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Nach dem Plädoyer eines Staranwalts kamen die Geschworenen in einer holländischen Reality-Gerichtsshow zum Schluss: Der Super-Terrorist ist unschuldig.
Der meistgesuchte Terrorist der Welt ist in einer Gerichts-Show des öffentlich-rechtlichen Fernsehens der Niederlande für «unschuldig» erklärt worden. Es sei nicht erwiesen, dass Osama bin Laden Drahtzieher der Terroranschläge des 11. September 2001 in den USA war, befand beim Sender Nederland 2 eine sogenannte Bürger-Jury. Die zwei Frauen und drei Männer folgten damit beim Start der neuen Reality-Show «Advokat des Teufels» weitgehend dem Plädoyer des Amsterdamer Star-Anwalts Gerard Spong.
Auch den Vorwurf, Bin Laden sei Gründer und Chef des Terrornetzwerkes al-Qaida, wies die TV-Jury als nicht hinreichend bewiesen zurück. Recht gaben sie der Anklage allerdings darin, dass Bin Laden «ein Terrorist ist, der den Islam für persönliche Machtambitionen missbraucht». Der Strafverteidiger hatte in allen drei Punkten auf «unschuldig» plädiert.
Staranwalt ohne Bedenken
Zum Entsetzen der Anklagevertretung gelang es Spong scheinbar, die TV-Jury und das Studio-Publikum davon zu überzeugen, dass Bin Ladens Verantwortung für die Anschläge vom 11. September 2001, bei denen nahezu 3000 Menschen ermordet wurden, eher eine von westlichen Politikern inszenierte Fiktion als eine bewiesene Tatsache sei. Als nicht zu akzeptieren bezeichneten die Fernseh-Geschworenen allerdings Spongs Argument, der mutmasslich gefährlichste Terrorist der Welt sei als legitimer «Freiheitskämpfer in einem Krieg gegen den Westen» anzusehen.
Nach eigenem Bekunden hatte der Anwalt, der im realen Leben Honorare von 450 Euro pro Stunde verlangt, keine Bedenken gegen eine Verteidigung Bin Ladens vor einem TV-Publikum. «Auch Menschen, die Verbrechen verübt haben sollen, die das menschliche Vorstellungsvermögen übersteigen, müssen verteidigt werden», erklärte er. Die holländische TV-Gesellschaft AVRO, die «Advokat des Teufels» produziert, hat fünf weitere Folgen der Reality-Show angekündigt. Dabei soll Spong ebenfalls «grausamer Verbrechen verdächtigte Menschen» verteidigen.
Islamische Banken haben den „weltweiten“ Zusammenbruch des Finanzsystems weitgehend glimpflich überstanden. Grund dafür ist ihr nach Regeln des Korans funktionierendes Geschäftsmodell, das sich von jenem westlicher Häuser klar unterscheidet.
Islamische Banken haben den „weltweiten“ Zusammenbruch des Finanzsystems weitgehend glimpflich überstanden. Grund dafür ist ihr nach Regeln des Korans funktionierendes Geschäftsmodell, das sich von jenem westlicher Häuser klar unterscheidet. So ist den Banken etwa das Handeln mit Schuldpapieren streng verboten und sie nehmen von Investitionen in Termingeschäfte oder andere spekulationsgetriebene Märkte Abstand. Wie die Welt berichtet, wurde daher mitunter von einer Beteiligung an US-amerikanischen Schrottimmobilien abgesehen. Die Bankengeschäfte werden von einem Scharia-Komitee überwacht und auf Konformität zur überlieferten Auslegung des Korans überprüft. Neben einem Zinsverbot geht damit die Verpflichtung einher, bei Investitionen in der Realwirtschaft – nicht in abstrakten Finanzinstrumenten – Risiken zu übernehmen. Der künftigen viel zitierten „Neuordnung der Finanzmärkte“ könnte Islamic Banking daher ein brauchbares Vorbild liefern.
