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Alle Völker sind gegenüber Palästina verantwortlich, alle Regierungen ebenso, ob muslimische oder nicht-muslimische.
Die Palästinakrise ist seit 1948 ein vorrangiges Thema insbesondere für die Islamische Welt. Das zionistische Regime und seine westlichen Unterstützer versuchen die Palästinakrise als abgeschlossenes Kapitel hinzustellen. Aber wegen der Freiheitskämpfe der Palästinenser und der Unterstützung der muslimischen Weltgemeinde für sie bildet die Palästinafrage weiterhin ein wichtigstes Problem in der Islamischen Welt und gemäß Ayatollah Khamenei ist heute für die Muslime nichts so wichtig wie diese Angelegenheit. Er sagt: „Es ist das größte Unheil, welches in den letzten Epochen über alle Muslime kam, dass die Feinde der Islamischen Welt einen Teil der Heimat der Muslime in einen Schützengraben zur Bekämpfung der Forderungen und Bewegungen der Muslime und zum Angriff auf ihre Reihen verwandelt haben.“
Der Militärangriff des zionistischen Regimes auf die Flottille mit Hilfsgütern für die Bevölkerung in Gaza, machte die Weltbevölkerung mehr als zuvor auf die Palästinafrage aufmerksam. Bei diesem Angriff in den internationalen Gewässern wurden 19 Menschenrechtsaktivisten zu Märtyrern und Dutzende weitere verletzt. Ayatollah Khamenei unterstrich in einer Botschaft, dass diese Menschenrechtsaktivisten die Weltöffentlichkeit vertreten und fuhr fort: „Dieser verbrecherische Angriff muss allen bewiesen haben, dass der Zionismus eine neue und brutalere Form des Faschismus ist, welcher diesmal seitens der Regierungen, die sich Verfechter der Freiheit und der Menschenrechte nennen, ihnen vorangestellt die USA, unterstützt wurde.“
Die Krise im Gazastreifen begann, als die Hamas – die islamische Widerstandsbewegung Palästinas bei den Parlamentswahlen der Autonomiebehörde im Januar 2006 siegte. Das zionistische Regime und seine westlichen Unterstützer intensivierten sofort den Druck auf die Hamas. Sie beschlossen schließlich eine vollständige Wirtschaftsblockade gegen das kleine Gebiet des Gazastreifens. Ayatollah Khamenei weist darauf hin, dass seit drei Jahren die Versorgung von anderthalb Millionen Menschen mit Arznei und Nahrung, mit Wasser und Strom behindert wird und man kein Baumaterial zum Wiederaufbau nach dem Gaza-Krieg in dieses Gebiet hereinlässt. Er verurteilt dieses erbarmungslose Verhalten und bedauert, dass einige arabische Staaten dazu beisteuern.
Der Angriff des zionistischen Regimes auf den Gazastreifen gegen Ende 2008 stieß auf den tapferen Widerstand der palästinensischen Bevölkerung und Kämpfer. Tel Aviv musste ihn nach 22 Tagen einstellen. Ajatollah Khamenei sagt über die Standhaftigkeit der Bevölkerung von Gaza: „ Die palästinensische Bevölkerung, und die Bevölkerung von Gaza haben sich wirklich in der Geschichte als eines der standhaftesten Völker einen Namen gemacht. „ Das Oberhaupt der Islamischen Revolution betonte, dass die Gaza-Frage keine Frage eines Landes ist, sondern eine Frage, welche die ganze Menschheit angeht und an der sich abzeichnet, wer den menschlichen Grundsätzen getreu bleibt und wer gegen sie ist. In seiner Botschaft an den legalen Premierminister der Palästinenser Honija sagte Ajatollah Khamenei: „Euer Dschihad hat bislang die USA , das zionistische Regime und seine Unterstützer und die UNO und Heuchler aus der muslimischen Weltgemeinde entlarvt.“ Mit diesen Heuchlern unter den Muslimen meint er einige arabische Staaten, die nach außen hin eine Unterstützung der Palästinenser vortäuschen und in Wirklichkeit Verrat an ihnen begehen.
In seiner Botschaft anlässlich der jüngsten faschistischen Tat des zionistischen Regime in Form des Angriffes auf die Hilfsflottille hat er diese schlimme Tat als Zeichen für die Verwirrung und Hilflosigkeit des zionistischen Regimes gedeutet In den Ansprachen zum Teheraner Freitagsgebet am 4.6.2010 führte er den blutigen Angriff auf die Menschenrechtsaktivitäten auf den barbarischen Charakter des zionistischen Regimes zurück und sagte: „Dieser Vandalismus ist genau die Tatsache, gegen welche die Islamische Republik Iran 30 Jahre lang ihre Stimme erhebt, aber die verlogenen und heuchlerischen westlichen Mächte stellten sich blind und taub. Heute ist alle Welt mit eigenen Augen Zeuge, wie barbarisch die Natur der Zionisten ist.“
Das Oberhaupt der Islamischen Revolution verwies auch noch darauf, dass nach göttlichem Gesetz die Unterdrücker am Ende ihrer schändlichen Ära mit eigenen Händen ihr Grab schaufeln. In diesem Zusammenhang verweist er auf die Angriffe auf Libanon und dann auf Gaza, die zum Staatsterrorismus der Zionisten gehörten und sie ihrem Untergang näher brachten. Er sagte, der Angriff auf die internationale Hilfsflottille in den freien Gewässern des Mittelmeers sei auch wieder eine Wahnsinnstat dieser Art gewesen.
Die empörte Reaktion der Völker und vieler Regierungen auf den Mord an den Menschenrechtsaktivsten auf der Hilfsflotte für Gaza, führt besonders deutlich die verbrecherische verachtende Natur des zionistischen Regimes vor Augen.
Ajatollah Khamenei, der Führende der Islamischen Revolution unterstreicht die Fortsetzung der Entsendung von Schiffen mit Hilfen an Gaza und sagt: „Die wertvolle symbolhafte Entsendung einer Freiheitsflotte nach Gaza muss in vielfältigen Formen und Arten wieder und wieder geschehen. Das brutale zionistische Regime und seine Unterstützer, vor allem die USA und England, müssen sich mit der unbezwingbaren Macht der Entschlossenheit und Wachsamkeit des öffentlichen Gewissens auf der Welt konfrontiert sehen und fühlen.“ Es haben sich mehrere Länder, darunter auch Iran, bereit erklärt Schiffe mit Nahrungs- und Arzneihilfen an die unterdrückte Bevölkerung in Gaza zu verschicken und es hat eine große Welle des Protestes gegen das zionistische Regime eingesetzt. Einige Tage nach dem Angriff auf die Hilfsfrottille für Gaza, begab sich ein weiteres Schiff mit Hilfsgütern für die Palästinenser auf den Weg und wurde von der zionistischen Armee gestoppt.
Ajatollah Khamenei sieht die Befreiung Palästinas in dem Widerstand gegenüber den zionistischen Besatzern. In Libanon und Palästina hat der Widerstand beachtliche Resultate geliefert und das zionistische Regime verwundbarer denn je gemacht. Ajatollah Khamenei unterstreicht, der Kampf ist der einzige Weg zur Rettung Palästinas. Das Oberhaupt der Islamischen Revolution spornt die Muslime an, dem palästinensischen Volk zu helfen und sagt: „Die Verteidigung des Islamischen Aufstandes in Palästina ist eine konkrete Pflicht. Sie ist Sinnbild für einen Dschihad der Verteidigung und alle Islamischen Gruppen unterstreichen dies.“
Ajatollah Khamenei hat es erneut als Pflicht aller freiheitsliebenden Menschen bezeichnet, der Bevölkerung von Palästina zu helfen und betont: „ Alle Völker sind gegenüber Palästina verantwortlich, alle Regierungen ebenso, ob muslimische oder nicht-muslimische. Jede Regierung, die behauptet die Menschlichkeit zu verteidigen, ist verantwortlich. Aber die Verantwortung der Muslime ist größer.“
Aus der Sicht des Revolutionsoberhauptes ist das Vertrauen in Gott eine Garantie für den Sieg und die Befreiung der palästinensischen Nation sowie Voraussetzung für jeden Kampf. Der Sieg der Islamischen Revolution und die Erfolge des islamischen Widerstandes Libanons und der palästinensischen Bevölkerung sind drei Beispiele für den Erfolg eines Kampfes aufgrund des Gottvertrauens.
