Jeder erwachsene Mensch, weiss es, auch Kinder von einem bestimmten Alter her wissen es ganz genau, was Sünde ist, und wann sie eine begehen. Das äussert sich dann etwa so: Eine Stimme (Gedanke) sagt: „tue es“ und eine andere Stimme sagt: „tue es nicht, es könnte üble Folgen haben“ – und meistens tut man es dann eben, weil das böse Gewinnt, weil man eben zu schwach ist, selber dagegen anzukämpfen. Der Mensch wurde schwach erschaffen, dass ist ein Teil von Gottes Plan, damit die Menschen nach ihm Suchen, sich an Ihn wenden und letztlich erkennen, dass das Gute in ihnen nur mit Gottes Hilfe und Rechtleitung siegen kann!

Allah ist es, Der euch in Schwäche erschaffen hat, und nach der Schwäche gab Er (euch) Stärke. Dann wiederum, nach der Stärke, gab Er (euch) Schwäche und graues Haar. Er schafft, was Er will. Und Er ist der Allwissende, der Allmächtige.(30:54)

Wurde der Mensch sündig erschaffen bzw. geboren? Nein, natürlich nicht – das weiss jede Mutter, wenn sie einen Säugling nur ansieht, dass das Kind unschuldig ist. Und hier kommen wohl der einen oder anderen Mutter auch Zweifel, ob die Kirche recht hat, ob die Geschichte mit der Erbsünde stimmt, und ob Gott wirklich so ungerecht ist, dass er ein ein Lebewesen auf die Welt kommen lässt, das mit Sünden seiner Vorväter bzw. Adam und Eva belastet ist. Nein, natürlich nicht, Adam und Eva wurden aus dem Paradies vertrieben und sollten auf der Erde leben, als Statthalter auf der Erde Ihm dem einzigen Gott dienen und Ihn anbeten und Ihm huldigen.

Er (Gott/Allah) ist es, Der euch zu Statthaltern auf Erden gemacht hat. Wer aber ungläubig ist – auf ihm (laste) sein Unglaube! Und den Ungläubigen kann ihr Unglaube nur den Widerwillen ihres Herrn mehren, und ihr Unglaube kann den Ungläubigen nur den Verlust vergrößern.(35:39)

O mein Sohn, verrichte das Gebet und gebiete Gutes und verwehre das Üble und ertrage geduldig, was dich auch treffen mag. Das ist wahrlich eine Stärke in allen Dingen.(31:17)

Im Christentum herrscht bezüglich der Sündenvergebung Uneinigkeit – doch darauf kommen wir später. Wenn Gott einem Menschen eine Sünde vergeben hat, so merkt er dies auch – sie hört auf ihn zu belasten, das Herz wird leichter, die Barmherzigkeit Allahs manifestiert sich in vielen Bereichen, ein Wohlgefühl stellt sich ein. Und das ist der beste Beweis dafür, dass man Gott und niemanden anders um Vergebung bitten soll – aber am besten probiert es selber aus. Den Wahrheitsgehalt dieses Hadith (Überlieferung Muhammads saws), kann ich ebenfalls aus vielfacher Erfahrung bestätigen, und da gibt es wohl noch einige die dies ebenfalls können:

Ein Mann kam einmal zum Propheten (a.s.s.) und fragte ihn: „Was ist, wenn ich eine Sünde begehe und Allah um Verzeihung bitte?“

Der Prophet (a.s.s.) antwortete: „Er wird dir verzeihen.“

Der Mann fragte noch einmal: „Was, wenn ich die gleiche Sünde noch einmal begehe?“

Der Prophet (a.s.s.) antwortete wieder: „Er wird dir verzeihen.“

Der Mann fragte noch einmal: „Was, wenn ich die gleiche Sünde noch einmal begehe?“

Da lächelte der Prophet (a.s.s.) und sagte: „Allah wird niemals müde, dir zu verzeihen, solange du nicht müde wirst, ihn um Verzeihung zu bitten.“