„Islamische Banken haben sich in der Krise ein Hauptargument zu Nutze gemacht: Sie haben sich nicht am Kauf und Verkauf von verbrieften Krediten beteiligt“, sagt Zaid el-Mogaddedi, Managing Director des Frankfurter Insitute for Islamic Banking and Finance (IFIBAF). Das Platzen der Spekulationsblase im Subprime-Bereich war für die internationalen Schockwellen der Finanzmärkte ursächlich. So sei keine der Banken in den ersten Monaten von den Folgen der Kreditkrise betroffen gewesen. Mittlerweile schlage sich der Abschwung jedoch aufgrund der realwirtschaftlichen Verflechtungen auch auf einzelne islamische Institute durch. Ihr Geschäftsmodell könne bei der Neuordnung von westlichen Banken als Vorbild dienen, „wenngleich das Thema einer politischen Brisanz unterliegt“, meint el-Mogaddedi. Das Gesamtkonstrukt auf herkömmliche Häuser umzulegen, sei zwar schwierig. Einzelne Elemente des Islamic Banking würden den Instituten und dem Finanzsystem nach einer Neuordnung jedoch höhere Sicherheiten und mehr Transparenz liefern.
Großbritannien ist bislang das einzige europäische Land, das aktiv im Bereich Scharia-konformer Finanzprodukte tätig ist. Allerdings bedienen islamische Banken der internationalen Strategieberatungsgesellschaft Booz & Company zufolge eine stetig wachsende Nachfrage. In Resteuropa finden die Institute daher einen vielversprechenden Nischenmarkt vor. Wie das IFIBAF aufzeigt, beträgt die jährliche Wachstumsrate weltweit 15 bis 20 Prozent, während der Markt aktuell ein geschätztes Volumen von 800 Mrd. bis zu einer Bio. Dollar umfasst. Ein staatlich verordnetes Zinsverbot existiere nur in den Ländern Saudi-Arabien, Iran, Sudan und Pakistan. So überwiege das westliche Bankwesen auch in islamischen Ländern. Angesichts der jüngsten Verwerfungen an den Finanzmärkten sei das vorhandene Wachstumspotenzial daher außerordentlich hoch.
Trotz dem auferlegten Verzicht auf Zinsen sind islamische Banken wie westliche Häuser auf Einnahmen angewiesen. Allerdings sehen sie vom Kauf und Verkauf von Schulden bzw. undurchsichtigen Finanzprodukten ab. Dies widerspreche dem Prinzip, nichts verkaufen zu können, was sich nicht in eigenem Besitz befindet oder noch nicht existiert. „Einem Zahlungsstrom muss immer ein realer Güterstrom gegenüberstehen“, erklärt el-Mogaddedi. Gewinne erzielen die Institute im Privatkundengeschäft anhand von Verträgen, die in Raten zu bezahlende feste Aufschläge auf verliehene Summen vorsehen. Darüber hinaus beteiligen sich die Banken an Projekten und Unternehmen. Für eine Investition erhalten sie ähnlich dem Private-Equity-Geschäft einen Prozentsatz am Gewinn, tragen im Vorfeld jedoch auch das Risiko, leer auszugehen und sogar Geld zu verlieren – Rücknahmegarantien widersprechen diesem Prinzip. „Wenn ein Finanzier Geld gibt, verfügt er nicht über eine Forderung, sondern eine Beteiligung“, stellt el-Mogaddedi klar. Investitionen werden angesichts der Gefahr von herkömmlichen Fehlbeteiligungen in der Realwirtschaft vergleichsweise genau geprüft. Bessere Haftungen und mehr Transparenz würden das islamische Bankenmodell sicherer und durchsichtiger gestalten als das westliche.
Ein vertraulicher EU-Bericht klagt die israelische Regierung an, die Siedlungserweiterung, die Hauszerstörungen, die diskriminierende Wohnungspolitik und die Westbanksperranlage als Möglichkeit ‚aktiver illegaler Annexion’ Ost-Jerusalems zu verfolgen.
Das Dokument besagt, Israel habe seine Pläne für Ost-Jerusalem beschleunigt und untergräbt so die Glaubwürdigkeit der palästinensischen Behörde und schwächt die Unterstützung für Friedensgespräche. ‚Israels Aktionen in und rund um Jerusalem stellen eine der akutesten Herausforderungen für die israelisch-palästinensische Friedensarbeit dar,’ besagt das Dokument, EU-Verantwortliche des Mission Report über Ost-Jerusalem.
