The Palestinian Anti-Apartheid Wall Campaign, Jun 19, 2008
Dem palästinensischen Dorf Arab ar-Ramadin und all seinen BewohnerInnen droht die Zwangsumsiedlung durch die israelische Besatzungsmacht. Seit der Errichtung der Apartheidmauer im Jahr 2004, die das Dorf hermetisch vom übrigen Westjordanland abschnürt, führt das Besatzungsregime einen stillen Belagerungskrieg gegen Arab ar-Ramadin. Seit Jahren kämpfen seine BewohnerInnen um ihr Dorf.
Am 5. Juni setzte ein Offizier der Besatzungsarmee begleitet von 20 Soldaten den Ortsvorsteher über Pläne in Kenntnis, das gesamte Dorf auf die andere Seite der Mauer umzusiedeln. Sollten sich die DorfbewohnerInnen nicht kooperieren, würde Gewalt eingesetzt werden, so der Besatzungsoffizier.
In Arab ar-Ramadin gibt es keine Schule. Im Jahr 2003 besuchten noch 46 SchülerInnen die Grundschule in Habla, 6 GymnasiastInnen und 2 StudentInnen pendelten täglich in die nahe gelegene Kreisstadt Qalqiliya. Die Schule in Habla war vor dem Mauerbau mit einem 2,5 Kilometer langen Fußmarsch zu erreichen, den die Kinder zweimal täglich zu bewältigen hatten. Heute müssen die SchülerInnen einen langen Umweg in Kauf nehmen, der den Schulweg auf 5 Kilometer verlängert. Zusätzlich sind sie gezwungen darauf zu warten, dass Besatzungssoldaten das Tor an der Mauer öffnen.
Für den Mauerbau wurden mehr als 233 ha Land von Arab ar-Ramadin konfisziert. Auf einem Teil dieser Grundstücke lagen die Weizenfelder des Dorfes (83,9 ha), ein anderer wurde als Weidefläche für die Schafe genutzt.
Die Lage in Arab ar-Ramadin ist typisch für das Vorgehen der Besatzungsmacht und ihre Politik der schleichenden ethnischen Säuberung in Palästina. Gleichzeitig wachsen die Mauer, die Besatzungssiedlungen und ein Straßennetz, das nur die Siedler benützen dürfen, ständig weiter. Checkpoints und eine Vielzahl an Militärverordnungen und Restriktionen zielen darauf ab, die palästinensischen Dörfer und Städte einem permanenten unerträglichen Druck auszusetzen. Dörfer wie Arab ar-Ramadin, die von der Mauer und den Besatzungssiedlungen umzingelt sind, sind der größten Bedrohung ausgesetzt. Heute sind insgesamt 14 Ortschaften in der besetzten Westbank von der Zwangsumsiedlung bedroht. Ihre 6314 EinwohnerInnen leben unter dem Damoklesschwert der Zerstörung ihrer Wohnhäuser und der gewaltsamen Vertreibung von ihrem Land.


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