Der israelische Inlandsgeheimdienst Shin Bet bestätigte, dass die israelische Armee Angehörige von palästinensischen politischen Gefangenen verschleppt, um „Geständnisse von den Gefangenen zu erhalten“. Die israelische Tageszeitung Haaretz berichtete, dass der Vorsitzende der Befragungs-Abteilung der israelischen Armee dies am Samstag vor dem Justizausschuss der Knesset zugab. Im Anschluss an das Geständnis veröffentlichte das „Israelische Komitee gegen Folter“ einen Bericht, der davon sprach, dass der Shin Bet regelmäßig Familienmitglieder verschleppt, um Druck auf palästinensische Gefangene auszuüben.
Der Bericht sagt auch, dass diese Methode vor allem bei Gefangenen angewendet wird, welche bereits zuvor schwer gefoltert wurden. In einem Fall, so der Bericht, soll ein Gefangener versucht haben sich das Leben zu nehmen.
Haaretz berichtete, dass der Vorsitzende des Shin Bet zwar versprach, dass diese Methode nicht länger benutzt werde, sein Versprechen aber zugleich relativierte indem er ankündigte, Familienmitglieder, welche „in Verdacht stehen in Terror involviert zu sein“ weiterhin festzunehmen.
In der Vergangenheit veröffentlichten israelische und palästinensische Menschenrechtsorganisationen regelmäßig Berichte über Verschleppungen und „Befragungen“ von Familienmitgliedern politisch Gefangener. In zahlreichen Fällen drohten israelischem Vernehmungsbeamten damit die Frauen, Mütter und Schwestern der Gefangenen zu vergewaltigen.
Quelle: Haaretz, IMEMC


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