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AUTOR:  Nahida IZZAT

 

 

Über Antisemitismus zu reden und die Beschuldigung mit Antisemitismus, ist für viele Leute  ein sensibles Thema, trotzdem habe ich das Bedürfnis, auf  einige Punkte ein Schlaglicht zu werfen.

Als Palästinenserin und als Muslimin ,die aus erster Hand Erfahrung mit Rassismus hat, ob hier in Großbritannien oder im besetzten Palästina, weiß ich, was es heißt, sich damit auseinanderzusetzen. Ich habe deshalb ein tiefes Mitleid mit denen, die unter Rassismus und Diskriminierung leiden, sei es verbal, physisch, emotional oder auf andere Weise nur deshalb weil sie „anders“ sind.

Und ich verstehe das schreckliche Gefühl,  subtilen rassistischen  Blicken ausgesetzt zu sein, die man nur selbst fühlt  – aber die Leute ringsum nicht.

Doch sehe ich einen riesigen Unterschied zwischen einer rassistischen  Bemerkung, die gegen eine Person oder eine Gruppe wegen ihres Glaubens, ihrer Volkszugehörigkeit (oder was auch immer sie von anderen unterscheidet), gerichtet ist, und einem unzufriedenen Gemurmel , einer spöttischen Bemerkung oder Sarkasmus gegen eine kriminelle Besatzungsmacht, die sich Israel nennt… wegen seiner Verbrechen.

Man sollte einen Unterschied machen zwischen der zornigen Wut, ( die entsteht) wenn man jahrzehntelang hilflos die grauenvollen, nicht-enden-wollenden Verbrechen beobachtet, die Jahr um Jahr straflos weitergehen, und dem rassistischen blinden Hass, der in einer Minderheit noch bestehen mag, die von Natur aus alles und jeden hasst, der irgendwie anders ist.

Außerdem: diese Besatzungs-Entität, Israel genannt ( ein Wort, das ich nicht einmal aussprechen mag und gewöhnlich meide) ist keine theoretische Angelegenheit, noch operiert sie in einem Vakuum; sie ist kein abstraktes Konzept, noch beruht sie auf Vermutungen-

Es ist eine Entität, die (konkret) von einem Volk betrieben wird
Von Leuten, die  Entscheidungen treffen
Von Leuten, die Politiker wählen
von Leuten, die alle in einer barbarischen Armee dienen,
von Leuten, die rassistische Überzeugungen, Haltungen und Aktionen unterstützen,
von Leuten, die das Land anderer überfallen, es enteignen und zwangsweise besetzen,
von Leuten, die Kinder ins Gefängnis setzen und Säuglinge erschießen
von Leuten, die ein Weltkulturerbe zerstören
von Leuten, die Wasser, Land, Meer und den Himmel  stehlen
von Leuten, die die Hoffnung, das Leben, die Schönheit und das Lächeln  töten,
von Leuten, die ihre Siedlungen auf dem Blut und  den Ruinen eines anderen Volkes bauen,
Es ist eine Entität von Leuten, von denen 94% für einen Angriff auf den Gazastreifen stimmten,
Es ist eine Entität von Leuten, von denen 71% wünschen, dass die USA den Iran angreift.
Es ist eine  Entität von Leuten, die schon alle benachbarten Länder angegriffen hat.
Es ist eine Entität von Leuten, die auf gestohlenem Land leben und seit über sechs Jahrzehnten ohne Zeichen von Scham, Reue, schlechtem Gewissen oder der Bereitschaft, Fehler einzugestehen und sie wieder gut zu machen.

Jeder normale Mensch mit  etwas  Mitgefühl würde sich mit Abscheu abwenden, wenn er von solch einer Entität oder solch einem Volk hört, das solche verabscheuungswürdigen  Taten begeht.
Ich kann nur mühsam begreifen, dass eine Reaktion auf solche schrecklichen Verbrechen – Israel oder Israelis betreffend – Rassismus bzw. Antisemitismus sein soll.

Eine andere Anmerkung: Wir Palästinenser haben weder Verantwortung für den Holocaust noch für den europäischen Rassismus gegen das jüdischen Volk.

Außerdem sehe ich keinen Unterschied zwischen irgendeiner Art von Rassismus, einschließlich dem gegen das jüdische Volk, der als Antisemitismus bekannt ist. Wenn wir akzeptieren, dass der Rassismus gegen das jüdische Volk etwas anderes ist, impliziert er, dass wir die rassistische Absurdität eines jüdischen Exzeptionalismus akzeptieren. Rassismus ist Rassismus. Er hat dieselben Konsequenzen.

Also sehe ich das Leiden des jüdischen Volkes (so schrecklich sie gewesen sein mögen) nicht als einzigartiges Leiden an, das eine besondere Beachtung verdient, und als wesentlich und grundsätzlich anders als anderes menschliches Leiden angesehen werden muss; in derselben Weise, sehe ich auch unser Leiden als Palästinenser nicht als einzigartig  oder unvergleichbar mit anderem Leiden an.

Weitere laut dröhnende Fragen kommen hoch:
Wie kommt es, dass wir Palästinenser so konstant an die Schrecken des Holocaust erinnert werden, mit dem wir nichts zu tun haben?
Wie kommt es, dass wir Palästinenser dasselbe Schicksal erleiden müssen wie die Opfer des Holocaust (ausgerechnet)  durch die Hände derjenigen, die weltweit prahlen „Nie wieder!“?
Warum wünscht die UNO, dass die Kinder in den Flüchtlingslagern die Geschichte der Unterdrücker und Besatzer – den Holocaust – lernen, die Kinder, die mit ihren Eltern und Großeltern die Opfer der ethnischen Reinigung (Palästinas) waren, geplant und ausgeführt aber von jenen, von denen man Mitgefühl erwartete. Wie kommt es, dass wir hartnäckig unter der Fixierung des Antisemitismus  unten gehalten werden, während wir diejenigen sind, die seit 60 Jahren (bald ein Jahrhundert)  unaufhörlich  unter einem hässlichen Rassismus (Ethnischer Säuberung, die so nach und nach die Form einer „Endlösung“ annimmt *) leiden , der von einer ganzen Bevölkerung rassistischer Zionisten ausgeführt wird*.

Ehrlich gesagt, muss ich gestehen, dass ich mir vorstelle, es würde leichter und weniger schmerzvoll für uns sein, vergast  und schnell getötet zu werden, als diese Politik des unerträglich langsamen Todes, den wir  seit  über einem Jahrhundert durchmachen.

Wie kann die Welt weiter von uns verlangen, dass wir die „Humanität“ des Siedler anerkennen, der mit seiner Frau und Kindern  – bis an die Zähne bewaffnet -  kommt und mit gezogener Waffe eine palästinensische Familie aus ihrem Haus vertreibt, all ihre Besitz hinauswirft und selbst einzieht.
Welche Art von Humanität ist das denn?

Und was noch wichtiger ist: Warum werden wir ständig darum gebeten, Mitleid mit unseren Peinigern zu haben, die uns unentwegt morden und demütigen, die versuchen, uns und unsere Geschichte zu  vernichten, und warum werden wir darum gebeten, ihre Humanität zu spüren, während sie ihr Messer tief in unser Herz drücken?

Schließlich kann ich nicht für alle Palästinenser reden, sondern nur für mich selbst, ich muss zugeben: die Ereignisse im Gazastreifen um die  Jahreswende  2008/2009 waren der letzte Strohhalm, der dem Kamel den Rücken brach. Vor diesem dachte ich gewöhnlich, es gebe noch Hoffnung, jenes Volk würde  eines Tages  zur Menschlichkeit aufwachen und bedauern. Doch je mehr ich von ihnen sehe, um so mehr wird mir klar, dass diese Hoffnung, dieser Traum leider eine Illusion war.

Während der letzten Jahre habe ich viel gelesen und mit vielen dieser „sanften Zionisten“ des sogenannten  „Friedenslagers“ debattiert. Ich fand, dass es eine äußert arrogante Gruppe von Leuten ist, die nicht in der Lage ist, die Verbrechen, die sie begangen haben, anzuerkennen, zuzugeben oder zu korrigieren.

Sie sind nur an „Frieden“ interessiert, der ihre Interessen schützt und das gestohlene Land festhält.

Außerdem stolperte ich rein zufällig vor kurzem über einige schreckliche Informationen, die  den schwerwiegenden  Verfall von Moral und Mangel an Humanität unter diesen rassistischen Zionisten enthüllte – deren ideologische Bigotterie und Chauvinismus alles andere übersteigt – dies ließ mich tagelang in einem Schockzustand; weinend, zitternd und nach Luft ringend mit Herzklopfen und Panikanfällen. Ich hoffe und  bete, dass ich bald in der Lage bin, über diese schreckliche Realität  zu schreiben, die so viel Angst und Verzweiflung verursachte und mich bis in mein Innerstes erschütterte und traumatisierte.

