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The myth that Islamic fundamentalist militants are the enemies of Israel and Western governments no longer needs debunking. In his latest work, Nafeez Mosaddeq Ahmed provides a concise summary of the deep politics of the War on Terror, articulated around an intricate web of chilling complicity between Western intelligence agencies and Islamist extremism spanning several decades and continents…………..Continue here!
Bereits im März 2009 hatte die frisch gewählte US-Regierung unter Barack Obama eine neue Afghanistan-Strategie angekündigt. Sie setzte im Wesentlichen auf umfangreiche Truppenerhöhungen, eine Ausweitung der Kampfhandlungen auf Pakistan („AFPAK“), eine größere Beteiligung der Verbündeten und – immer wichtiger – den massiven Aufbau afghanischer Repressionsapparate.
Nachdem diese Maßnahmen den Krieg wie absehbar noch weiter eskaliert haben, ist in Washington eine heftige Debatte um das weitere Vorgehen entbrannt. Auf der einen Seite findet sich US-General Stanley McChrystal, Kommandeur der NATO Truppen in Afghanistan. Obwohl mittlerweile mehr als 100.000 westliche Soldaten am Hindukusch stationiert sind (etwa 70.000 unter NATO- und 30.000 unter US-Kommando), fordert er nachdrücklich 40.000 weitere Kämpfer. Auf der anderen Seite plädiert Vizepräsident Joseph Biden dafür, das Engagement künftig auf die Bekämpfung von Al-Kaida zu beschränken und damit die Präsenz deutlich zu reduzieren. Mittlerweile deutet sich an, dass sich Obama – und damit wohl auch die NATO – für einen schlechten Kompromiss aus diesen beiden Ansätzen entscheiden wird: Zunächst wird die Truppenzahl nochmals erhöht, perspektivisch soll aber der massive Ausbau der afghanischen Repressionsapparate es ermöglichen, die Präsenz in Richtung der Biden-Lösung zu verringern.
Auch Deutschland ist – wie meistens – mit dabei. Der neue Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg verkündet, man wolle (sprich: könne) schließlich nicht ewig in Afghanistan bleiben, perspektivisch müsste über einen (Teil)Abzug nachgedacht werden. Kurzfristig wird aber die US-Truppenaufstockung begrüßt und wohl auch unterstützt werden. Da man aber außerdem dort aber unbedingt auch künftig ein pro-westliches Regime an der Macht halten möchte, muss die Zentralregierung über den Aufbau der Repressionsorgane in die Lage versetzt werden, sich an der Macht zu halten. Gerade Deutschland macht sich hierfür besonders stark. Den Großteil der „Drecksarbeit“ sollen künftig also einheimische Kräfte übernehmen, um die allerspätestens nach den jüngsten Wahlen völlig diskreditierte Karzai-Regierung an der Macht zu halten. Für diese Afghanisierung des Krieges wurde die Zielgröße für die afghanische Polizei und Armee von ursprünglich 150.000 auf inzwischen 400.000 angehoben.
Afghanistan droht damit aber zu einem autoritären Militärstaat zu werden, in dem die vom Westen aufgebauten – und beaufsichtigen – Regierungstruppen einen permanenten Bürgerkrieg gegen den paschtunischen Widerstand führen werden. Nicht zuletzt, weil dies auch Guttenberg klar ist, argumentierte er, eine Reduzierung der Präsenz erfordere es einzugestehen, „dass man in Afghanistan an seine Grenzen stößt, wenn man von einer Demokratie westlichen Stils zu träumen beginnt.“ (FAZ, 11.11.2009)
Washington: Eskalationskonsens
Laut New York Times (11.11.2009) wurden Barack Obama inzwischen vier verschiedene Optionen vorgelegt. Sie sehen einen Truppenaufwuchs von entweder 20.000, 25.000 oder 30.000 Soldaten vor (die letzte Option wird nicht näher beschrieben, scheint aber keine Truppenerhöhungen zu beinhalten).
Dem Bericht zufolge haben sich Verteidigungsminister Robert Gates, Generalstabschef Mike Mullen und Außenministerin Hillary Clinton inzwischen darauf verständigt, die 30.000er-Option zu befürworten. Deshalb sei damit zu rechnen, dass sich auch Obama in diese Richtung entscheiden werde (allerdings sind damit auch die Vorschläge Joseph Bidens keineswegs vom Tisch, s.u.). Damit bleibt die US-Regierung – etwas – unter den Forderungen des NATO-Kommandeurs, scheint sich aber dennoch zu einer erheblichen Ausweitung des Engagements entschieden zu haben. Zumal man bestrebt ist, die NATO-Verbündeten mit ins Eskalationsboot zu hohlen und so McChrystals „Wunschzahl“ von 40.000 Soldaten erreichen zu können.
Kuhhandel: Deutsche Ausbilder statt Kämpfer?
Wiederholt hat die Obama-Administration den EU-Verbündeten ins Stammbuch geschrieben, sie erwarte von ihnen gefälligst eine stärkere militärische Unterstützung der Kriegsanstrengungen. Auch bei der nun anstehenden Entscheidung, noch mehr Truppen an den Hinduksuch zu entsenden, dürften die USA von den anderen NATO-Staaten ebenfalls Mehrleistungen erwarten.
Von deutscher Seite wurde allerdings bereits von Verteidigungsminister Franz-Josef Jung und nun nochmals von seinem Nachfolger Guttenberg klargestellt, eine Truppenerhöhung werde es vor der Anfang 2010 stattfinden internationalen Afghanistan-Konferenz nicht geben – vielleicht stimmt das sogar. Denn es müssen nicht unbedingt Soldaten mit einem direkten Kampfauftrag sein, um Washington zufrieden zu stellen. Schon beim Treffen der NATO-Verteidigungsminister betonte der Generalsekretär der Allianz, Anders Fogh Rasmussen, dass für die angestrebte Afghanisierung des Kriegs die von NATO und Europäischer Union (EUPOL Afghanistan) unternommenen Anstrengungen zum Aufbau der Repressionsapparate erheblich intensiviert werden müssten: „‘Wir werden mehr Ausbilder brauchen, und wir werden mehr Mittel brauchen, um die afghanischen Sicherheitskräfte zu stärken’, sagte Rasmussen. Das habe er den Ministern sehr deutlich gesagt. Jetzt in die Fähigkeiten Afghanistans zu investieren, bedeute, dass es später weniger nötig sei. Der Nato-Einsatz ende dann, wenn die Afghanen in der Lage seien, die Verantwortung für ihr Land selbst zu übernehmen.“ (Reuters, 23.10.2009)
Und genau in diese Richtung scheint nun der Hase zu laufen: „Washington hofft, die NATO-Verbündeten davon überzeugen zu können, zumindest zusätzliche Ausbilder für die afghanische Armee und Polizei zu entsenden. Diese Beiträge könnten die Gesamtgröße nahezu auf das Niveau der 40.000 bringen, die McChrystal gefordert hat“, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters (10.11.2009). Vor diesem Hintergrund sind auch für Deutschland allerlei Kuhhandel denkbar, Washington bei der weiteren Eskalation unter die Arme zu greifen, ohne Truppen direkt mit einem Kampfauftrag entsenden zu müssen. So könnte man einfach Polizeiausbilder entsenden, da diese ohne Mandat – und damit den ganzen Medienrummel um das hierfür erforderliche Bundestagsmandat – entsendet werden können. Da aber zweifelhaft ist, ob sich hierfür genug Freiwillige finden, könnte man auch ein separates Mandat beschließen, indem groß verkündet wird, die Ausbilder seien strikt getrennt vom restlichen NATO-Auftrag zu sehen, da sie kein Kampfmandat hätten (sondern nur die ausbilden sollen, die das für sie übernehmen).
Unwahrscheinlich ist es jedenfalls nicht, dass Deutschland im Ausbildungsbereich erheblich aufstocken könnte. Viel sagend merkte auch US-Außenministerin Hillary Clinton an: „Es gibt also eine Reihe von Möglichkeiten, wie Deutschland mitmachen kann.“ Deshalb hoffe sie, „dass, was auch immer Präsident Obama entscheiden wird, so überzeugend sein wird, dass wir gemeinsam weitermachen werden.“ (Die Welt, 11.11.2009) Der Spiegel berichtete bereits am 12. Oktober, an die Bundesregierung sei die US-Forderung ergangen, 1.200 weitere Ausbilder für die NATO-Trainingsmission nach Afghanistan zu entsenden.
Übergabestrategie in Verantwortung?
Ganz ähnlich wie Guttenberg, der meinte man könne ja schließlich nicht bis zum „Sankt-Nimmerleins-Tag“ am Hinduksuch bleiben, äußerte sich auch Kanzlerin Angela Merkel in ihrer jüngsten Regierungserklärung. Der Bundeswehreinsatz in Afghanistan müsse nun „in eine neue Phase“ geführt werden. Es gelte nun auszuarbeiten, „wie und mit welchen konkreten Schritten“ die neue Phase gestaltet werden könne. „Wir wollen eine Übergabestrategie in Verantwortung festlegen.“ (Die Welt, 11.11.2009)
Unverkennbar macht sich auch in der Bundesregierung eine gewisse Kriegsmüdigkeit breit. Man bereitet sich derzeit auf einen geordneten Teilrückzug vor, die Truppen sollen – nicht zuletzt aufgrund der ablehnenden Haltung zum Kriegseinsatz in der Bevölkerung – möglichst bald auf ein möglichst geringes Maß reduziert werden, indem der Großteil der Kampfhandlungen auf die künftig bereitstehende afghanische Armee und Polizei abgewälzt werden soll. 2015, dieser Termin wird immer wieder als Datum genannt, an dem man spätestens die afghanische Polizei und Armee soweit aufgebaut haben will, um das Land sich dann buchstäblich sich selbst und dem mit Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit entflammenden Bürgerkrieg zu überlassen. Von einer „Übergabestrategie in Verantwortung“ kann hier jedoch keinerlei Rede sein, das voraussehbare Drama wird jedoch offenbar billigend in Kauf genommen – die grusligen Szenarien, was passiert, wenn man diesen Weg weiter beschreitet, liegen bereits auf dem Tisch.
