In Großbritannien zeichnet sich ein Skandal ab. Die Konservativen warfen Verteidigungsminister Des Browne vor, zum Zwischenfall mit Iran im Persischen Golf vom März 2007 gelogen zu haben.

Am 22. März 2007 waren 15 britische Marinesoldaten, darunter eine Frau, vom iranischen Küstenschutz festgenommen worden. Nach Darstellung Teherans wurden die Briten im iranischen Hoheitsgewässer festgesetzt. Sie wurden zwei Wochen später freigelassen. Bisher hat das britische Verteidigungsministerium immer wieder behauptet, die Marinesoldaten hätten sich die ganze Zeit in irakischen Gewässern befunden und entsprechend der Resolution 1723 des Weltsicherheitsrates Handelsschiffe inspiziert.

Die britische Zeitung “Times” berichtete unter Berufung auf Geheimunterlagen, dass die Gefangennahme der Soldaten in einem Seegebiet erfolgt war, das von Irak und Iran umstritten ist und in dem niemals eine Grenze vereinbart wurde. Was britische Regierungsvertreter als angebliche Seegrenze darstellten, sei nur eine von der US-geführten Sicherheitskoalition im Persischen Golf erfundene Linie. Deren Verlauf sei den Iranern niemals mitgeteilt worden.

Anhand des Geheimberichtes warfen die Konservativen dem Verteidigungsminister vor, bei der Informierung über die Details des Vorfalls “nicht ganz freimütig” gewesen zu sein. Dabei verweisen die Konservativen darauf, daß Iran die beschlagnahmte teuere militärische Ausrüstung im Wert von einer Million Pfund Sterling bislang nicht zurückgegeben habe.

Ein Sprecher des Verteidigungsministerium wies die Vorwürfe zurück. “Wir haben das Parlament nicht irregeführt. Wir haben gesagt, daß Seeleute in irakischen Gewässern festgenommen wurden, und wir bleiben dabei.”

Alle britischen Seeleute wurden am 4. April 2007, zwei Wochen nach der Festnahme, wieder frei gelassen. Während der Gefangenschaft gaben einige von ihnen zu, daß sie im iranischen Hoheitsgewässer mit einem Spionageauftrag unterwegs gewesen wären, und baten das iranische Volk um Vergebung.

Nach ihrer Rückkehr nach London gaben die Briten jedoch bekannt, daß sie vom iranischen Küstenschutz im irakischen Hoheitsgewässer festgenommen worden seien. Dabei widerriefen sie ihre früheren Geständnisse, die iranische Seegrenzen verletzt zu haben. Die Geständnisse habe man ihnen mit der Androhung einer siebenjähriger Haftstrafe erpreßt. Iran kritisierte die Aussagen der freigelassenen Briten als Propaganda.

RIA Nowosti, de.rian.ru