Der Bericht, den der Guardian erhalten hat, ist vom 15.Dezember 2008. Er erkennt Israels legitime Sicherheitsbelange in Jerusalem an, fügt aber hinzu: ‚Viele seine augenblicklichen Aktionen in und rund um die Stadt haben nur begrenzt etwas mit Sicherheit zu tun .’
„Die israelischen ‚neuen Fakten ‘ – einschließlich neuer Siedlungen, Mauerbau, diskriminierender Wohnungspolitik, Hauszerstörungen, eingeschränkter Genehmigungen und fortgesetzter Schließung palästinensischer Institutionen – vergrößern die jüdisch-israelische Präsenz in Ost-Jerusalem, schwächen die palästinensische Gemeinde in der Stadt, behindern die palästinensische städtische Entwicklung und trennen Ostjerusalems vom Rest der Westbank,“ so der Bericht.
Das Dokument tauchte zu einer Zeit wachsender Besorgnis über die israelische Politik Ost-Jerusalems betreffend auf . Zwei Häuser wurden am Montag vor dem Besuch der US-Außenministerin Hillary Clinton zerstört und weitere 88 stehen auf der Abrissliste – alle wegen fehlender Baugenehmigungen. Clinton nennt die Hauszerstörungen nicht ‚hilfreich’ und bemerkt, dass dies Israels Verpflichtungen gegenüber der US-Road Map für Frieden verletzt .
Der EU-Bericht geht noch weiter und sagt zu den Hauszerstörungen, dass sie nach dem Völkerrecht illegal seien, keinem ersichtlichen Zwecke dienen, schwere humanitäre Auswirkungen haben und die Bitterkeit und den Extremismus schüren.’ Die EU sprach ihre Besorgnis in einer formellen diplomatischen Vorhaltung am 1. Dezember aus.
Sie besagt, dass obwohl die Palästinenser in Ost-Jerusalem 34% der Bewohner ausmachen, nur 5%-10% des Gemeindebudget in ihrem Gebiet ausgegeben werden und ihre Infrastruktur vernachlässigt wird.
Israel gibt weniger als 200 Baugenehmigungen im Jahr für Palästinenser aus und gesteht nur 12% Ost-Jerusalems palästinensischem Wohnen zu. Die Folge davon ist, dass viele Häuser ohne israelische Genehmigung gebaut worden sind. Über 400 Häuser sind deshalb seit 2004 zerstört worden und weitere 1000 Abrissbefehle sollten noch ausgeführt werden.
Stadtverwalter weisen Kritik an der Wohnungspolitik als ‚eine Desinformationskampagne’ zurück. ‚Der Bürgermeister Nir Barkat fährt fort, in die Infrastruktur, den Bau und die Bildung in Ost-Jerusalem zu investieren, während er sich gleichzeitig an das Gesetz in West- und Ost-Jerusalem vorurteilsfrei hält,’ hörte man aus dem Bürgermeisteramt nach Clintons Besuch.
Die EU sagt dagegen, dass nach der Vierten Genfer Konvention die Jurisdiktion einer Besatzungsmacht nicht für das besetzte Gebiet gilt. Israel besetzt seit dem 1967-Krieg den Osten der Stadt und annektierte ihn später. Die Palästinenser beanspruchen Ost-Jerusalem aber als Hauptstadt für ihren zukünftigen Staat.
Die EU sagt: im Osten der Stadt werden Siedlungen mit rasender Geschwindigkeit gebaut. Seitdem die Annapolis-Friedensgespräche Ende 2007 begannen, sind fast 5500 neue Wohneinheiten in Siedlungen der Öffentlichkeit vorgelegt worden, 3000 wurden bisher genehmigt, besagt der Bericht. Nun leben 470 000 Siedler in den besetzten Gebieten, einschließlich der 190 000 in Ostjerusalem.
Die EU ist besonders über die Siedlungen innerhalb der Altstadt besorgt, für die es Pläne gibt, dass jüdische Siedlungen mit 35 Wohneinheiten im muslimischen Viertel gebaut werden sollen , sowie Erweiterungspläne für Silwan, direkt vor den Mauern der Altstadt.
Es ist das Ziel, die territoriale Verbindung zwischen den Siedlungen in Ost-Jerusalem und denen in der Altstadt herzustellen und Ost-Jerusalem und seine Siedlungsblöcke von der Westbank zu trennen.