Afghanistans Zukunft: Dauerbürgerkrieg
Der „Center for a New American Security“, eine Denkfabrik mit engsten Verbindungen zur Obama-Administration, veröffentlichte unlängst ein Papier, in dem drei mögliche Zukunftsszenarien für Afghanistan präsentiert wurden (Exum, Andrew: Afghanistan 2011: Three Scenarios, CNAS Policy Brief, 22.10.2009). Unwahrscheinlich aber möglich sie eine nachhaltige Stabilisierung des Landes ebenso wie der – aus westlicher Sicht – schlimmste Fall, ein Sieg der Widerstandsgruppen über die Karzai-Regierung und die Etablierung neuer, dezidiert anti-westlicher Machthaber.
Vermutlich werde die Entwicklung aber in folgende Richtung gehen: „Im wahrscheinlichsten Szenario wird die Obama-Regierung vorsichtig zu einer koordinierten Anti-Terror-Mission übergehen, bei der das alliierte Engagement sich auf das Training der afghanischen Armee, die Durchführung von Präzisionsangriffen aus der Luft und Spezialoperationen am Boden beschränkt. [..] Dieses wahrscheinlichste Szenario erlaubt es den USA und ihren Verbündeten weiterhin Einfluss in Zentralasien auszuüben und eine vollständige Rückkehr der Taliban zu verhindern.“ Damit wären dann auch die Präferenzen Joseph Bidens berücksichtigt, der, wie bereits erwähnt, das US-Engagement genau hierauf beschränkt wissen will. Allerdings betont das CNAS-Papier auch: „Eine kurzfristiger Truppenerhöhung wird diesem Übergang vorausgehen.“ Genau dies ist nun ebenfalls eingetreten, indem McChrystals Forderung nach mehr Soldaten offenbar nachgekommen wird.
Recht unverblümt wird zudem beschrieben, was ein solches Szenario für Afghanistan bedeuten würde: „Afghanistan bleibt im Bürgerkrieg zwischen der Regierung in Kabul, die im Wesentlichen von den Politikern und Warlords geführt wird, die das Land zwischen 1992 und 1996 befehligten, und einer entrechteten paschtunischen Gesellschaft im Süden und Osten gefangen.“ Zwar wird eingeräumt, dass von allen denkbaren Entwicklungen diese für die afghanische Bevölkerung die mit Abstand nachteiligste wäre, das scheint die westlichen Strategen jedoch nicht davon abzuhalten, genau diesen Pfad nun einzuschlagen. Erfreulicherweise gibt es aber selbst im US-Militär vereinzelte Stimmen, die sich mehr als deutlich hiergegen aussprechen.
Pro-westlicher Militärstaat
Vor kurzem quittierte der US-Militär Matthew P. Hoh, der in Afghanistan an prominenter Stelle für den zivilen Wiederaufbau zuständig war, seinen Dienst. In seinem Rücktrittsgesuch begründete er seine Entscheidung folgendermaßen: „Der paschtunische Aufstand, der sich aus zahlreichen, scheinbar endlosen lokalen Gruppen zusammensetzt, wird durch das gespeist, was die paschtunische Bevölkerung als einen andauernden Angriff auf ihre Kultur, Traditionen und Religion durch interne und externe Feinde ansieht, der seit Jahrhunderten anhält. Die amerikanische und die NATO Präsenz und Operationen in paschtunischen Tälern und Dörfern stellen ebenso wie die afghanischen Polizei- und Armeeeinheiten, die nicht aus Paschtunen bestehen, eine Besatzungsmacht dar, vor deren Hintergrund der Aufstand gerechtfertigt ist. Sowohl im Regionalkommando Ost als auch Süd habe ich beobachtet, dass der Großteil des Widerstands nicht das weiße Banner der Taliban, sondern eher gegen die Präsenz ausländischer Soldaten und gegen Steuern kämpft, die ihm von einer Regierung in Kabul auferlegt werden, die sie nicht repräsentiert.“
Anschließend listet Hoh die Defizite der Karzai-Regierung auf, die von der US-Regierung geschützt wird. Sie zeichne sich u.a. durch „eklatante Korruption und unverfrorene Bestechlichkeit“ aus sowie „einen Präsidenten, dessen Vertraute und Chefberater sich aus Drogenbaronen und Kriegsverbrechern zusammensetzen, die unsere Anstrengungen zur Drogenbekämpfung und zum Aufbau eines Rechtsstaats lächerlich machen.“ Vor diesem Hintergrund kommt Hoh zu dem vernichtenden Fazit: „Unsere Unterstützung für diese Art von Regierung, gepaart mit dem Unverständnis für die wahre Natur des Widerstands, erinnert mich fatal an unser Engagement in Südvietnam; eine unpopuläre und korrupte Regierung, die wir auf Kosten des inneren Friedens unseres eigenen Landes gegen einen Aufstand unterstützt haben, dessen Nationalismus wir arrogant und ignorant als Rivalen unserer Kalten-Kriegs-Ideologie misinterpretiert hatten.“ (http://www.presstv.ir/detail.aspx?id=110168§ionid=3510304 )
Auch wenn den engagierten Ausführungen Hohs weitestgehend zuzustimmen ist, an einem Punkt dürfte er den Zynismus der westlichen Strategen unterschätzen. Denn es hat eher den Anschein, als dass Afghanistans Zukunft als autoritärer Militärstaat im Dauerkriegszustand weniger aus Dummheit denn aus strategischem Kalkül billigend in Kauf genommen wird. Hauptsache die Herrscher in Kabul bleiben weiterhin pro-westlich, alles andere scheint mittlerweile weitgehend egal zu sein. Ein treffender Kommentar in der taz (13.9.2009) fasste das Kalkül folgendermaßen zusammen: „Das Maximum, das der Westen in Afghanistan noch erhoffen kann, ist, einen autoritären Potentaten zu hinterlassen, der getreu dem US-amerikanischen Bonmot ‘Er ist ein Hurensohn, aber er ist unser Hurensohn’, der die Regierung auf prowestlichem Kurs hält. Sicherheitspolitisch könnte das sogar funktionieren, weil dessen Terror sich dann ‘nur’ gegen die eigene Bevölkerung und vielleicht noch gegen Nachbarstaaten, nicht aber gegen den Westen richtet.“ Kein Wunder also, dass Neu-Verteidigungsminister Guttenberg ankündigte, man müsse sich in Afghanistan endlich von hehren Demokratievorstellungen verabschieden.
Im Süden werden demnächst die Abbau-Rechte für Kupfererz im Werte von 1.6 Billionen Dollar an internationale Konzerne vergebenAynak(Ainak), nördliches Ende der Provinz Logar, 35 Kilometer südlich von Kabul: hier im wüsten Landes des Kriegsgebietes von Südafghanistan sind nicht nur Opium, Waffen und Krieg als Geld-oder Gewinnquelle zu haben – hier liegen laut Sondierungen durch US- und britischen Behörden 240 Millionen Tonnen Kupfererz mit einem Kupfergehalt von 2.3%, dicht unter der Erdoberfläche und leicht abzubauen.
Bei einem von Aton-Analyst Wladimir Katunin prognostizierten Wert von 6 800 Dollar pro Tonne sind das Vorkommen im Werte von 1.632 Billionen Dollar, die Förderung könnte in 5 Jahren beginnen (1), und auch wenn einige Analysten davon ausgehen, daß der für die Metallindustrie unersetzliche Rohstoff bis 2011 fallen wird(2), so ist das doch eher in das Reich der Spekulation zu verweisen.
Allein Chinas Nachfrage nach Kupfer hat sich in den letzten 10 Jahren verdreifacht und verbraucht ein Fünftel der Weltproduktion. Auch wenn 1.4 Milliarden Menschen dort in letzter Zeit mehr Kupfer aus eigenem Abbau verbrauchen, wird es einen Grund geben, warum auch die Chinese China Metallurgical Group und die Zijin Mining Group zu den internationalen Konzernen gehören, die um die Abbaurechte in Aynak buhlen(3).
Diese wurden vor einigen Tagen von der “afghanischen Regierung” bzw vom “Minenministerium” ausgeschrieben, die Verhandlungen laufen aber samt und sonders über die US-Beraterfirma Gustavson Associates (4)(5).
Die “Beraterfirma” Gustavson Associates, LLC.
Dieses weltweit tätige und mit Öl, Gas, und Minenabbau erfahrene Konsortium beschreibt sich selbst als Problemlöser rund um den Abbau von Rohstoffen, mit Tätigkeiten u.a. in den U.S., UK, China, Rußland, Japan, Kanada, Brasilien, Aserbeidschan, Qatar, Pakistan, Libanon, Irak und Afghanistan (6).
Die Klientenliste reicht vom US-Energieministerium über die UNO, die Weltbank, Unocal, Exxon, Shell, Texaco, Arco, Chevron, Gaz de France, die Shanghai Petroleum Corporation, Projet Pétrolier de Sèmè, usw, usw, usw…
Die Firmen
Laut Medienberichten, die allerdings doch eher dürftig zu finden sind, liegen in der engeren Auswahl um den dicken Rohstoffbatzen im afghanischen Kriegsgebiet folgende Firmen:
- die kanadische “Hunter Dickinson”
- die “China Metallurgical Group” und die “Zijin Mining Group”
- die indische “Hindalco Industries”
- die U.S. “Phelps Dodge Corporation”
- die kasachische “Kazakhmys”
- die staatliche kontrollierte russische Aussenhaldelsfirma “Tyazhpromexport” sowie die “Deripaska’s SoyuzMetalResource” (3).
Der Metallkonzern Hindalco besitzt die größte Kupferschmelze Indiens, über die Kupfer-Tochter Birla Copper 2 Minen in Australien (die Birla Nifty Pty. Ltd. in West-Australien und die Birla Mount Gordon Pty. Ltd. in Queensland) (7) und ist außerdem noch Indiens größter Aluminiumproduzent sowie die viertgrößte Aluminiumfirma Asiens (8).