Ajatollah Khamenei gibt den Palästinensern Zuversicht, dass ihnen eine gute Zukunft beschert sein wird und sagt:
Palästinensische Schwestern und Brüder! Vertraut in den allmächtigen und allwissenden Gott, glaubt an eure Macht und steigert dies und seid überzeugt von eurem letztendlichen Sieg und wisset: „Gott hilft demjenigen, der Gott (der Religion Gottes) hilft und Gott ist stark und unbesiegbar.“
Nur wenige Stunden nachdem israelische Soldaten am 31. Mai 2010 neun türkische Menschenrechtsaktivisten töteten, versammelten sich spontan Tausende Israelis um den Angriff mit Slogans wie „Tötet die Araber“ zu feiern. Videoaufnahmen der Demo geben einen Einblick, wie sehr sich Teile der israelischen Gesellschaft in der Rolle des rassistischen Aggressors gefallen.
Die Demonstration mit mehreren Tausend Teilnehmern fand am Abend des 1. Juni vor der türkischen Botschaft in Tel Aviv statt, zu einem Zeitpunkt als sich Tote und Verwundete des israelischen Überfalls immer noch in der Hand der israelische Armee befanden und diese keine Informationen über deren Identität öffentlich machte. Die Videoaufnahmen geben einen Einblick in das Selbstverständnis vieler Israelis als belagerte, international geächtete Nation, die nur auf ihre eigene Stärke vertrauen kann. Konsens unter den Demonstranten scheint so z.B. die Annahme zu sein, die Besatzung des türkisches Hilfsschiffes Mavi Manara bestünde aus Terroristen. So sagt einer der Demonstranten: „Dies war eine provokante Aktion des Islamisches Jihad zusammen mit Hamas und Hisbollah.“
Die Reaktionen vieler Demonstranten werden erst verständlich, wenn man die massive Propaganda-Kampagne der israelische Armee betrachtet. So behauptete diese z.B. in israelischen Medien, dass sich 40 „Al-Qaida-Söldner“ an Bord des Schiffes befunden hätten. Zwar konnte die Armee diese Vorwürfe nicht bestätigen und nahm sie später sogar zurück, doch ignorierten die meisten israelischen Medien die spätere Richtigstellung.
Weit verbreitet unter den Demonstranten ist zudem die Gewissheit, die Aktionen der israelischen Armee wären rechtlich vollkommen legitim. So sagt einer der Demonstranten: „Was hier passierte war völlig gerechtfertigt,“ ein anderer fügt hinzu: „Ich glaube jedes Wort unserer Soldaten. Jedes Wort!“. In völliger Missachtung des völkerrechtswidrigen Charakters des Angriffes auf ein ziviles Passagierschiff, welcher neun Tote und dutzende Verletzte zur Folge hatte, beschreibt ein junger Israeli den Angriff wie folgt: „Die Soldaten kamen in Frieden mit ihren Hubschraubern […] Ja, ein Hubschrauber der Liebe, wenn sie so wollen. […] Viele türkische Männer kamen und haben sie angegriffen und wir mussten Gewalt anwenden.“
Bezug genommen wird auch zu angeblich antisemitischen Aussagen der Mavi Marmara-Besatzung. Medien weltweit berichteten über den Satz „Go back to Auschwitz“ mit dem Besatzungsmitglieder die Aufforderung der israelischen Armee das Schiff zu stoppen erwidert haben sollen. Berichtet wurde weder darüber, dass die türkische Hilfsorganisation IHH dementierte, dass dieser Satz über den Bordfunk gesendet wurde,noch über das Eingeständnis der israelischen Armee, die Audiodatei nachträglich bearbeitet zu haben. Auch die internationale Verurteilung Israels lässt sich für viele Demonstranten nicht durch die wiederholten Gewalttaten der israelischen Armee sondern nur durch weltweite antisemitische Stereotype erkläre.
Auf der Demonstration, die mittels Facebook vom rassistischen Fußballverein Betar Jerusalem organisiert wurde, kommt es es immer wieder zu anti-arabischen und anti-türkischen Ausfällen. So skandieren in mehreren Szenen hunderte Israelis den Slogan „Tod den Arabern“, einzelne Demonstranten rufen „Fuck off Turkey“ oder „Go to Hell“ in die Kamera. Mehrere Demonstranten sehen die Folgen des Angriffes sogar positiv. So kommentiert ein junger Mann: „Ich bin sehr glücklich darüber was passierte, denn es hat das Land geeint – und nicht alle Israelis [sondern] alle Juden!“
Mittlerweile liegen eine ganze Reihe von glaubwürdigen Augenzeugen und Beweisen vor: Israels Militär erschoss am 31.Mai bereits vor dem Entern des Gaza Hilfskonvois aus Helikoptern und Kriegsschiffen gezielt Passagiere und liess Verwundete anschließend sterben……………….WEITERLESEN!
Warum begrüßten sie uns nicht mit Muffins und Orangensaft?“ war die spöttische Frage meines Freundes, der den ganzen Morgen den Fernsehbericht über den Angriff auf das Hilfsschiff für Gaza verfolgt hat, bei dem neun Zivilisten ums Leben kamen und viele verwundet wurden. Wie eine Gruppe Piraten im Mittelmeer griff die israelische Marine humanitäre Hilfsschiffe in internationalen Gewässern an –und israelische Offizielle und Kommentatoren waren total überrascht, als die Passagiere sie nicht mit offenen Armen empfingen. Geht man durch die sog. Hintergrundseiten der Zeitungen – so scheint es – als ob die meisten Juden in Israel erstaunt waren.
Später hielt der Außenminister Avigdor Lieberman eine Pressekonferenz, bei der er zwei aufschlussreiche Erklärungen abgab. Erstens behauptete er, dass kein Land einer fremden Macht erlauben würde, seine souveränen Grenzen zu gefährden . Diese Behauptung jedoch deckt die Lüge bez. Israels Gazapolitik auf.
Israel muss sich ein für alle Mal entscheiden, ob es sich im August 2005 aus dem Gazastreifen zurückgezogen hat oder nicht. Wenn es dies getan hat, und der Gazastreifen ein autonomes Gebiet ist, wie Israel behauptet, dann ist der Versuch von Seiten humanitärer Schiffe, den Gazahafen zu erreichen, keine Verletzung der israelischen Souveränität. Wenn aber andrerseits Israel die Fahrt der Flotille in Gazas Hoheitsgewässer als eine Verletzung seiner eigenen souveränen Grenzen betrachtet, dann muss Israel zugeben, dass es die Herrschaft über Gaza nie aufgegeben hat. Liebermans Statement enthüllt mit andern Worten, dass Israel sich in der internationalen Arena als einmalig betrachtet, als die „nicht-souveräne Souveränität“. Wenn es ihren Interessen passt, behauptet die Regierung, es habe die Herrschaft über den Gazastreifen aufgegeben, wenn es nicht in ihrem Interesse liegt, dann behauptet sie mit Nachdruck seine Souveränität. Lieberman sollte daran denken, dass zur Souveränität Verantwortung gehört. Wenn Israel gestern Morgen tatsächlich seine Grenzen als Souverän verteidigte, dann ist Israel auch verantwortlich für das palästinensische Volk im Gazastreifen – für den Lebensunterhalt und für seine Sicherheit.
Liebermans zweite Erklärung war, Israels Militär sei die moralischste der Welt. Keine anderen Soldaten würden so rücksichtsvoll mit den Menschen an Bord der Schiffe umgehen.
Liebermann ignoriert praktisch die Tatsache, dass nach internationalem Gesetz die israelischen Soldaten sich wie Piraten verhalten haben, denn ein unbewaffnetes Schiff mit humanitärer Ladung in internationalen Gewässern zu entführen, wird als Piraterie bezeichnet.
