Israels Premier Olmert betätigt sich während seines US-Besuchs als Scharfmacher gegen Teheran
In einer Rede vor dem American Israel Public Affairs Committee (AIPAC) sagte der israelische Premier am Dienstag, die Welt solle erkennen, daß »die langfristigen Kosten eines nuklearen Irans den kurzfristigen Vorteil von Geschäften mit dem Iran bei weitem übersteigen«. Sanktionen könnten nur ein erster Schritt sein. Es gebe die »dringende Notwendigkeit für drastischere und robustere Maßnahmen«.
Vor einem Treffen mit US-Präsident George W. Bush am Mittwoch in Washington verdeutlichte Olmert zudem, daß er einen zeitnahen Schlag gegen Teheran favorisiert.
Der innenpolitisch massiv bedrängte Regierungschef machte nur eine knappe Andeutung zu seinen Problemen in Jerusalem: Er habe »wegen der jüngsten politischen Entwicklungen in Israel« kurz erwogen, seinen USA-Besuch abzusagen, sagte Olmert. Der Ministerpräsident sieht sich mit Rücktrittsforderungen konfrontiert und steht auch in seiner eigenen Partei Kadima unter wachsendem Druck. Ihm wird vorgeworfen, über Jahre hinweg von einem US-Geschäftsmann mehrere hunderttausend Dollar in bar angenommen zu haben. Olmert hat angekündigt, daß er bei einer Anklageerhebung zurücktreten wird.
Der palästinensische Chefunterhändler Ahmed Kureia sagte am Mittwoch bei einer Rede im Westjordanland, er glaube nicht mehr an ein Friedensabkommen mit Israel bis zum Jahresende – »es sei denn, es geschieht ein Wunder«. Israelis und Palästinenser hätten bei ihren Verhandlungen alle zentralen Fragen ihres seit Jahrzehnten bestehenden Konflikts erörtert. An dem Gräben zwischen beiden Seiten habe dieses wenig verändert.


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