Als aussichtsreichster Kandidat dürfte allerdings die U.S. “Phelps Dodge Corporation” sein, die zwar weiter unter diesem Namen Geschäfte macht, aber am 20.November von “Freeport-McMoRan” für 25.9 Milliarden Dollar aufgekauft wurde (9), sicher nicht ganz ohne Grund.
Der neue Supermulti ist nun unter dem Namen “Freeport-McMoRan Copper & Gold banner” die größte Kupferhandelsfirma der Welt.
Kanada setzt Reservisten und “Zivilisten” an der Front ein
Am 21. November verkündete Lt.-Gen. Andrew Leslie, Kommandeur der Kanadischen Armee, dem Verteidigungsausschuss des kandischen Parlamentes House of Commons, daß er aufgrund der militärischen Lage verstärkt Reservisten an der südafghanischen Front einsetzen muß. Bereits jetzt dienen 300 Reservisten in Kandahar.
Außerdem teilte er mit, daß diese von “Zivilisten”, also Söldnern, ausgebildet würden, die überdies selbst zum Einsatz kämen.
“Wir haben da offensichtlich eine kleine Lücke”, so Leslie.
“Ich bin überzeugt, die Reservisten werden die Anforderungen erfüllen und uns durch diese Übergangsperiode bringen.”
Der Warlord Hekmatyar
Das Kupfergebiet in Aynak wird beherrscht von Truppen des Kriegsfürsten und ehemaligen kurzzeitigen Herrschers Gulbuddin Hekmatyar (1). Dieser gilt auch und gerade “westlichen” Quellen zufolge als machthungrig und skrupellos, außerdem soll er die “Taliban” und “Osama Bin Laden” unterstützen (11).
Nun stellen aber zunehmend auch US-Medien die Frage, wer sich denn hinter diesem Schlagwort “Taliban” eigentlich verbirgt – vielleicht gerade solche Figuren wie Hekmatyar, die schon so ziemlich mit jedem verbündet und verfeindet waren (12).
Interessanterweise galt aber gerade der immer als ein konstanter Freund der Pakistanis. Warum er dann in Afghanistan die westlichen Truppen so energisch bekämpft, bleibt das Geheimnis der offiziellen Logik westlicher Medien.
Eine erschreckende Erklärung wäre folgende: die NATO züchtet sich, ohne Rücksicht auf eigene oder sonstige Verluste regelrecht ihre Gegner, um nach und nach mehr Länder in den Krieg zu verwickeln und Truppen nach Afghanistan zu ziehen, um sie gerade im Süden zu sammeln.
Wenn man die US-Pläne zur Neuordnung des gesamten Nahen Ostens und Zentralasiens kennt (13), macht das erst Recht Sinn, auch und gerade hinsichtlich einer möglichen Ausdehnung des Krieges in den Iran.
Militärisch gesehen ist es jedenfalls auffällig, wie eine hochmoderne Militär-Maschinerie des Westblocks so in die Bredoullie geraten kann. Die Situation riecht ein wenig nach gewolltem Leidensdruck.
Dazu paßt auch, daß es Geheimgespräche zwischen dem Karzai-Regime, also den US-Besatzern, und Hekmatyar über einen Pakt oder Waffenstillstand gegeben hat (14), auch von Gerüchten über eine Aufteilung des Landes ist zu hören (15).
Und das obwohl offenbar Killer Hekmatyars noch am 25.September die “Frauenbeauftragte” Kandahars Safia Amajan erschossen und am 22.November auf eine der drei Frauen im Provinzrat, Zarghona Kakar, ein ähnliches Attentat verübt wurde (16).
Ebenfalls berichtet wurde auch über PSYOPs (Operationen der psychologischen Kriegsführung), also vorgetäuschte “Selbstmordanschläge”(17,18,19), Entführungen, Mord, Verbrechen und brutale Gewalt durch die NATO in Afghanistan und durch die Alliierten im Irak, um vom eigenen Krieg abzulenken, die Passivität der besetzten Bevölkerung und ihrer Gefügigkeit gegenüber den verbündeten lokalen Autoritäten zu erzwingen, wahlweise einen Bürgerkrieg zur eigenen Entlastung anzuzetteln, einen vorgetäuschten Leidensdruck innerhalb der NATO zu erzeugen und die Mitgliedsländer zu mehr Engagement zu zwingen(21), sowie langfristig nicht den Aufbau, sondern die komplette Auflösung staatlicher Strukturen zu erreichen(13).
Ebenfalls paßt in dieses für im Westen aufgewachsene Gutgeldverdiener sicherlich verstörende Bild, daß allein im Irak 70.000 Söldner ohne irgendwelche staatliche Kontrolle, nur unter dem Befehl des Pentagon stehend, ihr Handwerk verrichten.
Das sollen auch genau die Massaker sein, die im “Westen” dann als “Selbstmordattentate” im “Bürgerkrieg” des Iraks abends in den “Hauptnachrichtensendungen” das Bild des sich gern selbst umbringenden Moslem zeichnen…(20)
Quellen:
(1)
http://www.russland.ru/rupress0020/morenews.php?iditem=791
(2)
http://www.faz.net/s/Rub58BA8E456DE64F1890E34F4803239F4D/Doc~E7D07C90C169D4BD88C4B4A782EFAB084~ATpl~Ecommon~Scontent.html
(3)
http://en.rian.ru/analysis/20061121/55882245.html
(4)
http://www.bgs.ac.uk/afghanminerals/docs/tender_docs/Aynak/request_for_EOI_v7a_enGA.pdf
(5)
http://www.bestbizware.com/PressReleases/release1985.php
(6)
http://www.gustavson.com/
(7)
http://www.google.com/finance?q=Hindalco
(8)
http://www.hindalco.com/about_us/index.htm
(9)
http://www.cbc.ca/cp/business/061120/b112057A.html
(10)
http://www.cbc.ca/canada/nova-scotia/story/2006/11/21/reservists-pressure.html
(11)
http://en.wikipedia.org/wiki/Hekmatyar
(12)
http://www.cbc.ca/news/viewpoint/vp_rose/20061127.html
(13)
http://www.0815-info.de/archiv/2006/november/110643.php
(14)
http://news.independent.co.uk/world/asia/article2016129.ece
(15)
http://www.spiegel.de/international/spiegel/0,1518,450397,00.html
(16)
http://www.metimes.com/storyview.php?StoryID=20061122-060555-7934r
(17)
http://0815-info.de/archiv/2006/september/anschlag.php
(18)
http://0815-info.de/archiv/2006/november/110623.php
(19)
http://0815-info.de/timeline2006.php
(20)
http://www.iraq-war.ru/article/110393
(21)
http://0815-info.de/archiv/2006/november/110613.php
»Nirgendwo auf der Welt gibt es einen namhaften Drogenhandel, bei dem die CIA nicht mitmischt«. Diese Binsenweisheit ist nach einem Bericht der New York Times erneut bestätigt worden. Ging es früher um Mauscheleien mit Drogenbaronen in Lateinamerika oder in Südostasien, so hat sich die Agency diesmal laut der Zeitung als Teil der organisierten Kriminalität im Kriegsgebiet am Hindukusch erwiesen. Nach Aussagen aktiver und ehemaliger US-Geheimdienstler steht ausgerechnet der wegen seiner Rolle als Schlüsselfigur im afghanischen Drogengeschäft bekannte Ahmed Wali Karsai, der Bruder des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai, auf den Lohnlisten der CIA, und das seit fast acht Jahren. Absurd mutet es daher an, daß US-amerikanische Politiker und Medien Präsident Karsai verurteilen, weil er bisher nicht gegen seinen Bruder Ahmed strafrechtlich vorgegangen ist.
Die Kampagne begann vor etwa einem Jahr, nachdem man sich im Weißen Haus dazu entschlossen hatte, eine Alternative zu Präsident Karsai aufzubauen. Aber offensichtlich wußte bisher die eine Hand in Washington nicht, was die andere tut. Dabei wird Karsais Bruder laut Geheimdienstquellen als wertvoller Mitarbeiter der CIA eingeschätzt. Als Paschtune ist Ahmed Auge und Ohr des Geheimdienstes auch tief in den von den Taliban kontrollierten paschtunischen Stammesgebieten, wohin er dank seines kriminellen Netzwerkes vielfältige Verbindungen hat. Zugleich hilft Ahmed der Agency bei der Kontaktaufnahme zu Stammesführern, die entweder mit den Taliban sympathisieren oder die Seiten wechseln wollen. Zugleich können CIA-Spezialeinheiten die weit verstreuten Besitztümer Ahmeds für ihre verdeckten Operationen nutzen. Im Gegenzug hat die CIA dem Bruder des Präsidenten in mindestens zwei Fällen geholfen, lästige Konkurrenten aus dem Weg zu räumen. So wurde der Polizeichef von Kandahar, Matiullah Qati, im Juni 2009 von einer CIA-Spezialeinheit »irrtümlich« erschossen, und die Geschäfte des Drogenbarons Hajji Bashir Noorzai, der dank Ahmeds Hilfe 2005 in eine amerikanische Falle getappt war, sind anscheinend von ihm übernommen worden. Als Gipfel der Naivität bzw. der Apologie der US-Politik in Afghanistan meint dazu die New York Times: »Die CIA-Praktiken legen nahe, daß die USA nicht alles in ihrer Macht Stehende tun, um den lukrativen Drogenhandel in Afghanistan ausmerzen.«
Derweil nehmen die Kämpfe in Afghanistan weiter zu. Mit 55 Toten ist acht Jahre nach Beginn des Krieges der Oktober zum blutigsten Monat für die US-Besatzer geworden. Der zweitschlimmste war der vergangene August mit 51 Toten. Zugleich scheinen sich die Voraussagen zu bewahrheiten, daß die bewaffneten Gegner der Besatzung auch in der bisher relativ sicheren Hauptstadt Kabul immer ungenierter operieren können. Davon zeugt der Angriff am Mittwoch morgen auf ein als absolut sicher geglaubtes Gästehaus der Vereinten Nationen im Regierungsviertel. Dabei starben neun Menschen, darunter sechs ausländische UN-Mitarbeiter. Zugleich unterstreicht dieser Angriff das totale Versagen der UNO, denn in Afghanistan ist sie unter dem Druck der USA und weiterer NATO-Länder zum Handlanger der Besatzer und somit zur Zielscheibe für die Aufständischen geworden.
