Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah hat Israel gestern Vergeltung für die Tötung des Kommandanten Imad Mughniyah angedroht.
Gedenkveranstaltungen der rivalisierenden Lager in Libanon haben gestern Hunderttausende Menschen angezogen. Schiiten strömten zur Beisetzung des in Syrien durch einen Anschlag getöteten, weltweit meistgesuchten Terroristen Mughniyah, während sich zur gleichen Zeit prowestlich orientierte Demonstranten in Beirut versammelten, um an den vor drei Jahren ermordeten Premier Rafik Hariri zu erinnern.
Um Gewalt zwischen beiden Seiten zu verhindern, wurden Tausende Soldaten in Beirut stationiert und Strassen gesperrt. Saad Hariri griff die syrische Regierung scharf an, nicht aber die Hisbollah, wohl aus Rücksicht auf die Trauerfeier. Der Drusenführer und scharfe Hisbollah-Kritiker Walid Jumblat sagte, die Regierung werde den Mühen der Opposition nicht unterliegen, Libanon den von Iran und Syrien repräsentierten Bösen auszuliefern. Jumblat warf Syrien vor, Mughniyah getötet zu haben.
Nasrallah aber warf Israel vor, die Grenzen mit der Ermordung Mughniyahs in Syrien überschritten zu haben. «Mit diesem Mord, seinem Zeitpunkt, Ort und Methode – Zionisten, wenn ihr diese Art offenen Krieges wollt, lasst die ganze Welt zuhören: Lasst diesen Krieg eröffnet sein.» Israelische Einrichtungen im Ausland würden ins Visier genommen, sagte er. Israel versetzte alle Botschaften in Alarmbereitschaft.
In Jerusalem wurde die Beschuldigung zurückgewiesen, Mughniyahs Tod wurde aber dort und in den USA begrüsst. Tausende Hisbollah-Anhänger versammelten sich am Sarg von Mughniyah, dessen Tod auch die Spannungen in Libanon noch verschärfen dürfte. Denn die von der Hisbollah geführte Opposition und die westlich orientierte Regierung sind dort in erbittertem Machtkampf verstrickt.
Quelle: http://www.tagblatt.ch/


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