Außerdem wird seine zweite Beobachtung durch das weniger üble Argument fundiert; das israelische Militär hätte nämlich noch brutaler sein können, ist es aber nicht gewesen. Wie die große jüdische Philosophin Hannah Arendt aufgezeigt hat: politisch ist die Schwäche des Argumentes (für weniger Übles) immer jenes gewesen, dass jene, die das geringere Übel wählten, sehr schnell vergessen, dass sie Übles gewählt haben.“
Während die Welt mit Empörung und Abscheu zur Kenntnis nehmen musste, wie Israels Regierung Hilfslieferungen für Gaza blockierte, und Aktivisten auf den Schiffen von israelischen Soldaten erschossen wurden, läuft in Israel selbst der Repressionsapparat gegen Kritiker seiner Politik und angebliche Staatsfeinde auf vollen Touren.
Der Fall Anat Kam
Wer, wie die Journalistin Anat Kam, die zur Zeit unter Ausschluss der Oeffentlichkeit vor Gericht steht, illegale Staatsgeheimnisse verrät, wie die selbst nach israelischem Recht unzulässige Ermordung von Palästinensern durch die israelische Armee, muss mit Verhaftung und langen Gefängnisstrafen rechnen. Ausserdem mit dem Beschmieren des elterlichen Hauses
Die Vorwürfe: Gefährdung der Staatssicherheit und Geheimnisverrat, Gummiparagraphen zur Vertuschung rechtswidrigen Handelns staatlicher Organe.
Der Fall Anat Kam erinnert der stark an den Fall des deutschen Journalisten Carl von Ossietzky aus der finstersten Rechtssprechung der Weimarer Republik (siehe hierzu auch den Artikel über Anat Kam).
Innerstaatliche Feinderklärung
Parallel dazu läuft die innerstaatliche Feinderklärung gegen israelische Araber, also israelische Staatsbürger palästinensischer Abstammung, nicht aus der Westbank oder aus Ost-Jerusalem, sondern aus Israel, in den Grenzen vor dem Sechstagekrieg 1967.
Beginnen wir mit deren Abgeordneten in der Knesset, dem israelischen Parlament. Dort sind sie mittlerweile täglichen Beleidigungen ausgesetzt. Und gerade wurde den Abgeordneten Mohammad Barakeh und Said Naffaa die Immunität entzogen, um sie der Strafverfolgung auszuliefern.
Der Vorwurf ist immer „Spionage“, der von dem israelischen Staatsicherheitsdienst Shin Bet offenbar nach Bedarf geliefert werden kann.
Konkreter Strafvorwurf ist in der Regel „Treffen mit einem ausländischen (feindlichen) Agenten“ ein Vorwurf, der jederzeit nach Reisen in arabische Länder, oder nach Treffen mit Vertretern solcher Länder in Drittstaaten zurechtgezimmert werden kann.
Die israelische Presse wird oft genug an der freien Berichterstattung gehindert, ein staatlicher Maulkorb, sogenannte GAG-Order, mit Verweis auf die Staatssicherheit.
Schlimmer noch: Es wurde vorgeschlagen, die Immunität für diejenigen Abgeordneten pauschal, d.h. ohne jeglichen Strafvorwurf, abzuschaffen, die angeblich Israel „hassen“ bzw. sich „abfällig über den Staat Israel äussern“.
Mit anderen Worten: Die freie Debatte im israelischen Parlament soll unterdrückt werden.
Noch rücksichtsloser wird gegen prominente palästinensische Mitglieder von israelischen regierungskritischen Nichtregierungsorganisationen (NGO’s) vorgegangen.
Letzte Opfer :
1. Ameer Makhoul, Mitglied der international angesehenen NGO Ittjah. Der wurde Anfang Mai verhaftet, sein Haus durchsucht und etliche Unterlagen beschlagnahmt, der Kontakt zu einem Rechtsanwalt seiner Wahl verweigert.
Der israelischen Presse wurde, wie es sich für einen demokratischen Staat vom Format Israels gehört, verboten, darüber zu berichten. Erst als es wütende Demonstrationen gegen die Verhaftung gab, komnnte zwar über die Demonstrationen berichtet werden, nicht aber über die Hintergründe.
2. Bereits Ende April wurde der Aktivist Dr. Omar Said (Saeed)verhaftet, Said und Makhoul wird der übliche Vorwurf gemacht: Spionage.
Weitere repressive Gesetze
Die gut geölte Gesetzesmaschine läuft, allerdings in die rechtsstaatlich gesehen falsche Richtung. Zur Zeit wird über ein Gesetz beraten, das jegliche Organisationen verbieten soll, die:
-Informationen an ausländische Organisationen weitergeben und/oder
-sich an Gerichtsverfahren im Ausland gegen israelische höherstehende Beamte oder Militärangehörige beteiligen.
Also in erster Linie Verfahren wegen angeblicher Kriegsverbrechen.
Das Gesetz richtet sich unter anderem gegen die (israelische) Organisation Adalah, die solchen Vorwürfen nachgeht.
Kommentar von Adalah: Nur ein Staat, der solche kriminellen Akte begeht, muss sich dagegen schützen“.
All das ist bezeichnend für das Klima in Israel, ein Klima des Hasses nun auch gegen die eigenen Staatsbürger palästinensischer Abstammung , eine sogenannte innerstaatliche Feinderklärung.
Kein Ende der Gaza-Blockade
Und: Nach wie vor lehnt Israel die Aufhebung der Blockade gegen Gaza ab. Die israelische Regierung behauptet gebetsmühlenartig und wahrheitswidrig, dass genügend Hilfsgüter nach Gaza durchgelassen würden.
Als jüngst eine israelische NGO mit Berufung auf die Informationsfreiheit von der Regierung Auskunft verlangte, welche Güter sich im Detail auf der Embargoliste befinden, wurde die Auskunft mit Hinweis auf die Staatssicherheit verweigert.
Mit anderen Worten: man will offenbar nicht zugeben, dass auf der Liste sich Güter wie Zement befinden, die nichts mit der Waffenproduktion zu tun haben, es sich vielmehr um eine Knebelungsliste handelt, die insbesondere auch den Wiederaufbau Gazas nach den israelischen Angriffen vor 18 Monaten verhindern soll.
Von Uri Avnery, 05.06.2010
AUF HOHER See wurde in internationalen Gewässern ein Schiff von der Marine gestoppt. Militär stürmte es. Hunderte an Deck widersetzten sich. Die Soldaten wandten Gewalt an. Einige der Passagiere wurden getötet, viele verletzt. Das Schiff wurde in den Hafen gebracht.
Die Passagiere wurden gewaltsam vom Schiff geführt. Die Welt sah sie auf dem Kai gehen, Männer und Frauen, junge und alte, alle müde und ausgemergelt, einer nach dem anderen, von Soldaten auf beiden Seiten gestützt…
Das Schiff wurde „Exodus 1947″ genannt. Es verließ Frankreich in der Hoffnung, die britische Blockade zu brechen, die verhängt war, um Schiffe voller Holoaust-Überlebender daran zu hindern, die Küste Palästinas zu erreichen. Wenn es ihm erlaubt worden wäre, das Land zu erreichen, wären die illegalen Immigranten gelandet, und die Britten hätten sie in Haftlager nach Zypern gesandt, wie sie es vorher getan hatten. Keiner würde sich an die Episode vor mehr als zwei Tagen erinnert haben.
Aber die verantwortliche Person war Ernst Bevin, ein Führer der Laborpartei, ein arroganter, grober und machthungriger britischer Minister. Er hatte nicht vor, sich von einem Haufen Juden etwas sagen zu lassen. Er entschied sich, ihnen eine Lektion zu erteilen, und die ganze Welt wäre Zeuge davon gewesen. „Dies ist eine Provokation!“, erklärte er, und natürlich hatte er Recht. Das Hauptziel des Schiffes war tatsächlich, eine Provokation zu schaffen, um die Augen der Welt auf die britische Blockade zu richten.
Was dann folgt ist allen wohlbekannt: die Episode zog sich hin ; eine Dummheit folgte der anderen; die ganze Welt sympathisierte mit den Passagieren. Aber die Briten gaben nicht nach und zahlten den Preis. Einen hohen Preis.