Es gibt Pläne für 3500 Wohnungseinheiten, einen Industriepark, zwei Polizeistationen und andere Infrastruktur in einem umstrittenen Gebiet, das als E1 zwischen Ost-Jerusalem und der Westbanksiedlung Ma’ale Adumim (mit 31 000 Siedler) bekannt ist. Die israelischen Maßnahmen in E1 gehörten zu den ‚wesentlichen Herausforderungen des israelisch-palästinensischen Friedensprozesses’, sagt der Bericht .
Mark Regev, der Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert, sagte, die Lebensbedingungen für Palästinenser, die in Ostjerusalem leben, sind besser als in der Westbank. ‚Die Ost-Jerusalemer Bewohner stehen unter israelischem Gesetz und es wird ihnen, nachdem dieses Gesetz 1967 verabschiedet wurde, die volle israelische Bürgerschaft angeboten,’ sagte er, ‚wir bemühen uns die Stadt zum Wohle aller seiner Bürger weiter zu entwickeln.
1,3 Millionen Tote und sechs Millionen Vertriebene
von Souad N. Al-Azzawi*
Sechs Jahre sind seit dem Überfall vergangen und der Schmerz ist so frisch und schneidend, wie er im März des Jahres 2003 war. Für dieses Jahr beschloß ich, die Angelegenheit als Wissenschaftler zu betrachten. Ich würde den Gegenstand ohne Emotionen angehen und die Zahlen für sich alleine sprechen lassen. Dieses Jahr wollte ich mich zurückhalten und die Rolle des Analytikers und Forschers übernehmen – über den Gegenstand, der meinem Herzen am nächsten ist.
Nach sechs Jahren Besatzung …
- 72 Monate Zerstörung
- 607 Milliarden Dollar an Kriegsausgaben
- 2 Millionen Barrel Erdöl, die täglich verkauft werden
- 2 Millionen vertriebene Iraker innerhalb des Landes
- 3 Millionen Iraker, die gezwungen waren, das Land zu verlassen
- 2615 Professoren, Wissenschaftler und Ärzte, die kaltblütig getötet wurden
- 338 tote Journalisten
- 13 Milliarden Dollar, die unter Aufsicht der irakischen Regierung verschwanden
- 400 Milliarden, die der Wiederaufbau der irakischen Infrastruktur erfordert
- durchschnittlich täglich 3 Stunden Versorgung mit elektrischem Strom
- 24 Autobomben jeden Monat
- 7 größere Mafia-Organisationen, die das Land kontrollieren
- 4260 tote Amerikaner
- 10.000 Cholerafälle jedes Jahr
- 50 meiner Freunde tot
- 22 meiner Verwandten tot
- 15 Entführungen von nahen Verwandten und von Menschen, die ich kenne und liebe
- wenigstens 1.3 Millionen tote Iraker seit 2003
Die Zahlen sprechen für sich selbst. Sechs. Sechs Monate brauchte es für die meisten Iraker um zu realisieren, daß Krieg und Besatzung nichts Gutes bringen konnten. Der Rest der Welt hat hierfür sechs Jahre gebraucht. Sechs Jahre, sechs Millionen vertriebene Iraker innerhalb und außerhalb des Irak – und weit über eine Million tote oder sterbende Iraker im Land.
