Eine Gruppe von ca. 50 bewaffneten israelischen Siedlern stürmte am Freitag die Abrahams-Moschee in Hebron. Wie die palästinensische Nachrichtenagentur Ma’an berichtet, schafften es Soldaten der israelischen Armee die Angreifer zurückzutreiben. Die Moschee erlangte 1994 traurige Berühmtheit, als der jüdische Siedler Baruch Goldstein mehr 29 betende Muslime erschoss und mehr als 150 verletzte.
Im Anschluss an das Massaker teilte die israelische Armee das Gebäude in eine Moschee und einen Synagoge. Palästinenser müssen seitdem mehrere Kontrollstationen der Armee durchlaufen, um in der Moschee beten zu können. Regelmäßig kommt es am Rande der Moschee zu Übergriffen israelischer Siedler und Soldaten auf Palästinenser.
Am 1. August griffen Siedler eine Hochzeit in Hebron an und bewarfen die Feiernden mit Flaschen und Steinen. Am 2. August schmissen Siedler einen palästinensischen Jungen in Hebron vom Daches seines Hauses. Dabei brach er sich die Wirbelsäule und liegt seitdem im Krankenhaus. Vergangenen Donnerstag attackierten Siedler britische Diplomaten, die sich auf Besuch in Hebron befanden. Am gleichen Tag warfen Siedler, welche eine Haus in der Nähe der Moschee besetzt halten, mit Dreck auf die Gläubigen am Eingang zur Moschee.
Der Vorsitzende der religiösen Stiftung, welche die Moschee kontrolliert, verurteilte die Angriffe. Diese seien eine „Verletzung der Heiligkeit der Moschee“. Zudem äußerte er die Befürchtung eines erneuten Massakers in der „Heiligkeit unserer religiösen Orte.“
Aktivisten des International Solidarity Movement (ISM) sind zusammen mit Vertretern anderer Menschenrechtsorganisationen regelmäßig vor der Abrahams-Moschee präsent, überwachen die Behandlung von Palästinensern an den israelisch kontrollierte Eingängen, dokumentieren Übergriffe und Verhaftungen und intervenieren notfalls.


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