Viele glauben, dass der „Exodus“-Vorfall der Wendepunkt im Kampf um die Schaffung des Staates Israel war. Die Briten brachen unter dem Gewicht der internationalen Verurteilung zusammen und entschieden, das Mandat über Palästina aufzugeben. Es gab natürlich noch viele andere gewichtigere Gründe für diese Entscheidung, aber die „Exodus“ schien der Strohhalm zu sein, der dem Kamel den Rücken brach.
ICH WAR nicht der einzige, der in dieser Woche an diese Episode erinnert wurde. Tatsächlich war es fast unmöglich, nicht daran erinnert zu werden, besonders von denen von uns, die damals in Palästina lebten und Zeugen davon wurden.
Da gibt es natürlich große Unterschiede. Damals waren die Passagiere Holocaust-Überlebende, dieses Mal waren es Friedensaktivisten aus aller Welt. Aber damals wie heute sah die Welt, wie schwer bewaffnete Soldaten unbewaffnete Passagiere brutal angriffen, die mit allem, was sie in die Hände bekommen konnten – mit Stöcken und bloßen Händen – sich wehrten. Damals wie jetzt ereignete es sich auf hoher See – damals 40 km von der Küste entfernt, jetzt 65 km.
In der Rückschau erscheint das britische Verhalten während der ganzen Affäre unglaublich dumm. Aber Bevin war kein Dummkopf, und die britischen Offiziere, die die Aktion kommandierten, waren keine Trottel. Schließlich hatten sie gerade den Zweiten Weltkrieg siegreich beendet.
Wenn sie sich vollkommen töricht von Anfang bis Ende verhielten, war es die Folge von Arroganz, Gefühllosigkeit und grenzenloser Verachtung für die öffentliche Meinung der Welt.
Ehud Barak ist der israelische Bevin. Auch er ist kein Dummkopf, genau so wenig wie unsere hohen Offiziere. Aber sie sind verantwortlich für eine Reihe törichter Handlungen mit verheerenden Auswirkungen, die kaum abzuschätzen sind. Der frühere Minister und jetzige Kommentator Yossi Sarid nannte das ministerielle „Komitee der Sieben“, das über die Sicherheitsbelange entscheidet, „sieben Idioten“ – und ich muss protestieren. Es ist eine Beleidigung der Idioten.
DIE VORBEREITUNGEN für die Flottille dauerten länger als ein Jahr. Hunderte von E-Mail-Botschaften gingen hin und zurück. Ich selbst erhielt Dutzende. Es war kein Geheimnis. Alles wurde offen vorbereitet.
Es war also viel Zeit für alle unsere politischen und militärischen Institutionen, sich für die Ankunft der Schiffe vorzubereiten. Die Politiker berieten sich. Die Soldaten trainierten. Die Diplomaten berichteten. Die Leute vom Nachrichtendienst taten ihren Job.
Nichts half. Alle Entscheidungen waren falsch vom ersten Augenblick an. Und wir sind noch nicht am Ende.
Die Idee einer Flotte als Mittel, die Blockade zu brechen, ist genial. Sie bringt die israelische Regierung in eine Zwickmühle – die Wahl zwischen mehreren Alternativen, die alle schlimm sind. Jeder Feldherr hofft, seinen Gegner in solch eine Lage zu bringen.
Die Alternativen waren:
- Die Flottille ohne Hindernis Gaza erreichen zu lassen. Der Kabinettssekretär schlug vor, dies zu tun. Dies würde zum Ende der Blockade geführt haben, weil danach weitere und größere Flotten gekommen wären.
- Die Schiffe in territorialen Gewässern zu stoppen, ihre Fracht zu kontrollieren und sicher zu gehen, dass keine Waffen oder „Terroristen“ an Bord sind, und sie dann ihren Weg fortsetzen zu lassen. Das hätte einigen vagen Protest in der Welt gegeben, aber das Prinzip einer Blockade aufrecht erhalten.
- Sie auf hoher See gefangen zu nehmen, sie nach Ashdod zu bringen und eine direkte Schlacht mit den Aktivisten an Bord zu riskieren.
Wie alle Regierungen es bis jetzt getan haben, als sie mit verschiedenen schlechten Alternativen konfrontiert waren, hat die Regierung Netanyahu die schlimmste gewählt.
Jeder, der den Vorbereitungen folgte, wie sie in den Medien berichtet wurden, hätte voraussehen können, dies würde dazu führen, dass Menschen getötet und verletzt würden. Man stürmt kein türkisches Schiff und erwartet niedliche kleine Mädchen, die einen mit Blumen begrüßen. Die Türken sind nicht dafür bekannt, dass sie leicht aufgeben.
Die Befehle, die dem Militär gegeben und der Öffentlichkeit bekannt gegeben wurden, schlossen die drei schicksalsvollen Worte ein: „um jeden Preis“. Jeder Soldat weiß, was diese schrecklichen Worte bedeuten. Außerdem stand die Rücksicht gegenüber den Passagieren erst an dritter Stelle auf der Liste der Ziele, nach der Gewährleistung der Sicherheit der Soldaten und der Erfüllung der Aufgabe.
Wenn Binyamin Netanyahu, Ehud Barak, der Stabschef und der Kommandeur der Flotte, nicht verstanden hatten, dass dies zum Töten und Verletzen von Menschen führt, muss die Schlussfolgerung gezogen werden – selbst von jenen, die zögerten, dies so zu sehen -, dass sie vollkommen inkompetent sind. Ihnen muss mit den unsterblichen Worten Oliver Cromwells zum Parlament gesagt werden: „Im Namen Gottes geht!“
DIESER VORFALL weist wieder auf einen der ernsthaftesten Aspekte unserer Situation: wir leben in einer Seifenblase, in einer Art mentalem Ghetto, das uns abschneidet und uns daran hindert, eine andere Realität zu sehen, die vom Rest der Welt wahrgenommen wird. Ein Psychiater könnte dies als Symptom einer ernsten psychischen Erkrankung sehen.
Die Propaganda der Regierung und der Armee erzählt eine einfache Geschichte: unsere heldenhaften Soldaten, entschlossen und sensibel, die Elite der Elite, kamen auf das Schiff, um zu „reden“, und wurden von einer wilden und gewalttätigen Menge angegriffen. Offizielle Sprecher wiederholten immer wieder das Wort „lynchen“.
Am ersten Tag akzeptierten dies fast alle israelischen Medien. Schließlich ist klar, dass wir, die Juden, die Opfer sind. Immer. Das gilt auch für jüdische Soldaten. Es stimmt zwar, dass wir ein ausländisches Schiff stürmten, wurden aber gleich zu Opfern, die keine andere Wahl hatten, als sich selbst gegen gewalttätige und aufgehetzte Antisemiten zu verteidigen.
Es ist fast unmöglich, sich nicht an den klassischen jüdischen Witz zu erinnern: an die jüdische Mutter in Russland, die sich von ihrem Sohn verabschiedet, der aufgerufen wurde, dem Zar im Krieg gegen die Türkei zu dienen: „Überanstreng dich nicht!“. fleht sie ihn an, „töte einen Türken, und dann ruh dich aus! Dann töte einen anderen Türken und ruh dich wieder aus…“
„Aber Mutter“, unterbricht sie der Sohn. „Was, wenn die Türken mich töten?“
„Dich?“, ruft die Mutter aus, „aber warum? Was hast du ihnen getan?“
Für eine normale Person mag dies verrückt klingen. Schwer bewaffnete Soldaten eines Elitekommandos greifen ein Schiff auf hoher See mitten in der Nacht vom Meer und aus der Luft an – und sie sind die Opfer?
Aber es stimmt, doch in anderer Weise: sie sind die Opfer eines arroganten und inkompetenten Kommandeurs, unverantwortlicher Politiker und der Medien, die von ihnen gefüttert werden. Und tatsächlich auch von der israelischen Öffentlichkeit, da die meisten diese Regierung und diese Opposition gewählt haben, die auch nicht anders ist.
Die „Exodus“-Affäre wurde wiederholt, aber mit vertauschten Rollen. Nun sind wir die Briten.