Ahmadinedschad weist Obamas Forderung zurück, Urananreicherung einzustellen. „Wir haben kein Interesse, die Kernwaffe zu bauen.“
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad weist die Forderung Barack Obamas zurück, Iran solle seine Urananreicherung einstellen: „Diese Diskussionen sind veraltet. Die Zeit dafür ist vorbei“, sagte er in einem Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Er wendet sich auch gegen den Vorwurf, Iran habe bei seinem Nuklearprogramm getarnt und getrickst: „Das ist eine große Lüge!“, sagte er dem SPIEGEL. Der iranische Präsident behauptet erneut, sein Land hege nicht die Absicht, eine Bombe herzustellen: „Wir haben kein Interesse, die Kernwaffe zu bauen.“
Ahmadinedschad reagiert im SPIEGEL-Gespräch, das das Nachrichten-Magazin in seiner neuesten Ausgabe veröffentlicht, mit Zurückhaltung auf das Angebot Barack Obamas zu einem Neuanfang in den Beziehungen zwischen Washington und Teheran: „Wir begrüßen Änderungen, allerdings sind sie bis jetzt ausgeblieben.“ Er fügte hinzu: „Wir warten darauf, dass Obama seine Pläne bekannt gibt, damit wir sie analysieren können.“ Dabei nimmt der iranische Präsident für sich in Anspruch,er habe zuerst die Initiative ergriffen: Er habe „einen großen Schritt, einen gewaltigen Schritt“ unternommen, als er Obama zu dessen Wahl gratuliert habe. „Wir wa-
ren und sind daran interessiert, dass große Veränderungen eintreten“, sagt er dem SPIEGEL, „die amerikanische Regierung muss endlich Lehren aus der Vergangenheit ziehen.“ Für den US-Präsidenten findet Ahmadinedschad freundlich-distanzierte Worte: „Wir sprechen sehr respektvoll von Barack Obama. Aber wir sind Realisten.“
DER SPIEGEL 16/2009
Von Dr. Muneer Deeb
Darunter weinende Frauen, schreiende Kinder, hilflose alte Frauen und Männer, schmerzgeplagte bettlägerige Patienten, die auf unebener Straße geschoben wurden. Nach ca. 400 Metern kamen endlich mehrere Krankenwagen und evakuierten die hilfslosen Menschen. Zum Glück wurde kein Patient zurückgelassen. Eine erneute Katastrophe konnte zum Glück abgewendet werden.
Darstellung der Verletzungen
Wir nahmen unsere Arbeit in Shefaa-Krankenhaus am nächsten Morgen wieder auf. Dort behandelten wir, zusammen mit anderen Ärzteteams, viele Verletzungen. Unsere Beobachtungen ergaben folgende Arten von Verletzungen:
1. total oder subtotal amputierte untere Extremitäten, wobei die amputierte Extremität ausgedehnte tiefe Weichteildefekte von Haut, Subcutis und Muskulatur mit Verbrenungsnekrosen aufwies, die bis auf das Periost reichten. Die Knochen zeigten Mehretagentrümmerfrakturen. Die Weichteile proximal der Amputationsstelle wiesen ebenfalls weit verstreute unterschiedlich tiefe Verbrennungen der Weichteile mit ausgestanzten Defekten auf. Klinisch und radiologisch konnten keine Splitter nachgewiesen werden.
2. kreislaufinstabile Verletzte mit sehr hohem Transfusionsbedarf ohne äußerlich sichtbare großflächige Verletzungen. Wegen der rapiden Verschlechterung des Kreislaufs und der fehlenden diagnostischen Mittel wie Sonographie wurden diese Patienten einer explorativen Laparotomie und manchmal auch Thorakotomie unterzogen. Bei einigen Patienten wurden IV. gradige Leber- oder Milzrupturen festgestellt, bei vielen anderen konnten keine makroskopischen Blutungsquellen festgestellt werden. Bei diesen Patienten gab es Hinweise auf diffuse mikroskopische Gewebszerstörung mit Organeinblutungen, wie z.B. bei der Lunge. Das Lungenparenchym war eingeblutet, ohne Verletzung großer Pulmonalgefäße. Solche Verletzungen könnten auf sogenannte Blust Injuries hindeuten.
3. großflächige Verbrennungen, die z.T. tief bis zum Knochen reichten. Diese Patienten wurden, soweit sie keine weiteren Verletzungen hatten, direkt auf die Verbrennungsstation verlegt.
Andere Verletzungen wie Kopfverletzungen, Inhalationstraumata, Augenverletzungen, Frakturen und Verletzungen im Gesichtsbereich wurden von entsprechenden Spezialisten behandelt.
Auf den Rundgängen durch die überfüllten Stationen mussten wir erleben, wie das Leiden der Verletzten sich fortsetzte. Fehlendes Verbandsmaterial und katastrophale Hygiene prägten das Bild in den Patientenzimmern. Übelriechende nässende Wunden konnte man schon vor Abnahme der Verbände riechen. Schmerzgeplagte Patienten mussten ohne Schmerzmittel auskommen, auch aufwendige Verbände wie an offenen Amputationsstümpfen wurden ohne jegliche Analgesie durchgeführt.