Es gehört zu den natürlichen und kulturübergreifenden Eigenschaften aller geistig gesunden Menschen dieser Welt, dass sie Mitleid mit den Schwachen haben und Abneigung gegen reiche, arrogante und mächtige Herrscher verspüren, je tyrannischer jene agieren. Nur ein Diener von Tyrannen mit Minderwertigkeitskomplexen, versucht sich bei diesen einzuschmeicheln.
Die US-Politik unseres Jahrzehnts ist die mit Abstand die brutalste und mörderischste Politik der Tyrannei, die Zeitzeugen miterlebt haben. Kein anderer Staat hat so viele Morde an unschuldigen Menschen in dieser Welt auf dem Gewissen wie die USA. Keine andere Armee besetzt so viele andere Länder. Kein anderer Staat unterstützt jedes Verbrechen Israels so massiv, kein anderer Staat droht unterdrückten Menschen so oft. Kein anderer Staat betreibt so offen und unverschämt ein Gefängnis, wie Guantanamo. Kein anderer Staat traut sich, so offen die Gelder für Destabilisierungsmaßnahmen in anderen Ländern offen zu propagieren. Und die USA setzten dem ganzen Unrecht, welches sie auf dieser Welt verbreiten, noch die Krone auf, indem sie all das nicht mit eigenem Geld bewerkstelligen, sondern mit geliehenem und teils gestohlenem Geld. Kein Staat ist so verschuldet, wie die USA.
Man muss wirklich kein Kapitalismuskritiker, Verschwörungstheoretiker, Kommunist oder Westfeind oder gar Muslim sein, um Abneigung gegen die Politik der USA zu verspüren. Die Mehrheit aller Völker dieser Erde verspürt Abneigung gegen diesen tyrannischen selbsternannten Weltherrscher. Das US-Imperium ist das mit Abstand meistverhassteste Regime der Welt!
Gestern erhielt nun eine der treusten Dienerinnen jenes Götzenregimes die Gelegenheit, im Namen des deutschen Volkes in den “Heiligen Hallen“ (wie es ein ZDF-Journalist nannte) zu sprechen. Jenes Götzenregime ehrt seine Anbeter öfters mit solchen Zeremonien, und gestern stand die deutsche Bundeskanzlerin in dem Saal und hat einen Tiefpunkt der deutschen Nachkriegspolitik verkörpert. Was sie in ihrer Rede vor den Reichen und Mächtigen der Welt von sich gegen hat, war unlogisch und entsprach der Sprache der Unterdrückung gegen die Unterdrückten der Welt. Sie hat sich faktisch an die Seite der Tyrannen gegen ihre Opfer gestellt und anscheinend die Würde der gesamten deutschen Bevölkerung dem Machtwahn unterworfen. Es lohn einige Passagen der Rede genauer zu betrachten:
Sie beginnt ihre Rede mit einem Hinweis auf den ersten Artikel des Grundgesetzes “Die Würde des Menschen ist unantastbar“, um genau jene Würde danach mehrfach mit Füßen zu treten; so zumindest empfanden es viele Hörer. Der Bogen, den sie dann spannt erinnert an den Zweiten Weltkrieg und sie geht auf das Leid der Juden ein. Das Leid der Franzosen, Polen, Russen und auch das Leid der Deutschen wird nicht weiter thematisiert. Immerhin gibt sie dann zu, dass sie die USA vor allem aus Filmen und Büchern kennt, was eine Erklärung dafür sein könnte, dass Sie keine Vorstellung davon, hat, welche Unterdrückung inzwischen innerhalb der USA herrscht.
Sie beschreibt ihre Begeisterung mit wahrlich malerischen Worten: „Ich habe mich begeistert für die Weite der amerikanischen Landschaften, die den Geist der Freiheit und Unabhängigkeit atmen.“ Daraufhin bedankt sie sich bei den US-Soldaten, die diesen Geist der Unabhängigkeit auch für Deutschland ermöglicht haben sollen und mündet in den Satz: „Wir freuen uns auch heute und in Zukunft über amerikanische Soldaten in Deutschland.“
Welches unabhängige Land dieser Erde freut sich über fremde Soldaten auf seinem eigenen Boden? Welcher Staatschef einer wirklich unabhängigen Bevölkerung könnte es sich leisten in aller Öffentlichkeit zu sagen, dass man sich über fremde Soldaten auf eigenem Boden freut? Es sei daran erinnert, dass jene US-Soldaten auch Atomwaffen in Deutschland stationieren, was einer Bundeskanzlerin nicht unbekannt sein dürfte. Freut sie sich auch über Atomwaffen auf deutschem Boden? Freut sie sich auch über verbrecherische Einsätze von US-Truppen, die von deutschem Boden aus gestartet werden? Wie sehr muss man sein eigenes Volk verachten, um so etwas zu sagen? Wie wenig muss man die Interessen Deutschlands in den Vordergrund stellen, um für alle Zukunft fremde Truppen eines Landes in Deutschland willkommen zu heißen, die noch heute nachweislich fremde Länder besetzen?
Im Folgenden beschwört sie die Partnerschaft zwischen Amerika und Europa, was wie eine Ohrfeige gegen den Rest der Welt klingt. Danach drückt sie mit kaum noch zu überhörenden Worten den Herrenmenschengedanken der Überlegenheit des weißen Mannes, bzw. in ihrem Fall der weißen Frau aus. Nachdem sie von der gemeinsamen Wertebasis gesprochen hat sagt sie: „Dafür treten wir in der einzigartigen transatlantischen Partnerschaft und in der Wertegemeinschaft der Nato ein. So wird Partnership in Leadership mit Leben erfüllt, meine Damen und Herren.“ Frau Merkel wähnt Deutschland an der Seite der USA als “Führer“ der Welt; oder wie sonst sollte man “Leader“ in diesem Fall übersetzen? Das ist die “Führerschaft“, welche seit Tausenden von Jahren die Menschheit tyrannisiert. Es ist eine Führerschaft, die nicht danach fragt, ob die “Geführten“ überhaupt geführt und im speziellen von Frau Merkel und ihren US-Herren geführt werden wollen. Gott lehrt in allen Religionen die “Dienerschaft“ und Frau Merkel beschwört als Vertreterin eine angeblich jüdisch-christlichen Tradition die “Führerschaft“. Eines muss man ihr aber bei aller Kritik lassen: Sie ist keine Heuchlerin! Sie sagt klipp und klar, was sie will, und es ist eher die Frage an die Bevölkerung in Deutschland zu stellen, warum sie nicht hinhört.
Imam Sadiq (a.) sagt dazu: „Jener, der sich hochmütig oder unterdrückerisch verhält, macht das nur aus einer Minderwertigkeit, welche er an sich findet.“ Als Bundeskanzlerin vor einem Millionärs-Club der USA zu reden ist keine Kunst. Aber eine Bundeskanzlerin, die in den Slums von Afrika den an Hunger sterbenden Menschen erklären würde, warum Deutschland den Raubtierkapitalismus der USA so uneingeschränkt unterstützt und dabei zusieht, wie immer mehr Menschen an Hunger sterben, solch eine Kanzlerin kann sich nur eine Bevölkerung vorstellen, die ihr Selbstbewusstsein aus der Gottesehrfurcht bezieht und nicht aus der Schleimspur der Dienerschaft zu Tyrannen.
Die Bundeskanzlerin schaut unverhohlen zu den Reichen und Mächtigen der USA auf und in jeder Minute ihrer Rede ist ihre Zufriedenheit für die Anerkennung jener Millionäre auch über die Fernsehbilder zu spüren. Imam Ridha (a.) sagt dazu: „Mit Absicht zu ihnen (den Unterdrückern) aufzuschauen gehört zu den großen Sünden …“. Mann muss aber wirklich nicht den Islam bemühen, um jenes Verhalten zu missbilligen. Es würde genügen, wenn man sich die Bergpredigt Jesu durchliest und sein Leben studiert. Hätte Jesus sich selbst oder seine Anhänger derart vor den Machthabern des Weltimperiums gedemütigt?
Nach all den lieben Worten richtet sie sich an die “Feinde“ ihres Systems: „Null Toleranz muss es für die geben, die die unveräußerlichen Rechte des Menschen missachten und sie mit Füßen treten.“ Offenbar hat sie vergessen, dass sie vor denjenigen spricht, die für Guantanamo verantwortlich sind. Verlangt sie auch “Null Toleranz“ für Bush? Aber ihre Zielrichtung ist, wie es in den Folgeworten deutlich wird, eine ganz andere. Sie richtet sich gegen Iran. Eigentlich macht sie etwas deutlich, was derzeit Fakt in dieser Welt ist. Die Ideologie der Islamischen Republik Iran ist die einzige ernsthafte “Bedrohung“, welche das Weltimperium hat! Zwar drückt sie jene Furcht vermischt mit Unwahrheiten und der üblichen Propaganda aus, aber das sind keine Neuigkeiten. Dann komm eine Passage der Rede, die an Einseitigkeit kaum zu überbieten ist:
„Die Sicherheit Israels ist für mich niemals verhandelbar. … Wer Israel bedroht, bedroht auch uns. Deshalb tritt die freie Welt dieser Bedrohung entgegen, notfalls mit harten wirtschaftlichen Sanktionen. Meine Damen und Herren, deshalb werden wir in Deutschland mit aller Kraft den Nahost-Friedensprozess mit dem Ziel unterstützen, eine Zwei-Staaten-Lösung zu schaffen: einen jüdischen Staat Israel und einen palästinensischen Staat.“
An dieser Stelle wird die Bundeskanzlerin auch unlogisch. Wie ist es, wenn ein anderes Land folgende Aussage veröffentlichen würde: „Die Sicherheit Palästinas ist für mich niemals verhandelbar. … Wer Palästina bedroht, bedroht auch uns…“. Damit wäre Deutschland eine Bedrohung für jedes Land der Erde, dass die Palästinenser schützen wollte! Der Iran hat den Palästinensern noch keine U-Boote oder Fregatten geschenkt. Hingegen verschenkt Deutschland seit Jahrzehnten Angriffswaffen an Israel. Warum das den Nahost-Friedensprozess unterstützen soll, dürfte ein bundesdeutsches Geheimnis sein. Und warum in einer Rede, in der mehrfach der Fall der Berliner Mauer erwähnt wird, kein einziges Mal der Bau der zionistischen Mauer auf fremden Boden Erwähnung findet, erhöht auch nicht unbedingt ihre Glaubwürdigkeit gegenüber dem “Friedensprozess“, dessen einzige Aktion derzeit darin besteht, dass Zionisten Siedlungen auf palästinensischem Boden bauen und die USA und Deutschland das faktisch unterstützen!