Zweifellos sollte die Weltgemeinschaft es den Opfern überlassen, wie man in Zukunft mit diesen Verbrechern umgeht. Nur die Opfer können die empfindlichen Wege des Vergebens oder der Strafe ermitteln. Die Opfer sollten hier das letzte Wort haben – ungeachtet, wie ihr Urteil ausfallen wird, sie sollten nicht diffamiert, beschuldigt oder moralisiert werden, denn  sie haben mehr als genug gelitten.

Für Vergebung und Versöhnung sind gewisse Vorbedingungen nötig:
1. Schluss mit den Verbrechen
2. Schuldeingeständnis
3. Bitte um Vergebung
4. Wiedergutmachung

Keine diese Bedingungen sind bisher als Option in der mächtigen, kranken, rassistischen Gesellschaft angedacht worden.

Was mich betrifft, ich habe nicht die Vollmacht, im Namen  aller Palästinenser zu reden, aber ich kann ganz ehrlich sagen, ich wünsche die zionistischen Mörder, diejenigen die direkt oder indirekt in die Massaker involviert waren, die mit dem Diebstahl des Landes, mit Unterdrückung und Unterwerfung zu tun hatten – ich will nicht, dass sie nach der Befreiung in Palästina bleiben, in dem Land, das sie unaufhörlich vergewaltigten, zerstörten und verunstalteten. Ich wünsche auch nicht, dass sie meine Nachbarn sind. Sie haben keine Achtung gezeigt, keine Wertschätzung und keine Liebe zu diesem Land und seinem Volk. Sie verdienen nicht, hier zu leben.

Das sind nur meine Empfindungen, und ich weiß, dass diese Entscheidung nicht bei mir liegt.

Mehr über Antisemitismus

Es gibt noch ein paar Punkte, auf die ich aufmerksam machen möchte:
1.) „Israel“ nennt sich selbst ein „jüdischer Staat“ und behauptet, im Namen des jüdischen Volkes zu handeln und durch jüdische Leute. Es erfreut sich noch immer der moralischen und finanziellen Unterstützung der Mehrheit der jüdischen  Gemeinden weltweit. Das Fehlen eines großen Aufschreis der Verurteilung und Distanzierung durch die Mehrheit des Weltjudentums macht es Leuten schwer, die zionistischen Juden für ihre Schuld der Komplizenschaft, der aktiven Verbindung oder passiver Selbstzufriedenheit anzuklagen, die außerhalb des besetzten Palästina leben, indem sie entweder schwiegen oder die Kriminellen  unterstützten.

2.)“Israel“ genießt den Schutz des “Sicherheitsrates“ mit dem US-Veto bei jeder UN-Resolution, die Israels endlose Liste andauernder Verbrechen und Verletzungen des Völkerrechts sanktionieren. Die „israelischen“ Kriminellen wandern immer noch straflos umher, frei vor strafrechtlicher Verfolgung durch irgendeine Gerichtsbarkeit. Diese unerträgliche Situation schürt die Wut gegen die Doppelstandards und die Sonderbehandlung, die dem jüdischen Staat gewährt wird.

3.) Der exzessive Gebrauch des Terminus „Antisemitismus“:
 a) durch zionistische Juden, die alle Nichtzionisten anklagen
 b) durch sanfte  zionistische Juden, die die anti-zionistischen Juden anklagen
 c) durch antizionistische Juden, die ihre anti-zionisischen Juden und auch die nicht-Juden des Antisemitismus verklagen, sobald sie es wagen, das Judentum kritisch zu prüfen, einige Aspekte, einige Überzeugungen,  die Haltung oder  das Verhalten desselben kritisieren. All dies hat dazu beigetragen, ein Gefühl zu schaffen, die Freiheit des Ausdruckes zu unterdrücken und zweifellos auch ein Gefühl der Einschüchterung und der Gedankenkontrolle.

Dies hat auch die Bedeutung des Wortes Antisemitismus verwässert und ihm praktisch jede Bedeutung genommen. Es wird jetzt bis zur Übelkeit  und ad absurdum benützt, auf einen einfachen rhetorischen Trick reduziert, jedem ins Gesicht geschleudert, sobald der geringste Verdacht besteht …Das Wort hat  – so fürchte ich – seine Wirksamkeit verloren, eine Form von Rassismus aufzudecken. Je mehr wir es unüberlegt ausgesprochen hören, umso gleichgültiger wird es in Zukunft verwendet werden. Ja, noch schlimmer: es mag sogar – Gott bewahre – zu einer Form des Rückschlages beitragen … die Geschichte von dem Jungen der „Wolf!“ schreit –( also blinden Alarm auslöst), ist nur zu bekannt.

Deshalb wäre ein ernsthafter Rat von jemandem, der sich Sorgen macht, für alle seine jüdischen Freunde, die wirklich daran interessiert sind, ein neues Auftauchen von wirklichem Antisemitismus und für all jene „Israelis“ sinnvoll, die sich noch etwas Humanität bewahrt haben:

1. Statt Zeit zu verschwenden und Humanität unter ‚israelischen’ Kriminellen zu suchen, würde ich sagen: deckt die israelischen Verbrechen auf und deckt die Unmenschlichkeit auf
2. trennt euch selbst vollkommen von solch einer Entität und proklamiert laut und klar seine Annullierung
3.  löst euch von der Idee, dass Antisemitismus eine Sonderform von Rassismus ist; behandelt  jeden Rassismus mit demselben Grad eindeutiger Verurteilung,
4. Versucht die Situation vom Standpunkt des nicht-jüdischen Volkes zu sehen, das  die beharrliche Behauptung  des einzigartigen jüdischen Leidens nicht akzeptieren und verstehen wird, während die Welt seit Ende des 2. Weltkrieges die Massaker von aber Millionen von Nichtjuden gesehen hat. Die Welt ist von Hass gegen Muslime erfüllt – nicht gegen Juden.
5. Mit Liebe in meinem Herzen, mit ernsthaften und reinen Gefühlen möchte ich euch aufrufen, schaut in euch und sucht nach Gründen, warum ihr das Gefühl habt, dass die Welt den Rassismus gegen euch irgendwie schlimmer oder anders akzeptiert und warum ihr das Gefühl habt,  Euer Leiden  sei so einzigartig  und anders als das der anderen; denn die Welt sieht es nicht so. Alles Leiden hat denselben Wert für die, die es durchstehen und jeder Rassismus hat dieselben Konsequenzen und muss mit derselben Schärfe geächtet werden.
6. Diejenigen von uns, die die palästinensische Sache unterstützen, werden unweigerlich des Antisemitismus angeklagt; doch macht uns  dies in keiner Weise zu Antisemiten, denn wir wissen sehr genau, dass wir es nicht sind. Also  sollten uns falsche Etiketten und falsche Behauptungen nicht von unserer Entschlossenheit abschrecken, nicht ablenken oder hindern, das zu tun, was wir für richtig halten.
7. Und schließlich, rastet bitte nicht aus, wenn Leute auf gewisse Aspekte des Judentums und der jüdischen Kultur hinweisen, die sie nicht mögen oder die sie mit Humanität, Gleichheit oder Fairness unvereinbar finden,  dies  wurde schließlich  von anderen Religionen, Glaubenssystemen und Kulturen akzeptiert: vor allem Freiheit der Gedanken und Redefreiheit und das Recht,  sich andere Ideologien anzusehen, sie zu prüfen, zu kritisieren und das auszusieben, was die moralische Entwicklung des Menschen hindern könnte.  Dies sollte  nicht in beleidigender, verleumderischer Art und Weise geschehen, sondern mit Respekt und guter Absicht und mit akademischer echter Suche nach Wahrheit.

PS. Ich weiß, dass das von mir Gesagte zu streng, ungewohnt oder schmerzlich anzuhören ist, aber ich kann nur  das aussprechen, was in meinem Herzen ist, da ich davon überzeugt bin, dass nur durch Offenheit und Ehrlichkeit, Vertrauen aufgebaut werden kann.

Es gibt ein arabisches Sprichwort: „Dein wahrer Freund ist derjenige, der dir gegenüber ehrlich ist und dir glaubt.“ „Sadeequka man sadaqak,wassaddaqak“

Das arabische Wort für ehrlich:“ sidq“ und für Freund „sadeeq“ haben dieselbe Sprachwurzel: sadaqa = die Wahrheit sagen
 (Vgl auch den Namen der isr-arab. Gruppe „Re’ut-Sadaqa“  ER)

Es ist eine Tragik der Geschichte, dass diejenigen, die die schlimmsten Schandtaten verüben, sich selbst dadurch frei zu sprechen suchen, indem sie genau jene Schandtaten ihrem Gegenüber anlasten. Der Antisemitismus ist ein Paradebeispiel dafür.