Waffenstillstand
Nach einer ereignisreichen stressigen schlaflosen Woche waren wir total erschöpft. Unsere Erlebnisse trugen nicht gerade zur Beruhigung bei. Unheimlich erleichternd war dann die Erklärung des Waffenstillstands. Jetzt konnten wir ein wenig aufatmen und beginnen die liegen gebliebenen vernachlässigten Patienten zu versorgen. Wir stellten einen 24stündigen Operationsplan in zwei Schichten auf und verteilten entsprechend die freiwillig eingereisten Spezialisten in diese Schichten, um die ganzen Folgeoperationen und Revisionen durchzuführen.
Leider endete unsere Mission am 19.01.2009. Wir verließen den Gaza-Streifen mit schwerem Herzen, weil wir um die kaum zu bewältigende medizinische Herausforderung zur Aufarbeitung der Kriegsfolgen wissen. Mehr denn je ist uns bei diesem Einsatz unter extremen, z.T. lebensgefährlichen Bedingungen, unsere humanitäre Verpflichtung und Verantwortung gegenüber hilflosen unschuldigen zivilen Kriegsopfern klar geworden. Unser Team war wie andere am Schluss entschlossen, in den Gaza Streifen zurückzukehren und dort beim Wiederaufbau des Gesundheitssystems zu helfen. (PK)
Dr. med. Muneer Deeb ist Arzt für Chirurgie und Visceralchirurgie in Kassel, Vorsitzender PalMedDeutschland e.V., Stellvertr. Vorsitzender PalMedEurope, zu erreichen unter m.deeb@palmedeurope.net
Gideon Levy, 02.04.2009
Jeder, der sich sorgenvolle Gedanken um die Rechtsstaatlichkeit und das moralische Image Israels macht und beunruhigt ist, dass seine Soldaten im Gaza-Krieg Kriegsverbrechen begangen haben, kann nun erleichtert aufatmen. Der militärische Generalanwalt Brigade-General Avichai Mendelblit gab die Order, die Untersuchung der Aussagen der Soldaten über ihre Erfahrungen in der Operation Cast Lead einzustellen. Eine Blitzoperation unmittelbarer Justiz beerdigte eine Geschichte, die die Welt erschütterte. Es gibt Richter in Jerusalem und einen militärischen Generalanwalt in Tel Aviv. Alles, was sie benötigten, waren ein, zwei Tage – palästinensische Zeugenaussagen wurden als unnötig erachtet. Es gab keine wirkliche Untersuchung – der Fall wurde sofort ad acta gelegt.
Mendelblits effektives und skandalös schnelles Verhalten beweist zweifellos, was jeder schon wusste: sein Büro ist eine Propagandamaschine, ein Teil der IDF-Informationsaktivitäten. Es hat dasselbe Verhältnis zur Justiz wie Militärmärsche zur Musik – um mit einem Zitat des französischen Staatsmannes Georges Clemenceau zu reden.
Man kann sich wirklich nicht vorstellen, dass die IDF bei sich selbst Ermittlungen anstellen. Sie haben nicht die geringste Absicht, dies zu tun. Genau wie auch die Polizei Verdächtigungen bei Polizisten nicht nachgeht, so wird auch die IDF Beschuldigungen gegen ihre Soldaten nicht untersuchen. Die IDF mag also eine Körperschaft sein, die der Polizeiuntersuchungs-Abteilung des Justizministeriums ähnlich ist. Nur ein unabhängiges juristisches System kann die schweren Vorwürfe untersuchen, die sich nach der verheerenden Verwüstung und dem (vielfachen) Tod im Gazastreifen erheben.
Während die halbe Welt noch Erkundungen über Verdächtigungen von Kriegsverbrechen einzieht – die Anwendung von weißem Phosphor gegenüber Zivilisten, die unverhältnismäßige Zerstörung, die Angriffe auf Ambulanzwagen und UNRWA-Einrichtungen – hat der militärische Generalanwalt sein Urteil gesprochen: Die Aussagen der Soldaten würden auf ‚Gerüchten’ beruhen. In andern Worten, sie haben gelogen. Unsere Armee ist tadellos, und unsere Waffen sind ‚reine Waffen’. Mendelblit erfreute damit seine Vorgesetzen. Der Ankläger wurde zum Advokaten, der Untersuchungsbeamte deckte seine Verdächtigungen.