Je weiter Frau Merkel in ihre Rede voranschreitet, desto mehr gleitet sie in Propaganda ab und verlässt die Ebene der Sachlichkeit: „Weil wir nach den Anschlägen des 11. September mit dem damaligen Präsidenten George W. Bush die Überzeugung geteilt haben, dass von Afghanistan aus nie wieder die Sicherheit der Welt bedroht werden darf, steht Deutschland dort seit 2002 mit dem drittgrößten Truppenkontingent.“ Aha, das ist also der Grund, warum deutsche Soldaten in Afghanistan sind. Aber Afghanen hatten mit dem 11. September gar nichts zu tun, das waren Saudis (zumindest nach US-Angaben)!
Danach folgen noch die Sprüche über die Finanzkrise und das Klima, wobei die Inhalte beliebig austauschbar wären. Und am Ende genießt sie minutenlang den Applaus der Herrscher des Imperiums. Es hat wohl noch nie eine Bundeskanzler gegeben, der deutsche Interessen derart offensichtlich auf dem Altar der “Heiligen Hallen“ geopfert hat, wie die amtierende Bundeskanzlerin.
Einstmals sagte Imam Baqir (a.) zu einem seiner Anhänger: „Wisse, dass die Anführer der Unterdrückung und ihre Anhänger von der Religion Gottes abgetrennt sind. Sie sind verirrt und lassen verirren. Ihre Werke, die sie tun, sind gleich Asche, welche der Wind an einem stürmischen Tag verstreut. Ihre Werke werden ihnen nichts nützen. Dieses ist die weitgehende Verirrung.“
Bliebe am Ende die Frage, wie gegen solch einen Ausverkauf deutscher Interesse vorzugehen ist. Was ist zu tun, dass Deutschland auch im dritten Weltkrieg auf der Seite des “Imperiums“ den Endsieg vor Augen auf den Abgrund zusteuert?
Imam Ali (a.) sagt: „Das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verwehren ändert den Zeitpunkt des Todes nicht, noch vermindert es den Lebensunterhalt, jedoch es vervielfacht die Belohnung und erhöht den Lohn (durch Gott). Doch noch besser als dieses ist ein gerechtes Wort gegenüber einem tyrannischen Herrscher.“
Und Imam Kadhim (a.) sagt zu einem Gefährten: „ … die Pflanzen wachsen auf der Wiese und wachsen nicht auf Felsen. Genauso reichert sich die Weisheit im Herzen eines Bescheidenen an und reichert sich nicht im Herzen des hochmütigen Tyrannen an.“
Von Frau Merkel und ihren Herren, sowie dem Stab an Hofjournalisten kann man nicht erwarten, dass sie weise handeln. Denn Begriffe wie Bescheidenheit, Demut, Gottesehrfurcht, Reue und Wahrhaftigkeit sind ihnen ganz offensichtlich fremd. Wer aber glaubt mit Gewalt gegen die Tyrannei der Westlichen Welt vorgehen zu müssen, begibt sich auf exakt die gleiche Ebene, wie diejenigen, die er vorgibt zu bekämpfen und dient ihnen sogar dabei!
Es gibt nur einen einzigen Weg aus dem Dilemma, und das ist die Selbsterziehung! Und aus der Selbsterziehung folgt das gerechte Wort gegenüber einem tyrannischen Herrscher. Wer das aus der Rede Frau Merkels herauslesen kann, dem hat jene Rede wahrlich genützt. Und jene können dann gemeinsam die Schleimspur des Minderwertigkeitskomplexes jener Rede aufwischen. Dazu sollte sich niemand zu schade sein.
Am 4. September wurde in Afghanistan auf Bundeswehr-Befehl ein Blutbad angerichtet: Zwei von Taliban entführte und in einem Flussbett bei Kunduz stecken gebliebene Tanklastwagen wurden durch US-Flugzeuge bombardiert, in dem Feuer-Inferno kamen über 100 Menschen, darunter zahlreiche Zivilisten um. Am 29.10.2009 nun ist ein streng geheimer NATO-Bericht über diesen Vorgang in einer einzigen gedruckten Ausgabe von Kabul nach Berlin geflogen worden. Und sofort trat Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan vor die Presse: Der Bericht habe die Vorwürfe gegen den Bundeswehr-Oberst Georg Klein entkräftet, der den Schießbefehl gab. Claudia Haydt von der Informationsstelle Militarisierung e.V. nahm dazu gegenüber rf-news Stellung: „Erstens: So lange dieser Bericht geheim ist, ist es natürlich unmöglich, darin eine Entlastung zu sehen. Und zweitens war das keine unabhängige Untersuchung: Diejenigen, die das Verbrechen begangen haben, ermitteln darüber. Das ist doch keine Entlastung.“
Veranlasst wurde die Untersuchung von Stanley McChrystal, dem Kommandeur der ISAF (Afghanistan-“Schutztruppe“ unter dem Befehl der NATO). Er verlangt für den Krieg in Afghanistan inzwischen weitere 40.000 Soldaten zusätzlich zu den 90.000 bisher eingesetzten (plus 70.000 bezahlten Söldnern!) und warnte: „Wenn es nicht gelingt, die Initiative zu gewinnen und den Schwung des Aufstands umzukehren, und zwar innerhalb von zwölf Monaten – riskieren wir, dass es nicht mehr möglich sein wird, den Aufstand zu besiegen.“ (Washington Post, 21.9.09) So einem Statthalter der Imperialisten kann tatsächlich nicht daran gelegen sein, Kriegsverbrechen der Bundeswehr, des wichtigsten Verbündeten der US-Truppen, aufzuklären, im Gegenteil: Vertuschung und Verharmlosung ist das Gebot für die imperialistischen Krieger!
Das Massaker im Kunduz hatte weltweit für Empörung gesorgt, zumal sich herausstellte, dass es bewusst herbeigeführt wurde: Die Besatzung der US-amerikanischen F-15-Jagdbomber hatte nach Informationen des „Spiegel“ Oberst Klein und seinen Fliegerleitoffizier in Kunduz gefragt, ob sie nicht erst im Tiefflug über die Tanklastwagen donnern sollten, um den Leuten dort die Gelegenheit zur Flucht zu geben. Das war von Klein aber abgelehnt worden. Er bestätigte auch mehrfach wahrheitswidrig ihre Frage, ob es dort eine akute Bedrohung gebe und die Bundeswehr Feindberührung habe. Und so warfen die Bomber ihre tödliche Fracht ab.
General Schneiderhan rechtfertigte jetzt den Einsatz mit der zunehmend instabilen Lage in Kunduz: Dort habe es von Ende April bis Anfang September 87 „sicherheitsrelevante Zwischenfälle“, Anschläge und auch Feuergefechte gegeben. Vor diesem Hintergrund sei es erforderlich, „das Spektrum der Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Sicherheit auszuweiten“ und: „Daraus folgt zwangsläufig, dass sich militärische Lagen ergeben können, die den Einsatz von tödlich wirkenden Waffen unumgänglich machen.“ ( www.bundeswehr.de , 29.10.09) Tatsächlich wird der Widerstand in dem besetzten Land immer stärker. Also grünes Licht für eine verschärfte Kriegführung der Bundeswehr? Der jetzt verabschiedete ehemalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung, der nach dem Massaker lange Zeit behauptet hatte, es seien „ausschließlich terroristische Taliban getötet worden“, setzte bei der Amtsübergabe an seinen Nachfolger Karl-Theodor zu Guttenberg am Mittwoch noch einen drauf: Soldaten, die im Auftrag Deutschlands im Ausland tätig seien, dürften nicht mit staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen konfrontiert werden (spiegel-online, 29.10.). Ist das etwas anderes als ein Freibrief für Mord und Totschlag?
Dass gestern nicht der neue Verteidigungsminister zu Guttenberg zu dem Massenmord in Kunduz Stellung nahm, sondern dies seinem Generalinspekteur Schneiderhan überließ, spricht Bände: Zu Guttenberg wurde als angeblich „beliebtester Minister“ der alten Regierung auf den Posten des Verteidigungsministers geschoben, um das Ansehen der Bundeswehr aufzuwerten und die Bevölkerung, v.a. die Jugend, für zunehmende Auslandeinsätze zu gewinnen. Eine Rechtfertigung des Kunduz-Massakers hätte das strahlende Bild des Barons zu früh befleckt. Denn die Bundesregierung steht in Bezug auf ihre Afghanistan-Politik mit dem Rücken zur Wand: 69 Prozent der Bevölkerung sind gegen diesen Kriegseinsatz und weltweit wächst derzeit wieder der Protest dagegen. Erst am 26. demonstrierten in London 10.000 Kriegsgegner. Die Bundeswehr und alle fremden Truppen müssen raus aus Afghanistan!
In der Sonntagsausgabe der New York Times widmet der aussenpolitische Chefkommentator der Zeitung, Thomas L. Friedman, seine gesamte Kolumne einer grotesken Lobhudelei der Rolle des amerikanischen Militaers. Er stellt sie als humanitaere und befreiende Kraft dar, vor allem in Afghanistan und im Irak.