Es ist kein Zufall, dass es heute noch den Schlachtruf “Hip! Hip! Hurrah! Überall in Deutschland zu hören gibt. Er wird zwar nicht mehr ganz so martialisch verwendet, wie in seiner Anfangszeit, sondern eher in Fußball- und Kegelvereinen wie bei Saufgelagen, aber der Ausspruch hat seinen Ursprung in der europäischen antisemitischen Geschichte und erstaunlicherweise kennt heute kaum noch jemand den Ursprung. Nicht einmal der Zentralrat der Juden in Deutschland protestiert gegen jene Parole. Und so ist dieser Ausspruch einer von vielen unbewusst verwendeten Zeugnissen des eigenen Antisemitismus.

Die heutige Aussprache “Hip“ geht auf die lateinische Abkürzung “Hep“ zurück. Und H.E.P stand für “Hicrosolyma Est Perdita“. Ursprünglich geht die Aussage wohl auf das zweite Jahrhundert nach Jesus – der Friede sei mit ihm – zurück, als die Römer Jerusalem belagerten. Es war wohl Hadrian der nach der Verwüstung Judäas im römischen Senat auftrat und sagte “Jerusalem ist zerstört“ (Hicrosolyma Est Perdita), worauf die Senatoren mit einem lauten “Hurra“ antworteten. Vorausgegangen waren unvorstellbare Täuschungen der einheimischen Juden im Heiligen Land. So wurde ihnen versprochen, dass der in Trümmern liegende Tempel wieder aufgebaut werden sollte, aber in Wirklichkeit sollte der neue Tempel Jupiter geweiht werden. Hadrian verbot die Beschneidung der Jungen und schlug einen drei Jahre lange andauernden Aufstand brutal nieder. Berichten zufolge wurden fast 600.000 Juden ermordet, darunter viele Frauen und Kinder. Fast 1000 Dörfer wurden dem Erdboden gleich gemacht. Hadrian ließ jüdische Gelehrte hinrichten und Juden mussten selbst ihre heiligen Schriftrollen auf dem Tempelberg verbrennen.

Der Schlachtruf “Hip! Hip! Hurrah!“ erreichte aber erst im Mittelalter den heutigen Bekanntheitsgrad. Immer, wenn in den Kreuzzügen ein “Erfolg“ gegen Jerusalem verbucht werden konnte, wurde er mit jenem Schlachtruf quittiert: “Erfolg“ für die im missbrauchten Namen des Christentums agierenden Kreuzritter, dass sie die Muslime besiegt und die unter deren Schutz stehenden Juden abgeschlachtet hatten. Das war also die Ursache für ein Hip! Hip! Hurrah!

Juden erhielten nicht im Orient unter muslimischer Herrschaft (oder in Andalusien) Berufsverbote und wurden geächtet, sondern in Europa! Bei der Vertreibung von Muslimen aus Spanien wurden auch Juden gnadenlos abgeschlachtet, was aufgrund des erheblich größeren muslimischen Leids in Vergessenheit gerät. Jener europäische Hass mündete in das unvorstellbare Massaker Hitlers an Juden mit der Begründung, sie seinen eine “Rasse“. Bis in das 19. Jahrhundert hingegen hatten sich Juden nie als “Rasse“ verstanden, sondern als Religionsgemeinschaft. Mit dem Begriff “Rasse“ konnte man damals in der islamischen Welt ohnehin kaum etwas anfangen, waren doch Muslime von Anfang an eine „Multi-kulti-Gesellschaft“ mit gleichen Wertenormen.

Es waren Europäer, die Juden gejagt haben, es waren Europäer, die nach Jerusalem eingedrungen sind und dort Juden abgeschlachtet haben, es waren Europäer (und nicht nur Deutsche) die Juden in Konzentrationslager gesteckt und ermordet haben. Es waren Europäer, die Palästina besetzt haben. Es waren Europäer, die besetztes Land an eine Bevölkerung verschenkt haben, die dort gar nicht ansässig war! Und es wären Europäer, die im missbrauchten Namen des Judentums dort eingereist und die einheimische Bevölkerung verjagt haben. Und heute sind es u.a. Europäer, die jenes Unrecht mit allen Mitteln aufrecht erhalten; auch auf Kosten palästinensischer Christen!

Da ist von einem “Judenstaat“ die Rede. Aber niemand traut sich zu hinterfragen, was das eigentlich bedeutet? In Israel leben über 20% Nichtjuden, die sich zudem schneller vermehren als die jüdische Bevölkerung. Wollte man wirklich eine “Zwei-Staaten-Lösung“, die faktisch als Hinhaltetaktik dazu dient, Palästinenser ihres gesamten Landes zu berauben, dann müsste man Palästinenser verschleppen, um den “jüdischen“ Charakter des Staates Israel – wie es heißt – zu bewahren. Ist das die Lösung?

Und geht es hier eigentlich wirklich um das Judentum? Welches Judentum schickt Frauen in Kriege? Welches Judentum lässt Homosexuellen-Parties auf den Straßen von Jerusalem feiern? Welches Judentum lässt es zu, dass die Ehe zu einer Randerscheinung der Gesellschaft degradiert und Pornographie im Heiligen Land produziert wird? Welches Judentum lässt zu, dass man Nichtjuden willkürlich enteignet, ihr Land verschenkt und die Bewohner vertreibt? Welches Judentum lässt es zu, dass man Kinder bombardiert? Welches Judentum lässt es zu, dass bekannte Persönlichkeiten im Land aufstehen und ungestraft behaupten, 1500 Nichtjuden seien nicht so viel wert wie der Fingernagel eines Juden? Welches Judentum droht sämtlichen Nachbarn mit Krieg, überzieht viele mit Krieg, hält Jahrzehntelang fremde Gebiete besetzt und droht sogar mit Atomwaffeneinsatz? Was hat das alles mit der Religion des Judentums zu tun?

Warum fällt kaum jemanden auf, dass die so genannten jüdischen Lobbyverbände, seien sie in den USA oder in Deutschland, kaum an der Verbreitung und Aufklärung über jüdische Werte- und Moralvorstellungen interessiert sind, sondern fast ausschließlich am Zionismus? Das Judentum ist eine mehrere Tausend Jahre alte Religion. Der Zionismus ist eine aus dem rassistischen Nationalismus der Europäer heraus entstandene Ideologie, die noch keine zweihundert Jahre alt ist. Welches Judentum verbietet es Juden gleichberechtigt mit Nichtjuden in einem Staat zu leben? Und welche Logik der Welt führt dazu, dass Judentum und Zionismus gleich gesetzt wird, wenn doch nicht alle Juden Zionisten und nicht alle Zionisten Juden sind? Lebt hier nicht der alte europäische Rassenwahn in neuer Form weiter?

Aktuell erscheint bei genauer Analyse der Medien in Europa eine neue Frage hinsichtlich der Region sehr dominant: Wann wird Israel die iranischen Atomanlagen angreifen? Was selbst in Israel nicht in diesem Maß in den Vordergrund gestellt wird, erscheint in westeuropäischen Medien als geradezu ultimative Fragestellung, die sich immer weiter in ein Kriegsszenario steigert, bei dem eine gewisse “Genüsslichkeit“ der Schreiber zwischen den Zeilen herausgelesen werden kann. Aber wäre solch eine Angriff wirklich im Interesse von Juden in Jerusalem? Ist überhaupt alles, was derzeit geschieht – mit all dem undifferenzierten Hass der gegen Juden in der Region tagtäglich erzeugt und gesteigert wird – wirklich im Interesse des Judentums und der Juden in Jerusalem?

Um obige Fragen beantworten zu können, ist erneut der Blick in die Geschichte von großer Bedeutung! Denken praktizierende und gläubige Juden ernsthaft, dass jene Ideologien und deren geistige Nachkommen, die sie 2000 Jahre lang gehasst haben, sie heute lieben? Glauben praktizierende und gläubige Juden angesichts der sich in Europa tagtäglich ausbreitenden Islamhetze tatsächlich, dass sie jetzt mehr anerkannt und geliebt sind, falls sie ihren Glauben praktizieren? Glauben religiöse Juden, deren Frauen ihre Haare bedecken, die ausschließlich koscher speisen, die ihre Kinder geschlechtsgetrennt unterrichten, die beten und fasten und dem anderen Geschlecht die Hand nicht geben, tatsächlich, dass sie heute damit besser ankommen bei den europäischen Bevölkerungen als früher?