Irgendwo wird ein neuer Leon Uris sein nächstes Buch planen, „Exodus 2010″. Ein neuer Otto Preminger wird einen Film planen, der ein Knüller werden wird. Ein neuer Paul Newman wird darin ein Star sein – schließlich gibt es keinen Mangel an talentierten türkischen Schauspielern.
VOR MEHR als 200 Jahren erklärte Thomas Jefferson, dass jede Nation mit einem „dezenten Respekt gegenüber den Meinungen der Menschheit“ handeln müsse. Die israelischen Führer haben nie die Weisheit dieser Maxime akzeptiert. Sie halten sich an das Diktum von David Ben-Gurion: „Es ist nicht wichtig, was Nicht-Juden sagen, wichtig ist, was Juden tun.“ Aber er setzte voraus, dass die Juden nicht töricht handeln würden.
Die Türken zu Feinden zu machen, ist dumm. Seit Jahrzehnten ist die Türkei unser engster Verbündeter in der Region gewesen, viel mehr als allgemein bekannt ist. Die Türkei könnte in der Zukunft eine wichtige Rolle als Vermittler zwischen Israel und der arabisch-muslimischen Welt spielen, zwischen Israel und Syrien, und sogar zwischen Israel und dem Iran. Vielleicht ist es uns jetzt gelungen, das türkische Volk gegen uns zu vereinigen – und einige sagen, dass dies die einzige Sache sei, die die Türken nun verbindet.
Dies ist das 2. Kapitel von Cast Lead (2008/09). Damals erhoben sich die meisten Länder gegen uns, wir schreckten unsere wenigen Freunde auf und erfreuten unsere Feinde. Nun haben wir dasselbe noch einmal getan und vielleicht mit größerem Erfolg. Die öffentliche Meinung der Welt wendet sich gegen uns.
Es ist ein langsamer Prozess. Es ähnelt der Ansammlung von Wasser hinter einem Damm. Das Wasser steigt langsam, still, und die Veränderung ist kaum zu bemerken. Aber wenn es einen kritischen Punkt erreicht, bricht der Damm, und eine Katastrophe folgt. Wir nähern uns immer mehr diesem Punkt.
„Töte einen Türken und ruh dich aus“, sagt die Mutter in dem Witz. Unsere Regierung ruht sich nicht einmal aus. Es scheint, sie wolle nicht aufhören, bis sie auch die letzten unserer Freunde zu Feinden gemacht hat.
(Ausschnitte aus diesem Artikel wurden in Maariv, Israels zweitgrößter Zeitung veröffentlicht)
Die Tuerkei schwimmt sich frei: Israel, USA, Iran …………. WEITERLESEN!
Das zionistische Regime ist fest entschlossen, einen ehrlichen Blick auf den ersten Gazakrieg zu vermeiden.
Und nun haben die Israelis in internationalen Gewässern das Feuer auf eine internationale Gruppe von humanitären Helfern und Aktivisten eröffnet. Sie kämpfen und haben den zweiten Gazakrieg schon verloren. Für das zionistische Regime wird dieser Feldzug gegen Gaza ungleich teurer und schmerzhafter werden als der erste.
Als sie den ersten Krieg gegen Gaza 2008 begannen, hofften die israelischen Militärs und Politiker, der Hamas eine Lektion zu erteilen. Das ist ihnen gelungen. Die Hamas hat gelernt, dass der beste Weg, das zionistische Regime zu bekämpfen, bedeutet, das Besatzerregime das tun zu lassen, was dem Land zu einer Art zweiten Natur geworden ist: zu toben, ins Fettnäpfchen zu treten, Mauern zu bauen, es mal richtig krachen zu lassen.
Natürlich haben die Zionisten gewusst, dass so etwas passieren könnte. Am vergangenen Sonntag, als der Armeesprecher damit begann, die Hilfsflotte für Gaza als Angriff auf Israel zu bezeichnen, sprach Knessetmitglied Nachman Shai, der übrigens oberster Armeesprecher während des Golfkriegs 1991 war, öffentlich von seinem schlimmsten Albtraum. In diesem enterten Truppen seines Regimes einen Hilfskonvoi und eröffneten das Feuer auf Friedensaktivisten, humanitäre Helfer und Nobelpreisträger.
Miri Regev vom Likudblock, die früher dem Presseamt der zionistischen Streitkräfte (IDF) vorstand, sagte am Montagmorgen, dass es nun das Wichtigste sei, sich um die negative Presse zu kümmern, die müsse dringend aus der Welt geschafft werden. Doch sie wird nicht einfach verschwinden. Eines der Schiffe trägt den Namen „Rachel Corrie“. Als die junge Frau sich vor sieben Jahren einem israelischen Bulldozer in den Weg stellte, wurde sie von diesem überrollt. Ihr Name und ihr Schicksal sind seitdem ein leuchtendes Symbol für die propalästinensische Bewegung.
Auf ominöse Weise zerstören die Israelis schrittweise ihre Beziehungen zu Ankara. Also zu einer Regionalmacht von zentraler Bedeutung, die ihnen dabei hätte helfen können, nach dem ersten Gazakrieg einen neuen Weg einzuschlagen – wenn sie sie beachtet hätten. Stattdessen sind sie jetzt gefährlich nahe dran, der Türkei de facto den Krieg zu erklären. „Dieser Zwischenfall wird uns noch lange beschäftigen, zumal was die Türkei betrifft“, sagte auch das Knessetmitglied Benjamin Ben Eliezer, der Minister, der bekanntlich eine außerordentliche Sensibilität für Bindungen des zionistischen Regimes an die muslimische Welt an den Tag legt.
Es gab eine Zeit, in der Tel Aviv behauptete: Wir wissen, was wir tun in Kriegszeiten. Das ist vorbei. Jetzt wissen die Zionisten gar nichts. Das ist auch ein Grund dafür, warum sie vor Gesprächen mit der Hamas zurückschrecken. Hamas weiß, dass sie unfähig sind, klar zu sehen und sich daher nicht mehr zu bremsen vermögen.
Bei seinen Bemühungen, den blutigen Einsatz in internationalen Gewässern gegen einen zivilen Hilfskonvoi für Gaza am Montag morgen zu legitimieren, setzt Israel auf eine schamlose Denunzierung von Teilnehmern und Organisatoren.
Nachzulesen sind die Darstellungen auf der Webseite des israelischen Außenministeriums. Die Israelischen Streitkräfte (IDF) liefern auf ihrer Webseite Videomaterial, das die Anschuldigungen untermauern soll. Alles war ausführlich im deutschen Fernsehen zu sehen. In einer Ansprache an die Nation (am Mittwoch abend) brachte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Sache auf den Punkt. Es habe sich bei der »Mavi Marmara« um ein »Boot des Hasses« gehandelt, dessen Passagiere »keine Pazifisten, keine Friedensaktivisten waren, sondern gewalttätige Unterstützer des Terrorismus«. Die Soldaten hätten in »Selbstverteidigung« gehandelt, das sei »kristallklar« und »jeder, der die Sache fair betrachtet und sich diese Videos ansieht, erkennt diese einfache Wahrheit«. Im übrigen sei Gaza ein »von den Iranern finanzierter Terrorstaat«, der auch die Länder bedrohe, »die uns heute kritisieren«.