Aus Anlass des an Barack Obama verliehenen Friedensnobelpreises schlaegt er dem amerikanischen Praesidenten vor, im Dezember nach Oslo zu fahren, den Preis fuer sich selbst abzulehnen und zu erklaeren: „Ich werde ihn im Namen der wichtigsten Friedensmacht des vergangenen Jahrhunderts akzeptieren, der Maenner und Frauen der amerikanischen Armee, Marine, Air Force und des Marine Corps.“
Aufgezaehlt werden Einsaetze des amerikanischen Militaers, zum Beispiel die Landung in der Normandie im Juni 1944, die Luftbruecke nach Berlin 1948, die Stationierung amerikanischer Truppen in Europa im Kalten Krieg, die Truppenpraesenz in Suedkorea und die noch andauernden Operationen im Irak und in Afghanistan. Schon allein die Laenge der Liste sollte jedem Leser zu Denken geben. Kein zweites Land braucht eine ganze Zeitungsseite, um seine Militaereinsaetze der letzten siebzig Jahre aufzuzaehlen.
Diese Darstellung des „vergangenen Jahrhunderts“ ist ausserdem recht selektiv. Es werden mehr amerikanische Kriege ausgelassen, als aufgezaehlt. Auf der Liste fehlen der Koreakrieg, der Vietnamkrieg und der erste Golfkrieg. Nicht erwaehnt werden auch die Dutzenden militaerischen Interventionen der USA in Mittelamerika und der Karibik. Auch die Rolle des amerikanischen Militaers, paramilitaerischer Kraefte und Geheimdienste beim Sturz von Regierungen, der Unterdrueckung von Volksaufstaenden und der Errichtung von Diktaturen in aller Welt wird nicht erwahnt.
Eine (sicher unvollstaendige) Chronik der Verbrechen der USA-Aussenpolitik in der 2. Haelfte des 20. Jahrhunderts
Doch selbst bei den Kriegen, die Friedman aufzaehlt, ist seine Darstellung einseitig und falsch. Er schreibt ueber die Normandie und die Befreiung von Buchenwald, aber nicht ueber Hiroshima und Nagasaki, und auch nicht ueber die Bombenteppiche und Feuerstuerme von Tokio, Dresden und Hamburg. Er bezeichnet die heutigen amerikanischen Kraefte im Irak und in Afghanistan als „Friedenstruppen“, ohne die Blutbaeder zu erwaehnen, die die Invasion und Eroberung dieser Laender begleiteten.
In einer besonders zynischen Passage fordert er Obama auf, ein Loblied auf „die amerikanischen Soldaten zu singen, die jetzt an den Aussenposten der afghanischen Berge und Wuesten Wache stehen, um dem Land, und besonders seinen Frauen und Maedchen, ein anstaendiges Leben, frei vom religioesen Totalitarismus der Taliban, zu ermoeglichen“. Tausende afghanische Frauen und Kinder sind von amerikanischen Geschossen und Bomben verbrannt, zerrissen und verstuemmelt worden, aber das wird wahrscheinlich fuer ihre „Befreiung“ von religioeser Unterdrueckung als geringer Preis betrachtet.
Ausserdem ist doch nicht zu leugnen, dass das Taliban-Regime selbst das direkte Produkt einer frueheren amerikanischen Intervention ist. Damals wurden weltweit islamische Fundamentalisten, darunter Osama bin Laden, mit Hilfe der CIA mobilisiert, um gegen die sowjetische Armee in Afghanistan zu kaempfen. Unbeachtet und gaenzlich unerwaehnt bleibt die Unterdrueckung der Frauen, wenn es sich um Laender wie Saudi-Arabien handelt, die mit den USA verbuendet sind.
Es wird versucht, den amerikanischen Imperialismus in „demokratische und humanitaere“ Gewaender zu kleiden. Dabei ist die Unterschlagung von Vietnam besonders entlarvend. Vietnam war der Krieg der Liberalen, er wurde von den Demokratischen Regierungen Kennedys und Johnsons begonnen und im Namen der Verteidigung der „Freien Welt“ gegen „kommunistische Aggression“ gefuehrt. In Wirklichkeit loesten die USA Frankreich als Kolonialmacht ab und versuchten, den Widerstand des vietnamesischen Volkes gegen nationale Unterdrueckung und Semi-Kolonialismus zu brechen.
Die Graeueltaten des Vietnamkriegs – Bombenteppiche, Napalm und Agent Orange, „Feuer-frei-Zonen“, Massaker wie in My Lai, die Unterstuetzung einer ruecksichtslosen und korrupten Diktatur in Suedvietnam – diese Erfahrung diskreditierte die Politik des amerikanischen Liberalismus im Kalten Krieg und radikalisierte eine ganze Generation, nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern auf der ganzen Welt.
Diese Kolumne ist ein Versuch, das „Vietnam-Syndrom“ zu ueberwinden und amerikanischen Militaeraktionen eine demokratische Fassade zu verpassen. Aber Vietnam war keine Ausnahme. Es war das Muster fuer die aktuellen Kriege im Irak und in Afghanistan. Die historische Bilanz fuehrt exakt zum Gegenteil der von Friedman praesentierten demokratischen und humanitaeren Rolle des amerikanischen Militaers. Vietnam, Korea, Irak, Lateinamerika – die Opfer gehen in die Millionen. In dem halben Jahrhundert seit Hitler und Stalin hat keine Institution mehr Menschen durch Krieg und Barbarei umgebracht als die Regierung der Vereinigten Staaten und ihr Militaer- und Geheimdienstapparat.
Wie die US-Strategie in der vorletzten Phase des Vietnam-Kriegs
Berliner Regierungskreise ziehen zur Ausweitung des Krieges in Afghanistan eine weitere Aufstockung der deutschen Besatzungstruppen in Betracht. Dies berichtet der Deutschlandfunk. Demnach soll die Obergrenze der am Hindukusch operierenden deutschen Militärs bei der Verlängerung des Mandats, das in zehn Wochen abläuft, auf 7.000 erhöht werden. Die Meldung wird offiziell nicht bestätigt; Regierungspolitiker räumen jedoch öffentlich Gespräche über eine beträchtliche Erhöhung der Truppenstärke ein. Gleichzeitig wurde bekannt, dass der für das Massaker von Kunduz verantwortliche Oberst vermutlich vor Gericht gestellt und verurteilt wird.
Erst vor wenigen Tagen hat die Bundeswehr den Probebetrieb des neuen Transportpanzers „Boxer“ aufgenommen, der ab dem kommenden Jahr auch in Afghanistan eingesetzt werden kann und den Besatzern eine flexiblere Kriegführung ermöglicht. Die Aufrüstungsbestrebungen gehen mit einer Eskalation der Spannungen auch im deutschen Besatzungsgebiet einher, die inzwischen selbst die afghanischen Parteigänger des Westens entzweien und das Land in totales Chaos zu stürzen drohen. Die USA kündigen zusätzlich an, ihre Drohnenangriffe auf pakistanisches Territorium auszuweiten und eine weitere Stadt unter Beschuss zu nehmen: Quetta in der Provinz Belutschistan. Der zentralasiatische Flächenbrand, der schon innerhalb der afghanischen Grenzen längst nicht mehr zu kontrollieren ist, weitet sich aus. Parallelen zur früheren Kriegführung in Vietnam, Kambodscha und Laos sind offenkundig.
Mehr Soldaten
Berliner Regierungskreise ziehen eine Aufstockung der deutschen Besatzungstruppen in Afghanistan auf 7.000 Soldaten in Betracht. Dies berichtet der Deutschlandfunk. Demnach könnte die Obergrenze für das deutsche Kontingent im Zuge der Mandatsverlängerung um 2.500 Soldaten angehoben werden.[1] Das Mandat läuft am 13. Dezember ab. Die erneute Aufstockung soll den deutschen Militärs eine schlagkräftigere Kriegführung ermöglichen und zugleich den Handlungsspielraum der Bundesregierung auf der angekündigten internationalen Afghanistan-Konferenz vergrößern, die demnach nicht, wie ursprünglich geplant, bereits im Dezember, sondern erst im Februar oder März 2010 stattfinden wird. Offiziell werden die Pläne nicht bestätigt. Allerdings räumen Regierungspolitiker ein, über eine deutliche Erhöhung der Truppenstärke nachzudenken.