Eine sehr bedeutsame Frage muss in diesem Fall gestellt und analysiert werden: Kann es nicht sein, dass das Judentum als Vorposten europäischer Herrenmenschenideologie und im Zuge des rassistischen Imperialismus brutal missbraucht wird, um Muslime und ihre rohstoffreichen Regionen zu beherrschen? Ist denn noch nie aufgefallen, dass die lautesten Hetzer für Zionismus in vielen Fällen sehr wenig mit der Religion des Judentums zu tun haben, sondern das Judentum eher als eine Art ethnisches Merkmal (was man früher Rasse nannte) verstehen? Der europäische Rassismus projiziert in einen zionistischen Rassismus führt Krieg um Jerusalem. Aber haben das Römer und Kreuzzügler nicht genau so gemacht? Opfer war stets die einheimische Bevölkerung in der Region. Sind es wirklich gläubige und praktizierende Juden, die heute Jerusalem besetzt halten, oder eher europäische Rassisten?

Schließlich lehren das Judentum, das Christentum und der Islam, dass es keine “Rassen“ unter Menschen geben kann, da alle Menschen vom gleichen Urvater und der gleichen Urmutter abstammen. Wird es nicht Zeit, dieser wahrhaftig menschenfreundlichen Ideologie weltweit zum Sieg zu verhelfen? Juden, Christen und Muslime haben das Potential, in Jerusalem gemeinsam für Frieden und Liebe einzutreten und die Stadt zum wahren Hort für Frieden, zur Stadt des Friedens, zu gestalten. Dazu müssen zuerst die Mauern in den Köpfen und dann ihre wachsende Mauern in den Ländereien abgerissen werden. Wichtig dabei ist es zu verstehen, dass keine Organisation, die im Missbrauchten Namen des Judentums, des Christentum oder des Islams agiert, jegliche Berechtigung hat, sich einzumischen, so lange sie nicht für die Gleichberechtigung der Menschen eintritt.

Der Schlachtruf “Hip! Hip! Hurrah!“ ist ein europäischer Schlachtruf. Der Name “Jerusalem“ (Ort des Friedens) oder “Al-Quds“ (Die Heilige) sind orientalische Namen für einen Ort, der zum Symbol für alle Konflikte der Welt geworden ist. Gelingt es, dem Namen der Stadt ihre wahre Bedeutung wieder zu geben, dann kann Frieden für alle Menschen eingeläutet werden. Gelingt es aber nicht, dann werden Europäer und ihre Nachfahren unter den US-Amerikanern jenes Land weiterhin missbrauchen, um die Welt beherrschen zu wollen.

Es wird Zeit, dass auch Juden verstehen, wie sie missbraucht werden in einem perfiden Herrschaftssystem, das den Reichen und Mächtigen dient und nicht den Armen und Unterdrückten der Welt. Aber sämtliche Propheten des Judentums, des Christentums und des Islams, haben sich stets gegen die Reichen und Mächtigen und für die Armen und Unterdrückten engagiert! Das sollte auch bei dem heuchlerisch anmutenden Gefasel um ein angeblich “jüdisch-christliches Erbe“ nie vergessen werden! Nur diejenigen, die sich für die Unterdrückten der Welt engagieren und nicht für die Unterdrücker, können das Judentum, Christentum oder Islam vertreten. Und die Unterschiede zwischen den Religionen wird man leichter überwinden können, als eine rassistische Ideologie des Herrenmenschengedankenguts.

Entsprechend könnte man die alte Parole “Hip! Hip! Hurrah!“ ersetzten durch neue Parolen:

Juden, Muslime und Christen,
Hand in Hand gegen Zionisten.

Juden, Christen und Muslime Hand in Hand,
Frieden für das Heilige Land.

Oder wie wäre es mit “Schalom, Salam! Hurrah!“

Die von US-Diensten und deutschen Freiheitskämpferinnen wie Claudia Nolte gesponserte »orange Revolution« an der Jahreswende 2004/2005 war kaum vorbei, da ließ sich deren Held Viktor Juschtschenko auf dem Friedhof Montparnasse in Paris am Grab von Symon Petljura (1879–1926) ablichten. Der errang sich dadurch besonderen Ruhm, daß er als Anführer antibolschewistischer Banden in der Ukraine 1918/19 antijüdische Pogrome abhalten ließ, denen bis zu 100000 Menschen zum Opfer gefallen sein sollen. Sein Mörder Scholom Schwartzband wurde von einem französischen Gericht freigesprochen, weil er in Vergeltung für den Tod von 15 Familienangehörigen, darunter seinen Eltern, gehandelt habe.

Einer der Nachfolger Petljuras wurde Stepan Bandera (1909–1959), der beim Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion mit seiner »Ukrainischen Aufstandsarmee« an der Ermordung von 7000 Kommunisten und Juden allein am 30. Juni 1941 beteiligt war. Er wollte das Schlachten im Rahmen eines eigenen Staates fortsetzen, was den Nazis nicht paßte. Sie sperrten ihn von Juli 1941 bis September 1944 im Zellenbau des KZ Sachsenhausen ein. Er tauchte in der Obhut der nunmehr freien westlichen Welt in München wieder auf und setzte seine Tätigkeit im Umkreis von BND und Radio Liberty nahtlos fort. Seine Ermordung geht angeblich auf einen Auftrag des KGB zurück.

All das reicht aus, ihn zum Nationalhelden der Juschtschenko-Ukraine zu machen. Am Dienstag berichtete die Süddeutsche Zeitung, der Präsident wolle in Kiew für Bandera »eine Art Triumphbogen« errichten »mit 30 Meter hohen Säulen«. Am vergangenen Donnerstag hatte die UN-Generalversammlung diese Aktivitäten und Ähnliches in den baltischen Republiken mit 129 zu zwei Stimmen (USA und Marshallinseln) als »unzulässig« verurteilt. Alle EU-Staaten enthielten sich. Die »friedlichen Revolutionen« kommen langsam ans Ziel.

Quelle

Steht Israel vor dem größten Nazi-Skandal seiner Geschichte? Wie die Zeitung „Haaretz“ jetzt berichtet, soll sich Politiker Moshe Feiglin vor 13 Jahren naziverherrlichend geäußert haben.

Feiglin (gehört der Likud-Partei an, in der auch Ex-Regierungschef Benjamin Netanyahu beheimatet ist) soll am 8. Dezember 1995 gegenüber Haaretz-Journalisten gesagt haben: „Hitler war ein unerreichtes militärisches Genie.“ Weiter soll er gesagt haben: „Hitler schätzte gute Musik. Er malte. Das war keine Schlägerbande. Sie haben Schläger und Homosexuelle lediglich benutzt“.

Wie kann ein Mann, dessen Volk unter dem millionenfachen Mord im Nazi-Holocaust gelitten hat, so etwas sagen?

Quelle

Hier im Kommentarbereich gab user Willy noch vor, den Zusammenhang zwischen Hass auf Muslime und den Hass auf Juden nicht zu verstehen. Wir geben nicht auf, zumal wir meinen, noch eine Korrelation gefunden zu haben: mit einer Störung, die unter dem Namen Tourette-Syndrom bekannt ist:…..WEITERLESEN.

Der Magen von Dietmar Näher muß mit Teflon beschichtet sein, denn Dietmar widmet sich PI und hat sich damit schon eine Menge Respekt erworben. Heute wurde auf PI Charlotte Kobloch beleidigt und Dietmar hat das dokumentiert…….WEITERLESEN.
Yelloman machte dankenswerterweise darauf aufmerksam, wie einem Vlaamsbelanger die projüdische Tünche abplatzte – und das ganz ohne „taalgrens“, Sprachengrenze, denn ein „franstaliger“, also ein francophoner Kamerad war auch dabei. Offensichtlich ist der ganze „taalstrijd“ auch nur eine Veranstaltung für`s dumme Volk…….WEITERLESEN.
Tja, wie dünn ist doch die „pro-Israelische“ Tünche: Daß sie – jetzt belegbar bei kewil nur Taktik war, kann jetzt ja sehen. Der Kommentarbereich läuft zur Hochform auf und die legasthenische PI-Haßschnatze Kübeline, die auf ihrem Blog einen „Dhimmi“-Pranger betreibt, zeigt ebenfalls, daß die „Mohammedaner“ nur die erste Stufe ihrer „Entmenschlichung“-Phantasien sind: „einen christlichen Menschennamen“ Eldad kennt sie nicht? …… WEITERLESEN.