Die Videos, auf die sich Netanjahu bezieht, sind ausgewählte Produkte der IDF und basieren teilweise auf Material, das Passagieren der »Mavi Marmara« und der anderen fünf Schiffe gestohlen wurde. Bordkameras, Hunderte Handys, Foto- und Filmkameras gelangten in die Hände der IDF, auf denen Bilder waren, die den Angriff aus Sicht der Angegriffenen dokumentieren. Israel benutzt dieses Material nun, um seine Sicht der Dinge zu untermauern. Der israelische Journalist Noam Sheizaf kritisiert den Diebstahl von Informationen auf seinem Internet-Blog (www.promisedlandblog.com): »Die israelische Armee bearbeitet jetzt das Filmmaterial und veröffentlicht es so, wie es in ihre Sicht der Dinge paßt.« Das Militär kontrolliere den Nachrichtenkreislauf und bringe alle grundsätzlichen Fragen über die Operation zum Schweigen. Drei Tage nach dem Sturm auf den Hilfskonvoi »wissen wir nur, was Israel uns wissen lassen will.«
Tatsächlich hat die israelische Armee offenbar seit langem manipuliert und sabotiert, um das humanitäre Unternehmen zu stoppen. Zwei kleinere Boote, die Challenger I und II mit jeweils 36 Passagieren mußten wegen Steuerproblemen ihre Fahrt abbrechen, eines der Schiffe nahm Wasser auf, nachdem eine Pumpe plötzlich ausfiel. Daß israelische Agenten dafür verantwortlich sein könnten, liegt nahe, wie die Äußerungen des stellvertretenden israelischen Verteidigungsministers, Matan Vilnai, zeigen. Auf die Frage, ob es nicht eine klügere Alternative gegeben habe, als die Schiff anzugreifen, sagte Vilnai im israelischen Rundfunk: »Tatsache ist doch, daß es weniger als die zehn Schiffe waren, die in der Flotte fahren sollten.« Ein namentlich nicht genannter IDF-Angehöriger erläuterte gegenüber einem Knesset-Ausschuß, es habe »graue Operationen« gegen die Flotte gegeben. Daß auch Agenten des israelischen Geheimdienstes an Bord waren, legt eine Aussage der Linken-Abgeordneten Inge Höger nahe. »Alle Passagiere an Deck wurden einzeln von Soldaten durchsucht, wobei sie vorbereitete Zugriffslisten dabei hatten, mit Porträtfotos vieler Passagiere«, sagte Höger gegenüber jW. Die Fotos seien bei einer Vorbesprechung auf Kreta gemacht worden, so Höger weiter.
Zu den »grauen Operationen« gehörte vermutlich auch das Absetzen unzähliger Droh- und Beleidigungsanrufe und E-Mails, die bei den Organisatoren des Hilfskonvois ankamen. Verwirrung stiften sollte offenbar auch eine manipulierte E-Mail-Nachricht angeblich vom Vorstand der Linken, die am Montag den Tod der Bundestagsabgeordneten Inge Höger bei der Erstürmung der »Mavi Marmara« meldete. Die Pressestelle der Partei reagierte umgehend und stellte richtig: »Diese Meldung ist eine Fälschung, die nicht von der Linken versandt wurde.«
(Quelle: jW/von Karin Leukefeld)
Ein kürzlich veröffentlichtes militärisches Geheimabkommen enthüllt: Israel bot dem ehemaligen Apartheidregime von Südafrika nukleare Massenvernichtungswaffen an –
Von JAMES PETRAS, 3. Juni 2010 -
Am 24. Mai 2010 veröffentlichte der britische Guardian ein streng vertrauliches Dokument, herausgegeben von der südafrikanischen Regierung.
Das Dokument von 1975 enthüllt ein geheimes militärisches Abkommen, unterzeichnet von Shimons Peres, Israels damaligen Außenminister (und heutigem Präsidenten) und Südafrikas Verteidigungsminister P.W. Botha. Israel bot dem Apartheidregime Massenvernichtungswaffen zum Kauf an – darunter nukleare, chemische und konventionelle Waffen – um damit die Millionen Menschen umfassende afrikanische Widerstandsbewegung niederzuschlagen und zu vernichten.
Die Vorsitzenden der größten US-amerikanischen jüdischen Organisationen setzten unverzüglich die Lügenmaschine in Gang und behaupten, bei Israels nuklearem Angebot und den weitreichenden Vereinbarungen der beiden Apartheidregime in militärischen Angelegenheiten habe es sich nur um eine „Konversation“ gehandelt. Israel habe kein Angebot gemacht. (1)
Ohne mit der Wimper zu zucken widersprechen sich Israels Verteidiger dann aber selbst, wenn sie weiterführend spekulieren, dass ein nukleares Abkommen keine Genehmigung von Premierminister Yitzhak Rabin erhalten hätte. (Daily Alert May 25, 2010).
Die Dokumente wurden von dem US-Akademiker Sasha Polakow-Suransky in einem südafrikanischen Archiv entdeckt. Er veröffentlichte sie in seinem Buch The Unspoken Alliance: Israel’s Secret Alliance with Apartheid South Africa.
Offenkundig nimmt die israelische Regierung an, dass es sich bei diesen Dokumenten um mehr als eine „Konversation“ handelt, denn sie übte Druck auf die südafrikanische Regierung aus, sie nicht herauszugeben.(2)
Das israelische nukleare Angebot und die Anfrage Südafrikas fielen zeitlich in eine Periode anwachsender Volkskämpfe in ganz Südafrika, von Sharpeville bis nach Soweto. Diese umfassten den bewaffneten Widerstand und eine im Beginn befindliche internationale Boykott-Kampagne.
Südafrika erweiterte seine militärische Offensive mit einer Invasion Angolas, wo es schließlich von einer vereinten kubanisch-angolanischen Armee zurückgeschlagen wurde. Als Resultat sah es sich mit dem Problem konfrontiert, Massenvernichtungswaffen erwerben zu können, mit denen nicht nur die Führerschaft der südafrikanischen Freiheitsbewegung hätte enthauptet werden können, sondern auch deren Unterstützer an der Basis sowie nationale Verbündete. Israel war darauf vorbereitet, als williger Komplize bei einer nuklearen Lösung zu dienen.
Die meisten liberalen Kommentatoren und Kritiker des israelischen Angebots, das südafrikanische Apartheidregime mit nuklearen Sprengköpfen zu versorgen, konzentrieren sich lediglich auf Israels „unverantwortliches Verhalten“ in Bezug auf die Verletzung des Atomwaffensperrvertrags.(3) Andere bewerteten die Angelegenheit bloß als „Peinlichkeit“ für den jüdischen Staat angesichts des bevorstehenden Treffens (im Juni 2010) zur Nichtweiterverbreitung von nuklearen Waffen. (4)
Wenige, wenn überhaupt, stellten die wichtige moralische und politische Frage nach den tiefgreifenden Konsequenzen der Komplizenschaft in einem genozidalen nuklearen Anschlag auf Millionen Afrikaner. Es stellt sich die Frage nach der israelischen Verantwortung, wenn Südafrika tatsächlich auf das Angebot des jüdischen Staates eingegangen wäre, nukleare Sprengköpfe gekauft und diese auf Millionen Afrikaner, die nach Freiheit verlangen, hätte niederregnen lassen.
Man könnte fragen, ob die Komplizenschaft in einem potentiell genozidalen Akt Gegenstand eines Kriegsverbrecher-Tribunals sein sollte, in derselben Weise, wie deutsche Industrielle wegen Komplizenschaft mit den Kriegsverbrechen des Nazi-Staates vor dem Nürnberger Tribunal angeklagt wurden, weil sie Giftgas herstellten, dass in Konzentrationslagern verwendet wurde. (5)
Israels Angebot, nukleare Raketen zur Verfügung zu stellen, hätte – wenn es umgesetzt worden wäre – wahrscheinlich zum Beschuss der Hüttensiedlungen und Flüchtlingslager jenseits der Grenze geführt, wo Millionen Südafrikaner untergebracht waren. Hunderttausende wären dabei getötet worden, viele mehr wären durch Verstrahlung einen langsamen und schmerzhaften Tod gestorben.
Der Angriff mit Atomwaffen auf die Massen des Volkswiderstands, in diesem Fall durch die vorsätzlichen Bemühungen zweier rassistischer Regime, ist mehr als ein Kriegsverbrechen. Es ist ein monströses Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Die Verteidigung der israelischen militärischen Kooperation mit dem südafrikanischen Apartheidsystem seitens der US-amerikanischen Zionisten verärgerte die Afro-Amerikaner mehr als jeder andere einzelne Faktor und versäuerte die langwährenden freundschaftlichen Beziehungen zwischen Juden und amerikanischen Schwarzen.
Israel zeigte keine Gewissensbisse in Bezug auf die verstärkte militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem rassistischen Südafrika.(6) Eine Beziehung, die von führenden zionistischen Geschäftsleuten in Johannesburg unterstützt wurde.