Es ist auch gar nichts anderes erwartet worden. Von dem Tag an, als der militärische Generalanwalt verkündete, dass nicht wie während der 1. Intifada jedes Töten untersucht werden würde, war die Kampfethik verurteilt worden. Als dem Töten von 4747 Palästinensern während der 2. Intifada – nach B’tselem 942 von ihnen Frauen und Kinder – 30 Anklagen folgten und nur 5 Verurteilungen und nur eine Gefängnisstrafe von beträchtlicher Länge, senden die IDF eine klare Botschaft: das Töten von Palästinensern ist kein Anliegen des militärischen Justizsystems.
Die Botschaft an die Soldaten ist genau so eindeutig: töte, so viel es dir Spaß macht, es geschieht dir nichts. Die Armee interessiert sich nicht dafür. Jetzt nach 1300 (1435) Toten im Gazastreifen bestätigt der militärische Generalanwalt diese Politik. Jeder, der von der Rechtsstaatlichkeit in Israel überzeugt ist, sollte von solch einer überstürzten Entscheidung geschockt sein – nur unsere Armee von Anwälten ist mit anderen Dingen beschäftigt.
Wenn die IDF wirklich ein unabhängiges Justizsystem hätte, dann würde es wohl das erste sein, das zu untersuchen, was im Gazastreifen geschehen ist. Wenn die Armee sich wirklich Sorgen um die Moral ihrer Soldaten machen würde, dann hätte die Geschichte nicht auf Haaretz gewartet. Aber die IDF wollte keine Untersuchung und der militärische Generalanwalt tat das, was er sagte. Mendelblits Entscheidung öffnete die Türe weit für den Rest der Welt. Aus Mangel an wirklichen Untersuchungen in Israel, müssen internationale Institutionen untersuchen, was im Gazastreifen geschehen und wem die Schuld zu geben ist. Was die israelischen Unterstützer der Rechtsstaatlichkeit betrifft, die keine rechtliche Hilfe bekommen, so haben sie das Recht und die Pflicht, zu einer internationalen Untersuchung aufzurufen.
Ja, auch in Israel gibt es Leute, die über das beunruhigt sind, was im Gazastreifen vor sich ging. Aber die Entscheidungen des militärischen Generalanwalts gehen weit über die „Killing fields“ hinaus. Jeder, der denkt, dass Israels Image als Rechtsstaat sich nur auf den Obersten Gerichtshof in Jerusalem gründet, irrt sich sehr. Mandelblit bestimmt unser Image nicht weniger als der Präsident des Obersten Gerichtshofs, Dorit Beinisch. Außerdem machen einige der Stipendiaten des mangelhaften und unredlichen militärischen Justizsystems im zivilen Justizsystem weiter und kontaminieren es mit denselben defekten Werten der IDF.
Israel kann nicht als Rechtsstaat angesehen werden, wenn sein Hinterhof von dieser absurden Show besetzt ist, die sich militärisches Rechtssystem nennt. Nur wenn dieses vom Militär getrennt wird und ein ziviles Justizsystem die Armee untersucht, werden wir wissen, dass wir eine Armee und einen Staat haben, die sich nach Gesetzen richtet. Bis dahin können wir nur nach Den Haag schauen.
Ein internationales Team von Wissenschaftlern sorgt mit der Publikation einer Studie über Analysen von Asche- und Staubproben, die unmittelbar nach den Ereignissen vom 11. September 2001 im Umfeld des World Trade Centers (WTC) genommen wurden, für Aufsehen – widerspricht sie doch massiv bisherigen offiziellen Studien zum Einsturz der Zwillingstürme, wonach in den Trümmern keinerlei Hinweise auf Sprengstoffe gefunden wurden.
Laut der Studie des Teams um Niels H. Harrit von der Chemischen Fakultät der Universität von Kopenhagen und Dr. Steven E. Jones, das aus internationalen Chemikern, Physikern, Architekten und Ingenieuren besteht, wurden die Proben binnen weniger Tage nach den Einstürzen entnommen. Die Ergebnisse dieser Analyse haben die Forscher nun in der Fachzeitschrift „Open Chemical Physics Journal“ veröffentlicht und kommen zu dem Ergebnis, dass die auf künstliche Sprengstoffe verweisenden Kleinstpartikel in sämtlichen untersuchten Proben vorhanden waren.