Der israelisch-palästinensische Konflikt verführt leicht zu religiösen oder zumindest ethnischen Interpretationen. Er spielt sich auf einem Gebiet ab, das die Wiege von Weltreligionen war und das viele ‘Heiliges Land’ nennen; der Zionismus wird oft als ‘Rückkehr’ des jüdischen Volkes ins Gelobte Land dargestellt, und seine Argumente schöpfen viel aus dem Bereich tradierter Rechte, wenn nicht gar göttlicher Verheißung; Jerusalem ist dreifach heilige Stadt und von Wallfahrtszielen übersät.
Die Allgegenwart der islamistischen Kultur im arabischen Bewusstsein und in der arabischen nationalen Kultur geht gleichfalls schwanger mit der Konfessionalisierung eines Konflikts, der oft als Befreiung eines islamischen, von Ungläubigen besetzten Bodens dargestellt wird. Dem muss die zionistische Idee hinzugefügt werden, einen ‘jüdischen Staat’ zu schaffen, und die entsprechende permanente Strategie jüdischer Kolonisierung, die nicht ohne den ethnischen Säuberungskrieg von 1948 auskam.

Es ist ein Verdienst Yasser Arafats, in einem solchen Kontext alles Menschenmögliche getan zu haben, um den israelisch-palästinensischen Konflikt in seiner politischen (und nicht religiösen oder ethnischen) Dimension zu halten: nämlich die eines Kampfes für nationale Befreiung und Unabhängigkeit, eines antikolonialen Kampfes um ein Territorium und um nationale Souveränität.
Umgekehrt ist eines der größten Verbrechen des ehemaligen Premierministers Ehud Barak, das religiöse Element in die Verhandlungen eingeführt zu haben, indem er auf dem zweiten Gipfeltreffen von Camp David die jüdische Souveränität über die Moscheenallee von Jerusalem auf der Grundlage religionsgeschichtlicher Thesen gefordert hat. Diese irre Forderung war ohne Zweifel einer der Hauptgründe für den Zusammenbruch des Oslo- Prozesses. Die Geschichte wird zeigen, ob sie nicht auch zum Auslöser eines Religionskrieges im gesamten Mittleren Osten und eines weltweiten islamisch-jüdischen Konflikts wird.

Der israelisch-palästinensische Konflikt ist ein politischer Konflikt zwischen einer kolonialen Bewegung und einer nationalen Befreiungsbewegung. Der Zionismus ist eine politische und keine religiöse Ideologie, die darauf abzielt, die jüdische Frage in Europa durch die Einwanderung in Palästina, seine Kolonisierung und die Schaffung eines jüdischen Staates zu lösen. So haben seine Sprecher ihn immer definiert, von Herzl bis Ben Gurion, von Pinsker bis Jabotynski, die die Konzepte der Kolonisierung (Hityashvut) oder der Kolonien (Yishuv, Moshav) nie in einem negativ wertenden Sinne benutzt haben. Bis zum Aufstieg des Nazismus hat die überwältigende Mehrheit der Juden weltweit den Zionismus verworfen, sei es als Häresie (das war die Position der großen Mehrheit der Rabbiner und der religiösen Juden), sei es als reaktionär (das war die Position der jüdischen Arbeiterbewegung in Osteuropa), sei es als anachronistisch (so dachten die emanzipierten oder assimilierten Juden in Mittel- und Westeuropa). In diesem Sinne wurde der Antizionismus immer als eine politische Position unter anderen verstanden, die dazu noch ungefähr ein halbes Jahrhundert in der jüdischen Welt hegemonial war. Erst seit etwa dreißig Jahren gibt es eine breite Kampagne, die mit unleugbarem Erfolg versucht, nicht zur Kontroverse über die politische Sinnhaftigkeit des Zionismus beizutragen, zur Analyse seiner Dynamik und seiner politischen und moralischen Implikationen, sondern den Antizionismus zu delegitimieren, indem er ihn mit Antisemitismus gleichsetzt.

Semantische Verschiebungen…

Wie jeder andere Rassismus negiert der Antisemitismus (oder die Judenfeindlichkeit) den Anderen in seiner Identität und in seiner Existenz. Der Jude ist, egal was er tut, egal was er denkt, Hassobjekt bis hin zur Ausrottung, nur weil er Jude ist.
Der Antizionismus hingegen ist eine politische Kritik an einer politischen Ideologie und Bewegung; er greift nicht eine Menschengruppe an, sondern stellt eine bestimmte Politik in Frage. Wie kommt man dann dazu, die politischen Ideen des Antizionismus mit der rassistischen Ideologie des Antisemitismus gleichzusetzen? Eine europäische Gruppe zionistischer Intellektueller hat die Lösung gefunden, indem sie das Unterbewusste ins Spiel bringt und ein Konzept einführt, mit dem man alles beweisen kann: nämlich das der ’semantischen Verschiebung’. Wenn man den Zionismus anklagt oder auch Israel kritisiert, dann geht es einem, manchmal unbewusst, nicht um die Politik einer Regierung (der Regierung Sharon) oder um den kolonialistischen Charakter einer politischen Bewegung (des Zionismus) oder, mehr noch, den institutionalisierten Rassismus eines Staates (Israel), sondern um die Juden. Wenn man sagt: ‘Die Bombardierungen der Zivilbevölkerung sind Kriegsverbrechen’, oder: ‘Die Kolonisierung ist eine flagrante Verletzung der Vierten Genfer Konvention’, meint man in Wirklichkeit: ‘Das jüdische Volk ist verantwortlich für den Tod von Jesus Christus’ und ‘Tod den Juden’!
Natürlich kann man auf ein solches Argument nichts erwidern, denn jede Antwort wird, vielleicht unbewusst, zur Verteidigung des Antisemitismus. Das Argument der Bedeutungsverschiebung und der Rückgriff auf das Unterbewusste in der politischen Polemik beendet jede Möglichkeit der Debatte, egal zu welchem Thema im Übrigen. Die Verurteilung des Kolonialismus wird zu einer Verurteilung des Engländers (oder des Franzosen oder des Deutschen, je nachdem), seiner Kultur und seiner Existenz. Auch den Antikommunismus gibt es nicht, er ist eine Wortbedeutungsverschiebung für den Slawenhass. Wenn ich sage: ‘Ich mag keinen Camembert’, denke ich in Wirklichkeit: ‘Tod den Franzosen!’; wenn ich erkläre, jiddische Musik zu mögen, sage ich mittels semantischer Verschiebung, dass ich die Araber hasse…

Der Antisemitismus existiert und scheint in Europa wieder sein Haupt zu erheben – nach einem halben Jahrhundert der Ächtung in Folge des Grauens des Völkermords an den Juden durch die Nazis und der Verbrechen der Kollaboration. Bei einem wachsenden Anteil der arabisch-moslemischen Gemeinden in Europa nehmen rassistische Verallgemeinerungen zu, werden unterschiedslos die Juden für die Verbrechen verantwortlich gemacht, die der jüdische Staat und seine Armee verüben. Im Übrigen findet sich der Antisemitismus oft im selben Lager wieder, das die israelische Politik bedingungslos unterstützt, so z.B. unter den fundamentalistischen protestantischen Sekten, die in den USA die wirkliche proisraelische Lobby darstellen.

Der antiarabische Rassismus existiert ebenfalls, nur räumen die Medien den drastischen Polemiken des Beitar und der Jüdischen Verteidigungsliga gegen die islamischen Institutionen oder gegen Organisationen, die sich der israelischen Kolonisierungspolitik widersetzen, wenig Platz ein – oder den Parolen, die die Häuserwände gewisser Viertel in Paris verunzieren (‘Tod den Arabern’, ‘Keine Araber, keine Anschläge’) oder den organisierten Ausschreitungen zionistischer Kommandos.

Der antiarabische und der antijüdische Rassismus müssen beide ohne Zugeständnisse verurteilt und bekämpft werden, und das kann man wirksam nur machen, wenn man sie frontal bekämpft, sonst verstärkt man die verbreitete Idee, hinter der Verurteilung des einen Rassismus stecke faktisch ein Angriff auf die andere Menschengruppe.

Diejenigen, die tatsächliche oder durch ‘Wortbedeutungsverschiebung’ unterstellte antisemitische Handlungen verurteilen und zu antiarabischen Exzessen schweigen, machen sich mitverantwortlich für die Kommunitarisierung und Ethnisierung der Köpfe und für die Verstärkung des Antisemitismus, denn sie bekämpfen nicht den Rassismus überhaupt, egal von wem er ausgeht und gegen wen er sich richtet, sondern ausschließlich den Rassismus der anderen. Sicher sind nicht sie es – die Tarnero, Lanzmann und anderen Tagieffs – die das Recht hätten, der radikalen Linken und der Bewegung gegen die marktradikale Globalisierung, die immer an der Spitze antirassistischer Kämpfe standen und keinen dieser Kämpfe im Stich lassen, irgendwelche Lehren zu erteilen.