Stärkeres Kriegsgerät
Um die künftige Kriegführung zu intensivieren, beginnt die Bundeswehr in diesen Tagen außerdem mit dem Probebetrieb eines neuen Transportpanzers. Der „Boxer“ ist mit Keramikplatten sowie Spezialfasermatten besser als die derzeit genutzten Bundeswehrfahrzeuge gegen Minen geschützt und daher für den Einsatz in Afghanistan besonders geeignet. Die ersten 36 von insgesamt 272 Exemplaren sollen bereits nächstes Jahr ausgeliefert werden. Das Gerät erreicht bei einer Reichweite von 1.000 Kilometern eine Geschwindigkeit von mehr als 100 Stundenkilometern und wird damit die deutsche Militärlogistik am Hindukusch erheblich verbessern. Die „Boxer“, für die das Bundesverteidigungsministerium 743,5 Millionen Euro zahlen muss, verfügen zudem über austauschbare Aufbauten: Binnen nur einer Stunde lassen sie sich vom Sanitätspanzer in eine rollende Leitstelle oder auch einen Kampfwagen mit 30-Millimeter-Kanone verwandeln.[2]
Totales Chaos
Die Truppenaufstockung und die Aufrüstungsprojekte gelten einem Gebiet, das über Jahre im Vergleich zum afghanischen Süden und Osten als einigermaßen ruhig galt, in jüngster Zeit aber dramatisch anschwellende Auseinandersetzungen erlebt. Dies betrifft nicht nur die Aufstände, die an Intensität zunehmen und immer größere Teile Nordafghanistans erfassen, sondern auch die afghanischen Parteigänger des Westens. So sind der aus dem Norden kommende Präsidentschaftskandidat Abdullah Abdullah und der ihm verbundene Gouverneur der Nordprovinz Balkh (Hauptstadt: Mazar-e-Sharif) nicht nur mit Präsident Karzai verfeindet, sondern inzwischen auch mit dessen neuem Parteigänger Mohammad Fahim, der ebenfalls aus dem Norden des Landes stammt. Der Streit ist zur Blutfehde eskaliert und hat zahlreiche Gewalttaten verursacht, unter denen die Bevölkerung Nordafghanistans leidet. Selbst ein Übergang zu bürgerkriegsähnlichen Kämpfen zwischen den beiden Fraktionen kann nicht mehr ausgeschlossen werden: Abdullah hat bereits verlauten lassen, er denke daran, Unruhen anzuzetteln, sollte seine Wahlanfechtung nicht zum Erfolg führen.[3] Das Gebiet ist auf dem Weg ins vollkommene Chaos.[4]
Undenkbar
Ungeachtet der überall zunehmenden Auseinandersetzungen kündigen die Vereinigten Staaten jetzt eine Ausweitung ihrer Drohnenangriffe auf pakistanischem Territorium an. Hatte Washington diese Attacken, die für zahlreiche zivile Tote verantwortlich sind, bislang auf die North West Frontier Province beschränkt, so sollen künftig auch Ziele in der Provinz Belutschistan bombardiert werden, insbesondere in der Stadt Quetta. In London, das als ehemalige Kolonialmacht beträchtliche Erfahrung mit Kriegen in Südasien hat, werden die Folgen eines solchen Bombardements als „undenkbar“ bezeichnet. Offene Unruhen könnten nicht länger ausgeschlossen werden. Als Motiv für die Pläne wird in Washington genannt, dass Aufständische aus Afghanistan in Quetta Unterschlupf finden; man werde womöglich auch Sonderkommandos nach Belutschistan schicken, ist in der US-Hauptstadt zu hören. Galt es lange als offenes Geheimnis, dass Aufständische aus Afghanistan tatsächlich in Quetta anzutreffen waren, heißt es heute in Geheimdienstkreisen, diese hätten sich längst nach Karachi begeben, eine 13-Millionen-Einwohner-Stadt im Süden Pakistans, die als gänzlich unkontrollierbar gilt. Umfangreichere US-Operationen in Karachi – die nächste denkbare Eskalationsstufe – könnten gänzlich unabsehbare Aufstände auslösen.[5]
Potenzierte Brutalität
Die westliche Praxis, den Krieg ständig auszuweiten und zugleich sein nahes Ende anzukündigen, ähnelt der US-Strategie während des Vietnam-Krieges in seiner vorletzten Phase. Als in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre absehbar wurde, dass ein Sieg über die Aufstandsbewegungen in ihren eigentlichen Kerngebieten unmöglich war, überzog das westliche Militär die Nachbarländer mit Subversionsattacken und offenen Bombardements. Zur Begründung wurde angeführt, man müsse die Rückzugs- und Versorgungsgebiete des Gegners in Kambodscha und Laos treffen. Die Aufblähung des Aggressionsapparats, in den auch Bundesbürger integriert waren, potenzierte die Brutalität der westlichen Kriegshandlungen, ohne die Stärke des Gegners brechen zu können. Da sich dessen Partisanen- und Guerillatätigkeit auf zivile Sympathisanten stützte, bedrohte jede ausländische Truppenaufstockung immer neue Bevölkerungskreise.
Blut und Tränen
Zuletzt zielte die US-Strategie nicht mehr auf Sieg über den Gegner, sondern auf Gesichtswahrung an der Heimatfront. Eine Politik der verbrannten Erde, der zehntausende Vietnamesen zum Opfer fielen, sollte den Rückzug einleiten und für den Anschein von Stärke sorgen. An diesem Punkt sind auch die heutigen NATO-Strategen angelangt. Mit der bevorstehenden Kontingenterhöhung der Bundeswehrtruppen ist die amtierende Regierung aus SPD und CDU/CSU als europäische Vorreiterin tätig und leitet die letzte Kriegsphase ein: Blut und Tränen. (PK)
Weitere Berichte über die Entwicklung der deutschen Afghanistan-Politik finden Sie bei www.german-foreign-policy.com, wo dieser Artikel bereits erschien: Vormarsch auf Kabul, Afghanistan sagt Danke, Kriegsabstimmung, Partner ohne Uniform, Hilfsgeld-Empfänger, Kriegsgebiet Südwestasien, Das Jahr der Entscheidung, Warlords, Krieg ist Frieden, Die Bomben von Kunduz, Killerteams und Verloren.
[1] Berlin will angeblich Afghanistan-Kontingent aufstocken; AFP 01.10.2009
[2] Rheinmetall liefert „Boxer“ aus; Rheinische Post 23.09.2009
[3] s. dazu Warlords
[4] Blood and thunder in embattled Balkh; Asia Times Online 23.09.2009
[5] US threatens airstrikes in Pakistan; The Sunday Times 27.09.2009
Die Zeitung „junge Welt“ hat sich in ihrer heutigen Online-Ausgabe mit den Differenzen unter den US-Verbündeten beim Afghanistan-Krieg befasst. Der Verfasser des Artikels „Kofferpacken in Kabul“ weist auf die herrschende Aufbruchstimmung unter den Verbündeten zum achten Jahrestag des Beginns der NATO-Intervention in Afghanistan und schreibt: Das niederländische Parlament beschloß am Dienstagabend mit großer Mehrheit, den Truppeneinsatz am Hindukusch nicht über das Jahr 2010 hinaus zu verlängern. Zwei der drei Parteien, die die Regierungskoalition tragen, stimmten gemeinsam mit der Opposition für den Abzug. Nur die Christdemokraten von Ministerpräsident Jan-Peter Balkenende wollen weiter ausharren. Da die Parlamentsresolution für die Regierung nicht bindend ist, bleibt abzuwarten, ob Balkenende ihr folgen wird. Die Niederlande sind in Afghanistan mit 1400 Soldaten vertreten, die im Süden des Landes regelmäßig an Kampfeinsätzen teilnehmen.
Die kanadische Regierung will auf jeden Fall an dem schon früher gefaßten Entschluß festhalten, ihr Kontingent bis zum Jahresende 2011 abzuziehen. Die 2500 Soldaten sind überwiegend in der Provinz Kandahar stationiert. Seit Beginn der Intervention vor acht Jahren kamen mehr als 130 Kanadier ums Leben.
In London hält der Streit zwischen der Labour-Regierung und den Militärs um eine von diesen geforderte Truppenverstärkung an. General David Richards, der neue Chef der Streitkräfte, will das britische Kontingent von derzeit 9000 Soldaten um mindestens 1000 verstärken. Die Briten operieren vor allem in der südafghanischen Provinz Helmand und haben bisher schon mindestens 200 Soldaten verloren. Die Stimmung in der Bevölkerung ist eindeutig gegen eine weitere Beteiligung am Interventionskrieg. Nur noch 37 Prozent unterstützen ihn, während 56 Prozent einen Abzug befürworten.
Selbst in den USA ist die Zustimmung zum Krieg mit 39 Prozent auf einem Tiefpunkt angekommen. 58 Prozent sind gegen eine Fortsetzung der Militärintervention. Auch unter den Anhängern der Republikaner, die immer noch mehrheitlich den Krieg unterstützen, hat die Begeisterung in den letzten zwei Wochen um acht Prozentpunkte abgenommen. Gleichwohl berät US-Präsident Barack Obama mit Kongreßmitgliedern und Spitzenmilitärs eine massive Truppenaufstockung.
In Deutschland lehnt die Mehrheit der Bevölkerung die Teilnahme der Bundeswehr an der Intervention schon seit deren Beginn ab. Trotzdem wird die Kriegskoalition im Bundestag, bestehend aus CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen, voraussichtlich im November nicht nur eine Verlängerung des Mandats, sondern auch eine Erhöhung der Truppenstärke von 4500 auf 7000 abnicken. Die stupide Open-end-Floskel, deutsche Soldaten müßten »so lange wie nötig« in Afghanistan bleiben, ersetzt hier immer noch eine dringend notwendige Diskussion, die in den meisten anderen NATO-Ländern längst in Gang gekommen ist.
Unterdessen hat die Taliban-Führung den achten Jahrestag des Kriegsbeginns am Mittwoch zum Anlaß für ein deutliches Friedensangebot an die Interventionsstaaten genommen. »Wir hatten und haben nicht die Absicht, irgendwelchen Staaten der Welt, einschließlich Europas, Schaden zuzufügen«, heißt es auf den Internetseiten der Aufständischen. »Unser Ziel ist die Unabhängigkeit unseres Landes.« Zugleich werden die USA und Europa jedoch gewarnt: »Solltet ihr weiterhin das Land der stolzen und gläubigen Afghanen unter dem Vorwand eines Kriegs gegen den Terror kolonialisieren wollen, so solltet ihr wissen, daß unsere Beharrlichkeit nur zunehmen wird und daß wir zu einem langen Krieg bereit sind.«
So war die Beteiligung in einzelnen Provinzen offenbar bis zu drei Mal so gering wie von der offiziellen Wahlkommission angegeben.
In der Provinz Kandahar etwa seien wahrscheinlich weniger als 100′000 Stimmen abgegeben worden anstelle der 242′000 gezählten Stimmzettel, von denen angeblich mehr als 220′000 für Amtsinhaber Hamid Karzai ausfielen.
Dies geht aus einer UN-Statistik hervor, die die Nachrichtenagentur AP einsehen konnte. Im Wahlbezirk Paktika wurden demnach von der Kommission 193′000 Stimmen für Karzai gezählt, obwohl nach UN-Prüfungen lediglich rund 35′000 Zettel abgegeben worden sind.
Nachgezählt werden lediglich die Ergebnisse aus den Bezirken, in denen die Beteiligung bei der Wahl am 20. August angeblich bei 100 Prozent gelegen hat oder in denen einer der Kandidaten mehr als 95 Prozent der Stimmen erhalten haben soll. Nach vorläufigen Auszählungsergebnissen erreichte Karzai im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit. Mit der Verkündung des amtlichen Endergebnisses wird kommende Woche gerechnet.