Warum Israel Botha nukleare Waffen anbot
Israels Entscheidung, Südafrika Atomraketen anzubieten, basierte auf kommerziellen, politischen und ideologischen Überlegungen. Südafrika war ein bedingungsloser Unterstützer der israelischen Invasion arabischer Länder, der Besetzung der Westbank und des Gaza-Streifens.
Vor allem sympathisierte es mit einem gleichgesinnten kolonialistischen Siedler-Regime zu einer Zeit, als Israel durch die Vereinten Nationen, dem größten Teil Europas und den jungen unabhängigen post-kolonialen Ländern, verurteilt wurde.
Zwei ausgestoßene Staaten teilten eine Menge gemeinsamer Interessen und bedurften der gegenseitigen Unterstützung angesichts der Ablehnung kolonialistischer Siedler-Regime durch den Rest der Welt.
Außerdem verfügten beide über eine ideologische Affinität, die auf einer rassistischen Ideologie basiert, die im biblischen Glauben des auserwählten Volkes, welches durch göttliche Macht zum Herrenvolk bestimmt sei, verwurzelt ist.
Ein ebenso wichtiger Beweggrund für Israel ist sein Rüstungssektor. Waffenverkäufe und militärische Beratungs-Dienstleistungen sind der wichtigste Export-Sektor und bilden das Rückgrat in den Bereichen der Technologie und der Kommunikation.
Die zionistisch-rassistische Gewerkschaft Histadrut war tief verwurzelt innerhalb der in der Rüstungsindustrie beschäftigten Arbeiterschaft und ein Verfechter der Waffenverkäufe an Südafrika. Israelische Uzis (Maschinenpistolen) hielten das weiße Kapital aufrecht und unterdrückten die schwarzen Arbeiter, vor allem in den Minen.
Die zentrale Rolle der zionistischen Arbeiter-Linken im Atomwaffen-Angebot
Im Gegensatz zu den Annahmen vieler nicht-jüdischer und jüdischer Linker, Liberaler und Progressiver, die alle israelischen Verbrechen gegenüber den Palästinensern den Neokonservativen, „Likud“ oder rechten religiösen Parteien zuschreiben, waren die Urheber und Befürworter des Verkaufs von Atomwaffen an Südafrika Führer der Labor-Partei (Arbeiterpartei). Shimons Peres (damals Verteidigungsminister) und Yitzhak Rabin (Premierminister) waren die Hauptbeteiligten in dem nuklearen Geschäft.
Israels frühe Eroberungskriege, die massive Vertreibung von Palästinensern und der Aufbau eines israelischen Atomwaffenarsenals, dies alles geschah unter der Schirmherrschaft der Labor-Partei. Dieser mangelte es nicht an sozialistischer Rhetorik [sie ist Mitglied der Sozialistischen Internationale (sic)] oder antirassistischen Reden, wenn ein Anlass es erforderte. Aber sie verpasste nie eine Gelegenheit, konventionelle Waffen an lateinamerikanische Diktatoren (Pinochet in Chile, Videla in Argentina, Rios Mont in Guatemala) zu verkaufen, oder offerierte nukleare Waffen an das brutale südafrikanische Regime, dass unter Belagerungszustand durch die schwarze Mehrheit stand.
Die zentrale Rolle der israelischen Labor-Partei beim Angebot einer nuklearen Lösung an das weiße Minderheits-Regime demonstriert, dass alle wichtigen israelischen Parteien bereit sind, eine genozidale Politik zu verfolgen, wenn es ihren Vorstellungen „jüdischer Interessen“ entspricht.
Die führende Rolle der Labor-Partei bestätigt, dass es keine wesentlichen Unterschiede zwischen der israelischen Rechten und der Linken gibt, wenn es um die Begehung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit geht. Das dem zugrunde liegende Glaubenssystem geht davon aus, dass Angehörige des auserwählten Volkes von den gegen Kriegsverbrechen gerichteten Gesetzen ausgenommen sind.
Nukleare Offenbarung: Die Reaktionen der führenden US-amerikanischen jüdischen Organisationen
Die Vorsitzenden der größten amerikanischen jüdischen Organisationen – ihrer Rolle als bedingungsloser Transmissionsriemen des israelischen Staates treu bleibend – folgten der Linie, wonach Israel Südafrika keine Nuklearwaffen angeboten habe. Sie leugnen die dokumentierten Beweise und in vorhersehbarer Weise weigern sie sich, Israels Komplizenschaft bei einem möglichen Massenmord an Millionen Afrikanern zu verurteilen. (7)
Eine der führenden zionistischen Organisationen, die Anti-Defamation League, hat tatsächlich eine langwährende Beziehung zu Südafrikas Geheimdiensten, welche private Agenten anheuerten, um bis zum Ende der 1980er Jahre die Anti-Apartheid-Bewegung auszuspionieren und Informationen zu sammeln. (8)
Die meisten der von Zionisten beeinflussten Medien, darunter die New York Times, CBS, NBC, Fox, CNN und die Washington Post, blockierten die Story, als wenn Israels Komplizenschaft in einem Plan, Millionen Afrikaner atomar anzugreifen, nicht der Publikation wert wäre, geschweige denn Gegenstand schärfster Verurteilung.
Lasst uns im Klaren darüber sein, warum dieses Verbrechen nicht vollzogen wurde. Nicht aufgrund des Einflusses der hebräischen moralischen Traditionen, „jüdischer Schuld“ oder gar einer Unentschlossenheit aufgrund der Angst vor einem anschließenden weltweiten Aufschrei.
Laut den südafrikanischen Quellen kam der Deal mit den israelischen Atomwaffen nicht zustande, weil die südafrikanische Seite entschied, den Kauf nicht durchzuführen und stattdessen auf Israels konventionelle Waffen zurückgriff. (9)
Es gibt keine endgültige Erklärung dafür, warum Israels nuklearer Kriegsindustrie dieser Absatz entgangen ist, aber es gibt verschiedene mögliche Erklärungen. Von den hohen Preisen, die der jüdische Staat verlangte, bis zu der Angst über den Fallout der Nuklearwaffen, der die weiße Bevölkerung möglicherweise genauso verstrahlt hätte, wie die schwarze. Die „kollateralen Kosten“ für die weiße, rassistische Bevölkerung, haben möglicherweise dazu geführt, dass das Apartheidregime den Kauf noch einmal überdacht hatte.
Um eines klar zu machen: Israels Komplizenschaft bei diesem Unternehmen kam aus freien Stücken zustande und erfolgte unter keinerlei Druck.
Angesichts des Ausmaßes dieses Verbrechens überrascht es, dass die zionistischen und selbst die anti-zionistischen Medien und Sprecher diesem Verbrechen gegen die Menschlichkeit kaum Aufmerksamkeit schenken. Eine Erwähnung an einem Tag, eine Verkündigung hier oder da, mehr nicht.
Wäre der genozidale Akt durchgeführt worden, dann hätte sich die moralische Empörung wahrscheinlich exklusiv auf Südafrika konzentriert und nicht auf die Waffenlieferer und die Komplizen im Vorfeld der Tat.
Die große Mehrheit der US-amerikanischen zionistischen Juden, die eine führende Rolle bei der Verteidigung und Entschuldigung des israelischen Atomwaffen-Angebots an das rassistische Südafrika spielen, verfügen über ein hohes Einkommen, bestehen aus gut gebildeten Professoren, Geschäftsleuten, Wissenschaftlern, Akademikern, Medien-Darstellern und dergleichen. Viele sind respektierte Familienmenschen und vertreten (staats-)bürgerliche Auffassungen. Eine Mehrheit betrachtet sich selbst als liberal, als Verteidiger der Umwelt und sozialer Programme. Einige wenige sprechen sich sogar zugunsten eines „demokratischen Sozialismus“ aus. Und dennoch, es sind dieselben Individuen, die bereitwillig ein Regime unterstützen und für seine Handlungen Ausreden suchen und finden, welches in der Vergangenheit seine Bereitschaft gezeigt hat, die Mittel für eine radioaktive Verstrahlung von Millionen Afrikanern zur Verfügung zu stellen; das gegenwärtig bereit ist, Millionen Iraner mit Atomwaffen anzugreifen und friedliche Humanisten auf hoher See zu Dutzenden zu massakrieren.