…und reale Komplizenschaft

Doch gehen wir einen Schritt weiter.
Ein wichtiger Teil der Verantwortung für das Übergleiten von der Kritik an der israelischen Politik zu antisemitischen Haltungen ruht auf den Schultern eines Teils der oft selbsternannten Vorstände der jüdischen Gemeinden in Europa und in den USA. Tatsächlich sind sie es, die sehr oft die jüdische Gemeinde als solche mit einer bestimmten Politik gleichsetzen – nämlich der einer bedingungslosen Unterstützung der politischen Führung Israels. Wenn sie, wie in Straßburg, dazu aufrufen, ihre Unterstützung für Sharon auf dem Vorplatz einer Synagoge zu demonstrieren, wen wundert es dann, wenn die Synagoge zur Zielscheibe von Demonstrationen gegen die israelische Politik wird?
Und was soll man von den kommunitaristischen Sprechern der jüdischen Gemeinde in Frankreich sagen, die den Wahlerfolg Le Pens ‘verstehen’ und ‘hoffen, dass er die arabische Gemeinde in Frankreich zum Nachdenken bringt’?
Kann man in dieser Haltung die Komplizenschaft mit dem Mann übersehen, der in Frankreich am meisten die rassistische – und so auch die antisemitische – Ideologie verkörpert? Eine Komplizenschaft, die die Zusammenarbeit extrem rechter Organisationen wie des Beitar mit faschistischen und antisemitischen Gruppen wie Occident aus den 70er Jahren fortsetzt… Hier handelt es sich nicht mehr um semantische Verschiebung, sondern um ein abgekartetes Spiel.

Die israelische Politik wird weltweit von vielen kritisiert, und je mehr der jüdische Staat außerhalb des Rechts handelt, desto mehr wird er als gesetzlos betrachtet werden und den entsprechenden Preis dafür bezahlen. Es ist völlig unakzeptabel und unverantwortlich, dass solche jüdischen Intellektuellen, die wie die Vorstände jüdischer Gemeinden in aller Welt eine absolute Identifikation mit Israel zur Schau tragen, letztere mit in den Abgrund ziehen, auf den Ariel Sharon und seine Regierung zustreben.

Im Gegenteil, wenn sie wirklich von der Sorge um die Gemeinschaft bewegt wären, in deren Interesse sie zu sprechen vorgeben, würden sie ihr Möglichstes tun, um die barbarischen Akte des israelischen Staates zu demaskieren und die dramatischen Konsequenzen aufzuzeigen, die diese Handlungen früher oder später für eine nationale hebräische Existenz überhaupt im Nahen Osten nach sich ziehen werden.
Dadurch würden sie Verantwortungsbewusstsein auch gegenüber der jüdischen Gemeinschaft in Israel an den Tag legen: Wäre es nicht besser, wenn sie, statt dem israelischen Draufgängertum zu schmeicheln und zur wachsenden selbstmörderischen Verblendung der israelischen Führung und Bevölkerung beizutragen, und statt mit Lanzmann zu schreien: ‘Immer bedingungslos mit Israel’, als Schutzwall fungierten und Sharon und seine Regierung vor den dramatischen Konsequenzen seiner Politik warnten?

Sind sie so blind, nicht zu sehen, dass die Straffreiheit, derer sich Israel bei bestimmten politischen und weltanschaulichen Strömungen in Europa und Nordamerika erfreut, nur die andere Seite des Antisemitismus und seines Arsenals ‘jüdischer Besonderheiten’ ist? Sind sie so stumpfsinnig nicht zu begreifen, dass für viele sog. Freunde Israels die Haltung des Gewährenlassens gegenüber dem jüdischen Staat Ausdruck eines Zynismus ist, der die Juden gern frontal gegen die Wand laufen sieht? Und dass im Gegenteil denjenigen, die Israel – und manchmal hart – kritisieren, das Leben und Überleben seiner Bevölkerung wirklich am Herzen liegt?
Ariel Sharon, seine Minister, seine Generäle, seine Richter und ein Teil seiner Soldaten werden sich eines Tages vor dem Internationalen Strafgerichtshof für Kriegsverbrechen oder sogar für Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten müssen. Damit dann nicht die gesamte israelische Bevölkerung auf der Anklagebank sitzt, gibt es in Israel Tausende Männer und Frauen, Zivilisten und Soldaten, die ‘Nein’ sagen, die Widerstand leisten und in Opposition gehen.

Um die Juden der Welt vor dem Vorwurf der Mitverantwortlichkeit zu schützen, um der antisemitischen Propaganda den Boden zu entziehen, die die Leiden der Palästinenser instrumentalisiert, um jeden Juden, nur weil er Jude ist, für schuldig zu erklären, um der Kommunitarisierung und Ethnisierung des israelisch-palästinensischen Konflikts einen Riegel vorzuschieben, ist es unbedingt notwendig, dass sich eine mächtige und feste Stimme innerhalb der jüdischen Gemeinden Gehör verschafft, die sagt, was der Name einer US-amerikanischen jüdischen Organisation ausdrückt, die sich diesem Ziel verschrieben hat: ‘Nicht in unserem Namen!’

Es ist natürlich auch die Pflicht der demokratischen und linken Organisationen auf der ganzen Welt, die Verbrechen Israels ohne jede Konzession zu verurteilen, nicht nur weil die Verteidigung der Unterdrückten und Kolonisierten, welcher auch immer, integraler Bestandteil ihres Programms und ihres Denkens ist, sondern auch weil nur eine klare und mit den anderen Kämpfen, die sie führen, kohärente Position es ihnen ermöglicht, den Kommunitarismus und Rassismus in ihrem eigenen Land zu bekämpfen.

Sich von der Erpressung mit dem Antisemitismusverdacht abschrecken zu lassen, zu schweigen, um sich nicht der Anklage auszusetzen, man leiste ‘dem Antisemitismus Vorschub’ oder sei gar ‘unbewusst antisemitisch’, kann letztlich nur den wirklichen Antisemiten zugute kommen oder zumindest die identitäre und kommunitaristische Verwirrung fördern.

Die wirkliche antirassistische und antikolonialistische Linke braucht nicht erst zu beweisen, dass sie im Kampf gegen die antisemitische Pest steht. Sie wird diesen Kampf desto wirksamer fortführen, je klarer und unzweideutiger sie zu den Kriegsverbrechen Israels und zu seiner Kolonisierungspolitik Stellung bezieht.

Abdruck aus der Sozialistischen Zeitung, September 2002

Quelle

Antisemitismus ist eine spezifische Form des Rassismus, der sich gegen Juden richtet. Selbst wenn der Begriff “Antisemitismus“ missverständlich erscheint, so ist zumindest klar, was damit gemeint ist. Gefährlich aber ist der Begriff heute vor allem deshalb, weil manch schlimme Antisemiten als Judenfreunde auftreten und gleichzeitig viele Antirassisten diffamieren.

Es ist mühselig darauf einzugehen, dass der Begriff “Antisemitismus“ vom Wortlaut her eine Gegnerschaft zu “Semiten“ beinhaltet und daher offenbar auch gegen Araber, die ja bekanntlich auch von Abraham und damit von Sem abstammen und also Semiten sind. Tatsache ist, dass jener Begriff heutzutage im deutschsprachigen Raum für Judenhasser bzw. Judenfeindlichkeit verwendet wird. Gemeint ist damit nicht jemand, der einen speziellen Juden hasst, weil er berechtigte oder unberechtigte Gründe dafür hat, sondern dass man Juden im allgemeinen hast, weil sie Juden sind, undifferenziert, ohne Unterscheidung der Einzelperson, einfach nur, weil sie Juden sind.

Jener Judenhass kann sich in unterschiedlichsten Formen ausdrücken bzw. im Verborgenen gären. So werden “den“ Juden z.B. Eigenschaften zugeschrieben, wie den Wunsch die Welt zu beherrschen, Nichtjuden (die Gojim) als “Untermenschen“ anzusehen usw. usf.. Spätestens hier müssten Muslime aufwachen und merken, dass manche Vorwürfe gegen Juden offenbar eins zu eins auch auf Muslime übertragen werden können und übertragen werden, so dass die Frage im Raum stehen muss, wer sich solche Vorwürfe ausdenkt! So gekürzt und vereinfacht die obige Schilderung auch sein mag, wird sie doch die Zustimmung derjenigen finden, die sich gegen Antisemitismus engagieren.

