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«Bruder Nummer 2» ließ Zehntausende ermorden
In Kambodscha ist mehr als Vierteljahrhundert nach der Schreckensherrschaft der Roten Khmer der berüchtigte Sicherheitschef des damaligen Regimes festgenommen worden. Nuon Chea, der in der Hierarchie direkt nach dem damaligen Anführer Pol Pot kam und deshalb als «Bruder Nummer 2» bekannt war, wurde zum Verhör vor die Ermittlungsrichter des eigens eingerichteten Tribunal gebracht. Das teilte ein Sprecher des Gerichts in der Nähe von Phnom Penh am Mittwoch mit. Ob er wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit offiziell angeklagt und in Haft genommen wird, entscheide sich in den nächsten Tagen. «Wir verstehen nicht, dass man einen so weisen Mann festnehmen kann», sagte sein Sohn Reportern in Pailin an der Grenze zu Thailand, wo Nuon Chea seit Jahrzehnten unbehelligt gelebt hat.Nuon Chea war Sicherheitschef des brutalen Regimes und soll für die Ermordung von zehntausenden Menschen in Foltergefängnissen und -lagern verantwortlich sein. Die Roten Khmer ergriffen 1975 die Macht und wollten einen maoistischen Bauernstaat aufbauen. Sie vertrieben die Stadtbevölkerung, ermordeten Intellektuelle und zwangen die Menschen in Arbeitslager. Bis zu ihrem Sturz 1979 durch einmarschierende Vietnamesen kamen nach Schätzungen zwei Millionen Menschen ums Leben – durch Hungersnot, Zwangsarbeit, Folter und Exekutionen.
Die juristische Aufarbeitung der Periode schleppt sich seit Jahren hin. Der einzige bislang Angeklagte ist der Aufseher des berüchtigten Foltergefängnisses von Phnom Penh, Kang Khek Iev, alias «Duch», der seit geraumer Zeit im Gefängnis ist. Sein Prozess beginnt voraussichtlich Anfang nächsten Jahres. Pol Pot starb 1998 zu Hause, sein Militärchef Ta Mok im vergangenen Jahr in einem Krankenhaus.
Quelle: http://linkszeitung.de/





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