„Wir haben unverwechselbare rote und graue Blättchen in allen Staubproben gefunden, die durch die Zerstörung des WTC verursacht wurden (…) Eine Probe wurde von einem Anwohner von Manhattan nur etwa zehn Minuten nach dem Einsturz des zweiten WTC-Turms gesammelt, zwei weitere Proben stammen vom darauf folgenden Tag und eine vierte Probe wurde etwa eine Woche das den Ereignissen genommen. Die Eigenschaften dieser mikroskopischen Blättchen (Chips) wurden mittels optischer Mikroskopie, Rasterelektronenmikroskopen (SEM), energiedispersiver Röntgenspektroskopie (EDRS, für die Untersuchung der Elementzusammensetzung) und dynamischer Differenzkalorimetrie (DDK, einem Verfahren zur Messung von abgegebener/aufgenommener Wärmemenge einer Probe bei isothermer Arbeitsweise, Aufheizung oder Abkühlung) untersucht.„
Die Forscher behaupten, dass ihre Analyse aktives thermitisches Material, ein Gemisch aus Eisen(III)-oxid- und Aluminium-Pulver, in Form von so genanntem „nanostructured super-thermite“ in den Proben belegen.
Thermit selbst wird zum aluminothermischen Schweißen, in der Pyrotechnik und von Abriss- und Sprengunternehmen verwendet und kann durch seine chemische Reaktion binnen kürzester Zeit extrem hohe Temperaturen auf kleinstem Raum konzentrieren, weswegen es auch unter die Beschränkungen der US-amerikanischen „International Traffic in Arms Regulations“ (ITAR) Bestimmungen fallen, die den Export von rüstungsrelevanten Artikeln ins Ausland beschränken.
In einer Presseinformation werten die Autoren ihre Entdeckung als höchst relevant. Sie gehe weit über das hinaus, was bislang aufgezeigt werden konnte, so Jones. „Wir haben aufwendigste und modernste Mittel genutzt, um die Staubproben zu analysieren, da es sich hier nicht nur um einfache typische Sprengstoffe, sondern um extrem kompliziert hergestelltes Material handelt, dass in dieser Form nicht für jedermann zu beziehen ist.“
Schon 2005 hatte Jones, der damals noch Physiker an der Brigham Young University (BYU) war und Gründungsmitglied der privaten und unabhängigen 9/11-Untersuchungsgruppe „Scholars for 9/11 Truth & Justice“ – www. stj911.org – (engl.: Wissenschaftler für die Wahrheit zum 11. September) ist, eine Studie veröffentlicht, die Alternativen zur offiziellen Stellung der damaligen US-Regierung aufzeigte, nach der eine Kombination von strukturellem Versagen und dem Verbrennenden Fugzeugtreibstoff zum so genannten „pancake collapse“ der Stockwerke der Zwillingstürme geführt haben soll. Laut Jones gibt es zahlreiche Indizien und Beweise für eine kontrollierte Sprengung der Türme.
Unter enormer Kritik durch die Medien und von zahlreichen Kollegen, wurde Jones von seiner Lehrtätigkeit an der BYU freigestellt und dazu gedrängt, seinen Artikel von der Internet-Seite der BYU zu löschen. Kritiker von Jones’ Arbeiten und Darlegungen, wie etwas die für eine Studie des US-amerikanischen „National Institute of Standards and Technology“, behauptet indes weiterhin, dass es in den WTC-Trümmern keinerlei Spuren von Sprengstoffen oder sonstigem explosivem material gegeben habe.
Diese und andere Studien mit ähnlichen Schlussfolgerungen werden durch die aktuelle Studie erheblich in Zweifel gezogen, die mit Sicherheit die Diskussion um die Ursachen der Katastrophe vom 11. September 2001 erneut entfachen wird.
Die vollständige Studie (im engl. Original) kann HIER kostenfrei heruntergeladen werden
Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / bentham-open.org / stj911.org





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