In dem Moment aber, in dem man versucht die oben erwähnten Aspekte genauer zu betrachten, fällt auf, dass es einige “Ungereimtheiten“ gibt, an denen weder Juden, noch “typische“ Antisemiten allein schuld sind. Denn wenn man “Juden“ etwas vorwirft, wie man es z.B. auch gegenüber Muslimen tut, dann müsste zunächst einmal klar sein, wer “Jude“ ist. Beim Muslim ist das Vorwurfsziel klar definiert: Muslim ist jener, der sich zum Islam bekennt (mehr oder weniger). Jemand, der als Muslim geboren ist, sich dann aber dem Christentum, Buddhismus oder gar Atheismus zugewandt hat, würde nicht in das Schema passen und somit auch nicht Ziel der Anfeindung gegen Muslime sein können. Der “Antimuslim“ richtet sich gegen den, der sich zum Islam bekennt. Das kann ein Deutscher, ein Araber, ein Iraner, ein Türke, ein Inuit oder ein Japaner sein. Die Gegnerschaft richtete sich somit gegen eine Ideologie oder Religion, nicht aber gegen eine Rasse oder Ethnie. Letzte Anmerkung gilt für diejenigen, denen es in ihren Köpfen immer noch gelingt die Menschen in Rassen oder Ethnien aufzuspalten.

Gegen wen richtete sich aber der “Antisemit“? Schaut man in die Zeit der Nazis und die zu jener Zeit verabschiedeten, in Kraft getretenen und praktizierten Gesetze als unbestreitbaren Beweis für Antisemitismus, so richtete sich der Antisemitismus der Nazis gegen die “Rasse“ Juden! Es spielte überhaupt keine Rolle, an wen oder was jener Jude glaubte. Der Antisemitismus richtete sich gegen das jüdische “Blut“ und nicht gegen eine Ideologie! Und das Ergebnis jenes unbestreitbaren Rassismus ist bekannt. Selbst diejenigen, die am Ausmaß des grauenvollen Unheils gegenüber Juden durch das Hitler-Regime Zweifel anmelden wollen, es aber aufgrund der deutschen Gesetzgebung öffentlich nicht tun, werden nicht in der Lage sein, die Existenz der Nürnberger Rassengesetze zu leugnen! Der Antisemitismus der Nazis war ein perfider und brutaler Rassismus gegen Juden! Insofern überrascht es nicht, wenn heutige Nazis zwar “ideologisch“ zuweilen mit antisemitisch scheinenden Muslimen zu paktieren suchen, um ihren antisemitischen Hass auszuleben, aber jene Muslime, die mit Nazis paktieren, merken nicht, wie sich jener Rassismus auch gegen alle anderen “Ausländer“ richtet und somit auch gegen Muslime! Letztendlich sind Nazis aber doch nur eine Randerscheinung der Gesellschaft.

Wer gegen Juden ist, weil sie an das Judentum glauben, ist ein Gegner einer Religion. Wer aber gegen Juden ist, weil sie jüdischer Herkunft sind, der ist ein Rassist! So weit lässt sich sicherlich ein weitgreifender Konsens in der Definitionsfrage finden.

Interessanterweise aber gibt es heutzutage keine einzige ernst zu nehmende Bewegung in der Welt, die gegen Juden ist, weil sie jüdischer Herkunft wären (einmal abgesehen von unverbesserlichen Nazis)! Und noch weniger findet sich irgendeine Bewegung, die gegen die Religion des Judentums ist. Dennoch wird überall das Schreckgespenst des “Antisemiten“ groß geschrieen? Woran liegt das?

Jene angeblichen Antisemiten, die es doch geben soll, zeichnen sich demnach nicht allein dadurch aus, dass sie gegen “Juden“ sind, weil jene der jüdischen Religion angehören. Oder wo gibt es irgendeine Bewegung, die sich gegen z.B. koschere Speisen engagiert? Tierschützer, die gegen das Schächten sind, richten sich gleichermaßen gegen Juden und Muslime und können daher kaum als Antisemiten bezeichnet werden. Wer ist gegen jüdische Feiertage? Wer versucht die jüdischen Moral- und Sittenregeln zu bekämpfen? Wo gibt es jemanden, der gegen das jüdische Eherecht eintritt oder gar zur Änderung der unmenschlich anmutenden Passagen der Thora aufruft? Immerhin gibt es derartige Bestrebungen ja hinreichend gegen den Islam und die Muslime! Wo aber gibt es noch “Judaismus-Experten“, die in ähnlicher Form gegen das Judentum hetzen, wie es heutzutage gegen den Islam durch “Islamexperten“ zur Mode geworden ist?

Aber auch den rassistischen Ansatz der Antisemiten gibt es kaum mehr! Wer fragt denn heute noch danach, welcher Religion oder “Rasse“ die Großeltern angehörten? Und wer richtet sich gegen einen Menschen, weil seine Großeltern Juden waren?

Gott sei Dank, all das gibt es heute nicht mehr! Es gibt den Antisemitismus in seiner klassischen Form faktisch nicht mehr, weder gegen gläubige Juden, noch gegen “ethnische“ Juden! Einzelne versprengte Unbelehrbare können das Gesamtbild nicht trüben!

Ein Antisemitismus ohne Antisemiten ist aber nicht vorstellbar! Und da der Antisemitismus eines der Gründe dafür ist, die auf Gewalt aufgebaute Existenz Israels zu rechtfertigen, muss es per Definition auch Antisemiten geben. Da es die klassische Form nicht mehr gibt, wird eine neue Form festgelegt. Die neue Definition besagt, dass Antizionisten die neuen Antisemiten seien! Diesen Mythos verbreiten Hofjournalisten wie auch Politiker tagtäglich. Selbst im Verfassungsschutzbericht steht diese unwahre Aussage von Jahr zu Jahr immer wieder! Solch eine Behauptung ist aber allein schon deshalb erstaunlich, da sich der Antizionismus gegen eine Ideologie richtet, und die Gegnerschaft zu einer Ideologie ja wohl kaum mit Rassismus verglichen werden kann.

Der Antizionismus richtete sich gegen die Ideologie, die dem Staat Israel zugrunde liegt. Nach jener Ideologie ist es u.a. möglich, dass sich eine Gruppe von Menschen einer bestimmten Ideologie zusammenschließt und auf einem Gebiet, auf dem vormals Hunderttausende anderer Menschen seit Jahrhunderten gelebt haben (die jene Ideologie nicht teilen), mit dem Einsatz von Terrorismus, Gewalt, Vertreibung und Mord einen neuen Staat ausrufen, den es zumindest einige tausend Jahre dort nicht gegeben hat. Die Gründungsgeschichte Israels ist hinreichend bekannt. Selbst wenn man die Darstellung der Israelbefürworter, also der Zionisten selbst, zugrunde legt, eröffnet sich folgende bedeutsame Frage, die kaum ein Zionist bereit ist, in einer sachlichen Diskussion zu beantworten: „Ist die Gründungmethode des Staates Israel eine allgemeingültige Gründungsmethode, die für alle Menschen gilt, oder ist sie Zionisten vorbehalten?“ Haben also Zionisten Sonderrechte in dieser Welt oder gelten ihre Rechte auch für alle anderen Menschen und Völker?

Wenn die Gründungsmethode Israels eine den Zionisten vorbehalten Methode wäre, dann wäre es Unrecht, eine neue Art des ideologischen Wahns und würde die Zionisten in ihrem Unrecht entlarven. Wenn sie hingegen nicht den Zionisten vorbehalten ist, dann muss der Staat Israel ständig mit der Bedrohung leben, dass auf seinem Gebiet eines Tages andere “Zionisten“ auftreten und einen anderen Staat ausrufen, andere Menschen vertreiben usw.. In beiden Fällen wird klar, dass die Gründungsgeschichte Israels auf Unrecht beruht und zukünftiges Unrecht bewirkt. Nicht das Judentum sondern die Gründungsgeschichte Israels ist die Basis für Antizionismus.

Zionisten kommen an dieser Stelle oft mit dem Argument, dass das damalige Unrecht von Nazis ausging und Juden einer Heimat bedurften. Aber das Unrecht, welches Nazis praktiziert haben, kann kaum dafür herhalten, dass 60 Jahre lang Palästinenser in Vertreibung und unter Besatzung leben müssen. Die Tatsache, dass irgend ein Volk dieser Erde von wem auch immer und welchem Ausmaß auch immer (selbst wenn es singulär wäre) unterdrückt wird, die Tatsache, dass ein Völkermord welchen Ausmaßes auch immer ausgeübt wird, gibt niemandem das Recht, irgendwem Unrecht zuzufügen (selbst wenn es nur eine einzige Person wäre). Gestriges Unrecht darf nicht die Rechtfertigung für heutiges und zukünftiges Unrecht sein, selbst wenn das gestrige Unrecht einmalig in seinem Ausmaß wäre und das heutige Unrecht sich nur gegen eine einzige Person richten würde. Das ist ein universelles Gerechtigkeitsverständnis, dem alle friedliebenden Menschen zustimmen würden! So haben z.B. Palästinenser nicht das Recht in irgendeinem Stadtteil Berlins, in dem sie durch Zukäufe und organisierten Umzug in Zukunft die Mehrheit bilden könnten, einen Staat Palästina auszurufen mit welcher Begründung auch immer (und Türken in Kreuzberg haben das Recht auch nicht)!