Viele Menschen weichen aber aus, und denken, ich hab dies und jenes getan, und Gott vergibt mir dies niemals. Das heisst, sie geraten in Zweifel, bishin zur Verzweiflung – Es mag sein, dass ein Mensch die allerschlimmsten Dinge getan hat, über die er mit gar niemandem reden mag, weil sie so schrecklich sind – aber genau das ist falsch, denn:

„Sprich: ‚O meine Diener, die ihr euch gegen eure eigenen Seelen vergangen habt, verzweifelt nicht an Allahs Barmherzigkeit. Wahrlich, Allah vergibt alle Sünden; Er ist der Allverzeihende, der Barmherzige.’“ (39:53)

Es genügen die Worte Allahs in einem Hadith qudsi*: „Wer weiß, daß ich alle Sünden vergeben kann, dem werde Ich vergeben und beachte es nicht, so lange er keinen Schirk (Beigesellung**) begeht.“ (At-Tabarani, Al-Hakim).

*Ein Hadith Qudsi ist ein heiliger Hadith, das heisst er wurde dem Propheten (saws) direkt offenbart.
**Shirk=Beigesellung, d.h. sich andere Götter neben Gott zu nehmen, Götzendienst, Aberglaube, Heiligenanbetung, ect.

Und hier noch ein sehr wichtiger Hadith:

Und in einem weiteren Hadith qudsi: „O Sohn Adams, solange du Mich bittest und auf Mich hoffst, werde Ich dir vergeben, was du getan hast, und beachte es nicht. O Sohn Adams, wenn deine Sünden bis zu den Wolken reichen würden, und du mich um Vergebung bittest, werde ich dir vergeben. O Sohn Adams, wenn du zu mir kommst mit Sünden so groß wie die Erde, und stehst mir gegenüber ohne Schirk begangen zu haben*, werde Ich dir mit ebenso großer Barmherzigkeit begegnen.“ (At-Tirmidhi).

Es ist unmöglich, daß ein Muslim sich so weit von Allah entfernt, daß er nicht mit einem Schritt zu ihm zurückkehren könnte.

Ein alter Mann kam zum Propheten und sagte: „Was denkst du über einen Mann, der jede Sünde begangen hat, keine Sünde ausgelassen hat, keine kleine und keine große [und in einer anderen Überlieferung: Würden seine Sünden unter allen Menschen auf der Welt aufgeteilt, würden sie sie vernichten], kann so jemand bereuen und umkehren?“ Der Prophet fragte: „Bist du Muslim* geworden?“ Der Mann sagte: „Ich bezeuge, daß es keinen Gott gibt außer Allah und daß du der Gesandte Allahs bist.“ Der Prophet sagte daraufhin: „Tue Gutes und halte dich von schlechten Taten fern, dann wird Allah sie alle (also die Sünden) in gute Taten verwandeln.“ Er fragte dann: „Etwa auch Verrat und Unmoralisches?“ Der Prophet sagte: „Ja.“ Der Mann sagte: „Allahu akbar!“. Er ging und lobte Allah solange, bis man ihn nicht mehr sehen konnte.

Muslim* bedeutet ein Mensch, der sich durch die Bezeugung von „La ilaha ila’llah“ (Es gibt keinen Gott ausser Gott) zum einzigen Schöpfer bekannt hat kurz: Gottergebener. Es bedeutet aber noch nicht, dass er Mu’min (Gläubiger) ist, denn jener bemüht sich darin, sich an Gottes Gebote zu halten und von den Verboten abzulassen, doch dazu später.

*Gemeint ist hier der Shirk (Beigesellung) den ein Muslim wissentlich und mit Absicht begangen hat – Nicht etwa, wenn ein Mensch in seiner Djahilia (vorislamischen Zeit=Zeit der Unwissenheit) z.B. zu Jesus gebetet hat, oder nach Horoskopen gelebt hat, Dinge die er auf seinem Weg des Suchens unwissentlich begangen hat.

Ausrede: „Jesus hat sein Blut für die Sünden der Menschen geopfert“ – soll das heissen, der Mensch darf nun sündigen – ihm ist ja vergeben, ect. woher das alles stammt und ob es stimmt so oder ob darin Zweifel liegen.

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