Unrecht bleibt Unrecht, ob von den USA praktiziert oder in China. Und Rassismus ist als solcher zu verurteilen, ob einstmals in Südafrika oder heute in Israel. Wer aber die Verbrechen unterteilt in Verbrechen der Verbündeten und Verbrechen der Gegner, wer dem eigenen Verbündeten Rechtsbrüche zugesteht und diejenigen des Gegners übertrieben verurteilt, der verdeutlicht, dass es ihm weder um das Recht, noch um Menschenrechte geht, sondern ausschließlich um Macht. Genau solch eine Ideologie aber ist in aller Welt verhasst! Genau das bekommt die Westliche Welt heute zu spüren. Leider dürfen offenbar die eigenen Journalisten aber nicht hinreichend darüber berichten.
Deutschland hätte ausgehend von seiner Bevölkerung, seiner Infrastruktur, seinen Institutionen und seinem Selbstbewusstsein das Potential dazu, diesen beschriebenen Teufelskreis zu durchbrechen. Der ehemalige Bundeskanzler Schröder hat es zumindest in ersten Ansätzen angedeutet, dass es zumindest denkbar wäre, nicht ganz so offensichtlich in einen verbrecherischen Strudelt der USA hineingezogen zu werden. Die aktuelle Bundesregierung ist da anderer Meinung. Sie wird aber sicherlich auch nicht ewig regieren. Andere Europäer haben es vorgemacht, was sie von dem US-Lakeyen-Kurs ihrer jeweiligen Regierung halten. Bald sind wir wieder dran. Und dann müssen wir uns entscheiden, ob Deutschland sich für die Hegemonialmacht USA oder für Frieden und Freiheit aller Büger in der Welt entscheiden will.