Heutige Antizionisten richten sich gegen den Zionismus und nicht gegen Juden! Das ist allein schon daran ersichtlich, dass es sehr viele Menschen jüdischen Glaubens gibt, die Antizionisten sind. Außerdem werden auch viele Nichtjuden dem Zionismus zugerechnet. So gilt z.B. US-Präsident Bush als einer der einflussreichsten Zionisten und zuweilen wird sogar Bundeskanzlerin Merkel als Zionistin bezeichnet; beide sind weder ethnisch noch religiös dem Judentum zuzuordnen. Der Antizionismus ist somit eine gegen Rassismus, Vertreibung, Unterdrückung und gegen Besatzung gerichtete Ideologie. Er ist aber nicht gegen Juden gerichtet, sondern wird sogar von zahlreichen Juden mitgetragen! Dieser sehr bedeutsame Unterschied zwischen Zionismus und Judentum wird aber von Zionisten mit allen nur erdenklichen und teilweise unvorstellbaren Mitteln bekämpft!

Wo aber bleiben die echten Antisemiten, wenn sie weder unter Antizionisten noch unter den klassischen Rassisten zu finden sind?

Es gibt heutzutage in Deutschland (aber nicht nur dort) tatsächlich eine sehr einflussreiche und lautstarke jedoch kleine Gruppe von Menschen, die man vom Auftreten, ihren Äußerungen und Veröffentlichungen als Antisemiten bezeichnen könnte. Sie behaupten faktisch, dass jeder Jude immer Jude sei, unabhängig davon, welcher Religion er sich zuwendet. Sie behaupten faktisch, dass jeder Mensch, der das Existenzrecht Israels in seiner heutigen Form ablehnt, ein Antisemit sei. Damit vereinnahmen sie das gesamte Judentum für die Verbrechen Israels! Sie behaupten faktisch, dass Zionismus und Judentum gleich seien und somit jeder Jude der Ideologie des Zionismus angehöre, was eine Verhetzung vieler Juden ist. Sie zeichnen sich dabei insbesondere dadurch aus, dass sie eine rassistische Ideologie verfolgen, denn sie setzen sich in den seltensten Fällen für koscheres Essen noch für irgendein anders Gebot des Judentums ein! Ihr gesamter Einsatz beschränkt sich auf Israel, und sie verdammen jeden, der Israel kritisiert, unabhängig davon, ob es die Gründungsgeschichte ist oder die heutige Besatzung. In ihrer Auseinandersetzung mit Antizionisten lassen sie sich gar nicht erst auf Argumente ein, sondern greifen fast ausschließlich die Person oder Gruppe an, die Israel kritisiert. Ihr gesamtes Verhalten ist nicht auf Sachlichkeit, Gerechtigkeit und Gleichheit der Menschen ausgerichtet sondern ausschließlich auf der Verteidigung jedes Verbrechens Israels! Für sie kommt ein gemeinsamer Staat von Juden, Christen und Muslimen in Jerusalem überhaupt nicht in Frage, und das Rückzugsrecht von vertriebenen Palästinensern lehnen sie ab. Auch verdammen sie jeden Christen, der Juden zum Christentum einlädt (gläubige und praktizierende Juden haben keine solchen Berührungsängste, da sie von ihrer Religion überzeugt sind).

So könnten die Merkmale der wahren Antisemiten unserer Zeit beschrieben werden. Denn sie vereinnahmen jeden Juden der Welt für ihren Zionismus und missbrauchen die Religion des Judentums für ihre Zwecke. Und sie verdammen auch jeden Menschen, selbst wenn er jüdischen Glaubens oder jüdischer Herkunft ist, der sich gegen Israel wendet!

Der Zionismus ist eine menschenverachtende Ideologie, die von jedem aufrichtigen Juden, Christen und Muslime gemeinsam abgelehnt werden muss. Und zu behaupten, jeder Antizionist wäre ein Antisemit ist die Methode, mit der man die menschenverachtende Ideologie des Zionismus rechtfertigen möchte. Nein, nicht jeder Antizionist ist ein Antisemit; die allermeisten sind es nicht! Aber fast jeder Zionist, der Israels Besatzung mitträgt und den Besetzten jegliches Recht auf Widerstand abspricht, ist wohl ein Antisemit, denn er missbraucht das Judentum für äußerst unjüdische Zwecke!

Der Friede im Heiligen Land, das für Juden, Christen und Muslime gleichermaßen heilig ist, wird erst dann eine ernsthafte und vorstellbare Option, wenn der Zionismus überwunden ist. Ansätze dafür gibt es immer häufiger und sie machen Mut!

Aufgrund der besonderen Bedeutung und der extremen Verheimlichung durch die Hofberichterstattung der westlichen Medien sei an dieser Stelle wiederholt: Es ist erst wenige Tage her, dass ein von Israelis erschossener Palästinenser durch Organspenden jüdisches Leben gerettet hat. Die Eltern des 18-Jährigen hatten eingewilligt, die Organe ihres Sohnes zur Transplantation freizugeben, und damit wurden gleich sechs Israelis (zumeist Juden) das Leben gerettet! War das nicht eine echte Sensationsmeldung? Hätte nicht jene Meldung über alle Nachrichtensprecher der westlichen Welt verbreitet werden müssen, um darzulegen, wie das Übel der Besatzung durch die Güte und Opferbereitschaft der Eltern eines Ermordeten überwunden werden kann! Hätte es nicht sogar Sondersendungen dafür geben müssen? Aber jene Meldung wurde von den westlichen Medien kollektiv ignoriert, obwohl die israelische Nachrichtenagentur inn sie verbreitet hat!

Der Arzt, der den Eingriff vornahm, sagte: „Ich habe wieder gemerkt, wie Herztransplantationen eine Annäherung zwischen Völkern schaffen können. Es gibt keinen Unterschied zwischen einem jüdischen und einem arabischen Herzen.“

Ja, zwischen einem jüdischen und einem nichtjüdischen Herzen gibt es genau so wenig einen Unterschied, wie zwischen einem christlichen und nichtchristlichen oder muslimischen und nichtmuslimischen Herzen. Es gibt aber einen Unterschied zwischen den Herzen von Antirassisten und Antisemiten, denn letztere Herzen sind verdunkelt. Gott schütze die Menschheit vor jedem Rassisten und Antisemiten.

Islamische Bewegung-kein Monopol

Wir,die wir uns erhoben haben,taten dies für den Islam.Unsere Republik ist eine Islamische Republik.Die Islamische Bewegung kann nicht nur auf ein bestimmtes Land beschränkt sein.Auch nicht nur auf die islamische Welt.Eine Bewegung, die um des Islam willen erfolgt.ist die Bewegung der Propheten.Auch sie, die Bewegung der Propheten,war nicht auf ein Gebiet begrenzt.Der Prophet des Islam stammte aus Arabien,seine Einladung aber erging nicht nur an die arabische Bevölkerung,war nicht nur auf die arabische Halbinsel beschränkt,sondern meinte alle,die gesamte Welt.

Ihn überall verwirklichen

Schreitet auf dem Weg des Islam einher, und setzt euch für ihn ein.Damit das Schahadat auf seinem Wege zuteil wird.Und sollten wir - In Scha´Allah - obsiegen,zum Erstarken und Sieg des Islam beitragen und überall,wo auch immer, erhobenen Hauptes sein und in allen Ländern,in allen Teilen der Welt,den Islam verwirklichen und sein Banner aufrichten können.

Islam-Ein Recht aller

Ich hoffe,dass wir das Banner des Islam - das Banner der Islamischen Republik - in allen Teilen der Welt aufrichten können und sich alle dem Islam,der ein Recht aller ist, anschliessen werden. Imam Ayatollah Ruhollah Al Musavi Al Khomeini

Smash Zionism

Widerstand gegen Zionismus,Zionisten und deren Unterstützern!

Widerstand macht Sinn

"Wenn die Zionisten die Waffen niederlegen und sich hinter die Grenzen von 1967 zurückziehen wird es Frieden geben. Wenn der palästinensische Widerstand die Waffen niederlegt wird es niemals ein freies, unabhängiges Palästina geben." Ahmed Ibn Fahdlan in Tehran.

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"Also wenn wir den Krieg nicht gewinnen was haben wir dann von der Ideologie? Also ich meine, das ist doch nicht einfach irgendetwas aus einem Buch. Eine Ideologie ist doch etwas praktisches, muß doch etwas lebendiges, etwas für Menschen sein!"

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