Die Fähigkeit der pro-israelischen Juden, ihr Berufs- und Familienleben, ihre staatsbürgerlichen Aktivitäten von ihrem zwanghaften Bekenntnis zu israelischen Kriegsverbrechen abzutrennen, erklärt diesen offenkundigen Widerspruch. Hier handelt es sich um respektable Erfolgstypen mit einer intensiven irrationalen Bindung an einen Staat, der Verbrechen gegen die Menschlichkeit begeht.
Eine Bindung, die freiwillig und mit vollem Zugang zu Wissen und Informationen, die die tödlichen Konsequenzen der Handlungen des jüdischen Staates betreffen, eingegangen wurde.
Handlungen, die auf der höchsten Ebene des israelischen Staates sanktioniert und von den prominentesten Mitgliedern der jüdischen Organisationen gebilligt werden.
Einige liberale jüdische Kritiker nehmen Anstoß an nicht-jüdischen und antizionistischen jüdischen Kritikern Israels, denen sie vorwerfen, immer nur auf Israel herumzuhacken. Das ist ein absichtliches Ablenkungsmanöver, denn sie wissen nur zu gut, dass viele dieser Kritiker kriminelle Akte auf der ganzen Welt verurteilen. Aber es gibt Gründe, warum im Fall Israels besondere Aufmerksamkeit gerechtfertigt ist. Es ist der einzige Staat, der einem rassistischen Regime Atomwaffen angeboten hat, um eine Befreiungsbewegung oder gar ein ganzes Volk zu zerstören.
Israel ist das einzige Land, das mit 1,4 Millionen Palästinensern in Gaza eine Blockade gegen eine ganze Bevölkerung durchführt, deren Nahrungs- und Trinkquellen sowie Wohnstätten bombardiert und zerstört. Israel ist das einzige Land, dass Dutzende von Pazifisten in internationalen Gewässern abschlachtet. Und zusammen mit seinen Unterstützern in der US-Regierung sind diese beiden Regime die einzigen, die ganz offen damit drohen, einen nuklearen Krieg der Massenvernichtung gegen 72 Millionen Iraner zu beginnen.
Angesichts dessen, was wir über die nukleare Komplizenschaft Israels mit Südafrika wissen, ist dies keine leere Spekulation. Der Präzedenzfall der Kollaboration mit Südafrika in dem beabsichtigten atomaren Mord an Millionen Afrikanern, bei dem Israel keinerlei moralische Bedenken zeigte, macht Israel heute zu der größten atomaren Bedrohung im Nahen Osten.
Das Thematisieren des israelischen Verkaufs von Atomwaffen an Südafrika geschieht nicht bloß aus akademischem Interesse an einem historischen Ereignis. Einige liberale Zionisten mögen sagen „letzten Endes hat Israel keine Atomraketen zur Verfügung gestellt und Südafrika hat damit nicht die Schwarzen angegriffen“…
Die Drohung des Einsatzes nuklearer Waffen gegen Iran zeugt von derselben Mentalität israelischer und US-amerikanischer Zionisten, wie sie in der Vergangenheit mit dem Angebot des Verkaufs atomarer Waffen zwecks Konfliktlösung in Südafrika zum Ausdruck kam.
Schlimmer noch ist, dass Israel und seine US-amerikanischen Gefolgsleute es geschafft haben, diese moralische Indifferenz via Massenmedien einem großen Teil der Öffentlichkeit, auch den von ihnen kolonialisierten amerikanischen Kongressabgeordneten und Führungskräften im Weißen Haus, einzuflößen.
Man muss nur einen Blick auf die Nachrichtenberichte werfen, wie Außenministerin Clinton die diplomatische Lösung in Fragen der Uran-Anreicherung durch Brasilien-Türkei-Iran verworfen hat. (10). Clinton besteht weiterhin darauf, Sanktionen durchzusetzen, weil ihre Zahlmeister, angeführt von „Israel-kommt-zuerst”-Vertretern wie Haim Saban, verlangen, dass Iran in die Knie gehen und wenn nötig mit Atomwaffen angegriffen werden soll. (11)
Clinton weiß, dass Sanktionen den ausgehandelten Kompromiss zunichte machen werden, selbst wenn sie in denselben Formulierungen verfasst wären, wie die USA sie vor einigen Monaten benutzte.
Ein Kompromiss, den Israel niemals akzeptieren wird und daher nun mittels jeder größeren jüdischen Organisation verlangt, dass die Vereinigten Staaten den Kompromiss durch scharfe Sanktionen sabotieren.
Trotz Clintons Behauptung, es gebe einen Konsens für neue Sanktionen, haben Russland, China, Indien, die Liga der arabischen Staaten und selbst Frankreich die diplomatische Vereinbarung zwischen Brasilien-Türkei-Iran öffentlich begrüßt. (12) Nur die britischen Speichellecker folgten der Clinton-Obama Linie. Die Frage ist, ob die US-zionistische Machtstruktur, angeführt von Rahm Emmanuel und Hilary Clinton, die Sanktionen gegen den Willen von Regierungen durchsetzen kann, die zwei-drittel der Menschheit repräsentieren.
Die Politik des nuklearen Genozids durch einen Stellvertreter [gemeint sind die USA], wie Israel es im Fall Iran beabsichtigt, wird ausgeführt durch seine fünfte Kolonne, die in den Spitzenpositionen des Außenministeriums, des Nationalen Sicherheitsrates, des Kongresses und darüber hinaus im Weißen Haus operiert.
Vergessen wir niemals, dass Israels Bereitschaft, Südafrika mit Atomwaffen zu versorgen, eine immense Bedeutung für seine Bemühungen hat, unsere eigenen unterwürfigen Beamten zu Straftätern bei einem nuklearen Genozid an über 70 Millionen Iranern zu machen.
Im Fall Südafrikas half Israel einem rassistischen Verbündeten und machte damit Profit. Im Fall des Iran zerstört es einen Gegenspieler kolonialer Unterdrückung. Heute, am 31.Mai 2010, verteidigen amerikanische Zionisten das Überfallkommando, welches in internationalen Gewässern mit Maschinengewehren auf 600 Pazifisten, Humanisten und Nobelpreisträger losging, 20 von ihnen ermordete und Dutzende verletzte.
In beiden Fällen – der israelischen Atompolitik und der Metzelei auf hoher See – und deren Verteidigung durch amerikanische Zionisten, handelt es sich um einen Akt moralischer Verdorbenheit. Je eher der Nahe Osten – namentlich Israel – demilitarisiert und atomar abgerüstet wird, und je eher die USA „entzionisiert” sind, desto sicherer wird die Welt sein.
Der Artikel erschien im Original am 31. Mai 2010 unter dem Titel Israeli’s Nuclear Policy: From South Africa to Iran bei The James Petras Website.
Anmerkungen:
(1) 1 Daily Alert May 24, 2010; Daily Alert May 25, 2010.
(2) 2 BBC News May 24, 2010.
(3) Jonathan Cook, “Israel’s Nukes out of the Shadows” Counterpunch, May 26, 2010.
(4) Max Blumenthal, “The Banquos’ Ghost of Israeli Foreign Policy”, The Nation 5/23/10.
(5) Diarmuid Jeffreys, Hells Cartel: I.G. Farben and the Making of Hitler’s War Machine/ New York: Metropolitan Books 2008, especially Ch. 10 – 15.
(6) 6 Max Blumenthal op cit.
(7) Daily Alert May 24, 25 (2010).
(8) Blumenthal (op cit).
(9) Chris McGreal, “Revealed: How Israel Offered to Sell South Africa Nuclear Weapons” Guardian, May
24, 2010.
(10) Associated Press, May 25, 2010; AFP May 25, 2010.
(11) Connie Bruck, “The Influencer”, The New Yorker, May 10, 2010. Saban sagt, sein “größtes Anliegen” wäre es, die amerikanische Politik “zum Schutz Israels” zu beeinflussen. Wichtigstes Mittel dafür ist seine Beziehung zu Bill und Hillary Clinton, die er mit Spenden in Millionenhöhe überhäuft.
(12) Ray McGovern “US/Israel Challenged on Iran” Information Clearing House, May 22, 2010.





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