Am 11. 9. 2001 haben Al Quaida-Terroristen zwei Passagierflugzeuge in die Twin-Towers des World Trade Centers in New York gesteuert und so über 3.000 Menschen ermordet. Die hoch komplexe Terroraktion wurde in den USA und Europa – nicht zuletzt in Deutschland – vorbereitet und in den USA ausgeführt.
Knapp einen Monat später vor acht Jahren am 7. 10. 2001 begann vorwiegend die US-Armee im Bund mit Warlords und Opium-Baronen aus dem nicht-paschtunischen Norden Afghanistans den Krieg gegen die Taliban-Regierung in Kabul und stürzte diese schnell. Zur Erinnerung: Die Taliban, rigorose Islamisten, die sich vorwiegend auf das Mehrheitsvolk der Paschtunen stützen, waren zuvor mit Hilfe des pakistanischen Geheimdienstes, gefördert durch die USA, an die Macht gekommen.
Inzwischen spielen die simplen Ausbildungsstätten von Al Quaida und die Organisation selbst in Afghanistan nur noch eine bescheidene Rolle. Der westliche Interventionskrieg wird vorwiegend gegen den afghanischen Widerstand geführt, der in unserer Medien unzutreffender Weise unter dem Sammelbegriff Taliban abgehandelt wird.
Es sind viele unterschiedliche Gruppierungen, die den Widerstand tragen. Schließlich
wird Afghanistan seit nunmehr fast 200 Jahren von den Kolonialmächten England und Russland, im Ost-West-Konflikt von grausamen Stellvertreterkriegen und nun erneut von USA und NATO mit Krieg überzogen. Nicht zuletzt deshalb ist Afghanistan eines der ärmsten Länder der Erde. Viele Menschen dort hungern.
Müllers fragen sich zu Recht, wie übrigens auch viele Generäle, was ist eigentlich das Ziel dieses Krieges?
Was hat er noch mit dem Angriff auf die Twin-Towers zu tun? Wird am Hindukusch tatsächlich unsere Freiheit verteidigt, wie ein ehemaliger deutscher Kriegsminister behauptete, während der deutsche Innenminister tatkräftig an der Einschränkung von Freiheitsrechten in Deutschland arbeitete? Führen wir wirklich diesen Krieg, um Afghanistan Demokratie zu bringen? Dazu arbeitet der Westen mit den vielen korrupten Warlords und Opiumbaronen zusammen, die in Kabul in gut gesicherten Supervillen wohnen und Regierungsämter bekleiden, aber sicher nichts mit Demokratie im Sinne haben. Müllers – und über 60% der Deutschen können das nicht begreifen – zu Recht! Die massiven Fälschungen bei den aktuellen Präsidentenwahlen werfen erneut ein Schlaglicht auf die Haltlosigkeit der westlichen Kriegsbegründung.
Was Müllers nicht wissen
Die Kriegspläne gegen Afghanistan waren längst vor dem 11.9.2001 in den USA ausgearbeitet worden.
Auch vor dem 11.9.2001 hatte man aus den USA den Taliban Verträge für den Bau von Pipelines vorgelegt. Diese erschienen der Regierung in Kabul so ungünstig, dass sie ablehnte. Daraufhin sollen hohe US-Repräsentanten gedroht haben: Ihr könnt einen Teppich aus Geld bekommen, oder einen Bombenteppich.
Der mörderische Angriff auf die Twin-Towers ließ dann den westlichen Angriffskrieg auf Afghanistan für so manche berechtigt erscheinen, obwohl Kabul bereit war, Osama Bin Laden, das Oberhaupt von Al-Quaida, an ein internationales Gericht auszuliefern. Washington lehnte ab und forderte eine Auslieferung an die USA.
Doch Müllers verstehen noch immer nicht, warum die NATO dort weiter bombt
Die Doppelmoral des Westen ist in ihrer Absurdität und antidemokratischer Vorgehensweise nicht mehr zu überbieten. Obwohl über eine Million Stimmen oder ein Drittel zugunsten Karzei gefälscht sind, hat die Obama-Regierung entschieden, der amtierende Präsident wird weitere fünf Jahre in Afghanistan im Amt bleiben, egal was die Untersuchung in die Wahlfälschung ergibt.
800 Wahllokale existierten nur auf dem Papier und die Urnen wurden massiv mit Stimmzettel für Karzai von Beginn an vollgestopft. Die Wahl in Afghanistan ist eine Farce, ein Witz. Diese von den NATO-Ländern veranstalteter eklatante Wahlbetrug lässt die kürzlich so kritisierten Wahlen im Iran wie eine mustergültige demokratische Abstimmung aussehen.
Und wo sind die Medien und die Politiker, die sich über den Iran so echauffiert haben? Wo sieht man „Where is my vote?“ jetzt? Kein Protest ist über den Wahlbetrug in Afghanistan zu hören. Damit ist bewiesen, es kommt immer darauf an wer etwas macht.
Wenn die westlichen Marionetten die Wahlen fälschen, dann ist das schon in Ordnung, genau so wie ja Sadddam Hussein ein guter Diktator war, solange er im Namen des Westens gegen den Iran Krieg führte … acht Jahre lang mit Millionen von Toten. Ja das Giftgas wurde ihm vom Westen sogar frei Haus geliefert, um es gegen die Kurden einzusetzen, die auf der Seite des Iran kämpften. Nur als er „frech“ wurde, die Befehle aus Washington nicht mehr befolgte, wurde er plötzlich mit massiver Propaganda zum gefährlichsten Diktator der Welt umgemünzt, sogar mit Hitler verglichen und dann mit einem auf glatten Lügen basierenden Angriffskrieg plattgemacht.
Das gleiche Spiel läuft mit dem Iran und das Land wird immer unverhohlener mit Krieg bedroht. Wer ist der wirkliche Aggressor und grösste Kriegshetzer der Welt? Wer macht überall Krieg und verhindert Frieden? Doch nur der Westen. Dargestellt wird es aber völlig anders weil die Medien nicht ihren Job machen, sie haben sich verkauft und sind der Feind der Wahrheit.
Obwohl es eher so aussieht wie wenn der Rivale von Karzai, Abdullah Abdullah, in Wirklichkeit nach einer korrekten Auszählung gleichviel Stimmen erhalten hat und es deshalb eine Stichwahl geben müsste, haben sich die kriegsführenden NATO-Länder und Besatzer am vergangenen Freitag entschieden Karzai weiter regieren zu lassen, egal welche Konsequenzen es in Bezug auf seine Legitimität in der Bevölkerung haben könnte. Sie haben sogar die Frechheit zu sagen eine Stichwahl wäre wegen dem kommenden Winter aus praktischen Gründen nicht durchführbar.
Damit gegeben die NATO-Länder offen zu, die Verfassung und der Wille des afghanischen Volkes ist ihnen scheiss egal und Karzai ist ihre Marionette. Diese gestohlene Wahl wird auch noch von Obama als „Erfolg“ verkündet und widerspricht völlig seiner Aussage, nur Demokratie und Frieden den Afghanen bringen zu wollen. Was für eine duchsichtige Lachnummer.
Damit werden die Taliban noch mehr gestärkt, die sich in ihrem Widerstand gegen die Eindringlinge auf diese Wahlfälschung jetzt berufen können und in der afghanischen Bevölkerung berechtigterweise noch mehr Unterstützung und Zulauf bekommen.
Wenn der Westen kriminelle Handlungen begeht ist das schon alles in Ordnung, das darf man dann nicht so eng sehen, ist ja nur für einen „guten Zweck“, ja der Zweck heiligt jedes verbrecherische Mittel.
- Wenn der Westen eine Militärputsch in Honduras veranstaltet und den demokratisch gewählten Präsidenten verjagt, dann ist das OK.
- Wenn Israel Atomwaffen hat, den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet und keine UNO-Inspektionen in seine Atomanlagen zulässt, dann ist das OK.
- Wenn in Pittsburgh beim G20-Gipfel massive Polizeikräfte und sogar Militäreinheiten mit Gewalt gegen friedliche Demonstranten vorgehen, ja sogar neue Schallkanonen gegen die Zivilbevölkerung einsetzen, dann ist das OK.
- Wenn der Westen Länder überfällt, Hunderttausende ja sogar Millionen von Zivilisten mit Bomben ermordet, Uranmunition verschiesst, ganze Landstriche radioaktiv verseucht, dann ist das OK.
- Wenn im Westen die jeweiligen Verfassungen zerstört, die Freiheitsrechte eingeschränkt und Polizeistaatsmethoden einsetzt und jeder als Terrorist verdächtigt und behandelt wird, dann ist das OK.
- Wenn eine westliche Marionette wie Sackarschwilli einen Krieg gegen eine Provinz die ihre Unabhängigkeit will vom Zaun bricht und dabei Tausende Zivilisten tötet, dann ist das OK.
- Wenn Israel tausende Tonnen Bomben in das am dichtesten besiedelte Gebiete der Welt in Gaza rein wirft und dabei Moscheen, Schulen, Spitäler und tausende Wohnhäuser zerstört und Zivilisten, Frauen und Kinder ermordet, dann ist das OK.
- Wenn Soldaten der NATO oder befreundeter Staaten Kriegsverbrechen begehen, Völkermord betreiben, bewusst Zivilisten angreifen und Tausende töten, dann ist das OK.
- Und wenn in ihren Protektoraten massiver Wahlbetrug stattfindet, dann ist das auch OK.
Es kommt immer darauf an wer etwas macht und wie es dann von den Lügenmedien verkauft wird. Es bewahrheitet sich der Spruch, wenn zwei das gleiche tun ist es nicht das selbe.
Wir haben jeden Anstand verloren, keinerlei Berechtigung mehr irgend jemand auf diesem Planeten unsere perverse Lebensweise aufzudrängen. Diese Doppelmoral und Heuchelei, diese Arroganz und Überheblichkeit wie sich der Westen gegenüber dem Rest der Welt verhält ist zum Kotzen und wird eines Tages auf uns alle zurückkommen.





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